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Veröffentlicht am 26.08.2017

Zu Beginn spannend, dann plötzlich total kurios

Die Fäden der Zeit
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Inhalt
Kai lebt mit ihrem Ziehbruder Reev in der ärmsten Region der Stadt Ninurta. Jeder Tag ist ein Kampf und nur dank ihres Jobs als Briefträgerin kann sie sich über Wasser halten. Dass sie die Fäden ...

Inhalt
Kai lebt mit ihrem Ziehbruder Reev in der ärmsten Region der Stadt Ninurta. Jeder Tag ist ein Kampf und nur dank ihres Jobs als Briefträgerin kann sie sich über Wasser halten. Dass sie die Fäden der Zeit manipulieren kann, ist eine zusätzliche Gefahr für sie, denn eine solche Macht dürfte eigentlich niemand besitzen. Dann verschwindet Reev spurlos - der Verdacht fällt auf den schwarzen Reiter, der seit Jahren Menschen entführen soll. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Avan macht sich Kai auf die Suche nach ihrem Bruder und deckt Geheimnisse auf, die ihr gesamtes Weltbild ins wanken bringen, während sie ihr eigenes Geheimnis beschützen muss...

Meine Meinung
Der Schreibstil lässt sich sehr angenehm lesen und trotz der für ein Fantasybuch typischen Eigenkreationen von Wörtern kommt man gut klar. Die Autorin beschreibt alles sehr bildhaft und ich konnte mich richtig in die Welt hineinleben.

Kai und ihr nicht blutsverwandter Bruder Reev leben im sogenannten Labyrinth, dem ärmsten Viertel der Stadt Ninurta. Sie kommen geradeso knapp über die Runde. Dass sie wegen Kai's Fähigkeit, die Zeit zu manipulieren, besonders vorsichtig sein müssen, ist für sie schon fast normal. Als Kai's Bruder verschwindet, steht für sie fest: Sie muss ihn finden und zurückholen, denn er ist das Wichtigste in ihrem Leben. Ihr bester Freund Avan begleitet sie und für die beiden beginnt das Abenteuer ihres Lebens, denn sie müssen die schützenden Mauern ihrer Stadt verlassen.

Es hatte so gut angefangen. Das Leben von Kai ist alles andere als einfach, aber sie kämpft sich durch, an ihrer Seite Reev, der sie als Kind gerettet hat, und Avan, in den sie heimlich verschossen ist. Natürlich will sie Reev zurückholen und natürlich würde Avan als guter Freund sie nicht allein ziehen lassen. Die abenteuerliche Reise nach ausserhalb ist unglaublich spannend und gut geschrieben. Dennoch gibt es hier schon ein paar Kritikpunkte: Kai kann die Fäden der Zeit sehen und manipulieren - und sie denkt, dass das niemand bemerkt. Was aber eigentlich fast alle in ihrem näheren Umfeld tun. Sie ist in ihren besten Freund Avan verschossen - obschon sie nichts über ihn weiss. Die beiden geraten immer wieder in Gefahr aber passieren tut ihnen nie wirklich etwas, alles ist ein wenig zu rund. Und sowieso - obschon Kai eine sympathische Protagonistin ist, ist sie eine der naivsten, der ich je begegnet bin. Sie sieht die Hand vor den Augen nicht, bekommt so gar nichts mit und irgendwann habe ich angefangen, mich über sie zu ärgern. Wie kann man so blind durchs Leben laufen, nicht sehen, was gerade um einen passiert? Aber trotzdem war bis dahin der Spass an der Geschichte vorhanden und die Spannung war da, denn Avan und Kai müssen ins "Nichts" reisen, und ich liebe es, solche Geheimnisse zu erkunden. Ausserdem ist das Setting sehr gelungen - die Stadt Ninurta ist interessant, ich hätte am liebsten noch mehr über sie erfahren und vor allem die "Grauen", die mechanisch-magischen Reittiere fand ich wirklich spannend.

Und dann geht alles den Bach herunter. Ich kann und will hier nicht auf Details eingehen, denn ich möchte nicht spoilern. Nur so viel: Es war mir alles too much. Während das Buch vorher ganz klar Richtung Dystopie mit Fantasyelementen ging, kommen plötzlich noch dies und das dazu, der rote Faden verstrickt sich, es wirkt, als hätte die Autorin einen Topf genommen und alles, was ihr gefällt hineingeworfen. Fantasy ist schön und gut, schliesslich auch mein Lieblingsgenre, aber auch Fantasy muss Struktur haben und darf nicht einfach ein Mischmasch aus 1000 Ideen sein, die so gar nicht zusammenpassen.

