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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2019

Ergreifend

Jahre aus Seide
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Ulrike Renk legt mit „Jahre aus Seide“ den ersten Band einer neuen Familiensaga vor. Wer von ihr die Ostpreußen-Saga gelesen hat und meinte es geht nicht intensiver, dem beweist die Autorin, dass sie es ...

Ulrike Renk legt mit „Jahre aus Seide“ den ersten Band einer neuen Familiensaga vor. Wer von ihr die Ostpreußen-Saga gelesen hat und meinte es geht nicht intensiver, dem beweist die Autorin, dass sie es dennoch kann.
Das Cover ist recht typisch gehalten und spricht mich nicht so wirklich an, aber wie immer sind Cover ja auch Geschmacksache. Der Klappentext ist in der Rückschau meiner Meinung nach auch nicht so gut gewählt, zwar beschreibt er die zentralen Punkte des Romans, aber er setzt meiner Meinung nach, falsche Zusammenhänge, da z.B. Ruth und Kurt sich nicht aufgrund der Naziherrschaft trennen, sondern weil sie sich weiterentwickeln und neu sondieren müssen, ob sie noch zusammen sein wollen.
Die Figurenzeichnung in dem Roman ist sehr intensiv. Er wird kontinuierlich aus der Perspektive von Ruth erzählt, wobei uns dadurch die Erzählerin sehr nah ist und wir ihre Gefühlswelt und Gedanken explizit kennen lernen. Aber auch der Rest der Familie bleibt uns nicht fern, ihr Handeln ist symbolisch für ihr Denken und dadurch hat der Leser das Gefühl die beteiligten Personen sehr gut zu kennen.
Der Roman wird chronologisch, mit Zeitsprüngen, erzählt. Die Repressalien gegenüber den Juden nimmt immer mehr zu, es ist nicht was auf einmal da ist. Zudem bekommen wir als Leser ein gutes Gefühl dafür, dass viele Juden sich zuerst als Deutsche gefühlt haben und erst dann als Juden. Ebenso, dass die viele Juden sich überhaupt nicht streng an die religiösen Vorschriften (z.B. Speisevorschriften) gehalten haben, sondern teilweise sehr offen und liberal eingestellt waren.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich war oft sehr betroffen, musste ein paar Tränen verdrücken und bekam das eine oder andere Mal Gänsehaut, weil mich der Roman so tief berührte. Ein nachhallendes Leseereignis.
Ich bedanke mich sehr bei NetGalley Deutschland und dem Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Lese- und Rezensionsexemplars. Bei Ulrike Renk bedanke ich mich, dass sie uns an dieser außergewöhnlichen Geschichte teilhaben lässt und alle Welt von Ruths Schicksal erzählt.
Eine absolute Leseempfehlung für alle die sehr gerne berührende Geschichten lesen und alle Interessierten des Judentums und des frühen 20. Jahrhunderts.

Veröffentlicht am 31.12.2018

Grandioser Auftakt

Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus
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Brigitte Riebe schafft es immer wieder aufs Neue mich mit ihren Romanen zu überraschen und begeistern. Mit „Jahre des Aufbaus“ legt sie den ersten Teil ihrer 50er-Jahre-Trilogie vor.
Das Cover ist für ...

Brigitte Riebe schafft es immer wieder aufs Neue mich mit ihren Romanen zu überraschen und begeistern. Mit „Jahre des Aufbaus“ legt sie den ersten Teil ihrer 50er-Jahre-Trilogie vor.
Das Cover ist für eine Familiensaga etwas ungewohnt gestaltet, es sticht aber sehr gut aus dem Einheitsbrei der gängien Cover von Familiensagas hervor. Schaut man sich die Entwürfe des zweiten und dritten Teils an, so muss man von einer gelungenen Gestaltung der gesamten Reihe sprechen.
Es geht in diesem Roman mehr als um eine Familie mit ihren Geheimnissen, es geht um den geschichtlichen Kontext, es geht um die Träume und Sorgen einer Nation und es geht um Mode.
Die drei Schwestern der Familie stehen im Mittelpunkt, sie sind sehr unterschiedlich und dennoch schweißen sie die Erfahrungen zusammen. Der Roman wird aus dem Blickwinkelt von Ulrike, genannt Rike, der ältesten Schwester erzählt. Die Männer in diesem Roman bleiben zunächst noch etwas schwach. Aber im Laufe des Romans gewinnen sie immer mehr an Facetten, sodass sie zu würdigen Gegenspielern der weiblichen Figuren werden und wir von einem ausgeglichenen Verhältnis sprechen können, wobei der Titel nicht verschweigt, dass die Frauen im Mittelpunkt stehen.
Es ist die Zeit, wo der zweite Weltkrieg endet und man mit dem Wiederaufbau beginnt. Es ist die Zeit der Trümmerfrauen, der Lebensmittelkarten, des Schwarzmarktes und die Zeit der Neuorientierung. All dies verpackt die Autorin in ihrem Roman und lässt die Geschichte vor der eindrucksvollen Kulisse des zerstörten Berlins entstehen. Der Roman wird chronologisch mit einigen Zeitsprüngen erzählt. Vor jedem Kapitel findet sich eine Zeit- und Ortsangabe. Zu jeder Zeit ist der Roman aber nachvollziehbar und die geschichtlichen Hintergründe hervorragend recherchiert und eingebunden. Der Roman lässt sich sehr gut lesen, besonders die Dialoge im Dialekt haben mir immer wieder gefallen sowie die italienischen Einschübe.
Ein berührender Familienroman, der besonders die Herzen der weiblichen Leserschaft höher schlagen lassen wird, wobei aber auch durchaus Männer ihre Freude mit dem Roman haben werden. Eine glasklare Lese- und Kaufempfehlung, nicht nur für die Fans von Brigitte Riebe.

Veröffentlicht am 25.12.2018

Sehr guter zweiter Teil

Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis (Die Löwenhof-Saga 2)
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Ich liebe die Romane von Corina Bomann einfach, innerhalb weniger Seiten verliere ich mich in ihren Geschichten und tauche ein in eine faszinierende Welt mit wunderbaren Figuren.
Das Cover dieses Bandes ...

Ich liebe die Romane von Corina Bomann einfach, innerhalb weniger Seiten verliere ich mich in ihren Geschichten und tauche ein in eine faszinierende Welt mit wunderbaren Figuren.
Das Cover dieses Bandes passt wunderbar zum ersten Teil der Saga und auch der Klappentext macht wieder richtig Lust auf das Buch. Ich habe es mir bewusst etwas aufgehoben, damit ich zeitnah den dritten Band lesen kann und so die Saga abschließen kann. Denn wie auch schon nach dem ersten Band war mir klar, dass ich die Frauen des Löwenhofs einfach mag und sie sehr gerne begleite.
Mathilda steht Agneta in nichts nach, auch sie ist eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und für das kämpft was ihr wichtig ist. Eine Frau, die ihre Verantwortung kennt, aber auch ihre Liebe lebt. Ein Spagat zwischen Tradition und Selbstbestimmung gelingt beiden Frauen, sie sind sich in vielem ähnlich, haben aber unterschiedliche Talente und bereichern so den Löwenhof.
Die Männer kommen auch in diesem Band wieder etwas zu kurz, zwar spielen sie eine größere Rolle, wie noch im ersten Band, dennoch stehen zweifellos Mathilda und Agneta im Mittelpunkt. Der Fokus liegt diesmal mehr auf der Familie, weniger auf den Angestellten des Hofes. Im ersten Band der Saga hatten wir einen guten Einblick in die Welt der einfachen Menschen, dies kommt in diesem Band etwas zu kurz. In diesem Band liegt der Fokus eher auf der modernen Zeit, in der zum Beispiel auch Frauen ein Auto fahren oder sich einen Beruf wählen, der ihren Neigungen entspricht und ihren Lebensunterhalt sichert. Auch der zweite Weltkrieg spielt in diesem Roman eine Rolle, die Rolle der skandinavischen Länder wird gut in den Roman eingearbeitet.
Der Aufbau des Romans ist chronologisch und wird überwiegend aus Mathildas Sichtweise erzählt. Der Schreibstil der Autorin ist wie immer sehr mitreißend und lebendig. Besonders gut haben mir wieder die Beschreibungen des Settings gefallen, da werden die Bücher von Astrid Lindgren einfach wieder lebendig und man sieht das Gut mit seinen vielen Pferden, Weiden und dazugehörigen Gebäuden förmlich vor dem inneren Auge.
Wenn man den ersten Teil der Saga gelesen hat, dann weiß man zunächst mehr als Mathilda, dies schmälert aber den Lese-Spaß und die Spannung keineswegs, vielmehr fiebert man mit auf welchem Weg sie, Ingmar und Magnus die Geheimnisse der vorherigen Generation erfahren mögen.
Mir hat dieser Roman sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich nun schon sehr, auf den abschließenden dritten Band der Saga.
Ich bedanke mich sehr bei Corina Bomann für vergnügliche Lesestunden und dem Ullstein Verlag sowie NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.
Eine klare Lese- und Kaufempfehlung für alle, die gerne Familiensagas lesen!

Veröffentlicht am 08.12.2018

Finale

Winter eines Lebens
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Solche Bücher hebt man sich für besondere Momente auf, denn man will das Ende hinauszögern, weil man weiß, dass die Geschichte, der liebgewonnen Figuren, dann ein Ende hat. So ging es mir auch mit diesem ...

Solche Bücher hebt man sich für besondere Momente auf, denn man will das Ende hinauszögern, weil man weiß, dass die Geschichte, der liebgewonnen Figuren, dann ein Ende hat. So ging es mir auch mit diesem Buch, der Abschied stand von der ersten Seite an fest und die Tränen waren vorprogrammiert.
Das Cover passt sich wunderbar in die Reihe ein, sodass alle sieben Bücher gemeinsam ein wunderbares Gesamtbild geben. Auch der Klappentext spricht den Leser direkt an, das Finale wird angekündigt, dennoch ist man gespannt wie der Autor diese Saga zu Ende bringt.
Inhaltlich knüpft der Roman an die vorherigen Bände an und es ist ratsam sie wirklich gelesen zu haben, denn so einiges an Hintergrundinformationen wird vorausgesetzt und Zusammenhänge nur angedeutet. Die handelnden Figuren sind bekannt, sie haben sich im Laufe der sieben Bücher weiterentwickelt. Es kommt zum Show-Down zwischen Emma und ihrem Bruder Giles, beide schenken sich in Sachen Politik nichts. Spannend zu lesen, wer von beiden das Rennen machen wird. Wir sind hautnah dabei wie Margret Thatcher das Amt der Ministerpräsidentin anstrebt.
Aber auch innerhalb der Familie geht es zur Sache, ein Mitglied der Familie gerät aufgrund einer „falschen“ Liebe auf die schiefe Bahn und die eigene Existenz steht auf einmal auf dem Spiel. Kann die Familie helfen? Aber da sind auch die Schatten der Vergangenheit, einige Gegenspieler wollen der Familie immer noch böses, z.B. Giles Ex-Frau Virginia. Wird sie für ihren Betrug, ihre Manipulationen und ihre perfiden Intrigen endlich einmal die Quittung bekommen? All dies beantwortet uns Jeffrey Archer in seinem letzten Band der Clifton-Saga.
Der Roman war mal wieder viel zu schnell vorbei, in alter Manier, schafft es der Autor durch die verschiedenen Erzählperspektiven und abwechselnden Erzählschwerpunkte das Tempo des Romans hoch zu halten. Spannung ist somit auf allen Ebenen versprochen.
Besonders die Dialoge sind in dieser Geschichte wieder sehr gelungen, viele machen einfach unglaublich viel Spaß zu lesen.
Ich kann diese Reihe wirklich nur empfehlen, sie macht Spaß, unterhält und bietet so einige Überraschungen. Eine klare Lese- und Kaufempfehlung für Fans von großangelegten Familien-Sagas!
Ich bedanke mich sehr beim Bloggerportal, bei der Verlagsgruppe Random House, sowie dem Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

