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Veröffentlicht am 12.11.2021

Ein herrliches Bildersachbuch, dass die Entstehung von neuem Leben erklärt und dabei den gesamten Regenbogen unserer Gesellschaft einfängt.

Ein Baby! Wie eine Familie entsteht
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Meine Meinung

Menschen sind vielfältig und so auch ihre Beziehungen und Familien. Rachel Greener zeigt in ihrem Sachbilderbuch »Ein Baby! Wie eine Familie entsteht« die ganze Diversität von mannigfaltigen ...

Meine Meinung

Menschen sind vielfältig und so auch ihre Beziehungen und Familien. Rachel Greener zeigt in ihrem Sachbilderbuch »Ein Baby! Wie eine Familie entsteht« die ganze Diversität von mannigfaltigen Entstehungsprozessen einer Familie. Die anschaulichen Illustrationen der Künstlerin Clare Owen machen das Ganze für Kinder, fernab von verniedlichenden Storch-Geschichten, leicht zugänglich.

Das Aufklärungsbuch ist in einem neutralen Ton gehalten und zeigt in einem vollkommen sachlichen Ton, wie Babys zustande kommen. Begonnen bei den geschlechtlichen Merkmalen über die biologischen Notwendigkeiten von Samenzelle und Eizelle für die Entstehung eines neuen Menschen.

Großartig ist die Abbildung der ganzen Bandbreite von Zeugungsmöglichkeiten, bei der Rachel Greener nicht nur die natürliche Variante aufzeigt, sondern auch Befruchtung, Leihmutterschaft (die in einigen Ländern erlaubt ist) und Adoption aufführt. Außerdem wird auch auf die Gefahr einer Fehlgeburt eingegangen, was ein wichtiger Punkt für Familien mit kleinen Kindern ist, die einen solche Situation erleben.

Das Wunder der rasch fortschreitenden Entwicklung des Babys im Bauch der Person, in der das Kind heranwächst, wird angeschnitten und mündet schließlich in einer ganzen Bandbreite an Geburtsszenarien. Besonders schön finde ich, dass auch die Begleiterscheinungen der sich ankündigenden Geburt aufgenommen wurden und so sicherlich Kindern, die ein Geschwisterchen bekommen, wichtiges Wissen vermittelt.

Die farbigen Illustrationen von Clare Owen sind schlicht gehalten und geben ein klares Bild des Entstehungsprozesses eines Babys ab. Die abgebildeten Personen sind sehr unterschiedlich von Hautfarbe, Statur, manche sind tätowiert, sitzen im Rollstuhl oder tragen eine Brille oder Kopftuch, sodass auch hier ein umfassendes Bild der Gesellschaft entsteht.

Auch wird in der Zusammenstellung der verschiedenen Personen gezeigt, dass eine Familie nicht nur aus Frau, Mann und Kind bestehen kann, sondern es auch gleichgeschlechtliche Verbindungen gibt, Alleinerziehende, Patchworkfamilien oder Familien, bei denen die Eltern nicht mehr da sind. Gerne hätte dies noch etwas ausführlicher sein dürfen, insbesondere mit Hinweisen zu Familienmodellen mit queeren Personen.

Transsexualität wird im Buch zwar auch erwähnt, jedoch hätte das gerne auch noch etwas ausführlicher geschehen können und eigentlich hätte man schon bei der Erklärung des biologischen Geschlechts zu Beginn des Buches darauf eingehen können. Das sind jedoch minimale Kritikpunkte, die meine Begeisterung für dieses wunderbare Aufklärungsbuch für Kinder nur minimal schmälert.

Fazit

Ein herrliches Bildersachbuch, dass die Entstehung von neuem Leben erklärt und dabei den gesamten Regenbogen unserer Gesellschaft einfängt. »Ein Baby! Wie eine Familie entsteht« sollte ich keinem Haushalt mit Kindern fehlen, denn hier lernen die Kleinen auch noch, dass Diversität und verschiedene Familienmodellen etwas ganz Normales sind.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 22.08.2021

Veröffentlicht am 12.11.2021

Schockierend emotional – das muss man unbedingt gelesen haben!

Billy Summers
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Beschreibung

William ›Billy‹ Summers diente als Marine im Irak bis er später seinen Lebensunterhalt als Auftragskiller verdient. Bevor er in den Ruhestand geht und ein neues Leben beginnt, winkt ein letzter ...

Beschreibung

William ›Billy‹ Summers diente als Marine im Irak bis er später seinen Lebensunterhalt als Auftragskiller verdient. Bevor er in den Ruhestand geht und ein neues Leben beginnt, winkt ein letzter Job. Billy wird jedoch von den Hintermännern, die er zu kennen glaubte, gelinkt und muss nach Erfüllung des Auftrags untertauchen. Trotz seiner verzwickten Lage rettet Billy die junge Frau Alice, die nach einer Gruppenvergewaltigung einfach in einer Straße abgeladen wurde. Als es Alice langsam besser geht, beginnt ein Rachefeldzug der Gerechtigkeit…


Meine Meinung

Stephen King ist ein begnadeter Geschichtenerzähler und genau das stellt er in seinem neuesten Roman »Billy Summers« wieder einmal mit Bravour unter Beweis.

Das über siebenhundert Seiten starke Buch bietet eine Mischung aus Thriller und Spannungsroman und wird aus der Perspektive des Auftragskillers Billy Summers erzählt, dessen bewegtes Leben im Mittelpunkt der Geschichte steht, und sich durch eine fesselnde Sogwirkung ziemlich flott lesen lässt. Ausgehend von Billys letztem Auftrag, der zudem ein äußerst lukrativer Coup darstellt, taucht man in die nervenaufreibende Welt des Auftragskillers ein und schnell wird klar, dass er einem gewissen Moralkodex folgt, da er nur bereit ist schlechte Menschen umzulegen.

Sein letzter Job ist allerdings etwas Besonderes, und unter dem Deckmantel eines angehenden Schriftstellers, wird er unter einer falschen Identität am Ort des Geschehens eingeführt. Eigentlich wollte er die Bekanntschaften mit Nachbarn und Co. oberflächlich halten, doch wie so oft bei einem allerletzten Coup, gerät auch hier etwas gewaltig auf die schiefe Bahn.

Billy, der gegenüber seinem Auftraggeber immer in die Rolle des harmlosen Einfältigen schlüpft, riecht den falschen Braten ziemlich früh und beginnt für den Notfall mehrgleisig zu fahren, was zu einem noch komplexeren Rollenspiel führt – so muss er nicht nur sich selbst, den Einfältigen und den Schriftsteller mimen, sondern zusätzlich auch noch einen IT-Fachmann.

Der Charakter von Billy ist vielschichtig und geprägt durch den gewaltsamen Tod seiner kleinen Schwester, seiner Kindheit, die er zum großen Teil bei einer Pflegefamilie verbrachte und schließlich durch die traumatischen Erlebnisse im Irak. Für die Tarnung als angehender Schriftsteller beginnt er tatsächlich damit über sein Leben zu schreiben und arbeitet darin Stück für Stück seine Vergangenheit auf. Dieser Kunstkniff ist besonders gut gelungen, da sich die ›Buchpassagen‹ im Stil vom restlichen Roman unterscheiden und erst zu Ende der Geschichte immer mehr ineinander übergehen.

Am besten hat mir an der Geschichte gefallen, dass Billy immer seinem eigenen moralischen Kompass folgt. Eigentlich sollte man denken, dass dies mit seiner eigenen Persönlichkeit in Konflikt gerät, doch innen drinnen ist der Auftragsmörder einfach ein guter Mensch – auch wenn er sich selbst nicht so sehen kann.

Deshalb hat King als Bindeglied die junge Frau Alice eingeführt, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde und in Billy auf eine schräge aber dennoch nachvollziehbare Art und Weise einen Schutzengel findet. Von nun an bekommt die Geschichte noch einmal eine ganz andere Dynamik und es stellen sich unweigerlich die großen Fragen: ›Wo hört Rache auf und beginnt Gerechtigkeit?‹ und ›Wird man durch die Ausübung einer Art Selbstjustiz automatisch zu einem schlechten Menschen?‹

In »Billy Summers« bringt Stephen King die düsteren Seiten des Auftragsmordes, die Verstrickungen gewisser Kartelle und die fast schon absurd anmutende Menschlichkeit eines Mörders zusammen und bestückt den Handlungsbogen mit diversen Traumata, die für eine dichte und bedrückende Atmosphäre sorgen. Unglaublich, dass man durch Kings besondere Geschichte sogar Sympathie für einen Auftragskiller empfinden lernt!

Fazit

Ein nervenaufreibender und brutaler King, der die ambivalenten Seiten eines Auftragskillers mit Moral zeigt. Schockierend emotional – das muss man unbedingt gelesen haben!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 21.08.2021

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2021

Bei diesem Comic ist der Name Programm.

Disenchanted 2
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Meine Meinung

Im zweiten und abschließenden Band von Simon Spurriers Geschichte über das kleine Volk wird sich der Titel »Disenchanted« mal wieder mehr als gerecht. Denn auf meisterhafte Art und Weise ...

Meine Meinung

Im zweiten und abschließenden Band von Simon Spurriers Geschichte über das kleine Volk wird sich der Titel »Disenchanted« mal wieder mehr als gerecht. Denn auf meisterhafte Art und Weise schafft es der Autor, das zauberhafte Volk der Feen, Kobolde, Leprechauns und Pixis zu dekonstruieren und in eine Gesellschaft voller Neid, Gier und Korruption zu verwandeln, die von Rassenhass geprägt ist und in der so einige in den finsteren Gassen der unterirdischen Welt im Alkohol- oder Drogenrausch zu versinken drohen.

Nachdem Noro sich als neuer Ältester der Feen erklärt hat, versucht er seine ideologischen Ideale durchzusetzen und die junge Generation mit seinen Maximen an sich zu binden. Eine zentrale Rolle spielt auch wieder die Familie Leveret, deren Ansichten sich stark voneinander unterscheiden und daher jeder seinen eigenen Weg einschlägt. Doch im Grunde genommen wollen sie alle dasselbe und so nähern sie sich auf verschiedenen Wege einem packenden Showdown.

Ich bin äußerst begeister von den vielfältigen Themen, die Spurrier in seiner packenden Feen-Underground-Story einbringt und dabei spielt er immer wieder mit Einflüssen aus der menschlichen Welt. Die Anhänger von Noro ähneln mit ihren Kutten dem Ku-Kux-Klan und die Beziehungen zwischen den verschiedenen Spezies wird von vielen verachtet, was eindeutig auf einen ausgeprägten Rassismus zurückzuführen ist. Dann wäre da noch Sal, die sich in ihrem von Männern dominierten Arbeitsplatz sexistische Sprüche gefallen lassen muss und mit Wulla ein sexueller Dämon, der sich nicht einem Geschlecht unterordnen lässt und somit ein Stückchen Diversität in die Geschichte bringt.

Die großartige Story bekommt durch die bedrückenden Illustrationen von German Erramouspe eine dichte Atmosphäre verpasst, die den inneren Sumpf des Hasses und all der unmoralischen Verdorbenheit der Gesellschaft verdeutlicht. Leider krankt es bei der Zeichnung einiger Charaktere an Details und Klarheit, sodass nicht immer klar ist, welchem Protagonisten man folgt. Diese Unsauberkeit hat meinen Lesefluss leider ein paar Mal gestört, und das Gesamterlebnis etwas beeinträchtigt.

Fazit

Bei diesem Comic ist der Name Programm, denn Feen, Kobolde, Leprechauns und Pixis werden auf eine entzauberte Art und im dreckigen Kampf gegeneinander dargestellt. So hat man die lieblichen Wesen zuvor noch nie gesehen – so ist der Comics sicher nichts für Kinderhände!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 20.08.2021

Veröffentlicht am 12.11.2021

Hochkarätige Fantasy-Unterhaltung, die mit jeder Seite mehr zu fesseln vermag!

Die 5 Reiche. Band 4
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Meine Meinung

Das tierisch gelungene Fantasy-Epos von Lewelyn und Jérôme Lereculey setzt im vierten Album »Die 5 Reiche – Dieselbe Kühnheit« noch einmal einen obendrauf.

Nachdem der blutigen Niederschlagung ...

Meine Meinung

Das tierisch gelungene Fantasy-Epos von Lewelyn und Jérôme Lereculey setzt im vierten Album »Die 5 Reiche – Dieselbe Kühnheit« noch einmal einen obendrauf.

Nachdem der blutigen Niederschlagung des Löwen-Putschversuchs nehmen der junge Tigerkönig Mederion und der ebenso junge Löwe Terys, als seine rechte Hand, die Lenkung des Königreichs Angleon in Angriff. Sie wollen für Verbesserung und eine Vereinigung unter den Raubkatzen sorgen, was von manchen als Chance gesehen wird, von anderen aber hinterfragt wird.