Nach 179 Seiten habe ich das Buch zur Seite gelegt und seither nicht mehr wieder aufgenommen. Normalerweise merke ich von Anfang an, dass ein Buch nicht meins ist, dass es mitten in der Geschichte passiert, ist so bisher noch nie geschehen... Das Kapitel "Die Fäden der Zeit" ist für mich aber abgeschlossen.

Fazit
Trotz eines tollen Settings und einer guten Grundidee, interessanten Wesen und einer dystopischen Ungerechtigkeit ist das Buch für mich eine Enttäuschung und wird abgebrochen. Zu Beginn vermag die Geschichte packen, aber dann wird alles immer kurioser und schräger. Was zu viel ist, ist zu viel. Ein strukturloses Chaos in der Fantasy mag ich einfach nicht.

Veröffentlicht am 24.08.2017

Unglaublich toll. Die ganz grosse Buch-Liebe

Love & Revenge 2: Pakt des Schicksals
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Inhalt
Um seine geliebte Dan zu retten, geht Rave einen Pakt mit seinem Vater ein und dreht den Wilds den Rücken zu. Dan ihrerseits verzweifelt schier an der neuen Situation: Sie ist zwar sicher zurück ...

Inhalt
Um seine geliebte Dan zu retten, geht Rave einen Pakt mit seinem Vater ein und dreht den Wilds den Rücken zu. Dan ihrerseits verzweifelt schier an der neuen Situation: Sie ist zwar sicher zurück Zuhause im Circle, doch ein Leben ohne Rave ist für sie unvorstellbar. Als Rave die Wahrheit über seine Herkunft herausfindet, schweben beide plötzlich in grosser Gefahr, denn ihre Heimat hat ein viel grösseres Problem als nur die Streitigkeiten zwischen dem Circle und den Wilds...

Meine Meinung
Für mich war "Pakt des Schicksals" die wohl am heissesten erwartete Fortsetzung des Jahres. Band 1 war ein absolutes Highlight und ich habe mich mit viel Vorfreude auf den zweiten und abschliessenden Teil gestürzt - und wurde nicht enttäuscht! Den Schreibstil kann ich wieder nur loben; er ist fesselnd, emotional und an den richtigen Stellen humorvoll. Die Autorin schafft es, den Leser zu packen und die Seiten fliegen nur so dahin.

Rave hat den Wilds den Rücken gekehrt, um Dan zu retten. Zu der Abmachung mit seinem Vater gehört auch ein Kontaktverbot zu Dan. Beide sind nun also zurück in ihrem alten Circle-Leben. Während Rave versucht sich damit abzufinden und etliche Geheimnisse aufdeckt, kämpft Dan weiter und schleicht sich immer wieder nach D-Town zu den Wilds. Und während sich der Circle und die Wilds immer weiter bekämpfen, entgeht ihnen fast eine viel grössere Gefahr...

Nach dem fiesen Ende von Band 1 wusste ich nicht so recht, was mich denn im zweiten Teil erwartet. Aber was gekommen ist, habe ich so definitiv nicht vermutet - auch das schafft Annie J. Dean: Zu überraschen! Andauernd passiert etwas, nur das Wenigste lässt sich erahnen, und die Protagonisten müssen wieder einiges einstecken.

In der Geschichte herrscht - wie schon in Band 1 - eine gewisse Hektik. Andauernd kommt was, es geschieht was, die Protagonisten müssen handeln. Und genau das macht so viel Spass! Die Spannung ist teilweise schier unerträglich.

Ich hätte mir etwas mehr Dan & Rave gewünscht, etwas mehr Schmetterlinge im Bauch und süsse Nichtigkeiten. Dennoch ist "Pakt des Schicksals" ein würdiger Nachfolger und das Ende... nun das Ende kam etwas gar schnell. Aber weil die Geschichte dermassen wunderbar ist, kann man darüber hinwegsehen.

Mit einem lachenden und einem weinenden... ach Quatsch, mit zwei weinenden Augen nehme ich Abschied von dieser unglaublichen Welt, den wunderbaren Charakteren und dem Traumpaar Dan & Rave.

Setting
Auch Band 2 spielt wieder auf dem hochmodernisierten Planeten Isis. Dan ist zurück in ihrem Zuhause Fortress Islands, während Rave sich im schicken Quartier Santoni Bay bei seinem Vater niederlassen musste. Doch natürlich spielt so ein rasantes Buch nicht lediglich an zwei Orten, sondern es gibt einiges zu entdecken.

Auch die Technik, die in der Dilogie eine grosse Rolle spielt, kann vollkommen überzeugen. So spielt der Circle mit seinen Drohnen, Blutentnahmen und den elektrischen Hausassistenten weiterhin Big Brother, aber auch ausserhalb des Circle-Bereiches strotzt der Planet nur so vor High Tech.

Das Setting hat mich wieder an die interessantesten, wildesten Orten hin mitgenommen und ich hoffe fast schon ein wenig, eines Tages nach Isis zurückkehren zu dürfen.

Charaktere
Dan hat sich ziemlich verändert. Sie will noch mehr kämpfen, steht für sich ein und wünscht sich Freiheit. Dennoch kann sie ihr behütetes Leben nicht vollständig hinter sich lassen und so gerät sie immer wieder in schreckliche Situationen.

Rave hingegen hat etwas an Kampfgeist verloren, denn anstatt Rache will er nun nur noch, dass seine geliebte Dan in Sicherheit ist. Dennoch bleibt er an seinem Ziel dran und erfährt furchtbares aus seiner Vergangenheit. Er muss ganz besonders viel erdulden und ich habe ziemlich mit ihm gelitten.

Die beiden Protagonisten müssen viel einstecken in diesem 2. Teil. Schicksalsschläge warten auf sie, aber auch schöne Momente. Rave und Dan sind ein wunderbares Paar und ich liebe die beiden zusammen.

Neben den beiden unglaublich tollen Protagonisten bietet die Geschichte auch eine Menge interessanter, toller, aber auch böser Nebencharaktere. Skiller, Diver, Cutter, ja sogar Miles und auch ein wenig Scarf werde ich schmerzlich vermissen.

Fazit
Spannung, unerwartete Wendungen, massenhaft Emotionen, wunderbare Charaktere, eine riesige Bedrohung, tolle Freundschaften, eine interessante Welt und ein absolutes Traumpaar machen auch den zweiten Band der Dilogie zu einem Leseerlebnis der Extraklasse.

Veröffentlicht am 07.08.2017

Schmerzhaft und doch hoffnungsvoll - ein Meisterwerk!

The Hate U Give
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Inhalt
Die 16-jährige Starr lebt zwei Leben: Zum einen ist sie die Tochter eines Shop-Besitzers im Ghetto, lebt mit ihrer Familie in einem ärmeren Viertel, wo Drogen, Gangkriege und Waffengewalt an der ...

Inhalt
Die 16-jährige Starr lebt zwei Leben: Zum einen ist sie die Tochter eines Shop-Besitzers im Ghetto, lebt mit ihrer Familie in einem ärmeren Viertel, wo Drogen, Gangkriege und Waffengewalt an der Tagesordnung stehen. Zum anderen ist sie eine der einzigen Schwarzen in einer guten Privatschule in einem netten Vorort, wo sie ihre Eltern hinschicken, um ihr eine anständige Zukunft zu ermöglichen. Als sie eines Abends von einer Party in ihrem Viertel nach Hause gefahren wird, wird ihr Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen. Während einige Khalil als Drogendealer abstempeln, kämpfen andere in seinem Namen für Gerechtigkeit. Die Polizei und eine involvierte Gang aus ihrer Nachbarschaft setzen sie und ihre Familie unter Druck und um alles herum kreisen die Medien, die das Geschehen landesweit übertragen. Und Starr muss sich entscheiden, ob sie für Khalil ihre Stimme erheben will...

Meine Meinung
Puuuh, was für ein Buch. Laut Klappentext ist natürlich von vornherein klar, dass es sich um kein leichtes Thema handelt. Und obschon es nicht gerade meinem Genre entspricht war ich neugierig, denn The Hate U Give wird in den Social Media im Moment regelrecht in den Himmel gelobt. Zu Recht! Angie Thomas hat ein sehr bedeutendes, wichtiges Buch geschrieben über Freundschaft und Loyalität, darüber, dass man sich selbst und seiner Herkunft treu bleiben muss und sich jeden Tag entscheiden muss, was man für richtig und falsch erachtet. Mit einer lebhaften und emotionalen Art werden enorm wichtige Themen angesprochen und ja, ich würde sagen, die Autorin hat ein Meisterwerk geschaffen. Ein grosses Lob geht hier auch an die Übersetzerin. Das Original soll ja voller Fluchwörter und Slang sein und ich finde, sie hat das wirklich unglaublich toll umgesetzt!

