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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2021

Facettenreiche Mischung aus Fantasie, Spannung und Humor

Wundersame Haustiere und wie man sie überlebt
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Darum geht‘s:
Martin möchte nach einem anstrengenden Geschäftstermin nur noch schnell nach Hause und entschließt sich daher, die Autobahn zu verlassen und den kürzeren Weg durch den Odenwald zu nehmen. ...

Darum geht‘s:
Martin möchte nach einem anstrengenden Geschäftstermin nur noch schnell nach Hause und entschließt sich daher, die Autobahn zu verlassen und den kürzeren Weg durch den Odenwald zu nehmen. Zu später Stunde hat er sich dann komplett verfahren. Als er auf ein einsames Haus trifft, hofft er dort Informationen über Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe zu bekommen. So findet er sich in einer mysteriösen Tierhandlung mit sonderbaren Wesen wieder. Ein Männlein, das Martin nur bis zum Bauchnabel reicht, erklärt ihm freundlich den Weg zu einem nahegelegenen Bed & Breakfast und schenkt ihm zum Abschied ein in Leder gebundenes Buch. Als Martin sich endlich hinlegen kann, ist er trotz des langen Tages hellwach und beginnt in dem Buch zu lesen…

Zusammen mit Martin taucht der Leser mit dieser Anthologie in sechzehn fantastische Geschichten über außergewöhnliche, merkwürdige und skurrile Tierwesen ein. Sie sind oft nicht das, was sie zu sein scheinen und eines haben alle gemeinsam: Man muss sich vor ihnen in Acht nehmen und sie mit Bedacht behandeln.

So fand ich‘s:
Als ich mit der Lektüre begonnen habe, erging es mir ähnlich wie Martin: Ich wollte vor dem Schlafengehen nur noch ein paar Seiten lesen. Aber schon die Rahmengeschichte, die in drei Teilen am Anfang, in der Mitte und am Ende des Buches erzählt wird, hat mir aufgezeigt, mit was für sonderbaren Wesen ich es in den Kurzgeschichten zu tun haben würde – und schon war ich wieder hellwach und die ersten Erzählungen waren fast schon zu rasch gelesen und die Nacht entsprechend kurz.

Die Geschichten sind alle sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Und auch wenn mich nicht alle gleich begeistern konnten (was ich bei Anthologien als normal sehe), finde ich, dass jede einzelne auf originelle und pfiffige Art und Weise erzählt wird und mit schier grenzenloser Fantasie besticht, die alles möglich werden lässt.

Gut gefallen hat mir auch, dass vor jeder Erzählung der jeweilige Autor kurz vorgestellt wird. Dieser kleine „Unterbruch“ hat es mir leicht gemacht, mich auf das nächste Abenteuer mit den wunderlichsten Wesen, die man sich vorstellen kann, einzulassen.

Jeder Schauplatz ist andersartig und bietet viel Raum für die unterschiedlichsten Atmosphären von humorvoll bis hin zu düster und ab und an auch ein wenig grausam, so dass für jeden Fantasy-Geschmack etwas dabei ist.

Mein Fazit: Diese Anthologie bietet kurzweilige Lesestunden mit einer facettenreichen Mischung aus Fantasie, Spannung und Humor.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2021

Voller Spannung, Action und überraschenden Wendungen

Forgotten City
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Darum geht‘s:
Die Geschichte spielt auf unserer Erde in naher Zukunft. Als sich die durch den Klimawandel verursachte Nahrungsknappheit immer weiter zuspitzt, glauben Wissenschaftler, mit dem gentechnisch ...

Darum geht‘s:
Die Geschichte spielt auf unserer Erde in naher Zukunft. Als sich die durch den Klimawandel verursachte Nahrungsknappheit immer weiter zuspitzt, glauben Wissenschaftler, mit dem gentechnisch veränderten Hormon namens Waste eine Lösung gefunden zu haben. Doch das Hormon verursacht eine weltweite Katastrophe, bei der Fauna und Flora komplett außer Kontrolle geraten. Die Waste-verseuchte Luft, fleischfressende Würgepflanzen und bestialische Kreaturen machen das menschliche Leben auf der Erde so gut wie unmöglich.

