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Veröffentlicht am 15.02.2026

blutiger Horror vom Feinsten

Das gierige Haus
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In einer ganz normalen Straße steht ein ganz normales Haus. Von außen zumindest. Der Garten etwas verwahrlost, das Gebäude leicht verfallen; wie ein Haus eben aussieht, wenn keiner mehr darin wohnt.
In ...

In einer ganz normalen Straße steht ein ganz normales Haus. Von außen zumindest. Der Garten etwas verwahrlost, das Gebäude leicht verfallen; wie ein Haus eben aussieht, wenn keiner mehr darin wohnt.
In dem verlassen McIntry Haus lebt keiner, weil es seinen Bewohnern das Leben nimmt. Auf brutale Art und Weise. Auf sehr brutale Art und Weise. Wer seinen Fängen entkommt, ist gezeichnet ein Leben lang.

Das Cover zeigt ein typisch amerikanisch Haus: Mehrstöckig, aus Holz und irgendwie verwinkelt. Das Haus erstrahlt in einem blutigen Rotton und mittendrin ein Sprung. Wie wenn ich es durch eine kaputte Scheibe betrachten würde. Ich finde es unheimlich und deswegen sehr gut zum Inhalt des Buches gewählt.

Christina Henry hatte mich von der ersten Seite ihres Buch an ihrer Gewalt. Ich fühlte mich förmlich gefangen zwischen ihren Seiten und las mich in einen gruseligen Blutrausch, der mich einfach nicht mehr los lassen wollte. Die Autorin hat einen wahnsinnig intensiven, packenden und schnellen Schreibstil, der mich einfach begeisterte! Christina Henry versteht es meisterhaft, eine gruselige Stimmung aufzubauen, die mich fesselte.
Besonders gut fand ich, wie sie die Geschichte des Hauses erzählte. Aus der aktuellen Zeit mit vielen Rückblicken und ein langsamer Gang ins Heute. Sie unterstrich damit, wie die grauenvollen Vorgänge anwuchsen, das Entsetzen sich verfestigte und sich tief in das Holz und die Umgebung einbrennen konnte. Aber auch in die Seele der Anwohner, die einfach nicht vergessen können und wollen, was das Böse in dem Gemäuer schon alles angerichtet hat.

Vor allem Jessie spielt eine Hauptrolle. Sie gehört nicht nur zu den Menschen, die direkt von der Brutalität des Hauses betroffen ist, sondern scheint auch in sein Innerstes blicken zu können. Der Verlust ihrer Familie zerstört sie nicht, sondern stärkte sie. Jessie sieht sich als Hüterin an. Als jemand der warnt, der erzählt und auf die Geschehnisse aufpasst. Als das Haus nach einer langen Ruhephase das Morden wieder aufnimmt, erklärt Jessie ihm den Kampf. Von der Beobachterin, zur Täterin!

Ich liebe die Figur von Jessie! Christina Henry ist hier ein Protagonist der besonderen Art gelungen! Vom verängstigten Kind zur aufmüpfigen Jugendlichen, zur besonnen Erwachsenen. Alle Lebenszeiten durfte ich hautnah miterleben und Jessie wachsen sehen. Körperlich und geistig. Stets konnte ich ihre Handlungen nachvollziehen und begleitete sie in die tiefen Abgründe des perfiden Horror.

Mein Fazit
Buch nicht schräg halten! Sonst läuft Blut raus!
Mich hat es von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert! Ganz großes Kino!

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Um-Erziehung

Happy Head
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Die Jugend ist antriebslos.
Die Jugend ist frustriert.
Die Jugend ist deprimiert.
Die Jugend leidet.

Endlich gibt es das Mental-Health-Programm HappyHead, in dem die Jugendlichen wieder auf Spur gebracht ...

Die Jugend ist antriebslos.
Die Jugend ist frustriert.
Die Jugend ist deprimiert.
Die Jugend leidet.

Endlich gibt es das Mental-Health-Programm HappyHead, in dem die Jugendlichen wieder auf Spur gebracht werden. Für verzweifelte Eltern und gescheiterte Kinder. Ein Ausweg! Die Teilnahme ist verpflichtend.

Während die Eltern hoffen, beten und bangen, ihren Kindern etwas Gutes zu tun, beginnt für die Jugendlichen ein schierer Horror-Trip! Scheitern wird bestraft. Gewinnen hingegen belohnt. Auch wenn diese Belohnung einen merkwürdigen Beigeschmack aufweist.

Das Cover ist in schwarz gehalten. Es zeigt einen metallisch blauen grinsenden Smiley, der nach hinten raus in einen Totenkopf verläuft. Ich finde das Coverbild wunderbar zu Titel und Inhalt gewählt, da es die vordergründige Freude und das versteckte Grauen widerspiegelt.

Josh Silver hat einen interessanten, spannenden und sehr flüssig zu lesenden Roman geschaffen! Ich habe jede Seite förmlich verschlungen und das Buch in einem Rutsch gelesen. Nicht nur der Schreibstil hat mich begeistert, sondern auch die Idee, die in dem Buch steckt.
Auf der einen werden aktuelle Probleme in den Vordergrund gestellt: Die Vereinsamung der Jugendlichen durch Social Media, dass die virtuelle Welt einen immer größeren Stellenwert einnimmt und die reale Kommunikation zwischen Gleichaltrigen schwerer und schwieriger wird.
Und auf der anderen Seite die Hilfestellungen. Doch der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert; selten hat ein Sprichwort so gut gepasst! Während Dr. Stone, die Leiterin des Mental-Health-Programm einzig Hilfe im Blick hatte, übernehmen ihre Mittarbeiter Schritt für Schritt das HappyHead Programm. Aus Hilfe wird Qual, Leid und pure Dominanz.

Erschreckend realistisch schildert Josh Silver nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Umgebung. Ich konnte mich ohne Probleme nach Schottland und in die Anlage des Programms hineinversetzen. Voller Spannung und Interesse verfolgte ich die Ankunft von Seb und den anderen Teilnehmern. Ich finde es immer wieder packend zu beobachten, wie vermeidlich schwache Charaktere zu Helden mutieren. Auch wenn ihnen dies nicht bewusst ist und sie eher intuitiv zu handeln scheinen. Gerade die Stillen und Zurückhaltenden bergen einen schier unbeugsamen Willen, den es heraus zu kitzeln lohnt.
Und die vermeintlich starken gehen sang und klanglos unter. Oder auch schon mal mit viel Getöse.

Ich habe jeden Charakter des Autors schätzen gelernt! Jeder, selbst kleine Randfiguren wurden authentisch geschildert und ich konnte eine Verbindung zu ihnen aufbauen. Ob es an dem spannenden Erzählstil lag oder daran, dass ich das Buch an einem Tag gelesen habe, ich vertauschte gedanklich keinen der Protagonisten.

Mein Fazit

Ein starker und packender Roman! Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Protagonist in der eigenen Geschichte

Böser, böser Wolf
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Der Grimm-Ripper geht um. Ein besonders grausamer Mörder, der seine Opfer gleich Grimm-Märchen hinrichtet.
Ein Fall für Detective Inspector Lyla Rondell, die immer tiefer und tiefer in die Ermittlugen ...

Der Grimm-Ripper geht um. Ein besonders grausamer Mörder, der seine Opfer gleich Grimm-Märchen hinrichtet.
Ein Fall für Detective Inspector Lyla Rondell, die immer tiefer und tiefer in die Ermittlugen eindringt. Und bald schon feststellen muss, dass der Mörder eine enge Verbindung zu ihr und ihrer Vergangenheit hat. Ein wahrhaft mörderisches Katz und Maus Spiel beginnt.

Das Cover ist sehr dunkel gehalten. Es zeigt Rotkäppchen, das in ihrem blutroten Mantel mutig durch die Dunkelheit geht. Umgeben von Rosenranken, die ebenfalls blutrot sind. Ich mag das Cover, da es von Dunkelheit und Blut kündet, genauso, wie ich Thriller liebe.

Alexandra Benedict konnte mich mit der Idee des Grimm Ripper ködern und für ihr Buch begeistern. Die Morde sind perfide, die Ermittler intelligent und authentisch und die Idee, dass ein Autor entführt wird und der Mörder die blutigen Taten nach dessen Regieanweisungen ausführt interessant. Die Autorin schreibt lebendig und absolut mitreißend! Jede Seite flog an mir vorbei und ich steckte tief in den Ermittlungen drin.

Bis, ja bis ca. zur Hälfte des Buches. Dann offenbarte sich langsam aber sicher, was hinter den Morden und dem Täter steckt. Leider muss ich gestehen, dass mich Alexandra Benedict dann verloren hat. Mir wurde die Handlung zu abstrus, zu verwirrend und auch zu durcheinander. Sie verlor mich in dem Moment, als sie das erste Mal von der Zahnfee schrieb. Statt einem packenden Thriller rutscht die Handlung für mich ins Unglaubwürdige ab. Zudem schien sich der Schreibstil zu ändern, denn ich fühlte mich lange nicht mehr so gut unterhalten, wie zu Beginn des Buches. Immer öfter musste ich zurück blättern, weil mir Zusammenhänge fehlten.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

auch mein Kopf hat Hunger: Kopfhunger

Die neue Wissenschaft vom Sattsein
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Das Buch von Pia Roser beschäftigt sich nicht mit dem Abnehmen. Sie hält keinen Zeigefinger mahnend in die Höhe und erklärt, was man, bzw. ich bei einer Diät und meiner Lebenseinstellung doch alles falsch ...

Das Buch von Pia Roser beschäftigt sich nicht mit dem Abnehmen. Sie hält keinen Zeigefinger mahnend in die Höhe und erklärt, was man, bzw. ich bei einer Diät und meiner Lebenseinstellung doch alles falsch mache. Das nur Sport, Hungern und eiserner Wille zählen.

