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Gavroche

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2018

Eher ein Krimi als ein Thriller

Stille Feinde
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Dies ist der zweite Fall für den Privatdetektiv ohne Lizenz I.Q., eigentlich Isaiah Quintabe.
Als I.Q. auf einem Schrottplatz das Auto seines tödlich verunglückten Bruders Marcus entdeckt, glaubt er nicht ...

Dies ist der zweite Fall für den Privatdetektiv ohne Lizenz I.Q., eigentlich Isaiah Quintabe.
Als I.Q. auf einem Schrottplatz das Auto seines tödlich verunglückten Bruders Marcus entdeckt, glaubt er nicht mehr an einen Unfall, sondern macht sich auf die Suche nach dem Mörder seines Bruders. Das war vor acht Jahren.
In der Gegenwart bittet ihn Sarita,die damalige Freundin von Marcus, um seine Unterstützung, da ihre Schwester Probleme hat. Sie und ihr Freund sind spielsüchtig und haben sich Geld bei einem Kredithai geliehen, der nun "ungemütlich" wird.

Ein temporeiches Buch, interessante Schauplätze, gut ausgearbeitete Charaktere, aber für mich war es doch eher ein Krimi als ein Thriller und manchmal fehlte mir die Spannung.

Veröffentlicht am 24.06.2018

Geschichte einer Sucht

Clean
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„Sucht ist wie eine geladene Waffe, lassen wir uns nicht täuschen, aber so lange sie niemand in die Hand nimmt, ist sie ungefährlich. Alkohol, Drogen, Essen, Sex…- all das ist nicht von sich aus schädlich. ...


„Sucht ist wie eine geladene Waffe, lassen wir uns nicht täuschen, aber so lange sie niemand in die Hand nimmt, ist sie ungefährlich. Alkohol, Drogen, Essen, Sex…- all das ist nicht von sich aus schädlich. In einer Welt, in der die meisten Leute sich an ihre Verschreibungen halten, illegale Drogen meiden und eine gesunde Beziehung zu Essen und Alkohol pflegen, müssen wir davon ausgehen, dass wir selbst das Problem sind.“ (S. 65)

Lexi Volkov, Tochter eines reichen russischen Hotelkettenbesitzers, wird von ihrem älteren Bruder auf eine Insel gebracht, auf der sich eine Entzugsklinik für Reiche befindet. Sie ist voll gepumpt mit diversen Drogen. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt und ist unterteilt in die 10 Schritte, die Suchtkranke in dieser Einrichtung durchlaufen müssen, angefangen von der Tatsache zuzugeben, dass man ein Problem hat über, bis hin zur Anerkennung, dass man ein Problem hat, zur Wiedergutmachung und letztendlich die Genesung als lebenslanges Engagement zu begreifen. Doch dieser Weg ist nicht immer linear und nicht jeder schafft ihn. Wichtig ist, dass der Süchtige es möchte und schafft, sich selber zu lieben.
Dadurch, dass die Geschichte aus Sicht der 17jährigen erzählt wird, die ein Leben wie aus dem Bilderbuch führt, in einem Luxushotel wohnt, Geld kein Problem ist, einen Beruf zu erlernen nicht auf der Tagesordnung steht und die professionelle Partygängerin ist, wird klar, dass Geld allein eben nicht glücklich macht oder alle Probleme löst. Dass es wichtigeres gibt, nämlich den Rückhalt der Familie, echte Freunde und nicht nur solche, die nur dein Geld möchten.
Interessanterweise haben alle Jugendliche in dieser Klinik ein anderes Suchtproblem und der Leser erfährt auch wie Lexi erst nach und nach, wer welche Süchte bekämpft. Die Erzählerin wird im Laufe des Buches erwachsen, übernimmt Verantwortung, aber es ist ein steiniger, harter Weg.
Ein Buch, das Mut macht, einen schweren Weg zu gehen, der sich jedoch lohnt. Am Ende des Buches werden Internetseiten angegeben, an die man sich wenden kann und auf die schon zu Beginn hingewiesen wird. Ein Buch, das aufrüttelt, jedoch nicht nur problembeladen ist. In dem es auch um Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Co-Abhängigkeit, London, Pferde,… geht. Ein Buch, das mich begeistern konnte, ein Buch, das wichtig ist.

