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FranziskaBo96

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2025

Der Weg ist das Ziel

In einem Zug
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Romanautor Eduard Brunhöfer hat die besten Karrierejahre hinter sich - umso mehr fürchtet er sich vor einem beruflichen Termin in München. Im Zug dorthin trifft er auf eine junge Frau und die beiden kommen ...

Romanautor Eduard Brunhöfer hat die besten Karrierejahre hinter sich - umso mehr fürchtet er sich vor einem beruflichen Termin in München. Im Zug dorthin trifft er auf eine junge Frau und die beiden kommen ins Gespräch: über die Liebe, das Leben und die Kunst.

Für einen Großteil dieses doch eher kurzweiligen Buches wusste ich nicht so richtig, wo die Geschichte hinwollte und was der Autor in mir bewirken wollte - doch im Gegensatz zu so vielen anderen Romanen hat mich das bei "In einem Zug" irgendwie überhaupt nicht gestört. Hier gilt wirklich: Der Weg ist das Ziel.

Mit der richtigen Prise Humor entführt uns Glattauer in die Welt von Eduard Brunhöfer, der nicht unbedingt die sympathischste Person ist, für den wir am Ende aber doch eine gewisse Zuneigung empfinden. Mir gefielen die kleinen gedanklichen Ausflüge und Geschichten unheimlich gut.

Besonders hervorheben möchte ich das Ende, dass das Buch für mich von einer leichten Lektüre zu einer Geschichte verwandelt hat, die ich so schnell nicht vergessen werde. Das war ein richtiges Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Verloren im Paradies

One Perfect Couple
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Lyla und Nico sind ein ziemlich ungleiches Paar, zumindest, was ihre Berufswahl angeht. Während Lyla nämlich als Virologin arbeitet, versucht sich Nico als Schauspieler - bisher jedoch ziemlich erfolglos. ...

Lyla und Nico sind ein ziemlich ungleiches Paar, zumindest, was ihre Berufswahl angeht. Während Lyla nämlich als Virologin arbeitet, versucht sich Nico als Schauspieler - bisher jedoch ziemlich erfolglos. Doch da bekommt er ein Angebot für ein neues Reality-Format, das aber für Paare ausgelegt ist. Eher widerwillig begleitet Lyla ihn also nun auf eine exotische, abgelegene Insel, um ihrem Freund den Traum vom Ruhm näherzubringen. Doch das tropische Paradies verwandelt sich sehr schnell zum Albtraum...

Dass ich diesem Buch am Ende vier Sterne gebe, hätte ich auf den ersten 150 Seiten definitiv nicht gedacht. Die Story plätschert ziemlich öde vor sich hin, außerdem nervten mich die doch sehr stereotypen Figuren. Im Nachhinein würde ich schon sagen, dass das ganze Setup, wie die Reality Show funktionieren soll und welche Beziehungen die Teilnehmer zueinander haben, schon noch wichtig wurden, nur fand ich das alles andere als spannend.

Doch irgendwann jagt in der Geschichte ein Ereignis das nächste, was dazu führt, dass man das Buch kaum weglegen kann. Es wird überraschend brutal und düster und die Autorin konnte mich nach einem enttäuschten Start wirklich noch überzeugen.

Einige Aspekte des Endes fand ich wieder nicht ganz so gut, doch vor allem die letzten Seiten brauchten mich dazu, dem Buch am Ende (mit viel Augenzudrücken) vier Sterne zu geben. Vor allem Thriller-Fans werden hier sicherlich ihren Spaß haben.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Die Frauen der Baleine

La Louisiane
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"La Louisiane" beschäftigt sich mit den realen Schicksalen verschiedener Frauen im 18. Jahrhundert, die relativ unvorbereitet von Paris in die namensgebende, damals französische Kolonie geschickt wurden. ...

"La Louisiane" beschäftigt sich mit den realen Schicksalen verschiedener Frauen im 18. Jahrhundert, die relativ unvorbereitet von Paris in die namensgebende, damals französische Kolonie geschickt wurden. Wir begleiten sie von ihren Anfängen in der Salpéterie in Paris - teils Strafvollzugsanstalt, teils Waisenhaus - über die anstrengende wochenlange Fahrt über den Atlantik bis hin zu ihren Leben in der späteren USA mit allen Hindernissen.

Dass junge französische Frauen teils unfreiwillig und meist unvorbereitet in die amerikanischen Kolonien gesendet wurden, ist wenig überraschend und trotzdem etwas, was mir unbekannt war. Dass sich Julia Malye mit diesen Geschichten auseinandersetzt, finde ich daher wirklich toll. Gerade zu Anfang des Buches konnten mich die historischen Zusammenhänge auch wirklich fesseln.

Leider nahm mein Interesse im Laufe des Buches etwas ab. Das lag für mich vor allem daran, dass vor allem nach der Ankunft in Louisiane es mir zu stark um die Beziehungen zwischen den Frauen ging und weniger um die doch durchaus sehr interessanten historischen Zusammenhänge. Zwar verstehe ich, dass ein guter historischer Roman beides schaffen muss, jedoch konnten mir die Figuren nie so wirklich ans Herz wachsen. Dabei spielte sicher auch eine Rolle, dass ich das ganze Buch über echte Probleme hatte, die Frauen auseinanderzuhalten, da sie für mich nicht einzigartig genug waren.

Gegen Ende konnte mich das Buch jedoch auch wieder etwas mehr überzeugen, was auch daran lag, dass auch die Ureinwohner Amerikas etwas Aufmerksamkeit bekamen, was mir im Rest der Geschichte schon etwas gefehlt hatte.

Ich denke, dass ich mit den falschen Erwartungen an das Buch gegangen bin. Die Geschichte hat definitiv mein Interesse für diese Epoche geweckt, konnte aber nicht ganz mein Wissensdurst zu diesem Bereich stillen. Wer mehr das Zwischenmenschliche mag, hat vielleicht etwas mehr Freude mit dem Buch.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Zeitreise durch die Vorstadt

Leuchtfeuer
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Im Jahr 1985 begeben sich die Geschwister Sarah und Theo mit einer Schulfreundin auf eine Spritzfahrt, die letztere nicht überleben wird. Auch Jahrzehnte später hat die ganze Familie mit den Folgen jener ...

Im Jahr 1985 begeben sich die Geschwister Sarah und Theo mit einer Schulfreundin auf eine Spritzfahrt, die letztere nicht überleben wird. Auch Jahrzehnte später hat die ganze Familie mit den Folgen jener Nacht zu kämpfen. Wir begeben uns auf eine Zeitreise, in der wir nicht nur die vier, sondern auch eine weitere Familie aus dem Viertel aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Stadien des Lebens kennenlernen.

Ich hatte schon lange kein Buch mehr, dass mich von Anfang bis Ende so fesseln konnte wie "Leuchtfeuer". Ich bin großer Fan gut erzählter Familiengeschichten, da konnte mich Shapiro absolut mit diesem Buch bedienen. Durch die Erzählweise, die immer wieder von verschiedenen Personen und Zeiten hin und her springt, erhalten wir nach und nach ein komplexes Puzzle über die Familie im Mittelpunkt und ihre Nachbarn und auch, wie das Leben und das Haus in der Großstadt sie geprägt hat.

Besonders beeindruckt hat mich, wie viele Facetten des Lebens Shapiro auf knapp 280 Seiten packen konnte, ohne dass es für mich zu komplex wirkte. Die Geschichte rührte mich immer wieder zu Tränen (was bei mir extrem selten vorkommt), endet aber letztendlich mit einem positiven und nachdenklichen Blick auf das Leben.

Von mir bekommt "Leuchtfeuer" daher wohlverdiente 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Champagne Problems

Pineapple Street
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"Pineapple Street" erzählt die Geschichte von drei Frauen und ihrem Leben in der High Society von Brooklyn Heights. Darley führt ein auf den ersten Blick erfülltes Leben als Hausfrau, fragt sich jedoch, ...

"Pineapple Street" erzählt die Geschichte von drei Frauen und ihrem Leben in der High Society von Brooklyn Heights. Darley führt ein auf den ersten Blick erfülltes Leben als Hausfrau, fragt sich jedoch, ob es nicht noch mehr da draußen gibt. Ihre Schwester Georgiana hat eine Affäre mit einem verheirateten Kollegen, der dafür sorgt, dass sie ihre Privilegien und ihren Reichtum hinterfragt. Und deren Schwägerin Sasha muss sich in der eingeheirateten Familie und im vererbten Haus der Schwiegereltern erstmal zurechtfinden.

Das Buch war für mich ein sehr unterhaltsamer Blick in die New Yorker Oberschicht. Die Geschichte hat mich sehr oft zum Schmunzeln gebracht und durch die drei Protagonistinnen bekommt man auch sehr unterschiedliche Blicke auf den Reichtum, die die Familie über Generationen angehäuft hat. Ich habe mich tatsächlich immer wieder an Tom Wolfe oder Truman Capote erinnert gefühlt, ich fand schon, dass diese Geschichte quasi eine moderne Hommage an diese Autoren war.

Einige Rezensionen kritisieren einen fehlenden Tiefgang und eine zu unkritische Auseinandersetzung mit den Privilegien der Familie. Gerade ersteres kann ich nicht unbedingt abstreiten, aber das ist auch irgendwie nicht ganz der Anspruch, den ich an dieses Buch hatte. Ich gebe auch zu, dass manche doch eher komplexe Probleme ein bisschen zu einfach gelöst wurden, aber das änderte irgendwie nichts daran, dass mich dieses Buch wie lange kein anderes mehr unheimlich unterhalten hat.

Wer sich von der Handlungsbeschreibung angesprochen fühlt, sollte also auf jeden Fall mal in "Pineapple Street" reinlesen.

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