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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2021

Absolut würdiger zweiter Band der Reihe

Stormsong
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Nach „Witchmark“ ist „Stormsong“ der zweite Band der Fantasy-Reihe von C. L. Polk und setzt mit der Handlung dort an, wo „Witchmark“ endete. Allerdings steht dieses Mal nicht Dr. Miles Singer im Mittelpunkt ...

Nach „Witchmark“ ist „Stormsong“ der zweite Band der Fantasy-Reihe von C. L. Polk und setzt mit der Handlung dort an, wo „Witchmark“ endete. Allerdings steht dieses Mal nicht Dr. Miles Singer im Mittelpunkt der Geschichte, sondern dessen Schwester Grace, aus deren Sicht die Handlung in diesem Band der Reihe erzählt wird. Für Grace steht viel auf dem Spiel – sie bewegt sich persönlich wie auch politisch nach den Ereignissen in „Witchmark“ auf dünnem Eis. Wie wird dieser Tanz auf Messers Schneide für Grace, aber auch für Aeland selbst ausgehen? Genau darum geht es in „Stormsong“.
Meine Meinung
Für mich war es unglaublich schön, wieder nach Aeland zurückzukehren. Ich gebe zu, ich war ein wenig besorgt, ob mich „Stormsong“ genauso fesseln und begeistern würde wie der erste Band der Reihe. Nachdem ich Miles als Protagonisten und Erzähler einfach sehr ins Herz geschlossen hatte und Grace zumindest in Teilen des ersten Bandes nicht unbedingt meine Sympathie gewinnen konnte, war ich mir einfach nicht sicher, ob mir die Geschichte mit ihr als Erzählerin gefallen würde.
Aber da habe ich mir vollkommen umsonst Sorgen gemacht. Durch die Erzählung aus der Perspektive von Grace erfährt man, wie sehr Grace ihr Verhalten ihrem Bruder gegenüber bereut. Dass sich ihre Sicht der Dinge mit der Aufdeckung bestimmter Geheimnisse geändert hat und sie nun danach strebt, Wiedergutmachung zu leisten. Und ja, Grace ist mir im Laufe der Geschichte genauso sehr ans Herz gewachsen wir ihr Bruder Miles. Dieser spielt übrigens auch in diesem Band eine Rolle – und auch Tristan ist wieder mit von der Partie. Damit ist meine Hoffnung auf weitere Einblicke in die Entwicklung der Beziehung der beiden voll und ganz erfüllt worden.
Und auch in die Gepflogenheiten und Geheimnisse der Amaranthine habe ich weitere Einblicke erhalten, auch wenn nach wie vor Fragen offen und Geheimnisse verborgen zu sein scheinen. Aber zumindest im englischen Original gibt es bereits einen dritten Band der Reihe, auf dessen Übersetzung ich wirklich hoffe und auf den ich mich schon freue.
C. L. Polk hat es wieder mit einem sehr feinen, wundervollen Schreibstil geschafft, dass ich direkt in die Geschichte eintauchen konnte. Die Charaktere sind so liebevoll gezeichnet und die feine Romanze, die sich zwischen Grace und Avia entspinnt, hat sich perfekt in die Handlung eingefügt.
Stormsong erhält von mir fünf von fünf möglichen Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2021

Thematisiert emotional die Frage „Was wäre gewesen, wenn…“

Die Mitternachtsbibliothek
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Der Klappentext für „Die Mitternachtsbibliothek“ hat mich neugierig darauf gemacht, welche Art von Geschichte Matt Haig hier für mich entfalten würde. „Die Mitternachtsbibliothek“ ist nicht mein erstes ...

Der Klappentext für „Die Mitternachtsbibliothek“ hat mich neugierig darauf gemacht, welche Art von Geschichte Matt Haig hier für mich entfalten würde. „Die Mitternachtsbibliothek“ ist nicht mein erstes Buch von Matt Haig, daher habe ich mich auf einen feinen, emotionalen Schreibstil gefreut und irgendwie auch schon darauf eingestellt, dass mich die Geschichte emotional angehen würde. All das hat Matt Haig meiner Meinung nach auch abgeliefert – für mich war Nora`s „Reise“ durch die Leben „die gewesen wären, wenn…“ absolut fesselnd, hochemotional, wenn auch keine fröhliche Lektüre für zwischendurch.

