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Veröffentlicht am 22.07.2017

Spannend, authentisch und gut geschrieben - lesenswert!

Das Joshua-Profil
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Als ich anfing „Das Joshua-Profil“ zu lesen, kam mir gleich ein Zitat aus Stephen Kings Sachbuch „Das Leben und das Schreiben“ ins Gedächtnis:

"Die Leute lesen gerne über Berufe. Keiner weiß, warum, aber ...

Als ich anfing „Das Joshua-Profil“ zu lesen, kam mir gleich ein Zitat aus Stephen Kings Sachbuch „Das Leben und das Schreiben“ ins Gedächtnis:

"Die Leute lesen gerne über Berufe. Keiner weiß, warum, aber es stimmt. Wenn Sie Klempner sind und gerne Science-fiction lesen, überlegen Sie sich doch mal einen Roman über einen Klempner an Bord eines Raumschiffs oder auf einem fremden Planeten."

Er wollte damit verdeutlichen, dass kaum ein höheres Maß an Authentizität erreicht werden kann, als wenn der Autor persönliche Erfahrungen einfließen lässt. Sebastian Fitzek hat seiner Romanfigur Max Rhode den Beruf des Schriftstellers gegeben und man nimmt es ihm ab! Die Gedanken des Protagonisten, die Bezüge, die er immer zu seiner Schriftstellerei herstellt – all das wirkt authentisch und macht die Figur lebendig und greifbar.

Dank dieser Authentizität fiel es mir sehr leicht, mich in Max hineinzuversetzen und mit ihm zu sympathisieren. Dementsprechend habe ich bei den unglaublichen Geschehnissen, die ihm zustoßen, sehr mitgefiebert und gehofft, dass alles gut ausgeht.

Ich empfand das Buch als unglaublich spannend und mitreißend, was nicht nur an der Thematik lag, sondern natürlich auch an Fitzeks tollem Schreibstil und dem gelungenen Plotaufbau. Die Story ist teilweise (vor allem am Anfang) verwirrend, aber auf eine angenehme Art, weil man lange Zeit einfach im Dunkeln tappt, genau wie Max. Ich habe immer wieder versucht, die Puzzlestücke, die nach und nach aufgedeckt wurden, richtig zusammenzusetzen – und bin gescheitert. Ich hatte viele Theorien, aber am Ende hat keine davon gestimmt. Herr Fitzek hat es mal wieder geschafft mich zu überraschen!

Mich fasziniert auch immer wieder, wie der Autor es schafft, wichtige und teilweise sensible Themen in seine Bücher mit einzuarbeiten. In diesem Fall z.B. die Pädophilie von Cosmo. Mit Sicherheit kein schönes Thema, aber ich bewundere es, wie respektvoll Fitzek es behandelt hat. Zudem noch die spannende Thematik des „gläsernen Menschen“ und der (staatlichen) Überwachung, die heutzutage viele beschäftigt – das Buch trifft damit den Nerv der Zeit und regt zum Nachdenken an.

„Das Joshua-Profil“ hat mich wirklich begeistert. Thriller sind eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre, aber Fitzeks Bücher fesseln mich immer wieder.
Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 22.07.2017

Sehr tiefgründig - mehr Drama als SciFi

Blumen für Algernon
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Obwohl "Blumen für Algernon" als Klassiker gilt, ist die Geschichte auch unter Leseratten eher unbekannt. Vielleicht werden auch viele von dem Label "Science Fiction" abgeschreckt, wobei das Buch nur wenige ...

Obwohl "Blumen für Algernon" als Klassiker gilt, ist die Geschichte auch unter Leseratten eher unbekannt. Vielleicht werden auch viele von dem Label "Science Fiction" abgeschreckt, wobei das Buch nur wenige SciFi-Elemente aufweist und eher psychologische und soziale Aspekte beinhaltet.

Der geistig zurückgebliebene Charlie wird einer Operation unterzogen, die ihn intelligenter machen soll. Doch obwohl seine Intelligenz nach der OP rasant zunimmt, bleibt er emotional noch auf einem kindlichen und naiven Niveau. Das führt zu einigen emotionalen und psychischen Problemen, denen sich Charlie im Laufe der Geschichte stellen muss.

Dachte er früher er hätte Freunde, bemerkt er nun, dass sich die Leute nur über ihn lustig gemacht haben. Alle Menschen, die er in seinem retardierten Zustand als "Geistesriesen" wahrgenommen hat, überflügelt er schon bald mit seinem Intellekt. Bald findet er niemanden mehr, der seinem erhöhten Niveau entspricht und der sich noch mit ihm messen kann. War er früher ein Außenseiter weil er zurückgeblieben war, ist er nun aufgrund seines Intellekts ein Außenseiter.

Auch die Erinnerungen aus seiner Kindheit machen ihm zu schaffen. Er erinnert sich, wie er von seinen Eltern verstoßen und von Gleichaltrigen gehänselt wurde. Er wollte immer nur intelligent werden, damit seine Mutter stolz auf ihn ist und um neue Freunde zu finden.

Doch seine neu gewonnene Intelligenz macht ihn zynisch, launisch und verbittert. Die wenigen Freundschaften, die er sich aufgebaut hat, gehen in die Brüche. Nur die Maus Algernon, die der gleichen Operation unterzogen wurde wie er, betrachtet er noch als Freund.

Als Algernon aber eines Tages anfängt sich merkwürdig zu verhalten, erkennt Charlie, dass auch ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Das angewandte Verfahren ist nicht von Dauer, der geistige Verfall wird ihn wieder zu einem Retardierten machen.

Um wenigestens etwas Gutes aus der Situation zu ziehen, setzt Charlie alles daran, den Fehler in der Formel zu finden, damit vielleicht in ferner Zukunft ein weiterer Versuch unternommen werden kann, retardierte Menschen intelligenter zu machen.

Es ist sehr interessant Charlies bewegende Geschichte zu lesen. Die ersten ca. 40 Seiten sind schwere Kost - nicht weil der Inhalt besonders anspruchsvoll ist, sondern weil das Buch aus Forschungsberichten besteht, die Charlie selbst verfasst. In seinem retardierten Zustand ist er kaum fähig zu schreiben, somit gibt es massenhaft Rechtschreibfehler zu Beginn des Buches. Trotzdem finde ich es großartig, dass es so umgesetzt wurde. Man kann sich viel besser in Charlie hineinversetzen und nimmt auch an der Veränderung teil, einzig dadurch, dass sich die Rechtschreibung und Ausdrucksweise ständig bessert.

Charlies psychische Verfassung wird dem Leser sehr gut verständlich gemacht. Durch die selbstgeschriebenen Forschungsberichte bekommt man einen tiefen Einblick in Charlies Gefühlswelt und ich konnte sein Verhalten und seine Situation gut nachvollziehen.

Ich würde das Buch nicht in die Kategorie "Science Fiction" sondern eher "Drama" einordnen. Denn es geht hier überwiegend um Charlies Innenleben, die sozialen und psychischen Auswirkungen der Operation und auch um die Frage "Was ist besser?". Wäre Charlie glücklicher gewesen in seinem retardierten Zustand zu bleiben, anstatt intelligent zu werden und zu bemerken, dass er keine Freunde und Gleichgesinnte hat?

Mich lässt das Buch sehr nachdenklich zurück und ich kann es wirklich weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 22.07.2017

Süße und nerdige Liebesgeschichte

Ana und Zak
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Ich würde diesem Buch so gerne die volle Punktzahl geben. Die Thematik hat mir gefallen, das Setting ist toll, die Charaktere sind liebenswert und es gibt jede Menge nerdige Anspielungen. Wäre das Ende ...

Ich würde diesem Buch so gerne die volle Punktzahl geben. Die Thematik hat mir gefallen, das Setting ist toll, die Charaktere sind liebenswert und es gibt jede Menge nerdige Anspielungen. Wäre das Ende nicht so schwach ausgefallen, hätte ich nichts zu bemängeln...

Zu Beginn des Buches werden uns die beiden Protagonisten vorgestellt. Sie erzählen jeweils abwechselnd aus der Ich-Perspektive, was einen guten Einblick in ihr Leben und ihre Gefühle gibt.

Ana ist geordnet, strukturiert, eine Streberin. Doch das ist nicht selbst gewählt. Ihre Eltern erwarten nicht weniger als Perfektion von Ana und ihrem Bruder Clayton und stellen harte Regeln auf. Das gibt Ana nicht gerade viel Raum sich zu entfalten und ihren eigenen Interessen nachzugehen. Obwohl sie das Spiel ihrer Eltern mitspielt, zeigt sich bereits zu Beginn ihr Widerstand:

"Wie Roboter gehen wir an unsere Plätze. Manchmal gebe ich mich wilden Gedankenspielen hin, wie es wohl wäre, mit Clayton die Stühle zu tauschen, um alles ein bisschen durcheinanderzubringen." (S. 28)

Zak hingegen nimmt die Schule nicht allzu ernst. Er tut nur das Nötigste und beschäftigt sich ansonsten lieber mit seinem Nerd-Kram. Wäre da nicht sein nerviger Stiefvater Roger, der sich ihm aufdrängt, könnte sein Leben kaum besser sein. Doch seine Faulheit und Nachlässigkeit hat Folgen: seine Lehrerin verdonnert ihn dazu an einem Quiz-Bowl-Tunier teilzunehmen, um seine Note zu retten - und das ausgerechnet am Tag der wichtigsten Convention!

Auch Anas kleiner Bruder Clayton nimmt an dem Tunier teil. Doch neugierig geworden durch Zaks Erzählungen über die Convention, haut er einfach aus dem Hotel ab, um sich die Sache mal genauer anzuschauen. Ana und Zak begeben sich auf die Suche nach ihm, um schlimmeres zu verhindern.

"Mein eigener Bruder bringt uns in größere Schwierigkeiten, als wir jemals hatten, und der Einzige, der das verhindern kann, ist ein Typ, der an Hobbits glaubt." (S. 171)

Soviel zur Grundstory und den Charakteren. Nun kommen wir zum Wesentlichen.

Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, die Story schreitet rasch voran und es kommt keine Langeweile auf, deswegen konnte ich das Buch auch kaum aus der Hand legen.

Die Beschreibungen der Convention sind klasse. Ich konnte mir richtig vorstellen wie es dort abgeht und auch wenn ich einiges etwas übertrieben fand, war es doch insgesamt sehr unterhaltsam und lustig.

Die Suche nach Clayton gestaltet sich in dem Chaos der Convention natürlich sehr schwierig. Wo soll man da anfangen? Da wundert es mich nicht, dass die Suche ziemlich unkoordiniert und vielleicht nicht immer sinnvoll verläuft. Trotzdem ist der Fokus, der ja eigentlich auf der Suche lag, hin und wieder etwas zu sehr in den Hintergrund gerückt.

Den Mittelteil des Buchs fand ich aber generell sehr gut. Ana und Zak suchen Clayton und finden sich selbst. Die beiden kommen sich näher und erfahren dabei die Wünsche, Probleme und Vergangenheiten des jeweils anderen. Zusammen mit dem abenteuerlichen Setting der Convention ergibt das eine interessante Kombination.

Das Ende konnte mich dann aber nicht so wirklich begeistern und ist eigentlich auch mein einziger (großer) Kritikpunkt an dem Buch. Darauf kann ich ohne klitzekleine Spoiler leider nicht näher eingehen, deshalb:

SPOILER-WARNUNG
1. der große "Showdown", der wohl extra Spannung erzeugen sollte, aber meiner Meinung nach gar nicht nötig gewesen wäre, denn das Buch war auch ohne diesen "Showdown" unterhaltsam genug.
2. die Sache mit den Eltern... Nachdem Ana die ganze Zeit Angst vor den Konsequenzen und der Reaktion ihrer Eltern hatte, läuft das Ende einfach viel zu glatt und unkompliziert.

Das fand ich wirklich schade, denn das Buch ist ansonsten überraschend tiefgründig und hätte auch ein "komplizierteres" Ende gut vertragen können. Aber dass plötzlich einfach alle Probleme aus der Welt sind und sich alle lieb haben, hat für mich kein stimmiges Bild abgegeben, nach alldem was man vorher erfahren hat.
SPOILER ENDE

Für die jugendliche Zielgruppe, für die es gedacht ist, kann ich das Buch trotz des schwachen Endes auf jeden Fall weiterempfehlen. Aber auch Nicht-Jugendliche können an dieser rasanten, lustigen und zuckersüßen Liebesgeschichte Gefallen finden.

"Es ist so schön, wenn Leute eine gemischte Ehe zustande bringen", flüstere ich.
"Ist einer von den beiden Jude?"
"Nein, aber John ist Star-Trek-Fan, und Mark mag Star Wars..."
(S. 183)

Positiv hervorheben will ich auch noch das Cover. Viele werden das Buch gerade deswegen gar nicht erst in die Hand nehmen, weil es auf den ersten Blick wenig ansprechend ist, aber ich finde es einfach mehr als passend für die Story.

Veröffentlicht am 22.07.2017

Leichte und kurzweilige Lektüre mit kleinen Makeln

BookLess. Wörter durchfluten die Zeit
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Ich schwanke gerade, ob ich dem Buch 3 oder 4 Sterne geben soll. Einerseits habe ich das Buch verschlungen, andererseits haben mich auch ein paar Dinge gestört. Ich versuche das mal zu erklären.

Den Prolog ...

Ich schwanke gerade, ob ich dem Buch 3 oder 4 Sterne geben soll. Einerseits habe ich das Buch verschlungen, andererseits haben mich auch ein paar Dinge gestört. Ich versuche das mal zu erklären.

Den Prolog empfand ich persönlich als unnötig, zumal die gleiche Szene am Ende des Buches noch einmal 1:1 übernommen wurde. Wahrscheinlich wurde es vorangestellt, um den Leser gleich „zu fesseln“ und Spannung aufzubauen. Bei mir hat das nicht so ganz geklappt. Der Prolog war zu lang und da ich noch keinen Bezug zur Geschichte und dem Charakter Lucy hatte, hat mich die Szene eher etwas verwirrt, statt gefesselt.

Als die Geschichte dann aber richtig losging, war ich tatsächlich positiv überrascht. Ich bin sehr schnell reingekommen. Die Story entwickelte gleich einen unheimlichen Sog, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit Lucys Gabe auf sich hat und welche Rolle Nathan in der ganzen Sache spielt.

Die Charaktere machen leider keine erkennbare Entwicklung durch. Lucy ist von Anfang an relativ unerschrocken und neugierig, aber wird auch von allen anderen bemuttert und lässt sich das gefallen. Nathan fühlt sich seiner Familie verpflichtet, hat aber auch seine Zweifel an deren Vorgehen. Daran ändert sich auch bis zum Ende nichts. Da es noch zwei Teile aus der Bookless-Reihe gibt, hoffe ich, dass sich die Charaktere dort noch etwas weiterentwickeln…

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Die Autorin benutzt selten Vergleiche oder Metaphern und die Dialoge sind auch oft etwas einfallslos und zu direkt, was ich etwas schade fand, aber dem Lesefluss schadet das zum Glück nicht.

Was mich jedoch gestört hat, war der auktoriale Erzählstil! Anfangs war mir nicht einmal bewusst, dass das Buch in diesem Stil geschrieben wurde, denn man sieht zuerst alles aus Lucys Perspektive. Zwischendurch dann mal ein paar Szenen aus Nathans Sicht, was ja auch okay ist. Als jedoch in einer aus Lucys Sicht erzählten Szene plötzlich Nathans Gedanken erwähnt wurden, war ich ziemlich verwirrt, dachte zuerst noch an ein Versehen. Doch zur Mitte des Buches wird der auktoriale Erzählstil immer deutlicher.

Es ist generell schwierig, den auktorialen Erzählstil gut umzusetzen, da der Leser schnell verwirrt ist und schlimmstenfalls den Bezug zu den Charakteren verliert. Marah Woolf hat es zwar nicht schlecht umgesetzt, aber mich hat dieses wilde Durcheinander der Perspektiven einfach ziemlich gestört.

Ich muss allerdings anmerken, dass das Buch von den unterschiedlichen Perspektiven auch profitiert. Es macht die Geschichte sehr kurzweilig und hält die Spannung aufrecht. Die Konflikte werden dadurch erst so richtig deutlich, weil man auch Nathans Zwiespalt erkennen kann.

Mir wäre es trotzdem lieber gewesen, wenn der personale Erzählstil gewählt worden wäre. Das schließt ja auch den Einsatz mehrerer Perspektiven nicht aus, nur ist es eben etwas geordneter und nicht so unübersichtlich innerhalb der jeweiligen Szenen…

Fazit:
Das Buch ist spannend und die Story schafft es zu fesseln und zu begeistern, trotz des verwirrenden Einsatzes des auktorialen Erzählstils. Ich achte bei Büchern mittlerweile recht kritisch auf die „technischen“ Dinge (Charakterentwicklung, Erzählstil usw.), aber hier haben wir den seltenen Fall, dass die genannte Kritik sich nicht merklich auf das Lesevergnügen ausgewirkt hat.

„Bookless“ hat mir ein paar schöne und spannende Lesestunden beschert, daher fallen meine Kritikpunkte letztendlich nicht mehr sooo sehr ins Gewicht, auch wenn ich mir einiges anders gewünscht hätte.

Ich vergebe 4 Sterne und freue mich auf den 2. Teil!

Veröffentlicht am 22.07.2017

Als Begleitbuch okay, ansonsten eher mittelprächtig

Die Blutschule
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Es fällt mir wirklich schwer, dieses Buch zu bewerten. Soll ich es als Begleitbuch zu „Joshua-Profil“ betrachten oder als eigenständigen Roman? Ändert meine Sichtweise etwas an der Qualität der Geschichte? ...

Es fällt mir wirklich schwer, dieses Buch zu bewerten. Soll ich es als Begleitbuch zu „Joshua-Profil“ betrachten oder als eigenständigen Roman? Ändert meine Sichtweise etwas an der Qualität der Geschichte? Das vielleicht nicht, aber es beeinflusst doch meine Bewertung.

Als Begleitbuch bzw. Bonus-Story finde ich „Die Blutschule“ okay. Es ist spannend aufgebaut und lässt sich flüssig lesen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Simon geschildert, der die Erlebnisse seiner Kindheit als eine Art Therapie aufschreibt. Es fängt alles ganz harmlos an, als die Familie nach Brandenburg in ein altes Haus zieht. Doch schon bald häufen sich die merkwürdigen Ereignisse.

Ich fand das Tempo, mit dem die Geschichte voranschreitet, sehr angenehm. Am Anfang nimmt sich der Autor Zeit, die einzelnen Personen einzubringen und die Ausgangssituation zu beschreiben. Kaum ist die Familie im neuen Zuhause angekommen, werden die ersten Spannungselemente eingebaut und das Tempo zieht langsam an. Als der Vater seine Söhne auf die Insel bringt, um sie zu „unterrichten“, entwickelt sich die Story zu einer Art Horror-Schocker mit Folter, Tod und jeder Menge Angst.

Soweit so gut. Betrachte ich das Buch nun als eigenständigen Roman, gibt es einige Dinge zu bemängeln. Zuerst dachte ich beim Lesen noch: „Wow, die Story könnte von Stephen King himself sein“. Leider fehlt dem Buch dazu jedoch die nötige Tiefe und Originalität. Es wirkt alles relativ oberflächlich und ist (wie ich so gerne sage) „nichts Halbes und nichts Ganzes“. Die Handlung rauscht so vorbei, ist zwar spannend aufgebaut, wirkt aber irgendwie unausgegoren. Einige Handlungselemente hätten etwas mehr Aufmerksamkeit verdient, wie z.B. die Hintergründe des Seelenspiegels oder Stotter-Peters Geschichte.

Ich kann irgendwie verstehen, dass sich Herr Fitzek für dieses Bonus/-Begleitbuch nicht so sehr ins Zeug gelegt hat, wie für seine „richtigen“ Bücher, trotzdem hatte ich mir etwas mehr erhofft. Als eigenständiges Werk kann es einfach nicht mit anderen Büchern dieses Genres mithalten. Trotzdem hat das Buch einen gewissen Unterhaltungswert und lässt sich wirklich gut lesen. Dafür gibt’s immerhin noch 3 Sterne.