Profilbild von Fornika

Fornika

Lesejury Star
offline

Fornika ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Fornika über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2018

Abschluss der Trilogie

Das Jahrhundertversprechen (Jahrhundertsturm-Serie 3)
0

Nach Ende des Ersten Weltkriegs ist auch für die von Briests nichts mehr wie zuvor. Außer vielleicht die gut gehegte Feindschaft zu ihren nächsten Nachbarn, den von Cramms. Während Otto und Hermine um ...

Nach Ende des Ersten Weltkriegs ist auch für die von Briests nichts mehr wie zuvor. Außer vielleicht die gut gehegte Feindschaft zu ihren nächsten Nachbarn, den von Cramms. Während Otto und Hermine um die Zukunft von Gut und Detektei kämpfen, scheint ihren Ziehsohn Max die Vergangenheit einzuholen. Gerade als er sich als Mechaniker und Rennfahrer einen Namen zu machen versucht.

Die vorherigen Bände hatten mir sehr gut gefallen, sowohl was die fiktive Handlung wie auch die Einbindung ins historische Geschehen angeht. Hier schwächelt der vorliegende letzte Band meiner Meinung nach ein bisschen. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass mich die Geschichte des Motorsports dann doch sehr viel weniger fesseln kann als es Entwicklung von Eisenbahn (Band 1) bzw. Flugzeug (Band 2) konnte ; ) Dieser Aspekt der Handlung konnte mich also nicht so überzeugen, ansonsten ist der Blick auf den Geist der Zeit aber sehr gut gelungen. Die Zeit der Wirtschaftskrise und das Erstarken der nationalsozialistischen Strömungen gibt der Autor sehr authentisch wieder und bindet die Familiengeschichte der von Briests gut ein. Wie schon in Band 1 zeichnet sich schnell eine Liebegeschichte ab, die ich in ihrer epischen Breite dann doch nicht so ausführlich gebraucht hätte, im Großen und Ganzen habe ich das Schicksal der Familie aber sehr gerne verfolgt. Geschrieben ist die Story sehr ansprechend inklusive der reichlichen und authentische Ausflüge in den Berliner Dialekt. „Das Jahrhundertversprechen“ ist leider nicht der fulminante Höhepunkt geworden wie ich ihn mir erhofft hatte, unterm Strich habe ich ihn aber doch ganz gerne gelesen.

Veröffentlicht am 08.06.2018

Unterhaltsames Finale

Die Brut - Das Ende naht
0

Nach der zweiten Welle der Spinnen ist die Menschheit am Rande der eigenen Ausrottung angekommen. Doch es gibt einen Lichtstreif am Horizont, denn man hat herausgefunden wie sich die Spinnen organisieren ...

Nach der zweiten Welle der Spinnen ist die Menschheit am Rande der eigenen Ausrottung angekommen. Doch es gibt einen Lichtstreif am Horizont, denn man hat herausgefunden wie sich die Spinnen organisieren und kommunizieren. Ein gezielter Gegenschlag ist alles was es braucht. Doch Chaos und der Kampf ums eigene Überleben machen die nötige Zusammenarbeit unnötig schwer.

Mit diesem letzten Band der spinnigen Trilogie setzt Boone einen guten Schlusspunkt. Er führt lose Fäden zusammen und hat mich mit seinem schnodderigen Humor und seiner etwas trashigen Handlung sehr gut unterhalten. Flüssig geschrieben, springt er zwischen verschiedenen Schauplätzen hin und her, verliert trotzdem das große Ziel nicht aus den Augen: Tod den Höllenspinnen. Wie man die Biester loswerden kann, wird hier natürlich nicht verraten, aber so viel: etwas mehr Drama hätte es für mich ruhig sein können. Die Lösung ging mir dann doch etwas zu einfach. An der Protagonistenfront gibt es nicht viel Neues, die vorhandenen führen aber ganz gut durch die Geschichte und ich habe durchaus auch mit ihnen mitgefiebert. Für meinen Geschmack hätte es etwas mehr aus der Ekel-Abteilung sein dürfen, wie es der Autor in Band 1 noch sehr ausführlich getan hat. Ebenso fand ich es schade, dass der Fokus quasi ausschließlich auf den USA liegt. Waren in den vorherigen Bänden Handlungsstränge über den ganzen Globus verteilt, erfährt man im vorliegenden finalen Band nur bruchstückhaft wie es dort weitergegangen ist. Hier ist sicherlich etwas Potential verschenkt worden, trotzdem habe ich diesen letzten Teil der Reihe ganz gerne gelesen.

Veröffentlicht am 04.06.2018

Actiongeladen

Fake
0

Catherine Finch ist als humanitäre Helferin nach Syrien gereist, doch sie wird von Terroristen entführt und gefangen gehalten. Aus der Gefangenschaft gibt es unregelmäßige Lebenszeichen in Form von youtube-Videos. ...

Catherine Finch ist als humanitäre Helferin nach Syrien gereist, doch sie wird von Terroristen entführt und gefangen gehalten. Aus der Gefangenschaft gibt es unregelmäßige Lebenszeichen in Form von youtube-Videos. Videos, in denen die junge Frau die USA unverhohlen kritisiert. Trotzdem hat sie immer mehr Anhänger und wird zu einer Symbolfigur. Als ihr Tod nach einem Drohnenangriff gesichert scheint, überschlagen sich die Geheimdienste um diesen zu vertuschen. Nichts Geringeres als der mögliche Frieden im Nahen Osten steht auf dem Spiel.

James Rayburn (alias Roger Smith) legt hier einen Politthriller vor, der sich sehen lassen kann. Er beleuchtet die aktuelle Situation in Syrien, und kombiniert dies mit einer fiktiven, zunächst recht unrealistisch scheinenden Story; mit der Zeit kommt man als Leser aber doch ins Grübeln. Die Story legt ein gutes Tempo vor und erinnert zeitweise an einen spannenden Actionstreifen, liest sich entsprechend flott. Die Protagonisten passen sich gut ins Geschehen ein, sonderlich tiefschürfend sind sie sicherlich nicht, brauchen sie aber auch nicht. Egal ob CIA-Agent Town oder Schauspielerin Kirby, sie alle wirken etwas stereotyp, sind in dieser Form aber völlig ausreichend um ihre Funktion zu erfüllen. Die Handlung ist durchweg spannend, sorgt für ein paar Überraschungen, und hat mich im Großen und Ganzen überzeugt.
Ein spannender, gut gemachter Politthriller, perfekt zum Kopf-ausschalten.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Charmanter Krimi

Mord in Cornwall
0

In Cornwall ist die Welt noch in Ordnung. In einem kleinen Fischerdörfchen kennen Reverend und Arzt Mord und Totschlag eigentlich nur aus den heißgeliebten Krimis. Bis der Richter Tregarthan im eigenen ...

In Cornwall ist die Welt noch in Ordnung. In einem kleinen Fischerdörfchen kennen Reverend und Arzt Mord und Totschlag eigentlich nur aus den heißgeliebten Krimis. Bis der Richter Tregarthan im eigenen Wohnzimmer erschossen wird. Plötzlich sind die beiden mit ihrem kriminalistischen Gespür gefragt, tappt die Polizei doch irgendwie völlig im Dunkeln.

John Bude schrieb diesen Krimi bereits 1930, trotzdem wirkte er auf mich keinesfalls überholt oder altbacken. Ich empfand ihn eher als sehr charmant, die Szenerie im idyllischen Cornwall passte ganz hervorragend zu diesem ruhigen Krimi. Atemberaubende Spannung sucht man zwar vergebens, trotzdem habe ich die Ermittlungen der beiden Möchtegern-Detektive sehr gerne verfolgt. Bude nimmt sich Zeit Land und Leute zu beschreiben und so kann man es sich so richtig in der Geschichte gemütlich machen, die sich sehr flüssig liest. Die Suche nach dem Mörder hält durchaus so einige Überraschungen bereit und so hat mich dieser Provinzkrimi aus den 30ern wirklich rundum unterhalten.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Die Pranken des Löwen

Die Pranken des Löwen
0

Robert Fitzooth wird durch einen glücklichen Wink des Schicksals zum Leibwächter der jungen Prinzessin Matilda. Nichtsahnend, dass sie einmal als ganz große Kaiserin in die Geschichte eingehend wird. Ebenso ...

Robert Fitzooth wird durch einen glücklichen Wink des Schicksals zum Leibwächter der jungen Prinzessin Matilda. Nichtsahnend, dass sie einmal als ganz große Kaiserin in die Geschichte eingehend wird. Ebenso wie Roberts Enkel, der den Sheriff von Nottingham das Fürchten lehren und mit seinen „Merry Men“ für Gerechtigkeit sorgen wird.

Ich hatte bisher noch kein Buch des Autors gelesen; unterm Strich habe ich Die Pranken des Löwen ganz gerne gelesen, auch wenn es doch kleine Kritikpunkte gibt. Eine stilistische Eigenheit hat mich zunehmend genervt. Für meinen Geschmack viel zu oft finden sich Wendungen ähnlich „das sollte sich noch rächen“, „er sollte bis an sein Lebensende dort bleiben“ usw. Ich will als Leser nicht ständig mit einem ungaren Halbsatz gespoilert werden, auch wenn es sich dabei um historisch verbriefte Tatsachen handelt. Ansonsten mochte ich den Erzählstil ganz gerne und das Buch liest sich recht flüssig. Dem Autor gelingt es sehr gut, bekannte Legenden über Robin Hood in die eigene fiktive Geschichte um ihn einzubinden. Historische Ereignisse werden zu Hauf angerissen, aber viele sind dann für mich zu oberflächlich abgehandelt. Die Handlung erstreckt sich über viele Jahre, da wären manche Ereignisse dann doch lieber ausgelassen und dafür andere ausführlicher behandelt worden. Der Cut zwischen Robert als Hauptfigur zu Robin hat mich dann doch sehr gestört. Ich hatte das Gefühl, das eine Buch beendet und ein neues zur Hand genommen zu haben. Zudem wurde ich mit Robin in der relativ kurzen Zeit dann nicht so richtig warm, er kommt mir sehr oberflächlich und auch leichtsinnig vor. Natürlich braucht diese Figur Entwicklungspotential, schließlich soll sie den Leser ja noch über weitere Bände fesseln, trotzdem hätte ich mir da auch jetzt schon etwas mehr gewünscht, eben auch um den „Verlust“ von Robert zu überwinden ; ) Den mochte ich sehr gerne, die ca. zwei Drittel des Buches, die sich um ihn drehen, lagen mir insgesamt vielleicht einfach mehr.
So richtig gefesselt hat mich Robin nicht, trotzdem bin ich schon ein bisschen neugierig was ihn in den nächsten Bänden erwarten wird. Weitere Geschichten über seinen Großvater würde ich hingegen jederzeit und sofort lesen wollen ; )