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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2020

Spannend und nervenaufreibend

Das Gerücht
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Handlung

Die britische Autorin Lesley Kara erzählt in „Das Gerücht“ die Geschichte der alleinerziehenden Joanna, die eigentlich durch eine eher unüberlegte Äußerung dafür sorgt, dass in dem kleinen Ort, ...

Handlung

Die britische Autorin Lesley Kara erzählt in „Das Gerücht“ die Geschichte der alleinerziehenden Joanna, die eigentlich durch eine eher unüberlegte Äußerung dafür sorgt, dass in dem kleinen Ort, in dem sie lebt, ein Gerücht weiterverbreitet wird: Ein Gerücht über eine Mörderin, die sich angeblich in dem kleinen Ort niedergelassen hat, um dort einen Neuanfang zu wagen. Dabei ahnt Joanna in dem Moment, in dem die Worte ihre Lippen verlassen, noch nicht, welche Kette von Ereignissen sie damit in Gang setzen wird.

Meine Meinung

Ich bin ein großer Fan des Romans „Girl on the train“ von Paula Hawkins. Und auf manche Weise hat mich „Das Gerücht“ beim Lesen an diesen Roman erinnert. Nicht so sehr vom Inhalt, da gibt es eigentlich keine Parallelen, aber das Gefühl beim Lesen war für mich sehr ähnlich, was ein absolutes Kompliment an die Autorin ist. Da ist zum einen Joanna, die sich sehr darum bemüht, ihrem kleinen Sohn ein schönes Leben zu bieten, auch wenn sie dafür persönlich zurückstecken muss. Da sind Momente, in denen Joanna kurz vor der Verzweiflung steht, weil sie sich zum einen schuldig fühlt, weil sie das Gerücht weiterverbreitet hat, und es schwingt ein Gefühl von Bedrohung mit in den Ereignissen, die sich nach und nach entfalten. Und da ist die Geschichte rund um die Mörderin, die sich angeblich in dem kleinen Örtchen niedergelassen hat. Ist an der Geschichte etwas Wahres dran, ist es eben nur ein Gerücht, dass so weit entfernt von der Wahrheit ist, wie es nur sein kann – und welche Auswirkungen hat dieses Gerücht auf Joannas Leben?

Diese Frage und mehr hat mich bis zur letzten Seite in Atem gehalten. Von mir erhält „Das Gerücht“ fünf Sterne und eine definitive Leseempfehlung – nicht nur für Fans von Paula Hawkins.

  • Cover
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 09.03.2020

Schmerzhafte Geschichte mit Sogwirkung

Je tiefer das Wasser
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In ihrem Roman „Je tiefer das Wasser“ hat Katya Apekina ein erschütterndes Bild in Schriftform gegossen: Wir treffen auf einzelne Mitglieder einer zerbrochenen Familie, wie auch Personen aus deren Umfeld. ...

In ihrem Roman „Je tiefer das Wasser“ hat Katya Apekina ein erschütterndes Bild in Schriftform gegossen: Wir treffen auf einzelne Mitglieder einer zerbrochenen Familie, wie auch Personen aus deren Umfeld. Anschaulich wird dabei dargestellt, welche Folgen es für die beiden Mädchen Edie und Mae hat, alleine mit ihrer depressiven Mutter zusammen zu leben. Der Vater spielt bis zu einem erneuten Selbstmordversuch seiner Exfrau Marianne keine wirkliche Rolle im Leben seiner beiden Kinder. Doch als Marianne nach ihrem Selbstmordversuch in eine Nervenklinik eingewiesen wird, nimmt er seine Töchter zu sich und versucht, zu ihnen ein Verhältnis aufzubauen.

Leider hat es den Anschein, dass kein einziges Familienmitglied unbeschadet ist. Edie leidet unter Schuldgefühlen und kann die Verantwortung für ihre Mutter nicht loslassen, um die sie sich in den vergangenen Jahren so aufopfernd gekümmert hat. Mae klammert sich an ihren Vater, der für sie den Ausweg aus den alptraumhaften Episoden mit ihrer Mutter darstellt. Allerdings führt sie krankhafte Fixierung auf ihren Vater quasi in den Kaninchenbau hinab. Der Vater der beiden Mädchen versucht zunächst, die beiden für sich zu gewinnen und scheint zumindest ein paar Schuldgefühle zu haben, die Mädchen in den letzten Jahren alleine gelassen zu haben. Aber dann gleitet auch er in eine krankhafte Fixierung Mae gegenüber ab, die dazu führt, dass Mae langsam den Bezug zur Realität verliert.

Die Geschichte ist definitiv keine seichte Unterhaltungslektüre, sondern fordert die Leser, sich mit schmerzhaften und grauenhaften Momenten auseinanderzusetzen. „Je tiefer das Wasser“ ist eine Geschichte mit Sogwirkung, auch wenn es mir an manchen Stellen nicht leicht gefallen ist, weiter zu lesen. Ab und an brauchte ich eine Pause von den Ereignissen, die aufeinander folgen. Aber der Roman hat zum Nachdenken angeregt, präsentiert viele unterschiedliche Perspektiven und ist daher umso vielschichtiger.

Ich vergebe vier von fünf Sternen und hoffe auf weitere Veröffentlichungen der Autorin.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2020

Grandios erzählt, emotional fesselnd und brandaktuell

Eine Farbe zwischen Liebe und Hass
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Zum Autor

Vorweg: Mir war, bevor ich den Roman in Händen hielt und einen Blick auf das Autorenportrait war, nicht bewusst, dass sich hinter dem Autor „Alexi Zentner“ der mir bereits bekannte Autor „Ezekiel ...

Zum Autor

Vorweg: Mir war, bevor ich den Roman in Händen hielt und einen Blick auf das Autorenportrait war, nicht bewusst, dass sich hinter dem Autor „Alexi Zentner“ der mir bereits bekannte Autor „Ezekiel Boone“ verbirgt. Die Reihe „Die Brut“ habe ich bereits gelesen und fand auch dieses Action-Abenteuer grandios. Und auch mit diesem gesellschaftskritischen Roman hat der Autor mich begeistern können.

Meine Meinung

In „Eine Farbe zwischen Liebe und Hass“ befasst sich der Autor im grundlegenden mit dem noch immer in Amerika vorkommenden Rassismus gegenüber schwarzen Amerikanern. Dabei wählt Alexi Zentern einen meiner Meinung nach eher ungewöhnlichen Protagonisten – den jungen Jessup (weiß, arm und Mitglied der „Heiligen Kirche des Weißen Amerika“). Eigentlich, sollte man meinen, müsste Jessup ein unmöglicher Protagonist sein. Oder zumindest ein Protagonist, den der Leser hassen muss. So ging es mir beim Lesen aber absolut nicht. Mit Feingefühl stellt Alexi Zentner Jessup vor, der eben in einer Familie aufgewachsen ist, die diese Kirche besucht. Die Zugehörigkeit zu seiner Familie scheint für ihn lange Zeit mit der Zugehörigkeit zu dieser Kirche verbunden zu sein. Der Kirche den Rücken zu kehren würde bedeuten, auch der Familie, die er hat und liebt, den Rücken zu kehren. Zentner arbeitet den Konflikt des heranwachsenden Jessup behutsam aber eindringlich heraus – dass Jessup das Gedankengut dieser Kirche ablehnt, dass er in seine Freundin Deanne verliebt ist (die Tochter seines schwarzen Coaches im Footballteam) aber er auch hin- und hergerissen ist zwischen der Loyalität zu seiner Familie und dem Gefühl, dass er sowieso in den Augen der anderen als „Rassist“ abgestempelt ist Weil sein Bruder und Stiefvater im Gefängnis sind bzw. waren, wegen Totschlag an zwei schwarzen jungen Männern. Weil er mit diesen beiden Menschen verbunden ist.

Der Schreibstil des Autors hatte auf mich eine unwahrscheinliche Sogwirkung. Ich konnte wirklich eintauchen in die Zerrissenheit von Jessup, der sich eigentlich nichts weiter wünscht, als aus seinem jetzigen Leben auszubrechen. Und dabei wird die Geschichte zwar aus Jessups Sicht, aber in der dritten Person und nicht durch einen Ich-Erzähler wiedergegeben. Im Verlauf der Geschichte werden Fragen danach beleuchtet, ob man Menschen, die einem wichtig waren oder sind, loslassen muss, wenn man deren Meinung nicht mehr tolerieren kann. Es geht darum, die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, aber auch darum, für die eigenen Handlungen beurteilt zu werden und nicht dafür, in welche Familie man geboren wurde.

Für mich ist „Eine Farbe zwischen Liebe und Hass“ jetzt schon ein absolutes Highlight für mein Lesejahr 2020, das ich definitiv weiterempfehlen kann. Der Roman ist brandaktuell, fesselnd und emotional so aufwühlend, dass ich die Geschichte von Jessup noch lange nicht vergessen werde.

Daher vergebe ich auch fünf von fünf möglichen Sternen von diesen neuesten Roman von Alexi Zentner.

