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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2019

Ich hatte mehr erwartet...

Cherish Love
3

Sailor Bishop staunt nicht schlecht, als er plötzlich einer rothaarigen Schönheit gegenüber steht, die ihm bereits vor sieben Jahren auf einer Party ins Auge gefallen ist. Noch dazu macht sie ihm ziemlich ...

Sailor Bishop staunt nicht schlecht, als er plötzlich einer rothaarigen Schönheit gegenüber steht, die ihm bereits vor sieben Jahren auf einer Party ins Auge gefallen ist. Noch dazu macht sie ihm ziemlich deutlich klar, dass sie sich von ihm angezogen fühlt.
Das könnte alles so einfach sein, wenn es da nicht gewisse Hindernisse geben würde, wie Sailors Traum...

Bereits in der Verlagsvorschau bin ich ziemlich schnell auf dieses Buch aufmerksam geworden. Zum einen ist dieses Cover ein Blickfang und zum anderen kam mir der Name Bishop in Kombination mit der Autorin bekannt vor. Bereits bei „Rock Kiss – Ich berausche mich an dir“ habe ich den großen Bruder Gabriel kennengelernt und konnte ihn mit seiner Familie erleben. Dieses Buch spielt allerdings wesentlich später als „Cherish Love“ und man würde sich erheblich spoilern, wenn man dieses bewusst zuerst liest. Bei mir war es schon wieder ein paar Jahre her gewesen und mir war eigentlich nur noch in Erinnerung geblieben, dass ich die Charaktere und vor allem diese Familie total sympathisch fand. Also war klar, ich muss es lesen.
Was diesen Punkt anbelangt wurde ich nicht enttäuscht. Die Autorin hat es wieder geschafft tolle Charaktere in das Buch einzubauen, allerdings auch ein paar überflüssige.
Mich konnte das Buch alles in allem ganz gut unterhalten, mehr aber auch leider nicht.
Fing es noch vielversprechend an mit der Geschichte und den beiden Protagonisten, lies dies leider mit der Zeit nach und ich fand immer mehr Punkte im Buch, die nicht hätten sein müssen.
Zwischen Sailor und Isa hat man relativ schnell eine starke körperliche Anziehung gespürt, und dies wurde durch ihr Handeln hervorgehoben, aber die emotionale Seite ihrer „Beziehung“ trat irgendwie in den Hintergrund. Es gab durchaus süße Szenen, wo meiner Meinung nach besonders Sailor sich positiv hervorgetan hat, aber am Ende des Buches war mir der Verlauf ihrer Beziehung viel zu schnell.
Die Familien der beiden stehen im starken Kontrast zueinander, wenn man bedenkt, dass Isas Familie wohl eher als schwierig und Sailors als herzlich bezeichnet werden könnte. Ich denke, dass dies von der Autorin gewollt war, doch fand ich Isas Familie zu viel. Es gab so viele Baustellen und schwere Schicksale, die doch nicht alle hätten sein müssen.
Vielleicht hat dies auch zu viel Raum eingenommen, um sich mehr auf die eigentliche Entwicklung der Protagonisten zu kümmern.
Manches wurde während des Buches auch deutlich hervorgehoben, wurde aber erst wieder am Ende des Buches kurz abgehandelt oder wurde gar nicht mehr erwähnt. Zum Glück waren es keine Dinge die das Buch wirklich gebraucht hat. Schade war es trotzdem. Da wäre es vielleicht besser gewesen, wenn man diese Dinge einfach weggelassen hätte.
Das Buch wirkte für mich ein wenig überladen mit Ereignissen, Schicksalsschlägen und Personen. Aber dennoch hatte es auch seine witzigen und süßen Momente. Momente der Freundschaft und Geschwisterliebe und Begegnungen die vielleicht auch schon auf weitere Bücher hindeuten.

Veröffentlicht am 04.06.2019

Ein etwas anderer Roadtrip

Falling Fast
5

In diesem Sommer möchte Hailee einen kleinen Roadtrip unternehmen und Dinge wagen, die bisher für sie unvorstellbar waren, ganz dem Motto „Sei mutig“.
Dabei ist ein Zwischenstopp in der Heimatstadt ihres ...

In diesem Sommer möchte Hailee einen kleinen Roadtrip unternehmen und Dinge wagen, die bisher für sie unvorstellbar waren, ganz dem Motto „Sei mutig“.
Dabei ist ein Zwischenstopp in der Heimatstadt ihres kürzlich verstorbenen besten Freundes geplant. Was anfangs nur als kurzer Stopp geplant war gestaltet sich ganz anders als gedacht. Neue Erkenntnisse, Menschen und Erfahrungen warten auf sie. Dazu kommt noch ihre Bekanntschaft mit Chase, der ihr einfach nicht aus dem Kopf geht.

Am Anfang des Buches war ich wieder dem schönen flüssigen und anschaulichen Schreibstil von der Autorin erlegen. Ich war quasi mitten drin und konnte sehr gut in die Geschichte eintauchen. Doch leider hielt diese positive Stimmung beim Lesen nicht an.
Die beiden Protagonisten dieses Buches werden beide sehr verschieden dargestellt. Chase wurde wirklich sehr deutlich beschrieben mit seinen Gedanken, Gefühlen und Problemen und wirkte dabei immer authentisch. Bei Hailee gestaltete es sich leider etwas anders. Sie wurde sehr widersprüchlich dargestellt. Einerseits wurde viel über ihre Ängste gesprochen, die man aber bei ihren Handlungen nicht wiedererkannte.
Selbst wenn man sich dazu entschlossen hat, gegen seine Ängste vorzugehen und Dinge zu wagen, muss es doch ein zögern geben. Ein innerer Kampf sollte irgendwie ersichtlich werden. Doch das hat mir hier sehr gefehlt.
So hatte ich große Probleme mit dem Charakter warm zu werden. Ihr Verhalten war mir einfach zu widersprüchlich und ich konnte sie als Person schlecht einschätzen.
Dazu kam noch die Story an sich, die für mich teilweise etwas langgezogen wirkte. Hier ist es wohl der Geschichte zum Nachteil geworden, dass sie zwei Bücher füllen soll. Zumindest denke ich, dass die Geschichte gut in einem Buch Platz gefunden und so eine gewisse Dynamik bekommen hätte.
Dann gibt es noch den Punkt, dass in diesem Buch viele (bedrückende) Themen Erwähnung fanden, die aber nicht ausgearbeitet wurden. Vielleicht passiert dies noch im zweiten Band, aber alles in allem wurde hier schon eine Menge hineingepackt. Für meinen Geschmack einfach auch zu viel. Manchmal ist weniger mehr.
Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen und obwohl das Ende vieles verdeutlicht hat, war der Weg doch recht spannungslos und langatmig.
Gut eine Woche liegt zwischen dem beenden des Buches und dem schreiben dieser Zeilen und dennoch bin ich mir immer noch unsicher, ob ich zu Band 2 greifen werde. Das sagt wohl leider schon alles. Wirklich schade, denn ich denke, hier gab es mehr Potenzial, was einfach nicht ganz ausgeschöpft wurde. Denn die Grundidee der Geschichte ist wirklich nicht schlecht.

Veröffentlicht am 04.04.2018

Eine nette Liebesgeschichte à la Cinderella

Nothing Like Us
0

Lena Winter sucht ihr Glück in New York. Für ihren Traum macht sie ein Praktikum in der Küche des noblen WEST Hotel & Residences.
Doch aller Anfang ist schwer und so begreift sie, dass sie viele andere ...

Lena Winter sucht ihr Glück in New York. Für ihren Traum macht sie ein Praktikum in der Küche des noblen WEST Hotel & Residences.
Doch aller Anfang ist schwer und so begreift sie, dass sie viele andere Aufgaben zuerst erledigen muss, bevor sie die Chance bekommt in der Küche zu lernen.
Bei einem ihrer Aufträge wird ihr die Unterstützung eines weiteren Praktikanten zugesichert. Doch wie es der Zufall so will, begegnet sie nicht diesen, sondern den Sohn des Hotelbesitzers, Sander West, und verdonnert ihn gleich zu seiner Mithilfe. Jedoch nichts ahnend, wer da eigentlich vor ihr steht.
Ein kleines Verwechslungsspiel beginnt, welches Sander keineswegs gedenkt so schnell aufzuklären, denn irgendetwas reizt ihn an Lena.

Dies ist der erste Band einer Reihe, wobei ich finde, dass dieser auch gut alleine stehen kann. Aber wer weiß, vielleicht sind in den Folgebänden andere Protagonisten im Vordergrund.
Die Geschichte liest sich recht flüssig, selbst durch die zwei Erzählstränge hat man nicht das Gefühl, etwas würde ins Stocken geraten oder unnütz wiederholt werden. Wir lesen sowohl aus Lenas Sicht, als auch aus Sanders, wobei dies klar dargestellt wird, indem der Name oben auf der Seite zu lesen sind. Verwechslungsgefahr ist somit ausgeschlossen.
Mir hat der Wechsel von Lena zu Sander sehr gut gefallen und gerade zu Anfang für humorvolle Momente gesorgt. Denn wir als Leser wussten von Anfang an, dass Sander kein Praktikant ist, aber Lena muss erst noch darauf kommen.
Bei der Vielzahl von Büchern oder Filmen auf den Markt, ist es natürlich sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich, das Rad neu zu erfinden, und so kommt einem das Setting bekannt vor. Reicher Hotelerbe trifft gutbürgerliches Mädchen. Eine kleine Cinderella Story. So findet man auch hier gewisse Klischees oder ahnt schon, welche Probleme auftreten könnten etc. Für mich muss dies aber nicht gleich negativ sein, wenn eine Geschichte gut verpackt wurde und die Charaktere etwas an sich haben, was mich dazu verleitet, dass ich es weiterlesen möchte.
So war es hier auch. Ich fand es sehr schön zu lesen, wie Lena sich in New York einlebt und quasi von null anfängt. Sie kennt nichts und niemanden und erlebt quasi alles neu. Sie schließt neue Freundschaften, lernt neue Orte kennen und versucht in ihrem Praktikum weiterzukommen.
Doch gerade zum Ende hin gab es etwas, was ich unglaubwürdig fand und mir Lena, wie ein 15-jähriges und nicht wie 19-jähriges Mädchen erschienen lies.
Ich habe einfach mit einer gewissen „Reife“ gerechnet, aber da habe ich nur mit dem Kopf geschüttelt. Dinge wie naiv, unbesonnen und vorschnell gingen mir durch den Kopf.
Das hat es für mich etwas kaputt gemacht.
Es war eine ganz nette Story, die aber anders hätte verlaufen können. „Probleme“ hätten anders angegangen und Reaktionen anders verlaufen können, ohne an ihrem Alter zu zweifeln.
Nichtsdestotrotz besticht dieses Buch auch durch seine Charaktere und darum kann ich mir auch gut vorstellen, dass ihre neuen Freunde, in den weiteren Band/Bänden ihre großen Auftritte bekommen.
Ob die Reise für mich weitergeht, wird sich noch zeigen...

Veröffentlicht am 04.04.2018

Verschenktes Potenzial

The Ivy Years – Bevor wir fallen
0

Durch einen Sportunfall ist Corey Callahan auf den Rollstuhl angewiesen, doch das hält sie nicht davon ab, wie geplant ihr Studium am Harkness College zu beginnen. Dort begegnet sie am Tag ihres Einzugs ...

