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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2017

Überzeugende Einstimmung auf die Hauptreihe

Der Anfang
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Die „Time School“-Reihe steht schon seit Bekanntgabe auf meiner Wunschliste, da mich der Klappentext des ersten Buches „Auf ewig dein“ sofort begeistern konnte und eine schöne und spannende Geschichte ...

Die „Time School“-Reihe steht schon seit Bekanntgabe auf meiner Wunschliste, da mich der Klappentext des ersten Buches „Auf ewig dein“ sofort begeistern konnte und eine schöne und spannende Geschichte verspricht. Desto mehr habe ich mich natürlich gefreut, „Der Anfang“, die Kurz-Vorgeschichte der „Time School“-Reihe, vorabzulesen und mir somit einen Eindruck des Plots zu machen.

Vor allem, weil ich die „Zeitenzauber“-Reihe von Eva Völler nicht gelesen habe, habe ich mich sehr gefreut, die beiden Hauptprotagonisten Anna und Sebastiano in dieser Kurzgeschichte schon vorab kennenzulernen – bevor ich mich an die Hauptgeschichte wage. Es ist ihnen auch spielend leicht gefallen, mich zu überzeugen. Einzeln, aber auch zusammen, sind sie gut, in dem was sie tun, wirken sympathisch, aber vor allem voller Leidenschaft für die Zeitreise und ihre eigentliche Aufgabe. Ich mochte beide sehr gerne, ich mochte es, wie sie als Team agieren und wie sie sich kompromisslos aufeinander verlassen können. Ich hoffe, davon in der „Time School“-Reihe noch mehr zu lesen.

Obwohl ich Wikinger-Geschichten an sich eher weniger mag, war ich doch sofort gefesselt von den Ereignissen rund um Ole, der die beiden Hauptprotagonisten auf ihrer Zeitreise begleiten soll. Diese kleine Geschichte über den starrsinnigen Wikinger hat mir trotzdem sehr gut gefallen und meiner Meinung nach sehr gut auf „Auf ewig dein“ vorbereitet. Die Kurzgeschichte gibt einen Überblick darüber, worum es in der eigentlichen Geschichte geht, wer als Protagonist wohl eine Rolle spielen wird und vor allem legt sie schon einige Regeln bei der Rekrutierung von Zeitreisenden und der Zeitreise selbst fest. Die Kurzgeschichte ist also ein gutes Fundament für den ersten Teil der neuen Reihe.

„Der Anfang“ ist mein erstes Buch von Eva Völler (auch wenn ihre „Zeugenkussprogramm“-Reihe noch auf meinem SuB liegt) und daher war ich auch sehr gespannt darauf, ihren Schreibstil zu bewerten. Schließlich sollte dieser überzeugend sein, wenn man mit dem Lesen einer neuen Reihe beginnen will. Und mich hat er auch überzeugt. Denn sie hat mir nicht nur in weniger als 70 Seiten die Charaktere nahe gebracht und eine Geschichte geschrieben, deren Inhalt normalerweise eher uninteressant für mich wäre (Wikinger), sondern ich mochte auch ihre Beschreibungen der Situationen und der Umgebung. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen und in meinem Kopf einen Film ablaufen lassen, was für mich immer am wichtigsten ist. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass die „Time School“-Reihe als Jugendbuch kategorisiert wird und daher eher einen leichten, flüssigen Schreibstil aufweist.

Fazit
Mir hat „Der Anfang“ als Kurzgeschichte sehr gut gefallen und ist eine gute Einstimmung für den ersten Band „Auf ewig dein“. Überzeugend fand ich auch die Leseprobe, die in dem eBook enthalten ist und die mir auch deutlich gemacht hat, dass die Vorgeschichte den Einstieg in die Reihe um einiges vereinfacht. Ich kann die kurze, digitale Vorgeschichte also auf jeden Fall empfehlen.

Veröffentlicht am 18.06.2017

Begeisternder und emotionaler Abschlussband!

Feel Again
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"Feel Again" ist der Abschlussband der "Again"-Reihe, auf den wohl alle Fans nur gewartet haben. Ich denke, es muss nicht extra erwähnt werden, dass auch ich ein riesen Fan von Mona Kasten bin und mich ...

