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Veröffentlicht am 28.01.2021

Ein Buch wie Schokolade – einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören!

Die Rache des Lombarden
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Der dritte Band der Lombarden-Trilogie spielt im spätmittelalterlichen Köln im Jahre 1424. Aleydis de Bruinker hat als Witwe einiges mit dem kriminellen Erbe ihres verstorbenen Mannes Nicolai zu tun, kommt ...

Der dritte Band der Lombarden-Trilogie spielt im spätmittelalterlichen Köln im Jahre 1424. Aleydis de Bruinker hat als Witwe einiges mit dem kriminellen Erbe ihres verstorbenen Mannes Nicolai zu tun, kommt aber eigentlich ohne Männer gut zurecht. Doch als ihre Mündel Marlein und Ursel entführt werden, tut sie sich wieder mit dem intelligenten und gutaussehenden Gewaltrichter Vinzenz van Cleve zusammen. Doch so hilfreich er auch ist – können die beiden der gegenseitigen Anziehungskraft noch lange widerstehen…?


Meine Meinung:
Da ich die ersten beiden Teile der Lombardentrilogie mit Begeisterung gelesen habe, habe ich schon sehnsüchtig auf den dritten Teil gewartet. Tatsächlich wurden meine hohen Erwartungen auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Von Anfang an war ich wieder ganz in Aleydis‘ und Vinzenz‘ Welt im spätmittelalterlichen Köln gefangen. Ich konnte mich noch gut an Begebenheiten aus den Vorgängerbänden erinnern, was auch durch Anspielungen auf die vergangenen Ereignisse gefördert wurde, die von Petra Schier in genau dem richtigen Maß eingeflochten worden waren.
Auch dieser Band zeichnet sich wieder durch einen sehr gelungenen Spannungsbogen aus, der schließlich – nach einigen Nebenkriegsschauplätzen – in einem fulminanten Showdown gipfelt. Gerade im Zusammenhang mit dem kriminellen Erbe, das Aleydis von ihrem verstorbenen Mann Nicolai erhalten hat, tauchen viele neue Fragen, aber nicht immer Antworten auf. Eine wichtige Frage bleibt bis zum Schluss ungeklärt, so dass der Leser / die Leserin genauso rätselt wie Aleydis und Vinzenz.
Sehr gut gefallen hat mir auch, wie es mit Aleydis und Vinzenz weitergeht, nachdem bereits in den ersten beiden Teilen das Knistern zwischen den beiden zum Greifen war. Wir erfahren einiges aus Vinzenz‘ Vergangenheit, das vieles in seiner Persönlichkeit und auch Großteile seines Verhaltens gegenüber Aleydis erklärt. Dies ist ein Beispiel dafür, dass die Charaktere insgesamt sehr stimmig und glaubwürdig angelegt sind. Man möchte gerne noch mehr Zeit mit ihnen verbringen. So würde ich mir zum Beispiel eine Freundin wie Aleydis wünschen!
Neben der spannenden Handlung und den authentischen Figuren hat mir in diesem Roman auch wieder gefallen, welche Fachkenntnis über das späte Mittelalter aus den Seiten spricht. Ohne dass die Autorin zu dick auftragen würde, vermittelt sie den Leser*innen so ganz nebenbei viel Wissenswertes aus dem Alltag von Menschen verschiedener Gesellschaftsschichten zu der Zeit. Man erfährt vieles über Berufe, Gesetze und Vorschriften (z.B. gab es damals schon Hundesteuer!), Kleidung oder auch Essen und Trinken. Ein kleines Glossar hätte dies aus meiner Sicht noch abgerundet, aber ich habe auf jeden Fall viel gelernt.


Fazit:
Aus meiner Sicht war das Buch viel zu schnell ausgelesen, weil ich es gar nicht mehr aus der Hand legen konnte, nachdem ich einmal angefangen hatte. Ein sehr gelungener historischer Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 19.01.2021

Gewohnt spannende und solide gestrickte Unterhaltung

Die Wanderhure und die Nonne
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Eine neue Geschichte von Marie und Michel, die sich auf Kiebitzstein nach wie vor sehr wohlfühlen. Marie überlegt, wie sie weitere Verbündete gewinnen kann und fasst perspektivisch eine Hochzeit für ihre ...

Eine neue Geschichte von Marie und Michel, die sich auf Kiebitzstein nach wie vor sehr wohlfühlen. Marie überlegt, wie sie weitere Verbündete gewinnen kann und fasst perspektivisch eine Hochzeit für ihre nun 15jährige Tochter Trudi ins Auge.
Während Michel auf einem Kriegszug für seinen Kaiser und König weilt, nimmt Marie daher eine Einladung ihres Nachbarn zu einem Treffen auf einer entfernten Burg an.
Dort angekommen, stellt sie fest, dass sie mit ihrer Tochter in einen Hinterhalt geraten ist. Alle Gäste werden brutal niedergemetzelt, und nur mit viel Glück und Geschick können Marie, Trudi und die Nonne Ingnatia fliehen.


