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Veröffentlicht am 08.03.2019

Spannung garantiert

Lazarus
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Als großer Fan des Genres Thriller bin ich irgendwann vor einigen Jahren auf das schwedische Autoren-Duo Alexandra und Alexander Ahndoril gestoßen, die unter dem Pseudonym Lars Kepler mit Joona Linna einen ...

Als großer Fan des Genres Thriller bin ich irgendwann vor einigen Jahren auf das schwedische Autoren-Duo Alexandra und Alexander Ahndoril gestoßen, die unter dem Pseudonym Lars Kepler mit Joona Linna einen für mich sehr interessanten Ermittler geschaffen haben. So habe ich mich durch alle bisherigen Bände gelesen, Joona auf seinen Ermittlungen begleitet und mich auf jede Neuerscheinung gefreut.
Die einzelnen Bücher kann man gut unabhängig voneinander lesen, denn jeder Fall ist in sich abgeschlossen. Da sich aber ein Name wie ein Roter Faden durch die Reihe zieht, nämlich Jurek Walter, ist es schon empfehlenswert, die Bände alle und in der richtigen Reihenfolge zu lesen. So versteht man am Leichtesten, was Joona Linna alles erlebt hat, wie ihn und sein Leben die Jagd nach diesem Monster geprägt hat.
Wie gewohnt ist der flüssige Schreibstil dazu angetan, den Leser mitten in die Handlung zu katapultieren und von dort nicht wieder fort zu lassen.
Jurek Walter ist ein Verbrecher der Extraklasse, intelligent, skrupellos und perfide. Nachdem Joona Linnas Kollegin Saga Bauer ihn in einem Vorgängerband tödlich getroffen hatte, schien dieser Verbrecher zur Strecke gebracht. Doch wie der biblische Lazarus vom Tode auferstand, so scheint es auch mit Jurek Walter im neuesten Band der Reihe geschehen zu sein.
Richtig überzeugt von Jureks Tod war Joona Linna noch nie. Er hatte alle Vorkehrungen getroffen, seine Tochter Lumi bei einem Wiederauftauchen des Verbrechers schützen zu können.
Dann macht eine scheinbar willkürliche Mordserie in Europa Joona stutzig. Als dann der Schädel seiner verstorbenen Frau an einem Tatort auftaucht, ist er sich sicher, dass Jurek Walter noch lebt. Sehr schnell reimt er sich auch zusammen, wie dieser es geschafft haben könnte, „Beweise“ für seinen Tod zu fingieren.
Der Teil, in dem Joona mit seiner Tochter von der Bildfläche verschwindet, ist mir erklärlich dadurch, dass er alles daransetzt, sein Kind zu retten. Er warnt alle in seinem Dunstkreis, weiß er doch, dass Jurek ihn nur dadurch brechen kann, dass er alle ermordet, die er liebt. Leider stoßen seine Warnungen auf taube Ohren und unausweichlich nimmt die Handlung ihren Fortgang.
Als Leser klebt man förmlich an den Seiten, die dicht verwobenen Handlungsstränge, die sich oft erst viele Seiten später wieder verbinden, lassen keine Zeit für Unterbrechungen. Allerdings hatte selbst ich als ganz großer Fan ab und zu den Eindruck, dass die Handlung konstruiert wirkte, Jurek Walter war zu sehr der Übermensch, der immer zwei Schritte voraus war und alle Strippen für sich zog. Doch am Ende tat dies der Spannung keinen Abbruch, sie hielt bis zum Schluss.
Über das Ende des Buches kann man sich sicher streiten – zu viele sind tot, zu viele der Charaktere, die der Leser sehr mochte. Allerdings passt es zu diesem Verbrecher – ein rosarotes Ende wäre der falsche Weg. Der Cliffhanger am Ende macht extrem Lust auf eine Fortsetzung, denn noch ist nicht alles geschrieben, zu viele Fragen bleiben offen.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Jugendbuch mit Gruselfaktor

Spiegel des Bösen
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Wenn Teenager mit den Eltern in den Urlaub gehen sollen, steht dies ganz selten unter einem guten Stern. Nicht anders ist es bei Sophie, die mit ihren Eltern in das wiedereröffnete Grandhotel Rabenfels ...

Wenn Teenager mit den Eltern in den Urlaub gehen sollen, steht dies ganz selten unter einem guten Stern. Nicht anders ist es bei Sophie, die mit ihren Eltern in das wiedereröffnete Grandhotel Rabenfels in die Berge fährt – ans Ende der Welt – wie sie findet. Noch bevor sie das Hotel betreten, beschleicht Sophie bereits ein merkwürdiges Gefühl. Dieses findet sie mehr als bestätigt, als Tags darauf ihre Eltern einfach weg sind. Auf ihrer Suche nach ihnen begegnen ihr noch mehr junge Leute ohne Eltern – allerdings stammen diese aus einer ganz anderen Zeit.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und packend – sehr schnell und ohne große Vorreden befindet man sich als Leser mitten im Geschehen. Alte Hotels sollten ja eigentlich Charme haben, das beschriebene dagegen führt eher ein Eigenleben und wird so plastisch dargestellt, dass das Kopfkino des Lesers auf Hochtouren läuft.
Einige der beschriebenen Vorkommnisse erinnern stark an bereits gelesenes, sind aber gut eingebaut und runden die Geschichte ab.
Die Protagonistin Sophie ist klug, mutig, aber auch verletzlich, ihrem Alter entsprechend aufbrausend und manchmal sehr schnell wütend. Insgesamt auf jeden Fall sympathisch. Auch Max, den Jungen, in den sie sich verliebt, mag man auf Anhieb. Die anderen bleiben in ihrer Beschreibung hinter den Hauptprotagonisten zurück, aber das ist auch in Ordnung so.
Nicht auf Anhieb erkennt der Leser, wer in der Geschichte vertrauenswürdig ist und wer nicht. Gut gemacht - man überlegt mit, wer mit wem wohl vielleicht gemeinsame Sache macht.
Gute eingebaut auch die Rückblenden, in denen der Leser immer wieder kleine Puzzleteile zugespielt bekommt, die dann ganz am Ende das Bild der „Frau hinter den Spiegeln“ ergeben.
Der Schluss ist fulminant, ein wenig überzuckert vielleicht, was aber sicher dem Lesealter (ab 13 Jahren) geschuldet ist.
Ich gebe eine klare Leseempfehlung für dieses Alter und auch mir hat das Buch Spaß gemacht.