Profilbild von Habbo

Habbo

Lesejury Star
offline

Habbo ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Habbo über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Gute Story mit allerdings nerviger Protagonistin

39 Grad Mord
0

Selbstironisch, weinselig und mörderisch gut, behauptet der Klappentext. Nun ja. Die Geschichte um die unter einer Schreibblockade leidenden Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix liest sich gut weg, keine ...

Selbstironisch, weinselig und mörderisch gut, behauptet der Klappentext. Nun ja. Die Geschichte um die unter einer Schreibblockade leidenden Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix liest sich gut weg, keine Frage. Hannah erweist sich als schwieriger Charakter, der auch schon mitten in einem Fernsehinterview ausrastet. Ihr Lektor, dem sie noch ein Buch schuldet, das ist vertraglich geregelt, bietet ihr einen Luxusurlaub in der Villa eines Bekannten auf Sizilien an, damit sie dort das Buch auch endlich schreiben kann. Alles völlig gratis für sie. Sie nimmt an, obwohl sie das Buch gar nicht schreiben will. Dort beginnt sie auch gar nicht erst mit dem Schreiben, sondern mit der Erkundung der gastronomischen Angebote in der Umgebung, vor allem der alkoholischen. Gleich am ersten Tag sitzt sie völlig beschwipst in einem Restaurant, lernt dort ein schwedisches Ehepaar kennen und übernachtet in deren Haus, weil sie, bedröhnt wie sie ist, nicht mehr zur Villa, in der sie wohnt zurückfindet. Von da an beginnt das Malheur, denn nach etlichen weiteren Gläsern Wein in der Villa des Ehepaars, stolpert sie von völlig verkatert am nächsten Morgen über die Leiche der Villabesitzerin in deren Küche – und fasst das Mordwerkzeug an. Damit ist sie zunächst einmal die Hauptverdächtige. Fortan versucht sie, selbst zu ermitteln, um sich vom Mordverdacht zu befreien. Das alles bis zum temporeichen Schluss ist spannend und zügig erzählt und hält die Spannung auch bis zum Ende. Was allerdings echt ätzend ist, ist die Person der Hannah selbst, die selbstgerecht, arrogant, besserwisserisch, halsstarrig und beratungsresistent ist. Anderen gesteht sie gerade mal zwei Gehirnzellen zu, mokiert sich über die Villa, in der sie untergekommen ist, als zu armselig, beschwert ich ständig über Leute, die ihr zu nervig sind, nimmt Hilfe, die sie einfordert, nur äußert genervt entgegen. Ansonsten säuft sie sich durch die Geschichte. Die Frau ist unerträglich und da fragt sich der Leser dann doch, muss die Protagonistin so dermaßen negativ daherkommen?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Parforceritt

Selbstverschuldet
0

Das ist ein rechter Parforceritt. Während Kommissar Gerste im Krankenhaus über seine Hüftoperation informiert wird, wird eine Etage tiefer ein Baby entführt. Kommissar Gerste will eingreifen, wird aber ...

Das ist ein rechter Parforceritt. Während Kommissar Gerste im Krankenhaus über seine Hüftoperation informiert wird, wird eine Etage tiefer ein Baby entführt. Kommissar Gerste will eingreifen, wird aber durch seine lädierte Hüfte ausgebremst. Er ruft die Kollegin Corinna zu Hilfe, und die hätte die Entführerin auch fast gehabt, aber eben nur fast. Kurz darauf wird ein Toter gefunden, bestialisch zugerichtet, ein totes Baby im Arm haltend. Da Gerste im Krankenhaus liegt, wird Corinna Leiterin des Ermittlerteams. Und muss sich erst einmal den Respekt der Kollegen erkämpfen. Dann geht es Schlag auf Schlag, Die Täterseite ist noch nicht fertig und den Ermittlern immer ein Stück weit voraus. Die Geschichte ist intensiv und sehr rasant erzählt. Gerste kommt ein wenig cholerisch, rechthaberisch und teilweise unfair gegenüber den Kollegen daher. Die Motivation auf Täterseite wird ausführlich dargestellt bis zur Eskalation der Situation. Die Leserschaft wird tief in die Geschichte hineingezogen. Es bleibt spannend bis zum Schluss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2026

Reines Lesevergnügen

Einer flog über das Möwennest
0

Da ist wieder was los in Fredenbüll. Ein windiger Flugbestatter, der sogar einen „Großkunden“, seine Ladung aber nicht immer im Blick hat. Ein undurchsichtiger Professor mit größenwahnsinnigen Visionen ...