Meine Meinung:
Ich lese Bücher des Schriftstellerehepaars Iny Lorentz sehr gerne und ich mag besonders die Reihe rund um Marie und Michel Adler.
Daher habe ich mich sehr über ein „Wiedersehen“ mit den liebgewonnenen handelnden Personen gefreut.

Die Geschichte ist nach bewährtem Muster angelegt mit einem sehr gelungenen Spannungsbogen. So fliegen die Seiten nur so dahin und der dicke Schmöker ist leider viel zu schnell ausgelesen.

In einigen Punkten hat mich die Dramatik der Geschichte durchaus an Vorgängerbände erinnert, aber es war auch nicht meine Erwartung, dass die Autoren jedes Mal das Rad komplett erfinden.

Neben der spannenden Geschichte hat mir auch in diesem Roman wieder gut gefallen, dass man ganz nebenbei viel über den Alltag der Menschen im Mittelalter lernt. Die Autoren recherchieren immer sehr gründlich, was man auch beim Lesen merkt, und haben einfach auch schon einen großen Fundus über das Leben im Mittelalter, auf den sie zurückgreifen können.


Fazit:
Ich wurde von Iny Lorentz auch in diesem Roman wieder sehr gut unterhalten und habe die gemütlichen Lesestunden mit dem Schmöker rund um Marie und Michel sehr genossen.

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Veröffentlicht am 18.01.2021

Ein echter Pageturner – und wie immer fundiert recherchiert

Die Wölfe vor den Toren
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Ein neuer Fall für Serafina (und ihren Ehemann Adalbert Achaz, den Freiburger Stadtarzt) im späten Mittelalter: Erst wird ein kleiner Junge in der Vorstadt von Wölfen totgebissen, dann gibt es eine weitere ...

Ein neuer Fall für Serafina (und ihren Ehemann Adalbert Achaz, den Freiburger Stadtarzt) im späten Mittelalter: Erst wird ein kleiner Junge in der Vorstadt von Wölfen totgebissen, dann gibt es eine weitere Tote.
Serafina glaubt nicht so recht daran, dass es sich wirklich nur um Wolfsopfer handelt. Gemeinsam mit ihrem Mann – mit dem sie ein tolles Team abgibt – ermittelt sie in der Dorfgemeinschaft der Würi vor dem Toren Freiburgs.


Meine Meinung:
Ich kenne nicht alle, aber einige Vorgängerbände rund um Serafina und war direkt wieder mitten im Geschehen. Man kann das Buch meines Erachtens aber auch lesen, ohne die anderen Romane rund um die ehemalige Begine gelesen zu haben.
Das Buch liest sich dank der flüssigen Erzählweise, der schönen kurzen Kapiteln und des gelungenen Spannungsbogens als echter Pageturner. Ich konnte das Buch praktisch nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht und wie es ausgeht.

Was hat mir besonders gut gefallen:
Zuallererst fand ich den Fall sehr gelungen angelegt. Es gibt sehr viele Spuren und Verdächtige und letztlich war die Auflösung für mich wirklich überraschend, aber gleichzeitig stimmig und total schlüssig.

Darüber hinaus mag ich die handelnden Personen sehr gerne. Serafina ist ein absolutes Phänomen und - gemeinsam mit ihrem Mann, dem Stadtarzt Adalbert Achaz, sowie den Freundinnen, der Magd Irmla etc. - eine wahre Sympathieträgerin.
Ich fand es auch schön, einige Anspielungen auf Vorgängerbände zu lesen, denn so wurden vergangene Erlebnisse von Serafina nochmal in Erinnerung gerufen.
Dass Serafina und Adalbert in diesem Fall als Team zusammenarbeiten, steht ihnen sehr gut und hat mir viel Freude gemacht.

Ganz besonders bereichernd fand ich wieder, so „ganz nebenbei“ etwas über den Alltag ganz „normaler“ Menschen im späten Mittelalter zu lernen. Das bezieht sich z.B. auf Kleidung, Berufe, Essen und Trinken.
Man merkt sehr deutlich, wie fundiert die Autorin recherchiert und wie viel Wissen sie über die Geschichte vermitteln kann.

Außergewöhnlich ist außerdem das Thema rund um Wölfe vor den Toren Freiburgs, Wolfsjagden, Aberglauben und Befürchtungen zu Werwölfen. Dieses Thema gibt dem Buch das gewisse Etwas und passt perfekt zu dem Setting im kalten strengen Winter mit viel Schnee und Eis.