"Feel Again" ist der Abschlussband der "Again"-Reihe, auf den wohl alle Fans nur gewartet haben. Ich denke, es muss nicht extra erwähnt werden, dass auch ich ein riesen Fan von Mona Kasten bin und mich nicht nur darauf gefreut habe, den neuen Band der Autorin zu lesen, sondern auch Sawyer und Isaac auf der Suche nach der großen Liebe zu begleiten. Denn, wer die anderen beide Bände der Reihe kennt, der weiß, wie schwer vorstellbar die Konstellation zwischen der rotzfrechen Sawyer und dem nerdigen Isaac ist.

Eben gerade deswegen war ich doch umso verwunderter, dass Sawyer und Isaac einzeln und auch zusammen sich zu meinem Lieblingspärchen der drei Bände entwickelt haben. Beide Charaktere haben mich persönlich nicht nur wegen ihrer Tiefe überzeugt, sondern vor allem durch die Entwicklung, die beide durchmachen (müssen). Ich war doch überrascht, wie leicht es mir fiel, Sawyer zu verstehen, mich in sie hineinzuversetzen und so manchen verletzenden Satz oder extremen Ausfall ihrerseits zu verzeihen oder gar zu verstehen. Ich habe eine absolute Schwäche für gebrochene Charaktere, für schwere Schicksale und für Charaktere, die sich dadurch eine Seite zugelegt haben, die sie vor anderen und auch vor sich selbst schützt. Für mich hat sich Sawyer auch vor allem deswegen zu meiner Lieblingsprotagonisten entwickelt, weil sie sich im ersten Band doch wie eine richtige Bitch (sorry!) aufgeführt hat, im zweiten schon angenehmer im Auftreten war und man im dritten und letzten Teil auch erfährt, warum sie so zu anderen ist. Dass ihr Auftreten im Auftaktband keine Charakterschwäche ist, sondern das Resultat eines harten Kampfs in der Vergangenheit. Ihre Geschichte hat mich wirklich sehr berührt – gerade in Situationen, in denen ihr Liebe, Zuneigung und Geborgenheit entgegengebracht wurden und sie damit überhaupt nichts anzufangen wusste. Das hat mehr als ein Mal mein Herz zerrissen und meine empathische Seite zum Weinen gebracht.

Dass es dann gerade Isaac ist, der sich in ihr Herz stiehlt, ist herzzerreißend süß, überraschend und perfekt zugleich. Denn von ihm hätte man es wohl von allen Charakteren in den drei Büchern am wenigsten erwartet. Nicht nur Sawyer entwickelt sich zum Positiven, sondern auch Isaac blüht vollkommen auf, wird selbstbewusster und kämpft sich mehrfach zu ihr durch, obwohl sie ihn oft genug abblitzen lässt. Beide Protagonisten sind so wunderbar gezeichnet, so realitätsnäh und authentisch. Und das färbt dann letzten Endes auch auf die Beziehung und ihre Liebe zueinander ab, die genauso süß und echt ist wie die beiden Figuren selbst.

Die Liebesgeschichte der beiden fand ich wunderschön aufgebaut und inszeniert. Wie die beiden sich im Steakhouse kurz und oberflächlich unterhalten, immer mehr Zeit miteinander verbringen, Sawyer Isaac Nachhilfe im Flirten gibt, wie sie anfangen sich füreinander zu interessieren, Gefühle entwickeln, sich verletzen und man einfach nur darauf hofft, dass einer von beiden doch bitte den ersten Schritt macht und auf den anderen zugeht. Der Aspekt der Fotografie, der im Klappentext erwähnt wird, hat mir da auch besonders gut gefallen (und mir Sawyer wahrscheinlich auch deswegen näher gebracht). Da ich selbst eine Schwäche für Fotografie habe, fand ich diese Beschreibungen toll und sie geben dem Buch, für mich persönlich, einen besonderen und einzigartigen Touch. Nicht nur, weil ich meine Kamera wohl genauso liebe wie Sawyer ihre, sondern auch, weil ich weiß, wie aufmunternd das Fotografieren sein kann, wenn es einem selbst schlecht geht und man schwere Zeiten durchmacht.

