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Veröffentlicht am 08.04.2026

Manchmal müssen wir ein Stück zurück, um den richtigen Weg zu finden.

The Night We Met
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Für mich zählt Abby Jimenez zu den wenigen Autorinnen, die es verstehen, Ernst und Humor auf natürliche, authentische Weise zu kombinieren, Geschichten mit ungeahnter Tiefe und sensiblen Inhalten auszustatten, ...

Für mich zählt Abby Jimenez zu den wenigen Autorinnen, die es verstehen, Ernst und Humor auf natürliche, authentische Weise zu kombinieren, Geschichten mit ungeahnter Tiefe und sensiblen Inhalten auszustatten, ohne dabei an Romantik, Leichtigkeit und Amüsement einzubüßen.
So auch in „The Night We Met“:

Seit Kindesbeinen bewegt sich Larissa mit ihrer Mutter am Existenzminimum, kämpft gegen die Schulden des Mannes, der längst kein Teil mehr der Frauen ist. Larissa nutzt jede Chance, um Geld zu verdienen, arbeitet unermüdlich. Hauptsache nicht werden wie Nancy, die nur zu gerne ihre Fehler wiederholt, sich aushalten lässt und auf die falschen Kerle setzt.
Bei einem Konzert trifft die Kellnerin auf Chris und Mike und muss sich entscheiden, welcher der beiden sie nach Hause fahren soll. Statt sich dem unnahbaren und mürrisch dreinblickenden Chris aufzudrängen, steigt sie zu dem weitaus offener wirkenden Mike ins Auto – und so beginnt eine unvergessliche, schmerzlich echte Liebesgeschichte … nur nicht so, wie es sich das Trio in dieser Nacht voller Möglichkeiten und Aufregung vorgestellt hat.

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, so erfahren wir, dass Chris nicht nur unter dem Verlust seiner Mum, sondern auch unter Schuldgefühlen, Alpträumen und Einsamkeit leidet. Schnell zeigt sich, dass der Apotheker anstandslos und jederzeit für seinen besten Freund da ist, ihn deckt und für ihn lügt, während Mike lediglich auf sich, Sport und Partys fokussiert zu sein scheint. So springt Chris selbst für den Klempner/Personaltrainer ein, wenn es um dessen neue Freundin geht. Larissa. Die ihre eigenen Päckchen zu tragen hat. Die es verdient, glücklich zu sein. Die weder nach Hilfe fragen will noch diese annehmen kann. Die Bücher und Diskussionen so liebt wie er.

Als Chris und Larissa beginnen, sich das Sorgerecht für ihr Findelkind, den ausgesetzten und vernachlässigten Mischling Wufferine, zu teilen, teilen sie auch Erinnerungen, Anekdoten und ihre Hoffnungen, lernen einander immer besser kennen, entdecken Gemeinsamkeiten. Werden zu Vertrauten, Freunden und mehr. Chris kann sich der Tatsache, wie falsch seine Gefühle sind, nicht versperren und kann Larissa doch nicht aus dem Weg gehen. Dabei wissen beide, wie falsch das ist.
Aber ist es das wirklich?

Jimenez macht es uns unglaublich leicht, sich in diese verquere dreier Dynamik, die aufkommende Anspannung und das Gefühlschaos zu versetzen. Ich verstand Chris' und Larissas Gewissensbisse, ihre Versuche, sich gegen die Verbindung, die sie unbestreitbar zueinander zieht, zu sträuben, um Mike zu schützen und den stabilen Freundeskreis nicht zu gefährden. Mikes Bequemlichkeit, seine Selbstüberschätzung und die Ignoranz, mit der er seine mentale Verfassung bedachte, machten es hingegen schwer, seine Liebesschwüre nachzuvollziehen. Gleichzeitig sind seine Probleme offensichtlich. Larissa beginnt indes immer häufiger, an ihm und seinen hochtrabenden Worten, auf die selten Taten folgen, zu zweifeln. Hat sie sich damals für den Falschen entschieden?
Dieser Gedanke lässt Larissa einfach nicht los. Denn im Gegensatz zu Mike, der mit Unzuverlässigkeit und Ausreden glänzt, unterstützt Chris sie, hört ihr zu, lacht und schweigt mit ihr, sorgt sich um sie …

Egal ob als Freunde, Hunde-Eltern, Mitbewohner – Larissa und Chris waren perfekt, unglaublich stimmig und harmonisch im Miteinander, sich ergänzend und bereichernd.
Chris ist hierbei eine absolute Greenflag. Er geht stets achtsam mit Larissa und deren schwerer Nussallergie um, supportet sie bedingungslos – auch wenn sie nichts davon ahnt. Und Larissa gibt ihm dieselbe Aufmerksamkeit zurück.
Im Verlauf knistert es gewaltig, erst im Stillen, dann deutlicher zu vernehmen. Heimlich, verzweifelt und wortlos.
Bis alle Lügen und Halbwahrheiten ans Licht kommen, Enttäuschung und Schmerz, Wehmut und Zerrissenheit die Geschichte fluten. Dabei ist „The Night we Met“ frei von aufgebauschten Dramen und unnötigen Konflikten. Reale, bittere, sensible Themen untermalen Abbys Lovestorys nicht nur, sie begleiten sie und spielen eine essenzielle Rolle, die sich an Aus- und Aufarbeitung erfreut. Nichts wirkt gehetzt oder überstürzt – weder Zusammenfinden noch Entwicklungen oder Erkennen.
Stilistisch liest sich dieses Buch wieder sehr modern, klar und einfühlsam. Die Settings waren bildreich inszeniert, die Empfindungen mit einer poetischen Nuance bestückt und die Charaktere geben Raum, um sich mit ihnen zu identifizieren. Spritzige, interessante und bewegende Gespräche warten im gleichen Maße wie zarte Romantik, Freundschaft und Humor.
Es braucht Zeit, bis Chris und Larissa uns und einander an ihren Ängsten teilhaben, ihre Mauern vollends fallen lassen, sich verletzlich und echt, ungefiltert zeigen. Durch den anderen und gemeinsam hinterfragen sie eigene Muster und Prinzipien, lassen los, was ihnen schadet, egal wie weh es tut. Denn wie soll sich etwas ändern, wenn du immer durch dieselbe Tür trittst?

Abgesehen von den Protagonisten und Mike, der die wohl größte Veränderung durchleben muss, sind auch Xavier, Jesse, Samantha und Becca, die wir bereits in anderen Romanen von Jimenez kennenlernen durften, sowie Larissas beste Freundin Lexi präsente Figuren. Für allerhand Skurrilität ist Wufferine, vor dem weder Müll noch Tiere sicher sind, verantwortlich und auch etliche andere Szenen sind so schräg, dass mensch gar nicht anders kann, als laut zu lachen und mitzuschmunzeln. Viele, viele Aussagen drängen zum Nachdenken und berühren tief. Wir werden in dieser Slow-Burn-Romance u. A. mit den Hürden von KellnerInnen und ApothekerInnen, mit Suchterkrankungen, Allergien und Trauer konfrontiert, mit toxischen Beziehungsmustern, Traumata, Narzissmus und Abhängigkeit.
Abby Jimenez erzählt von frischen Wegen, neuen Zielen und dem Glauben an sich selbst, davon, dass das Herz will, was es will, und davon, dass Hilfe anzunehmen kein Zeichen von Schwäche ist.
Ich hoffe auf baldigen Nachschub.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Dark Academia-Romantasy die Spannung bereithält

Magic Drowned in Blood
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Mit ihrem Tod haben sich die Zukunftspläne von Lark Sinclair drastisch verändert.
Um schnellstmöglich aus dem renommiertesten College für Schattenwesen und von den abschätzigen Blicken der perfekten Untoten ...

Mit ihrem Tod haben sich die Zukunftspläne von Lark Sinclair drastisch verändert.
Um schnellstmöglich aus dem renommiertesten College für Schattenwesen und von den abschätzigen Blicken der perfekten Untoten wegzukommen, lernt die Schülerin unermüdlich. Denn als Halb-Magierin und Halb-Vampirin ist sie für beide Gattungen eine unwillkommene Abnormalität. Zu allem Überfluss erinnern nicht nur ihre MitschülerInnen sie täglich an ihre Ausgestoßenen-Stellung, sondern auch ihre Kräfte.
Dieses Schuljahr hält für die Vampire des „Nightcastle“ noch mehr bereit als den üblichen Unterricht. Denn alle drei Jahre reisen die Prinzen des magischen Königshauses an, um sich ihren Tribut zu holen und damit das Abkommen zwischen ihnen und der Vampirgesellschaft zu erneuern.
In einem tödlichen Wettkampf treten Freiwillige gegeneinander an, doch nur zwei Studentinnen begleiten Loras und Tarabas als deren Schattengeliebte an ihren Hof im Norden. Hier binden sie sich in einem blutigen Ritual an die Magier. Um ihnen zu gehören. Ihnen zu dienen. Ruhm zu erlangen.
Lark hält nichts von den Royals und noch weniger von dieser mittelalterlichen, herabwürdigenden Auswahl. Aber irgendjemand hat für ihre Teilnahme gesorgt und schon bald gerät die Halbvampirin mitten hinein in eine geschwisterliche Fehde, weitreichende Intrigen – und endlich näher zu ihrer Vergangenheit, von der ihr nur ein dunkles Mal geblieben ist …