Da ist wieder was los in Fredenbüll. Ein windiger Flugbestatter, der sogar einen „Großkunden“, seine Ladung aber nicht immer im Blick hat. Ein undurchsichtiger Professor mit größenwahnsinnigen Visionen und entsprechenden Experimenten zur Entwicklung eines Präparates, das ewig junge Haut verspricht. Allerdings mit haarsträubenden Ergebnissen, was an den Testobjekten – Nagern wie Menschen – beobachtet werden kann. Verschwundene Patientinnen kommen hinzu und das Ableben eines Krankenpflegers. Alle Hände voll zu tun für Dorfpolizist Thies und Mordermittlerin Nicole. Die Ermittlungen führen in eine Klinik in St. Peter-Düne, in der gerade Thies Tochter Telje, angehende Ärztin, ihr klinisches Jahr absolvieren soll und der die Zustände da zumindest befremdlich erscheinen, was schließlich sogar zu einem Undercover-Einsatz von ihr dortselbst führt. Man muss natürlich auch einen Blick auf die Fredenbüller und die Stammgäste der Hidden Kist werfen, was die dort so umtreibt. Wie etwa das verwickelte Liebesleben von Telje, das neue Hobby Baustellen-TV gucken und die Erprobung der Vietnamesisch-nordfriesischen Fusionküche. Herrlich skurril, locker-leicht und sehr humorvoll geschrieben. Also rauf aufs Sofa, Beine hochlegen, Buch aufklappen und durchlesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Rasant

Blutiger Abgrund
1

Die Beweise sind erdrückend. Simon Berger scheint drei Menschen in einem heruntergekommenen Hotel ermordet zu haben. Er selbst wacht in diesem Hotel in einem Zimmer auf, in dem zwei der Leichen liegen. ...

Die Beweise sind erdrückend. Simon Berger scheint drei Menschen in einem heruntergekommenen Hotel ermordet zu haben. Er selbst wacht in diesem Hotel in einem Zimmer auf, in dem zwei der Leichen liegen. Völlig blutüberströmt und offenbar erstochen. Es sieht wie ein Massaker aus. Er selbst hat keine Erinnerung, ist selbst auch voller Blut und aus seiner Waffe fehlen Patronen. Eigentlich hatte er einen Informanten treffen wollen, von dem er sich Tipps in einem aktuellen Fall erhoffte. Nun ist er auf der Flucht, denn alle Beweise sprechen gegen ihn und ein Tatmotiv hatte er in Bezug auf einen der Getöteten auch. Man macht Jagd auf ihn und er kann mehrfach nur knapp entkommen. Lediglich seine Freundin, ein Kollege und die Rechtsmedizinerin versuchen, Beweise dafür zu sammeln, dass jemand ihm die Taten unterschieben will. Damit tun sie sich schwer, denn jemand lässt, sobald entlastende Beweise auftauchen, dieselben verschwinden. Die Sache scheint aussichtslos. Genauso ist dieser Krimi geschrieben. Man fühlt diese Aussichtslosigkeit hautnah. Fiebert mit, wenn die Freunde neue Spuren auftun. Spürt die Gefahr, wenn sie vom Gegner überrumpelt werden. Sehr intensiv und rasant geschrieben, zum Schluss fast hektisch mit sehr viel Drive. Wendungsreich und mitreißend bis zum Schluss.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 25.02.2026

Spannende Exkurse

Commissario Leone und die Toten von Rom
0

Da muss eine ungeheure Wut im Spiel gewesen sein bei dem Toten auf dem nicht katholischen Friedhof im Rom, auf dem mehr Engländer und Verstorbene anderer Nationalitäten als Römer begraben sind, wie man ...

Da muss eine ungeheure Wut im Spiel gewesen sein bei dem Toten auf dem nicht katholischen Friedhof im Rom, auf dem mehr Engländer und Verstorbene anderer Nationalitäten als Römer begraben sind, wie man in einem kleinen Exkurs erfährt. Der Tote wurde bis zur Unkenntlichkeit erschlagen. Quasi übertötet. Und nicht nur dass: Der Tote war ein bekannter Politiker, Minister, und angeblich sehr beliebt. Aber wie immer, wenn von Toten in den höchsten Tönen gelobt wird, gibt es da auch eine Kehrseite der Medaille. In wieweit das hier zum Tod geführt hat, gilt es, herauszufinden. Sowohl vom Tod, als auch von ebendieser Kehrseite erfährt die Presse früher, als gewollt, was die Ermittler erheblich unter Druck setzt. Es gibt eine Zeugin, die aber schweigt. Es hätten weitere Tote bzw. versuchte Totschläge verhindert werden können. So aber versuchen Enzo Leone und sein Team unter den vielen Verdächtigen und Motiven die Spreu vom Weizen zu trennen. Ruhig und zügig erzählt, mit schnellen Szenenwechseln und vielen Details zu diesem speziellen Friedhof, der Katzencommunity dort, zu Roms Geschichte insgesamt. Diese kleinen „Exkurse“ sind sehr erfrischend und lehrreich. Die Spannung bleibt bis zum Schluss, der dann noch mal eine neue Wendung bietet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere