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Foensjohanna

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2020

Emotional - Romantisch - Mitreißend

Wenn Liebe eine Farbe hätte
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Wenn ich ehrlich bin, war ich vom Cover zuerst nicht allzu überzeugt, weil es mir persönlich etwas zu jugendlich und unruhig war. Als ich dann aber das Buch in der Hand hielt, änderte ich ganz schnell ...

Wenn ich ehrlich bin, war ich vom Cover zuerst nicht allzu überzeugt, weil es mir persönlich etwas zu jugendlich und unruhig war. Als ich dann aber das Buch in der Hand hielt, änderte ich ganz schnell meine Meinung, denn die Pastellfarben kommen ich echt so viel besser rüber und das Cover hat sogar einen Bezug zum Buch, was natürlich erst später auffällt. Aber auch die Haptik ist so angenehm, es lässt sich sehr angenehm halten und fühlt sich sogar sehr weich an!

Der Schreibstil hingegen konnte mich von Anfang an sofort überzeugen! Die Kapitel sind abwechselnd aus Eves und Wes‘ Sicht aus der Ich-Perspektive beschrieben und das war genau passend für diese Geschichte, weil man so die Gefühle von beiden Protagonisten mitbekommt und sich dabei noch besser mit ihnen identifizieren kann. Der Schreibstil an sich ist flüssig, ehrlich und sehr gefühlvoll, was das Lesen sehr angenehm macht.

Eve und Wes konnte ich sofort ins Herz schließen, bereits nach den ersten Kapiteln habe ich mit ihnen mitgefühlt und mitgefiebert. Alles ist sehr authentisch beschrieben und die Emotionen werden auch super rübergebracht. Die langsame Annäherung zwischen den beiden ist genau richtig so, wie sie ist und erschien mir ebenfalls sehr realistisch.

Auch dass die Nebenfiguren nicht untergegangen sind, sondern viele einzelne Auftritte im Buch haben, hat mir sehr gut gefallen. Es wird sich also nicht nur um Wes und Eve konzentriert, sondern das Drumherum wird auch miteinbezogen.

Lediglich einige kleine Dinge und Informationen zu den Figuren hätten weiter ausgearbeitet werden können, um dem Leser nicht so abrupt zu erscheinen und leider sind mir überdurchschnittlich viele Rechtschreibfehler aufgefallen. Da ich beim Lesen zur Übung für meinen Wunschberuf auch immer ein Auge darauf habe, hat das natürlich meinen Lesefluss gestoppt und mich zwischendurch etwas gestört.

Aber abgesehen von diesen beiden kleinen Sachen haben mich die Geschehnisse um Wes und Eve regelrecht mitgerissen, ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen und habe es in einer einzigen Nacht durchgelesen. Ich denke das sagt immer viel über ein Buch aus. Ich kann es definitiv weiterempfehlen, da es eine realistische und sehr gefühlvolle Liebesgeschichte ist! Aufgrund der beiden genannten Punkte, die mich gestört haben, gibt es insgesamt 4,5 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2020

Gefühlvoll - Romantisch - Emotional

Lovely Mistake
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Dieser Roman ist eine emotionale Achterbahn, denn ich habe gelacht, geweint und mitgefiebert. Das Buch hat alles, was ein gutes Buch braucht und lediglich am Ende habe ich eine Kleinigkeit auszusetzen. ...

Dieser Roman ist eine emotionale Achterbahn, denn ich habe gelacht, geweint und mitgefiebert. Das Buch hat alles, was ein gutes Buch braucht und lediglich am Ende habe ich eine Kleinigkeit auszusetzen.

Das Cover gefällt mir sehr gut und es passt zum vorherigen Teil. Außerdem ist der Schreibstil angenehm flüssig zu lesen und reißt den Leser emotional geradezu mit. Das war eine schöne Überraschung, da es für mich das erste Buch der Autorin war und das keine Selbstverständlichkeit ist.

Molly war mir mit ihrer schlagfertigen Art von Anfang an sehr sympathisch und auch Troy konnte ich schnell ins Herz schließen. Vor allem aber die Authentizität und die Tiefgründigkeit der Figuren haben mich überzeugt. Die schwierigen und ernsten Themen, die im Buch angesprochen werden, überzeugen dann nur noch mehr und machen es den Lesern noch einfacher, sich mit den Charakteren und den Geschehnissen zu identifizieren.

Trotz dieser ernsten Themen kommt jedoch auch der Humor nicht zu kurz. Durch die lockere und teilweise etwas aufmüpfige Art der Protagonistin und ihrer Chemie zum Protagonisten gibt es so manche Szenen, in denen ich mir ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Generell gefallen mir Geschichten, in denen es um Mitbewohner (ob auf lange Zeit oder nur vorübergehend) geht, aufgrund des häufig auffindbaren Humors sehr gut.