Das Buch verfügt über eine ziemlich verzweifelte Protagonistin, die sich und ihr Leben gleich zu Beginn der Handlung aufgeben möchte. Da dies bereits im Klappentext des Buches erwähnt ist, spoilert dies nichts, aber ich hatte hier das Bedürfnis darauf hinzuweisen, dass der Einstieg in die Geschichte dadurch relativ dramatisch ist. Mit Nora als Protagonistin konnte ich mich eigentlich ganz gut identifizieren – und zumindest in Teilen dürfte sich jeder Mensch ab einem bestimmten Alter vielleicht gefragt haben, wie das eigene Leben wohl heute aussehen würde, wenn man an einer Weggabelung eine andere Abzweigung genommen hätte. Diese Neugier kann Nora durch ihren Zwischenstopp auf dem Weg ins Jenseits befriedigen, sie kann die verschiedenen Leben quasi anprobieren und stellt dabei fest, dass jede anders getroffene Entscheidung nicht zwangsläufig zu einer komplett „besseren“ Version ihres Lebens führt. Greift das Buch hier einen völlig neuen Gedanken auf? Sicherlich nicht, aber durch Nora’s Erfahrungen in der Mitternachtsbibliothek wird aus diesem Abstrakten Konzept ein sehr plastisches Bild gemalt.

Für mich beschreibt „Die Mitternachtsbibliothek“ sehr deutlich, dass es keinen Sinn hat, über „Was wäre gewesen, wenn…“ groß nachzugrübeln. Man hat das „Hier“ und das „Jetzt“ und kann von diesem Punkt aus die weiteren Schritte bestimmen. Es ist trotz des dramatischen und eher depressiv anmutenden Anfangs ein hoffnungsvolles Buch, das mich mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und einer kleinen Träne im Augenwinkel zurücklässt.

Ich habe das Buch übrigens in der Hörbuchfassung, gelesen von Annette Frier genossen. Ihre Stimme ist angenehm, das Sprechtempo und die Betonung waren meiner Meinung nach super und man hat in den emotionalen Teilen der Geschichte auch wirklich Emotionen gehört. Für mich hat Annette Frier hier eine rundum gelungene Leistung abgelegt.

Von mir erhält „Die Mitternachtsbibliothek“ volle fünf Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2021

Ein Mix von Themen

Im Reich der Schuhe
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Zum Inhalt

Der Titel „Im Reich der Schuhe“ ist für den Roman von Spencer Weis beinahe schon relativ wörtlich zu nehmen. Denn die Geschichte, um die es geht, spielt in China, im Mittelpunkt steht eine ...

Zum Inhalt

Der Titel „Im Reich der Schuhe“ ist für den Roman von Spencer Weis beinahe schon relativ wörtlich zu nehmen. Denn die Geschichte, um die es geht, spielt in China, im Mittelpunkt steht eine Fabrik für Schuhe – geführt von Fedor Cohen, dem Vater von Alex Cohen, der als zentraler Protagonist und Ich-Erzähler seine Geschichte erzählt.

Meine Meinung

Spencer Wise hat einen schönen, angenehmen Schreibstil und es gelingt ihm, sowohl die Charaktere als auch deren Lebensumstände so darzustellen, dass ein deutliches Bild für den Leser entsteht. In dem Roman mischt sich meiner Meinung nach der Drang nach dem Abnabeln und Abgrenzen des erwachsenen Sohnes von seinem Vater mit einer Art Gewissenskonflikt in Bezug auf die Arbeits- und Lebensumstände der in der Fabrik beschäftigten Arbeiter/innen.

Ich wähle hier bewusst den Begriff „Art“ Gewissenskonflikt, denn Alex scheint zwar ein guter Mensch zu sein. Allerdings ist er sich meiner Meinung nach durchaus dem Konfliktpotenzial zwischen möglichst hohen Gewinnansprüchen und z.B. einer gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft bewusst. Überhaupt vermischen sich meiner Meinung nach in Alex Handeln immer wieder verschiedene Motive – der Wunsch nach Unabhängigkeit, seine Beziehung zu Ivy, seine Angst vor dem politischen System in China, in dem unbequeme Menschen einfach verschwinden können.

Auch wenn der Affe auf dem Cover des Romans mich zum Schmunzeln gebracht hat, so ist die Geschichte, um die es in dem Roman geht, keineswegs leichte Kost. Es werden sozialkritische Punkte angesprochen, auch um politische Themen geht es immer wieder. Ich gebe zu, dass ich mich weder mit der jüngeren Geschichte Chinas, noch mit den expliziten Details des politischen Systems gut auskenne – für mich waren daher manche Begriffe, die in die Handlung eingewoben wurden, Menschen und Ereignisse, die genannt wurden und gefühlt eine bestimmte Bedeutung hatten, nicht ohne weiteres zu deuten. Und das hat die Geschichte in Teilen ein wenig anstrengend für mich gemacht. Weil ich das Gefühl hatte, hier fehlt mir etwas an Hintergrundinformationen, um das wirklich zu erfassen, um das es in dieser Szene wirklich geht, um zu verstehen, wovon die Rede ist und nicht nur eine vage Ahnung zu haben.

