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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2020

Spannender Fast-Thriller Roman

Das Schicksal der Henkerin
2

INHALT

In Das Schicksal der Henkerin geht es um Melisande die einen Hilferuf ihres Bruders bekommt der im Kerker sitzt. Doch eigentlich dachte Melisande das ihr Bruder vor 15 Jahren bei einem Überfall ...

INHALT

In Das Schicksal der Henkerin geht es um Melisande die einen Hilferuf ihres Bruders bekommt der im Kerker sitzt. Doch eigentlich dachte Melisande das ihr Bruder vor 15 Jahren bei einem Überfall ermordet wurde. In aller Heimlichkeit macht sie sich auf dem Weg und befreit ihren totgeglaubten Bruder, doch dabei tappt sie in eine Falle. Sie wird von Burckhardt Wolff gefangen genommen und soll den rechtmäßigen Erben der Adlerburg für ihn töten - doch dieser ist noch ein Kind! Gleichzeitig machen sich die Kinder von Melisande auf dem Weg um ihre Mutter zu retten und geraten selber in tödlicher Gefahr. Wird die Familie jemals wieder zusammen finden?

MEINE MEINUNG

Das Schicksal der Henkerin ist der dritte Teil um die Henkerin Melisande, doch man kann diesen Band auch ohne Vorkenntnisse lesen - alles wichtige für die aktuelle Handlung wird nochmal beschrieben, sodass man ohne Probleme der Geschichte folgen kann.

Dies ist mein erster Roman des Autoren Duos unter dem Namen SABINE MARTIN und ich war von Seite eins von dem Schreibstil begeistert, der mich unglaublich an Ken Follett erinnert hat. Er ist leicht zu lesen, aber hat eine unglaublichen Intensität, sodass man sich sofort in die Geschichte hinein versetzt fühlt.

Auch der Historische Aufbau ist gut beschrieben, ich hatte tatsächlich das Gefühl mitten im Mittelalter zu sein. Alles wirkte sehr gut recherchiert.

Die Charaktere waren alle gut beschrieben und ich habe sogleich Symphatien (oder auch Antisymphatien) aufbauen können. Gerade die Protagonistin Melisande hat mir mit ihrer Sanftmut und ihrem Mut sehr gut gefallen.

Die Handlung an sich ist von der ersten bis zur letzten Seite durchwegs unglaublich spannend. Jeder Charakter befindet sich gefühlt permanent in Gefahr und muss irgendeine Hürde überwinden und entrinnt immer nur sehr knapp der Gefangenschaft oder dem Tod. Gegen Ende des Buches wurde es mir kurz einmal zu viel des Guten, es wirkte dann doch schon etwas überspitzt. Teilweise nahm die Spannung dann ab, da ich mir dachte das es sowieso wieder glimpflich ausgehen wird, genau wie schon die male davor.

Es ist schon erstaunlich wie die Autoren es schaffen immer wieder für einen erneuten Spannungsbogen zu sorgen. Auch an kreativen Ideen mangelt es ihnen nicht, denn es passieren wirklich viele Dinge - eines nach dem anderen. Und es gibt unglaublich viele Wendungen. Das Buch ist absolut nicht vorhersehbar und man hat kaum Zeit sich zu erholen da passiert schon das nächste. Zudem werden alle Abschnitte mit einem Cliffhänger beendet, sodass man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen möchte.

Die Geschichte entwickelt sich auch wirklich rasant. Es ist taktisch sehr schnell geschrieben, aber ohne gehetzt zu wirken. Der ganze Roman fühlte sich für mich wie eine Nervenprobe an, denn immer habe ich wegen irgendjemandem oder irgendwas bangen müssen. Es ist fast schon ein Historischer Psychothriller. Etwas das ich so noch nicht kannte und mir sehr gut gefallen hat.

Das Ende ist für mich sehr stimmig und wirklich schön gewesen. Es ist ein guter Abschluss der den Leser zufrieden zurück lässt.

FAZIT

Ich hatte wirklich Spaß das Buch zu lesen, es konnte mich gut aus dem Alltag abholen und ich konnte das Buch gar nicht lange weglegen. Zwischendurch war es mir kurz mal zuviel Glück bei zuviel Gefahr, deshalb auch der Punkteabzug, aber alles in allem kann ich das Buch nur jedem Historischen Roman Liebhaber ans Herz legen und möchte auch definitiv die ersten beiden Bände lesen.

