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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.04.2026

Für Menschen, die schöne Bücher mögen

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Meike Winnemuth hat schon mehrere persönliche Bücher verfasst, zum Beispiel "Das große Los", in dem sie ihre Reisen beschrieb, nachdem sie bei Günther Jauch eine halbe Million Euro gewonnen hatte. Wer ...

Meike Winnemuth hat schon mehrere persönliche Bücher verfasst, zum Beispiel "Das große Los", in dem sie ihre Reisen beschrieb, nachdem sie bei Günther Jauch eine halbe Million Euro gewonnen hatte. Wer ihre bisherigen, im persönlichen Stil verfassten Bücher mag, und das Lesen liebt, der wird wahrscheinlich auch dieses Buch mögen.

Es handelt sich um ein äußerst hochwertig und schon in der Umschlaggestaltung wunderschön und ansprechend gestaltetes Buch mit dicken Seiten, das sich bestens als Geschenk für Menschen eignet, die Bücher lieben und immer auf der Suche nach neuer Inspiration sind.

Die Autorin nimmt uns mit auf ihre Lesereise zwischen Mai und Oktober eines Jahres. Dabei stellt sie uns nicht nur viele interessante Bücher vor, die sie selbst gelesen hat, sondern es geht auch um unseren Umgang mit Büchern, um verschiedene Leseorte, Arten, Bücher zu sortieren, Lesen in verschiedenen Phasen unseres Lebens, um Buchclubs und Buchbesprechungen, den Besuch einer Thomas-Mann-Tagung und vieles mehr.

Kurzweilig und unterhaltsam werden wir angeregt, über so unterschiedliche Bücher wie Senecas "Von der Kürze des Lebens", Jane Austens "Stolz und Vorurteil" oder auch Rebecca Yarros' "Fourth Wing" nachzudenken. Am Ende jedes Kapitels/Lesemonats findet sich eine Liste der von der Autorin in diesem Monat gelesenen Bücher.

Auch viel beschäftigte Menschen werden mit diesem Buch ihre Freude haben: die kurzweilig geschriebenen, übersichtlichen Kapitel machen es leicht, immer wieder mal zwischendurch einen Blick hineinzuwerfen, ohne zu viel Lesezeit am Stück zu brauchen. So eignet es sich auch bestens als Büchlein, das man eingesteckt hat, um immer wieder mal eine kurze Wartezeit zu überbrücken. Ganz am Ende findet sich dann noch eine Liste weiterer Bücher über das Lesen, für alle, die diesen Themenbereich vertiefen möchten.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Eine Frau in den mittleren Jahren kreist in der Natur um sich selbst

Zugvögel wie wir
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Julia Dibbern ist eine Autorin der leisen Töne. Wie auch schon in ihrem letzten Buch "Unter Wasser ist es still" braucht es auch in ihrem aktuellen Werk "Zugvögel wie wir" nicht sehr viel Dramatik, um ...

Julia Dibbern ist eine Autorin der leisen Töne. Wie auch schon in ihrem letzten Buch "Unter Wasser ist es still" braucht es auch in ihrem aktuellen Werk "Zugvögel wie wir" nicht sehr viel Dramatik, um das Buch zu tragen. Stattdessen lebt es von viel Atmosphäre und kleinen, ruhigen Momenten, Begegnungen zwischen Menschen und in der Natur.

Im Zentrum des Buches steht Eva, eine Frau in den mittleren Jahren. Ihre Ehe ist vorbei, ihren Job ist sie los und die erwachsene Tochter hat sich seit langem von ihr entfremdet. Sehnsuchtsvoll und ein bisschen neidisch blickt Eva auf das zumindest nach außen hin so glücklich und erfüllt scheinende Leben ihrer Kindheitsfreundin Luise und wünscht sich so sehr, mit ihrem eigenen Leben glücklich sein zu können: "Eines Tages werde ich nicht mehr vergleichen. Ich werde mir nicht ein Leben wie Luises Leben wünschen, keinen Mann wie Peter und keine Familie, in der alle miteinander sprechen, singen und musizieren. Ich werde einfach mit meinem freundlichen kleinen Leben zufrieden sein." (S. 12)

Um diese Suche nach einer ruhigen Zufriedenheit mit ihrem "freundlichen kleinen Leben" geht es in dem Buch. Eva besucht Luise in Schweden, dabei bemerkt sie einen jungen Kranich, der verletzt ist, und holt Hilfe. Als das junge Kranichmädchen wieder gesund ist, mit einem Sender versehen zurück in die Freiheit entlassen wird und gemeinsam mit seinen Eltern von Schweden aus Richtung Süden bis nach Frankreich fliegt, beschließt Eva aus einer Laune heraus, dem Weg des Vogels auf einem geliehenen alten Fahrrad zu folgen.

Das ist ungewöhnlich für sie, die sonst gewohnt war, keine außergewöhnlichen Risiken einzugehen und die noch nie in der Natur übernachtet hatte. Sie wird sich auf dieser Reise einige neue Fähigkeiten aneignen müssen, Ängste und Einschränkungen überwinden und dabei viel Zeit haben, über ihr Leben nachzudenken. Dabei kommt es auch zu einigen netten Begegnungen mit anderen Menschen, einige davon recht jung, im Alter ihrer Tochter.