Durch einen Sportunfall ist Corey Callahan auf den Rollstuhl angewiesen, doch das hält sie nicht davon ab, wie geplant ihr Studium am Harkness College zu beginnen. Dort begegnet sie am Tag ihres Einzugs ihren neuen Nachbarn Adam Hartley. Dieser wurde ebenso wie sie, dem barrierefreien Wohnheim zugeteilt, als er sich einen Beinbruch zugezogen hat.
Die beiden scheint gleich etwas zu verbinden, stellen sie sich doch gemeinsam den täglichen Herausforderungen auf dem College mit Krücken und Rollstuhl.

Die Beschreibung des Buches war vielversprechend. Finden wir hier doch mal eine Protagonistin die mit einem Handicap zu kämpfen hat und ihre Lebensplanung ändern muss. Ihren Traum auf dem Eis muss sie aufgeben und so etwas Simples wie Hauseingänge werden auf einmal zur Herausforderung, wenn sie nur Treppen haben.
So begleitet man sie bei den täglichen Hindernissen, erleben aber auch die sozial emotionalen „Schwierigkeiten“, die sie ausgesetzt ist.
Trotz dieses doch ernsten Themas sprüht dieses Buch auch von Witz, was mit Sicherheit auch an Adam liegt, der sie gleich unter seine Fittiche nimmt und mit ihr alles erlebt.
Die Beiden verbringen sehr viel Zeit miteinander und doch erfährt man von Adam, oder Hartley wie er eigentlich immer im Buch genannt wird, sehr wenig.
Die Geschichte wird zwar aus Coreys und Adams Sicht erzählt, doch wird sein eigenständiges Leben kaum erwähnt. Es steht eindeutig Coreys Leben im Vordergrund und dennoch wäre es schön gewesen, auch ein bisschen mehr über Adam zu erfahren.
Es treten im Laufe des Buches auch gewisse Ungereimtheiten zu seiner Person auf, diese werden aber erst ganz am Ende des Buches aufgeklärt und dies auch noch sehr zügig, so dass das alles auf mich ein wenig gehetzt wirkte.
Coreys Krankengeschichte und dessen Auswirkungen sind zwar fester Bestandteil dieses Buches, aber es wurden bestimmte Sachen für mich nicht ausreichend erklärt, so dass ich beim Lesen öfter stutzte und ernsthaft überlegte, ob ich so etwas wissen muss. Aber nein, das gehört nicht alles zur Allgemeinbildung, hätte also ein bisschen mehr erklärt werden können.
Dann gab es noch die Vater-Tochter Beziehung, über die bereits zu Beginn des Buches gesagt wird, dass sie unter dem Unfall gelitten hat. Später erfährt man auch eventuelle Gründe dafür. Diese werden zwar quasi gezeigt, aber nicht näher beachtet und da frage ich mich schon, warum erst erwähnen, wenn es nicht weiter berücksichtig wird.
Alles in allem fand ich die Geschichte unterhaltsam und auch witzig, aber ich hätte gerne noch mehr über die Charaktere erfahren. Auch die „Nebencharaktere“ wie die Mitbewohnerin oder verschiedene Mitstudenten die Corey trifft, werden eigentlich nur kurz erwähnt und wirken so ein wenig zu blass. Vielleicht ist es auch den Zeitsprüngen im Buch zu verschulden, weil die Geschichte mehrere Monate abhandelt, aber es wirkte so alles ein wenig zu oberflächlich und auch unvollständig. Das fand ich alles sehr schade. Ein paar Seiten mehr hätten da Abhilfe schaffen können.
Das Buch hatte einen angenehmen, leichten Schreibstil, der passend für die Geschichte des Buches ist und sich schnell lesen lies. Doch ist ein angenehmer Schreibstil und eine gute Idee nun einmal nicht alles. Die Geschichte hatte so viel Potenzial, was aber leider nicht ausgeschöpft wurde.