Christina Rains neue Dark-Academia Romantasy-Trilogie „Blood and Magic“ war für mich ein Muss, konnte mich die Autorin zuletzt mit ihrer Serie über die „Knightstone Academy“ überzeugen. Hatte ich leise Bedenken, dass sich diese beiden Fantasy-Romances zu sehr ähneln, spielen sie letztlich lediglich im selben Universum. Larks Schicksal ist anders als Haydens Geschichte, fesselt aber genauso sehr – und das von Anfang an.

Hauptsächlich führt uns Sinclar durch die mystische, manches Mal blutige Handlung, gibt uns Eindrücke des bzw. ihres Alltags am und eine Einführung in die Strukturen und Regeln des „Nightcastle Colleges“. Als unvollkommene Vampirin, die weder in Sachen Stärke noch Schnelligkeit an die für ihre Art typischen Kräfte heranreicht, ist Lark täglich den Spitzen und vermeintlichen Späßen der anderen ausgesetzt. Zu allem Übel ist sie auch noch immer auf Schlaf und echte Nahrung angewiesen, während sie zumindest auf einen Funken ihrer magischen Fähigkeiten zugreifen kann. Aber vor allem hadert die Protagonistin mit den optischen Vergleichen, mit offensivem Bodyshaming und der Einsamkeit. Obgleich Lark versucht, aus Eis zu sein, sich nichts anmerken und jeden Spruch an sich abprallen zu lassen, werden die LeserInnen Teil ihrer Verletzlichkeit, ihrer Selbstzweifel und Struggles. Diese Gefühle und Empfindungen wurden mit Tiefe dargelegt, mit nachvollziehbaren Gedanken unterlegt. Rain lässt Raum, um sich mit Lark zu identifizieren, und letztlich sind es der Trotz, die Unperfektheit und ihre vermeintlichen Schwächen, die sie nahbar und real machen.

„Magic Drowned in Blood“ wird von zwei weiteren, deutlich düsteren Perspektiven aufgewertet:
Wirkt Loras wie ein offenherziger, charmanter Sonnenschein, mit dem mensch Pferde stehlen kann, verhüllt Tarabas seine Emotionen genauso gut wie sein Gesicht. Beide Prinzen sind dunkel, bedrohlich und nicht einschätzbar. Ihre Intentionen? Verborgen. Doch ihre Sicht verheißt nicht viel Gutes …
Payne, der vampirische Bodyguard der magischen Adelssprösslinge, mischt ebenfalls als eine unberechenbare Komponente mit.
Andere Charaktere nehmen zwar mehr oder weniger Raum ein, bleiben aber eher im Hintergrund, wenn die/der eine oder andere dennoch für Überraschungen sorgt.

Christina Rain erzählt wie gewohnt in einem eindringlichen und modernen Ton, greift zu direkten Worten ohne an Eleganz einzubüßen und verzichtet weder auf Humor und spritzige Schlagabtausche noch auf beklemmende, temporeiche und emotionale Sequenzen. Der Autorin gelang die Balance zwischen Ereignissen und Informationen, zwischen Dunkelheit und Leichtigkeit ebenso wie die atmosphärische Inszenierung des Settings und die greifbare, interessante Darstellung des fantastischen Aspekts bzw. der übernatürlichen Gegebenheiten. In diesem Auftakt halten sich sowohl die expliziten Szenen als auch das sabbernde Teenie-Geschmachte in Grenzen, sodass sich der Fokus vornehmlich auf die Umstände und die sich im späteren Verlauf zuspitzende Situation samt aufploppender Geheimnisse und Ungereimtheiten richtet. Nichtsdestotrotz flirren zwischen Lark und den drei Besuchern auf ganz unterschiedliche Weise die Funken – oder die Schneeflocken.
Leidenschaftlich, verführerisch, anrüchig.

Neben Larks unfreiwilliger Teilnahme am gefährlichen Auswahlprozedere werfen auch mysteriöse Vor- und Todesfälle an der Universität und das stellenweise widersprüchliche Verhalten der Prinzen Fragen auf. Rain hält zusätzlich mit der mehrfach erwähnten Uneinigkeit zwischen den MagierInnen und den VampirInnen, mit dem Missfallen einzelner die Monarchie betreffend und mit Sinclairs Rolle eine unterschwellige Spannung aufrecht. Wir werden mit Rebellion und Vorurteilen, mit Verrat und Geheimnissen, mit Intrigen und Machtspielen konfrontiert, die es in Teil 2 der „Blood and Magic“-Trilogie unbedingt weiterzuverfolgen gilt! Bereit?

„Palace Woven in Darkness“: 01. Juni
„Crowns Buried in Chaos“: 28. September

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Veröffentlicht am 06.04.2026

High-Fantasy mit hintergründiger Romance

Blade of Night. Silberkuss
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»Das bedeutet Krieg. Du und ich, bis in den Tod.«

Vor Jahrhunderten teilte ein magischer Meteorit das Land Xio in zwei Teile – der Aufprall brachte nicht nur die Sternenkluft mitsamt dem Mondschimmer ...

»Das bedeutet Krieg. Du und ich, bis in den Tod.«

Vor Jahrhunderten teilte ein magischer Meteorit das Land Xio in zwei Teile – der Aufprall brachte nicht nur die Sternenkluft mitsamt dem Mondschimmer in die Welt, sondern auch die Magier.
Um sich aus den Fängen der Unterdrückung, der Not, zu befreien, riefen die Nachtelfen nach Hilfe. Nach dämonischer Unterstützung. Und ganz Mevell fiel in einem blutigen Massaker.
Seitdem verteidigen die überlegenen Nachtelfen unermüdlich die Sternenkluft, um den wertvollen Mondschimmer abzubauen und gierig die Magie in ihrem Reich zu halten.
Aber nun scheint sich eine alte, über die Zeit zur Legende verschwommene Bedrohung zu manifestieren. Noch mehr ausgerottet Geglaubtes kehrt zurück. Und der fragile Frieden zwischen den Arten droht endgültig zu brechen.

Zeline will den Gerüchten auf den Grund gehen, um ihr Volk zu schützen. Auch Aries Ascendere kann sich seiner Neugier und der Ahnung, dass der König ihm etwas verschweigt, nicht verwehren und sucht nach Gewissheit. Was beide finden, mehr als befürchtet, ahnen sie nicht …

„Silberkuss“ ist der Auftakt der „Blade of Night“-Dilogie und bringt uns in das durch die Sternenkluft gespaltene Xio. Nicht diese Grenze ist es, die die Völker trennt, sondern eine Vergangenheit, die in Blut geschrieben steht. Vorurteile und über Generationen weitergegebener Hass. Eine Feindschaft, die nicht ausgesprochen werden muss, um sie greifen zu können.

Jessica Iser schuf einen spannenden Planeten, durch dessen Ortschaften sie uns in anschaulichen, klaren Worten führt. Wir werden mit den Gegebenheiten von Melantes und Ostmelan, mit der Population besonderer Wesen – bspw. den drachenartigen Finstergleitern, den Mondschleichern oder den Kleifern – bekannt und mit den Hierarchien, der politisch und sozial angespannten Situation, den herrschenden Problemen vertraut gemacht. Im Taschenbuch dient eine Karte zur Veranschaulichung, während Band 1 der zweiteiligen Serie von Illustrationen der Autorin aufgewertet wird.

Wir verfolgen das Geschehen aus wechselnder Perspektive, sodass wir stets die jeweiligen Zweifel und Vorhaben der Protagonisten, ihr Wanken und Hinterfragen verstehen und ihre Erkenntnisse teilen können.
Einst als Waise umhergereicht, steht Zeline heute an vorderster Front des menschlichen Heers. Wurde eine pragmatische Frau mit Rückgrat, Prinzipien und einer festsitzenden Rüstung, erschaffen aus „schon zu viel gesehen“. Dass sie eines Tages tatsächlich einen Waffenstillstand mit einer Mondhaut eingehen, mit dieser hinab in die Tiefe Xios steigen, sich dem Feind hingeben, ihm vertrauen und hoffnungsvoll an seine Worte glauben würde, wäre der „Blutbefleckten“ nicht im Traum eingefallen. Doch vielleicht … vielleicht könnten sie, gemeinsam mit dem Wissen und den Fähigkeiten des Bibliothekars Dzem, der Ausbreitung der Dämonen Einhalt gebieten, sie auslöschen.
Thronverweigerer Aries dient dem Nachtelfenkönig als einer der sieben gnadenlosen Paladine. Obgleich Wut auf die Menschen ebenso in seinen Adern fließt wie in jenen seines besten Freundes Dayrin und ihren Artgenossen, ist der Kronprinz nicht bereit, Halbwesen zu verdammen oder einen neuerlichen Krieg zu provozieren. Zu viele Leben wurden bereits durch die nie beigelegte Fehde genommen.
Je öfter sich Aries' Weg auf der Suche nach Anzeichen von Dämonen mit jenem von Zelie kreuzt, umso stärker wird das Interesse, das bereits bei ihrer ersten Begegnung in ihm aufgeflammt ist … Zeline brennt sich in ihn ein. Aber wenn ein Tod ein ganzes Volk schützen kann – wem gilt dann seine Loyalität?

Dieser Fantasy-Roman besticht nicht mit Action und Tempo, sondern mit einer bedachten Herangehensweise, der es nicht an Langeweile und Ereignissen, nicht an Geheimnissen und Atmosphäre, nicht an Zorn und scheinbar nie endendem Hass mangelt. Wir lernen einige (un)sympathische, nicht einschätzbare Figuren kennen, spüren das Misstrauen, decken Lügen auf und werden von Intrigen, von Übergriffen überrascht. Von heimlichen Abkommen und Verrat, der tief trifft, von grenzenloser Machtgier und realer Ungerechtigkeit. Über der dichten Storyline liegt eine beklemmende Stimmung, etwas Mystisches. Immer im Schatten die Gefahr. Ohren, die lauschen. Idee, Setting und Plot empfand ich durchaus als gelungen.

Aries und Zelie sind beide starke, kriegerische Persönlichkeiten. Ihre flüchtigen Zusammentreffen, das unterkühlte, vorsichtige Miteinander, werden von Anspannung dominiert, von leiser Verachtung und einer unbestimmten Anziehung. So sehr sie versuchen, sich gegen ihre Sorgen um den/die FeindIn zu wehren, Gleichgültigkeit zu mimen und vage Pläne schmieden, um einander zu vernichten, so sehr glühen Verlangen und Neugier in ihnen. Das Wissen, das ihre Gefühle nirgendwohin führen dürfen … Perfekte Ausgangslage also für emotionale Zerstörung.
ABER: Mir fehlte der Grund, eine Basis für derartige zarte, manchmal verzweifelte Gedanken an diese verbotenen, plötzlich existenten Empfindungen. Wenn es hier auch (noch) keine griffige, keine nennenswerte Romance gab, fügte sich diese Inszenierung der fragilen Dynamik stimmig in die harschen, feindlichen Umstände. Ebenso wie der Wunsch, den anderen zu vergessen. Und die bittersüße Enttäuschung.

Soll heißen: Wer auf eine seichte Romantasy, auf überschwängliche Liebesschwüre oder prickelnde Momente hofft, hofft vergebens. Denn selbst beim körperlichen Näherkommen heißt es: Closed Door.
Wer jedoch nach Originalität sucht, nach zurückhaltenden, rohen Emotionen, nach düsterer Fantasy und uralten Dämonen, nach mystischen Geheimnissen und Überraschungen, der sollte sich Blade of Night gleich zulegen. Band 2 „Flammenherz“ erscheint schon im Juli!

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Weit von RomCom, Small-Town-Charme und Feel-Good entfernt

Ein Buchclub zum Verlieben
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„Ein Buchclub zum Verlieben“ wird als warmherziger Feel-Good-Roman angepriesen, aber hinter dem Cover versteckt sich davon ebenso wenig wie der versprochene Smalltown-Charm. Ehrlich – diese Geschichte ...

„Ein Buchclub zum Verlieben“ wird als warmherziger Feel-Good-Roman angepriesen, aber hinter dem Cover versteckt sich davon ebenso wenig wie der versprochene Smalltown-Charm. Ehrlich – diese Geschichte könnte in jeder Großstadt, jedem Dorf, jeder beliebigen Gemeinde spielen, denn abgesehen von Arthurs Haus erhält das Setting keine besondere Betrachtung.

Meiner Ansicht nach spiegelt auch der Klappentext nicht das wider, was uns Lucy Gilmore präsentiert. Zwar beginnt die Handlung mit Sloane und ihren Begegnungen mit Arthur McLachlan, doch die Bibliothekarin steht bis zum Schlussakt nur für diesen ersten Abschnitt im Vordergrund. Denn das plötzliche Fernbleiben des mürrischen, ruppigen Griesgrams zieht einen Rattenschwanz nach sich, der nicht nur zur Gründung eines kleinen Buchclubs – mit Treffpunkt in Arthurs staubigen Wänden – führt, sondern zu einigen Bekanntschaften, aus denen über die Wochen Freundschaften werden. Zusammenkünfte, die für jede/n nach und nach eine eigene Bedeutung erhalten.

Maisey ist die neugierige Nachbarin von gegenüber, die über alles, was vor ihrer Tür passiert, Bescheid weiß. Die Mittvierzigerin wird von der Angst vor dem Alleinsein geplagt, kämpft, wie ihre neue Freundin Sloane, mit etlichen Unsicherheiten und ist zugleich eine aufgeschlossene, fürsorgliche und manches Mal schräge Persönlichkeit, die dringend aufhören muss, sich stets und ständig kleinzuhalten und zurückzunehmen. Dass ihre Wochenhighlights jemals daraus bestünden, mit dem alten McLachlan über hochtrabende Literatur zu fachsimpeln, seine Unhöflichkeiten lächelnd zu erdulden und eine zusammengewürfelte Gruppe Fremder zu bekochen, ist selbst für die professionelle Wahrsagerin eine unerwartete Wendung ihres tristen, stets zurückgewiesenen Daseins.

Tha! Von wegen, seine Meinung würde Sloane in ihrem kleinen Club fehlen, nein, lediglich seine Erfahrungen als Krankenpfleger sind vonnöten. Ausgerechnet bei DEM Schrecken der Bibliothek. Aber trotzdem schätzt Mateo das Angebot, wird durch die Treffen frisch motiviert und inspiriert. Zum Verdruss von Lincoln, der weiß, wie unstet Mateo ist, wie schnell er das Interesse an Dingen, Jobs und Menschen verliert. Hauptsache nicht tun, was seine Mutter erfreut, wofür er bestimmt ist, sich gegen Druck und das Festlegen stemmen.

Tagelang hat er vor dem Haus seines Großvaters ausgeharrt, bis ihn Maisey regelrecht hineingezogen hat, in das Tohuwabohu von Arthurs Anwesen, in dem Melancholie und Wehmut genauso deutlich in der Luft liegen wie der Geruch unzähliger Klassiker. Greg wäre nicht hier, hätte er es seiner Mutter nicht versprochen, hätte das Krankenhaus nicht angerufen. Und trotz dass ihm der Alte ständig klarmacht, wie unerwünscht er ist, fühlt sich Greg nicht danach, zurückzugehen, in sein auf Eis gelegtes Leben.
Außerdem muss er unbedingt herausfinden, wieso diese drei Menschen freiwillig und ohne Bezahlung Zeit mit seinem unfreundlichen, gemeinen und viel zu ehrlichen Großvater verbringen.

Mittzwanzigerin Sloane liebt Geschichten, Struktur und hat eine sie erfüllende Anstellung in einer Bücherei. Zusätzlich wartet die junge Frau mit einem perfekten Verlobten samt dessen perfekter Familie auf. Dabei ist Sloane Parker tief im Herzen einsam. Unsicher. Noch immer in Trauer und ohne Rückhalt von ihren Eltern. Gerade Arthur McLachlan bringt ihre vermeintlich stabile Welt, ihre nie ganz fest gewordenen Überzeugungen, ihre Emotionen aus dem Gleichgewicht – in dem er mit seinen unverblümten, forschen und selten herzlichen Worten den Nagel auf den Kopf trifft und – ohne es zu wollen – vier Personen in sein Haus lässt, die einander genauso sehr brauchen wie Arthur die Gesellschaft des Buchclubs.

Auch Dreh- und Angelpunkt Arthur McLachlan erhält genauere Betrachtung und wenn er sich auch als klischeehafter Grumpy-Granddad gibt, so stecken in ihm so viele Gefühle. So viel Traurigkeit, Verbitterung – und plötzlich auch wieder Hoffnung und Lebenswille.

„Ein Buchclub zum Verlieben“ ist eine Geschichte über Einsamkeit, gebrochene Menschen, Ängste und Vergebung. Über die Konsequenzen und die Narben, die Verluste, Erwartungen und das Leben selbst hinterlassen. Und eine, in der neben dem sich neu auch das Zusammenfinden im Fokus steht. Aller Unterschiede und Fehler, aller schlechten Tage und Tränen, aller Differenzen zum Trotz.
Gilmore legt Wert auf eigensinnige, gar charakterlich wundersame, verlorene Menschen, was tatsächlich mehrfach für Situationskomik und Witz sorgt. Auch den Aufbau empfand ich theoretisch als passend, um die Mitglieder dieser Gemeinschaft kennenzulernen und vor allem: um sie zu verstehen. Ihren Ballast mit ihnen zu tragen.
Ungünstig: Sobald ein neuer Abschnitt beginnt, heißt, ein/e andere/r ProtagonistIn im Zentrum der Betrachtung steht, fallen vorherige Handlungsstränge inklusive aufgeworfener Konflikte und begonnener Ereignisse/Entscheidungen hinten runter. Leider ist der Plot auch nicht zur Gänze logisch, wirkt des Öfteren undurchsichtig verworren und nicht zu Ende gedacht, was wahrscheinlich vorrangig an dem »zu viel von allem« liegt. Die eine oder andere „Fügung/Figur/Erkenntnis“ wird plump und unrealistisch mitten hineinplatziert – was den Eindruck zur Folge hat, dass der Autorin plötzlich etwas (wieder) eingefallen ist.

Klingt jetzt erstmal nach keiner Empfehlung, oder? ABER – selbst wenn sich zusätzlich zu den erwähnten kritischen Punkten auch noch Fehler in den Text geschlichen haben und der Roman – mMn fälschlich – als Feel-Good | Wholesome vermarktet wird – ist der Kern dieser eher melancholischen, in großen Teilen schwermütigen Found-Family-Story doch ersichtlich und relevant. Stilistisch verfolgen wir das nachdenklich stimmende Geschehen in einem schnörkellosen, einfachen Ton. Die Fragen nach Gemeinsamkeiten, Verknüpfungen und Hintergründen sowie die Identifikationsmöglichkeiten mit den einzelnen Schicksalen machen es leicht, interessiert zu bleiben.

Gespickt mit der Liebe zum geschriebenen Wort, mit Nostalgie und Zuversicht ist dieser Roman nicht nur den einsamen Herzen gewidmet. Sondern allen Menschen. Denn niemand weiß wirklich, was der andere fühlt. Nicht, bis wir hinsehen. Uns die Zeit nehmen, um zuzuhören.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

High Fantasy x Slow Burn

Der Hof der silbernen Nacht
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Noch neunhundertelf erfolgreiche Aufträge trennen Niva Liorell von ihrem Ziel – der Freiheit für ihre Schwester. Bis Borwin ihr ein Angebot macht, das gefährlich, potenziell tödlich und zum Scheitern verurteilt ...

Noch neunhundertelf erfolgreiche Aufträge trennen Niva Liorell von ihrem Ziel – der Freiheit für ihre Schwester. Bis Borwin ihr ein Angebot macht, das gefährlich, potenziell tödlich und zum Scheitern verurteilt ist, dem sich die Lichtwandlerin jedoch nicht entziehen kann. Immerhin könnte sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Riennes Ketten sprengen und sich an ihrem Feind, dem König von Emberfall, rächen. Der Mann, der den Schwestern die Eltern, ihre Kindheit und eine selbstbestimmte Zukunft genommen hat.
Was sie dafür tun muss? Sich in den Silberhof einschleusen, das Vertrauen des allseits gefürchteten Dunkelelfen gewinnen, ihm Informationen entlocken und ihm ein mysteriöses Artefakt direkt vor der Nase wegschnappen. Ein Klacks … nicht. Denn obgleich Niva ein enormes, seltenes Talent dafür hat, ihre Gestalt mit ihrer Magie zu wandeln und in fremde Rollen zu schlüpfen, sie allerhand Zauber und Pulver kennt, die ihre Täuschungen perfektionieren, und sie für die einen oder anderen Tücken, die eine Anstellung am Hofe von Elarun mit sich bringt, einen Plan hat, ist sie noch immer eine Sonnenelfe, ein Wesen, das seine Kraft aus dem Licht zieht. Und in Valerian Kaelvanes Reich herrscht die Dunkelheit, regieren die Schatten, die viel zu oft Augen und Ohren besitzen …

Gemeinsam mit dem Seheräffchen Gimo, mit dem Gedanken an ihre Schwester und dem Wunsch nach Vergeltung macht sich Niva auf nach Emberfall – wird zu Milena Rosenthau – und ahnt nicht, dass sie in wenigen Wochen alles, was sie zu wissen glaubte, woran sie jahrelang festgehalten hat, loslassen muss. Dass Hass und Vorurteile von ihr abfallen werden, wie im Schlaf die sorgsam gewirkten Illusionen. Denn schon bald wird die Lichtmagierin mehr als nur ihr Leben riskieren – für den König des dunklen Landes, den Kriegstreiber, den Mörder …

„Verliere dich nie in deiner Rolle.“

„Der Hof der silbernen Nacht“ ist der Auftakt einer High-Fantasy-Dilogie, der mich von Anfang bis Ende mitgerissen hat. K. T. Steen schaffte es, mich mit ihrer mutigen und selbstlosen, nicht unfehl-, dafür nahbaren Protagonistin, der im Hintergrund entstehenden, jedoch zumindest in diesem Band nicht dominierenden Romance sowie dem komplexen Worldbuilding an die Seiten zu fesseln.
Gemeinsam mit Niva tauchen wir in die Düsternis der Dunkelelfen ein, erschmeicheln uns einen Platz als Schriftführerin am Silberhof, werden mit Fragen und Ungereimtheiten konfrontiert, mit tragischen Schicksalen und Offenbarungen, die sich mit derselben niederschmetternden Präzision in der Illusionistin festkrallen wie Zuneigung, Mitgefühl und Wärme. Denn je länger Niva im Silberschloss weilt, je stärker sie ein Teil der fragilen Schattengemeinschaft wird, je näher sie dem gnadenlosen Herrscher kommt und je mehr Fragmente – fehlende Teile – sie findet, umso angekommener fühlt sie sich.
Sie, eine Lichtelfe. Eine Lügnerin. Der Feind, den Valerian so unbedingt enttarnen will. Dabei darf Niva zu keiner Zeit vergessen, wer sie ist, darf ihr Ziel – für Rienne – nicht aus den Augen verlieren … wenn es sie auch ihr Herz und ihr Leben kosten könnte.

Mimt Valerian Kaelvane auch bemüht den harten Bad-Boy, lässt sich im voranschreitenden Verlauf erkennen, dass hinter der gleichgültigen, selbstsicheren und nahezu arroganten Fassade Schmerz steckt, Schuld. Vorsicht. Denn schon einmal war es Vertrauen, das ihm und seinen Getreuen zum Verhängnis wurde. Ein Fehler, der ihn seitdem aussaugt, ihm täglich in Erinnerung ruft, sich niemals wieder verletzlich zu machen …

Die Autorin erzählt in einem mitreißenden Ton, klar, vorstellbar, gespickt mit Gefühl und Witz. Kreierte eine einnehmende, wankelmütige Atmosphäre, die über das ganze Szenario eine Schwere legt, eine pulsierende Gefahr und Argwohn. Begleitet werden diese Eindrücke von Nivas Angst, enttarnt zu werden, der Möglichkeit, zu scheitern, und der Konsequenzen, die Versagen bedeuten würde. Da sich die Dynamik zwischen ‘Milena Rosenthau’ und ihrem neuen Chef nur langsam wandelt, sind die kleinen Veränderungen in der Haltung von Vale und seiner Schriftführerin, ihr zaghaftes öffnen, greifbar. Slow-Burn at the best.
Abgesehen von der wunderbaren Charakterzeichnung konnte mich vor allem das merklich durchdachte, detailliert dargelegte und interessante Worldbuilding begeistern – wir treffen auf verschiedene Wesen und Magie, besuchen einen Teil von Mirilor, spüren die Wunder uralter Artefakte, reisen durch Schatten und sehen, wie Illusionen lebendig werden. Steen lässt die Erklärungen zu einzelnen Gegebenheiten wie auch relevante Hintergründe und Politik stimmig in ihre Story einfließen, spart nicht an Humor und Aufregung, nicht an Spannung und Action, nicht an Geheimnissen und prickelnder Tension. Von puren Emotionen und Tragik bis hin zu Leid und Schuld, von den diversen Arten der Liebe zu Freundschaft bis hin zu Hass und Verrat – in diesem Buch wartet so viel, das es zu entdecken, in dem es sich zu verlieren gilt.

Zudem wird die Handlung von einigen Nebenfiguren bereichert – abgesehen von Taren und Gimo, die mir beide sehr ans Herz wuchsen, sind da Evelyne Caelius, Rienne und Aurélie. Auch andere, deren Rolle lange ungewiss ist, deren Ziele verborgen liegen, mischen mit und animieren dazu, aufmerksam zu bleiben. Denn wem kann man wirklich trauen, wenn es um Macht geht?

Die letzten Kapitel strotzen vor Überraschungen und Wendungen, vor Verlusten und Ausweglosigkeit, vor Hilfe aus ungeahnter Richtung und weiteren, alles infrage stellenden Erkenntnissen, während sich Niva Liorell in noch mehr, in neue Risiken stürzt und wir gespannt auf das Finale der Schattenlicht-Saga sein können.

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