Ein bisschen schade fand ich, dass die vorherigen Charaktere in diesem Buch ein wenig verloren gegangen sind. Ab und zu liest man noch von Dawn, eher gegen Ende des Buches auch von Kaden, aber Allie und Spencer werden nur noch sehr wenig erwähnt. Von den beiden hätte ich, so zum Schluss, auch wieder gerne mehr gelesen, fand es aber auch nicht besonders schlimm, dass der Fokus auf den beiden Hauptprotagonisten lag. Bei Bedarf lese ich einfach Band eins und zwei nochmal :D

Mona Kasten hat sich meiner Meinung nach in "Feel Again" im Bezug auf den Schreibstil selbst übertroffen. Ich mochte Allie und Dawn sehr gerne und habe auch ihre Probleme verstanden. Jedoch habe ich in keinem Band so mitgefühlt wie bei Sawyer, was ich nicht nur auf ihre persönliche Geschichte, sondern auch auf den Schreibstil der Autorin zurückführe. Sie fesselt damit nicht nur, sondern bringt die Gefühle der Protagonisten auf den Punkt und gleichzeitig dem Leser so nahe, dass er das Gefühl hat, selbst so zu fühlen, selbst seine Eltern verloren zu haben, selbst verloren und gebrochen zu sein, sich selbst unsicher und ungeliebt zu fühlen, nur um sich dann nachher umso mehr für das Liebespaar zu freuen. Für mich ist Mona Kasten eine wunderbare Autorin, deren Bücher man einfach lieben muss.

Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Viele haben sich ja an der pinken Umsetzung gestört, aber ich persönlich mag sie sehr gerne und ich denke, sie wird zu den anderen beiden Bänden auch sehr schön aussehen.

Fazit
Für mich ist "Feel Again" ein perfekter und mehr als gelungener Abschluss einer insgesamt sehr überzeugenden New Adult Reihe, von der ich mir eigentlich noch mehr Bände gewünscht hätte. Der letzte Band konnte vor allem aufgrund der sehr starken Charaktere, der interessanten Liebesgeschichte und dem einnehmenden Schreibstil der Autorin überzeugen. Ich kann also eine absolute Leseempfehlung aussprechen – für dieses Buch und für die beiden Vorgänger.

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  • Figuren
  • Gefühl
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 16.06.2017

Wunderschön unterhaltend und kurzweilig

Landliebe
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Bei einem war ich mir absolut sicher, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte: Normalerweise wäre dieses Buch überhaupt nichts für mich. Der Vergleich zu „Bauer sucht Frau“ drängt sich ja geradezu auf ...

Bei einem war ich mir absolut sicher, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte: Normalerweise wäre dieses Buch überhaupt nichts für mich. Der Vergleich zu „Bauer sucht Frau“ drängt sich ja geradezu auf und da ich alles, was mit dieser Sendung zu tun hat, meide, hat mich das Buch auch zuerst überhaupt nicht interessiert. Doch trotzdem hat es mich nicht wirklich losgelassen. Ich bin immer wieder auf die Produktseite zurückgekehrt, habe mir Rezensionen durchgelesen und mich am Ende doch dazu entschieden, "Landliebe" (als Hörbuch) eine Chance zu geben.

Ein Hauptgrund, warum ich mich für das Hörbuch entschieden habe, ist die Sprecherin Diana Amft. Ich kenne sie als Schauspielern, habe sie zum Beispiel bei "Doctors Diary", "Der Bulle und das Landei" und in anderen Sendungen gesehen und als Schauspielerin hat sie mir sehr gut gefallen. Ebenso konnte ich mir vorstellen, dass ihre Stimme in diese Bauern-Weingut-Liebe-Dreh-Kulisse sehr gut hineinpasst, was ich im Nachhinein mehr als bestätigen kann. Mir hat sie als Sprecherin wahnsinnig gut gefallen und ich fand sie, vor allem beim Sprechen von Ellies Teilen, auch sehr passend.