Von mir erhält „Im Reich der Schuhe“ daher drei von fünf Sternen. Der Roman hat mich jedenfalls gut unterhalten und auf jeden Fall neugierig darauf gemacht, ein bisschen zu der neueren Geschichte Chinas zu recherchieren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2021

Sachbuch nach Art von John Green

Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?
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Was kommt dabei heraus, wenn einer meiner liebsten Romanautoren sich an einem Sachbuch versucht? Ein ziemlich unterhaltsames Sachbuch, dass sich nicht nur mit bestimmten „Highlights“ aus „der Geschichte“ ...

Was kommt dabei heraus, wenn einer meiner liebsten Romanautoren sich an einem Sachbuch versucht? Ein ziemlich unterhaltsames Sachbuch, dass sich nicht nur mit bestimmten „Highlights“ aus „der Geschichte“ befasst (darunter Themen wie Teddybären), sondern die Erklärungen und Beschreibungen tatsächlich mit persönlichen Erfahrungen und Gedanken des Autors verbindet. Die einzelnen Kapitel können meiner Meinung nach unabhängig voneinander gelesen werden. John Green selbst hat die einzelnen Kapitel als „Essays“ bezeichnet und ich denke, das trifft es ganz gut.
„Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ ist definitiv anders als „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ oder „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Was gleich geblieben ist, ist John Greens Gefühl für Sprache, die Auswahl der Themen und sein besonderer Blickwinkel, aus dem er die Dinge manchmal betrachtet. Für mich war das Buch daher auch eine Möglichkeit, dem Autor „näher“ zu kommen.
Eigentlich bin ich keine begeisterte Sachbuchleserin, aber dieses Buch war weder trocken, noch entspricht es meiner Meinung nach einem klassischen Sachbuch. Der Untertitel bzw. Zusatz zum Titel des Buches „Notizen zum Leben auf der Erde“ trifft es da ziemlich gut.
Von mir erhält „Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ vier von fünf Sternen. Wer den Schreibstil von John Green mag, der wird sicher auch mit diesem Sachbuch auf seine Kosten kommen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2021

Hat mich leider nicht so gefesselt wie erhofft

Der Junge, der das Universum verschlang
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„Der Junge, der das Universum verschlang“ hat mich durch die Leseprobe und den Klappentext neugierig auf die Geschichte um Eli Bell gemacht.
Das Cover und der Titel der Geschichte hätten mich auch in ...

„Der Junge, der das Universum verschlang“ hat mich durch die Leseprobe und den Klappentext neugierig auf die Geschichte um Eli Bell gemacht.
Das Cover und der Titel der Geschichte hätten mich auch in einer Buchhandlung neugierig auf die Geschichte gemacht – die knallige Farbe mit dem Vogel in der Mitte erregt definitiv Aufmerksamkeit.

Die Charaktere sind interessant, erscheinen zum Teil voller Widersprüche zu sein. Der Stiefvater von Eli zum Beispiel, der Eli und August (Elis großer Bruder), der auf der einen Seite ein liebevoller Vater voller guter Absichten ist, in der nächsten Sekunde allerdings fragwürdige Entscheidungen trifft oder den beiden Jungs gegenüber gewalttätig wird. Und Trent Dalton hat einen angenehmen Schreibstil, der es ermöglicht, dass man sich Orte und Menschen, aber auch die vorherrschenden Gefühle in bestimmten Situationen sehr genau vorstellen kann.

Allerdings hat sich die Geschichte meiner Empfindung nach in Teilen sehr gezogen. Da sind Abschweifungen in der Erzählung, die zwar durchaus dazu beitragen, dass man die Dreidimensionalität der Figuren besser verstehen kann. Sie haben allerdings bei mir dazu geführt, dass mir das Erzähltempo der Geschichte zu langsam war. Dadurch ist bei mir der unbedingte Wunsch, unbedingt weiterlesen zu wollen, leider immer wieder verloren gegangen. Ich fand das sehr schade, da ich das Grundkonstrukt der Geschichte nach wie vor spannend und faszinierend fand.

Leider komme ich in einer Gesamtbewertung für „Der Junge, der das Universum verschlang“ leider nicht auf mehr als zwei Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere