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Horatia

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Veröffentlicht am 09.06.2024

Lesen lernen mit Klara & Pingo

Leserabe 1. Lesestufe Kurz und leicht - Kleines Pony, großer Traum
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Ein schönes und geeignetes Buch um in das Abenteuer - Lesen - einzusteigen.


Kurz werden die drei Akteure vorgestellt - Klara, das Pony Pingo und Basti der nicht an Pingos Fähigkeiten glaubt.

In vier ...

Ein schönes und geeignetes Buch um in das Abenteuer - Lesen - einzusteigen.


Kurz werden die drei Akteure vorgestellt - Klara, das Pony Pingo und Basti der nicht an Pingos Fähigkeiten glaubt.

In vier Kapiteln wird erzählt, wie Klara und Pingo darüber nachdenken, was aus ihnen werden könnte, welche Berufe sie einmal gerne erlernen würden. Dabei entsteht die Idee, Pingo könne doch ein Turnierpferd werden.

Klara glaubt fest daran, Basti hingegen macht sich nur lustig über das kleine dicke Pony Pingo...

Es wird vermittelt, daß sich alles schaffen läßt, wenn man es nur will.


Das Buch ist für wirkliche Leseanfänger gedacht. Kleine Leute, die gerade dabei sind, das Lesen zu erlernen in der ersten Klasse.

Dementsprechend kurz sind die Texte auf den Seiten gehalten, die dazu mit vielen Zeichnungen untermalt werden, die das Geschehene zusätzlich verdeutlichen.

Die Schrift ist groß und deutlich.


Besonders sind am Ende eines jeden Kapitels die kleinen Flächen des Leseraben, auf die ein Sticker (hinten im Buch hinterlegt) geklebt werden darf, wenn das Kapitel geschafft ist.

Das erhöht die Motivation, auch jedes Kapitel lesen zu wollen.

Zusätzlich befinden sich am Ende der Kapitel je einige kleine Rätsel, die die Kinder lösen sollen.


Einziges Manko - es ist ein wenig kurz, sprich, ob Pingo nun letztlich ein Turnierpferd wird oder nicht, wird der Phantasie der kleinen Leser überlassen.

Für absolute Leseanfänger wohl aber mit den 43 Seiten erst einmal genau die richtige Länge


Fazit

Ein liebevoll gestaltetes Buch für die allerersten Leseversuche kleiner Erstklässler mit motivationsunterstützenden Stickern für jedes geschaffte Kapitel.

Schöne und erklärende Zeichnungen runden die kurz und einfach gehaltenen Texte ab.

Gut zu empfehlen für kleine Erstleser, die dabei sind, das Abenteuer Lesen für sich zu entdecken.

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Veröffentlicht am 21.05.2024

Eindringliche Würdigung einer niederländischen Widerstandskämpferin

Wir waren nur Mädchen
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Ein sehr eindringlicher Roman über das Leben der - mir bisher wenig bekannten - Widerstandkämpferin Hannie Schaft aus den Niederlanden.

Kurz nach dem Einmarsch der Deutschen - 1940 in Amsterdam. Hannie ...

Ein sehr eindringlicher Roman über das Leben der - mir bisher wenig bekannten - Widerstandkämpferin Hannie Schaft aus den Niederlanden.

Kurz nach dem Einmarsch der Deutschen - 1940 in Amsterdam. Hannie studiert Jura an der Universität, lernt ihre zukünftigen besten Freundinnen Sonja und Philine kennen.
Bisher war sie ein doch relativ schüchternes, zurückhaltendes Mädchen, der es sehr wichtig war, immer zu lernen.

Als die Restriktionen immer stärker werden, den Juden immer mehr verboten wird, sie sich in der Öffentlichkeit nur noch mit dem gelben Stern sehen lassen dürfen, beginnt Hannie sich immer mehr um ihre beiden jüdischen Freundinnen zu sorgen und sich mit der Lage der Besetzung zu beschäftigen.
Kurzerhand beginnt sie damit, fremde Pässe zu stehlen. Diese gibt sie dann ihren Freundinnen, damit diese weniger gefährdet sind.
Hannie sieht immer deutlicher, wie sich die Lage entwickelt, sie beobachtet immer mehr und je schlimmer die Lage wird, desto stärker wächst der Wunsch in ihr, etwas dagegen zu tun.
Sie entschließt sich, sich dem Widerstand anzuschließen, nachdem sie ihre beiden Freundinnen aus dem belebten Amsterdam nach Haarlem bringt und ihnen dort sicheren Unterschlupf beschafft.