Aus der Sicht von Starr wird eine sehr tragische aber auch hoffnungsvolle Geschichte erzählt. Starr selber ist praktisch im "Ghetto" aufgewachsen, ihr Vater ein früheres Gangmitglied, ihre Familie ein wenig zusammengewürfelt und nicht immer einfach. Damit sie und ihre beiden Brüder eine Zukunft haben, besuchen sie eine Privatschule, auf der sie ein völlig anderes Leben führen - inmitten reicher weisser Kids. Für Starr gar nicht so einfach, diese beiden Welten unter einen Hut zu bringen. Dann wird ihr schwarzer Freund Khalil von einem weissen Cop erschossen, während sie dabei ist. Von da an bricht die Hölle los - soll sie für Khalil einstehen, für Gerechtigkeit sorgen? Kann sie das überhaupt? Oder soll sie ihre Familie schützen vor der Gang, die sie unter Druck setzt? Mehr als einmal wird Starr dabei an ihre Grenzen gebracht.

Die Thematik des Buches ist im Moment leider sehr aktuell und ich fand sie wirklich authentisch umgesetzt. Rassendiskriminierung ist und bleibt ein Thema, obschon wir Menschen es eigentlich besser wissen müssten. In The Hate U Give wird Rassismus angesprochen und detailliert eingebaut, aber es zeigt auch andere Probleme auf, die unsere Gesellschaft hat: Working Poor, Drogen, Gangs, Rich Kids, Social Media. Alles Dinge, die ein Eigenleben entwickelt haben. Was ich sehr schön fand (wenn man das so sagen darf), ist, dass Starr neben den traumatischen Erlebnissen mit Khalil auch sonst die ganz normalen Probleme eines Teenies hat: Ihr Freund will mit ihr schlafen, obschon sie noch nicht bereit ist, ihre beste Freundin ist ihr auf Tumblr entfolgt und sowieso ist es komisch mit ihr, ihre Eltern streiten sich in letzter Zeit öfters, ihr kleiner Bruder nervt gewaltig. Diese Details machen das Buch so lebhaft und wunderbar.

Es fällt mir sehr schwer, das Buch zu rezensieren und zusammenzufassen, denn es hat so viele Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, so viele wertvolle und wichtige Botschaften in dem Buch. Deshalb halte ich mich eher kurz und rate euch: Lest das Buch! Es ist jede einzelne Seite Wert.

Setting
Einerseits spielt das Buch in der Nachbarschaft Garden Heights, die von Gangs umkämpft und von Drogendealern verseucht ist. Andererseits gibt es da aber auch noch das Zuhause von Starr's Onkel und die Privatschule, auf die sie geht. Die beiden Orte könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Garden Heights verarmt ist, Gewalt auf den Strassen täglich vorkommt und es trotzdem eine Art kleine Familie ist, weil jeder jeden kennt und alle irgendwie einander aushelfen, ist es bei Starr's Onkel etwas "gesitteter" und man merkt den Unterschied zwischen arm und reich enorm. Auch auf der Privatschule trifft man vornehmlich weisse reiche Kids an, unter denen Starr und ihre Brüder fast schon Exoten sind. Nichtsdestotrotz liebt Starr sowohl ihr Zuhause als auch ihren Status und ihre Freunde auf der Schule.

Das Setting war sehr authentisch und realistisch, ich konnte Starr praktisch auf Schritt und Tritt begleiten, habe mit ihr gelitten und mich mit ihr gefreut. Die Autorin hat es wunderbar geschafft, die Welt um Starr herum aufzubauen.

Charaktere
Starr ist praktisch eine typische 16-Jährige. Sie hat Schuhe im Kopf, Jungs, und sie liebt ihr Basketballteam. Von ihrem Viertel versucht sie sich etwas abzuschotten, aber ihr Zuhause ist ihr heilig. Im Verlauf der Geschichte kommt sie oft an ihre Grenzen, sie weiss nicht, was sie tun soll, ist verzweifelt, wütend, traurig. Sie ist eine rundum gelungene Protagonistin und ich habe sie sehr in mein Herz geschlossen.

