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Veröffentlicht am 05.05.2024

Die Reise geht weiter

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Die Autorin, Carmen Korn, nimmt ihre Leserinnen und Leser in dem zweiten Teil mit auf eine Reise in die Sechziger Jahre. Hamburg, Köln, San Remo sind die Schauplätze. Die Protagonisten aus dem ersten ...


Die Autorin, Carmen Korn, nimmt ihre Leserinnen und Leser in dem zweiten Teil mit auf eine Reise in die Sechziger Jahre. Hamburg, Köln, San Remo sind die Schauplätze. Die Protagonisten aus dem ersten Buch bekannt. Man fühlt sich beim Lesen als wäre man eingeladen bei alten Bekannten, die ein wenig plaudern, wie es Ihnen ergangen ist in den letzten Jahren.

Ulrike Schweikert verknüpft routiniert die Lebensgeschichte der Hauptfiguren mit dem damaligen Zeitgeschehen. Sie nimmt den Leser mit in das Berlin der wilden zwanziger Jahre, in das Elend während der Wirtschaftskrise, die Turbulenzen der jungen Weimarer Republik und die Gewalt bei Hitlers Machtergreifung. 1933 endet dieser erste Band der ihrer neuen Familiensaga. Damit ist der Grundstein gelegt für weitere Bände. Der nächste wird im Mai 2022 unter dem Titel „Tränenpalast, Berlin Friedrichstraße“ erscheinen - ebenfalls beim „rowohlt polaris“ Verlag.

Die Autorin brilliert beim Spannungsaufbau der Liebesgeschichte. Denn natürlich gibt es in dem verschworenen Dreiergestirn von Luise, Robert und Johannes auch Eifersucht und Dramen. Gleichzeitig steigt man beim Lesen tief ein in das Lebensgefühl in Deutschlands Hauptstadt Anfang des 20. Jahrhunderts. Denn Ulrike Schweikert zeichnet ein sehr genaues Bild der damaligen Verhältnisse. Die aufwändige Recherchearbeit ist dem Buch anzumerken. Leider haben sich mehrere Rechtschreibfehler eingeschlichen, was nicht recht passt zu einem solch detailgetreuen Roman. Auch wirken die Abhandlungen über die historischen Umstände, manchmal arg konstruiert. Zum Beispiel, wenn Robert ein weiteres Mal Luise einen Vortrag über die politische Lage hält. Aber all das verzeiht man dem Roman, weil er getragen wird von einer großen Liebe zu den Hauptfiguren und ihrer Geschichte.

Der Buchumschlag ist liebevoll gestaltet. Zum besseren Einstieg wäre ein Stammbaum sicher hilfreich gewesen. Dafür bezaubert die Innenseite des Umschlags mit einer interessanten Karte vom Berlin um 1920.

Ein absolut lesenswertes Buch, das trotz kleinerer Kritikpunkte fünf Sterne voll und ganz verdient hat.

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Neue Wege

Die Kinder von Schönbrunn (Die Schönbrunn-Saga 2)
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Nach dem ersten Weltkrieg bricht in Wien eine neue Zeit an. Doch Gretas Ehemann gilt als vermisst. Sie zieht ihre Tochter ohne Vater groß. Abseits ihrer Mutterrolle fehlt Greta der Mut neue Wege zu gehen. ...

Nach dem ersten Weltkrieg bricht in Wien eine neue Zeit an. Doch Gretas Ehemann gilt als vermisst. Sie zieht ihre Tochter ohne Vater groß. Abseits ihrer Mutterrolle fehlt Greta der Mut neue Wege zu gehen. Bis zu dem Tag, als sie von der Erzieherinnenschule im Schloss Schönbrunn erfährt. Mit ihrer Bewerbung dort ändert sich ihr Leben rasant.

Beate Maly hat mit diesem Buch eine gelungene Fortsetzung geschaffen. Während im ersten Band, „Die Frauen von Schönbrunn“, Emma die Hauptfigur ist, steht nun ihre Schwester Greta im Mittelpunkt. Geschickt verknüpft die Autorin beide Lebensgeschichten. So erfährt man einerseits, wie es mit Emma weitergeht und lernt gleichzeitig Greta näher kennen.
Auch historisch gesehen, wird die Geschichte fortgeschrieben. Im ersten Teil geht es um die Wirren der Kriegsjahre, nun erhalten die Leserinnen und Leser Einblick in die Nachkriegszeit.

Stilistisch geht Beate Maly keine neuen Wege. Auch der Aufbau der Handlung folgt einem ähnlichen Muster. Insofern ist das Buch für alle, denen schon der erste Teil gefiel, absolut empfehlenswert. Wer jedoch Spannung erwartet, könnte enttäuscht werden. Dazu ist diese Geschichte zu vorhersehbar.

Bemerkenswert ist der Einblick, den man beim Lesen in die Historie der Schönbrunner Schule erhält. Hier wurden neue Wege begangen und erstmalig die Gemeinschaft in den Mittelpunkt gerückt und den Kindern Werte wie Demokratie nähergebracht. Man merkt beim Lesen sehr deutlich, dass Beate Maly die Ideen dieser Bewegung am Herzen liegen. Mit diesem Buch schafft sie den Pädagogen und Pädagoginnen ein würdiges literarisches Denkmal.

Eine leichte Lektüre zum Wohlfühlen und gleichzeitig ein Anstoß zum Nachdenken über Kindererziehung von damals.


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Veröffentlicht am 05.05.2024

Kleine Kostbarkeiten

Kummer aller Art
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Das Buch ist eine Sammlung von Kolumnen, die in der Zeitschrift „Psychologie Heute“ erstmals veröffentlicht wurden. „Kummer aller Art“ lautet der Titel, der leicht darüber hinwegtäuscht, dass es durchaus ...

Das Buch ist eine Sammlung von Kolumnen, die in der Zeitschrift „Psychologie Heute“ erstmals veröffentlicht wurden. „Kummer aller Art“ lautet der Titel, der leicht darüber hinwegtäuscht, dass es durchaus komisch zugeht in diesen Geschichten, wenn auch manchmal tragisch komisch. Es geht um Nachbarschaftsverhältnisse, Verwandte und zufällige Bekannte. Da ist zum Beispiel Lisa, die Liebeskummer hat oder Frau Wiese, die nicht schlafen kann. Alle hadern sie manchmal mit ihrem Alltag und sind dabei so liebenswert, dass man sie am liebsten adoptieren würde.

Alle Geschichten sind in der Ich-Perspektive geschrieben und so fühlt man sich beim Lesen der Autorin sehr nah. Auch weil das, was Mariana Leky beschreibt, die kleinen Alltäglichkeiten sind, die uns alle bewegen. Sie schafft es diesen Banalitäten einen Zauber zu entlocken, sodass die Gefühle dahinter sich Bahn brechen können. Nicht zuletzt dank wunderbarer Vergleiche und Bilder, einer Sprache, die nur auf den ersten Blick beiläufig erscheint. Hier sitzt einfach jeder Satz, jedes Wort, es ist eine Freude. Oft liest man vor Verzückung den Absatz ein zweites Mal.

Man kann die kurzen Geschichten einzeln genießen oder in einem Stück lesen. Auf jeden Fall taucht man immer tiefer ein in diese schräge Welt. Lernt die Protagonisten immer besser kennen und verschmilzt mit ihrer Welt. Fast wie eine kleine Sucht, was wiederum selbst ein Thema für eine neue Kolumne wäre.

Mariana Leky hat schon mehrere Bücher veröffentlicht, unter anderem den Roman „Was man von hier aus sehen kann“. Eine Geschichte über eine Dorfgemeinschaft, die in zwanzig Sprachen übersetzt und auch für das Kino verfilmt wurde. Das war ihr fünftes Buch und ihr erster Bestseller. „Kummer aller Art“ erschien im August 2022 wieder im DuMont Verlag.

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Veröffentlicht am 04.05.2024

Ein frecher Comic aus England

Bunny vs. Monkey - Der Wahnsinn beginnt
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Der freche Affe sollte eigentlich mit einer Rakete in den Weltraum geschossen werden. Aber leider ist er nicht auf einem fremden Planeten gelandet, sondern zwischen einem Hasen und seinen Freunden im Wald. ...

Der freche Affe sollte eigentlich mit einer Rakete in den Weltraum geschossen werden. Aber leider ist er nicht auf einem fremden Planeten gelandet, sondern zwischen einem Hasen und seinen Freunden im Wald. Dort fühlt er sich schnell wie zuhause und schikaniert seine Mitbewohner. Die finden das allerdings überhaupt nicht lustig.

Lustig ist dieses Buch auf seine ganz eigene Art und Weise. Es steckt voller witziger Ideen, die gut illustriert sind von Jamie Smart. Der Comic ist untergliedert in einzelne Kapitel, die meist nur wenige Seiten umfassen. Dadurch kann man es gut zwischendurch lesen. Die Grundidee bleibt jedoch immer dieselbe. Das muss man mögen. Manche finden die Geschichten vielleicht zu ähnlich. Erschwerend kommt hinzu, dass die Sprache doch etwas holprig ist. Vielleicht ist es im Original flüssiger, für die deutsche Übersetzung ist die Leseempfehlung „ab 8 Jahre“ etwas ambitioniert. Das Cover und Qualität des Buchs überzeugen dagegen. Für Comic-Fans sicher lesenswert.

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Veröffentlicht am 04.05.2024

Eine Sommergeschichte mit Tiefgang

Ein unendlich kurzer Sommer
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Im Mittelpunkt des Romans steht Lale, die aus ihrem Alltag flieht, indem sie den nächstbesten Zug nimmt und an der letzten Station aussteigt. Dort trifft sie auf Gustav, einen eigenwilligen Campingplatzbesitzer, ...

Im Mittelpunkt des Romans steht Lale, die aus ihrem Alltag flieht, indem sie den nächstbesten Zug nimmt und an der letzten Station aussteigt. Dort trifft sie auf Gustav, einen eigenwilligen Campingplatzbesitzer, der ihr Unterkunft gewährt. Von nun an werkelt sie mit ihm an den maroden Anlagen, bis schließlich ausgerechnet durch ein Grab neuer Schwung auf dem Platz einkehrt. Danach ist nichts mehr, wie es einmal war und die Geschichte nimmt an Fahrt auf. Denn dann taucht auch noch Christophe auf, der sich in Lale verliebt.

Kristina Pfister gelingt es, eine Atmosphäre zu erzeugen, die einen tief eintauchen lässt in die Geschichte. Dazu führen die unterschiedlichen Erzählperspektiven, die Gedankeneinschübe und die Detailgenauigkeit. Sie nimmt die Leserinnen und Leser mit in die bizarre Welt des Campingplatzes und gleichzeitig in eine Gefühlswelt von Liebe, Dankbarkeit und Trauer. Manche Szenen wirken geradezu filmisch. So zum Beispiel, wenn das seltsam schräge Quintett aus Lale, Gustav, Christophe, James und Flo bei einem Gewitter im Wohnzimmer sitzt und bei Kerzenschein Karten spielt.

Die Autorin brilliert in der Darstellung dieser Campingwelt und schöpft dabei gekonnt aus eigener Erfahrung, wie sich unschwer herauslesen lässt. Sie zeichnet die Hauptfiguren der Geschichte sehr klar und gleichzeitig mit all ihren Ambivalenzen. Das macht es manchmal zäh und spannend zugleich beim Lesen.

Der Buchumschlag spiegelt die Stimmung des Buches sehr gut wieder. Eine junge Frau auf dem Rücken auf dem Wasser liegend. Alles im Fluss, genauso wie die Geschichte selbst.

Ein lesenswertes Buch, das vier Sterne von mir bekommt.

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