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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2023

Ein wunderbares Buch

Die Erfindung des Lächelns
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Mit diesem Buch machen wir eine Zeitreise ins Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bereits das Cover bietet eine stimmungsvolle Einstimmung auf Montmartre, Künstler, Cafés etc.
Erzählt wird der Roman ...

Mit diesem Buch machen wir eine Zeitreise ins Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bereits das Cover bietet eine stimmungsvolle Einstimmung auf Montmartre, Künstler, Cafés etc.
Erzählt wird der Roman aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und so erhält man einen umfassenden Einblick. Der Schreibstil von Tom Hillebrand ist auch hier wieder genial und sein Blick für gute Geschichten ebenso.
La Joconde, die Mona Lisa - das heute so berühmte Gemälde von Leonardo da Vinci wurde aus dem Louvre gestohlen. Doch wer war es? Und weshalb gerade dieses Gemälde, das zu der Zeit gar nicht so berühmt war? Geliebt schon von einigen, wie die Liebesbriefe an das Gemälde zeigen, die der stellvertretende Direktor der Polizei zeigt - für mich ein amüsantes Detail.
Wir begleiten den Polizisten Juhel -und die immerwährende Konkurrenz von sûreté und préfecture - , eine junge Näherin, die den Anarchisten nahe steht, natürlich auch die Anarchisten und ihre unterschiedlichen Ideen und Vorstellungen, eine Tänzerin,.... Guillaume Appolinaire, Pablo Picasso und weitere haben ihre Auftritte. Aber auch ein Italiener, der sich gerne als Künstler gibt und sich einen Kaffee in einem berühmten Café auf den Grands Boulevards gönnt, obwohl er doch eigentlich von einem Eis geträumt hat.
All diese liebevollen Details und die Beschreibungen von Paris, seiner Licht- und seiner Schattenseiten, machen den Charme des Buches aus.
Ich empfehle euch auf jeden Fall, euch auf die Suche nach der Mona Lisa zu machen und dabei so viel mehr zu entdecken.

Veröffentlicht am 13.08.2023

Ein neuer Lebensabschnitt

Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe
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Die namenlos gebliebene Protagonistin steht an einem Scheideweg. Der Mann ist weg; die Kinder haben das Abitur gemacht, Zwilling, und werden ausziehen; das Eine möchte, das andere Kind macht es auch. Damit ...

Die namenlos gebliebene Protagonistin steht an einem Scheideweg. Der Mann ist weg; die Kinder haben das Abitur gemacht, Zwilling, und werden ausziehen; das Eine möchte, das andere Kind macht es auch. Damit verbunden steht dann ein Auszug an, denn alleine kann sie die Wohnung nicht mehr halten und außerdem ist sie auch zu groß für sie. Sie ist Mitte 50, reflektiert ihr Leben und es gibt im Text immer wieder Rückblicke. Sie vergleicht sich mit ihren Schwestern, fühlt sich unzulänglich, aber später im Buch dann doch wieder weniger.
Ein Buch, das mich ebenfalls sehr zum Nachdenken gebracht hat und zwischendurch musste ich auch lachen, als es zum Beispiel um die Geschichte mit dem Pass ging.
Ein Buch, das mit seinen 240 Seiten nicht sehr lang ist, aber dennoch war es lang genug, um diese Geschichte zu Ende zu erzählen.
Ein Buch, das eine Entwicklung durchmacht, das seine Leser aber durchaus fordert.

Veröffentlicht am 13.08.2023

Besuch in/aus einer virtuellen Welt

Askendor – Spiel mit der Wirklichkeit
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Florentine ist fünfzehn Jahre alt und sie hat so gut wie nie Freizeit, denn ihre Mutter hat ihren Alltag komplett "durchgetaktet", ob es nun französische Konversation, Klavierspiel oder was auch immer ...

