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Veröffentlicht am 05.05.2018

Berührender Frauenroman mit Tiefgang

Die Frauen von Long Island
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Maggie ist alleinerziehende Mutter der kleinen Lucy und sorgt durch Putzjobs für den Lebensunterhalt, was nicht immer einfach ist.
Da erhält sie die Nachricht, dass ihre ehemalige Freundin Liza ihr ein ...

Maggie ist alleinerziehende Mutter der kleinen Lucy und sorgt durch Putzjobs für den Lebensunterhalt, was nicht immer einfach ist.
Da erhält sie die Nachricht, dass ihre ehemalige Freundin Liza ihr ein Strandhaus im Ort Sag Harbor in den Hamptons vererbt hat. Dazu gehören noch gewisse Geldmittel allerdings auch die Auflage, dass Maggie sich um Lizas 82-jährige Mutter Edith kümmern muss.
Edith leidet unter Alzheimer im Anfangsstadium und Liza wollte offenbar ihre Mutter auf diese Art und Weise versorgen und gleichzeitig Maggie etwas Gutes tun.

Und so begleiten wir Maggie und die kleine Lucy in die Hamptons und erleben den Einzug bei Edith.
Edith ist von ihren neuen Mitbewohnerinnen überhaupt nicht begeistert, denn was soll sie mit einer völlig fremden Person und einem nervigen Kleinkind schon anfangen?
Außerdem ist sie davon überzeugt, dass sie derzeit keine Hilfe benötigt, auch wenn sie um ihre Diagnose weiß.
Das lässt sie Maggie in den Anfängen kräftig spüren. Sie ist nicht sonderlich freundlich, manchmal fast aggressiv gegenüber Maggie. Nur die kleine Lucy kann ihr manchmal ein Lächeln oder ein nettes Wort entlocken.
Aufmunterung und Humor bringt Ediths Freundin Esther ins Haus, die kein Blatt vor den Mund nimmt.
Doch bald merkt Edith, dass ihre Krankheit voran schreitet und sie ihre Erinnerungen immer mehr verlieren wird. Da entschließt sie sich, Maggie doch um Hilfe zu bitten, ihre Erinnerungen festzuhalten.

Die Autorin erzählt die Geschichte dieser ungewöhnlichen „Wohngemeinschaft“ zweier sehr unterschiedlicher Frauen sehr einfühlsam und gefühlvoll.
Die Krankheit Alzheimer, ihre Symptome und die Folgen daraus beschreibt sie sehr sensibel und authentisch. Ich konnte mich gut in Edith hinein versetzen, die langsam spürt, wie die Krankheit schlimmer wird und ihre Probleme größer. Sie will ihre Einschränkungen lange nicht wahr haben und versucht, sie zu überspielen, aber sie erkennt schon, dass sie alle ihre Erinnerungen verlieren wird. Aber Edith gibt nicht auf und wehrt sich gegen die große Leere in ihrem Kopf, so lange es geht.
Ich fand Edith wunderbar dargestellt und ihre Emotionen sind gut bei mir angekommen.
Auch Maggie ist als Charakter gut gezeichnet.
Die alleinerziehende Mutter, die diese Chance wahrnimmt, ein sorgenfreieres Leben führen zu können, aber gleichzeitig auch ihre Verantwortung gegenüber der kleinen Tochter und der kranken Edith wahrnehmen muss. Das ist keine leichte Aufgabe, besonders da Edith sie anfangs ja total ablehnt.
Beide Frauen erkennen aber im Verlauf der Geschichte, dass sie voneinander profitieren können, denn auch Maggie trägt emotionalen Ballast bezüglich Liza mit sich herum.
Schnell ins Herz geschlossen habe ich die kleine Lucy, die mit ihrer netten kindlichen Art humorvolle Momente in die Geschichte bringt.
Auch Ediths Freundin Esther sorgt mir ihrer geradlinigen Art für amüsante Momente und zeigt, wie wichtig eine gute Freundin sein kann.

Der erfrischende und mitreißende Schreibstil hat mich durch die Geschichte förmlich fliegen lassen. Es war sehr fesselnd zu beobachten, wie die beiden Frauen sich anfangs zusammen raufen müssen und dann voneinander profitieren können. Beide machen im Verlauf Veränderungen durch.
Der schöne Schauplatz in den Hamptons mit Meer und Strand und die sommerliche Athmosphäre geben der Geschichte eine gewisse Leichtigkeit. Verschiedene kleine Nebenschauplätze lockern das Geschehen auf und lenken auch mal vom Grundthema ab.

Insgesamt hat mich dieser Frauenroman sehr berührt und auch nachdenklich gemacht, denn wer kann oder möchte sich schon vorstellen, alle Erinnerungen zu verlieren und am Ende vielleicht nicht mehr zu wissen, wer man selbst ist. Ich mag da gar nicht drüber nachdenken.
Aber trotz des ernsten und bewegenden Themas bietet der Roman wirklich gute und fesselnde Unterhaltung mit Tiefgang und auch der Humor kommt an den passenden Stellen nicht zu kurz.
Für mich ist es ein Lesegenuss!


Fazit: 5 von 5 Sternen


© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 03.05.2018

Sommerliches Wohlfühlbuch mit italienischem Flair

Ein Sommer wie Limoneneis
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Der erfolgreiche Immobilienanwalt Marco ist ein klassischer Workaholic. Er hat nur den Beruf im Kopf, legt sein Smartphone nie weg, arbeitet eigentlich ständig und verfolgt strikt sein Ziel, Partner in ...

Der erfolgreiche Immobilienanwalt Marco ist ein klassischer Workaholic. Er hat nur den Beruf im Kopf, legt sein Smartphone nie weg, arbeitet eigentlich ständig und verfolgt strikt sein Ziel, Partner in der renommierten Kanzlei zu werden. Darüber vernachlässigt er seine Frau und seine beiden Kinder sehr.
Als er mal wieder eine Einladung mit seiner Frau nicht wahrnimmt, hinterlässt sie ihm einen Brief, fordert die Scheidung und verschwindet mit Freundinnen in den Urlaub.
Marco steht plötzlich mit den beiden Kindern alleine da und muss sich sowohl um die Kinder als auch um den Haushalt kümmern.
Natürlich kommt wieder eine Geschäftsreise dazwischen. Er beschließt, seine ältere Tochter mitzunehmen während der jüngere Sohn auf Klassenfahrt ist. Am Flughafen erleidet Marco einen Schwächeanfall. Ein Arzt diagnostiziert einen Burn Out und rät dringend zu Ruhe und Entspannung.
Er beschließt, endlich mal wieder in seine Heimat an die Amalfiküste zu fahren und seinen Vater zu besuchen. Seine Kinder sollen ihm eine Woche später folgen und dort Ferien machen.
Marcos Familie betreibt seit Generationen eine Limonen-Plantage in Amalfi, die Marco jedoch nie sonderlich interessiert hat. So ging er seinerzeit nach München, um dort zu studieren und blieb schließlich auch dort.
Vor Ort stellt Marco fest, dass sein Vater einen kleinen Unfall hatte und mit einem gebrochenen Bein im Bett liegt. Marco kümmert sich um die medizinische Versorgung seines Vaters und muss sich dann auch um die Limonenplantage kümmern, wovon er eigentlich gar nichts versteht. Aber da sind ja noch seine Freunde aus der Kindheit, Pippo und Lisabetta, und andere hilfsbereite Dorfbewohner, die ihm hilfreich zur Seite stehen.

Marie Matisek erzählt diese wunderschöne Geschichte sehr warmherzig und gefühlvoll. Marco sträubt sich innerlich immer gegen die Limonenplantage, muss sich aber doch damit auseinandersetzen. Ganz schnell ist er auch wieder in das Dorfleben integriert und es war so schön zu beobachten, wie er beginnt sich zu verändern. Burn Out und Smartphone werden nebensächlich und Marco kommt zur Ruhe, auch wenn er jetzt plötzlich neue Aufgaben hat.
Zwischendurch gibt es kleine Rückblicke in Marcos Kindheit in Amalfi und es wird klar, dass Marco im Grunde seines Herzens ein Familienmensch ist. Und so war ich richtig gerührt, wie er die Anwesenheit seiner Kinder genießt, mit ihnen Zeit verbringt und sich ihr Vertrauen wieder erarbeitet. Er beginnt langsam zu erkennen, dass es im Leben wichtigere Dinge gibt, als den perfekten Job, Wohlstand und ein Auto als Statussymbol.
Und so hat das Buch auch einen gewissen nachdenklichen Teil.