Ganz im Gegenteil! Frau Dr. med. Pia Roser erklärt mit einfachen, mir verständlichen Sätzen und viel Bildmaterial, wie Hunger mit mir und meinem Körper zusammen hängt. Sie bezeichnet das Hungergefühl, das gerne aus Langeweile oder Gewohnheit entsteht, als Kopfhunger, was ich sehr einprägsam fand!
Und ich muss ehrlich gestehen, dass nach der Lektüre viel besser verstehe, was in meinem Körper passiert! Wer hier gerade wen austrickst und warum ich das Gefühl habe, jetzt unbedingt sofort Schokolade essen zu müssen, damit kein Unglück passiert!

Vieles wusste ich bereits. Pizza, Pommes und Co machen mich glücklich und sind nicht gesund! Eine rohe Möhre wird nie das Glücksgefühl einer Nougatpraline für mich ersetzen! Soll es auch gar nicht! Aber mein persönliches Ziel ist es, Heißhungerattacken bekämpfen, nicht wahllos, plan und ziellos essen und eben eine, einzige Nougatpraline oder ein Stück Kuchen von Herzen genießen und es dann auch wieder gut sein zu lassen. Denn ich bin satt! Ich habe keinen Hunger!

Zum Glück für mich, erklärt die Autorin nicht nur, sondern gibt auch praktische Tipps mit an die Hand. Mal klappt die Umsetzung, mal eher nicht. Hand aufs Herz, ich gehe auch nicht allzu streng mit mir um. Was ich Jahrzehnte lang falsch gemacht habe, brauche ich nicht von jetzt auf gleich zu ändern.

Der Anfang ist gemacht und darauf bin ich stolz!

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Veröffentlicht am 04.01.2026

prickelnde Plörre

Verhängnisvoller Champagner
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Auf einem Event sehen sich Xavier Kieffer und Luc Reiser nach über zwanzig Jahren wieder. Gemeinsam hatten sie ihre Ausbildung als Köche in der Champagne absolviert und sich nicht gerade im Guten getrennt. ...

Auf einem Event sehen sich Xavier Kieffer und Luc Reiser nach über zwanzig Jahren wieder. Gemeinsam hatten sie ihre Ausbildung als Köche in der Champagne absolviert und sich nicht gerade im Guten getrennt. Doch die Zeit lässt Wunden heilen und Zwistigkeiten verblassen. Deswegen nimmt Xavier die Einladung Lucs an, sein Weingut zu besuchen. Doch statt entspannter Gespräche, muss Xavier erleben, wie Luc in seinen Armen stirbt. Unfall? Mord? Und schon ermittelt der Luxemburger Koch wieder!

Ein alter Holztisch, Champagnergläser, die gerade befüllt werden, ein Schälchen mit Oliven und eins mit Mandeln, ein gefülltes Chicoréeblatt. So empfängt mich das Cover des neusten kulinarischen Krimis von Tom Hillenbrand. Es sprach mich sofort an, da es hervorragend zu der Serie passt und mir nicht nur mit dem Titel, sondern eben auch mit diesem Bild schon verrät, wohin die Reise diesmal gehen wird!

Tom Hillenbrand lässt mich diesmal gemeinsam mit Xavier Kieffer in Frankreich, Belgien und Luxemburg ermitteln. Wie auch schon in seinen anderen Büchern, lässt der Autor mich tief hinter die Kulissen der Lebensmittelindustrie blicken und offenbart die Herstellung von Champagner. Doch statt Luxusgetränkt, scheint manch einer aus den edlen Trauben Plörre herzustellen. Ein güldenes Etikett und schon verkauft die Industrie minderwertiges Gepanschtes Irgendwas den Kunden als exklusives Getränk. Tom Hillenbrand schafft es mit nur wenigen Worten, viel Fachwissen und erschreckend realistischen Beschreibungen, meine Gutgläubigkeit zu erschüttern.

Und doch ist der Roman ein Nachhause kommen. Ich liebe die Serie mit Xavier Kieffer sehr und bin stets voller Neugierde, wie sich seine Beziehung zu Valèrie weiter entwickelt, der Erbin des ehemals glamourösen Guide Gabin, der sich langsam aber sicher wieder einen exklusiven Namen macht. Die Freundschaft zu Pekka Vatanen intensiviert und seine Wegbegleiter von damals und heute in die Geschehnisse eingliedern.

Natürlich steht die Handlung, also der Mord an Luc Reiser im Vordergrund. Aber die Ermittlung und die daraus resultierenden Einblicke in die Champagnerherstellung ist so interessant und lehrreich, dass ich das Buch mal wieder nur schwer aus der Hand legen konnte.

Ich bin ein großer Fan von Xavier Kieffer und hoffe, dass ich ihn noch lange begleiten kann!

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