Neben Starr ist auch ihre Familie ein wichtiger Punkt der Geschichte. Und ich habe mich etwas in diese Familie verliebt. Im Ernst: Ihre Momma und ihr Daddy sind einfach perfekt, sind füreinander geschaffen, super süss und ich habe so oft wegen ihnen gelacht oder war für sie dankbar. Sorry Leute, aber Mama Weasley kann einpacken - Lisa ist die besten Buchmutter ever! Auch Daddy Mav und die beiden Brüder Seven und ja, auch den kleinen nervigen Sekani, habe ich in mein Herz geschlossen. Sie alle haben ihre eigenen Kämpfe, die sie austragen müssen - das hat sie zu so unfassbar greifbaren Charakteren gemacht.

Auch Starr's Freunde sind für die Geschichte relevant; allen voran natürlich Khalil. Der Junge, mit dem Starr aufgewachsen ist, und von dem nun alle behaupten, dass er ein Dealer und Gangbanger sei. Und mit ihm kommt eine wichtige Botschaft daher: Urteile nie, ohne die Geschichte dahinter zu kennen!

Neben Khalil belegen auch Starr's Freunde von der Privatschule eine wichtige Rolle: Maya, Hailey und Chris. Maya, die selber einer Minderheit (wie sie sagt) angehört und Hailey und Christ die beide aus reichem Hause stammen, was man aber einem der beiden mehr und dem anderen weniger anmerkt.

Fazit
Ein bild- und wortgewaltiges Meisterwerk, dem ich mit keiner Rezension gerecht werden könnte. Spannend, schmerzhaft, hoffnungsvoll und unglaublich wichtig. Von mir gibt es die oberste Auszeichnung und eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 31.07.2017

Romantasy mit Krimielementen - sehr spannend

Wolfskuss
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Inhalt
Jessie McQuade ist Polizistin mit Leib und Seele. Als sie zu einem Unfall gerufen wird, bei dem ein Wolf angefahren wurde, ahnt sie nichts böses, doch als sich das Opfer Stunden später tollwütig ...

Inhalt
Jessie McQuade ist Polizistin mit Leib und Seele. Als sie zu einem Unfall gerufen wird, bei dem ein Wolf angefahren wurde, ahnt sie nichts böses, doch als sich das Opfer Stunden später tollwütig über andere Menschen hermacht ist klar; hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Als es weitere Opfer gibt, verstrickt sich Jessie immer tiefer in ihren Ermittlungen. Ihr zur Seite steht der attraktive und geheimnisvolle William Cadotte, Professor für indianische Geschichte und Totems. Doch nicht nur Jessie's Fall ist rätselhaft, auch Will, zu dem sie sich immer mehr hingezogen fühlt, scheint etwas zu verbergen...

Meine Meinung
'Wolfskuss' war für mich das erste Buch der Autorin und eins der wenigen Bücher, das ich praktisch an einem einzigen Tag durchgesuchtet habe, was nicht zuletzt am locker leichten aber auch verdammt spannenden Schreibstil lag.

Polizistin Jessie, die ihr normales Leben geniesst, steht plötzlich vor einer Menge Opfern, die nach einem Wolfsbiss auf ihre Mitmenschen losgehen. Dass da etwas faul ist, begreift sie schnell. Gemeinsam mit dem Jäger Mandenauer macht sie sich auf in die Wälder, um die tollwütigen Wölfe zu erledigen. Gleichzeitig ermittelt sie mithilfe des äusserst anziehenden Professor Cadotte in eine etwas speziellere Richtung; der Prof vermutet nämlich eine alte indianische Sage als Ursache der Vorfälle.

Mit viel Humor und Sarkasmus, einigem Gefluche und enorm viel Spannung baut die Autorin die Geschichte um ihre Protagonistin herum auf. Das Buch hat definitiv mehr Krimifaktor als vermutet und geht auch sonst total in eine andere Richtung, als erwartet. Mir hat das aber sehr gut gefallen, gerade auch die unerwartete Art und Weise, wie die Autorin das Thema angeht.