Das Buch ist überwiegend aus der Sicht von Eva geschrieben. Eingestreut sind ab und zu kleine Kapitel aus der Sicht von Sophie, Evas Tochter. Sophie hat eine nahe Beziehung zu ihrer Oma, Evas Mutter, doch fühlt sich von ihrer eigenen Mutter seit langem unverstanden und ungesehen. Im Laufe des Buches erfährt man etwas mehr über den Auslöser der Entfremdung der beiden.

Damit komme ich auch schon zu den Stärken und Schwächen dieses Buches. Ich habe sehr gerne von Evas Reise mit dem Fahrrad auf den Spuren des Kranichmädchens gelesen. Diese Teile sind sehr atmosphärisch geschrieben, man begleitet Eva innerlich durch die Natur und auf ihrer Reise. Diese Stellen zu lesen hat etwas Entschleunigendes, Beruhigendes und Entspannendes.

Was hingegen die psychologische Tiefe und insbesondere die Mutter-Tochter-Beziehung angeht, hätte ich mir von diesem Buch mehr erwartet. Eva erlebt zwar, auf körperlicher Ebene über sich hinauszugehen und sie hat viel Zeit zum Nachdenken, doch eine echte Persönlichkeitsentwicklung oder Reflexion eigener Anteile der Entfremdung der Tochter habe ich bei ihr kaum wahrgenommen.

Zwar hat sie Sehnsucht nach der Tochter, vermisst diese und überlegt immer wieder, wie sie die richtigen Worte finden könnte, um diese zu erreichen, doch insgesamt bleibt sie in meiner Wahrnehmung eine sehr selbstzentrierte, um sich kreisende und wenig empathische Persönlichkeit.

Das ist nicht unbedingt dem Buch anzulasten, denn solche Menschen gibt es und tatsächlich ist es gerade beim Phänomen der von ihren erwachsenen Kindern verlassenen Eltern oft so, dass es sich hierbei um wenig reflektierte Eltern handelt, die nicht in der Lage sind, eigene Anteile an der Situation einzugestehen. Insofern ist Eva in dieser Hinsicht sehr authentisch dargestellt, als Leserin hätte ich ein bisschen mehr Einsicht und Persönlichkeitsentwicklung ihrerseits dennoch schön gefunden.

Insgesamt ist es ein ruhiges und naturnahes Buch, das ich insbesondere jenen, die gerne Beschreibungen von Abenteuern in der Natur lesen und keine besonderen Erwartungen an Figurenentwicklung stellen, durchaus empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Die Verflechtung von Psychoanalyse und Ideengeschichte

Die Couch kennt keine Tabus
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Der Psychiater und Psychoanalytiker gibt in diesem Buch einen spannenden Überblick über die Verflechtungen zwischen Psychotherapie, Psychoanalyse, Philosophie, Religion und Ideengeschichte. Er widmet sich ...

Der Psychiater und Psychoanalytiker gibt in diesem Buch einen spannenden Überblick über die Verflechtungen zwischen Psychotherapie, Psychoanalyse, Philosophie, Religion und Ideengeschichte. Er widmet sich der Frage, wofür Selbsterkenntnis überhaupt gut sein könne und worauf diese in der Menschheitsgeschichte zurückgehe, betrachtet Parallelen zwischen Psychotherapie und Schamanismus und vieles mehr.

Jedes Kapitel beginnt mit einer Falldarstellung, die dann mit verschiedenen Ideen aus dem Gedankenschatz verschiedenster Disziplinen verflochten wird: so geht es etwa um psychische Thematiken, die schon in der Bibel oder in den Mythen der alten Griechen ihre Spiegelungen finden, um Ideen zur Erziehung von Rousseau in der Neuzeit, um griechische Philosophen, Augustus, der für lange Zeit die Richtung der christlichen Religion definierte, andere, die vergessen worden sind, aber auch um Sigmund Freud, C.G.Jung, Breuer, Anna Freud und viele andere. Es ist interessant, wie sich aktuelle Fälle mit so viel humanistischem Wissen verbinden lassen.

Das Buch liest sich unterhaltsam und inspirierend und seine besondere Stärke liegt darin, die Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen aufzuzeigen und damit deutlich zu machen, wie ein umfassendes, interdisziplinäres Wissen dabei helfen kann, grundlegende Fragen, die die Menschen seit Jahrtausenden beschäftigen, zu analysieren.

