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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2026

Das normale Leben

ZIMMER 706
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Kate führt ein eigentlich glückliches Leben mit ihrem Mann Victor und ihren beiden Kindern Lenny und Annie. Dennoch hat sie seit seit sechs Jahre eine Affäre mit James. Alle paar Monate verbringt sie mit ...

Kate führt ein eigentlich glückliches Leben mit ihrem Mann Victor und ihren beiden Kindern Lenny und Annie. Dennoch hat sie seit seit sechs Jahre eine Affäre mit James. Alle paar Monate verbringt sie mit ihm einige Stunden in einem von ihm gebuchten Hotelzimmer. Dabei gehen beide sehr diskret damit um, die Beziehung der beiden eher oberflächlich.
Das Hotel wird überfallen und Kate sitzt nun dort mit James in der Falle.
Plötzlich entsteht eine völlig neue Situation
Während beide in Todesangst im Hotel gefangen sind und auf Rettung hoffen wird in verschiedenen Rückblenden unterschiedliche Stationen aus Kates Leben erzählt. Das Kennenlernen von Vic, ihre gemeinsame Zeit, ihr Familienleben, aber auch wie James in ihr Leben trat.
Die Kapitelüberschriften (Ort und Zeitraum der jeweiligen Handlung) erleichtern die Orientierung
Während im Laufe der Geschichte Kate für mich immer greifbarer wurde, blieb James und seine Emotionen blass.
Der Roman hat mir gut gefallen, allerdings war die Geschichte nicht in einen Thriller verpackt, was das Leseerlebnis nicht schmälerte.
Was macht eine gute Partnerschaft aus? Ist Vertrauen und Rücksichtnahme nicht immer die bessere Basis, als das eigene kurzzeitige Vergnügen?
Das alles wurde von Ellie Levenson sehr unterhaltsam in ihren Roman thematisiert.
Fazit : Eine besondere Geschichte, die zum Nachdenken anregt

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Per aspera ad astra

Durch das Raue zu den Sternen
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"Per aspera ad astra" beschreibt gut das Leben von Arkadia Fink. Sie ist 13 Jahre alt, musikalisch hochbegabt und sehr zielstrebig. Ihr größter Wunsch ist es auf der Bühne zu stehen und zu singen. Niemand ...

"Per aspera ad astra" beschreibt gut das Leben von Arkadia Fink. Sie ist 13 Jahre alt, musikalisch hochbegabt und sehr zielstrebig. Ihr größter Wunsch ist es auf der Bühne zu stehen und zu singen. Niemand kann sie aufhalten dieses Ziel zu erreichen. Sie erhofft sich, dass dann ihre verschwundene Mutter wieder zu ihr zurückkehren würde.
Ihr Vater ist ihr meist keine Hilfe, er selbst ist antriebslos und lebensunfähig nach dem Verschwinden seiner Ehefrau.
Arkadia kümmert sich sehr rührend um ihn, gleichzeitig setzt sie alles daran im Knabenchor mitsingen zu dürfen.
Die Geschichte berührt sehr und man möchte der Protagonistin am liebsten beistehen, wenn sie wieder einmal gegen Mauern kämpft.

Bartholomäus aus "Das Museum der Welt" spielte mit Worten, Arkadia nun entführt uns in die Welt der Kompositionen und der Töne.
Der Schreibstil, wie auch das sehr feine und zarte Cover sehr besonders.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Freunde. Nachbarn. Verdächtige ?

Marchfield Square
8

Cosy Crime, in den letzten Jahren sehr populär geworden - seit ich den DonnerstagsMordclub" entdeckt habe, bin auch ich Fan dieses Genre.
Inzwischen gibt es unzählige neue Formate, mal gut, mal weniger ...

Cosy Crime, in den letzten Jahren sehr populär geworden - seit ich den DonnerstagsMordclub" entdeckt habe, bin auch ich Fan dieses Genre.
Inzwischen gibt es unzählige neue Formate, mal gut, mal weniger gut, und so war ich sehr gespannt auf Nicola Whytes "Marchfield Square" und bin absolut begeistert.
Es ist ihr gelungen, einen sehr unterhaltsamen, aber auch gleichzeitig sehr spannenden Krimi zu schreiben. Immer wieder Wendungen, Spuren und Verdachtsmomente, die sich dann nach kurzer Zeit als falsch erwiesen.
Das sehr außergewöhnliche Ermittlerteam alle im Marchfield Square wohnhaft, sehr unterschiedlich und sehr fein skizziert.
Celeste van Duren und ihr Butler Dixon sind beide etwas neugierig und an den Mietern in der Umgebung interessiert.
Als eines Tages Richard Glead tot in der Küche liegt, wird die resolute ältere Dame tätig. Wie sich später herausstellt , war es eher ein Wunder, das er solange unermordet blieb. Sie stellt eigene Nachforschungen an, Audrey und Lewis werden zu Ermittlungszwecken hinzugezogen.
Die Putzfrau Audrey und der stille Schriftsteller Lewis werden im Laufe der Geschichte überraschenderweise zu einen guten Team.
Die kurzen Kapitel werden aus unterschiedlicher Sicht erzählt mal von Celeste, dann Audrey und Lewis. Im Laufe der Geschichte werden kleinere und größere Geheimisse aufgedeckt, die Reihe der Verdächtigen immer größer.
All dies ist flott und witzig geschrieben, die teilweise skurrilen Charaktere führten mich auf so manche falsche Spur.
Die Auflösung des Falls blieb bis zum Ende spannend.

Hoffe auf weitere spannende Abenteuer

Das schön gestaltete Cover, die Zeichnung der Wohnanlage in der Umschlagseite mit Namen der Mieter fand ich gut.
Die besondere Haptik des Buches, die gute Schriftgröße ebenfalls besonders erwähnenswert.

Fazit
Wer Cosy Crime noch nicht kennt, sollte unbedingt mit diesem Roman beginnen


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Veröffentlicht am 07.09.2024

Berühmt, aber unbekannt

Die Leuchttürme der Stevensons
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Robert Louis Stevenson wurde nur 44 Jahre alt, war seit der Geburt kränklich (Lungenleiden) und soll als einziger Sohn die Firma seines Vaters weiterführen.
Sein Großvater, sein Onkel waren Ingenieure ...

Robert Louis Stevenson wurde nur 44 Jahre alt, war seit der Geburt kränklich (Lungenleiden) und soll als einziger Sohn die Firma seines Vaters weiterführen.
Sein Großvater, sein Onkel waren Ingenieure und auch sein Vater, sie bauten vor der Küste Schottlands gewaltige Leuchttürme.
Er soll nun in deren Fußstapfen treten, obwohl er ganz andere eigene Pläne und eine besondere Leidenschaft hat. Er möchte schreiben und seine Fantasie ausleben.
Aber gleichzeitig möchte er auch seine Familie nicht enttäuschen, das Wissen und die Kenntnisse solche Projekte zu realisieren hat er sich angeeignet.
Sabine Weiss hat die Jugend des Autoren von "Die Schatzinsel" und "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" sehr bildhaft und packend geschildert. Nicht nur die gewaltigen und mächtigen Leuchttürme, die herausfordernde See und die harte und gefährliche Arbeit, die damit verbunden war, schilderte sie so real, ebenso die innere Zerrissenheit des jungen Mannes.
Sie hat bei mir definitiv nicht nur die Lust aufs Meer und Leuchttürme geweckt auch werde ich sicherlich noch einmal, die zwei bekanntesten Werke des Autors lesen. Nun mit einem ganz anderen Blick.
Bestens recherchiert und in eine sehr lesenswerte Geschichte verpackt, die sich sehr flüssig lesen lässt - von der ersten Seite bis zum Schluss
"Hoffentlich würde er lange genug leben, um seine Träume in die Tat umsetzen zu können" - Einige konnte er sicherlich verwirklichen.
Kompliment
Gerne hätte ich noch mehr von seine letzten Jahre erfahren

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Veröffentlicht am 01.03.2024

Der Bestseller und sein Fluch

Yellowface
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Athena, 27 Jahre ist irrsinnig erfolgreich, hat bereits drei Romane veröffentlicht - diverse Preise erhalten, einen Deal mit Netflix gemacht. June Haward sieht sich neben ihr als Verliererin, ihr Roman ...

Athena, 27 Jahre ist irrsinnig erfolgreich, hat bereits drei Romane veröffentlicht - diverse Preise erhalten, einen Deal mit Netflix gemacht. June Haward sieht sich neben ihr als Verliererin, ihr Roman floppte und sie beäugt Athena argwöhnisch und neidisch. Beide sind dennoch auf eine spez. Art befreundet.
Als Athena stirbt, handelt June spontan und impulsiv, nimmt heimlich Athenas unveröffentlichtes Manuskript mit.
Rebecca F. Kuang schildert nicht nur das Verlagswesen und deren Gesetze, sondern auch, wie öffentlicher Diskurs in Medien, Erfolge und Meinungen beeinflussen kann.
Als June, oder Juniper Song, wie sie sich inzwischen nennt, des geistigen Diebstahl angeklagt wird, bricht eine Empörungswelle aus. Sie, die letztendlich das Manuskript "verbessert" hat und wesentlichen Anteil an dem Erfolg hat sieht sich nun verunglimpft und verfolgt. Auch die Frage, wer darf welche Geschichte schreiben - kulturelle Aneignung, Cancel Culture wird öffentlich diskutiert.
Während des gesamten Buches blieb mir Juniper fremd und unsympathisch.
Der Roman bietet viel Raum für eigene Gedanken, wie schnell Hetze im Netz entsteht, rassistisches Gedankengut verbreitet wird und ob es überhaupt noch "Wahrheit" geben kann.
Eine gelungene Satire, die bestens unterhält - mein Fazit

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