Profilbild von Eponine

Eponine

Lesejury Star
offline

Eponine ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Eponine über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2024

4,0 von 5 Sternen Frisch und fröhlich - eine Geschichte, die mit viel Augenzwinkern erzählt wird

Valentina Amor. All you need is love (oder so)
0

Darum geht’s:
Für Valentina, die Tochter des Liebesgottes Amor, ist die Liebe das Größte, was es gibt. Sie wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie endlich ihre Ausbildung zur Liebesgöttin beginnen kann. ...

Darum geht’s:
Für Valentina, die Tochter des Liebesgottes Amor, ist die Liebe das Größte, was es gibt. Sie wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie endlich ihre Ausbildung zur Liebesgöttin beginnen kann. Ihr Vater und Ihre Großmutter sind jedoch skeptisch, ob sie schon bereit dazu ist. Als Amor aus Liebeskummer in Selbstmitleid versinkt und nicht mehr fähig ist, seinen Job auszuführen, bekommt Valentina dann doch endlich ihre große Chance, sich zu beweisen: Sie soll an einer Schule zwei Teenager zusammenbringen. Da sie alles über die Liebe weiß, fühlt sie sich absolut selbstsicher. Doch sie hat nicht damit gerechnet, dass Sterbliche so ganz anders ticken als die Götter, was sie in so manches Fettnäpfchen stapfen lässt. So langsam sieht sie ihre Chance dahinschwinden. Schafft sie es, das Ruder noch rumzureißen und dafür zu sorgen, dass die Teenager ihre Liebe finden?

So fand ich’s:
Der Liebesgott Amor kann selbst an Liebeskummer leiden? Laut der Autorin Sarah M. Kempen schon. Mit viel Witz beschreibt sie zu Beginn des Buches den erbärmlichen Zustand, indem sich Amor befindet. Trotz rosa Wolken und viel Liebesgedöns schafft er es nicht, sich schnell wieder aus dem Selbstmitleid zu befreien. Daher muss also seine Tochter Valentina ran.

Auf den ersten Blick wirkt Valentina wie ein modernes, junges Mädchen. Doch es wird dem Leser rasch klar, dass sie etwas Besonderes ist. Bei ihr dreht sich alles um die Liebe und ihren großen Wunsch, endlich Liebesgöttin zu sein.

Zu Beginn war mir alles fast ein wenig zu pink und zu fluffig. Trotzdem musste ich immer wieder vor mich hin grinsen und so rückwirkend betrachtet, ist es der Autorin wirklich absolut passend gelungen, Amors Haus und sein Leben darzustellen. Jedenfalls wird die Geschichte mit viel Augenzwinkern erzählt und es sind durchwegs Figuren, die man sehr schnell ins Herz schließt.

Auch wenn das Buch oberflächlich betrachtet recht schnulzig rüberkommt, ist es doch viel mehr als das. Klar, die Liebe und das Verliebtsein steht im Vordergrund. Aber man spürt, dass es der Autorin wirklich um die Unterhaltung und auch der Fröhlichkeit geht.

Für mich ist „Valentina Amor: All You need is Love (oder so) eine junge, frische und fröhliche Geschichte, über die ich mich sehr amüsiert habe.

Es wird einen zweiten Teil geben und auf den freue ich mich schon. Denn ab und zu braucht man einfach rosa Wölkchen und eine Gute-Laune-Lektüre, um dem Alltag zu entfliehen. Und zusammen mit Valentina gelingt das einem allemal.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.08.2024

Schaurig-schöne Fantasy mit einem Hauch Poesie

Starling House
0

Zum Inhalt:
Nach dem Tod der Mutter lebt die junge Opal zusammen mit ihrem kleinen Bruder in einem einfachen Motel Zimmer. Die beiden schlagen sich gerade so durch und Opal hat eigentlich keine Zeit für ...

Zum Inhalt:
Nach dem Tod der Mutter lebt die junge Opal zusammen mit ihrem kleinen Bruder in einem einfachen Motel Zimmer. Die beiden schlagen sich gerade so durch und Opal hat eigentlich keine Zeit für Träumereien. Als sie sich immer stärker zum mysteriösen Starling House, das auf einem abgeschiedenen Anwesen steht, hingezogen fühlt, malt sie sich mit wachsender Intensität aus, wie es wohl drinnen aussieht und träumt sich ins Haus hinein. Eines Tages steht sie unverhofft dem geheimnisvollen und abweisenden Hausbesitzer gegenüber. Überraschenderweise bietet er ihr eine Anstellung als Hausmädchen an, dass sie einerseits begeistert, aber auch gleichzeitig mit Bauchgrummeln annimmt. Die Bewohner der Kleinstadt Eden machen jeweils einen großen Bogen um das Haus, um das sich so manche gruseligen Geschichten ranken. Doch Opals Neugierde ist zu groß und sie hat sich fest vorgenommen, dem Geheimnis von Starling House auf die Schliche zu kommen.