Fazit:
Dieser historische Krimi ist ein ideales Beispiel dieses Genres. Er liest sich unglaublich flüssig und spannend, so dass ich ihn innerhalb kürzester Zeit ausgelesen hatte. Nebenbei habe ich wieder viel zu den historischen Hintergründen gelernt, was mir sehr gut gefallen hat. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.01.2021

Ein sehr deprimierendes Leseerlebnis

Hingabe
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Tomás ist schwer krebskrank und hat keine gute Prognose. In der Kneipe seines kleinen eher rückständigen galizischen Dorfes trifft er die Französin Suiza, die nach Spanien gekommen ist, weil sie unbedingt ...

Tomás ist schwer krebskrank und hat keine gute Prognose. In der Kneipe seines kleinen eher rückständigen galizischen Dorfes trifft er die Französin Suiza, die nach Spanien gekommen ist, weil sie unbedingt das Meer sehen möchte. Sie scheint etwas einfacher gestrickt zu sein und spricht noch kein Spanisch. Aufgrund einer starken körperlichen Anziehung nimmt Tomás Suiza mit zu sich nach Hause und lässt sie nicht wieder gehen…


Meine Meinung:
Ich hatte mir aufgrund des Covers und der Beschreibung einen sinnlichen Roman vorgestellt, in dem es zum Ende hin möglicherweise um echte und tiefe Liebe gehen könnte.
Doch diese Erwartungshaltung konnte der Roman nicht erfüllen. Er startete direkt sehr deprimierend mit Tomás‘ Krebserkrankung, die sich als Thema natürlich durch den gesamten Roman zog.
Darüber hinaus ging es bei der „Beziehung“ zwischen Tomás und Suiza um seine völlig übersteigerten und krankhaften Besitzansprüche. Er stellt sich beispielsweise vor, dass er ihr ein Halsband umlegt auf dem „Besitz von Tomás“ steht.

Somit ist der Roman zwar sehr gekonnt erzählt. Er spiegelt die Eigenharten des fiktiven Dorfes in Galizien sehr gekonnt wider und bringt mit Tomás und Suiza zwei sehr interessant angelegt Protagonisten.
Mir war aber das Negative, das sich – verständlicherweise – bis zum Ende durchzieht, alles zu viel des Guten!

Darüber hinaus fand ich viele Szenen der körperlichen Liebe zwischen Tomás und Suiza schon zu explizit. Sie sind wirklich viel krasser als bei Houellebecq, was schon etwas heißt, wie ich finde.


Fazit:
Zusammenfassend fand ich das Buch interessant geschrieben, aber es hat mir beim Lesen keine Freude bereitet. Da es jedoch zum Nachdenken und zu Diskussionen anregt, vergebe ich drei Sterne.

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Veröffentlicht am 06.01.2021

Das perfekte Getränk zum Essen – fundierte Empfehlungen und tolle Erklärungen

Das „So kocht Südtirol“-Getränkebuch
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Zu mehr als 150 Gerichten aus den verschiedenen Kochbücher der „So kocht Südtirol“-Reihe bringt dieses Buch Getränkeempfehlungen – Südtiroler und internationale Weine, aber auch Biere, Säfte, Wasser und ...

Zu mehr als 150 Gerichten aus den verschiedenen Kochbücher der „So kocht Südtirol“-Reihe bringt dieses Buch Getränkeempfehlungen – Südtiroler und internationale Weine, aber auch Biere, Säfte, Wasser und andere alkoholfreie Getränke.
Darüber hinaus enthält das Buch ausführliche Abschnitte zu Wein, Bier und Tee, in denen viele Hintergründe erklärt werden.
Das Buch hat zu jedem Gericht und auch zu den übergreifenden Abschnitte viele Bilder und verweist darüber hinaus in einem übersichtlichen Register auf das jeweilige Südtirol-Kochbuch, in dem das Rezept zu dem entsprechenden Gericht zu finden ist.


Meine Meinung:
Das Buch hat mir aufgrund seiner ansprechenden und hochwertigen Gestaltung auf Anhieb gut gefallen. Es liegt sehr gut in der Hand und ist sehr geschmackvoll ausgestaltet – die Bilder regen direkt den Appetit an.
Sehr gut gefallen haben mir die lehrreichen Abschnitte über Grundlagen zu Wein, Bier, Tee. Ich habe viel Neues gelernt, ohne mich zu langweilen.

Das besondere Highlight sind natürlich die Getränkeempfehlungen zu den leckeren Gerichten aus den Kochbüchern der „So kocht Südtirol“-Reihe. Die Weinempfehlungen finde ich sehr überzeugend, wobei mir gut gefallen hat, dass auch immer Alternativen und nicht nur Südtiroler Weine vorgeschlagen werden.
Darüber hinaus finde ich es großartig, dass die Getränkeempfehlungen auch leckere Säfte oder auch mal einen Kombucha beinhalten.
So ist wirklich für jeden etwas dabei.

Die ersten Tests haben uns bereits sehr gut gemundet und wir werden sicherlich noch lange Freude an dem Buch haben.


Fazit:
Dieses Buch ist die perfekte Ergänzung zum Kochbuch – so hat man immer das passende Getränk zu einem Gericht! Wir sind total begeistert!

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