Dort läßt sie sich ausbilden, nimmt Schießtraining, lernt die beiden Widerstandskämpferinnen Truus und Freddie Oversteegen, sowie den Kämpfer Jan kennen.
Schon bald bekommt sie die Chance, sich zu bewähren....

Die Geschichte entwickelt sich anfangs langsam, das Kennenlernen der drei Freundinnen wird beschrieben, ihre Unternehmungen. Noch wirkt alles fast normal.
Aber je mehr Hannie sieht, wir schlimm die Naziherrschaft sich entwickelt, wie ihre Freundinnen bedroht werden, desto schneller wirkt der Übergang von dem "braven" normalen Mädchen zur mutigen Widerstandskämpferin, die sich auch nicht scheut, über Leichen zu gehen.

Die Geschichte wird in der Ich-Erzählweise, sozusagen aus Hannies Sicht beschrieben.
Sie beschreibt ihre Gedanken, Gefühle und auch ihre Taten - so bekommt der Leser das Gefühl, Hannie sehr gut kennenzulernen, ihre Beweggründe zu verstehen.
Besonders auf die Eindringlichkeit hat diese Erzählweise einen starken Effekt.

Da diese Geschichte auf der wahren Geschichte der Hannie Schaft sowie Truus und Freddie beruht, geht einem die Geschichte noch näher, vor allem, wenn man den Ausgang kennt.
Das Buch hat einen gewissen Sog, es ist hochinteressant, sehr spannend und vor allem bewegend - zum Ende hin wird es - rein emotional - schwerer, weiterzulesen, gerade, wenn man die Geschichte kennt.
Die Autorin hat aber ein wunderbares, sehr informatives Nachwort geschrieben.

Ein sehr empfehlenswertes Buch das sehr gut über den niederländischen Widerstand aufklärt und einer Heldin ein würdiges Denkmal setzt.



Fazit
Ein sehr gutes und würdigendes Buch über die niederländische Widerstandkämpferin Hannie Schaft und ihre Mitstreiterinnen Truus & Freddie Oversteegen, die in den Niederlanden sehr bekannt sind und dank Buzzy Jackson nun auch endlich hier eine größere Bekanntschaft erreichen sollten.
Durch die Ich-Erzählweise nimmt Hannie Schaft den Leser sozusagen intensiv mit in ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen.
Ich kann das Buch sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 23.04.2024

Entwicklung zweier Frauen durch Jahrhunderte getrennt

Das Echo der Gezeiten
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Die Geschichte zweier Frauen aus zwei verschiedenen Jahrunderten, die trotzdem gewisse Gemeinsamkeiten besitzen.

Den Kampf um das selbstbestimmt Leben in einer "Männerwelt".


1633 - Nes, mit ihrer Mutter ...


Die Geschichte zweier Frauen aus zwei verschiedenen Jahrunderten, die trotzdem gewisse Gemeinsamkeiten besitzen.

Den Kampf um das selbstbestimmt Leben in einer "Männerwelt".


1633 - Nes, mit ihrer Mutter Belanca auf die Insel Strand geflohen (das was das heutige Nordstrand und Pellworm noch als Überbleibsel dessen darstellen)

Dort finden sie in einem Beginenkonvent Unterschlupf und versuchen, ihr Leben zu meistern.

Es verschwinden auf der Insel immer wieder Kinder und die Inselbewohner machen die Beginen dafür verantwortlich...


1956 - Tilla lebt mit ihrer Familie in St.Peter Ording (Damals nur St.Peter) und träumt davon, Taucherin zu werden.

Eines Tages bekommt sie die Chance, das tauchen zu erlernen - allerdings, bis sie aber so richtig tauchen darf, dauert noch. Erst einmal möchte sie ihr Studium in der nahegelegenen Stadt Hamburg absolvieren.

