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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2025

Lesenswert und spannend,

Die Papierschöpferin
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Sofias Vater kommt in Venedig ums Leben bevor er vor den Dogen und den Rat treten kann. Er hat ein weitreichende Pläne für seine Papiermühle erdacht und braucht eine Erlaubnis sie umzusetzen.

Sofia wartet ...

Sofias Vater kommt in Venedig ums Leben bevor er vor den Dogen und den Rat treten kann. Er hat ein weitreichende Pläne für seine Papiermühle erdacht und braucht eine Erlaubnis sie umzusetzen.

Sofia wartet zuhause mit ihren Geschwistern und Knechten auf den Vater und hält die Papiermühle in Gang. Der Tod belastet sie und etliche Konkurrenten wollen ihr schaden. Ihr neuer Vormund ist Frater Sebastiano vom nahe gelegenen Kloster. Zusammen mit ihm und dem Novizen Gianlucca bricht sie nach Augsburg auf, um neue Gesellen für die Papiermühle zu finden.
Die Reise ist interessant beschrieben: Die Fuggers sind bereits wohlhabende Kaufleute, aber noch nicht auf dem Zenit angekommen. Barchent wurde gerade entwickelt, Bücher kommen auf und für sie brauchen Drucker geeignetes Papier. Hier kommt Sofie ins Spiel, aber es geht auch um verschiedene Lebensarten.

Geschickt verknüpft Thaler Fiktives mit neuen Entdeckungen und Entwicklungen, bringt es in eine gute Geschichte hinein. Lesenswert und spannend, eine kurzweilige Liebesgeschichte mischt ein wenig auf ohne schnulzig zu werden.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Famos

Am Hang des Todes
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Ausgerechnet als Saltapepe mit seiner frisch Angetrauten einen Ski-Urlaub in Südtirol antritt, passiert wieder ein Mord. Ist es überhaupt einer? Kommt Grauner überhaupt?

Anfangs wirkt es so, als ob Saltapepe ...

Ausgerechnet als Saltapepe mit seiner frisch Angetrauten einen Ski-Urlaub in Südtirol antritt, passiert wieder ein Mord. Ist es überhaupt einer? Kommt Grauner überhaupt?

Anfangs wirkt es so, als ob Saltapepe alleine ermittelt. Aber dann bekommt er doch Unterstützung von seinem Chef… Und der ist anders als sonst, bringt seine Kollegen innerlich zur Weißglut. Die Weltreise hat ihm gefallen, Alma bleibt bei ihm und seine Almhütte veränderte sich währenddessen. Der Krimi entwickelt sich langsam und das Ende der Mordermittlung. überrascht wie immer. Man ahnt manchmal etwas und oft in die falsche Richtung. Das Ende der Rahmenhandlung lässt auf einen zwölften Band hoffen!
Ein famoser „Grauner-Krimi“ bei dem man deutlich merkt, dass Inspectore Saltapepe längst in Südtirol angekommen ist.

Veröffentlicht am 19.12.2025

Viel Sex wenig Handlung

The Last Wish of Bristol Keats
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Im ersten Band suchte Bristol ihren tot geglaubten Vater im Feenreich bei den Tuatha de Duann. Im vorliegenden Band hat sie ihn nicht nur gefunden sondern ist auch mit dem Elfenkönig liiert und befreit ...

Im ersten Band suchte Bristol ihren tot geglaubten Vater im Feenreich bei den Tuatha de Duann. Im vorliegenden Band hat sie ihn nicht nur gefunden sondern ist auch mit dem Elfenkönig liiert und befreit mal eben so seinen Bruder aus den Klauen ihrer Mutter, die sich als Blutmonster herausstellt.

Auf dem Weg dahin sind unglaublich viele, selten unerotische Sexszenen, die den Lauf der Geschichte eher hemmen als weiterbringen. Pearson erzählt detailliert, verzettelt sich leider zu oft in Belanglosigkeiten und lässt die eigentliche Handlung hintenüber kippen. Merkt das offenbar und lässt eine Art Zeitraffer alias Schnelldurchgang zu, um sie wieder flottzukriegen. So werden 500 e-bookseiten sehr lang. Ich habe den zweiten Band nicht ganz gelesen sondern ab der Mitte nur sporadisch. 300 Seiten hätten auch gereicht.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Aufgesetzt

16 Uhr 50 ab Ellingen
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Markus ist Journalist und bekommt den Auftrag über eine Regency-Veranstaltung zu berichten. Getreu dem Motto soll er dabei in ein passendes Kostüm schlüpfen und den ganzen Kram mitmachen. Viel Jane Austen ...

Markus ist Journalist und bekommt den Auftrag über eine Regency-Veranstaltung zu berichten. Getreu dem Motto soll er dabei in ein passendes Kostüm schlüpfen und den ganzen Kram mitmachen. Viel Jane Austen und Männer in Kniebundhosen, Schnallenschuhen, hohen Krägen und dergleichen mehr. Seine Kollgin findet das Ganze anregend. Bis eine Teilnehmerin tot im Park aufgefunden wird. Nun fangen die beiden an, im Stil von Miss Marple zu ermitteln.

Was anfänglich humorig beginnt, artet leider aus. Sehr viele Anglizismen, viel Denglish, wenig Möglichkeiten zum Miträtseln insgesamt zu gewollt britisch. Die Geschichte nervte mit der Zeit sehr.

Veröffentlicht am 16.12.2025

Guter Auftakt!

Die weiße Nacht
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Berlin im Winter 1946. König ist Polizeikommissar und war unter dem Naziregime im Gefängnis. Lou ist heute Fotografin, lebt in einer kalten Wohnung zusammen mit einem dementen Freund, den sie nicht alleine ...

Berlin im Winter 1946. König ist Polizeikommissar und war unter dem Naziregime im Gefängnis. Lou ist heute Fotografin, lebt in einer kalten Wohnung zusammen mit einem dementen Freund, den sie nicht alleine lassen mag. Beide haben eigentlich nichts gemeinsam. Aber:

Lou hat im Schnee an einer der vielen Ruinen eine Tote entdeckt und fotografiert. Diese Fotos übergibt sie an Herrn König, der den Fall bearbeiten wird. König ist gründlich, sein Assistent bemüht sich ihm zu Diensten zu sein und beide arbeiten so, dass ihr Chef die Nase rümpft. Viel zu genau und überhaupt. Was am Anfang harmlos wirkt, entpuppt sich immer mehr als interessanter Fall. Denn es steckt mehr dahinter.

Es ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe, die in Berlin 1946 ihren Anfang nimmt. Die Russen spielen eine Rolle ebenso wie der blühende Schwarzmarkt mit alleinstehenden Kindern, die sich dort behaupten, um irgendwie zu überleben. Mit „Wärmestuben“ in Gasthäusern, mit alten Nazis, die teilweise immer noch höhere Positionen inne haben, zur Zeit kurz nach den Nürnberger Prozessen. Eine kalte Zeit: Winter innen und jahreszeitlich. Die Menschen versuchen zu überleben während andere wieder eine Art gesetzliche Struktur herstellen. Gut beschrieben und verknüpft von Anne Stern.

Und ich habe wieder etwas gelernt – etwas offtopic: Auch in Berlin gab es eine Garnisonskirche. Bisher kannte ich nur die in Potsdam, aber in der Nähe des Mehringdamms gab es auch ein bis sie Anfang der 1960-er Jahre abgerissen wurde.

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