  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Thema
Veröffentlicht am 19.02.2018

Grenzenlose Begeisterung

Totenweg
2

Ja wie fange ich diese Rezension bloß an? Ich bin so endlos begeistert von diesem Buch! Ich hatte es in 2 Tagen durchgelesen weil ich es einfach nicht weglegen konnte.
Die Geschichte beginnt in der Vergangenheit ...

Ja wie fange ich diese Rezension bloß an? Ich bin so endlos begeistert von diesem Buch! Ich hatte es in 2 Tagen durchgelesen weil ich es einfach nicht weglegen konnte.
Die Geschichte beginnt in der Vergangenheit als Komissar Bjarne Haverkorn zu einem Einsatzort gerufen wird wo er ein 14 Jähriges Mädchen vorfindet welche stranguliert wurde. Ihr Name Marit Olls.

Dann wechseln wir in die Gegenwart zu Frida Paulsen. Frida war mir von Anfang an mit ihrer ruhigen Art sehr symphatisch. Sie hat etwas selbstbewusstes, aber gleichzeitig auch etwas sehr verletzliches ausgestrahlt. Eine Kombination die ich irgendwie gut finde. Man merkt gleich das sie etwas schlimmes erlebt hat, aber auch das sie versucht trotzdem oder gerade deshalb sich davon nicht zerfressen zu lassen und das beste aus ihrem Leben zu tun. Was sie meiner Meinung auch ganz gut hinbekommt. Frida ist Polizistin und gerade in der Polizei Akademie um zur Kripo zu kommen – höherer Dienst. So richtig beginnt die Geschichte als Frida einen Anruf von ihrer Mutter Martha bekommt: ihr Vater wurde brutal niedergeschlagen und liegt im Krankenhaus. Frida macht sich auf in ihr Heimatdorf Deichgraben in der Marsch und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Immer wieder wechseln die Kapitel die sichtweise zu Bjarne Haverkorn. Sein alter Fall von Marit Olls wurde nie aufgeklärt, da er aber in Deichgraben geschah wird er darauf angesetzt herrauszufinden wer Fridtjof Paulsen, Fridas Vater, versucht hat zu töten.
Auch Bjarne war mir sehr symphatisch. Auch er kommt sehr selbstbewusst rüber, aber auch er hat gleichzeitig etwas verletzliches an sich. Er wirkt oft traurig und niedergeschlagen, in dem Beruf wahrscheinlich auch kein Wunder. Dazu kommt das seine Ehe nicht mehr sehr glücklich ist, seine Frau sehr stark depressiv. Natürlich übernimmt er trotzdem den Fall und trifft so sehr oft auf Frida. Ich finde die beiden harmonieren gut zusammen, ich bin auf die weiteren Bücher gespannt um zu sehen wie die beiden sich zu einem Team zusammen zu schweißen.

Nach und nach erfahren wir das Marit Olls die beste Freundin von Frida war und das diese ihre Freundin damals tot aufgefunden hat. Auch erfahren wir das Frida all die Jahre wusste wer der Mörder ist, dies aber nie der Polizei gesagt hat. Hier stellt man sich natürlich die Frage wer der Täter ist und warum Frida ihn beschützt. Auch fragt man sich ob der Täter etwas mit dem versuchten Mord an Fridas Vater zu tun hat.
Im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht und werden aufgedeckt, gleichzeitig geschieht aber auch immer mehr merkwürdige und schlimme Dinge und es kommen genauso viele Geheimnisse und unklarheiten dazu. Der Roman hat ein unglaublich schnelles Tempo welches die Spannung immer weiter steigen lässt. Man kann gar nicht aufhören zu lesen weil man einfach wissen möchte was als nächstes geschieht. So oft klappte mir der Mund auf weil wieder irgendetwas passiert ist oder etwas ungeheuerliches ans Licht kam. Spannung und Herzrasen pur!

Viele male hatte ich ein Verdacht was als nächstes passieren oder auch wer der Mörder sein könnte. Das meiste wurde wieder zerschlagen, ab und zu behielt ich recht, was dem Roman aber nichts an Spannung wegnimmt. Ganz im gegenteil.