Meine Gedanken zum Buch:
Hier haben die Werbetrommel des Verlages und des Reese Witherspoon Bookclubs gefruchtet und meine Neugierde auf dieses Buch geweckt. Das wunderschön gestaltete Cover, das perfekt zur Geschichte passt, hat mich dann endgültig davon überzeugt, dass ich doch Mal etwas in Richtung Gothic Fantasy lesen sollte. Ich war dann auch schnell drin in der Geschichte und absolut gefangen von der dichten, düsteren Atmosphäre, die über der Kleinstadt Eden und insbesondere über Starling House schwebt.

Besonders gut gefällt mir die Protagonistin Opal. Sie ist erfrischend anders als so manche weibliche Hauptfigur und kommt recht burschikos rüber. Sie ist keine typische Roman-Schönheit – sie ist einfach ein Mädchen von nebenan. Mit dem mysteriösen Hausbesitzer hatte ich erst so meine Probleme. Aber ich habe die Autorin im Verdacht, dass das ihre Absicht war. Er wirkt sehr gruselig und gleichzeitig spürt man eine tiefe Melancholie, die seine Seele fest im Griff hat. Mit der Zeit verstand ich immer besser, warum er so geworden ist. Viel darf ich drüber nichts sagen, ohne zu spoilern. Die Entwicklung der Geschichte hat mich jedenfalls mit seiner Folgerichtigkeit überzeugt und trotz der Fantasy-Elemente wirkte alles sehr real auf mich.

Manchmal tu‘ ich mich mit melancholischen und düsteren Geschichten recht schwer. Aber hier ist es der Autorin gelungen, aus dieser dunklen Atmosphäre auch etwas Faszinierendes, gar Zauberhaftes zu schaffen. Es ist fast so, als ob man beim Lesen von der Atmosphäre eingehüllt wird.

Auch die Spannung steigert sich stetig, was den Lesesog immer wieder intensiviert und ich das Buch jeweils nur ungern aus der Hand gelegt habe.

Wer Fantasy mit einer Spur Poesie mag und auch vor schaurigen Szenen nicht zurückschreckt, wird hier spannende und unterhaltsame Lesestunden erleben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2024

Eine besondere Geschichte über Hoffnung und Liebe mit einem Hauch Zauber

Das Mädchen mit dem Porzellangesicht
0

Darum geht’s:
Als Ende des 19. Jahrhunderts in London die kleine Miyo geboren wird, ist ihr Vater, der Puppenmacher Kazuki Kobayashi, der glücklichste Mann der Welt und er kann für einige Zeit sogar den ...

Darum geht’s:
Als Ende des 19. Jahrhunderts in London die kleine Miyo geboren wird, ist ihr Vater, der Puppenmacher Kazuki Kobayashi, der glücklichste Mann der Welt und er kann für einige Zeit sogar den schicksalhaften Vertrag, den er einst für Reichtum und Renommee mit einem obskuren Advokaten geschlossen hat, vergessen. Doch der Advokat erinnert Kazuki daran, dass er nun seinen Teil erfüllen muss, der Miyos Schicksal besiegeln wird. Der Puppenmacher sieht keine andere Möglichkeit als für sein Mädchen eine Porzellanmaske herzustellen, um sie vor dem Advokaten zu verstecken. Da Miyo von Kindesbeinen an die Maske trägt, kennt sie es nicht anders. Mit der Zeit wird ihr jedoch immer bewusster, dass sie durch ihr ungewöhnliches Auftreten zu einer Außenseiterin herangewachsen ist. Glücklicherweise begegnet sie dann doch noch Menschen, die sich bemühen, hinter die ausdruckslose Maske zu schauen und Miyo als Mensch wahrzunehmen. In diesen Freunden findet sie auch Unterstützung auf ihrer Flucht vor dem unheimlichen Advokaten…

So fand ich’s:
Schon das wunderschön gestaltete Cover und die Kurzbeschreibung verraten, dass es sich bei „Das Mädchen mit dem Porzellangesicht“ um eine ungewöhnliche Geschichte handelt. Und die Autorin Simone Keil erfüllt dann auch rundweg diese geweckte Erwartung. Allein schon ihre malerische Sprache entführte mich in eine ganz besondere Atmosphäre – in einen Reigen aus Märchen- und Steampunk-Elementen, die durch Roboter mit menschlichen Zügen unterstrichen werden.

Das Buch hat mich auf mehreren Ebenen berührt. Als Märchenfan haben mich die klare Unterscheidung zwischen Gut und Böse sehr angesprochen. Aber gerade auch das Thema „Außenseiter“ und dass man sich nie von Äußerlichkeiten beeinflussen lassen sollte, hat die Autorin auf einfühlsame Weise in die Geschichte mit eingebunden. Wie habe ich mit Miyo mitgelitten, mich mit ihr zusammen geängstigt, Hoffnung gefasst und mich vor allem für sie gefreut, als sie endlich Menschen trifft, die sich mehr für das, was sich hinter ihrer Maske verbirgt, interessieren.

Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet und auch die „Guten“ haben ihre Ecken und Kanten. Auch dem Geheimnisvollen bleibt Simone Keil absolut treu, indem sie nicht alle Fragen beantwortet. Es könnte für manchen Leser möglicherweise etwas unbefriedigend sein, da die Autorin einen beim Lesen in so einigen Punkten im Ungewissen zurücklässt. Mir hat aber gerade auch dieses Stilmittel außerordentlich gefallen. Die Autorin scheint hierbei auf das Vorstellungsvermögen ihrer Leser zu vertrauen und lässt ungewöhnlich viel Raum für deren eigene Fantasie.

„Das Mädchen mit dem Porzellangesicht“ ist eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss. Wenn man bereit ist, hinter die Maske zu schauen, entdeckt man so manche Metapher für Zauberhaftes, Spannendes, Hoffnung, Liebe und Ungewöhnliches. Es ist ein Buch, das sich aus den Standard-Genres deutlich hervorhebt. Das allein macht es schon absolut lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.07.2024

Eine fesselnde Geschichte über das Sich-Hinaus-Wachsen

Pony
0

Darum geht’s:
Silas hat in seinem jungen Leben schon so einiges erlebt. Seine Mutter ist viel zu früh gestorben und er hat sogar einen Blitzschlag überlebt. Er lebt recht einsam mit seinem Vater auf einer ...

Darum geht’s:
Silas hat in seinem jungen Leben schon so einiges erlebt. Seine Mutter ist viel zu früh gestorben und er hat sogar einen Blitzschlag überlebt. Er lebt recht einsam mit seinem Vater auf einer abgelegenen Farm. Mit seinem besten Freund Mittenwool geht er durch dick und dünn. Das besondere an seinem Freund ist jedoch, dass nur er ihn sehen kann. Als eines Nachts drei Fremde seinen Vater überrumpeln und ihn zwingen, mit ihnen mitzugehen, macht sich Silas zusammen mit Mittenwool auf, um seinen Vater zu retten. Mutig stellt er sich so mancher Gefahr, sei sie real oder erscheint sie auch geisterhaft.

So fand ich’s:
Da Auggie aus R.J. Palacios „Wunder“ einer meiner Allzeit-Lieblingsfiguren ist, brannte ich darauf Silas kennenzulernen. Auch er ist ein sehr besonderer Junge und doch so ganz anders als Auggie. Überhaupt ist das Setting und somit auch die Atmosphäre so komplett anders als in dem buchstäblich wunderbaren Buch „Wunder“, so dass man fast meinen könnte, die Geschichte sei von einer anderen Autorin geschrieben worden. Dass jedoch auch dieses Buch absolut fesselnd und berührend ist, zeigt auf, dass die Autorin auch bei Silas‘ Abenteuer ihren ganz eigenen und für mich so besonderen Stempel aufgedrückt hat.

Für mich ist es gar nicht einfach, das Buch einzuordnen. Es spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im damals noch Wilden Westen. Doch auch die Technik entwickelt sich weiter und Silas‘ Vater beschäftigt sich begeistert mit der Fotografie. So hat die Geschichte für mich auch ein wenig von einem historischen Roman, wobei das Abenteuer und der Hauch von Mystik im Vordergrund stehen.

Silas ist so ein toller Junge und man muss ihn einfach gern haben. Er überwindet immer wieder seine Ängste, wobei ihm sein bester Freund Mittenwool dabei eine große Hilfe ist. Doch auch das mysteriöse Pony, dass wie aus dem Nichts plötzlich vor der Tür steht, wird zum treuen Begleiter des Jungen, der sich mutig auf den Weg macht, seinen Vater zu retten.

Die Autorin erzählt die Geschichte auf bezaubernde und gleichzeitig mitreißende Weise. Die Atmosphäre ist richtiggehend greifbar und ließ mich beim Lesen alles um mich herum vergessen. Auch die Entwicklung des Plots weiß zu überzeugen und lässt am Ende keine Fragen offen.

Einzig ein kleiner Wermutstropfen blieb nach dem Umblättern der letzten Seite zurück: Für mich war die Geschichte viel zu schnell zu Ende. Ich glaube, ich muss so auch nicht mehr betonen, dass es von mir für „Pony“ eine ganz klare Leseempfehlung gibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.07.2024

Gelungene Fortetzung

Das Retreat
0

Darum geht’s:
Die sagenumwobene Insel Reapers’s Rock, Fels des Sensenmanns, war vor einigen Jahren Schauplatz ungeheuerlicher Taten eines Serienkillers und gilt seitdem bei den Einheimischen als verflucht. ...

Darum geht’s:
Die sagenumwobene Insel Reapers’s Rock, Fels des Sensenmanns, war vor einigen Jahren Schauplatz ungeheuerlicher Taten eines Serienkillers und gilt seitdem bei den Einheimischen als verflucht. Trotzdem wurde an dem idyllisch wirkenden Ort eine luxuriöse Wellness-Anlage errichtet. Ein schrecklicher Todesfall erschüttert jedoch die Ruhe und Entspannung. Eine junge Frau, die gar nicht auf der Insel sein sollte, wird zerschmettert am Fuße des Yoga-Pavillons gefunden. Die Ermittlerin Elin Warner, die noch an den Folgen der Vorkommnisse im Sanatorium im Schweizer Ort Montana zu knabbern hat, wird auf die Insel geschickt. Alles deutet auf einen Unfall hin. Dennoch lässt Elin ein ungutes Gefühl nicht los, dass doch mehr dahinterstecken könnte. Ein weiterer mysteriöser Todesfall eines Tauchers scheint ihre Befürchtungen zu bewahrheiten.

So fand ich’s:
Da ist er also, der zweite Fall von Elin Warner. Ich hatte ja im ersten Teil „Das Sanatorium“ so meine Mühe mit der jungen Ermittlerin. Zum Ende des ersten Bandes hin hat sich jedoch einiges aufgeklärt und als deutlich wurde, warum Elin so ist, wie sie ist, konnte ich mich leichter mit ihr anfreunden. Und obwohl die Autorin durchaus ihr Erzähltalent gezeigt hatte, gab es noch Luft nach oben. Umso gespannter war ich auf ihren zweiten Streich.

Nun ist die letzte Seite umgeblättert, was ich übrigens mit einem zufriedenen Gefühl tun konnte, und ich finde, dass Sarah Pearse ihre eigene Messlatte mit diesem Buch tatsächlich höher gelegt hat. Diesmal geht es viel mehr um den eigentlichen Fall und auch Elins Entwicklung hat mir gut gefallen. Sie hat noch einen längeren Weg vor sich und der Autorin ist es echt gut gelungen, diese kleinen Fortschritte bildlich und realistisch darzustellen. Es wäre auch unglaubwürdig gewesen, wenn sie gar nicht mehr mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hätte. In diesem Band war dieser Erzählstrang jedenfalls um einiges besser und für meinen Geschmack angenehmer dosiert.

Der Plot entwickelt sich von Anfang an spannend und gerade auch wegen den unterschiedlichen Perspektiven sehr lebendig und abwechslungsreich. Zum Schluss hin bleiben von meiner Seite her keine Fragen offen. Oh, nein, das stimmt nicht ganz. Der fast unsichtbare rote Faden, der bereits am Ende des ersten Bandes gesponnen wurde, wird hier noch verlängert und macht neugierig auf den nächsten Teil.

Für mich ist „Das Retreat“ ein angenehm zu lesender und spannender Thriller, ohne zu blutig oder zu dramatisch zu werden. Auch wenn es sich hier um einen abgeschlossenen Fall handelt, würde ich empfehlen, „Das Sanatorium“ vorab zu lesen, um Elins Entwicklung besser nachvollziehen zu können.

Jedenfalls bleibe ich sehr gerne an dieser Reihe dran und werde Elin auch bei ihrem nächsten Fall begleiten und hoffe, dass der erwähnte rote Faden sichtbarer wird…

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere