Profilbild von Hauntedcupcake

Hauntedcupcake

Lesejury Star
offline

Hauntedcupcake ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hauntedcupcake über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2017

Eine unglaublich stimmungsvolle Geschichte - mit einem kleinen Manko

Immortal Love. Ein Hauch von Menschlichkeit
0

Inhalt
Als Sarah Heys auf der Heimfahrt von einer Party kurz einnickt, verunfallt sie schwer. Dem Tode nah bekommt sie nur noch mit, dass ein Mann an die Unfallstelle kommt, sie aus ihrem Wagen und damit ...

Inhalt
Als Sarah Heys auf der Heimfahrt von einer Party kurz einnickt, verunfallt sie schwer. Dem Tode nah bekommt sie nur noch mit, dass ein Mann an die Unfallstelle kommt, sie aus ihrem Wagen und damit ihr Leben rettet. Wochen später trifft sie im Café ihrer Eltern auf IHN, den Mann, der sie gerettet hat, von dem alle glauben, sie habe ihn sich in ihrer Not ausgedacht. Doch er gibt sich unnahbar und geht nicht auf sie ein. Sarah forscht weiter, findet heraus, dass er ein Erbe der Stackmores ist, auf denen ein Fluch liegen soll und die alle aus ihrem Ort meiden. Doch sie fühlt sich unerklärlich zu ihm hingezogen, und sowieso, Flüche gibt es nicht, das sind alles alte Legenden...

Meine Meinung
Das Cover hat mich von Anfang an extrem angesprochen. Ich habe schon den einen oder anderen Roman in diese Richtung gelesen, weshalb ich erst etwas skeptisch war, aber dann habe ich mich einfach in die Seiten gestürzt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich schön und mystisch, passt perfekt zum Buch und der Stimmung, und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man regelrecht durch die Geschichte fliegt.

Sarah Heys nickt auf der Heimfahrt in ihrem Auto ein und verunfallt schwer. Nur knapp entrinnt sie dem Tod und sie ist sich sicher, dass ein geheimnisvoller Fremder sie gerettet hat - doch niemand will ihr glauben. Bis der Fremde ausgerechnet im Betrieb ihrer Eltern auftaucht. Er stellt sich als Zachary Stackmore heraus, Erbe des Schloss Glamis, um das sich grausame Legenden ranken. Doch Sarah gibt nicht viel auf Legenden und das Geschwätz der anderen, auch wenn die anhaltende Dunkelheit in ihrer Ortschaft ihr langsam etwas seltsam vorkommt - genauso wie der Umstand, dass sie sich öfters verletzt, ohne Schäden davon zu tragen. Und genauso wie der Umstand, dass sie sich ungewöhnlich stark zu Zachary hingezogen fühlt, auch wenn sie ihn kaum kennt.

Die Geschichte startet mit einem Rückblick auf Schloss Glamis, mit dem Ursprung einer Legende, eines furchtbaren Fluches. Recht schnell ist klar, dass wir es hier mit Vampiren zu tun bekommen - aber mit völlig anderen, als wir es uns gewohnt sind. Denn hier ist der Vampirismus ein Fluch, etwas Furchtbares, und so umgesetzt, wie ich es definitiv noch nie erlebt habe. Und es hat mir wirklich unglaublich gut gefallen.

Mit einem ganz besonderen Stil führt die Autorin durch die Geschichte. Richtig mystisch und geheimnisvoll, irgendwie schwer, und ich hatte das Gefühl, nonstop unter verstärktem Herzklopfen zu leiden - etwas, was ich so schon lange nicht mehr in einem Buch gefunden habe. Während sich alle und jeder gegen Sarah und vor allem gegen Zachary wendet, kommen die beiden sich näher und Sarah dem Geheimnis der Familie Stackmore immer mehr auf die Spur.

"Immortal Love" war für mich ein absoluter Höhenflug mit einer etwas ruppigen Landung. Denn das Ende ist zwar ganz nach meinem Geschmack, aber irgendwie hat hier der Schreibstil urplötzlich nachgelassen, ist von wunderschön zu durchschnittlich gewechselt, was mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht hat. Gerade auf der Zielgeraden sollte eine Geschichte nicht plötzlich in der Qualität nachlassen.

Setting
Mit grosser Freude habe ich bei Recherchen festgestellt, dass der Handlungsort Forfar in Schottland nicht etwa fiktiv sondern ganz und gar real ist. Sogar das Schloss Glamis, auf dem die Stackmores Leben, existiert!

Forfar ist eine typisch schottische Kleinstadt - jeder kennt jeden, es wird viel getratscht und getuschelt, die Jugend will irgenwie weg von dort und doch bei ihrem Wurzeln bleiben. Kurzum: Forfar ist unglaublich charmant und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Hauptschauplatz sind das "Poppy's" - ein traditionsreiches Café - und Schloss Glamis, um das sich furchtbare Legenden ranken, und das ich gerne noch etwas mehr erkundet hätte.

Mit dem Fluch hat die Autorin eine wunderbare Alternative zu den glitzernden und actionliebenden Vampiren der Buchwelt erschaffen, die mich unglaublich packen und mitreissen konnte. Vampire sind hier nicht wirklich eine eigene Spezies, sondern eben eher Verfluchte, und natürlich gibt es auch dazu den Gegenpart in Form der Jäger der Gilde. Mich konnte diese Konstellation komplett überzeugen.

Charaktere
Sarah Heys ist eine junge Frau, die ihren Eltern im Café aushilft, obschon sie eigentlich von grösserem, genauer gesagt von der Universität in Edinburgh träumt. Nach ihrem Unfall verändert sie sich jedoch, nicht nur passieren ihr immer merkwürdige Dinge, sondern sie scheint nahezu magisch zu Zachary hingezogen. Ihre Gefühle spielen komplett verrückt und gleichzeitig ist sie sich sicher, dass sie das Richtige tut. Sarah war mir von Anfang an sehr sympathisch, sie ist ein guter Mensch mit einem guten Herzen, sehr auf die Familie bedacht und genügsam.

Zachary ist der Erbe der Stackmores und ein Geheimnis für sich. Er wirkt unnahbar und zu Beginn auch sehr kalt, aber schnell ist klar; da steckt mehr dahinter! Ich habe tatsächlich ein Teil meines Herzens an ihn verloren, denn er ist ein rücksichtsvoller Gentleman, eine traurige Seele, verloren in einer Welt, die ihm nur Böses will und ihm eine Menge abverlangt. Ein Held, der selber gerettet werden muss.

Neben den beiden Protagonisten bietet das Buch noch eine Menge anderer Darsteller, so zum Beispiel die liebenswürdigen Eltern von Sarah (ein absolutes Traumpaar und Vorbild), ihre beste Freundin, von der ich jetzt noch nicht weiss, was ich von ihr halten soll, Carl, den Bürgermeister und sein ekelerregender Sohn Hamish, Murdoch, den brutalen Jäger, die Gräfi Stackmore, die so undurchsichtig und geheimnisvoll wie Zachary ist und natürlich noch andere Menschen und Nichtmenschen. Alle Charaktere fand ich sehr gelungen und authentisch, liebenswert oder verabscheuungswürdig, alle richtig ausgefeilt und mit einer eigenen Geschichte.

Fazit
"Immortal Love" ist eine wunderschön ausgearbeitete Geschichte um eine alte Legende, einen schrecklichen Fluch, die nie endende Hoffnung und die einzig wahre Liebe. Magisch und mystisch und unglaublich stimmungsvoll geschrieben, mit überzeugenden Charakteren und einem wunderbaren Setting.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 13.11.2017

Kit & Shawn - der bisher beste Teil der Reihe <3

Rock my Soul
0

Inhalt
Seit Kit in jungen Jahren Shawn Scarlett zum ersten Mal Gitarre spielen sah, ist es um sie geschehen. Nicht nur hat er in ihr ihre Leidenschaft für die Musik und das Gitarrespielen geweckt, sondern ...

Inhalt
Seit Kit in jungen Jahren Shawn Scarlett zum ersten Mal Gitarre spielen sah, ist es um sie geschehen. Nicht nur hat er in ihr ihre Leidenschaft für die Musik und das Gitarrespielen geweckt, sondern auch ihr Herz für den Rockstar entflammt. Doch nach einem One-Night-Stand auf einer Abschlussparty hört Kit nie wieder von Shawn und sie bleibt mit gebrochenem Herzen zurück. Jahre später sucht Shawn's Band The Last Ones to Know einen neuen Gitarristen und Kit will es wagen: Sie will ihren Traum leben, ihren Lebensunterhalt mit Musik verdienen, auf Tournee gehen. Wäre da nur nicht Shawn, der ihr Herz wieder entflammen lässt...

Meine Meinung
Band 3 der Reihe kommt mit gewohnt locker-leichtem Schreibstil und dennoch einer Spur Tiefgang daher. Mir gefällt, wie die Autorin von Band zu Band ihrem Schreibstil treu bleibt und sich dennoch der jeweiligen Protagonistin anpasst. So ist dieser dritte Band wieder anders als seine Vorgänger, dieses Mal irgendwie frecher und gleichzeitig zerbrechlicher.

Kit verliert mit 15 ihre Jungfräulichkeit und ihr Herz an den aufsteigenden Rockstar Shawn Scarlett. Doch er ruft sie nicht an und zerbricht so ihren Traum. Dennoch hat er in ihr auch eine ganz tiefe Liebe zum Gitarrenspielen entfacht, und so mausert sich Kit zu einer begnadeten Musikerin. Als Shawn's Band einen neuen Gitarristen sucht, bewirbt sie sich und erhält den Platz auch prompt. Für sie geht dafür ein Traum in Erfüllung, aber gleichzeitig stellt sie dies vor die Herausforderung ihres Lebens: Jeden Tag mit Shawn zu verbringen, ohne sich nochmals in ihn zu verlieben, ohne sich nochmals das Herz brechen zu lassen.

Ich muss gestehen, dass mir dieser Teil der Reihe bis jetzt am absolut besten gefallen hat. Dies liegt wohl vor allem daran, dass ich mich total mit Kit identifizieren kann. Sie ist das schwarze Schaf der Familie und wird doch geliebt, sie kümmert sich nicht darum, was andere denken und ist trotzdem zutiefst verunsichert. Kit ist eine wahre Powerfrau mit ganz vielen Rissen in ihrem Herzen und das hat sie unglaublich sympathisch gemacht.

Shawn habe ich in den ersten beiden Bänden nicht wirklich wahrgenommen, was ich jetzt fast nicht verstehe, denn er ist unglaublich heiss! Und nicht nur das, er ist ein wunderbarer Kerl, er liest, er kümmert sich liebevoll um seine Familie, er trägt zum lesen eine Brille, er verliert sich total in seiner Musik und habe ich schon erwähnt, dass er liest?

Was mir an "Rock my Soul" auch gut gefallen hat, ist das ganze drum herum. Und so bringt Kit nicht nur ein gebrochenes Herz, ein paar Geheimnisse und ziemlich viel Ärger mit sich, sondern auch noch vier Brüder, die einfach zum schreien sind. Ihre drei älteren Brüder sind die Aufpasser-Gorillas schlechthin, aber super sympathisch, und ihr Zwillingsbruder Kale hat ziemlich schnell mein Herz erobert. Denn sein Geheimnis ist noch grösser als Kit's - denn er ist mehr an Männern interessiert, als an Frauen. In einem testosterongeschwängerten Zuhause ist das aber gar nicht so einfach. Gut, dass Kit mit den Jungs aus der Band auch Leti als Freund gewinnt. Ganz ehrlich? Ich wünschte, Leti und Kale bekämen ihr eigenes Buch.

Der Einblick in das Tourleben ist mit Kit als neuem Bandmitglied natürlich noch intensiver und spannender und mir hat das grossen Spass gemacht. Ich wäre am liebsten wirklich live dabei gewesen, auch wenn es im Tourbus manchmal etwas gar eng wurde...

Fazit
Der dritte Teil der Reihe toppt für mich seine Vorgänger um Längen. Mit Kit und Shawn bekommen wir ein absolutes Traumpaar. Das Buch ist romantisch, wild, gefühlsintensiv, dramatisch, humorvoll und für mich von der ersten bis zur letzten Seite einfach rundum gelungen.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Gelungene Welt, super Charaktere aber einige Längen

Codex Alera 1
0

Inhalt
Der junge Schafhirte Tavi hat es nicht leicht. Als einziger in Alera scheint er keine Elementare beschwören zu können, und so hadert er stets mit sich selbst und seinem Schicksal. Doch als sein ...