Wird Frida dem Kommissar endlich sagen wer der Mörder von Marit ist? Kann Bjarne diesen endlich fest nehmen und ist auch er der Täter der Fridtjof aus dem Weg räumen will? Warum wurde Fridtjof Paulsen überhaupt niedergeschlagen? Und hat dieser Fall etwas mit dem Mord an Marit zu tun?
Fragen über Fragen und ein Höhepunkt jagt den nächsten. Bei diesem Roman wird einem definitiv nicht langweilig!



Fazit

Krimi Fans werden hier auf ihre vollen Kosten kommen, den dieser Roman hat alles was man dafür braucht: ein tolles und uriges Setting, viele spannende Geheimnisse und ein Ermittlerduo das nicht enttäuscht. Ein muss für jeden der sich in eine spannende Welt begeben möchte. Absoluter Pluspunkt: es sind noch sehr viele Folgebänder mit Frida und Bjarne geplant, man muss nicht also zum Glück noch nicht von den beiden Protagonisten verabschieden.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 30.04.2020

Die wahre Bedeutung von 'verloren'

Die verlorene Tochter der Sternbergs
1

INHALT
Um ihre Töchter vor den Nazis zu retten, beschließt Amanda ihre Töchter Viera und Lina auf ein Schiff nach Kuba zu bringen. Sie selber möchte sich in Frankreich verstecken. Doch am Hafen kann sie ...

INHALT
Um ihre Töchter vor den Nazis zu retten, beschließt Amanda ihre Töchter Viera und Lina auf ein Schiff nach Kuba zu bringen. Sie selber möchte sich in Frankreich verstecken. Doch am Hafen kann sie sich nicht von Lina trennen und so schickt sie nur Viera fort. Doch in Frankreich merkt Amanda das sie einen großen Fehler begangen hat, denn auch hier fallen die Deutschen Soldaten ein und jagen alle Juden. Verzweifelt versucht sie über den Verlust ihrer älteren Tochter hinwegzukommen, sowie ihre jüngere Tochter zu schützen bevor es zu spät ist.


MEINE MEINUNG
Die Geschichte ist nicht sehr leicht zu verdauen, gerade auch weil sie teilweise auf einer wahren Begebenheit basiert, wenn auch nur im Kern (ausgenommen natürlich die Umstände, die ja sehr wohl alle passiert sind).



Die Geschichte ist in 6 Abschnitte geteilt, die ersten 4 aus der Sicht von Amanda Sternberg, die Mutter von Viera und Lina. Wir lernen sie als ängstliche Frau kennen, die nicht ganz begreifen kann was um sie herum passiert. Sie ist eine gutherzige Person, die den Hass gegen sich und ihre Familie nicht verstehen kann. Immer wieder überlegt sie Deutschland zu verlassen, doch ihr Mann möchte seine Patienten nicht im Stich lassen, ist er doch Kardiologe. Dieses Verhalten fand ich etwas blauäugig, immerhin müsste doch das Wohl der eigenen Familie im Vordergrund stehen und auch die eigene Sicherheit. Viele Ansichten von Amanda fand ich extrem naiv, allerdings glaube ich auch das man in der Situation es einfach ganz anders wahr nimmt und glaubt das es schon bald wieder vorbei sein wird. Ihre ältere Tochter alleine auf ein Schiff zu setzen und zu wissen das man diese wohl nie wieder sehen wird muss ihr das Herz gebrochen haben. Das sie später merkt ihre jüngere Tochter in Gefahr gebracht zu haben, muss sie innerlich komplett zerbrochen haben.



Der Ton des Schreibstils ist sehr kalt und beengend. Man spührt die Hilflosigkeit der Figuren und auch die Aussichtslosigkeit. Die Sätze sind teilweise sehr abgehackt und die Ereignisse vergehen extrem schnell, es finden immer wieder immense Zeitsprünge statt. Dennoch hat diese Art einen ziemlichen Sog auf mich ausgeübt. Ich wollte immer weiter lesen um zu erfahren was passiert. Es war genauso spannend wie es auch traurig und brutal war. Die Erlebnisse von Amanda und Lina sind wirklich sehr erschütternd. Es ist unfassbar das Menschen so etwas über sich haben ergehen lassen müssen. Der Autor hat hier die Charaktere sehr gut beschrieben, man kann sie gut nachempfinden.