Veröffentlicht am 18.06.2018

Ein Blick in die Vergangenheit

Kluftinger
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Vor allem für Fans der Reihe ein tolles Buch
...denn hier erfahren wir so einiges über die Jugendjahre von Kluftinger und sogar seinen Vornamen. Doch auch wer die Vorgänger nicht kennt, kommt hier auf ...

Vor allem für Fans der Reihe ein tolles Buch
...denn hier erfahren wir so einiges über die Jugendjahre von Kluftinger und sogar seinen Vornamen. Doch auch wer die Vorgänger nicht kennt, kommt hier auf seine Kosten und wird gut unterhalten.
Eigentlich möchte Klufti sich jetzt ja nur auf seine Familie konzentrieren beziehungsweise auf seinen Enkel, doch ausgerechnet an Allerheiligen findet sich auf dem Friedhof ein neu ausgehobenes Grab mit seinem Namen. Sein persönlichster Fall und auf jeden Fall der mit den meisten Rückblicken in seine Vergangenheit. Dabei geht es um seine private und auch seine berufliche Geschichte und Kluftinger trifft sich mit so manch einem alten Bekannten, um herauszufinden, was es mit seinem geplanten Tod auf sich hat.
Ein gut gelungener Jubiläumsband.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Märchen aus Tausendundeiner Nacht

Tausend Nächte aus Sand und Feuer
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Lo-Melkhinn hat schon viele Mädchen zur Frau genommen und die meisten haben die erste Nacht nicht überlebt. Ja, es handelt sich hier um eine Märchenadaptation. Der Protagonistin gelingt es mit einem Trick, ...

Lo-Melkhinn hat schon viele Mädchen zur Frau genommen und die meisten haben die erste Nacht nicht überlebt. Ja, es handelt sich hier um eine Märchenadaptation. Der Protagonistin gelingt es mit einem Trick, dass sie statt ihrer Schwester ausgewählt wird. Der Herrscher ist von einem Dämon beherrscht und so kämpft unsere "Helding" gegen den Dämon an und es gelingt ihr immer besser, sich an das Leben im Palast anzupassen. Doch wird es ihr auf Dauer gelingen? Und was würde aus dem Land werden, wenn sie stattdessen den Herrscher tötet?

Eine interessante Variation und man merkt, dass die Autorin das Leben in der Wüste kennen gelernt hat. Beschreibungen der Wüste und ihrer Bewohner nehmen hier großen Raum ein. Unterbrochen wird die Erzählung durch kurze Einschübe aus Sicht des Dämons (gut zu unterscheiden, da sie kursiv gedruckt sind). Auf eine groß angelegte romantische Liebesgeschichte wurde glücklicherweise verzichtet und die Märchenelemente stehen im Vordergrund.

Veröffentlicht am 12.06.2018

Gelungener Abschluss

Das Jahrhundertversprechen (Jahrhundertsturm-Serie 3)
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MIt "Das Jahrhundertverprechen" hat Richard Dübell ein überaus gelungenen Abschluss seiner Trilogie verfasst.
Das Buch spielt in der spannenden Zwischenkriegszeit der Weimarer Republik. Auch die Unternehmerfamilie ...

MIt "Das Jahrhundertverprechen" hat Richard Dübell ein überaus gelungenen Abschluss seiner Trilogie verfasst.
Das Buch spielt in der spannenden Zwischenkriegszeit der Weimarer Republik. Auch die Unternehmerfamilie von Briest leidet unter den hohen Anforderungen.
Die seit Generationen gelebte Feindschaft zwischen den von Briests und der Familie von Cramm besteht weiterhin fort.
Neben den gut erläuterten und in die Geschichte des Romans eingebundenen politischen und wirtschaftlichen Themen - ohne jedoch den Leser zu überfordern und zu vergessen, dass es sich hier um einen Roman und kein Geschichtsbuch handelt - nimmt der Motorsport, eine ganz neue Sportart, großen Raum ein und hat mich fesseln können.
Der Schreibstil und die Recherchearbeiten sind gewohnt gut und ich habe diesen dicken "Schmöker" sehr gerne gelesen.