Inhalt
Der junge Schafhirte Tavi hat es nicht leicht. Als einziger in Alera scheint er keine Elementare beschwören zu können, und so hadert er stets mit sich selbst und seinem Schicksal. Doch als sein Tal von den mächtigen Maratkriegern angegriffen wird und er im übelsten Sturm der jungen Kursorin Amara das Leben rettet, ist es an Tavi, sich zu beweisen und das Reich vor einer Invasion zu retten.

Meine Meinung
Nachdem ich "Windjäger" von Jim Butcher so genial fand, wollte ich natürlich auch seine High Fantasy-Reihe "Codex Alera" kennen lernen. Der Schreibstil lässt sich auch hier wieder sehr angenehm lesen, ist Spannend und rasant gehalten und vor allem mit viel Details und Beschrieben gespickt. Die Perspektiven wechseln von Kapitel zu Kapitel, man begleitet mal Tavi, mal die Kursorin Amara, mal Freund, mal Feind und so bekommt man wirklich alles mit.

Der junge Tavi hat beim Schafehüten seine Chance gewittert, sich seinem Onkel zu beweisen. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als an der Akademie zu studieren - denn er kann keine Elementare beschwören wie alle anderen. Doch beim Einfangen der verschwundenen Tiere werden Tavi und sein Onkel von Marat angegriffen - mächtigen und furchteinflössenden Kriegern - und die beiden trennen sich. In dem Elementarsturm, der aufkommt, schafft Tavi es nur knapp zu überleben und dabei noch das Leben von Amara zu retten. Sie ist Kursorin des ersten Fürsten und mit einem wichtigen Auftrag unterwegs. Und plötzlich ist Tavi mitten im Abenteuer seines Lebens und muss gegen Feinde bestehen, die er bisher gar nicht gekannt hat.

Es hat unglaublich Spass gemacht, die Welt zu entdecken, die Charaktere kennen zu lernen und die Intrigen mitzuerleben. Trotzdem wird man ordentlich ins kalte Wasser geworfen, denn es gibt keinen Glossar, keine Illustrationen, nichts. Und ich hatte lange keine Ahnung, wie die Magie in der Welt funktioniert, was Elementarwirker alles können etc.

Mit 605 Seiten ist das Buch ein ziemlicher Schinken und natürlich zieht sich die Geschichte da manchmal ziemlich. Aber auch in diesen Phasen wurde ich eigentlich gut unterhalten und mit Infos versorgt. Dennoch hatte ich manchmal das Gefühl, da hätten es auch ein paar Seiten weniger getan. Vor allem gegen Ende hin gibt es ein paar (zu viele) Kapitel, in denen praktisch nur gekämpft und geschlachtet wurde - zu dem Zeitpunkt habe ich die Seiten nur quergelesen. Ich schätze gute Kampfszenen, aber nicht über diese Länge hinweg. Viele Ideen und Szenen fand ich einfach gelungen, andere hingegen wiederum nicht. So gibt es ein Pärchen, dass sich etwas zu sehr verliebt, während ein anderes ziemlich abartige Vorstellungen von Liebe hat und auf würgen, Schmerzen und Tod steht - wobei ich mich oft gefragt habe: Muss das sein?

Setting
"Die Elementare von Calderon" spielt in einer fiktiven Welt, die von Menschen, ihren Elementaren und anderen Wesen bewohnt wird. Ein Grossteil der Geschichte findet in Calderon statt, einem Tal weit im gebirgigen Norden des Landes, das das Reich Alera vom Nachbarsland trennt und die Sicherheit dieses gewähren soll. Calderon selber wird von verschiedenen Wehrhöfen geschützt und ist beinahe ein autarkes Tal, viel läuft hier anders, als in den Städten.

Calderon wird von den Marat angegriffen, einem kriegerischen Volk aus dem Nachbarland. Die Marat unterteilen sich in verschiedene Clans - Wolf, Pferd, Herdentöter (eine Art Kampfstrauss), Garganten (ich habe bis jetzt keine Ahnung, was das genau ist - es ist aber riesig, mit Fell, scharfen Klauen und sehr gefährlich) - und haben auch jeweilige Eigenschaften.

Das Worldbuilding hat mich vollkommen überzeugt und es hat so viel Spass gemacht, die Orte zu erkunden, die Elementare zu entdecken und alles über das Reich Alera zu erfahren. Aber meine liebsten Szenen waren die, in denen die Marat vorkommen, auch wenn diese manchmal etwas brutal waren.

Charaktere
Tavi ist ein Schafhirte aus dem Calderon-Tal, Vollwaise und nicht fähig, Elementare zu beschwören. Das beeinflusst ihn natürlich extrem, aber gleichzeitig versinkt er deswegen nicht in Selbstmitleid, sondern versucht, seinen eigenen Weg zu finden. Er war mir von Anfang an sehr sympathisch und er macht eine wunderbare Wandlung durch.

Amara ist eine Kursorin - eine Beauftragte des ersten Fürsten - und eigentlich noch nicht ganz fertig mit ihrer Ausbildung. Doch die Umstände zwingen sie, sich anzupassen und über sich hinauszuwachsen. Auch Amara war mir wirklich sympathisch und ihre Abschnitte habe ich besonders gerne gelesen.

Natürlich lebt so ein Epos noch von gefühlt hunderten anderen Charakteren. So z.B. Bernard, Tavi's Onkel, ein mächtiger Erdwirker und Wehrhöfer, seine Schwester Isana, eine Wasserwirkerin (Heilerin), Kursor Fidelias, der erst unglaublich toll und dann unglaublich verräterisch war, Schwerkämpfer Aldrick und seine ordentlich gestörte Freundin Odiana, Sklave Faede und natürlich den Maratanführern Doroga und Atsurak, wobei ersterer einfach super ist und letzterer ein echter Mistkerl. Alle Charaktere sind eigenständige Persönlichkeiten und konnten mich komplett überzeugen.

Fazit
"Die Elementare von Calderon" ist der Auftakt zu einem tollen High Fantasy-Epos und steckt voller Spannung, Abenteuer, Freund- und Feindschaft, Kämpfe und Schlachten, sanfter und weniger sanfter Liebe und vor allem voller unglaublich toller Charaktere. Trotz einiger Längen und Szenen, die meiner Meinung nach überflüssig waren, wurde ich sehr gut unterhalten und ich bin mir sicher, dass mich Band 2 auch überzeugen wird.

Veröffentlicht am 01.11.2017

Lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück - aber spannend war's!

The New Dark - Dunkle Welt
0

Inhalt
In einer Welt, die nach einer globalen Katastrophe fast zerstört wurde, lebt die junge Amat mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf voll Sammler und Jäger. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. ...

Inhalt
In einer Welt, die nach einer globalen Katastrophe fast zerstört wurde, lebt die junge Amat mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf voll Sammler und Jäger. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Als das Dorf eines Tages von Mutanten überrannt wird und fast alle Einwohner umgebracht werden, gelingt Sorrel nur knapp die Flucht, während ihr kleiner Bruder Eli und ihre grosse Liebe David verschleppt werden. Für Sorrel ist klar, sie muss die beiden retten. Doch die Reise, die sie antritt, steckt voller Schrecken und bald ist Sorrel selber in grösster Gefahr...

Meine Meinung
Der Klappentext hatte mich direkt angesprochen und ich habe mich mit viel Vorfreude in das Abenteuer gestürzt. Der Schreibstil ist im Grossen und Ganzen angenehm gehalten, auch wenn ich mir manchmal mehr Personalpronomen gewünscht hätte und es von Vorteil wäre, wenn die Grammatik nochmals geprüft würde (vor allem Fallfehler sind mir des Öfteren aufgefallen - nicht übermässig, aber mich haben sie dennoch gestört).

Sorrel lebt mit ihrer Familie in Amat, einem kleinen Dorf, ein einfaches aber gutes Leben. Bis die Mutanten kommen, das Dorf plündern, die Erwachsenen ermorden und die jungen, gesunden Einwohner verschleppen. Sorrel, der die Flucht gelungen ist, will sich nun auf die Suche nach ihrem Bruder und ihrer grossen Liebe machen, doch sie gerät selber in Gefangenschaft und muss feststellen, dass die Welt da draussen noch viel schlimmer ist als erwartet - und dass neue Freunde manchmal an den unerwartetsten Stellen auftauchen.

"Dunkle Welt" begleitet abwechslungsweise Sorrel und David, was mir gut gefallen hat, vorallem weil fast nach jedem Abschnitt die Spannung noch grösser war und das den Lesefluss positiv beeinflusst hat. Die Geschichte ist in zwei Teile unterteilt, wobei ich bis jetzt noch nicht weiss, welchem Zweck der erste Teil dient, während der zweite Teil einfach so spannend und packend und dramatisch war, dass ich am liebsten direkt mit Band 2 weitergefahren hätte.

Ich muss zugeben, das Buch und ich haben eine Hassliebe entwickelt. Einerseits haben mich viele Szenen verstört - klar gehört das Häuten von Tieren zum Überleben, aber war der detaillierte Beschrieb wirklich nötig? Die Szenen, die Sorrel's Gefangenschaft behandeln gehören ebenfalls der verstörenden Sorte an, denn sie wird begrapscht und betatscht, was das Zeug hält. Zeitweise hatte ich mich gefragt, welchem Zweck diese Szenen dienen, und ich habe bis zum Schluss keine andere Antwort gefunden, als diese: Die Autorin mag es, ihre Protagonisten zu quälen.

Die Geschichte hat mich auch etwas ratlos zurück gelassen. Viele Handlungsstränge bleiben noch offen, ebenso sind viele Fragen nicht beantwortet. Oft konnte ich auch die Handlungen der Protas nicht nachvollziehen und ich weiss jetzt noch nicht, warum Sorrel sich nicht mehr für ihr Muttermal interessiert, das doch eine beachtliche Rolle spielt.

Andererseits war es wirklich spannend. Herzklopfenmässig spannend. Immer wieder habe ich mitgefiebert und mitgelitten und obschon ich zwei, drei Mal versucht war, abzubrechen, hat es mich dann doch packen können und meine Neugier geweckt.

Setting
"Dunkle Welt" spielt in einer zukünftigen Version unserer Welt - nach einem totalen Kollaps der Gesellschaft. Die Menschen sprechen zwar noch von "Davor", aber niemand hat es noch selber erlebt und niemand weiss, ob es nicht doch Märchen sind. Das Worldbuilding fand ich sehr gelungen. Die Welt, in der Sorrel lebt, ist fast ein wenig zu den Ursprüngen zurückgekehrt: Jagen, Sammeln, Kämpfen, keine Technik, nacktes Überleben. In manchen Gemeinschaften ist auch die Unterdrückung der Frau wieder zurückgekehrt und in anderen werden Sklaven verschachert. Und natürlich gibt es die eine oder andere religiös gesinnte Gruppierung.

Ein Nebeneffekt des Kollapses sind die Mutanten, oder wie die Menschen aus Amat sie nennen: "Nicht Lebensfähigen". In Amat werden diese schon kurz nach der Geburt erstickt, in anderen Orten dürfen sie Leben, werden aber mit Abscheu und Missgunst behandelt.

Sowohl das Worldbuilding als auch das Setting konnten mich überzeugen und ebenso die einzelnen Gruppierungen, die wirklich authentisch herübergekommen sind.

Charaktere
Sorrel ist ein junges Mädchen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Sie widersetzt sich ihrer Mutter, hat aber trotzdem eine sehr enge Bindung zur Familie, sie ist verliebt und sie will die Welt sehen. Natürlich ist sie als Teenager etwas zickig, stur und oft gar naiv. Und auch wenn ich Mitleid mit ihr hatte, habe ich sie oft nicht verstehen können. Was mir aber gut gefallen hat, ist, dass sie ihr Denken über die Mutanten nach und nach hinterfragt und ändert, ihre Vorurteile versucht über Bord zu werfen. Und ganz am Schluss hat sie doch eine beachtliche Wandlung vollzogen.

David ist in Sorrel's Alter und ebenfalls aus Amat. Er ist stur und starrköpfig, aber auch ein Kämpfer. Dennoch bleibt er sehr flach und vor allem seine Gefühle kommen viel zu wenig zum Ausdruck. Das einzige Gefühl, das er offenbar immer wieder hat, ist Hass. Was ihn nicht gerade sympathisch macht.

Die Charaktere des Buches sind teilweise gut gelungen, teilweise etwas überzeichnet und fad, zum Teil aber auch erschreckend realistisch, wie der Fanatiker Martin. Mein liebster Charakter ist aber Einstein. Er ist einfach ein wunderbarer Protagonist und Freund. Trotz allen Widrigkeiten, trotz allen Vorurteilen ist er loyal und stets freundlich.

Fazit
"Dunkle Welt" lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits ist der Stil etwas speziell, die Szenen etwas gar eklig, vieles macht (noch?) nicht Sinn und die Charaktere sind teils etwas flach. Andererseits überzeugt es mit einem grossartigen Worldbuilding, viel Spannung und viel Dramatik.

Veröffentlicht am 20.10.2017

Ich bin königlich verliebt in die Geschichte!

Königlich verliebt
0

Inhalt
Seit klein auf wird Insidia von einer Geheimorganisation ausgebildet und trainiert, mit nur einem Ziel: Sie soll beim Wettbewerb in der Hauptstadt das Herz des Prinzen gewinnen und heiraten. Als ...

Inhalt
Seit klein auf wird Insidia von einer Geheimorganisation ausgebildet und trainiert, mit nur einem Ziel: Sie soll beim Wettbewerb in der Hauptstadt das Herz des Prinzen gewinnen und heiraten. Als es soweit ist, kommt alles anders, als erwartet. Denn die Gefühle, die Insidia jahrelang wegtrainiert wurden, krachen alle auf einmal auf sie ein. Doch sie betreffen nicht den Prinzen, sondern den Nachbarsjungen Kyle. Und während Insidia versucht, Herrin über ihre Gefühle zu werden, den Auftrag nicht zu gefährden und sich der neuen Umgebung anzupassen, entdeckt sie die ganze Wahrheit über ihre Herkunft...

Meine Meinung
Ich gestehe, ich war schockverliebt in das Cover und bin es immer noch. Auch wenn mich der Klappentext nicht überzeugt hätte, hätte ich mich an die Geschichte gewagt, rein nur, weil ich wissen muss, was sich hinter einem so wunderschönen Cover verbirgt. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht. Schnell ist klar, dass der Schreibstil genau mein Ding ist, aus der Ich-Perspektive, interessant geschrieben, mit einer leichten Spur Humor/Sarkasmus. Und so war ich wahnsinnig schnell in der Geschichte drin.

Insidia wurde von Pugnator Globus, einer Geheimorganisation gezüchtet und ausgebildet. Ihr Leben dient nur einem einzigen Auftrag - den Prinzen für sich zu gewinnen und ihn zu heiraten. Warum und wieso ist egal, denn es ist ihre Aufgabe, und das PG irrt sich nie. Sie bekommt eine falsche Identität, übernimmt das Leben einer anderen und schleicht sich so bei Emili als deren Cousine ein. Doch das Leben in der Hauptstadt ist anders als erwartet und Insidia findet sich mehr schlecht als recht zurecht. Bis Kyle auftaucht, der Nachbarsjunge, der Gefühle in ihr weckt, die sie gar nicht fühlen dürfte. Vor allem nicht für ihn...

Mit Insidia bin ich sofort warm geworden. Vor allem ihre ersten Schritte in der Hauptstadt waren zum schreien komisch. Denn Insidia ist praktisch isoliert aufgewachsen, wurde zum Kämpfen ausgebildet, Gefühle sind ihr verboten. Und so kommt sie gar nicht zurecht und ihre sozialen Fähigkeiten sind gleich null. Schnell wird klar, dass das Buch spannend und rasant ist, gleichzeitig aber auch einige Klischees bedient und von der klassischen Dreiecksbeziehung lebt. Wer allergisch auf solche reagiert, sollte vielleicht die Finger davon lassen. Aber auch wenn ich persönlich dieses Hin und Her nicht unbedingt favorisiere, hat es mich hier nicht gestört. Und es gab einiges Hin und Her. Nicht nur zwischen Insidia, Kyle und dem Prinzen, sondern auch was Insidia's Gefühle betrifft. Die wabern und schwirren nämlich regelrecht durch die ganze Geschichte und ändern kontinuierlich. Während ich andernorts die Augen verdreht hätte, hat es mich hier wie gesagt irgendwie nicht gestört und hat auch meinen Unterhaltungswert nicht beeinflusst.

Das Rad wurde mit "Königlich verliebt" nicht neu erfunden. An einem Wettbewerb, der jährlich stattfindet, dürfen die Jugendlichen des Staates einen Partner suchen. Klar sind alle in Aufruhr, wenn der Prinz an der diesjährigen Partnersuche teilnimmt. Und so gibt es neben Aufgaben für die Teilnehmer eine Menge Berater, funkelnde Kleider, neidische Mädchen und eine ordentliche Portion Schmetterlinge im Bauch, Nervosität und Stiche der Eifersucht. Und ein klein wenig Kitsch.

Natürlich ist die Geschichte um Insidia etwas vorhersehbar. Oder doch nicht? Ich hatte schon auf Seite 100-irgendwas das erste Mal Gedanken in eine bestimmte Richtung, aber ganz ehrlich? Ich war mir nie zu 100 % sicher. Immer wieder hab ich studiert und gegrübelt, dann war ich mir fast sicher, dass etwas so ist und nicht anders - und mit dem nächsten Satz habe ich meine Vermutungen schon wieder über Bord geworfen. Kurzum: Das Rätseln hat mir hier sehr viel Spass gemacht und mich bis zuletzt unterhalten. Bis zum bitteren und ganz fiesen Ende...

Setting
Die Geschichte spielt in einer alternativen Zukunft im Jahr 2211, in der von der "alten Welt" kaum mehr etwas besteht. Terroristen und Regierungen haben die Welt, wie wir sie kennen zerstört und die übrig gebliebenen Menschen haben sich neu organisiert.

Der Grossteil der Geschichte spielt in der Hauptstadt dieser fiktiven Zukunftswelt. Diese habe ich mir sehr prunkvoll und voll mit Menschen vorgestellt. Das Setting und das Worldbuilding haben aber in der Geschichte nicht oberste Priorität und so bleibt vieles noch ungenannt. Nichtsdestotrotz hat es Spass gemacht, zu entdecken, was die Autorin schon mal preisgibt.

Charaktere
Insidia, 17 Jahre alt, wurde zur Agentin ausgebildet und hat nur einen Auftrag, den sie pflichtbewusst ausführen will. Nur dass ihr ihre Gefühle dabei ordentlich dazwischenfunken. Diese Hilflosigkeit, die Wut, die Gefühle, all das fand ich sehr authentisch. Und auch wenn ich sie zwischendurch am liebsten geschüttelt hätte (warum erzählt sie den Menschen, die sie liebt nicht die Wahrheit?), mag ich sie total gerne.

Als männlicher Gegenpart spielen Kyle und der Prinz die Hauptrollen. Kyle ist unnahbar, ein Weiberheld, er beleidigt und rotzt rum und ehrlich gesagt weiss ich nicht recht, was Insidia an ihm findet. Der Prinz hingegen ist zuvorkommend und liebevoll und ich persönlich hätte ihn vom Fleck weg geheiratet. Doch jedes Blatt hat zwei Seiten, und wie bei vielem in der Geschichte weiss man nicht, was nun die Wahrheit ist, und was nur Show.

Neben den Hauptprotagonisten bietet das Buch noch einige andere tolle Charaktere. Allen voran Emili, die "Cousine" von Insidia. Sie ist lebensfroh, verpeilt, chaotisch, eine absolute Romantikerin und gleichzeitig fast schon eine nervige Realistin. Ich habe sie komplett in mein Herz geschlossen.

Die Darsteller von Königlich verliebt überzeugen mich auf voller Linie. Jeder hat Stärken und Schwächen, Geheimnisse, Träume, Wünsche. Sie alle zeugen von einer wunderbaren Authentizität.

Fazit
Eine Geschichte voller Gefühle, Verwirrung, Herzklopfen, Sorge, Gefahr, Aufgaben, Rätselraten und ein klein wenig Kitsch und Klischees. Trotz der kleinen Schwächen bin ich hin und weg von der Geschichte: Ich wurde von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich gut unterhalten und nicht nur wegen dem fiesen Ende freue ich mich auf den nächsten Band.