Aber nicht nur die Hörbuchsprecherin hat mich überzeugt, auch das Grundkonzept des Buches. Die Geschichte an sich erzählt einige verschiedene Handlungsstränge, die teils als normaler Roman, aber teils auch als Drehbuch erzählt werden. Die Drehbuchteile fand ich sehr gut umgesetzt, auch wenn sich diese eher im Hintergrund gehalten haben und meist nur kurz am Anfang eines Kapitels aufgeführt werden. Eigentlich hätte ich mir mehr davon gewünscht, trotzdem habe ich diese "Abwechslung" als toll empfunden und sie haben den Roman definitiv aufgelockert. Falls euch interessiert, was ich meine und wie es aufgebaut ist, könnt ihr ja einen Blick in die Leseprobe werfen. Die habe ich anfangs gebraucht, um mich in den ersten Minuten des Hörbuchs zurecht zu finden.

Die Liebesgeschichte, die den Hauptteil des Plots ausmacht, fand ich sehr süß umgesetzt. Es hat wirklich Spaß gemacht, den Annäherungsversuchen von Tom und Ellie zu folgen und zu sehen, wie sie das mit dem Drehbuch der Show "Landliebe" vereinen (und vor allem mit dem cholerischen Produktionsleiter, oh man). Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn die beiden sich gegenseitig noch hätten zappeln lassen, anstatt so "schnell" zueinander zu finden, aber das ist ja schließlich eine persönliche Vorliebe meinerseits und hat der Authentizität der Geschichte und der Gefühle der beiden füreinander keinen Abbruch getan. Auch die anderen Handlungsstränge haben sich sehr gut in die eigentliche Liebesgeschichte integriert und zu einigen Konflikten, Streitereien und Spannungen geführt.

Auch die Charaktere haben mich mit Leichtigkeit überzeugt. Tom war mir am Anfang aufgrund seiner ablehnenden Haltung und seiner oberflächlichen Gedanken ein wenig suspekt, aber sobald er sich wohler in seiner Haut fühlt und in seiner Arbeit aufgeht, merkt man ihm sein sensibles Gemüt und seine Liebenswürdigkeit doch an. Auch Ellie war mir anfangs nicht direkt sympathisch, aber auch sie macht sich schnell und beweist ihr Kämpferherz, ihre Klugheit und ihr bodenständiges Denken. Dass bei den beiden Charakteren – und auch bei den Nebenfiguren – nicht auf jeglisches Klischee verzichtet wurde, muss ich an dieser Stelle wohl nicht extra erwähnen; für mich gehört das zu einem kitschigen Liebesroman einfach dazu. Gerade dieses Land-Feeling, die Konkurrenz unter Winzern und die Eigenschaften des ein oder anderen Charakters kamen ohne das nicht aus, was mir aber als Landkind auch einen gewissen Charme vermittelte.

Ein weiterer positiver Punkt, den ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen möchte, ist der Blick hinter die Kulissen einer Fernsehshow. Gerade solche Formate (meist anzufinden bei den privaten Fernsehsendern ;)) sind doch alle nur gestellt, für den Zuschauer perfekt aufbereitet und geben somit nur ein sehr verzerrtes Bild der Wirklichkeit ab. Dass die Schauspieler darunter öfter leiden, unter Zeitdruck stehen und viele Dinge in die Kamera sagen, die nicht der Wahrheit entsprechen oder die sie niemals sagen würden, wurde hier perfekt dargestellt und sollte so manchen Leser bzw. Zuschauer definitiv vor die Frage stellen, was genau er sich da eigentlich im Fernsehen ansieht und wie viel man letztlich davon glauben kann.

Fazit
Die Geschichte rund um "Landliebe" ist so witzig, leicht und überraschend zauberhaft ausgearbeitet, dass ich das Hörbuch in einem Stück durchgehört habe (zugegebenermaßen mit der Geschwindigkeit 1.5x). Ich habe mich trotz des "Bauer sucht Frau"-Feelings gut unterhalten gefühlt und bin der kurzweiligen Geschichte von Tom und Ellie sehr gerne gefolgt. Das wird sicher nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein. Meiner Meinung nach die perfekte Sommerlektüre...

Veröffentlicht am 14.06.2017

Emotionale und ergreifende Mutter-Tochter-Geschichte

Du erinnerst mich an morgen
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"Du erinnerst mich an morgen" ist mein zweites Buch der Autorin Katie Marsh. Genauso wie ihr erster Roman fällt auch dieser wieder mit einer sehr bunten, hervorstechenden Cover-Gestaltung auf, was aber ...

