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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2019

Gut erzählte melancholische Geschichte über zwei sehr verschiedene Halbschwestern

Gelateria Paradiso
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Francesca und Susanne sind beide Anfang 50, als sie zufällig aufeinandertreffen. Die Flugbegleiterin Francesca braucht dringend Geld und möchte daher die alten noch eingelagerten Möbel aus dem Eiscafé ...

Francesca und Susanne sind beide Anfang 50, als sie zufällig aufeinandertreffen. Die Flugbegleiterin Francesca braucht dringend Geld und möchte daher die alten noch eingelagerten Möbel aus dem Eiscafé ihrer Eltern verkaufen und Susanne wittert als Tischlerin eine interessante Gelegenheit besondere Möbel aufzuarbeiten. Susanne, die bei kaltherzigen Adoptiveltern aufgewachsen ist, staunt nicht schlecht, als sie ein altes Foto von Francescas Vater findet und feststellt, dass sie selbst ihm wie aus dem Gesicht geschnitten ist…
Sind die beiden so unterschiedlichen Frauen tatsächlich Halbschwestern?
Wird es Susanne gelingen, ihre wirklichen Eltern zu finden…?


Meine Meinung:
Der Roman greift ein sehr interessantes und vielschichtiges Thema auf und hat mir gut gefallen, da ich Familien- und besonders Generationengeschichten sehr mag. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen erzählt, so dass man als Leser(in) ein rundes Bild bekommt. Auch dies fand ich sehr gelungen.
Dank der stimmig konzipierten Figuren kann man die Motive der handelnden Personen gut nachvollziehen, auch wenn mir nicht unbedingt alle Personen direkt von Anfang an sympathisch waren…
Die Geschichte an sich hat mich oft traurig gestimmt, denn sie ist teilweise sehr melancholisch und handelt von verpassten Chancen. (Man sollte sich nicht von einem vermeintlich bunten Cover täuschen lassen und meinen, es ginge um Dolce Vita o.ä.).

Besonders gelungen fand ich die Tatsache, dass viele Elemente der Geschichte auf wahren Begebenheiten beruhen. Daher haben mich die Schicksale der Protagonisten nochmal zusätzlich berührt.


Fazit:
Ich habe den neuen Roman von Stefanie Gerstenberger wieder sehr gerne gelesen, da er mich bewegt und berührt hat.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Große Erzählkunst, skurrile Roadtripgeschichte

Rückwärtswalzer
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Lorenz ist halbwegs arbeitsloser Schauspieler, in einem etwas fragwürdigen Beziehungsstatus mit seiner Freundin und lebt in Wien, wo auch seine zahlreichen Tanten und sein Onkel leben. Als der Onkel Willi ...

Lorenz ist halbwegs arbeitsloser Schauspieler, in einem etwas fragwürdigen Beziehungsstatus mit seiner Freundin und lebt in Wien, wo auch seine zahlreichen Tanten und sein Onkel leben. Als der Onkel Willi stirbt, brechen Lorenz und die Tanten zu einem abenteuerlichen Roadtrip Richtung Montenegro auf, wo der Onkel immer begraben werden wollte.


Meine Meinung:
Vea Kaiser versteht sich wirklich wie kaum eine andere Autorin aufs Erzählen und Fabulieren. Am Anfang war ich einigermaßen verwirrt aufgrund der skurrilen Ausgangssituation und mir war überhaupt nicht klar, worauf das Buch hinauswill.
Doch im Laufe der Geschichte und durch die abwechselnden (langen) Kapitel, die aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen zeitlichen Zusammenhängen erzählt werden, ergibt sich im Laufe des Buches ein relativ rundes Bild.
So skurril die Personen auch sind und auch ihre Lebensgeschichte, so liebevoll werden sie von der Autorin gesehen und dargestellt. Sie schreibt mit solcher Wärme über ihre Figuren, dass man sie mit ihren Ecken und Kanten liebgewinnen kann.

Beinahe am besten haben mir die Abschnitte, die in der Vergangenheit spielen und von der Kindheit und Jugend der Tanten und Onkel erzählen. Aber auch der Roadtrip in der Gegenwart legt im Laufe des Romans deutlich an Fahrt zu und wird zum Ende hin wahnsinnig unterhaltsam (wenn auch makaber). Ich musste doch an einigen Stellen schmunzeln oder sogar laut loslachen.

Für mich war es mein erstes Buch von Vea Kaiser, aber ich kann die Einschätzung bezüglich der Erzähl- und Fabulierkunst, sie im Klappentext und in verschiedenen Rezensionen herauskommt, gut nachvollziehen.


Fazit:
Für mich war „Rückwärtswalzer“ ein sehr gut erzählter Roman, in den ich im Laufe der Handlung immer besser reingekommen bin bis hin zu dem sehr stimmigen Ende. Insgesamt eine runde Sache, wenn man skurrile Geschichten mag.

Veröffentlicht am 27.04.2019

Spannender Thriller, bei dem einem der Atem wegbleibt

Lazarus
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Joona Linna kann es nicht glauben: Der Massenmörder Jurek Walter, den seine Kollegin Saga vor Jahren erschossen hat, ist zurückgekehrt und hinter ihm und seiner Familie her. Darüber hinaus scheint er einen ...

Joona Linna kann es nicht glauben: Der Massenmörder Jurek Walter, den seine Kollegin Saga vor Jahren erschossen hat, ist zurückgekehrt und hinter ihm und seiner Familie her. Darüber hinaus scheint er einen neuen Komplizen zu haben und die ersten Leichen pflastern dessen Weg…
Ist es wirklich Jurek Walter, der wieder da ist? Auf wen hat er es abgesehen? Wie kann Joona seine Familie schützen?

Meine Meinung:
Ich habe schon länger nichts mehr von dem Autorenehepaar Lars Kepler gelesen und war dennoch sofort gefangen von dem spannenden Thriller. Zwischendurch habe ich fast das Atmen vergessen, weil sich die Handlung überschlägt. Es gibt durchaus viele grausame Szenen, so dass der Roman nichts für Leser mit schwachen Nerven ist!
Besonders durch die kurzen Kapitel und die ständig wechselnden Perspektiven lässt sich der dicke Wälzer (über 600 Seiten) extrem schnell und flüssig lesen. Man bekommt ein sehr rundes Bild, weil man den Geschehnissen aus verschiedenen Blickwinkeln folgen kann, und möchte auch immer schnell wissen, wie es an anderen Stellen der Handlung weitergeht.
Die Geschichte ist an sich sehr gut konstruiert und in sich stimmig und bleibt durchgehend sehr bedrohlich. Es gibt viele Details, die zum Nachdenken anregen und sehr elegant in die Erzählung eingestreut werden.

Fazit:
Insgesamt ist „Lazarus“ ein sehr gelungener Thriller und auch wenn ich dieses Genre eher selten lese, hat mir dieser spannende Roman sehr gefallen.

Veröffentlicht am 27.04.2019

Wunderbares Inselflair mit einer sympathischen Protagonistin

Die Bücherinsel
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Sandra hat ein großes Geheimnis, das sie über viele Jahre gut gehütet hat, denn sie kann nicht lesen und schreiben und ist inzwischen sehr geübt darin, sie mit vielen Ausreden durchs Leben zu schummeln. ...

Sandra hat ein großes Geheimnis, das sie über viele Jahre gut gehütet hat, denn sie kann nicht lesen und schreiben und ist inzwischen sehr geübt darin, sie mit vielen Ausreden durchs Leben zu schummeln. Doch dann gerät sie durch Zufall in den Lesekreis der Insel, bei dem auch der attraktive Inselschullehrer Björn mitmacht, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Wird sie auch hier weiter mit ihren Lügen durchkommen und hat diese Sympathie überhaupt Zukunft…?

Meine Meinung:
Wie auch im Roman „Die kleine Inselbuchhandlung“ war ich aufgrund der sehr angenehmen und flüssigen Schreibweise von Janne Mommsen sofort mitten in der Handlung. Man muss „Die kleine Inselbuchhandlung“ nicht vorher gelesen haben, aber für mich gab es dadurch ein sehr schönes Wiedersehen mit liebgewonnen Personen aus diesem Roman.
Darüber hinaus wird die Protagonistin Sandra sehr sympathisch beschrieben, wobei sie sich leider allerdings selbst sehr oft im Weg steht und man sie als Leserin manches Mal ein bisschen zu ihrem Glück „schubsen“ möchte. Doch im Laufe des Romans zeigt sie eine beachtliche Entwicklung, die mir sehr gut gefallen hat.
Auch das wunderbare und besondere Flair der Nordseeinsel kommt total gut rüber. Ich konnte das Salz des Meeres riechen und den Wind im Gesicht spüren, als ich den Roman gelesen habe, zudem konnte ich mir sehr gut vorstellen, wie der heiße Sommer 2018 an der Nordsee war. Die herrliche Landschaft, der Strand, die Nordsee – die „Farben der Insel“ – werden auch durch das Thema des Lesekreises literarisch sehr gut verarbeitet und dargestellt. Ich habe mich daher zum einen richtig in Urlaubsstimmung versetzt gefühlt, zum anderen war es aber auch eine tiefergehende literarische Befriedigung, die mich ausgefüllt hat.

Fazit:
Auch der neue Roman von Janne Mommsen ist wieder ein sehr schönes Wohlfühlbuch nicht nur für Nordsee- und Bücher-/Literaturfans. Wie ein kleiner Urlaub!

Veröffentlicht am 16.04.2019

Was für ein schöner unterhaltsamer Roman

Strandkörbchen und Wellenfunkeln
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Luisa hat nach einem erfolgreichen Studium gerade als Tierärztin in ihrem Heimatort Lichterhaven an der Nordsee angefangen. Über acht Jahre hat sie versucht, ihre große Liebe Lars zu vergessen, der damals ...

Luisa hat nach einem erfolgreichen Studium gerade als Tierärztin in ihrem Heimatort Lichterhaven an der Nordsee angefangen. Über acht Jahre hat sie versucht, ihre große Liebe Lars zu vergessen, der damals einfach kommentarlos aus ihrem Leben verschwunden ist.
Doch plötzlich tritt er wieder in ihr Leben, denn auch er ist in den Ort Lichterhaven zurückgezogen, wo er eine Werft betreibt. Nachdem er an einer Raststätte ein misshandeltes Hundebaby gefunden hat, weiß er, dass er es am besten zu Luisa bringt.
Luisa ist in diesem Moment froh, dass sie sich um die kleine Golden Retriever-Welpin kümmern kann, denn Lars macht sie immer noch sehr nervös…


Meine Meinung:
Ich kannte bisher nur die historischen Romane von Petra Schier, die ich sehr mag. Dieser Roman war mein erster Unterhaltungsroman der Autorin mit einem kleinen flauschigen Freund in einer Hauptrolle.
Dank der flüssigen Erzählweise, die ich aus Petra Schiers anderen Romanen kenne, war ich sofort von der Handlung gefangen und habe mich beim Lesen sehr wohlgefühlt.

Luisa und Lars werden authentisch und nachvollziehbar beschrieben und waren mir gleich sympathisch. Ich habe es genossen Zeit mit ihnen zu verbringen, weil sie mit so einem liebevollen Blick dargestellt wurden.
Darüber hinaus fand ich es sehr gelungen, wie auch die kleine Golden Retriever-Welpin in die Handlung einbezogen wurde. Es war richtig süß, die „Gedanken“ der keinen Hündin Jolie zu lesen. Ich hatte mich vorher schon gefragt, wie das im Roman gelöst sein würde, und fand es wirklich sehr nett, ohne kitschig zu sein.

Insgesamt hatte der Roman für mich deutlich mehr Tiefgang, als es vielleicht der Titel oder das Cover vermuten lassen, was mir gut gefallen hat.
Gerade die Motive und die Entwicklung der handelnden Personen waren immer stimmig beschrieben, so dass ich insbesondere das Ende sehr rund und nachvollziehbar fand.

Darüber hinaus hat mir das Flair des Ortes an der Nordsee (am Wattenmeer) sehr gut gefallen, denn beim Lesen kam richtiggehend Urlaubsstimmung auf und ich konnte die Sonne auf der Nase spüren und das Meer riechen.


Fazit:
Der Roman von Petra Schier hat mich gut unterhalten und mir ein paar schöne erholsame Lese- und „Urlaubs“-Stunden geschenkt. Es war sicherlich nicht der letzte Roman dieser Art von Petra Schier, den ich gelesen habe.