Marcos Geschichte ist ein absolutes Wohlfühlbuch mit einem ernsten Thema und viel italienischem Flair und Sommerfeeling.
Die Autorin beschreibt die herrliche Landschaft dort an der Küste sehr bildhaft, man hört förmlich das Meer rauschen und hat den Duft der Limonen in der Nase.
Es gibt Einblicke in das italienische Lebensgefühl inklusive italienischer Küche und der Leser lernt die netten Bewohner des kleinen Küstenorts kennen. Das alles erzeugt eine schöne sommerliche Stimmung, die mich verzaubert hat und genau das tun ließ, was auch Marco so dringend brauchte: Eine Auszeit nehmen und genießen!

Marie Matisek ist es wieder gelungen ein wunderbares, sommerliches Wohlfühlbuch vorzulegen, in dem sie neben einem ernsthaften Thema auch viel gute Laune, Humor und italienisches Lebensgefühl bietet. Schöne Lesestunden, die Lust auf italienisches Essen und einen Urlaub am Meer sind garantiert!


Fazit: 5 von 5 Sternen



© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 02.05.2018

Wunderschöne Liebesgeschichte, Drama und geheimnisvolle Familiensaga

Die verlorene Hälfte meines Herzens
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Grace wuchs bei ihrer Tante Violet auf, nachdem sie ihre Eltern verloren hatte. Und eben diese Tante arrangierte dann später eine Ehe für Grace mit dem aufstrebenden Anwalt Martin Moran, der bald zum Richter ...

Grace wuchs bei ihrer Tante Violet auf, nachdem sie ihre Eltern verloren hatte. Und eben diese Tante arrangierte dann später eine Ehe für Grace mit dem aufstrebenden Anwalt Martin Moran, der bald zum Richter berufen werden soll.
Grace fügt sich nach kurzem Widerstand und landet in einer Ehe ohne Liebe. Als sie den jungen indischen Arzt Vikram kennenlernt, begegnet sie der Liebe ihres Lebens. Sie möchte aus ihrer unglücklichen Ehe ausbrechen, doch Anfang der 1950er Jahre ist eine Scheidung undenkbar. Als Grace schwanger wird, nimmt man ihr das Kind nach der Geburt weg und bringt sie in ein „Heim“, wo sie sich angeblich erholen soll.

30 Jahre später stirbt der Richter Martin Moran und seine Tochter Emma kehrt aus Australien zurück nach Dublin. Für Emma ist die Rückkehr in ihr Elternhaus sehr aufwühlend, da sie immer unter der Strenge und emotionalen Kälte ihres Vaters gelitten hat.
Im Haus ihres Vaters entdeckt sie dann viele persönliche Gegenstände ihrer Mutter Grace, die sie nie kennengelernt hat.
Emma beschließt, das Grab ihrer Mutter zu suchen und auch mehr über sie herauszufinden.

Die Autorin erzählt diese sehr emotionale Geschichte auf zwei Zeitebenen und aus drei Perspektiven.
Wir erleben Grace in den 1950er Jahre, Emma in der Gegenwart und den indischen Arzt Vikram, der wieder in seiner Heimat lebt, ebenfalls in der Gegenwart.
Grace Geschichte hat mir mehr als einmal die Tränen in die Augen getrieben, so ist mir das Unrecht, das man ihr angetan hat, zu Herzen gegangen. Aus Grace Perspektive erleben wir die Zeit in dieser Anstalt, die „Heim Unserer Lieben Frau“ genannt wurde. Ab und zu schwelgt sie in Erinnerungen und wir erfahren wenige Details aus ihrem früheren Leben.
Vikram plant mit seiner jungen Nichte eine Reise nach Dublin, weil auch er unbedingt Grace Grab besuchen möchte. In Vorbereitung dieser Reise erzählt er seiner Nichte die Geschichte seiner Liebe zu Grace und wie sie sich kennenlernten.
Emma begleiten wir dabei, wie sie immer mehr Gegenstände ihrer Mutter im Haus findet, darunter auch Briefe, die offenbar nie abgeschickt wurden.
So setzt sich ganz langsam ein Bild zusammen, was mit Grace damals geschah. Zur Seite steht Emma der Anwalt Andrew Kelly, der ein guter Freund ihres Vaters war.