"Du erinnerst mich an morgen" ist mein zweites Buch der Autorin Katie Marsh. Genauso wie ihr erster Roman fällt auch dieser wieder mit einer sehr bunten, hervorstechenden Cover-Gestaltung auf, was aber eigentlich nur Fassade ist. Denn sowohl "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer", als auch "Du erinnerst mich an morgen" sind zwei Geschichten, die sehr viel emotionalen Ballast thematisieren und den Leser sehr berühren; in diesem Fall nicht nur durch eine beendete Liebesbeziehung, sondern vor allem durch eine gestörte und zerrüttete Mutter-Tochter-Beziehung.

Der Klappentext verrät schon einiges über die Geschichte an sich – nicht so viel, dass der Plot langweilig ist, aber genug, als dass man als Leser weiß, worauf man sich einlässt. Daher hatte ich schon mit einer bewegenden Handlung gerechnet, die mich schon relativ schnell am Anfang mitnehmen konnte. Vorneweg muss ich sagen, dass ich mich mit der Diagnose Alzheimer nicht besonders gut auskenne – wahrscheinlich genauso viel wie jeder andere auch, dessen Familien- und Freundekreis davon (bisher) nicht betroffen ist. Natürlich weiß ich, welche Krankheit es ist, wie sich Betroffene verhalten und dass sie nach dem jetzigen Stand der Medizin leider nicht heilbar ist. Klar war mir allerdings nicht, was es wirklich bedeutet, welche weiten Kreise so eine Umstellung zieht und wie sehr das nicht nur den Betroffenen selbst, sondern vor allem auch seine Angehörigen belastet.

Und damit meinte ich nicht nur das Offensichtliche, dass man als normal berufstätiger Mensch keine adäquate Betreuung für einen Alzheimer-Kranken ist und dass derjenige Sachen und Menschen vergisst. Sondern auch, dass man gemeinsame Erinnerungen nicht mehr zusammen teilen kann, dass man als Angehöriger beispielsweise mit der Schwester verwechselt wird, dass man rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss, dass die Kranken oft verwirrt und panisch sind, sich gute und schlechte Tage ständig abwechseln, dass sie nicht mehr alleine auf die Straße gehen sollten, weil sie sich verlaufen und/oder sich verletzen können oder einfach nur ein leichtes Opfer für Kriminelle sind. Natürlich ist das alles nur ein winzig, winzig kleiner Teil von dem, was Betroffene sowie Familie und Freunde wirklich durchmachen und lässt sich von einem Außenstehenden auch nicht mal ansatzweise umfassend beurteilen.

Wie schlimm es wirklich ist, hat mir erst dieses Buch teilweise erzählen können. Mich hat das alles sehr nachdenklich zurückgelassen, hat mir gezeigt, wie leicht man Dinge einfach unterschätzt und wie oft man meint, sich vorstellen zu können, wie schlimm etwas sein muss, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung davon zu haben. Ich denke, vor allem in diesem Punkt hat das Buch seinen Sinn und Zweck mehr als erfüllt. Nicht nur, dass Menschen sich mit dem Thema und dessen Auswirkungen befassen, vor allem Menschen, die eben keine Ahnung davon haben. Sondern es ist auch ein Buch für Menschen, die davon betroffen sind. Um ihnen und ihren Angehörige Mut zu machen, Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, ohne letztlich als die schlechte Tochter/der schlechte Sohn/der schlechte Ehemann/die schlechte Ehefrau/sonstiges dazustehen.

Die Charaktere haben es mir in diesem Buch nicht wirklich leicht gemacht – und das meine ich im positiven Sinne. Zoe, die Hautprotagonistin, habe ich zwar lange Zeit überhaupt nicht verstehen können, aber nach und nach ist sie mir sehr ans Herz gewachsen, weil zwischendrin immer wieder Erklärungen geliefert werden und manche Handlung dann eben doch verständlich ist. Ebenso mochte ich ihre Schwester Lilly, ihren Ex-Verlobter Jamie, ihre Mum Gina und ganz zum Schluss auch irgendwann ihren Dad Alistair. Ich habe mich mit allen irgendwie verbunden gefühlt, was mir die Situation und die Handlung des Buches nur noch näher gebracht hat, was mich noch mehr beührt und bewegt hat und weswegen ich jeden Schritt mit schmerzendem und weinendem Herzen begleitet habe. Ich habe mich für Gina gefreut, wenn sie kurzzeitig über der Krankheit stand und ihre wachen und hellen Momente hatte, aber auch für Zoe, die zwischendurch kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand und die zwischen allen Stühlen saß. Ein Buch ist eben auch nur dann ein gutes Buch, wenn man die Figuren verstehen kann, wenn man sie mag und ihr Schicksal mitleidet. Wenn man sich identifizieren kann, wenn man eben keinen Abstand von ihnen nimmt, sondern versteht und den Konsequenzen folgt.