Als eine der ganz wenigen Frauen belegt sie den Studiengang Archäologie, Vor und -Frühgeschichte.


Sie hat doch zu kämpfen in der damals noch von Männern dominierten Universität. Damit nicht genug, mangels Lehrkräften wurden sogar alte Nazis als Dozenten eingestellt, die noch ein extrem antiquiertes Frauenbild hatten...


Die Geschichte wird immer abwechselnd beschrieben - ein Kapitel Nes, das nächste Tilla...

Und so verschieden beiden Schicksale sich anfangs darstellen, je weiter das Buch voranschreitet, desto näher kommen sich die beiden indirekt.


Beide lernen, daß eine Gemeinschaft von Frauen etwas wunderbares und stärkendes sein kann. Es wird sozusagen wider des Vorurteils, daß Frauen angeblich nicht miteinander können, gezeigt, daß es eben lediglich ein Vorurteil ist und nicht den Tatsachen entsprich.



So interessant das Buch ist, ein wenig andere Erwartungen hatte ich doch.

Die beiden Schicksale werden interessant dargestellt, besonders die Tauchgänge und das entdecken eines alten Wracks fand ich spannend.


Ich persönlich hatte mir allerdings mehr Geschichte über die alte Insel Strand und die Legende der Stadt Rungholt erwartet.

Die Flut, die die Insel Strand zum heutigen Nordstrand und Pelworm "degradiert" hat, wird zwar erwähnt, aber eben nur eher nebenbei im Strang der Geschichte um Nes.

Da mich genau diese Geschichte der Insel so fasziniert - als bekennende Nordstrandurlauberin - hat es mich erwartungsgemäß ein wenig enttäuscht, daß es lediglich als Randnote erscheint.



Ansonsten gefällt mir das Buch, die Geschichten der Entwicklung der beiden Hauptprotagonistinnen ist gut dargestellt und hier ist es auch sehr passend, jeweils abwechselnd zu erzählen, wie die beiden Frauen sich langsam entwickeln und selbständiger werden.


Besonders hat mir auch die Beschreibung der Uni Hamburg gefallen, die ich selber so gut kenne und daher diese Kapitel besonders genossen habe.


Der Schreibstil ist gut und flüssig.

Vorne und hinten im Buchumschlag sind jeweils graphische Darstellungen der Küste mit Strand/Nordstrand aus den Jahren 1633/1960.



Fazit

Ein Roman der die Entwicklung zweier Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten darstellt und zeigt, wie sie jeweils an ihren Problemen wachsen und so unterschiedlich sie anfangs wirken - eine gewisse Nähe Beider durchaus besteht.

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Veröffentlicht am 19.03.2024

Feenhafter erster Schultag

Amelie kommt in die Feenschule
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Nicht nur Menschenkinder müssen in die Schule gehen, nein, auch Feenkinder müssen Lesen und Schreiben lernen.

So steht die kleine Fee Amelie also kurz vor ihrem ersten Schultag.

Sie hat Bauchweh vor ...

Nicht nur Menschenkinder müssen in die Schule gehen, nein, auch Feenkinder müssen Lesen und Schreiben lernen.

So steht die kleine Fee Amelie also kurz vor ihrem ersten Schultag.

Sie hat Bauchweh vor Aufregung, da sie ja noch gar nicht weiß, was sie dort erwartet. Die großen Feen machen es auch nicht leichter, da sie ihr ganz viele verschiedene Dinge über die Schule erzählen. Die nicht alle so beruhigend klingen.


Morgen soll es nun also losgehen.

Sie wird von ihrer Mutter zur Schule begleitet und freut sich, dort gleich einen Freund von der Nachbarwiese zu treffen, der in ihre Klasse kommt.

So hat sie schon einen bekannten Sitznachbarn. Die Lehrerin Frau Mokka begrüßt die kleinen Erstklässler dann auch alle ganz freundlich...


Das Buch ist in kleine Kapitel eingeteilt, die das Lesen auch gleich übersichtlicher machen.

Ebenso ist die Schrift schön Anfängergerecht groß gehalten und die Seiten sind so strukturiert, daß je Seite immer nur einige Sätze stehen, die mit schönen Zeichnungen untermalt sind, das gerade Geschehene vervollständigen und so die kleinen Leseratten noch mehr in die Geschichte tauchen lassen.