Florentine ist fünfzehn Jahre alt und sie hat so gut wie nie Freizeit, denn ihre Mutter hat ihren Alltag komplett "durchgetaktet", ob es nun französische Konversation, Klavierspiel oder was auch immer ist. Hauptsache, ihre Tochter lernt und ist überall die Beste. Zum Glück ist Florentine wohl auch sehr intelligent und kann das straffe Programm durchziehen. Dennoch ist sie am liebsten im chaotischen Haushalt ihrer Freundin Paula, die noch drei jüngere Geschwister hat. Als sie dem 12jährigen Finn bei den Hausaufgaben für den Lateinunterricht hilft und dieser mal das Zimmer verlassen muss, lernt sie zufällig das Computerspiel Askendor kennen und meldet sich daraufhin auch an. Mit folgenreichen Konsequenzen, denn sie hat es sich nicht eingebildet, der Herrscher von Askendor, Thosse von Baar, hat sie tatsächlich sehen können. Und dann landet sie auch noch urplötzlich in dem Spiel...
Eine interessante Ausgangssituation, eine Vermischung von realer und virtueller Welt. Allerdings hat die Autorin sich immer wieder zu lange mit Nebensächlichkeiten aufgehalten, die die Handlung nicht so sehr voran gebracht haben und im Endeffekt auch gar nicht so wichtig waren. Insgesamt gesehen hat mir das Buch schon gefallen, allerdings wäre eine Straffung und etwas mehr Spannung besser gewesen.

Veröffentlicht am 11.08.2023

Gefährliches Spiel

The Game – Das Spiel erwacht
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Macke lebt mit seiner Mutter in eher einfachen Verhältnissen während sein Freund Piddy aus einem reichem Elternhaus stammt. Macke trainiert als Stuntman, aber da läuft es gerade nicht so gut und seine ...

Macke lebt mit seiner Mutter in eher einfachen Verhältnissen während sein Freund Piddy aus einem reichem Elternhaus stammt. Macke trainiert als Stuntman, aber da läuft es gerade nicht so gut und seine Pläne für die Sommerferien haben sich zerschlagen. Aber Piddy hat eh andere Pläne: er hat nicht nur für sich einen Platz im The Game erspielt, sondern auch für Macke, dabei kennt der das Spiel doch gar nicht und außerdem hätte seine Mutter die Teilnahmekosten, die auch noch anfallen, nie bezahlen können.
Also auf ins Game, das von einer großen Glaskuppel abgeschirmt wird. Piddy und Macke kommen in Team blau und gemeinsam mit Sepia und Lisa müssen sie die Missionen meistern. Schon bald fällt Macke auf, versucht es aber immer wieder zu vertuschen. Allerdings gerät das Spiel recht schnell aus dem Ruder und es gibt keine Möglichkeit mehr auszusteigen, das Safe-Word funktioniert nämlich nicht und das Spiel wird gefährlich.
Spannend und temporeich geschrieben konnte mich der erste Band gut unterhalten.

Veröffentlicht am 10.08.2023

Anna und Fritz ermitteln wieder

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 2)
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Bereits am Cover erkennt man gut, dass es sich hier um eine Fortsetzung handelt bzw. dass die beiden Bücher zu einer Reihe gehören. Ähnliches Foto, aber nicht das gleiche Bild - das gefällt mir gut. Hoher ...

Bereits am Cover erkennt man gut, dass es sich hier um eine Fortsetzung handelt bzw. dass die beiden Bücher zu einer Reihe gehören. Ähnliches Foto, aber nicht das gleiche Bild - das gefällt mir gut. Hoher Wiedererkennungswert ist gerade bei (Krimi-)Reihen ein wichtiger Aspekt für mich.
Ich denke, das Buch lässt sich auch gut lesen, wenn man den Vorgänger nicht kennt, aber es ist ja immer schöner, wenn man bei einer solchen Reihe auch die Hintergrundgeschichte der Protagonisten und weiterer Personen weiterlesen kann und sie "ein Stück des Lebensweges" begleiten kann. Allerdings ist es auch gut, wenn man dieses Vorwissen nicht unbedingt benötigt und somit mehr Leser*innen erreichen kann.
Der Erste Weltkrieg, das Ineinandergreifen der Allianzen, die ganzen Zwänge, die Kriegseuphorie zu Beginn des Krieges, all das spielt hier neben dem Kriminalfall auch eine große Rolle und wurde gut eingebunden.
Der Fall, der mit einem toten Baby beginnt, ist nicht ohne. Die Ermittlungen führen die Leser auf manch eine falsche Fährte.
Insgesamt ein gelungener zweiter Band, der gut das Zeitempfinden darstellt und dennoch nicht immer düster ist, sondern auch unterhalten konnte.