Wer sich aber von dem Buch eine konkrete, weiterführende Analyse der Fälle der behandelten Patienten und Patientinnen erwartet, dem würde ich eher andere Werke empfehlen, z.B. jene von Irvin Yalom. Denn hier werden viele der Fälle nur angerissen und den meisten Raum nehmen die ideengeschichtlichen Darstellungen ein, die aber nicht so intensiv mit den Fällen verflochten werden, dass man wirklich verstehen könnte, inwiefern diese nicht nur zu einem analysierenden Verständnis der Thematik, sondern tatsächlich zu einer praktischen Besserung der Symptomatik und zur Heilung der Beschwerden beitragen. Insofern ist es eher ein Buch, das bei der Selbsterkenntnis hilft und die eigene Bildung aufzeigen und erweitern kann, als ein praktisch anwendbares Werk, um die Wirkweisen von Psychotherapie besser zu verstehen.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Unsere Träume als Verbindung zu Gott

Entdecke die Kraft deiner Träume
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Bücher über Träume und Traumdeutung gibt es so einige, oft mit psychologischem Hintergrund. Dieses Buch unterscheidet sich grundlegend von den anderen Werken zu diesem Thema, denn es ist von einer christlichen ...

Bücher über Träume und Traumdeutung gibt es so einige, oft mit psychologischem Hintergrund. Dieses Buch unterscheidet sich grundlegend von den anderen Werken zu diesem Thema, denn es ist von einer christlichen Pastorin aus Kalifornien geschrieben und es geht um die religiös-christliche Sicht auf Traumdeutung, um in Kontakt mit Gott zu kommen.

Insofern ist es ein empfehlenswerte Buch für christliche Menschen und auch für alle, die sich für diese Sichtweise interessieren und offen sind, ihre Perspektive diesbezüglich zu erweitern. Die Autorin selbst ist eine sehr sympathische Frau, die auch einiges aus ihrem Leben und davon, wie Gott sie auf ihrem eigenen spirituellen Weg geleitet und unterstützt hat, erzählt.

Träume werden hier als ein Weg angesehen, durch den Gott mit uns kommunizieren kann und auf symbolische Weise mit uns spricht: er kann uns Hinweise geben, die nächsten Schritte zeigen, uns unsere Berufung aufzeigen oder auf den richtigen Weg zurückführen, bei Entscheidungen unterstützen, uns trösten, aber auch uns oder andere vor Gefahren und Irrwegen warnen. Kern des Buches ist das Führen eines christlichen Lebens in Verbindung mit Gott; nicht nur in Träumen, sondern auch durch Praktiken wie Gebet, Fasten und Meditation.

Außerdem geht es auch darum, wie wir lernen können, zu unterscheiden, welche Träume und Hinweise von Gott, welche von unserer eigenen Seele und welche vielleicht von dunkleren Mächten kommen, indem wir uns mit der Bibel und dem Wesen Gottes auseinandersetzen. Es finden sich auch viele Beispiele aus der Bibel zum Thema Träume und Visionen. Eine besonders wichtige Botschaft für mich war auch, dass Gott sich wünscht, dass wir unsere Gaben, wie hier die der Traumdeutung, nicht nur selbst leben, sondern auch für andere nützen und weitergeben, im Sinne des Vermehrens.

Insgesamt ist es ein sehr interessantes und wertvolles Buch, das Gläubige in ihrem Glauben und in der Verbindung zu Gott unterstützen kann und neue Wege aufzeigt, bewusster die eigenen Träume wahrzunehmen und als wertvolles Kommunikationsmittel mit Gott zu nutzen.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Persönliche Erfahrungsgeschichte einer deutschen Journalistin in Israel

Manchmal würde ich gern schreien
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Bei "Manchmal würde ich gern schreien" von Steffi Hentschke handelt es sich um ein sehr persönliches Buch. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch ihre Erfahrungen als Journalistin in Israel, angefangen ...

Bei "Manchmal würde ich gern schreien" von Steffi Hentschke handelt es sich um ein sehr persönliches Buch. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch ihre Erfahrungen als Journalistin in Israel, angefangen von ihren ersten Praktika in Israel Anfang der 2010er Jahre über die Eskalationen um 2020 bis hin zum traumatischen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, des darauffolgenden Einmarsches Israels im Gaza-Streifen und der Bombardierung dieses, der Verhandlungen um die Freilassung der Geiseln bis hin zu den Anfängen des Kriegs mit dem Iran im Jahr 2025. Spürbar wird, wie die Autorin empathisch mit den unschuldigen Opfern beider Seiten mitfühlen kann.

Es ist ein sehr persönliches und nahbares Buch: wir lernen die Autorin als junge Frau kennen, erleben Israel und auch die palästinensischen Gebiete in der Westbank und zum Teil im Gaza-Streifen durch ihre Augen, erfahren, wie sie sich Mühe gibt, sich ein differenziertes Bild der Lage zu machen und beide Seiten zu verstehen. Zusätzlich zu ihrer persönlichen Geschichte beschreibt sie den Nahostkonflikt aus ihrer Sicht und macht dabei dessen Komplexität deutlich.

Insgesamt ist es ein sehr interessantes, zugängliches und leicht zu lesendes Buch für alle, die sich für den Nahostkonflikt interessieren. Besonderes Vorwissen zu dem Thema ist nicht nötig, die Autorin erklärt alles so, dass es gut verständlich ist. Kein Buch wird es schaffen, diesen alten Konflikt abschließend zu erklären, aber für eine erste Annäherung an das Thema kann ich dieses Werk jedenfalls empfehlen. Für mich war es sehr interessant und ich habe es gerne gelesen.

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