In dieser unwirtlichen Welt wächst Kobi allein bei seinem Vater auf und ist überzeugt davon, dass sie beide die einzigen Überlebenden sind. Als sein Vater von einer Expedition, bei der er Nahrung und Medikamente besorgen wollte, nicht zurückkehrt, macht sich Kobi auf die Suche nach ihm. Anstelle seines Vaters trifft er jedoch auf weitere Überlebende und alles, woran er bis jetzt geglaubt hatte, gerät ins Wanken.

So fand ich‘s:
Dystopien haben für mich oft etwas Bedrückendes. Daher greife ich eher selten nach diesem Genre. Hier hatte mich jedoch das Cover angesprochen und als Fan von Kinder- und Jugendbüchern war ich durch die Kurzbeschreibung dann doch schnell angefixt. Es hat dann auch nur ein paar wenige Seiten gedauert bis ich mitten drin in war in der lebensgefährlichen Welt, die sich der Autor ausgedacht hat. Die Beschreibungen sind sehr bildlich und lebendig und der Erzählstil leicht verständlich, flüssig und altersgerecht.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und ist so spannend, dass ich tatsächlich über die Seiten geflogen bin. Stellenweise kam ich fast außer Atem, da der Autor uns Lesern keine Pause gönnt. Und immer, wenn ich dachte, jetzt ist die Wahrheit raus, kam es dann doch wieder ganz anders. So viele Wendungen habe ich selten in einem Buch gelesen. Und trotzdem war alles in sich schlüssig. Das Einzige, was mich ein wenig irritiert hatte, war das Auftreten der Kids. Sie wirkten immer wieder mal „zu erwachsen“ auf mich. Man könnte dieses Verhalten womöglich angesichts der Verhältnisse, in denen die Kinder aufwachsen, erklären. Trotzdem empfand ich die eine oder andere Szene etwas befremdlich.

Obwohl die Geschichte vorerst auserzählt und daher für mich auch rund ist, hat das Buch ein „loses Ende“ und alles deutet auf eine Fortsetzung hin. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch ein zweiter Teil lesenswert ist und bin gespannt, ob der Autor es schafft, das hohe Erzähltempo und die Spannung weiterhin so aufrecht zu erhalten.

Fazit: Ich habe in „Forgotten City“ sehr spannende Lesestunden erlebt und kann das Buch ohne Zögern allen empfehlen, die gerne Jugendabenteuer lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.08.2021

Spannende Was-wäre-wenn-Theorie

Das Geheimnis der Bienenvilla
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Darum geht's:
Laura steckt sowohl beruflich als auch privat in einer Sackgasse. Da kommt das Jobangebot aus Cornwall wie gerufen. Wynona Guinness de Figureas möchte den geheimen Familienschatz, einen jahrhundertealten ...

Darum geht's:
Laura steckt sowohl beruflich als auch privat in einer Sackgasse. Da kommt das Jobangebot aus Cornwall wie gerufen. Wynona Guinness de Figureas möchte den geheimen Familienschatz, einen jahrhundertealten Kodex, übersetzen lassen. Die beiden Frauen sind sich auf Anhieb sympathisch und Wynona engagiert Laura ohne zu zögern für das ambitionierte Projekt.

Die Schriftensammlung zieht Laura immer mehr in ihren Bann und birgt ein Geheimnis, dessen Tragweite ihre Erwartungen bei weitem übertrifft. Auch im privaten Bereich gerät so einiges ins Rollen als sie James, Wynonas verheirateten Sohn trifft. Es ist weit mehr als nur die Recherchen, welche die beiden verbindet und schon bald steht Laura vor wichtigen Entscheidungen.