Ab Teil 5 ist es dann Lina die die Geschichte weiter erzählt. Hier lässt die Spannung leider nach. Die Zeitsprünge haben ein Ende und alles wird plötzlich extrem detailliert beschrieben. Das bricht den Fluss der Handlung extrem und ich habe mich teilweise gefragt ob man so ein gutes Ende hinbekommen kann, gerade weil nicht mehr viele Seiten übrig waren. Der Taktwechsel des Erzählstils nimmt einem den Wind aus den Segeln, die Handlung zieht sich plötzlich extrem. Alles wird genau erzählt, dabei bräuchte es der Roman gar nicht. Wie in den ersten vier Teilen hätte es genügt wenn man nur ungefähr gewusst hätte was Lina alles durchmachen musste, das sie der Krieg innerlich zerbrochen hat, bekommt man auch so mit.


Die Wendung am Ende fand ich sehr extrem. Das hat mich schon sehr schockiert, gerade weil ich es sehr unfair finde. Ein wenig ist es auch unrealistisch, ich hätte nicht gedacht das einfach jeder schweigt.


SPOILER Keine Ahnung ob es wirklich ein Spoiler ist, allerdings ist mir gegen Ende dann tatsächlich aufgefallen das die Handlung im Buch gar nicht um Viera ging. Die verlorene Tochter ist Lina. Das Wort verloren wird also im übertragenen Sinn gebraucht. Natürlich ist das auf der einen Seite eine Überraschung für den Leser, auf der anderen Seite hat man als Leser andere Erwartungen die nicht erfüllt werden. Ich hätte gern viel mehr über Viera und ihr Leben erfahren. SPOILER ENDE




FAZIT
Das Buch hat für mich sehr stark begonnen, aber gegen Ende dann sehr stark abgebaut. Meine Erwartungen an das Buch wurden nicht erfüllt, da ich mir aufgrund des Klappentextes eine andere Geschichte erhofft hatte. Dies finde ich immer sehr schade, der Klappentext soll einem ja helfen ob man das Buch lesen möchte oder nicht.



Die Geschichte an sich ist sehr bedrückend und traurig. Es ist erschreckend wie brutal Menschen sein können. Im Grunde ist es eine interessante Geschichte die auf einer gewissen Art und Weise auch ein Happy End hat (zumindest Teilweise), aber sie hinterlässt einen dunklen Nachgeschmack, denn krieg ist nie schön.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2019

Heiße Luft

Washington Black
1

INHALT
Washington Black wird als Sklave auf einer Zuckerplantage auf Barbados geboren. Tag ein und Tag aus muss er auf dieser arbeiten. Sein Alltag besteht aus Arbeit, schweiß und viel Leid. Misshandlungen ...

INHALT
Washington Black wird als Sklave auf einer Zuckerplantage auf Barbados geboren. Tag ein und Tag aus muss er auf dieser arbeiten. Sein Alltag besteht aus Arbeit, schweiß und viel Leid. Misshandlungen und Hinrichtungen sieht er jeden Tag. Sein einziger Trost ist die Fürsorge einer anderen Sklavin: Big Kit. Sie ist soetwas wie eine Mutter für ihn. Als der Plantagen Besitzer stirbt geht die Zuckerfarm an seinen Neffen weiter - ein noch grausamer Mann, der Sklaven für minderwertiger als Insekten hält. Mit ihm zieht auch sein Bruder Christopher, genannt Titch, auf die Plantage. Er ist das genaue Gegenteil seines Bruders. Er ist ein Mann der Wissenschaft und arbeitet heimlich gegen das System der Sklaverei. Für seine neueste Erfindung sucht Titch noch einen Helfer und dabei fällt seine Wahl auf den jungen Washington, dessen Leben fortan nicht mehr dasselbe sein wird. Titch erzieht Wash zu einem kleinen Wissenschaftler, bringt ihm das schreiben, lesen und zeichnen bei. Nach einigen dramatischen Ereignissen fliehen die beiden von der Zuckerrohrplantage. Damit wird Washington zum Ziel des hasses von Titch's Bruder. Dieser fühlt sich zu tiefst gedemütigt und ordnet an das man ihm Washington zurück bringt - tot oder lebendig.


MEINE MEINUNG
Mich hat das Cover und der Titel extrem neugierig auf die Geschichte gemacht. Auch der Klappentext klang sehr spannend - wie eine Mischung zwischen 'In 80 Tagen um die Welt' und 'Der Butler' - letzteres handelt ja auch um die wahre Geschichte eines Sklaven einer Baumwollplantage. Ich war echt gespannt welche Abenteuer mich erwarten würde und war auch gleichzeitig auf bedrückende, traurige Eindrücke der Sklaverei vorbereitet.



Leider wurde ich sehr enttäuscht. Die Handlung entwickelt sich nur sehr sehr langsam. Alles wird ganz genau beschrieben, jedes Wort aufs Papier verbannt. Das Buch hat mit seinen 509 Seiten nur eine Zeitspanne von 5 Jahren. Der Schreibstil ist teilweise sehr langwierig, es kommt überhaupt keine Spannung auf. Egal welche Ereignisse sich entwickeln, egal wie dramatisch sie eigentlich sein müssten - man hat nicht das Bedürfniss weiter zu lesen. Einen durchgehenden oder steigenden Spannungsbogen sucht man im Buch vergeblich. Es plätschert alles mehr oder weniger vor sich hin.



Zu den Charakteren konnte ich keine Symphatie aufbauen. Titch war für mich ein etwas verwirrter aber sonst recht emotionsloser Wissenschaftler, der sein Leben einfach so dahin lebt. Ich habe keine Lebensmotivation gespürt, keine Emotionen. Ich konnte oft nicht nachvollziehen warum er etwas tut und etwas nicht tut. Es fehlten mir die Beweggründe.



Ebenso Washington Black - es gab für mich keine Entwicklung bei ihm. Er wächst als Sklave auf und bekommt die Freiheit geschenkt. Aber er macht nichts draus. Man merkt in seinem späteren Leben nicht das er auf so gut wie alles verzichten musste. Es müssen Dinge gegeben haben die er nicht kannte, die er noch nie getan hat. Das alles hätte unglaublich viele Emotionen auslösen müssen, aber für mich blieb Washington Black immer sehr passiv, sehr grau.



Auch die Handlung ist ganz anders als erwartet. Der Wolkenkutter wird am Anfang zusammengebaut und Titch und Wash fliehen mit ihm. Das war es dann aber auch schon. Mehr Erwähnung bekommt er nicht. Dem Klappentext und Cover nach zu urteilen, hätte ich erwartet das es im ganzen Buch mit dem Kutter weitergeht. Generell wird vieles aufgegriffen und irgendwann dann nicht mehr erwähnt. Viele Worte werden verwendet um zu zeigen wie Washington malt, das er ein Talent dafür hat. Und irgendwann kommt es einfach nicht mehr vor. Unvollständig endet das Buch auch. Für mich gefühlt mitten in der Geschichte. Kurz zuvor erfahren wir noch das Wash etwas bestimmtes ändern will und auf einmal ist die Geschichte aus. Als ob die Zeit nicht mehr gereicht hätte ein zufriedenes oder auch nur halbwegs logisches offenes Ende zu schreiben.



Das Buch soll das bestreben nach der Suche nach Freiheit und was sie bedeutet aufgreifen. Davon habe ich nichts bemerkt. Ich habe über einen jungen gelesen der vollkommen auf den Mann fixiert ist der ihm die Freiheit mehr oder minder freiwillig geschenkt hat. Er macht nicht wirklich etwas aus diesem Leben. Er ist nur auf Titch fixiert. Was er macht, was ihn glücklich machen würde, wo er ist. Die versprochene Weltreise ist eher eine Flucht vor der Plantage und später eine Suche nach Titch. Sie hat nichts damit zu tun das ein Sklavenjunge die Freiheit und die Welt entdeckt.



Generell wird die Thematik Sklavenhandel sehr wenig aufgegriffen. Wir befinden uns zwar zu Anfang auf der Plantage und hier und da wird eine gräuel Tat beschrieben, aber ein richtiges hineinfühlen ist es nicht. Es gibt keinen bemerkbaren Unterschied zwischen der Zeit als Sklave und der eines entlaufenden Sklaven. Die Veränderung des Sklavenhandelendes die im Buch kurz erwähnt wird, bekommen wir nicht wirklich zu spüren.


FAZIT
Vielleicht bin ich eher der Typ Buchleser der gerne Pageturner hat. Pures Adrenalin, Geheimnisse, Intrigen. Vielleicht fehlt es mir deshalb an Spannung in diesem Buch. Trotzdem empfand ich das Buch als sehr langwierig und auch langweilig. Ich habe sehr lange zum durchlesen gebraucht und musste mir sehr oft dazu zwingen es weiter zu lesen. Die Geschichte hat mich nicht bereichert, hinterlässt keine Anregung zum Nachdenken. Für mich leider ein Flop den ich nicht weiter empfehlen kann.

Veröffentlicht am 24.05.2019

Viel Wirbel um nichts

Love to share – Liebe ist die halbe Miete
1

INHALT
Tiffy möchte dringend bei ihrem Exfreund ausziehen, aber in London kann sie sich keine eigenen Wohnung leisten. Da kommt ihr das Angebot vom unbekannten Leon gerade recht, sich seine Wohnung (und ...

INHALT
Tiffy möchte dringend bei ihrem Exfreund ausziehen, aber in London kann sie sich keine eigenen Wohnung leisten. Da kommt ihr das Angebot vom unbekannten Leon gerade recht, sich seine Wohnung (und sein Bett) zu teilen, denn Leon arbeitet im Nachtdienst. Eine perfekte Lösung, denn auch Leon kann das Geld gut gebrauchen - für en Anwalt seines Bruders. Und so gehört Leon die Wohnung am Tag, und Tiffy bekommt sie am Abend und am Wochenende. Ein Treffen der beiden ist ausgeschlossen, fast verboten. Oder?

MEINE MEINUNG
Mir wurde das Buch auf dem Bloggertreffen auf der LBM vorgestellt und mir war sofort klar das ich es lesen muss. Ich hatte große Hoffnungen in das Buch, die am Anfang auch erfüllt wurden. Die kleinen Veränderungen die die beiden beim jeweils anderen bemerken sind wirklich süß, genauso wie die ganzen Zettel mit Nachrichten. Und das ohne das sich die beiden jemals begegnet sind. Leider war mir genau dieser Teil zu kurz, beziehungsweise der Teil in dem sie sich dann tatsächlich kennen lernen und wirklich sehen zu lang. Für mich hat dies die Spannung dieses originallen Themas genommen.

Generell ist die Handlung sehr abwechslungsreich und das hat mir zu Begin sehr gefallen, jedoch wude es zum Ende hin sehr langatmig. Das Buch hat sehr viele Nebenhandlungen und dies lenkt extrem von der Hauptgeschichte ab. Es kam mir vor als wolle die Autorin zwei Geschichten (oder sogar mehr) in einem Buch verarbeiten.

Das Hauptthema des Buches ist aber auch gar nicht die sonderbare Wohnungssituation, sondern das Thema "Beziehungen". Vielleicht gibt es deshlab so viele Nebenhandlungen - zum verdeutlichen verschiedener Arten von Beziehungen, sowie gute und schlechte Arten. Da geht es um Familie, Freundschaft und Liebe. Liebe die alltäglich wurde, Liebe die unterdrückt wurde. Es geht um Stalking und Missbrauch. Alles sehr gute Themen, aber alles ein wenig zu viel in einem. Mir fehlte auch die Spannung im Buch, die einfach nicht übertragen wurde, trotz manch misslieger Lage.

Der Schreibstil ändert sich zwischen den Kapiteln mit der jeweiligen Sicht von Tiffy und Leon. Bei Tiffy ist sie sehr flüssig und leicht, lässt sich gut und schnell lesen. Bei Leon ist der Schreibstil sehr abgehackt, mit kurzen Sätzen und es fehlen fast sämtliche Pronomen. Es liest sich fast wie ein Tagebucheintrag. Dies war sehr merkwürdig zu lesen.

Die Charaktere selber sind wirklich gut beschrieben. Tiffy ist eine sehr offene und flippige Person. Sie ist sehr exzentrisch und hat eine starke Persönlichkeit. Leon hingegen ist das komplette Gegenteil. Er ist sehr ruhig und zurückhaltend, spricht nur das nötigste. Er ist sehr warmherzig und möchte es immer allen recht machen.

FAZIT
Die Idee hinter dem Buch ist wirklich toll und einzigartig. Die Chraktere sind super gelungen und generell harmonieren Schreibstil mit Persönlichkeiten, sowie Handlungen mit Hauptthemen. An sich natürlich eine super Sache und trotzdem hat mir irgendetwas gefehlt. Dieses "a little bit extra".