Ein Reinfall
Ich hab dich ganz genauso liebIch hatte gehofft, hierin ein verständnis- und liebevolles Buch für meine 4-Jährige, die gerade etwas mit dem Baby strugglet, zu finden. Nachdem ich das Büchlein aber (wie immer) zuerst für mich durchgeschaut ...
Ich hatte gehofft, hierin ein verständnis- und liebevolles Buch für meine 4-Jährige, die gerade etwas mit dem Baby strugglet, zu finden. Nachdem ich das Büchlein aber (wie immer) zuerst für mich durchgeschaut habe, musste ich aber feststellen, dass ich dieses sicherlich nicht meiner Tochter vorlesen werde.
Ja, es ist von einer Mama geschrieben, und ja, man spürt ihre Gedanken, ihr schlechtes Gewissen, ihre Gefühle da raus. Aber es ist leider alles andere als kindgerecht umgesetzt. So wünscht sich die Protagonsitin das Baby weg - ein durchaus verständlicher Gedanke eines (Klein-)Kindes. Aber dann taucht ein Vogel auf und nimmt das Baby mit? Später findet sich das Mädchen allein an allerlei seltsamen und gefährlichen Orten, z.B. ganz allein auf dem Meer. Das schürt mehr Ängste, als dass es einen Lösungsweg fürs Kind aufzeigt oder die Gedühle verständlich darstellt.
Ich hätte mir gewünscht, dass es hier einen sensiblen Umgang mit der Wut, der Eifersucht und der Traurigkeit gibt, wenn ein Geschwisterkind zur Welt kommt. Ein Aufzeigen, dass diese Gefühle gut und wichtig und richtig sind. Stattdeßen gibt es ein skurriles Abenteuer, das aus Sicht eines Erwachsenen vielleicht künstlerisch erscheint, aber keinesfalls kindgerecht ist.
Anmerken möchte ich ausserdem, dass ich das Büchlein nicht gelesen hätte, hätte ich vorher um die Problematik mit der Autorin gewusst. Das Interview betreffend Vertonung der HP-Bücher und Kontroverse um Terf JKR habe ich leider erst heute gesehen. Rückblickend hätte ich die Geschichte nicht gelesen (dies hat indes keinen Einfluss auf meine Rezension und Bewertung, die wäre genau gleich ausgefallen).