Letztlich habe ich dann vor allem am Ende ein paar Tränen vergossen, weil ich gerade den Schluss einfach wunderschön umgesetzt fand. Ein paar Seiten vor dem Ende dachte ich noch, wie will man diese Geschichte noch in irgendeiner Art und Weise vernünftig und hoffnungsvoll beenden, wie bekommt die Autorin die Kurve, den Leser nicht bedrückt und ernüchtert zurückzulassen? Denn bei dieser Thematik war ein Happy End einfach absolut notwendig. Katie Marsh hat es dann auch wirklich geschafft, dass ich emotional reagiert habe und das Ende somit mehr als gelungen empfand. Denn ich konnte das Buch – widererwartend – mit einem guten Gefühl zuklappen.

Ebenso wie bei ihrem letzten Roman hat auch hier vor allem der Schreibstil der Autorin dazu beigetragen, dass ich das Buch mit einem positiven Eindruck beendet habe und im Gedächtnis behalte. Damit meine ich nicht nur, die Art, wie sie schreibt, so berührend und persönlich, sondern auch die Aufteilung der Geschichte – denn bei den Kapiteln wechseln sich die Gegenwart (meist aus Zoes Sicht) und die Vergangenheit (aus Ginas Sicht) ab. Toll fand ich das deshalb, weil ich nur mit den Gegenwartskapiteln sicher zu dem ein oder anderen Charakter überhaupt keine Beziehung hätte herstellen können.

Fazit
"Du erinnerst mich an morgen" ist ein sehr ergreifendes Buch mit einem sehr tragischen Thema. Sie schildert die Problematik dessen so persönlich und bewegend, dass ich mich informiert, berührt und unterhalten gleichzeitig gefühlt habe. Ich kann hierfür auf jeden Fall eine Leseempfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 14.06.2017

Besser als der erste Band

MeeresWeltenSaga 2: Mitten im Herzen des Pazifiks
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Nachdem mich der erste Teil der MeeresWeltenSaga nicht so wirklich mitnehmen konnte, war ich doch sehr gespannt darauf, zu erfahren, wie ich den zweiten Teil finden würde. Ich will ja immer wissen, wie ...

Nachdem mich der erste Teil der MeeresWeltenSaga nicht so wirklich mitnehmen konnte, war ich doch sehr gespannt darauf, zu erfahren, wie ich den zweiten Teil finden würde. Ich will ja immer wissen, wie und ob ein Autor sich gesteigert hat, eventuelle Kritikpunkte umsetzen konnte und ob das Potenzial, das im ersten Band angedeutet wurde, vielleicht diesmal ausgeschöpft werden konnte. Und auch wenn ich von "Mitten im Herzen des Pazifiks" nicht so hundertprozentig überzeugt wurde, fand ich die Ausarbeitung der Fortsetzung schon besser als "Unter dem ewigen Eis der Arktis".

Das World-Building ist in einem Fantasy-Roman für mich persönlich immer das wichtigste. Ein Roman in dem Genre muss kreativ ausgearbeitet und etwas besonderes sein, was ich beim Reihenauftakt nicht besonders gut umgesetzt fand und da schon ein großer Kritikpunkt von mir war. Auch wenn ich das Setting diesmal als ein bisschen schöner und detailreicher empfand und mich auf die Stellen, bei denen die Media/Medius im freien Ozean schwimmen und vor Gefahren fliehen, fast vollkommen einlassen konnte, erschließt sich mir auch bei diesem Teil nicht, wieso eine Festung aus Mauern in der Unterwasserwelt vorkommen muss; geschweige denn Stühle, Betten und Tische. Ganz ehrlich, wer stellt sich denn bitte vor, dass eine Meerjungfrau am Tisch sitzt, wenn sie isst? Oder in einer Festung wohnt, in denen man Türen zuschlagen kann? Ich weiß nicht genau, was mein Problem mit dieser Welt ist, aber sie erscheint so lieblos ausgearbeitet, so irdisch und so menschlich, so dass ich bei der Fülle an Fantasy-Elementen und der Fülle an Kreativität leider ziemlich enttäuscht davon bin.

Bereits in meiner ersten Rezension habe ich auf die unterschiedlichen Charaktere hingewiesen. Jack und seine Beziehung zu Adella werden immer interessanter, die Anziehung zwischen Nobilis und Adella immer intensiver und auch die neuen Charaktere, wie Meister Arturo und Elea, haben es mir sehr angetan. Nicht nur, weil sie frischen Wind in die Geschichte bringen, sondern auch maßgeblich an deren Verlauf beteiligt sind. Einzig und alleine Adella macht mir Schwierigkeiten. Während ich sie im ersten Band noch als "leicht nervig" empfand, ist mir ihre Art diesmal noch negativer ausgefallen. Ich weiß, sie ist ein Teenager bzw. eine junge Erwachsene, die in eine Meerjungfrau verwandelt wurde, die gerne wieder ein Mensch wäre, die ihre Eltern verloren hat und trauert. Aber auf jede Äußerung von Noboilis direkt pampig und feindselig zu reagieren und dauernd Streit zu suchen, lassen eine Hauptprotagonistin in meinen Augen leider nicht gerade sympathisch erscheinen. Sie eckt dauernd an, macht aus einer Mücke einen Elefanten und stürzt sich geradezu auf Nobilis Aussagen, um sie irritierend und seltsam zu interpretieren. Wenn dann auch er ausfallend und gereizt reagiert hat, hat er mir meist sehr aus der Seele gesprochen. Auch dadurch erschien er mir nur noch sympathischer, auch wenn ich wirklich versucht habe, Adella und ihre Reaktionen zu verstehen.

Die Geschichte an sich und die daraus resultierenden Handlungen haben mich weit mehr mitgenommen und gepackt, als das beim Auftakt der Reihe der Fall war. Gerade, weil neue Geheimnisse rund um Jack auftreten, Piraten eine Rolle spielen, die Liebesgeschichte leicht an Fahrt aufnimmt und auch Magie zu einem Leitthema wird. Mir hat zwar immer noch das gewisse Etwas gefehlt, aber das Potenzial, das ich in Band eins gesehen und wahrgenommen habe, wurde hier ansatzweise umgesetzt und lässt mich auch hoffnungsvoll auf Band drei blicken.

Auch mit dem Schreibstil kam ich dieses Mal viel besser klar – abgesehen von Adellas Ausfällen. Zwar weiß ich nicht wirklich, ob der Schreibstil an sich besser war oder ob ich einfach mit einer jugendlicheren Sprache gerechnet hatte und darauf vorbereitet war. Auf jeden Fall konnte ich mich viel mehr in die Geschichte fallen lassen und habe mich auf die schönen Ausführungen gestürzt, wenn Valentina Fast von dem schönen Ozean, den dramatischen Szenen mit Ungeheuern und den erschreckenden Schilderungen über den Plastikmüll in den Meeren erzählt – und ja, ich denke, diese Botschaft kommt beim Leser definitiv an. Man merkt, dass die Autorin schreiben kann (das wusste ich ja schon von "Royal – Ein Leben aus Glas"), auch wenn ich mir mehr von ihr wünschen würde.

Die Gestaltung dieses Covers finde ich genauso toll, wie die Gestaltung des ersten – und auch des dritten. Die Farbe ist einfach wunderschön, ebenso die abgebildete Meerjungfrau. Ich bin ja schon sehr auf das Cover von Band vier und fünf gespannt.

Fazit
"Mitten im Herzen des Pazifiks" hat mich mehr packen können, als sein Vorgänger. Für mich persönlich war das World-Building noch nicht ausreichend ausgearbeitet und auch die Hauptprotagonistin Adella hat nicht überzeugt. Trotzdem hat mir das Buch aufgrund der gesteigerten Handlung und der anderen Protagonisten gut gefallen und bereitet sehr gut auf die Fortsetzung vor.