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Veröffentlicht am 12.02.2020

Packende Mischung aus Magie, Historie und Action

Priest of Bones
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"Priest of Bones - Der Kampf um den Rosenthron" Band 1 ist der Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe. Der Autor, Peter McLean, liefert hier meiner Meinung nach eine spannende und packende Mischung aus Magie, ...

"Priest of Bones - Der Kampf um den Rosenthron" Band 1 ist der Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe. Der Autor, Peter McLean, liefert hier meiner Meinung nach eine spannende und packende Mischung aus Magie, Historie und Action ab, die definitiv Lust auf mehr macht.

Der Armeepriester Tomas Piety, der nach dem Krieg in seine Geburtsstadt zurückkehrt, ist dabei der Charakter, der im Mittelpunkt der Handlung steht. Tomas ist ein Charakter, der durchaus polarisieren kann. Auf der einen Seite hatte ich das Gefühl, dass er grundsätzlich das Herz am richtigen Fleck hat, auf der anderen Seite ist er in seinem Zorn und seiner Rache absolut erbarmungslos. Und natürlich hat auch der Krieg seine Spuren bei Tomas hinterlassen, auch wenn man diese vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennt.

Am Anfang war der Schreibstil des Autors doch etwas gewöhnungsbedürftig für mich, das gebe ich zu. Es fallen derbe Worte, Beschimpfungen, aber in einigen Momenten, so unbarmherzig diese beschrieben werden, schwingt eine absolut herzergreifende Melancholie, ein Schmerz mit, der einem an die Substanz geht.

Die Handlung spielt in einer fiktiven Welt, auch wenn einige Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten (Gerbereien etc.) durchaus daran erinnern, wie ich mir das Mittelalter in England oder Frankreich vorstelle. Ich bin eigentlich kein typischer Fan von historischen Romanen, daher war ich ganz froh, dass das Setting einfach nur in einer magisch angehauchten Vergangenheit zu spielen scheint und er Fokus eher auf den Charaktere, politischen Intrigen und nicht zuletzt der Actionszenen lag.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich fiebere dem nächsten Band schon entgegen. Daher erhält dieser erste Band von mir auch volle fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 02.02.2020

Der Wolf ermittelt wieder

Wolves – Die Jagd beginnt
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Mit „Wolves – Die Jagd beginnt“ legt der britische Autor Daniel Cole den dritten Thriller um William „Wolf“ Fawkes vor. Und ja, ich zähle das trotzdem so, obwohl Wolf im zweiten Band nicht im Mittelpunkt ...

Mit „Wolves – Die Jagd beginnt“ legt der britische Autor Daniel Cole den dritten Thriller um William „Wolf“ Fawkes vor. Und ja, ich zähle das trotzdem so, obwohl Wolf im zweiten Band nicht im Mittelpunkt der Handlung stand.
Der Kriminalfall, in dem es in diesem Band geht, hat an sich nicht unbedingt etwas mit den Vorgängerbänden zu tun. Ich finde es dennoch hilfreich, dass man Finlay schon kannte, dass der manchmal etwas ruppige Kerl eben aufgrund des beinahe schon Vater-Sohn-Verhältnisses zu Wolf für mich liebenswert war. Obwohl auf den ersten Blick alles auf Selbstmord hindeutet, kann Wolf das einfach nicht glauben und setzt alles daran, zu beweisen, dass sein Freund ermordet wurde.
Die Geschichte in „Wolves – Die Jagd beginnt“ spielt zum einen in der Vergangenheit, als Finlay noch jung war. Der zweite Handlungsstrang spielt in der Gegenwart, in der Wolfe, Baxter und die anderen ihre Ermittlungen anstellen. Die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Personen und der für diesen Band relevanten Ereignisse aus den Vorgängerbänden werden zumindest erwähnt, ich persönlich denke aber, dass es einem leichter fällt zu verstehen, worum es bei den Anspielungen und Reaktionen der einzelnen Personen geht, wenn man den Anfang der Geschichte (Band 1) und den Mittelteil (Band 2) auch kennt. Es ist aber durchaus möglich, diesen Band als eigenständige Geschichte zu lesen.
Ich habe mich gefreut, die lieb gewonnenen Charaktere wie Wolf und Baxter, Edmunds und Rouche wiederzusehen. Obwohl die Auflösung des Falls ab einen gewissen Punkt für mich sehr offensichtlich war, hat mich dann das Ende des Thrillers doch für den einen oder anderen Absacker im Spannungsbogen entschädigt, sodass ich insgesamt auf vier Sterne komme.

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