Absolut packender und sehr spannender Pageturner über Rache und Selbstjustiz
DeadlineJill und mehrere Kollegen, alle Mitarbeiter eines Lebensmittelkonzerns, fliegen nach einer Sitzung im firmeneigenen Privatjet zurück nach Portland. Es ist kurz vor Weihnachten und alle wollen zu ihren ...
Jill und mehrere Kollegen, alle Mitarbeiter eines Lebensmittelkonzerns, fliegen nach einer Sitzung im firmeneigenen Privatjet zurück nach Portland. Es ist kurz vor Weihnachten und alle wollen zu ihren Familien nach Hause. Zusätzlich an Bord ist noch eine Krankenschwester, die nicht zur Firma gehört, aber die man aus Freundlichkeit mitnahm.
Kurz nach dem Abflug fällt plötzlich auf, dass nicht nur das WLAN an Bord ausgefallen ist sondern dass die Maschine anstatt in Richtung Portland hinaus aufs offene Meer fliegt. Die Pilotin, die sich im Cockpit verschanzt hat, stellt per Durchsage ein Ultimatum. Laut ihrer Aussage befindet sich ein Mörder an Bord und dieser soll innerhalb der nächsten 30 Minuten gestehen und die Wahrheit sagen, warum er das getan hat.
Ansonsten wird dem Jet der Treibstoff ausgehen und das Flugzeug ins Meer stürzen.
Was nach einem Albtraum klingt, wird auch zu einem.
Die Stimmung unter den Passagieren in dem kleinen Flugzeug kippt schnell von Vorfreude auf zu Hause und die Feiertage zu Panik. Niemand ist sich einer Schuld bewusst und die Überlegung, dass einfach einer von ihnen den Mord gesteht, kann nicht funktionieren, denn die Pilotin verlangt eine Erklärung und die ganze Wahrheit. Da offenbar niemand weiß, worum es gehen könnte, kann man nicht einfach eine Geschichte erfinden. Das WLAN steht nicht zur Verfügung, so dass niemand über Internet Kontakt mit jemandem aufnehmen könnte und ein Einbruch ins Cockpit, um die Pilotin zu überwältigen, schlägt auch fehl.
Zu Beginn stellt uns der Autor die einzelnen Passagiere sowie die Pilotin vor und man erfährt einiges über Lebensumstände, Gewohnheiten und Probleme. Dabei bleibt die Pilotin zunächst namenlos und schnell wird klar, dass jeder der Figuren auch seine eigenen Nöte und Probleme hat. So richtig sympathisch waren sie mir eigentlich alle nicht.
Die Erzählperspektive wechselt zwischen der Pilotin und den Passagieren wobei die Abschnitte jeweils entsprechend überschrieben sind.
In einem zweiten Handlungsstrang springen wir zurück ins Jahr 2018 in den Ort Barrow in Maine, wo einige der Mitarbeitenden leben. Dort erkrankten seinerzeit einige Kinder an einer merkwürdigen Krankheit, die die Leber angriff und diese letztendlich versagte. Drei der Kinder starben an dieser schrecklichen Erkrankung, deren Ursache niemand erklären konnte.
Ich hatte dann nach einigen Abschnitten dieser Rückblicke einen Verdacht, wer die Pilotin sein könnte und wie das alles zusammenhängt.
Meine Vermutung bestätigte sich dann auch, aber wie sich die Situation im Flugzeug auflösen würde, konnte ich da noch nicht erahnen. Und es gibt weitere Fragen, wer die Verantwortung für die Taten trägt und ob die Pilotin das Flugzeug doch noch zum Absturz bringen wird, denn sie hat eigentlich nichts mehr zu verlieren.
Die Handlung hat für mich sehr schnell einen regelrechten Sog entwickelt und der Thriller wurde zum Pageturner.
Wobei der Thriller ziemlich unblutig bleibt und sich mehr Richtung Psychothriller entwickelt. Die Stimmung in dem kleinen Flugzeug, das das perfekte Setting ist, ist bedrückend und die Angst der Passagiere ständig spürbar. Ebenso das Verlangen der Pilotin nach der Wahrheit und Vergeltung ist nachvollziehbar, auch wenn Selbstjustiz sicher keine Lösung ist.
Gegen Ende, als ich dachte alles sei nun geklärt, überrascht der Autor mit einem erneuten Twist und einer Überraschung, die noch mal alles dreht.
„Deadline“ ist ein Thriller bzw. Psychothriller der mit der Handlung in der Vergangenheit auch noch Drama ins Spiel bringt. Es gibt häufige Perspektivwechsel, Twists und Überraschungen und einen Spannungsbogen der ständig so hoch ist, dass man es kaum aushalten kann.
Alex Lake hat mich wieder einmal überzeugt und mit dieser Story sehr begeistert!
Fazit: 5 von 5 Sternen
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