Natürlich kommen auch die Liebe und die Erotik in so einem Buch nicht zu kurz. In diesem Thema ging es mir manchmal etwas zu radant vorwärts... Jessie, die kämpferische Einzelgängerin, die bisher noch nie geliebt hat, und Will, der verdammt attraktive Unbekannte mit den faszinierendsten Fähigkeiten und einer ordentlichen Portion - ihr erratet es - Selbstzweifel, finden wahnsinnig schnell zueinander. Trotz diesem etwas steilen Start der beiden mag ich die zwei zusammen wahnsinnig gerne.

Was mich dennoch enttäuscht hat, ist, dass es sich offenbar trotz Reihe sozusagen um Einzelbände handelt. Band 2 dreht sich dann um ein neues Paar. Schade, ich hätte Jessie und Will gerne noch weiter begleitet. Was mich auch stutzig gemacht hat sind die Wahl des deutschen Covers und Titels. Das Cover zeigt eine Frau, die definitiv nicht die Protagonistin ist, hat diese doch kurzes Haar. Auch der Titel ist irreführend - das Original Blue Moon ist da definitiv besser!

Setting
Das Buch spielt in Miniwa, einer fiktiven Kleinstadt in einem nördlichen US-Bundesstaat, die vom Sommertourismus und Klatsch und Tratsch lebt. Das Kleinstadtfeeling hat mich voll gepackt und überzeugt.

Die Einflüsse der indianischen Mythologie fand ich sehr interessant und gelungen - auch wenn ich nicht weiss oder überprüfen kann, ob sie tatsächlich so überliefert sind oder doch eher fiktiv. Ich fand das Rundumpaket spannend und authentisch.

Charaktere
Jessie McQuade, 26 Jahre jung, liebt ihren Job als Polizistin. Sie ist eine Kämpfernatur, trieft vor Sarkasmus und ich fand sie wahnsinnig sympathisch! Sie ist eine sehr spannende Protagonistin: Stark aber einsam, überzeugend aber voller Zweifel.

Will McQuade ist ein Professor indianischer Abstammung. Seine Herkunft und die Traditionen seines Stammes sind ihm unglaublich wichtig. Obschon er der Stereotyp schlechthin ist; schön, stark, schlau und mit grossem ... Verstand, uns obwohl er gerne nackig herumrennt und heldenhaft auf Balkons springen kann, fand ich ihn wirklich toll. Nicht Bookboyfriend-mässig toll, aber er und Jessie passen wie die Faust aufs Auge.

Auch die anderen Charaktere der Geschichte fand ich sehr gelungen; der Wolfsjäger Mandenauer, der Chef von Jessie - Clyde, die Dienstälteste Zee, sie alle sind wunderbar getroffen und man weiss zwar teilweise, was sein könnte, kann aber gleichzeitig nicht Einschätzen, ob man jetzt im Recht ist oder nicht.

Fazit
'Wolfskuss' ist spannende Romantasy mit Krimifaktor. Trotz gewisser vorhersehbaren Dingen und ein paar Stereotypen überrascht die Story und unterhält auf gutem Niveau.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 28.07.2017

Einfach wunderschön!

Ein Kuss aus Sternenstaub
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Inhalt
Zahra ist eine Dschinny, eine alte und mächtige noch dazu. Doch seit 400 Jahren hat liegt sie in ihrer Flasche in einer in der Wüste versunkenen Stadt. Bis Aladdin auftaucht, ein gewöhnlicher Dieb. ...

Inhalt
Zahra ist eine Dschinny, eine alte und mächtige noch dazu. Doch seit 400 Jahren hat liegt sie in ihrer Flasche in einer in der Wüste versunkenen Stadt. Bis Aladdin auftaucht, ein gewöhnlicher Dieb. Er nimmt die Flasche an sich und Zahra wird verpflichtet, ihm drei Wünsche zu gewähren. Doch während sich andere grosse Macht und Reichtum gewünscht haben, hat Aladdin nur eines im Sinn: Seine Eltern zu rächen. Dazu muss Zahra in an den Königshof bringen. Für die beiden beginnt das Abenteuer ihres Lebens und für Zahra, die sich nichts sehnlicher als ihre Freiheit wünscht, steht plötzlich alles auf dem Spiel...

Meine Meinung
Als grosser Fan von Disney's Aladdin-Verfilmung und von Geschichten aus 1001 Nacht musste ich Ein Kuss aus Sternenstaub einfach lesen. Schon nach den ersten paar Seiten war ich hin und weg von dem zauberhaften wunderbaren Schreibstil, der eine perfekte Stimmung heraufbeschwört. Schöner hätte die Neuinterpretation von Aladdin und die Wunderlampe nicht geschrieben werden können!

Die Geschichte ist aus der Sicht von Dschinny Zahra geschrieben und ich habe das magische Wesen sofort in mein Herz geschlossen. Den Zahra ist mutig, wild, wunderbar, verträumt, kurzum; sie ist eine wahnsinnig gelungene Protagonistin. Aus ihrer Sicht erfahren wir also die Geschichte um Aladdin neu, begleiten die beiden, lernen sie besser kennen. Aladdin selber kämpft mit den Dämonen der Vergangenheit und sinnt auf Rache, Zahra hingegen will nichts mehr, als ihre Freiheit. Die beiden merken aber schnell, dass sie ein gutes Team abgeben und ihre Abenteuer am Königshof sind atemraubend, rasant, spannend, märchenhaft. Und während Zahra hofft, nicht entdeckt zu werden, und Aladdin seine Rache plant, entwickelt sich zwischen den beiden etwas, das nicht sein darf.

Ein Kuss aus Sternenstaub ist wahrlich ein Märchen aus 1001 Nacht, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Nicht nur die Geschichte der beiden Protagonisten, sondern auch die der Nebendarsteller, die der Länder und Städte, die der Dschinn - das alles war einfach unglaublich. Jessica Khoury hat eine fantastische Neuinterpretation voller Details, Liebe, Spannung und Magie geschaffen, die mein Herz zum rasen gebracht und meine Augen hat feucht werden lassen. Müsste ich die Geschichte in nur einem Wort beschreiben, wäre dies: Wunderschön!

Setting
Die Geschichte spielt mehrheitlich in und um die Stadt Parthenien herum - der Heimat von Aladdin. Es handelt sich um eine Wüstenstadt und der Autorin ist es gelungen, diese unglaublich authentisch herüberzubringen. Ich habe mich mitten im Geschehen gefühlt.

Parthenien wird von einem schwachen König geführt, der sich dem Simmon - einer Droge - unterworfen hat. An seiner Seite kämpft seine Tochter Caspida um den Thron, doch auch sein Bruder, der Grosswesir hat es auf die Herrschaft abgesehen. Sie alle leben in einem fantastischen Palast, dessen Umschreibung perfekt gelungen ist. Doch wo Reichtum ist, ist oft auch Armut. Diese lebt vor den Mauern des Palastes im Elend und fürchtet sich vor den Schergen des Grosswesirs. Auch diese Seite ist detailliert beschrieben worden. Die Menschen in Parthenien aber haben eines gemeinsam: Sie fürchten die Dschinny.

Auch die Abstecher in die Vergangenheit und in andere Orte haben mir gut gefallen. Das Setting trägt einen Grossteil zu dieser Geschichte bei und es ist rundum gelungen, absolut perfekt!

Charaktere
Zahra ist eine alte und mächtige Dschinny, die in einer Flasche gefangen ist und von ihrer Freiheit träumt. Und für diese Freiheit würde sie alles tun. Gleichzeitig leidet sie unter ihrer Vergangenheit und unter grossen Ängsten und Zweifeln. Sie hat sich den Regeln der Dschinn gebeugt, denn schon einmal wurde grosses Unheil über die Menschen gebracht, die sie liebte, als sie sich aufbegehrt hat.

Aladdin ist ein Dieb aus der Unterschicht von Parthenien. Er sinnt nach Rache und Vergeltung, denn seine Eltern wurden vom Grosswesir getötet, als er noch ein Kind war. Seine Vergangenheit triebt ihn an, wenngleich er auch ein wenig davor flüchtet.

Die Autorin scheint ein Händchen für grossartig ausgefeilte Charaktere zu haben. Nicht nur Aladdin und Zahra überzeugen, sondern auch die anderen Darsteller diese Stückes: Prinzessin Caspida, ihre Wachmaiden, der Grosswesir und dessen Sohn. Sie alle tragen dazu bei, diese Geschichte perfekt zu machen.

Fazit
Ein wunderbares Märchen aus 1001 Nacht voller Liebe, Ängsten, Hoffnung, Verzweiflung, Trost, Freundschaft, Hass, Mut, Magie, das mich rundum und komplett in seinen Bann gezogen hat. In diesem Buch steckt unglaublich viel. Absolute Leseempfehlung!


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