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Veröffentlicht am 08.03.2020

Liebevoll gestaltetes Kinderbuch mit einer tollen Botschaft und ohne erhobenen Zeigefinger

Hilfe, ein Spiegelbill
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Silas soll während der Sommerferien am Kinderferienprogramm teilnehmen, wozu er überhaupt keine Lust hat. Doch da wird sein Spiegelbild – äh Spiegelbill – plötzlich lebendig und möchte mit ihm für einen ...

Silas soll während der Sommerferien am Kinderferienprogramm teilnehmen, wozu er überhaupt keine Lust hat. Doch da wird sein Spiegelbild – äh Spiegelbill – plötzlich lebendig und möchte mit ihm für einen Tag tauschen. Silas soll den Tag in der Spiegel-Kommandozentrale verbringen und sein Spiegelbild geht für ihn ins Ferienprogramm…


Meine Meinung:
Das für Kinder ab 8 Jahren empfohlene Buch fällt gleich durch ein wunderbar witziges Cover und eine sehr liebevolle Gestaltung mit warmherzigen Illustrationen auf. Darüber hinaus ist es unterhaltsam und richtig witzig geschrieben und macht somit Kindern und auch Erwachsenen Spaß.
Ich fand es wirklich toll, welche witzigen Einfälle die Autorin hatte, denn die Erlebnisse von Silas mit seinem Spiegelbill sind wirklich sehr amüsant, dabei aber auch nicht völlig überzogen.
Außerdem macht Silas im Laufe des Buches eine sehr schöne Entwicklung durch, er wird ein bisschen mutiger, ohne jedoch sich selbst völlig zu ändern. Somit ist die Entwicklung sehr glaubwürdig und authentisch und macht den kleinen und größeren Lesern Mut.
Die Autorin schafft es, die mutmachende Botschaft sehr unaufdringlich rüber zu bringen, ohne mit erhobenem Zeigefinger zu agieren.
Mir hat die schöne einfallsreiche und unterhaltsame Geschichte sehr gut gefallen, und auch unser achtjähriges Patenkind hatte viel Spaß mit dem Buch.


Fazit:
Ein tolles unterhaltsames Kinderbuch mit vielen witzigen Einfällen und einer schönen Botschaft für Kinder und auch Erwachsene, das Spaß macht und ermutigen kann.

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Veröffentlicht am 01.03.2020

Unterhaltsam, entschleunigend und berührend – genau die richtige Mischung für einen Urlaub in Italien

Liebe ist tomatenrot
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Nelli ist gerade 40 geworden, hat eine große Tochter und beginnt eine Beziehung mit dem wesentlichen jüngeren Luca. Als Luca sie recht spontan zu einem Kurzurlaub nach Italien entführt, ist Nelli hin und ...

Nelli ist gerade 40 geworden, hat eine große Tochter und beginnt eine Beziehung mit dem wesentlichen jüngeren Luca. Als Luca sie recht spontan zu einem Kurzurlaub nach Italien entführt, ist Nelli hin und weg von dem verträumten Dorf, das für seinen Tomatenanbau und das alljährliche Tomatenfest mit der „Salsa de Paradiso“ bekannt ist. Bei ihren Streifzügen durch die liebliche Gegend trifft sie den Halbitaliener Roberto und ist nun vollkommen verwirrt und durcheinander…