Wie schon gesagt, habe ich lediglich am Ende des Romans etwas auszusetzen. Nämlich, dass einige Dinge, die Troy betreffen, noch etwas hätten ausgearbeitet werden können, denn er geht ein wenig unter gegen Ende des Buches. Abgesehen davon bin ich begeistert und habe selten so sehr mitgefühlt und mitgefiebert! Deshalb gibt es von mir verdiente 4,5 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2020

Ein unglaublich wichtiges Thema, das Arved sehr beeindruckend angeht!

Das Eis schmilzt
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In „Das Eis Schmilzt: Klimaschutz und Wirtschaft Neu Denken“ spricht Arved Fuchs die Ursachen, Auswirkungen und möglichen Lösungen des Klimawandels an, die gelegentlich durch seine eigenen Erfahrungen ...

In „Das Eis Schmilzt: Klimaschutz und Wirtschaft Neu Denken“ spricht Arved Fuchs die Ursachen, Auswirkungen und möglichen Lösungen des Klimawandels an, die gelegentlich durch seine eigenen Erfahrungen für die Leser verbildlicht werden. Dabei übertreibt er mit den eigenen Erfahrungen jedoch nicht, wie es leider in vielen solcher Bücher der Fall ist, sondern findet eine sehr angenehme Balance zwischen Fakten und autobiographischen Informationen. Generell ist das Buch in einem sehr angenehmen Schreibstil geschrieben, der es trotzdem schafft, die Wichtigkeit dieser Thematik zu verdeutlichen.

Zuallererst sollte jedoch die wunderbare Aufmachung des Buches erwähnt werden. Die Seiten sind dicker als gewöhnlich, was dem Buch eine angenehme Haptik verleiht, es wurden den Inhalt unterstreichende Bilder und Zitate eingefügt, die Kapitelaufteilung ist sehr angenehm (von Länge und Inhaltsverteilung her) und auch die immer weiter schmelzenden Eisberge auf jeder neuen Kapitelseite sind unglaublich passend und sind ein durchdachtes Detail. Durch die angenehme Länge der einzelnen Kapitel haben die Leser die Möglichkeit, sich intensiver Gedanken über die Themen der einzelnen Kapitel zu machen und alle Informationen sinken zu lassen. Auch Leser, die täglich nicht allzu viel Zeit fürs Lesen haben, haben so die Möglichkeit, sich konzentriert mit diesem Buch und den Themen auseinanderzusetzen.

Um den Lesern nahezubringen, wie wichtig die Thematik des Klimawandels ist, nutzt er eine Mischung aus eigenen Erfahrungen, wissenschaftlichen Fakten und anderen Belegen und Beispielen, aber auch Lösungsansätze. Seine eigenen Exkursionen erscheinen dem normalen Deutschen irreal und klingen sehr beeindruckend. Durch seine Art und Weise, diese Thematik anzugehen, bringt er die Leser dazu, sich mit dem Thema auseinandersetzen zu wollen. Außerdem erwähnt er einige Dinge, die man niemals sofort mit der Klimakrise in Verbindung gebracht hätte, und zeigt auf, inwieweit alles zusammenhängt. Ich persönlich habe nach der Lektüre dieses Buches einen vollkommen neuen Blick auf einige der Dinge, die im Buch erwähnt wurden.

Ich kann dieses Buch definitiv jedem ans Herz legen, da es angenehm zu lesen und sehr informativ ist, während der Autor es schafft, auf beeindruckende Weise viele Vorgänge, Ursachen und Folgen des Klimawandels leicht verständlich zu machen und dabei sehr aktuell zu bleiben (die Corona-Krise wird zum Beispiel auch erwähnt). Dabei bleiben die Leser an keiner Stelle verwirrt zurück und haben stets einen guten Überblick über das Netz aus Informationen, das Arved Fuchs Kapitel für Kapitel aufbaut.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2020

Leider eine große Enttäuschung...

Normale Menschen
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Ich hatte bereits viel Gutes über „Normale Menschen“ von Sally Rooney gehört und wollte es deswegen gerne lesen. Die Erwartungen waren aufgrund der begeisterten Empfehlungen dementsprechend hoch, wurden ...

Ich hatte bereits viel Gutes über „Normale Menschen“ von Sally Rooney gehört und wollte es deswegen gerne lesen. Die Erwartungen waren aufgrund der begeisterten Empfehlungen dementsprechend hoch, wurden jedoch leider vollkommen enttäuscht. Ich musste mich leider wortwörtlich durch diese 300 Seiten quälen und wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich das Buch wahrscheinlich spätestens ab der Mitte abgebrochen, dabei hatte ich mich so darauf gefreut, endlich zu erfahren, warum alle dieses Buch so feiern.

Das Fehlen der Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede ist mir als erstes aufgefallen. Es ist einfach sehr verwirrend und irreführend, wenn die wörtliche Rede (die sich teilweise irgendwo mitten im Absatz befindet) überhaupt nicht gekennzeichnet ist und man sich so selbst erstmal zusammenreimen muss, wo diese beginnt und wo sie aufhört.

Der Einstieg hat mir eigentlich gut gefallen, es sind zwei Teenager, die zusammen auf die Schule gehen und die man im Normalfall nicht unbedingt gemeinsam erwarten würde, denn er ist sehr beliebt und sie irgendwie überhaupt nicht. Zu Beginn erscheint es einem also wie eine romantische und realitätsnahe Liebesgeschichte zweier Heranwachsender. Im weiteren Verlauf wird dann aber klar, dass es eine sehr komplizierte Affäre wird und im gesamten Studienverlauf hatte ich das Gefühl, dass sich ein und dasselbe Motiv ständig wiederholt: mal sind sie zusammen bzw. haben eine Affäre und dann plötzlich wieder nicht. Dazu fehlen dann auch die glatten Weiterleitungen, denn die meisten Kapitel liegen einige Monate auseinander. Im Endeffekt gibt es in ihrer Beziehung keine sich mir erschließende Entwicklung und vieles hätte durch etwas mehr Kommunikation anders ausgehen können. Zum Ende hin hat mich das Ganze leider einfach nur noch frustriert.

Ein weiterer großer Kritikpunkt ist für mich der Schreibstil. Zum einen wird (teilweise sogar ohne einen neuen Abschnitt zu beginnen) ständig zwischen Präsens und Vergangenheit gewechselt, sodass der Leser irgendwann völlig die Übersicht verliert, ob es sich gerade um eine Erinnerung oder um etwas handelt, das in diesem Moment geschieht. Am Ende ist der zeitliche Verlauf ein einziges Labyrinth, man weiß überhaupt nicht, was wann und wo passiert ist. Der monotone und fast schon sachliche Ton hat dann für mich das restliche getan, denn er zeigt keinerlei wirkliche Emotion oder Gefühlsregung und insgesamt wirkt jede Handlung ziemlich kalt und unbeeindruckt beschrieben. Dadurch, dass man nicht wirklich einen Plan davon hat, was in den Personen vor sich geht, fiel es mir außerdem sehr schwer, mit den Protagonisten warmzuwerden und man kann sich einfach nicht mit ihnen identifizieren oder mit ihnen mitfühlen.

Obwohl der Roman insgesamt ja gut bei den Lesern angekommen zu sein scheint, kann ich nur 2 von 5 Sternen vergeben, wobei das schon großzügig bewertet ist. Leider konnte ich weder einen Zugang zur Story noch zu den Figuren finden und insgesamt lässt mich der Roman leider sehr enttäuscht und unbeeindruckt zurück.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2020

Hält leider nicht, was es verspricht - Familiengeschichte statt Sachbuch

Fleisch ist mir nicht Wurst - Über die Wertschätzung unseres Essens und die Liebe meines Vaters zu seinem Beruf
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Gleich zu Beginn muss hier gesagt werden, dass der Klappentext leider in die Irre führt und den Inhalt des Buches nicht passend wiedergibt. Denn im Grunde geht es im Großteil des Buches nur um die Geschichte ...

Gleich zu Beginn muss hier gesagt werden, dass der Klappentext leider in die Irre führt und den Inhalt des Buches nicht passend wiedergibt. Denn im Grunde geht es im Großteil des Buches nur um die Geschichte der Familie Reichert und deren Metzgereiunternehmen. Es wird detailliert vom Leben des Großvaters und Gründers Hans Reichert, der eigenen Kindheit und von Vater Willi Reichert berichtet. Dabei bekommt der Leser das Gefühl, dass der Autor mit diesem Buch eher die schlechte Beziehung zu seinem Vater verarbeitet, statt Informationen über Fleischkonsum etc. an die Leser zu bringen.

Die Familiengeschichte ist jetzt nicht uninteressant und auch der Einblick, den man in den Alltag eines Metzgers über die letzten 100 Jahre erlangt, ist sehr spannend. Ich bin jedoch aufgrund des Klappentextes und des Titels mit völlig anderen Erwartungen an das Buch herangegangen und habe mich auf ein Sachbuch gefreut, das Fakten und Informationen über den generellen Fleischkonsum, das Handwerk und Alternativen gibt und dem Konsumenten einige mögliche Besserungen und Anregungen zu bekannten Problemen eröffnet, die auf lange Sicht und im großen Ganzen eine Auswirkung haben könnten. Obwohl zwischendurch vereinzelt solche Fakten genannt werden und sich im letzten Kapitel ganz der Kritik und Zahlen gewidmet wird, war die Verteilung trotzdem 80% Familiengeschichte und 20% Fakten und Informationen. In einem anderen Mengenverhältnis wäre dem der Klappentext vielleicht noch gerecht geblieben, aber so führt er einfach nur in die Irre, was ich sehr schade finde.

Aus den genannten Gründen ist das Buch also eher solchen Lesern zu empfehlen, die Interesse an der Geschichte einer bekannten Metzgerfamilie des Frankfurter Raumes haben. Obwohl der Schreibstil sehr angenehm zu lesen war und mir der Aufbau des Buches ansonsten gut gefallen hat, kann ich hier leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere