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Veröffentlicht am 10.05.2017

Billy – oder pack den Tiger in dir

Billy the Beast. Ein Traum von einem Tiger
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Der Debütroman "Billy the Beast" ist in meinen Augen ein sehr gelungener Roman nicht nur für Jugendliche oder gerade für Jugendliche des Autors Menke-Peitzmeyer.

Der Protagonist des Buches Bert Stutenkemper ...

Der Debütroman "Billy the Beast" ist in meinen Augen ein sehr gelungener Roman nicht nur für Jugendliche oder gerade für Jugendliche des Autors Menke-Peitzmeyer.

Der Protagonist des Buches Bert Stutenkemper ist ein 16jähriger Junge, der mit 101 Kilo schon sehr vorsichtig ausgedrückt sehr, sehr stattlich ist, er liebt „Twix“ und seine beste Freundin ist Frau Wegener, eine Kioskbesitzerin, bei der sich Bert immer fast täglich mit diversen Süßigkeiten eindeckt. Bei seiner unumstrittenen Lieblingssendung ist "Wer wird Millionär", kann Bert ungestört von zuhause mit raten. Plötzlich wird bei Bert ein Hebel umgelegt, er will Geld verdienen und ergattert einen Job als Maskottchen, nach ein paar Tests und Fehlschlägen wird er als „ Billy the Beast“ das Maskottchen des Eishockeyvereins und endlich scheinen ihn alle zu mögen, den Eishockeyspielerin bringt er in seinem Kostüm Glück und dann purzeln auf einmal auch die überflüssigen Pfunde und das unmöglich geglaubte passiert, Bert trifft Lilly…

Der Autor schreibt flüssig, in einer sehr eigenen Bertsprache, in die man sich als Leser jedoch ganz schnell einfindet. Sehr gut gefallen haben mir auch die eingestreuten Fußnoten mit Fragen aus „Wer wird Millionär“, die eng mit dem Text verknüpft sind. Die Geschichte beinhaltet viel Witz und Humor, aber auch Nachdenkliches. In der Schule von seinen Mitschülern als „Fatburger“ gehänselt und gemobbt und zuhause, mit seiner alleinerziehenden Mutter und den wechselnden Lovern seiner Mutter ist die Welt auch nicht immer rund. Der übergewichtige Bert hat schon so einiges einstecken müssen.

Durch die Verkleidung als Maskottchen verändert sich Bert und erlebt ein Wechselbad der Gefühle. Aus dem „Fatburger“ wird „Billy the Beast“ und zum Schluss Bert, der diese Story mit viel Selbstironie erzählt und sich auch gut selbst auf die Schippe nehmen kann.

Das Buch ist mit sehr viel Witz und Humor direkt aus dem Leben geschrieben und macht auch Mut, sich nicht mit allem abzufinden, sondern eine gewünschte Veränderung auch umzusetzen.

Veröffentlicht am 10.05.2017

spannend bis zum Schluß, toller historischer Krimi

Die Henkerstochter und der schwarze Mönch (Die Henkerstochter-Saga 2)
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Klappentext: Schongau 1660: Der Pfarrer der Lorenzkirche wurde vergiftet. Mit letzter Kraft konnte er noch ein Zeichen geben, das zu einem uralten Templergrab in der Krypta führt. Dort entdecken der Henker ...

Klappentext: Schongau 1660: Der Pfarrer der Lorenzkirche wurde vergiftet. Mit letzter Kraft konnte er noch ein Zeichen geben, das zu einem uralten Templergrab in der Krypta führt. Dort entdecken der Henker Jakob Kuisl, seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon rätselhafte Hinweise auf einen Templerschatz. Der Mörder des Pfarrers ist dem Geheimnis längst auf der Spur, aber auch eine brutale Räuberbande hat davon erfahren. Ein gnadenloser Wettlauf beginnt.



Dass es noch einen ersten Band zu dieser Geschichte gibt, ist mir erst aufgefallen, nachdem ich das Buch gelesen habe und ich kann nicht sagen, dass der erste Teil hätte zwingend gelesen werden müssen, um den zweiten Teil zu lesen. Vielmehr hat der Autor hervorragende Arbeit geleistet, die fehlenden Informationen sehr gekonnt in den zweiten Band einfließen zu lassen. Der zweite Teil spielt einige Jahre nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges, der das Land schwer gebeutelt hat, viele ehemalige Söldner und Soldaten verdingen sich nun als Wegelagerer und Räuberbanden machen die Handelswege unsicher; außerdem sind einige religiöse Fanatiker übergeblieben, die auch nicht vor Mord und Brandschatzung zurückschrecken, um ihren Glauben, den sie als den einzig wahren erachten, zu verbreiten und durchzusetzen.

Oliver Pötzsch, selbst Nachfahre des Henkers Jakob Kuisl beschreibt die damalige Zeit in meinen Augen sehr authentisch und die Charaktere sind recht vielschichtig. Die wenigen bayrischen Wörter sind auch für Nichtbayern sehr gut verständlich. Die Geschichte ist sehr spannungsgeladen und der zu Beginn der Geschichte aufgebaute Spannungsbogen ist durchgängig bis zum Schluss. Es kommt keine Langweile auf, der Leser ist mitten im Geschehen, sehr flüssig und an manchen Stellen ein wenig humorig. Der am Ende des Buches angehängten Reiseführer durch den Pfaffenwinkel lädt ein, seinen Urlaub im Voralpenland zu verbringen.

Ein spannendes Buch, dem ich nun den dritten Teil folgen lassen werde.

Veröffentlicht am 10.05.2017

nette Unterhaltung für zwischendurch

Eine Kuh macht muh – viele Kühe machen Mühe
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Klappentext: Ihre Patienten sind ohne Ausnahme unbekleidet, treten nach ihr und bringen Astrid Brandl regelmäßig in "beschissene" Situationen. Doch es muss schon mehr passieren, damit die Tierärztin aus ...

Klappentext: Ihre Patienten sind ohne Ausnahme unbekleidet, treten nach ihr und bringen Astrid Brandl regelmäßig in "beschissene" Situationen. Doch es muss schon mehr passieren, damit die Tierärztin aus den Gummistiefeln kippt. Zwischen Milchkuh und Miezekatze erlebt sie tierische Geschichten - da kann es schon mal passieren, dass man bei einer Grippe aus Verzweiflung die Schweinemedizin schluckt ...



Witzig, humorvoll ist der Schreibstil sehr gut gefallen. Ich habe mit Landwirtschaft nichts zu tun, dich das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man als Tierarzt oder Tierärztin sehr viel Einfühlungsvermögen und Menschengespür braucht, besonders auf dem Land. Auch die Überschriften zu den Kapiteln sprechen ihre eigene Sprache und passen super zu dem Text. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wie in jedem Beruf aller Anfang schwer ist und das man so manches Mal, wenn auch völlig ungewollt, in ein solches hineintappt. Ob den normalen Medizinern auch Fehler unterlaufen, ich könnte es mir gut vorstellen.

Die Geschichte mit dem Mops hat mir Tränen in die Augen getrieben und dabei so cool zu bleiben wie der Kollege…..

Mir hat das Buch recht gut gefallen und ich habe mich wunderbar entspannt.

Veröffentlicht am 10.05.2017

Wunderschöne Liebesgeschichte

Ostseewind und Sanddornküsse
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Klappentext: Harriet Bohnekamp, fast fünfzig, liebenswert und ausgesprochen tollpatschig, führt ein geordnetes, todlangweiliges Leben. Demnächst soll sie die kleine Bremer Bankfiliale übernehmen, in der ...

Klappentext: Harriet Bohnekamp, fast fünfzig, liebenswert und ausgesprochen tollpatschig, führt ein geordnetes, todlangweiliges Leben. Demnächst soll sie die kleine Bremer Bankfiliale übernehmen, in der sie seit zwanzig Jahren arbeitet. Eine Familie zu gründen, hat sie verpasst, und an die große Liebe glaubt sie schon lange nicht mehr. Der überraschende Heiratsantrag von einem alten Schulfreund reißt Harriet aus ihrem Tiefschlaf. Ihre Flucht auf den Darß führt sie wiederum direkt in die Arme von Jakob und zu einer himmlischen Liebesnacht am Strand. Harriet wollte einen Neuanfang - jetzt hat sie zwei Männer zum Verlieben. So prickelnd hatte sie sich das alles gar nicht vorgestellt...

Das Leben der Protagonistin des Buches Harriets als Bankangestellte in geordneten Bahnen, kurzum, es ist langweilig und eintönig. Sie lebt zusammen mit ihrer Katze Klementine in ihrer kleinen Eigentumswohnung. Sie hat wenige Freunde und noch einen Freund aus Schultagen, Gerd, mit ihm trifft sie sich sporadisch. Als dieser ihr völlig unerwartet einen Heiratsantrag macht, ist sie völlig überfordert mit der Situation und nimmt Reißaus für einen Kurztrip an die Ostsee nach Darß, wo sie ihre Internetfreundin Johanna überraschen möchte. Doch Johanna ist nicht weiblich, sondern heißt Jakob und ist männlich, was Harriet erstmal völlig aus der Bahn wirft, doch allmählich sprießen zwischen beide zarte Gefühle und Harriet, die immer dachte, dass es für sie keinen Mann mehr geben würde, verliebt sich in ihn, doch kann aus diesem zarten Pflänzchen eine dauerhafte Liebe werden, über die Entfernung und überhaupt? Harriets leben steht auf einmal völlig auf dem Kopf.

Diese Geschichte ist von Susanne Lieder wunderbar flüssig geschrieben, leicht und versetzt den Leser durch die wundervollen und detaillierten Beschreibungen direkt ins Urlaubsfeeling an die Ostsee.

Hinsetzen, lesen und gemeinsam mit der Protagonistin die Umwandlung ihres Lebens erleben ist einfach nur wunderschön, dass dazu auch ein Happy-End gehört, versteht sich von selbst.

Veröffentlicht am 10.05.2017

Wohlfühlschmöker

Im Schatten der Bräutigamseiche
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Klappentext: Nach dem Tod ihrer Großmutter kehrt Johanna Petersen in ihre Heimatstadt Eutin zurück. Obwohl sie sehr an dem alten Haus ihrer Familie hängt, sieht sie keine andere Möglichkeit, als es zu ...

Klappentext: Nach dem Tod ihrer Großmutter kehrt Johanna Petersen in ihre Heimatstadt Eutin zurück. Obwohl sie sehr an dem alten Haus ihrer Familie hängt, sieht sie keine andere Möglichkeit, als es zu verkaufen. Kurz vor dem entscheidenden Termin will sie ein letztes Mal Abschied nehmen. Von ihrer Großmutter. Von ihrer Kindheit. Aber auch von ihrer Vergangenheit. Als sie aus dem Astloch der uralten Bräutigamseiche einen geheimnisvollen Brief zieht, scheint es, als würde sich ein Kreis schließen. Plötzlich ist sie einem tragischen Geheimnis auf der Spur, das das Schicksal ihrer Familie damals wie heute bestimmen soll.



Die Protagonistin Johanna Petersen ist vor 12 Jahren Hals über Kopf aus ihrer Heimatstadt Eutin geflüchtet, nachdem ihre Liebe zu Jan enttäuscht wurde. Als ihre Nonna Charlotte gestorben ist, kehrt sie zurück, in dem Glauben, nur zur Beisetzung und zum Verlauf des Gutshauses zurückzukehren. Als sie nach der Beisetzung das alte Gutshaus wiedersieht, kommen viele Erinnerungen hoch, schöne und auch schmerzhafte. Bei einem Spaziergang findet sie einen geheimnisvollen Brief und verschiebt ihre Rückkehr nach Hamburg, obwohl ihr sehr dominanter Verlobter Henning auf sie wartet und sie kurz vor ihrer Hochzeit steht…

Die Autorin Petra Pfänder schreibt flüssig, leicht lesbar und die Geschichte liest sich gut.

Die Handlung spielt in zwei Zeitsträngen Vergangenheit um 1935 und in der Gegenwart, der Part der Gegenwartsgeschichte ist umfangreicher, dennoch erfährt man in dem Strang der Vergangenheitserzählung viel über Joannas Urgroßmutter Emilie, die in ihrer freiwillig geschlossenen Ehe mit dem um einiges älteren Ronald Petersen unglücklich ist, weil ihr Mann sie zwar abgöttisch liebt, ihr aber auch das Gefühl gibt, überflüssig zu sein.

Johanna und Emilie haben einige Gemeinsamkeiten, beide klären die Probleme nicht, wenn sie auftreten, sondern ergreifen die Flucht. Was ist nicht verstanden habe, war, das Johanna, die ihre Nonna sehr geliebt hat, in den letzten zwölf Jahren nicht einmal nach Hause gekommen ist. Sich damit herauszureden, man habe regelmäßig miteinander telefoniert, machte die Protagonistin ein wenig unsympathischer.

Petra Pfänder beschreibt die Landschaft und auch das alte Gutshaus so authentisch, dass ich als Leser mit durch die alten Räume gegangen bin, den See vor meinen Augen hatte und auch die alte Bräutigamseiche. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, es war zwar vorhersehbar, dennoch auch spannend geschrieben.