Berührender Roman über die Suche nach den Wurzeln und Familiengeheimnisse
Das Leuchten von LigurienAdeline lebt in Nizza und ist als Archivarin tätig, die sich besonders für Familienforschung interessiert. Sie lebt ziemlich zurückgezogen und hat nicht viele soziale Kontakte. Nur Damien ist wie ein ...
Adeline lebt in Nizza und ist als Archivarin tätig, die sich besonders für Familienforschung interessiert. Sie lebt ziemlich zurückgezogen und hat nicht viele soziale Kontakte. Nur Damien ist wie ein Vater für sie, denn er hat sie als Sozialarbeiter vor Jahren als Jugendliche von der Straße geholt. Ihn und seine Familie liebt sie sehr.
Durch Zufall erfährt Adeline im Einwohnermeldeamt beim Besuch einer Kollegin, dass dort eine Frau erscheint, die ihren Sohn sucht. Sie hatte ihn angeblich bei einer Veranstaltung gesehen, obwohl man ihr erzählte, dass er im Jahr 1949 bei der Geburt gestorben war.
Die Kollegin kann jedoch keine Eintragungen zu dem Mann finden. Da die Dame völlig aufgelöst ist, nimmt sich Adeline ihrer an und erfährt, dass sie Miranda heißt und auf einem Weingut in San Remo lebt. Sie ist fest davon überzeugt, dass der Mann den sie sah, ihr Sohn sein muss, den sie damals Nikolaj nannte. Die Augen waren ihr vertraut und eine Mutter spürt das.
Adeline lässt die Geschichte nicht los und da sie Familienforschung liebt und gut beherrscht, möchte sie sich der Sache annehmen.
Als Dank erhält Adeline von Miranda eine Flasche Wein zugesandt, der auf dem Meeresboden gereift ist. Bei der Verkostung überkommt Adeline ein merkwürdiges Gefühl, dass sie noch darin bestärkt, nach Nikolaj zu suchen. Doch ihr väterlicher Freund Damien ist irgendwie dagegen und möchte sie von der Suche abhalten.
Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter?
Anfangs lernt man Adeline und ihre Lebensgeschichte kennen. Sie hat als Kind und Jugendliche einiges erleben müssen, dass sie fast von der richtigen Bahn hat abkommen lassen. Doch mit Damians Hilfe bekam sie seinerzeit die Kurve und machte eine Ausbildung, die sie dann wieder auf einen guten Weg führte. Sie ist eine facettenreiche Figur, die ich mochte, weil sie geradlinig ist und ihren Weg geht, so wie sie das mag und möchte. Ihre Leidenschaft für die Archive und besonders die Familienforschung ist gut bei mir angekommen. Und so konnte ich gut verstehen, dass sie Mirandas Geschichte nicht mehr losgelassen hat und sie schließlich nach San Remo zu Miranda reist, um mehr zu erfahren.
Es war sehr schön zu erleben, welche wunderbare Verbindung zwischen den beiden so unterschiedlichen Frauen entsteht. Mit Mirandas Informationen beginnt Adeline mit der Suche nach Nikolaj. Dabei deckt sie ganz langsam und nach und nach einige Fakten auf, die sie regelrecht erschüttern, denn es gibt tatsächlich eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit.
Zwischenzeitlich gibt es ein paar Längen, wenn es nicht so richtig voran geht, aber auch diese tragen auf ihre Weise zur Handlung bei.
Das Archiv, in dem Adeline arbeitet, bekommt einen neuen Leiter, da der aktuelle nach vielen Jahren in Rente geht. Der neue Chef ist kein geringerer als ihr Ex-Freund Janus, was Adeline zuerst auch einmal aus der Bahn wirft und tatsächlich über eine Versetzung nachdenken lässt.
Gespannt habe ich verfolgt, wie die beiden, die etwa ein Jahr ein Paar waren, nach einigen Jahren wieder aufeinander treffen und miteinander klar kommen müssen, eben im Vorgesetzten-Mitarbeiterin-Verhältnis. Ich habe fast erwartet, dass da noch oder wieder Gefühle entstehen könnten.
Das Thema Wein spielt ebenfalls eine große Rolle in dieser Geschichte. Es war interessant im Zusammenhang mit Mirandas Weingut einiges darüber zu erfahren. Von Wein, der auf dem Meeresgrund in Flaschen reift, hatte ich auch noch nie gehört. Mit Interesse habe ich auch die Fakten und Informationen über Wein und Weinbau zu Beginn eines jeden Kapitels gelesen.
„Das Leuchten von Ligurien“ ist ein durchaus fesselnder Roman über ein Familiengeheimnis und der Suche nach den Wurzeln. Cristina Cabonis lebendiger und mitreißender Schreibstil macht ihn zu einem schönen Leseerlebnis, das mit Herzlichkeit und Gefühlen auch berühren kann!
Fazit: 4 von 5 Sternen
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