Profilbild von Fornika

Fornika

Lesejury Star
offline

Fornika ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Fornika über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2018

Mutti

Ein Teil von ihr
0

Ausgerechnet an ihrem 31ten Geburtstag ändert sich Andreas Leben völlig. Beim Geburtstagsessen geraten sie und ihre Mutter Laura in eine Schießerei. Der Schütze wird getötet… von Laura! Auf einmal sieht ...

Ausgerechnet an ihrem 31ten Geburtstag ändert sich Andreas Leben völlig. Beim Geburtstagsessen geraten sie und ihre Mutter Laura in eine Schießerei. Der Schütze wird getötet… von Laura! Auf einmal sieht Andrea sie in einem ganz anderen Licht und muss sich fragen, welche Geheimnisse noch in ihr schlummern. Eine Spurensuche in der Vergangenheit beginnt.

Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen, auch „Ein Teil von ihr“ hat mich nicht enttäuscht. Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Geschichte, sie startet etwas zäh und hat mich nicht so richtig gepackt. Das änderte sich dann aber doch noch und ich war richtig gefesselt. Andreas Spurensuche gestaltet sich sehr spannend und actionlastig, aber auch die Rückblicke in Lauras Vergangenheit sind sehr dramatisch. Doch nicht nur die temporeiche Handlung hat mir gefallen, sondern auch die Figuren. Andrea ist eigentlich ein langweiliges, graues Mäuschen, irgendwie unzufrieden mit ihrem Leben, aber auch zu tranig um daran groß etwas zu ändern. Da steckt natürlich Potential in der Figur und das schöpft die Autorin aus. Auch die anderen Figuren lassen erst nach einer Weile tief blicken und sind Slaughter allesamt gut gelungen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig, sodass die Geschichte schnell gelesen ist. Ein Thriller, der etwas zäh startet, sich dann aber doch noch mausert. Mir hat er gefallen.

Veröffentlicht am 15.07.2018

Ida

Ida
0

Schon als junges Mädchen plagen die eigenwillige Ida viele Leiden, von unstillbarem Husten bis hin zur Bettlägerigkeit. Kein Arzt kann ihr helfen, und so beginnt sie eine Kur bei Sigmund Freud, in der ...

Schon als junges Mädchen plagen die eigenwillige Ida viele Leiden, von unstillbarem Husten bis hin zur Bettlägerigkeit. Kein Arzt kann ihr helfen, und so beginnt sie eine Kur bei Sigmund Freud, in der Hoffnung, dass er ihrer Krankheit auf die Spur kommt.

Idas Krankengeschichte ist von Freud gut dokumentiert (er nennt sie Dora), nun ist es an Katharina Adler die Lebensgeschichte ihrer Vorfahrin nachzuzeichnen und so einiges ins rechte Licht zu rücken. Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht vom Buch, da ich mir doch einen größeren Fokus auf die Zeit bei Freud erhofft hatte. Die Sitzungen finden am Rande des Geschehens statt und gehen ziemlich schnell unter. Idas Leben ist sicherlich nicht uninteressant, so richtig gefesselt hat sie mich aber nicht. Das lag zum einen daran, dass ich sie als Person furchtbar anstrengend und unsympathisch fand (bis auf wenige Situationen). Sie ist eine sture Person, aber auch furchtbar weinerlich, wenn es um ihren Zustand geht. Ich konnte das ihr/der Autorin immer nicht so recht abnehmen. Zum anderen hat mir der Erzählstil die Lektüre etwas verleidet, sehr distanziert wird berichtet, zudem nicht in chronologischer Reihenfolge sondern mit recht unlogischen Sprüngen hin und her und wieder zurück und im Kreis herum. Auf mich wirkte das ab und an sehr künstlich und hat mich zunehmend genervt. Was der Autorin hingegen sehr gut gelungen ist, ist die Darstellung des sozialen Umfelds von Ida, der politischen Lage, überhaupt des Zeitgeistes. Auch das Wirken von Idas Bruder fand ich sehr spannend, von ihm hätte ich sehr gerne mehr gelesen. Insgesamt fand ich das Buch nicht ganz schlecht, habe mich aber stellenweise doch zum Weiterlesen zwingen müssen.

Veröffentlicht am 14.07.2018

Zwischenzeitlich etwas zäh

Gnadenmord
0

DI Brooke hat eigentlich endlich mal ein paar Tage frei und will die Zeit nutzen, seine angeschlagene Beziehung zu seiner Tochter Terri zu kitten. Da wird er unerwartet zum Nachfolger seines Rivalen Ford ...

DI Brooke hat eigentlich endlich mal ein paar Tage frei und will die Zeit nutzen, seine angeschlagene Beziehung zu seiner Tochter Terri zu kitten. Da wird er unerwartet zum Nachfolger seines Rivalen Ford ernannt und erbt mit dessen alten Fällen auch gleich noch den Mord an einem älteren Ehepaar. Schnell wird klar, dass die bisherigen Ermittlungen nicht mit 100% gelaufen sind und so steht Brooke nicht nur unter Zeitdruck, sondern muss auch noch gegen die loyalen Mitarbeiter seines Vorgängers arbeiten.

„Gnadenmord“ ist bereits der vierte Fall für Brooke; die Vorgänger kenne ich nicht, bis auf wenige Kleinigkeiten konnte ich der Handlung aber auch so gut folgen. Der Schauplatz Nottingham und Umgebung wird leider nicht ganz so gut beleuchtet, ich hätte mir doch etwas mehr Lokalkolorit gewünscht. Brooke fand ich etwas undurchsichtig, sympathisch war er mir schon, aber so richtig habe ich seine Handlungsmotive nicht immer nachvollziehen können. Auch die anderen Figuren waren mir meist zu oberflächlich gestaltet (auch die, die erst in diesem Band eingeführt wurden und die somit nicht in vorherigen Büchern schon ausreichend vorgestellt wurden). Der Fall entwickelt sich recht spannend, auch wenn da durchaus noch etwas Luft nach oben gewesen wäre. Gerade im Mittelteil flaut die Spannung dann doch etwas ab und der Fall tritt auf der Stelle. Dunnes Stil fand ich zu Beginn gewöhnungsbedürftig, hat mir dann aber doch zugesagt und die Story liest sich sehr angenehm. Insgesamt war „Gnadenmord“ dann nicht so ganz mein Fall, da Spannungsbogen und Figuren mich nicht so richtig überzeugt haben. Andere Bücher des Autors (abgesehen von der Brooke-Reihe) würde ich aber durchaus einmal austesten wollen.

Veröffentlicht am 07.07.2018

Unterhaltsamer Reihenauftakt

Die Zwerge
0

Seit Tungdil denken kann, lebt er unter dem Schutz des Zauberers Lot-Ionan. Er führt ein geruhsames Leben, kann seine zwergische Begabung für das Schmieden zum Beruf machen. Doch eines Tages schickt ihn ...

Seit Tungdil denken kann, lebt er unter dem Schutz des Zauberers Lot-Ionan. Er führt ein geruhsames Leben, kann seine zwergische Begabung für das Schmieden zum Beruf machen. Doch eines Tages schickt ihn der Zauberer auf eine Reise, von deren Erfolg bald nichts Geringeres als die Rettung des Geborgenen Landes abhängt. Eine große Aufgabe für einen kleinen Zwerg.

Natürlich habe ich einige von Tolkiens Büchern gelesen, sodass sich unweigerlich immer mal wieder ein Vergleich einschlich. Elben, Orks, Zwerge, sie alle kennt man aus Mittelerde. Was Heitz aus diesen Figuren gemacht hat, hat mir jedoch wirklich sehr gut gefallen. Die zähen Zwerge der Reisegesellschaft, allen voran Tungdil mochte ich sehr gerne. Sie sind tapfer und halten zusammen, haben aber auch Schwächen und so ihre Streitigkeiten. Sicherlich gibt es für die eine oder andere Figur noch Luft nach oben, aber ich habe auch so schon mit ihnen mitgefiebert. Die Handlung entwickelt sich recht spannend, geschrieben ist sie sehr flüssig. Die Welt der Zwerge könnte noch etwas mehr Details vertragen, vieles wird nur kurz beschrieben, sodass ich noch nicht richtig eingetaucht bin. Trotzdem hat mir dieser Auftaktband so gut gefallen, dass ich neugierig auf die weiteren Bücher bin. Bei Vraccas, ich freue mich auf Tungdils nächstes Abenteuer.

Veröffentlicht am 05.07.2018

Schöner Roman

Ein Start ins Leben
0

In der Mitte ihres Lebens angekommen, sinniert Dr. Ruth Weiss über ihr bisheriges Leben nach. Einen Großteil dessen hat sie der Literatur gewidmet, schon als Kind die Nase ständig in ein Buch gesteckt. ...

In der Mitte ihres Lebens angekommen, sinniert Dr. Ruth Weiss über ihr bisheriges Leben nach. Einen Großteil dessen hat sie der Literatur gewidmet, schon als Kind die Nase ständig in ein Buch gesteckt. Hat sie deswegen etwas verpasst?

Brookners Debüt hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und ist trotzdem aktuell. Ruth wirkt einerseits etwas altbacken bzw. klassisch (ihre Figur hätte sicher auch einen Platz im 18. Jahrhundert gefunden), andererseits sind ihre Probleme zeitlos modern: sie ist intelligent und will doch ein Heim und einen Herd. Unabhängig sein und gleichzeitig ein intaktes Familienleben führen. Letzteres scheitert schon an ihren Eltern, die Mutter eine aus dem Beruf gealterte Schauspielerin, der Vater verschleißt beim Versuch eine „brave“ Frau zu finden zahlreiche Geliebte. Nach dem Tod der Großmutter zieht sich Ruth quasi selbst groß und findet großen Trost in der Literatur. Diese nimmt einen nicht ganz so großen Raum in der Geschichte ein wie ich es mir erwartet hatte. Zwar wird Ruths Begeisterung für Balzac deutlich, aber ansonsten tritt ihre bibliophile Neigung oft hinter den zwischenmenschlichen Konflikten zurück. Diese sind nachvollziehbar dargestellt, auch wenn gerade die Figur der Mutter mir doch oft unfreiwillig komisch vorkam. Sprachlich ist Brookners Roman mehr als ansprechend, eine sehr starke Sprache, die trotzdem leise Töne trifft. Mir hat er gefallen.