Meine Meinung:
Dank des wunderbar flüssigen Schreibstils von Ursi Breidenbach bin ich sofort mitten in die Geschichte eingetaucht und konnte die Lesestunden wie einen kleinen Urlaub genießen. Von Anfang an war mir die 40jährige Nelli sehr sympathisch, allerdings habe ich mich gefragt, was sie von dem sehr viel jüngeren Luca will, der als Student eine ganz andere Lebenswirklichkeit hat als sie.
Daher wurde schon am Anfang deutlich, dass Nelli das für einen spannenden Roman nötige Entwicklungspotential mitbringt und sie im Laufe der Geschichte noch die eine oder andere Erkenntnis (auch) über sich selbst und ihre Bedürfnisse gewinnen würde. Diese Entwicklung wurde in der Tat sehr glaubwürdig und gleichzeitig warmherzig beschrieben.
Überhaupt fand ich alle Personen, auch die Nebenfiguren, sehr liebevoll angelegt und nachvollziehbar gezeichnet, so dass die Lektüre auch deswegen ein purer Genuss war.
Eine große Rolle spielte für mich auch das italienische Flair, das so authentisch und bezaubernd beschrieben wurde, dass ich mich beim Lesen einfach nur wohl- und wie im Urlaub gefühlt habe. Die italienische Küche wurde so gekonnt beschrieben, dass mir an vielen Stellen das Wasser im Munde zusammenlief. Und auch die italienische Landschaft, die Menschen, der Ort, die Steinhäuser – alles wirkte so plastisch wie in einem Film, so dass ich mich sehr gut in das kleine italienische Dorf versetzen konnte.
Die Geschichte, die in Dialogen, inneren Monologen von Nelli und sehr prägnant beschriebenen Szenen erzählt wird, wird auch immer mal wieder aufgelockert durch Nachrichten, die Nelli und ihre beste Freundin Doris hin- und herschreiben. Gerade diese zeigen oft einen feinen Humor, der den gesamten Roman wunderbar trägt.
Auch das Ende ist rundum stimmig und gelungen und sehr charmant – ohne überzogen kitschig zu wirken.


Fazit:
Der Roman hält absolut, was das fröhliche und farbenfrohe Cover verspricht. Er war für mich wie ein kleiner sehr unterhaltsamer und entspannender Urlaub in Italien und hat mich gleichzeitig auch berührt und verzaubert.

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Veröffentlicht am 29.02.2020

Hintergründiger und spannender historischer Krimi vor schöner Kulisse

Die Tote in der Sommerfrische
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Norderney, im Sommer 1912. Die 27jährige Viktoria Berg verbringt ihre Sommerfrische auf der Insel, bevor sie eine Stelle als Lehrerin antreten möchte. Heiraten kommt für sie nicht in Frage, denn sie möchte ...

Norderney, im Sommer 1912. Die 27jährige Viktoria Berg verbringt ihre Sommerfrische auf der Insel, bevor sie eine Stelle als Lehrerin antreten möchte. Heiraten kommt für sie nicht in Frage, denn sie möchte auf eigenen Beinen stehen. Doch der gutaussehende aufstrebende Journalist Christian Hinrichs, bringt sie ganz schön durcheinander. Als die beiden die Leiche von Henny, einem Zimmermädchen aus Viktorias Hotel, aus der Nordsee ziehen, werden sie in die Ermittlungen zu einem Mordfall auf der nur scheinbar so ruhigen Insel hineingezogen…


Meine Meinung:
Es war mein erster Roman der Autorin, doch ich wurde von Anfang an in die Handlung eingezogen, was sicherlich auch an dem flüssigen Erzählstil lag. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Perspektive von Viktoria und Christian erzählt, was sich sehr schön ergänzt und den Spannungsbogen sehr gut unterstützt.
Die handelnden Personen sind glaubwürdig und mit viel Entwicklungspotential angelegt und auch sehr authentisch im Spiegel der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts gezeichnet. Für eine Frau ihrer Zeit ist Viktoria sehr fortschrittlich und wird sehr stark dargestellt, was mir gut gefallen hat.
Der Kriminalfall und die Ermittlungen hierzu unter Einbezug verschiedener Hotelgäste sind wirklich sehr gelungen komponiert. Ich fand das Ende besonders spannend erzählt und war tatsächlich von der Auflösung überrascht, auch wenn ich sie sehr glaubwürdig fand.
Sehr gut gefallen hat mir auch die Beschreibung des Lokalkolorits auf Norderney, und zwar auf die ganz besondere Art und Weise des historischen Romans.
Somit vereint der Roman in bester Weise die Eigenschaften eines Regionalkrimis mit denen eines historischen Romans.
Nicht zuletzt die erotische Spannung zwischen Viktoria und Christian fand ich angenehm knisternd, aber nicht überzogen dargestellt.


Fazit:
Ein sehr gelungener Auftakt; ich würde mich wirklich freuen noch mehr Romane mit dem Ermittlerduo Viktoria Berg und Christian Hinrichs zu lesen.

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Veröffentlicht am 26.02.2020

Sensibel, toll komponiert und sehr beeindruckend

Nach Mattias
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Ein junger Mann, Mattias, stirbt und wir erleben als Leser*innen Ausschnitte aus dem Leben von verschiedenen Personen, die alle mit ihm zu tun hatten. Ihre Wege kreuzen sich auf verschiedene Art und Weise, ...

Ein junger Mann, Mattias, stirbt und wir erleben als Leser*innen Ausschnitte aus dem Leben von verschiedenen Personen, die alle mit ihm zu tun hatten. Ihre Wege kreuzen sich auf verschiedene Art und Weise, denn sie kennen Mattias auch aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Seine Freundin ist ebenso dabei wie seine Mutter, aber auch ganz andere Menschen, deren Leben er beeinflusst hat.


Meine Meinung:
Das Buch liest sich von Anfang an sehr flüssig und erzählt in verschiedenen langen Kapiteln aus den unterschiedlichsten Perspektiven, wie Mattias‘ Freundin, seine Mutter, sein bester Kumpel, seine Großeltern etc. mit dem völlig unerwarteten Tod von Mattias umgehen.
Der Autor verwendet nicht zu viele Worte, aber schafft es dennoch auf etwas mehr als 200 Seiten eine ganz eigene Welt zu erschaffen, die untereinander extrem viele – teilweise überraschende – Querverbindungen und Beziehungen hat.
Ich wusste erst nicht so recht, was mich erwartet, und hatte mich schon auf ein wahnsinnig trauriges Buch eingestellt, aber es war dann viel kurzweiliger und vielfältiger, als ich erwartet hatte. Die handelnden Personen werden in wenigen Strichen bzw. Worten sehr glaubwürdig und treffend gezeichnet und leben besonders durch die Interaktion untereinander und natürlich die Interaktion mit dem verstorbenen Mattias.
Zum Teil fand ich das Buch regelrecht poetisch. In jedem Fall habe ich es gerne gelesen und ich hatte es sehr schnell ausgelesen. Dies mag auch daran gelegen haben, dass ich es nicht mehr wirklich aus der Hand legen konnte, als ich es einmal angefangen hatte.
Zusätzlich finde ich es sympathisch, dass man zwischen den Zeilen etwas typisch Niederländisches ausmachen kann, das kommt so nett und entspannt rüber.


Fazit:
Der Roman hat mir interessante Stunden beschert und mich zum Nachdenken angeregt. Auch im Nachgang hat er mich noch lange beschäftigt.

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Veröffentlicht am 25.02.2020

Hoffnungslos überschätzt

Sweet Sorrow
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In David Nicholls neuem Roman geht es um die erste Liebe zwischen dem recht unscheinbaren Charlie Lewis und Fran Fisher, die gemeinsam an einer Aufführung von Shakespeares Romeo & Julia mitwirken.
Während ...

In David Nicholls neuem Roman geht es um die erste Liebe zwischen dem recht unscheinbaren Charlie Lewis und Fran Fisher, die gemeinsam an einer Aufführung von Shakespeares Romeo & Julia mitwirken.
Während Charlie aus einer schwierigen familiären Situation kommt, da seine Eltern sich getrennt haben und er bei seinem depressiven Vater lebt, kommt Fran eher aus einer heilen Welt…


Meine Meinung:
Ich bin mit großen Erwartungen in den Roman eingestiegen und war auch erst ganz angetan von dem Setting.
Doch schon nach kurzer Zeit ging mir die ausschweifende und teilweise schwülstige Erzählweise extrem auf den Wecker.
Der Autor walzt jedes Thema bis ins kleinste Detail aus; dies betrifft sowohl uninteressante Details aus dem Leben von Charlie und auch von seinen Eltern als auch das Proben der Shakespeare-Texte.

Ich fand auch die Personen und ihre Entwicklung nicht wirklich nachvollziehbar angelegt.

Weil mich das Buch so gar nicht mitgerissen hat, habe ich erstmal eine Weile Pause gemacht, bevor ich die letzten 200 Seiten gelesen habe. Doch auch das hat meinen Eindruck nicht geändert – im Gegenteil. Ich fand die Darstellung weiterhin extrem langweilig und wenig anregend.


Fazit:
Dieser Roman war so langweilig wie kaum ein Buch, das ich in der letzten Zeit gelesen habe. Den Hype, der um dieses Buch gemacht wird, kann ich persönlich nicht nachvollziehen.

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