So fand ich's:
Anhand des Covers und der Kurzbeschreibung hatte ich mich auf eine Familiengeschichte in der malerischen Kulisse von Cornwall eingestellt und war neugierig auf das große Familiengeheimnis, welches die Übersetzerin Laura durch den uralten Kodex ans Licht bringen sollte. Aber mit dem Thema, das sich tatsächlich in der alten Schriftsammlung verbirgt, hatte ich ganz und gar nicht gerechnet.

Zusammen mit Laura entdeckt man als Leser die tiefgreifende geheime Geschichte, die nicht nur das Leben der Übersetzerin auf den Kopf stellen würde. Und es sind gerade diese „übersetzten“ Abschnitte, die mich hier am meisten gefesselt haben. Der Autorin ist damit eine spannende Version einer Was-wäre-wenn-Theorie gelungen. Für mich ist dadurch die Rahmenhandlung rund um Laura und James in den Hintergrund geraten. Erst im letzten Drittel hat dieser Teil des Buches etwas an Fahrt aufgenommen und damit an Präsenz gewonnen.

Beim Lesen spürt man deutlich die fundierte Recherche-Arbeit in Sachen alter Schriften und Sprachen und dass sich die Autorin intensiv mit der Materie auseinandergesetzt haben muss. Möglicherweise färbte jedoch gerade dieses Interesse auch auf den Erzählstil ab. Ich hatte immer wieder das Gefühl, mehr eine Reportage als einen Roman zu lesen. So konnte ich leider auch keinen richtigen Draht zu den Protagonisten finden und fühlte mich mehr als Beobachterin.

Besonders spannend fand ich die Frage, wie die Problematik mit dem großen Geheimnis ausgehen würde. Ich finde, die Autorin hat das durch eine überraschende Wende clever gelöst.

Aubrey Rhodes zeigt in ihrem Debütroman, dass sie Erzähltalent besitzt. Und auch wenn sie hier noch Luft nach oben hat und ich nicht so in die Geschichte eintauchen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte, habe ich das Buch gerne gelesen und wurde bestens unterhalten. Bei einem nächsten Roman von Aubrey Rhodes würde ich jedenfalls ohne weiteres wieder zugreifen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2021

Ein rasantes Abenteuer über den Dächern von Paris

Valérie
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Darum geht's:
Hoch oben über den Dächern von Paris, der Stadt der Lichter, lebt Valérie mit ihrem Vater Gustave, einem Meisterdieb. Auch Valérie beherrscht die Kunst des Stehlens und durch ihre Gabe, sich ...

Darum geht's:
Hoch oben über den Dächern von Paris, der Stadt der Lichter, lebt Valérie mit ihrem Vater Gustave, einem Meisterdieb. Auch Valérie beherrscht die Kunst des Stehlens und durch ihre Gabe, sich praktisch unsichtbar in Menschenmengen zu bewegen, ist sie darin so gut wie unschlagbar. Dieses Talent nutzt sie, um Diebe zu bestehlen und das Diebesgut ihren rechtmäßigen Besitzern zurück zu geben.

Als Valérie sich während ihrer Streifzüge durch die Stadt beobachtet fühlt, beschleicht sie eine böse Ahnung. Hat ein alter Feind, vor dem sie sich in Sicherheit wähnte, sie aufgespürt? Und wer ist Matteo, den sie auf der Flucht vor den dunklen Gestalten trifft? Schon bald begreift sie, dass sie sich auf den neuen Freund verlassen muss. Denn nur zusammen können sie ihrem Vater, der in Bedrängnis gerät, helfen.

So fand ich's:
Valérie ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Sie ist ein pfiffiges und unerschrockenes Mädchen mit einem großen Gerechtigkeitssinn. Sie hat es nicht leicht, muss sie sich ja zusammen mit ihrem Vater über den Dächern von Paris verstecken. Trotz allem verliert sie nie ihre Fröhlichkeit und kümmert sich rührend um ihre besten Freunde, die Mäuse Edith und Piaf.

Der Schreibstil ist durchaus altersgerecht, auch wenn für meinen Geschmack ein bisschen zu viel geflucht wird. Ich will der Autorin jedoch zugutehalten, dass die Sprache dem Milieu angepasst ist und durch die französischen Ausdrücke das nicht immer ganz so hart rüberkommt.

Die Geschichte wird sehr spannend und kurzweilig erzählt – mit einem Hauch von Magie. Als Leser kann man wunderbar mitfiebern und fühlt sich mittendrin in einem rasanten Abenteuer. Auch der Schluss hat mir gut gefallen und rundet die Story gut ab. Man bekommt tatsächlich Lust auf ein Wiedersehen mit Valerie, Edith und Piaf. Ich könnte mir durchaus ein weiteres Abenteuer mit ihr vorstellen und wäre gerne wieder dabei.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2021

Melancholisch und entschleunigend

Das Haus der Libellen
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Darum geht‘s:
Als die Familie von Gutenbach in die alte Nachbarsvilla einzieht, fühlt sich Sophie sofort angezogen von der scheinbaren Bilderbuchfamilie, vor allem aber von den Geschwistern Noah und Emilia ...

Darum geht‘s:
Als die Familie von Gutenbach in die alte Nachbarsvilla einzieht, fühlt sich Sophie sofort angezogen von der scheinbaren Bilderbuchfamilie, vor allem aber von den Geschwistern Noah und Emilia und es entwickelt sich eine sonderbare Freundschaft. Mit siebzehn werden Sophie und Noah sogar ein Paar. Er verlässt sie jedoch von einem Tag auf den anderen und verschwindet ohne ein Wort aus ihrem Leben.

Fünf Jahre später wendet sich Emilia mit einem Brief an Sophie. Die Eltern sind bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen und Noah ist erneut verschwunden. Auf ihre ganz eigene geheimnisvolle Art bittet Emilia Sophie um Hilfe. Als Sophie in die alte Villa zurückkehrt, wird sie jedoch von Emilia ignoriert. Diese scheint sich nur noch für ihre Libellenzucht zu interessieren, die sie im Keller der Villa betreibt. Sophie macht sich also ohne Emilias Unterstützung auf die Suche nach Noah, da sie sich erhofft, endlich mit der Vergangenheit abschließen zu können.

So fand ich‘s:
„Das Haus der Libellen“ ist für mich so ein Buch, das mich zuerst vor allem mit dem wunderschön gestalteten Cover angelockt hat. Und auch der Beginn war verheißungsvoll und das Versprechen des Klappentextes einer „mitreißenden, sinnlichen und schillernden“ Geschichte schien sich zu bewahrheiten. Schnell hatte mich der melancholisch angehauchte Erzählstil gefangen genommen und ich konnte mir die Villa und ihre Bewohner problemlos bildlich vorstellen.

Es ist dann auch diese Wehmut und Sehnsucht, die bis zum Schluss hin für mich die Stärke des Buches ausmacht. Zusammen mit den Kapitelüberschriften, die dem Leser spannende Details über die Libellen näherbringen, gefällt mir der Rahmen, sprich Schreibstil, Aufmachung etc., des Buches außerordentlich gut.

Leider konnte mich das Buch nicht durchweg so begeistern. Der Plot selbst zieht sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge. Auch wenn man durch die Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, immer mehr von den Umständen und Begebenheiten erfährt, die zur aktuellen Situation geführt haben, hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte sich nur schwerfällig entwickelt und ich als Leser auf der Stelle trete.

Der Abschluss hat mich dann wieder etwas mit dem Plot versöhnt. Im Großen und Ganzen blieb die Geschichte durchweg konsequent und in sich schlüssig. Es ist vor allem ein Buch für Leser, die es gerne ruhig und unaufgeregt haben. Auch ich konnte mit dieser Lektüre einen Gang herunterschalten und den sinnlichen Schreibstil genießen. Doch ab und an hätte zumindest eine kurzzeitige Beschleunigung der Story bestimmt gutgetan.

„Das Haus der Libellen“ ist ja Emma Behrens erster Roman, der mir vor allem durch den besonderen Erzählstil in Erinnerung bleiben wird.

  • Cover
  • Erzählstil
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