Eines ist auf jeden Fall klar, die neue Machtspitze will für Veränderung sorgen, dafür aber zunächst die Wogen mit Orden und jeder Menge Zuckerbrot besänftigen. Was jedoch hinter verschlossenen Türen geschieht, erzählt eine ganz eigene Geschichte…

Neben den unheimlich spannungsgeladenen politischen Spielchen bekommt man auch ein actionreiches Abenteuer auf hoher See geboten. Denn auf der Suche nach der verschwundenen Prinzessin Astrelia ist der Hundesöldner erfolgreich, doch bereits auf der Rückreise über Wasser, entfacht sich ein brutaler Kampf zwischen den zwei suchenden Parteien und eine verwegene Schiffs-Crew gibt es on top dazu.

Währenddessen bleiben die Entwicklungen im Königreich Angleon unter der jungen Herrschaft des Tigers Mederion und seinem Schatten, des Löwen Terys spannend. Werden sie ihre Macht schlau nutzen, ihr Reich in eine bessere Zeit führen und kann die idealistische Studentenverbindung für Veränderung sorgen? Außerdem wagen die Gäste aus den anderen Reichen einen Fluchtversuch durch die unterirdischen Gänge des Palastes. Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht!

Noch ein Wort zu dem cineastischen Leseerlebnis, dass Jérôme Lereculey durch geschickte Anordnung der Panels, lebendigen Hintergründen und einem ausdrucksstarken Minenspiel erzeugt. Aus den anthropomorphen Figuren holt Lereculey wirklich alles heraus, ohne dass es komisch oder aufgesetzt wirkt und schafft damit ein bleibendes Bild, welches einer Fabel ganz im Sinne der von George R. R. Martin geprägten Fantasy entspricht.

Fazit

Hochkarätige Fantasy-Unterhaltung, die mit jeder Seite mehr zu fesseln vermag!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 20.08.2021

Veröffentlicht am 12.11.2021

Der krönende Abschluss von Andolfos paranormalem Herzensprojekt über den nicht immer klaren Unterschied zwischen Monstern und den Guten.

Mercy
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Mit dem dritten Band der Gothic-Mystery-Serie, »Mercy – Die Mine, die Erinnerungen und die Sterblichkeit«, schließt Mirka Andolfo das letzte Kapitel ihres Herzensprojekts, und das mit Bravour!

Noch einmal ...

Mit dem dritten Band der Gothic-Mystery-Serie, »Mercy – Die Mine, die Erinnerungen und die Sterblichkeit«, schließt Mirka Andolfo das letzte Kapitel ihres Herzensprojekts, und das mit Bravour!

Noch einmal wird man in die Abgeschiedenheit der kleinen Ortschaft Woodsburgh im Westen Amerikas entführt und die geheimnisvolle Story mit dem fein gezeichneten Illustrationen Andolfos entfaltet ihre ganze Wirkung. In diesem finalen Album führt die Autorin und Künstlerin alle Erzählfäden zusammen und begeistert mit einem tieferen Blick in die Gefühlswelt von Lady Nowlen Hellaine.

Das Morden in der Stadt geht immer noch weiter, und doch steht der wunderschönen Lady, deren Geheimnis bereits einigen Bewohnern bekannt ist, eine Hochzeit bevor. Somit steht dem Plan ihres Butlers Goodwill nichts mehr im Wege. Wäre da nicht diese verzwickte Menschlichkeit, die sich in Extremsituationen außergewöhnlich stark zeigen kann.

In teilweise recht verstörenden Bildern, die jedoch nichts ihrer Eleganz einbüßen lässt, setzt sich die menschliche Seite in Lady Hellaine gegen ihren monströsen Parasiten immer mehr durch. Nicht ganz unschuldig daran ist der ungebrochene Glaube des kleinen Adoptivmädchens Rory, dass Nolwen in ihr Herz geschlossen hat und die Lady für einen wahrhaftigen Engel hält. Nach und nach bröckelt die kühle Fassade und Erinnerungsfetzen des menschlichen Gefäßes dringen an die Oberfläche.

»Mercy – Die Mine, die Erinnerungen und die Sterblichkeit« ist das brillante Finale zu einer spannenden und emotionalen Mystery-Story, die zuletzt mit Gedanken über Glaube, Hoffnung, Liebe und Vergänglichkeit unheimlich tiefgründig wird. Absolut lesenswert – natürlich auch aufgrund des betörenden Artworks von Mirka Andolfo!


Der krönende Abschluss von Andolfos paranormalem Herzensprojekt über den nicht immer klaren Unterschied zwischen Monstern und den Guten.