Veröffentlicht am 25.11.2018

Deutsche Geschichte

Land im Sturm
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Ulf Schiewe hat einen umfassenden Roman über die deutsche Geschichte geschrieben, in über 900 Seiten nimmt er uns mit auf eine Reise durch die Zeiten.
Die Gestaltung des Buches ist gut gelungen, sowohl ...

Ulf Schiewe hat einen umfassenden Roman über die deutsche Geschichte geschrieben, in über 900 Seiten nimmt er uns mit auf eine Reise durch die Zeiten.
Die Gestaltung des Buches ist gut gelungen, sowohl das Cover als auch die Farbgebung sind ansprechend. Ein Inhaltsverzeichnis gibt uns Lesern einen groben Überblick und gibt den Blick frei auf die fünfteilige Gliederung des Buches. Zu Beginn eines jeden Teil bekommen wir einen kurzen Überblick bzgl. der Zeit, in der der Abschnitt spielt. Erst danach steigen wir mit den Protagonisten in die eigentliche Story ein. Die Geschichte Deutschlands in einem Roman zu erzählen ist sowohl ambitioniert, als auch experimentell. Ulf Schiwe ist dieses Wagnis mit dem Verlag zusammen eingegangen und es ist aus meiner Sicht in großen Teilen geglückt.
Wenn man die letzte Seite des Buches umblättert, dann schließt sich ein Kreis und man hat das Gefühl eine „runde“ Sache vor sich zu haben, allerdings möchte ich nicht verhehlen, dass ich dieses Gefühl nicht von Anfang an hatte. Ich habe mir zuerst schwergetan, die verschiedenen Episoden in einem Zusammenhang zu setzen, trotz der Namensgleichheiten. Dies mag ein rein persönliches Empfinden sein. Auch viel es mir schwer, mich nach einer Episode von den Protagnisten des Abschnitts zu verabschieden. Ich hätte gerne noch so viel mehr über sie und ihre weitere Geschichte erfahren. Eine meiner Mitleserinnen bei der Leserunde auf Büchereule.de formulierte es so „Ich könnte zu jeder Episode ein ganzes Buch lesen und nicht nur gut 200 Seiten.“ Mir geht es ähnlich, eine Buchreihe hätte ich mir zu diesem Projekt auch gut vorstellen können. Mir persönlich haben die letzten beiden Episoden des Buches am allerbesten gefallen und mich ein klein wenig mit den Vorherigen versöhnt. Teilweise waren mir die Darstellung in den einzelnen Episoden zu sehr auf eine Figurengruppe bzw. ein Geschlecht beschränkt. Ich hätte gerne, um die Episode besser verstehen zu können, einen anderen Blickwinkel eingenommen. Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, es macht Spaß und Seiten fliegen nur so dahin. Auch wiegt das Buch nicht sonderlich schwer in der Hand, da es sehr dünne Seiten sind und sich so das Gewicht bei 900 Seiten in Grenzen hält.
Ein wahrer Schmöker, der seinen Lesern einen umfassenden Einblick in die wichtigsten Eckpunkte der Geschichte Deutschlands gibt. Geschrieben für alle Fans des anspruchsvollen historischen Romans, denn ein gewisses Hintergrundwissen zur deutschen Geschichte ist ratsam. Sowohl Männer als auch Frauen werden in diesem Roman ihre Identifikationsfigur finden und ihren Spaß an dieser Story haben.
Abschließend möchte ich mich bei meinen MitleserInnen der Leserunde bedanken, als auch bei Ulf Schiewe für die Begleitung, sowie die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.