Ann O’Loughlin ist eine großartige Erzählerin. Sie offenbart nur ganz langsam das ganze Ausmaß um Grace Schicksal und erzeugt dabei viel Spannung. Ich habe sehr mit Grace gelitten und auch mit Emma, die bei ihrem strengen Vater, der seinen Beruf und die juristische Fachliteratur mehr liebte als seine Tochter, keine glückliche Kindheit und Jugend erlebte.
Aber auch Vikram tat mir sehr leid, denn er erfuhr seinerzeit gar nichts über das Schicksal von Grace und reiste schließlich in seine Heimat zurück.
Die Geschichte hat in mir vielfältige Emotionen ausgelöst und mich auch sehr aufgewühlt. Für mich war es unvorstellbar, dass man noch in den 1950er Jahren so über einen Menschen und sein Leben bestimmen konnte und die Betroffene, in diesem Fall Grace, konnte nichts dagegen tun.
Aber es war sehr fesselnd gemeinsam mit Emma das Schicksal von Grace aufzuklären und zu erleben, dass Emma so wenigstens emotional ihrer Mutter näher kommen kann.

Diese wunderschöne Geschichte ist Liebesgeschichte, Drama und geheimnisvolle Familiensaga in einem und hat mich total gefangen genommen.
Sie bietet gefühlvolle und vielfältige Unterhaltung und ist für mich ein Lesehighlight!


Fazit: 5 von 5 Sternen


© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 30.04.2018

Geheimnisvolle Geschichte mit vielen Emotionen und Schicksalen

Ein Sommer in Wales
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In ihrem zweiten Wales Roman nimmt uns Constanze Wilken mit in das malerische Örtchen Aberareon in der Cardigan Bay. Erneut hat sie einen real existierenden Ort als Schauplatz für ihren Roman gewählt. ...

In ihrem zweiten Wales Roman nimmt uns Constanze Wilken mit in das malerische Örtchen Aberareon in der Cardigan Bay. Erneut hat sie einen real existierenden Ort als Schauplatz für ihren Roman gewählt. Auch für das Talbot-Hotel und Morlan House, die beide im Roman eine Rolle spielen, gibt es real existierende Vorbilder. Da verwundert es nicht, dass die Beschreibungen der Örtlichkeiten sehr bildhaft und anschaulich sind und man sich schon nach kurzer Zeit so fühlt, als wäre man bereits dort gewesen.
Vor dieser schönen Kulisse erzählt die Autorin die Geschichte von Ally und dem Schicksal ihrer Familie nach dem Tod von Allys kleinem Bruder Simon.
Auch nach 10 Jahren wird Ally immer noch von Schuldgefühlen geplagt und kehrt deshalb für ihren beruflichen Auftrag nur ungern und widerwillig nach Aberaeron zurück.

Ally ist eine sympathische Hauptfigur und ihre Empfindungen sowie das Gefühlschaos in ihr stellt die Autorin nachvollziehbar dar.
Das Wiedersehen mit David, ihrer Jugendliebe, den sie seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hat, kam mir dagegen etwas zu plötzlich. Auch das gegenseitige Vertrauen und die Gefühle füreinander kamen mir ein bisschen zu schnell und so war es etwas vorhersehbar, wie sich das weiter entwickeln würde.

Die Geschichte ist von Anfang an interessant, denn zwischen Allys Recherche um das geheimnisvolle Morlan House und dessen Zusammenhang mit Davids Tod gibt es immer wieder Rückblenden in die Zeit vor 10 Jahren. So lernt man nicht nur Allys Eltern sondern und vor allem auch den kleinen Simon gut kennen.
Aber alles dreht sich um die Fragen was damals mit Simon geschah und welche Rolle Morlan House dabei spielte.
Als Allys Recherchen mit Davids Unterstützung nach Beendigung des beruflichen Auftrags intensiver werden, nimmt das Buch Fahrt auf und die Spannung steigt. Die Autorin legt einige falsche Fährten, gibt Spielraum für Spekulation und ganz am Ende verknüpfen sich alle Fäden und die Geheimnisse lüften sich.

