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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2018

Erwartungen erfüllt: Solider Krimi mit angenehmer Atmosphäre

Mord nach Strich und Faden
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Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Die Ausgangssituation wird gut dargestellt, sodass mir die Orientierung (wo stehen wir und wo geht es hin?) sehr leicht fiel. Kate Shackleton tritt ...

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Die Ausgangssituation wird gut dargestellt, sodass mir die Orientierung (wo stehen wir und wo geht es hin?) sehr leicht fiel. Kate Shackleton tritt als starke Protagonistin auf, die mit ihrer Vergangenheit (die Zeit beim VAD und dem im Krieg verschollenen Ehemann) gleich auch an Tiefe gewinnt.

Kate hat es sich zur Aufgabe gemacht, verschwundene Personen aufzuspüren. Ihre Motivation ist klar nachvollziehbar: sie hat die Hoffnung nie aufgegeben ihren Mann Gerald wiederzufinden. So kommt es, dass sich die ehemalige VAD-Kollegin Tabitha Braithwaite bei Kate meldet, deren Vater vor 6 Jahren verschwand. Tabithas Hochzeit steht kurz bevor und sie hat den Wunsch, dass ihr Vater sie zum Altar führt. Kate begibt sich also nach Bridgestead und stellt Nachforschungen an.

Die Geschichte strotzt nicht gerade vor Spannung, doch langweilig empfand ich sie auch nicht unbedingt. Es war unterhaltsam und interessant, Kate bei ihren Ermittlungen zu begleiten und mit ihr die einzelnen Puzzleteile aufzudecken. Ich war ständig am Miträtseln, habe mir fleißig Notizen gemacht und hatte schon bald einige Vermutungen.

Kates Ermittlungen führen in alle Richtungen und es sind viele Personen involviert, die am Ende gar nichts mit dem Fall zu tun hatten. Einerseits hat mich die Anzahl der Charaktere manchmal etwas überfordert, andererseits finde ich es auch sehr authentisch, dass bei Ermittlungen eben nicht nur die Hauptverdächtigen auftauchen, sondern auch diverse Nebenfiguren.

Trotzdem hätte man hier und da ein paar Grenzen ziehen können. Die Geburtstagsparty von Kates Tante hat zum Beispiel nicht zum Verlauf der Geschichte beigetragen, genauso wie die Begegnung mit Sir Arthur Conan Doyle. Das alles hat mich als Leser nur von dem Fall entfernt und verwirrt.

Extrem schade fand ich, dass der Charakter Sykes so gar nicht zum Tragen kam! Kate stellt ihn am Anfang als Partner ein, doch danach tritt er kaum noch in Erscheinung. Hier und da liefert er ein paar Informationen und bespricht sich mit Kate, doch er gewinnt einfach keinen Boden. Ich hoffe, dass seine Figur in den folgenden Teilen der Reihe noch ausgebaut wird!

Kommen wir zum Ende: die Auflösung des Falls hat mich nicht so sehr überrascht. Durch meine vielen Notizen habe ich erste Hinweise darauf schon ganz am Anfang registriert. Die Details haben sich natürlich erst im Verlauf der Geschichte herausgestellt, aber meine Vermutungen waren nicht weit entfernt. Das sehe ich aber nicht unbedingt als Minuspunkt – der Ausgang hat für mein Empfinden ganz gut gepasst.

Einzig den Showdown fand ich etwas schlecht inszeniert. Das Zusammentreffen mit der „Person“ wirkte gestellt und das plötzliche Auftauchen der „anderen“ erinnerte ein wenig an Deus-Ex-Machina. (Verzeiht mir die schwammige Formulierung, aber ich will nicht spoilern.)

Alles in allem muss ich aber sagen, dass ich mit diesem Buch genau das bekommen habe, was ich erwartet hatte: Es ist ein netter Krimi für Zwischendurch mit einer angenehmen Landhaus-Atmosphäre und solider Handlung. Das Buch hat sicher seine Schwachstellen, doch es kann durchaus unterhalten.

Veröffentlicht am 08.01.2018

Originell und kunstfertig

Das Spielhaus
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Schon die Leseprobe hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir. Der Schreibstil auf den ersten Seiten ist wahre Kunst und hat mich sofort gebannt.

-> "Fort ist sie, sie ist fortgegangen.
Die ...

Schon die Leseprobe hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir. Der Schreibstil auf den ersten Seiten ist wahre Kunst und hat mich sofort gebannt.

-> "Fort ist sie, sie ist fortgegangen.
Die Münze dreht sich im Fluge, dreht sich um und um, und sie, die ich liebte, ist fort."


Doch der Reihe nach:
Das Buch beinhaltet drei Novellen. Jede Geschichte spielt in einer anderen Zeit und die Autorin hat es wunderbar geschafft, die verschiedenen Epochen durch ihren Schreibstil zu differenzieren.

In „Die Intrige von Venedig“ tauchen wir ein in das Venedig des 17. Jahrhunderts und begleiten Thene auf ihrem Weg in die Oberen Gemächer des Spielhauses. Das Spielhaus ist ein Ort, an dem man nicht nur um banale Dinge wie Geld spielt, sondern auch um die wirklich wichtigen Dinge: Lebenszeit, Erinnerungen, Empfindungen.

Den Schreibstil der ersten Novelle fand ich einfach nur grandios. Er ist verschnörkelt, ließ sich aber trotzdem sehr flüssig lesen (nach meinem Empfinden). Es dauerte nicht lange, bis ich in der Geschichte drin war und an Thenes Seite am Spieltisch saß und mit ihr gemeinsam zur Herrin des Spielhauses ging.

Das Besondere: Der Leser wird direkt mit einbezogen. Ein Erzähler nimmt uns mit, spricht uns direkt an und führt uns durch die Geschichte.

-> „Kommt. Wir wollen hineingehen und zuschauen, gemeinsam, ihr und ich.“


Ich fand die Art wie die Geschichte vermittelt wurde fast schon interessanter als die Geschichte selbst. Wobei auch die Storyline sehr originell und spannend ist.

Die zweite Novelle „Die Treibjagd von Siam“ konnte mich nicht so sehr fesseln. Der Schreibstil ist immer noch sehr kunstfertig, aber mehr dem modernen Rahmen angepasst. Es handelt von Remy Burke, der sich auf ein Fangen-Spiel auf Leben und Tod eingelassen hat.

Die endlose Jagd durch Siam empfand ich als eher ermüdend. Erst am Ende wird es wieder spannend, als sich das Blatt wendet.

„Das Duell der Spielmeisterin“ gefiel mir dann wieder deutlich besser. Der Schreibstil ist nochmal etwas moderner gestaltet, da diese Handlung nun in der Gegenwart stattfindet. Außerdem werden wir jetzt mit einem Ich-Erzähler konfrontiert.

Silver ist unser Protagonist und er spielt das Große Spiel gegen die Spielmeisterin. Hier konnte ich am meisten mitfiebern, da Silver als Figur greifbarer wurde als die vorherigen Charaktere. In dieser dritten Novelle werden nun die Fäden aus den anderen beiden zusammengeführt, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun hatten.

Am Ende ergibt sich ein rundes Bild, es wird mit Symbolik gearbeitet und es wird fast schon philosophisch über das Wesen der Menschen geschrieben. Ein weiterer Grund, warum mir die dritte Novelle am besten gefallen hat, ist, dass Silver am ehesten aus emotionalen Gründen gehandelt hat. Er wollte nicht gewinnen, um Macht zu erlangen oder sich zu bereichern. Das machte ihn mir sehr sympathisch.

Fazit:
Für mich ist Claire North eine herausragende Schriftstellerin, die es weiß mit Worten umzugehen. Ihre Art diese Geschichten zu vermitteln hat mich wirklich beeindruckt und sowohl die Idee mit dem Spielhaus als auch ihren Schreibstil empfand ich als originell und sehr ansprechend. Es hat mir sehr gefallen in diese Welt einzutauchen!

Veröffentlicht am 22.07.2017

Spannend, authentisch und gut geschrieben - lesenswert!

Das Joshua-Profil
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Als ich anfing „Das Joshua-Profil“ zu lesen, kam mir gleich ein Zitat aus Stephen Kings Sachbuch „Das Leben und das Schreiben“ ins Gedächtnis:

"Die Leute lesen gerne über Berufe. Keiner weiß, warum, aber ...

Als ich anfing „Das Joshua-Profil“ zu lesen, kam mir gleich ein Zitat aus Stephen Kings Sachbuch „Das Leben und das Schreiben“ ins Gedächtnis:

"Die Leute lesen gerne über Berufe. Keiner weiß, warum, aber es stimmt. Wenn Sie Klempner sind und gerne Science-fiction lesen, überlegen Sie sich doch mal einen Roman über einen Klempner an Bord eines Raumschiffs oder auf einem fremden Planeten."

Er wollte damit verdeutlichen, dass kaum ein höheres Maß an Authentizität erreicht werden kann, als wenn der Autor persönliche Erfahrungen einfließen lässt. Sebastian Fitzek hat seiner Romanfigur Max Rhode den Beruf des Schriftstellers gegeben und man nimmt es ihm ab! Die Gedanken des Protagonisten, die Bezüge, die er immer zu seiner Schriftstellerei herstellt – all das wirkt authentisch und macht die Figur lebendig und greifbar.

Dank dieser Authentizität fiel es mir sehr leicht, mich in Max hineinzuversetzen und mit ihm zu sympathisieren. Dementsprechend habe ich bei den unglaublichen Geschehnissen, die ihm zustoßen, sehr mitgefiebert und gehofft, dass alles gut ausgeht.

Ich empfand das Buch als unglaublich spannend und mitreißend, was nicht nur an der Thematik lag, sondern natürlich auch an Fitzeks tollem Schreibstil und dem gelungenen Plotaufbau. Die Story ist teilweise (vor allem am Anfang) verwirrend, aber auf eine angenehme Art, weil man lange Zeit einfach im Dunkeln tappt, genau wie Max. Ich habe immer wieder versucht, die Puzzlestücke, die nach und nach aufgedeckt wurden, richtig zusammenzusetzen – und bin gescheitert. Ich hatte viele Theorien, aber am Ende hat keine davon gestimmt. Herr Fitzek hat es mal wieder geschafft mich zu überraschen!

Mich fasziniert auch immer wieder, wie der Autor es schafft, wichtige und teilweise sensible Themen in seine Bücher mit einzuarbeiten. In diesem Fall z.B. die Pädophilie von Cosmo. Mit Sicherheit kein schönes Thema, aber ich bewundere es, wie respektvoll Fitzek es behandelt hat. Zudem noch die spannende Thematik des „gläsernen Menschen“ und der (staatlichen) Überwachung, die heutzutage viele beschäftigt – das Buch trifft damit den Nerv der Zeit und regt zum Nachdenken an.

„Das Joshua-Profil“ hat mich wirklich begeistert. Thriller sind eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre, aber Fitzeks Bücher fesseln mich immer wieder.
Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 22.07.2017

Sehr tiefgründig - mehr Drama als SciFi

Blumen für Algernon
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Obwohl "Blumen für Algernon" als Klassiker gilt, ist die Geschichte auch unter Leseratten eher unbekannt. Vielleicht werden auch viele von dem Label "Science Fiction" abgeschreckt, wobei das Buch nur wenige ...

Obwohl "Blumen für Algernon" als Klassiker gilt, ist die Geschichte auch unter Leseratten eher unbekannt. Vielleicht werden auch viele von dem Label "Science Fiction" abgeschreckt, wobei das Buch nur wenige SciFi-Elemente aufweist und eher psychologische und soziale Aspekte beinhaltet.

Der geistig zurückgebliebene Charlie wird einer Operation unterzogen, die ihn intelligenter machen soll. Doch obwohl seine Intelligenz nach der OP rasant zunimmt, bleibt er emotional noch auf einem kindlichen und naiven Niveau. Das führt zu einigen emotionalen und psychischen Problemen, denen sich Charlie im Laufe der Geschichte stellen muss.

Dachte er früher er hätte Freunde, bemerkt er nun, dass sich die Leute nur über ihn lustig gemacht haben. Alle Menschen, die er in seinem retardierten Zustand als "Geistesriesen" wahrgenommen hat, überflügelt er schon bald mit seinem Intellekt. Bald findet er niemanden mehr, der seinem erhöhten Niveau entspricht und der sich noch mit ihm messen kann. War er früher ein Außenseiter weil er zurückgeblieben war, ist er nun aufgrund seines Intellekts ein Außenseiter.

Auch die Erinnerungen aus seiner Kindheit machen ihm zu schaffen. Er erinnert sich, wie er von seinen Eltern verstoßen und von Gleichaltrigen gehänselt wurde. Er wollte immer nur intelligent werden, damit seine Mutter stolz auf ihn ist und um neue Freunde zu finden.

Doch seine neu gewonnene Intelligenz macht ihn zynisch, launisch und verbittert. Die wenigen Freundschaften, die er sich aufgebaut hat, gehen in die Brüche. Nur die Maus Algernon, die der gleichen Operation unterzogen wurde wie er, betrachtet er noch als Freund.

Als Algernon aber eines Tages anfängt sich merkwürdig zu verhalten, erkennt Charlie, dass auch ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Das angewandte Verfahren ist nicht von Dauer, der geistige Verfall wird ihn wieder zu einem Retardierten machen.

Um wenigestens etwas Gutes aus der Situation zu ziehen, setzt Charlie alles daran, den Fehler in der Formel zu finden, damit vielleicht in ferner Zukunft ein weiterer Versuch unternommen werden kann, retardierte Menschen intelligenter zu machen.

Es ist sehr interessant Charlies bewegende Geschichte zu lesen. Die ersten ca. 40 Seiten sind schwere Kost - nicht weil der Inhalt besonders anspruchsvoll ist, sondern weil das Buch aus Forschungsberichten besteht, die Charlie selbst verfasst. In seinem retardierten Zustand ist er kaum fähig zu schreiben, somit gibt es massenhaft Rechtschreibfehler zu Beginn des Buches. Trotzdem finde ich es großartig, dass es so umgesetzt wurde. Man kann sich viel besser in Charlie hineinversetzen und nimmt auch an der Veränderung teil, einzig dadurch, dass sich die Rechtschreibung und Ausdrucksweise ständig bessert.

Charlies psychische Verfassung wird dem Leser sehr gut verständlich gemacht. Durch die selbstgeschriebenen Forschungsberichte bekommt man einen tiefen Einblick in Charlies Gefühlswelt und ich konnte sein Verhalten und seine Situation gut nachvollziehen.

Ich würde das Buch nicht in die Kategorie "Science Fiction" sondern eher "Drama" einordnen. Denn es geht hier überwiegend um Charlies Innenleben, die sozialen und psychischen Auswirkungen der Operation und auch um die Frage "Was ist besser?". Wäre Charlie glücklicher gewesen in seinem retardierten Zustand zu bleiben, anstatt intelligent zu werden und zu bemerken, dass er keine Freunde und Gleichgesinnte hat?

Mich lässt das Buch sehr nachdenklich zurück und ich kann es wirklich weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 22.07.2017

Süße und nerdige Liebesgeschichte

Ana und Zak
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Ich würde diesem Buch so gerne die volle Punktzahl geben. Die Thematik hat mir gefallen, das Setting ist toll, die Charaktere sind liebenswert und es gibt jede Menge nerdige Anspielungen. Wäre das Ende ...

Ich würde diesem Buch so gerne die volle Punktzahl geben. Die Thematik hat mir gefallen, das Setting ist toll, die Charaktere sind liebenswert und es gibt jede Menge nerdige Anspielungen. Wäre das Ende nicht so schwach ausgefallen, hätte ich nichts zu bemängeln...

Zu Beginn des Buches werden uns die beiden Protagonisten vorgestellt. Sie erzählen jeweils abwechselnd aus der Ich-Perspektive, was einen guten Einblick in ihr Leben und ihre Gefühle gibt.

Ana ist geordnet, strukturiert, eine Streberin. Doch das ist nicht selbst gewählt. Ihre Eltern erwarten nicht weniger als Perfektion von Ana und ihrem Bruder Clayton und stellen harte Regeln auf. Das gibt Ana nicht gerade viel Raum sich zu entfalten und ihren eigenen Interessen nachzugehen. Obwohl sie das Spiel ihrer Eltern mitspielt, zeigt sich bereits zu Beginn ihr Widerstand:

"Wie Roboter gehen wir an unsere Plätze. Manchmal gebe ich mich wilden Gedankenspielen hin, wie es wohl wäre, mit Clayton die Stühle zu tauschen, um alles ein bisschen durcheinanderzubringen." (S. 28)

Zak hingegen nimmt die Schule nicht allzu ernst. Er tut nur das Nötigste und beschäftigt sich ansonsten lieber mit seinem Nerd-Kram. Wäre da nicht sein nerviger Stiefvater Roger, der sich ihm aufdrängt, könnte sein Leben kaum besser sein. Doch seine Faulheit und Nachlässigkeit hat Folgen: seine Lehrerin verdonnert ihn dazu an einem Quiz-Bowl-Tunier teilzunehmen, um seine Note zu retten - und das ausgerechnet am Tag der wichtigsten Convention!

Auch Anas kleiner Bruder Clayton nimmt an dem Tunier teil. Doch neugierig geworden durch Zaks Erzählungen über die Convention, haut er einfach aus dem Hotel ab, um sich die Sache mal genauer anzuschauen. Ana und Zak begeben sich auf die Suche nach ihm, um schlimmeres zu verhindern.

"Mein eigener Bruder bringt uns in größere Schwierigkeiten, als wir jemals hatten, und der Einzige, der das verhindern kann, ist ein Typ, der an Hobbits glaubt." (S. 171)

Soviel zur Grundstory und den Charakteren. Nun kommen wir zum Wesentlichen.

Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, die Story schreitet rasch voran und es kommt keine Langeweile auf, deswegen konnte ich das Buch auch kaum aus der Hand legen.

Die Beschreibungen der Convention sind klasse. Ich konnte mir richtig vorstellen wie es dort abgeht und auch wenn ich einiges etwas übertrieben fand, war es doch insgesamt sehr unterhaltsam und lustig.

Die Suche nach Clayton gestaltet sich in dem Chaos der Convention natürlich sehr schwierig. Wo soll man da anfangen? Da wundert es mich nicht, dass die Suche ziemlich unkoordiniert und vielleicht nicht immer sinnvoll verläuft. Trotzdem ist der Fokus, der ja eigentlich auf der Suche lag, hin und wieder etwas zu sehr in den Hintergrund gerückt.

Den Mittelteil des Buchs fand ich aber generell sehr gut. Ana und Zak suchen Clayton und finden sich selbst. Die beiden kommen sich näher und erfahren dabei die Wünsche, Probleme und Vergangenheiten des jeweils anderen. Zusammen mit dem abenteuerlichen Setting der Convention ergibt das eine interessante Kombination.

Das Ende konnte mich dann aber nicht so wirklich begeistern und ist eigentlich auch mein einziger (großer) Kritikpunkt an dem Buch. Darauf kann ich ohne klitzekleine Spoiler leider nicht näher eingehen, deshalb:

SPOILER-WARNUNG
1. der große "Showdown", der wohl extra Spannung erzeugen sollte, aber meiner Meinung nach gar nicht nötig gewesen wäre, denn das Buch war auch ohne diesen "Showdown" unterhaltsam genug.
2. die Sache mit den Eltern... Nachdem Ana die ganze Zeit Angst vor den Konsequenzen und der Reaktion ihrer Eltern hatte, läuft das Ende einfach viel zu glatt und unkompliziert.

Das fand ich wirklich schade, denn das Buch ist ansonsten überraschend tiefgründig und hätte auch ein "komplizierteres" Ende gut vertragen können. Aber dass plötzlich einfach alle Probleme aus der Welt sind und sich alle lieb haben, hat für mich kein stimmiges Bild abgegeben, nach alldem was man vorher erfahren hat.
SPOILER ENDE

Für die jugendliche Zielgruppe, für die es gedacht ist, kann ich das Buch trotz des schwachen Endes auf jeden Fall weiterempfehlen. Aber auch Nicht-Jugendliche können an dieser rasanten, lustigen und zuckersüßen Liebesgeschichte Gefallen finden.

"Es ist so schön, wenn Leute eine gemischte Ehe zustande bringen", flüstere ich.
"Ist einer von den beiden Jude?"
"Nein, aber John ist Star-Trek-Fan, und Mark mag Star Wars..."
(S. 183)

Positiv hervorheben will ich auch noch das Cover. Viele werden das Buch gerade deswegen gar nicht erst in die Hand nehmen, weil es auf den ersten Blick wenig ansprechend ist, aber ich finde es einfach mehr als passend für die Story.