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Veröffentlicht am 18.02.2026

Rätselspaß mit Bienenbonus

Ivy und Bärlock Holmes. Fall 1: Die rätselhafte Blume
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Manchmal braucht es nur eine verschwundene Blume, um ein richtig schönes Leseabenteuer zu starten.

In der fiktiven Stadt Bärona begleiten wir Ivy Holmes und ihren Opa Bärlock Holmes bei ihrer Detektivarbeit. ...

Manchmal braucht es nur eine verschwundene Blume, um ein richtig schönes Leseabenteuer zu starten.

In der fiktiven Stadt Bärona begleiten wir Ivy Holmes und ihren Opa Bärlock Holmes bei ihrer Detektivarbeit. Der berühmte Meisterdetektiv ist eigentlich schon im Ruhestand, doch wenn es knifflig wird, kribbelt es ihm offensichtlich immer noch in den Tatzen. Und Ivy steht ihm in Sachen Spürsinn in nichts nach.

Die Geschichte beginnt mit einem großen Knall. Eine extrem seltene Blume, die nur alle hundert Jahre blüht, soll im botanischen Garten feierlich präsentiert werden. Die Aufregung ist riesig. Und dann ist sie plötzlich weg. Über Nacht verschwunden. Die Polizei steht ratlos da und natürlich übernehmen Ivy und ihr Opa den Fall.

Von da an hangeln wir uns gemeinsam mit ihnen von Hinweis zu Hinweis. Mal führt die Spur durch den botanischen Garten, mal ins Museum, später sogar bis zur Imkerei. Dabei sind immer wieder kleine Rätsel direkt in die Geschichte eingebunden. Es gibt Labyrinthe, Suchbilder und Hinweise, die entdeckt werden wollen. Das lockert das Lesen wunderbar auf und lädt Kinder zum Mitdenken ein.

Besonders gelungen finde ich die Verbindung aus Detektivgeschichte und Sachwissen. Ganz nebenbei erfahren die Leser eine Menge über Bienen. Wie funktioniert Bestäubung. Wie entsteht Honig. Was sind Drohnen und wie ist ein Bienenvolk aufgebaut. Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung und wirkt dabei nie belehrend, sondern gut eingebettet.

Optisch ist das Buch ein echtes Highlight. Der Comicstil mit den gedeckten, fast pastelligen Farben hat mir richtig gut gefallen. Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet und die Figuren total niedlich. Auch das Layout wirkt durchdacht und hochwertig.

Bei der eigentlichen Krimihandlung hätte ich mir stellenweise etwas mehr Raffinesse gewünscht. Dafür macht das Drumherum sehr viel wett. Auffällig war für mich die unterschiedliche Schwierigkeit der Rätsel. Während manche Labyrinthe und Suchbilder sehr einfach gehalten sind, setzen die Sachtexte und einige inhaltliche Zusammenhänge durchaus ein gewisses Maß an Verständnis voraus. Gegen Mitte und Ende werden die Rätsel dann etwas anspruchsvoller, was uns deutlich besser gefallen hat.

Insgesamt würde ich das Buch etwa ab sechs Jahren empfehlen. Gerade für Vorschule und erste Klasse ist es eine tolle Mischung aus Vorlesen, Miträtseln und Lernen. Uns hat es richtig gut gefallen und wir hatten viel Spaß dabei, gemeinsam mit Ivy und Bärlock auf Spurensuche zu gehen.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Ferienspaß bei der School of Talents

School of Talents Mission 1: Achtung, Alien!
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Ferien in der School of Talents klingen nach Abenteuer pur. Neue Orte, neue Aufgaben und diesmal raus aus dem gewohnten Schulalltag. Die Schülerinnen und Schüler werden in Zweierteams aufgeteilt und dürfen ...

Ferien in der School of Talents klingen nach Abenteuer pur. Neue Orte, neue Aufgaben und diesmal raus aus dem gewohnten Schulalltag. Die Schülerinnen und Schüler werden in Zweierteams aufgeteilt und dürfen an ganz unterschiedlichen Ferienprogrammen teilnehmen. Allein diese Idee hat mich sofort gepackt.
Alva landet ausgerechnet mit Elwin in einem Team. Und die Begeisterung hält sich bei beiden sehr in Grenzen. Alva ist überzeugt, dass überall dort, wo Elwin auftaucht, auch Ärger vorprogrammiert ist. Elwin wiederum weiß genau, dass Alva eigentlich zu einer ganz anderen Clique gehört und sie bisher kaum Berührungspunkte hatten. Beste Voraussetzungen also für zwei Wochen gemeinsame Mission.
Ihr Ziel ist eine Sternwarte. Raketen, Aliens, Sterne, das klingt zunächst nach einem absoluten Highlight. Doch die Realität sieht anders aus. Das Ferienprogramm entpuppt sich als überraschend langweilig. Der Leiter des Programms, Herr Vesely, wirkt völlig fehl am Platz. Motiviert ist anders und sein Umgang mit den Kindern lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Einige der teilnehmenden Kinder waren sogar im letzten Jahr schon dort und berichten, dass es genauso öde war. Man merkt schnell, hier stimmt etwas nicht.
Was ich besonders gelungen finde, ist die Situation, dass Alva und Elwin ihre magischen Fähigkeiten geheim halten müssen. Alva kann Tiere hören, Elwin sich in ein Monster verwandeln. Inmitten ganz normaler Kinder dürfen sie nichts davon preisgeben. Genau das macht den Reiz aus. Sie sind besonders und müssen doch beweisen, dass sie auch ohne großes Tamtam in der Welt draußen bestehen können. Diese Botschaft zieht sich wunderbar durch das Buch.
Natürlich bleibt es nicht lange langweilig. Elwins Fähigkeit sorgt für ordentlich Aufsehen, als er sich in ein riesiges Alien verwandelt und das Ferienprogramm ordentlich durcheinanderwirbelt. Gleichzeitig entwickelt sich eine spannende Nebenhandlung rund um eine Wissenschaftlerin der Sternwarte, die sogenannte Geisterteilchen entdeckt hat. Ausgerechnet am Tag der großen Präsentation vor der Presse funktioniert ihr Programm nicht mehr. Zufall oder Sabotage? Alva und Elwin werden zu kleinen Detektiven und merken schnell, dass hier mehr dahintersteckt.
Mehr zum Ausgang verrate ich natürlich nicht. Nur so viel: Es wird spannend, clever und richtig unterhaltsam.
Mir hat besonders gefallen, dass hier zwei bekannte Figuren aus der School of Talents in den Mittelpunkt rücken und in ein völlig neues Setting geworfen werden. Man sollte die Reihe idealerweise von Anfang an kennen, muss es aber nicht zwingend. Für Fans ist es ein tolles Wiedersehen mit vertrauten Charakteren, nur eben außerhalb der Insel. Die Dynamik zwischen Alva und Elwin entwickelt sich glaubwürdig. Gerade Alvas Versuch, hinter Elwins Rolle als ständiger Unruhestifter zu blicken, gibt der Geschichte zusätzlich Tiefe.
Der Schreibstil ist wie gewohnt locker, witzig und spannend. Es gibt kleine Rätsel, offene Fragen und immer wieder Momente, in denen man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Die schwarz weißen Illustrationen lockern das Ganze schön auf.
Besonders freue ich mich darüber, dass bereits angeteasert wird, dass weitere Missionen folgen werden. Andere Zweierteams, andere Ferienprogramme, neue Abenteuer. Das Konzept hat auf jeden Fall großes Potenzial.
Für mich ist dieses Buch eine richtig gelungene Erweiterung der Reihe. Humor, Spannung, Detektivarbeit und eine tolle Charakterentwicklung. Ganz klar fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Einschlafen zwischen Dinos, Durst und Gedanken

Familienreihe 1: Ich bin noch gar nicht müde!
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„Ich bin noch gar nicht müde!“ – ein Satz, den wohl die meisten Eltern nur zu gut kennen. Genau hier setzt dieses Buch an. Ich es gelesen und finde vor allem eines: Es ist nicht nur ein Bilderbuch, sondern ...

„Ich bin noch gar nicht müde!“ – ein Satz, den wohl die meisten Eltern nur zu gut kennen. Genau hier setzt dieses Buch an. Ich es gelesen und finde vor allem eines: Es ist nicht nur ein Bilderbuch, sondern auch ein richtig guter, alltagstauglicher Ratgeber für Eltern.

Eigentlich ist das Buch als gemeinsame Bilderbuchgeschichte angelegt. Wir begleiten Mika, der wie viele Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren abends mitten im Spiel steckt, wenn plötzlich Schlafenszeit ist. Routinen werden unterbrochen, der Kopf ist noch voll mit Ideen, plötzlich gibt es Durst, Toilettengänge, Schatten an der Wand, Monster im Zimmer oder den Wunsch nach der liebsten Bezugsperson. Und manchmal ist das Kind schlicht schon übermüdet. All diese typischen Einschlafprobleme werden sehr kindgerecht, in einfacher Sprache und mit viel Verständnis als Geschichte erzählt. Perfekt zum abendlichen Vorlesen.

Besonders gut gefallen haben mir die kleinen lilafarbenen Sprechblasen auf jeder Seite. Sie laden dazu ein, mit dem Kind ins Gespräch zu kommen. Fragen wie: Was machen Mama und Papa abends unterschiedlich? Was brauchst du, um gemütlich einzuschlafen? Hast du manchmal viele Gedanken im Kopf? Gibt es Schatten, die dir gruselig vorkommen? Oder magst du es, wenn jemand deine Hand hält? Diese Impulse sind wirklich schön und machen das Buch interaktiv, ohne Druck aufzubauen.
Für Eltern gibt es zusätzlich kleine Infokästen mit Hintergrundwissen und konkreten Anregungen. Warum Kinder sich abends so schwer umstellen können, wie sanfte Übergänge helfen oder warum klare Rituale Sicherheit geben. Das ist verständlich erklärt, nicht belehrend und sehr praxisnah. Man merkt schnell, was man vielleicht schon richtig macht, bekommt aber auch neue Ideen, wie man bestimmte Situationen entspannter gestalten kann.

Jetzt kommt mein kleines Aber. Nicht jedes Kind hat dieselben Einschlafprobleme. Beim Lesen dachte ich öfter: Das machen wir schon so oder Das Thema haben wir gar nicht. Für jüngere Kinder kann die Geschichte außerdem recht lang sein. Deshalb würde ich empfehlen, das Buch als Elternteil einmal alleine durchzulesen und dann gezielt die Seiten auszuwählen, die zur eigenen Situation passen. Das funktioniert problemlos, weil sich einzelne Themen gut überspringen lassen.

Die Illustrationen sind total süß, der Schreibstil ist sehr kindgerecht und die Elternfiguren werden liebevoll, geduldig und bedürfnisorientiert dargestellt. Kein Schimpfen, kein Druck, sondern echtes Ernstnehmen der kindlichen Gefühle. Auch die Vielfalt in den Illustrationen, zum Beispiel beim Vater, hat mir gut gefallen.

Unterm Strich ist "Ich bin noch gar nicht müde!" für mich ein situationsabhängiges Bilder- und Ratgeberbuch, das genau das hält, was der Untertitel verspricht. Es unterstützt Kinder beim Einschlafen und gibt Eltern das beruhigende Gefühl, nicht allein zu sein. Dafür gibt es von mir ganz klar fünf Sterne

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Die Zwillingsloks sind unterwegs

Henri-Jette-Sausebahn
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Henri-Jette-Sausebahn ist ein Bilderbuch in Reimform für kleine Kinder und dreht sich um die Enkelkinder von Henriette: Henry und Jette. Zwei kleine Loks, die immer zusammen unterwegs sind. Henry vorne, ...

Henri-Jette-Sausebahn ist ein Bilderbuch in Reimform für kleine Kinder und dreht sich um die Enkelkinder von Henriette: Henry und Jette. Zwei kleine Loks, die immer zusammen unterwegs sind. Henry vorne, dann drei Waggons, Jette hinten. Einer zieht vorwärts, der andere lässt sich rollen und fährt rückwärts. Und wenn einer mal nicht mehr kann, übernimmt einfach der andere. Diese Idee als Zwillingspaar finde ich wirklich total süß und sehr gelungen.

Wie schon beim Vorbild tingeln Henry und Jette mit ihren Waggons durch die Gegend, sammeln Kinder und andere Passagiere ein und sind ständig in Bewegung. Gleichzeitig ist die Geschichte klar in der heutigen Zeit angekommen: Väter schnarchen, Kinder schnattern, Mütter murren, ein Handy piept, Signale und Ampeln gehören selbstverständlich dazu. Auch die Illustrationen sind deutlich moderner, ohne den Bezug zum Original zu verlieren. Die Bilder haben mir richtig gut gefallen.

Die Geschichte selbst plätschert eher ruhig vor sich hin. Es gibt keine großen Highlights oder Spannungsbögen, sondern ein gleichmäßiges, sanftes Unterwegssein. Genau deshalb eignet sich das Buch meiner Meinung nach sehr gut als unaufgeregtes Gutenachtbuch für ganz kleine Kinder.

An den Charme von Band 1 kommt es für mich persönlich allerdings nicht ganz heran. Ich vermute, das liegt vor allem an den Reimen. Einige wirken leider etwas konstruiert und gehen stellenweise auf Kosten von Logik und Sprachfluss. Beim Vorlesen stolpert man das ein oder andere Mal darüber.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein schönes, liebevoll gestaltetes Bilderbuch mit tollen Illustrationen und einer ruhigen Geschichte für die Kleinsten. Für mich ein solides Vier-Sterne-Buch, auch wenn der Kultstatus des Originals für mich unerreicht bleibt.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Sehr berührend

Mats und Mathilde 3. Ein Freund wie ein Zuhause
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Manche Bücher klappt man zu und bleibt erst einmal still sitzen. Ein Freund wie ein Zuhause ist genau so ein Buch. Man weiß, dass die Geschichte zu Ende ist, aber im Kopf und im Herzen geht sie noch weiter.
Das ...

Manche Bücher klappt man zu und bleibt erst einmal still sitzen. Ein Freund wie ein Zuhause ist genau so ein Buch. Man weiß, dass die Geschichte zu Ende ist, aber im Kopf und im Herzen geht sie noch weiter.
Das Finale von Mats und Mathilde ist fantasievoll, warm und gleichzeitig erstaunlich tiefgründig. Die Reise führt durch wundersame Welten voller Wortwitz und kreativer Ideen, doch diesmal steht nicht nur das Abenteuer im Mittelpunkt. Es geht um Verlust, Vergänglichkeit, Familie und darum, was Heimat eigentlich bedeutet. All diese großen Themen werden behutsam und kindgerecht erzählt, ohne ihnen die emotionale Kraft zu nehmen.
Im Zentrum steht die Freundschaft zwischen Mats und Mathilde. Sie ist ehrlich, tröstlich und voller Vertrauen. Mathildes ruhige Art und Mats Mut, der über die Jahre gewachsen ist, machen ihre Verbindung besonders stark. Das Ende ist emotional und hat mich sehr bewegt. Es tut ein bisschen weh und fühlt sich gleichzeitig richtig an.
Die Illustrationen von Anne Hofmann tragen die Geschichte wunderbar. Sie sind stimmungsvoll, detailreich und laden dazu ein, jede Seite länger zu betrachten. Gerade beim Vorlesen merkt man, wie sehr Text und Bild hier miteinander verschmelzen.
Dieses Buch ist weit mehr als ein Kinderbuch. Es ist eine Geschichte über Abschied und Neubeginn, über Freundschaft und darüber, dass ein Zuhause manchmal kein Ort ist, sondern ein Gefühl. Ein leises, mutiges und wunderschönes Finale, das lange nachhallt.

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