Vielschichtige Charaktere, eine Tolle Kulisse, vielfältige Emotionen und Schicksale, eine wendungsreiche und geheimnisvolle Geschichte sind die gute Mischung, die dieses Buch zu einer schönen Sommerlektüre machen, der auch ein Schuss Romantik nicht fehlt.
Nicht nur für Wales-Fans bietet das Buch gute Unterhaltung und macht Lust auf den nächsten Wales-Roman "Sturm über dem Meer", der im Dezember 2015 erscheinen soll.


Fazit: 4 von 5 Sternen



© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 30.04.2018

Fesselnde Geschichte in der schönen Landschaft von Wales

Der Duft der Wildrose
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"Der Duft der Wildrose" ist der Auftakt zu einer Reihe von Romanen, die in Wales spielen. Constanze Wilken hat selbst einige Jahre in Wales gelebt und sich nach eigener Aussage auf den ersten Blick in ...

"Der Duft der Wildrose" ist der Auftakt zu einer Reihe von Romanen, die in Wales spielen. Constanze Wilken hat selbst einige Jahre in Wales gelebt und sich nach eigener Aussage auf den ersten Blick in den wundervollen Landstrich verliebt. Wales wurde ihr zur zweiten Heimat und hat sie seitdem nicht mehr losgelassen. So schreibt die Autorin auf ihrer Seite "Mein Wales".
Diese Liebe zu Wales spürt man beim Lesen sehr deutlich. Mit viel Herzblut beschreibt sie eindrucksvoll und bildhaft herrliche Landschaften im Snowdonia Nationalpark und malerische Ortschaften. Diese sind nicht der Phantasie der Autorin entsprungen sondern existieren real. Mit ihren Beschreibungen hat sie in mir große Lust geweckt, einmal nach Wales zu reisen.

In diese wundervollen Landschaften bettet die Autorin gleich mehrere Themen bzw. Geschichten. Es geht um Naturschutz und den Schutz bzw. die Erhaltung bedrohter Tierarten, ein Familiengeheimnis und eine Love-Story.
Diese Mischung ist der Autorin gut gelungen und sie verknüpft die Themen geschickt durch die handelnden Protagonisten.
Da ist Jake, der äußerlich raue Ranger im Nationalpark, der sich leidenschaftlich für Natur- und Tierschutz einsetzt und einen weichen Kern hat.
Und da sind Birdie und Cait, Tante und Nichte, die eine besondere Beziehung zueinander haben.
Die Hauptprotagonisten sind alle detailreich und mit Tiefgang beschrieben. So lernt man sie gut kennen und kann sie einschätzen und Sympathien aufbauen. Auch die Nebenfiguren sind mit Kreativität angelegt und fügen sich gut in die Geschichte ein.

Das Familiengeheimnis, das Cait zunächst gar nicht hören will, erzählt Birdie ihrer Nichte während des Krankenhausaufenthalts in Etappen. Dabei gibt es Rückblicke in das Jahr 1970, die die Handlung in der Gegenwart unterbrechen. So nähert man sich der Auflösung des Geheimnisses nur langsam, was für Spannung sorgt. Auch wenn die Auflösung ein bisschen vorhersehbar war, hält die Autorin doch noch eine Überraschung für ihre Leser bereit.
Die Ereignisse um den Tod von Jakes Freund Rob und mysteriöse Nesträuber sorgen ebenfalls für Spannung und man kann bis zum Schluss über Täter und Motiv spekulieren.
Die Handlungsfäden laufen nicht nur nebeneinander sondern verknüpfen sich durch die Figuren und so ist es nicht verwunderlich, dass sich zwischen Jake und Cait eine Liebesgeschichte entwickelt. Diese fügt sich aber gut in die gesamte Handlung ein, ist einfühlsam und nicht kitschig.

Der Flüssige und lockere Schreibstil hat mich von Anfang an in die Geschichte hineingezogen und gefesselt.
Gelungene sympathische Protagonisten, wunderbare Landschaftsbeschreibungen, interessante Themen, ein altes Familiengeheimnis und eine insgesamt spannende Handlung sind die Mischung, die dieses Buch zu einem Lesevergnügen machen.


Fazit: 4 von 5 Sternen


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