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Veröffentlicht am 12.02.2026

Spannender Auftakt

Heavens Lie - Wo wird deine Seele enden?
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Das Buch ist eine Dystopie mit starkem postapokalyptischem Einschlag.

Besonders spannend fand ich den Umgang mit Mythologie. Statt z.B. der oft in Fantasy thematisierten griechischen oder römischen ...

Das Buch ist eine Dystopie mit starkem postapokalyptischem Einschlag.

Besonders spannend fand ich den Umgang mit Mythologie. Statt z.B. der oft in Fantasy thematisierten griechischen oder römischen Götter geht es hier viel um christliche bzw. abrahamitische Motive, was man in Fantasy eher selten liest. Das hat mich ehrlich zum Nachdenken gebracht: Warum ist ein „sexy“ Hades irgendwie akzeptiert, während sexy Engel eher selten ist? Liegt es daran, dass sich diese Religionen für viele „zu nah“ anfühlen, weil man damit aufgewachsen ist? Als Atheistin kann ich das nur begrenzt beurteilen, aber ich fand es genau deswegen besonders spannend. Falls ihr religiös seid: fühlt sich das für euch seltsam an, solche Themen in einer Fantasy-Geschichte zu lesen?

Thematisch dreht sich vieles um freien Willen sowie um Gut und Böse. Dazu kommen überraschend viele Zitate von Satre und Machiavelli — so viele habe ich gefühlt seit der Schulzeit nicht mehr gelesen.

Auch die Found-Family-Dynamik hat mir gefallen. Mit der Gruppe musste ich erst warm werden, aber inzwischen habe ich sie wirklich ins Herz geschlossen.

Es ist trotz der Thematik sehr kurzweilig. Quasi eine Mischung aus düsteren, philosophischen Themen und einem aberwitzigen Roadtrip.

Und erst ganz am Ende ist mir wieder eingefallen, dass das hier „nur“ Band eins einer Dilogie ist 🙈
Der zweite Teil wird auf jeden Fall gelesen.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Tolle Fortsetzung

Kein Kuchen für Vampire
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Mir hat besonders gut gefallen, wie langsam und glaubwürdig sich die Protagonistin entwickelt. Sie startet im ersten Band sehr schüchtern und leicht einzuschüchtern, beginnt aber nach und nach, wütend ...

Mir hat besonders gut gefallen, wie langsam und glaubwürdig sich die Protagonistin entwickelt. Sie startet im ersten Band sehr schüchtern und leicht einzuschüchtern, beginnt aber nach und nach, wütend zu werden, sich zu wehren und für sich einzustehen. Diese Veränderung passiert angenehm ruhig und wirkt dadurch sehr authentisch, ohne übertrieben zu sein.

Auch die Dynamik mit Zylas hat mir gefallen – selbst wenn sie stellenweise bewusst frustrierend angelegt ist. Seine Unfähigkeit, die Protagonistin zu verstehen, sowie sein herablassendes und wenig empathisches Verhalten passt einfach zu seiner Figur und seiner Perspektive. Ein plötzlicher Wandel zum „netten Dämon“ wäre hier definitiv zu schnell und unglaubwürdig gewesen.

Ich habe die Guild Codex-Reihe nicht so wirklich verfolgt; man kann dieses Buch und den Vorgänger jedoch lesen, ohne "Drei Magier und eine Margarita" und Folgebände gelesen zu haben. Ich denke es gibt Überschneidungen bei den Charakteren und ich könnte mich auch vorstellen, ein paar der Erwähnungen sind Fan-Service; es fällt jedoch niemals unangenehm auf beim Lesen.

Insgesamt liest sich das Buch sehr kurzweilig und macht einfach Spaß. Die Spannung ist genau richtig dosiert: Sie motiviert zum Weiterlesen, ohne unnötig nervenaufreibend zu werden. Kein Kuchen für Vampire ist eine unterhaltsame Lektüre mit Charme, gelungenen Figuren und einem angenehmen Erzähltempo.

Ich freue mich sehr auf die weiteren Teile der Reihe und werde sie auf jeden Fall lesen.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Atmosphärische Qeere Urban Romantasy

Cage of the Moon
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Cage of the Moon von Noah Stoffers stellt klar die Figuren in den Mittelpunkt. Die Handlung wird nicht von einem großen, äußeren Plot bestimmt, sondern von den Entscheidungen und Bedürfnissen der Hauptfiguren ...

Cage of the Moon von Noah Stoffers stellt klar die Figuren in den Mittelpunkt. Die Handlung wird nicht von einem großen, äußeren Plot bestimmt, sondern von den Entscheidungen und Bedürfnissen der Hauptfiguren selbst. Dadurch entsteht ein sehr persönliches, emotionales Leseerlebnis. Statt Weltuntergangsszenarien stehen individuelle Konflikte und Entwicklungen im Fokus – ein Ansatz, den ich nach vielen stark handlungsgetriebenen Romanen als ausgesprochen wohltuend empfunden habe.

Positiv hervorzuheben ist das Liebesdreieck - also mal ein richtiges Dreieck, mit einer Poly MFM Konstellation. Auch das Worldbuilding überzeugt: Es erklärt genau so viel wie nötig, wirkt dadurch sehr solide und überfrachtet die Handlung nicht.
Die dargestellte Vielfalt ist tief in den Charakteren verwurzelt und trägt spürbar zur Handlung bei, statt bloßes Beiwerk zu sein.

Die letzten etwa 20 % des Romans empfand ich als besonders spannend gestaltet, was den Gesamteindruck nochmals intensiviert und den Leser bis zum Ende gefesselt hat.

Es gibt einige Spice Szenen in dem Buch, und es wird auch zwischendurch etwas gorig. Daher würde ich das Buch eher Erwachsenen empfehlen.
Empfehlen würde ich es jedoch allemal, ich hab es richtig gern gelesen. Also an alle die Urban Romantasy / Paranormal Romace mögen, sollten sich Cage of the Moon unbedingt holen!

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Aktuelle Dystopie

Whispers of Destiny
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Ich bin mit einer völlig falschen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Der Klappentext klang lustig, und so dachte ich, es würde eine witzige Fantasy-Satire werden.

Und das ist es ganz und ...

Ich bin mit einer völlig falschen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Der Klappentext klang lustig, und so dachte ich, es würde eine witzige Fantasy-Satire werden.

Und das ist es ganz und gar nicht.

Die Protagonistin ist eine mittlerweile recht typische Figur in Fantasyromanen: forsch und vorlaut, teils sogar dreist, sie handelt erst und denkt später. Das lockert und erheitert das Ganze stellenweise, doch im Kern ist das Buch eher eine Abrechnung mit aktueller Politik, Kapitalismus und Konsumverhalten, Klimapolitik sowie der Verantwortung und den Entscheidungen jedes Einzelnen.

Dabei werden viele Dinge bitterböse aufs Korn genommen: vom Handyverhalten über Influencer und Frauenmagazine, den Immobilienmarkt bis hin zu einem gewissen amerikanischen Politiker mit orangem Teint. Zwischendurch geht es außerdem um Verlust, Trauer und den Wert eines einzelnen Lebens.

Teilweise war ich mir nicht sicher, was dieses Buch eigentlich sein möchte. Als reine Unterhaltung sind die Themen zu schwer (man muss schon sehr dumpf sein, um davon gar nichts mitzunehmen), als Sozialkritik hingegen bleibt es mir stellenweise zu flach, und das Ende wird zu schnell aufgelöst.

Die Liebesgeschichte hätte es für mich tatsächlich nicht gebraucht. Eine einfache, gute Freundschaft, gern mit vorsichtiger Perspektive auf mehr, hätte sich für mich runder angefühlt.

Einige Dinge werden nicht erklärt, und das Magiesystem ist sehr wackelig. Das stört aber letztlich nicht allzu sehr, denn ich glaube, dafür ist dieser Roman auch nicht gedacht.

Fazit: Ein Buch mit klarer Haltung und vielen wichtigen Themen, das zum Nachdenken anregt, aber tonal zwischen Unterhaltung und Gesellschaftskritik schwankt. Wer eine leichte, humorvolle Fantasy erwartet, wird enttäuscht sein; wer sich auf politische und gesellschaftliche Untertöne einlässt, findet hier durchaus Stoff zum Reflektieren.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Tolle Story mit viel zu abruptem Ende

Royal Heist
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Nach vielen düsteren Fantasywelten hatte ich Lust auf etwas Leichteres – eine fluffige Romance mit Unterhaltungsfaktor – und genau das bietet dieses Buch zunächst auch.

Grundsätzlich bin ich „im echten ...

Nach vielen düsteren Fantasywelten hatte ich Lust auf etwas Leichteres – eine fluffige Romance mit Unterhaltungsfaktor – und genau das bietet dieses Buch zunächst auch.

Grundsätzlich bin ich „im echten Leben“ kein großer Fan des britischen Königshauses. Für mich wirkt es überholt und problematisch in seiner historischen wie finanziellen Grundlage. Umso amüsanter fand ich es, dass die drohende Abschaffung der Monarchie im Roman selbst thematisiert wird. Die Geschichte präsentiert eine moderne, deutlich glamourösere und „sexyere“ Abwandlung der englischen Royals, bedient sich mancher realer Schauplätze und Fakten, bleibt ansonsten aber klar im fiktionalen Bereich.

Ich liebe Heist-Romane, meist im Fantasy-Setting, aber auch hier hat mich das Konzept überzeugt. Der erste große Coup ist hervorragend umgesetzt: Man erlebt, wie alles reibungslos funktioniert und wie kompetent die Beteiligten sind. Das ist mir wichtig, denn nichts lässt mich mehr mit den Augen rollen als angebliche „Meisterdiebe“, die nur scheitern. Die Idee der „The Robbin' Hood“-Crewfand ich mega ❤️

Insgesamt ist der Roman niedlich, unterhaltsam und natürlich stellenweise ziemlich an den Haaren herbeigezogen – aber ich wollte schließlich auch keine Dokumentation lesen. Ich konnte mich schnell für die beiden Hauptcharaktere erwärmen, und auch die Crew ist sympathisch und gut gezeichnet. Manchmal gab es grammatikalisch und mit der Kommasetzung ein paar Dinge die selbst mir aufgefallen sind (und ich achte da eigentlich nicht drauf), wer sich daran total stört sei hiermit gewarnt.

Ein großer Wermutstropfen bleibt jedoch das Ende. Der Cliffhanger ist ausgesprochen unbefriedigend: Die Geschichte endet mitten im Geschehen, ohne dass die zentrale Plotlinie (oder überhaupt irgendwas) abgeschlossen wird. Mit Cliffhangern kann ich leben, wenn sie neue Fragen aufwerfen, nachdem ein Handlungsbogen beendet wurde. Hier fühlt es sich jedoch an, als würde man abrupt aus der Geschichte gerissen. Statt Vorfreude auf den nächsten Band bleibt bei mir leider eher das Gefühl zurück, hingehalten worden zu sein – und das mindert den Gesamteindruck deutlich.

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