Eine schöne Geschichte für Erstleser über Freundschaft, das überwinden eigener Ängste und die Botschaft, daß es immer gut ist, seine eigenen Erfahrungen zu machen und sich nicht von anderen verrückt machen zu lassen.

Die das Selbstbewußtsein der kleinen Erstklässler stärkt

Die Autorin Margit Auer ist bei Kindern sehr beliebt mit ihrer Reihe der Schule der magischen Tiere.

Die große Schwester meiner kleinen Erstleserin hat diese Reihe verschlungen.


Fazit

Ein schönes, liebevoll gestaltetes Buch für kleine Erstklässler, das wunderbar geeignet ist, gleich den Spaß am eigenen Lesen zu entdecken.

Der erste Schultag in kleinen Kapiteln gehalten, mit untermalenden Zeichnungen.

Ich kann es sehr für kleine Leseanfänger empfehlen.

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Veröffentlicht am 15.03.2024

Aufstand und Frauenbewegung in Dresden

Das Opernhaus: Rot das Feuer
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In diesem zweiten Band der Reihe um das Opernhaus in Dresden, die Semperoper, geht es ein paar Jahre nach dem ersten Band weiter.

Elise, mit Adam verheiratet, den sie sozusagen heiraten mußte auf Wunsch ...

In diesem zweiten Band der Reihe um das Opernhaus in Dresden, die Semperoper, geht es ein paar Jahre nach dem ersten Band weiter.

Elise, mit Adam verheiratet, den sie sozusagen heiraten mußte auf Wunsch ihres Vaters, lebt mit ihm und ihrer Adoptivtochter Netty in der sogenannten Neustadt Dresdens.
Zwar konnte Elise ihre Träume verwirklichen, ihre geliebte Violine zu spielen und auch vor Publikum auftreten zu dürfen - für damalige Verhältnisse doch außergewöhnlich für eine Dame aus dem Bürgertum - allerdings so richtig glücklich ist sie nicht.
Im Gegenteil, immer mehr kommt sie sich vor, wie ein Vogel in einem goldenen Käfig.
Dazu kommt, daß sie ihrer Jugendliebe Christian, dem Kulissenmaler des Opernhauses wieder begegnet.....

In diesem Band haben die Aufstände von 1849 einen großen Anteil, die Stimmung in Dresden, die stetig wachsende Unzufriedenheit, dann noch die Verweigerung des Königs, die Verfassung zu einer beginnenden Demokratie zu unterzeichnen.
Das Volk begehrt auf...

Besonders interessant ist ebenfalls die langsam aufkommende Frauenbewegung, die noch in den Kinderschuhen steckt, aber hier den Grundstein legt mit mutigen Frauen, die sich dem Herrschaftsgebaren und der Unterwerfung durch die Männer, beginnt entgegenzusetzen.

Die Charaktere sind Anne Stern wieder wunderbar gelungen. Sehr lebensecht und der Zeit sehr nahe.
Nicht nur die Hauptpersonen, sondern auch die Nebenfiguren.
Da freut es mich, daß Bertha, die Opernschneiderin, Ernestine, die Schwester Christians und vor allem Barbara, die aufbegehrende Schwester Elises, ihren Raum bekommen.

Der Beginn des Buches ist ein wenig langsam, wird aber zum Aufstand hin doch sehr viel schwungvoller.
Der Weg hin zum Aufstand wird sehr nachvollziehbar beschrieben und auch der Schreibstil ist sehr Anne Stern gemäß, sprich schöne Wortwahl, besondere Ausdrucksweise. Mir gefällt das bei ihr ausnehmend gut.


Ich kann das Buch doch sehr empfehlen, für Anne Stern Fans sowieso aber auch für historisch interessierte Leser und Opernfreunde ebenfalls.
Auch Richard Wagner erscheint als einer der Protagonisten.

Nun heißt es, auf den dritten Teil zu warten, der dann 20 Jahre später spielen wird im Jahre 1869

Fazit
Eine schöne Weiterführung der Geschichte um die Semperoper und die Zeit der Aufstände und der beginnenden Frauenbewegung in Dresden.
Und das Geschehen der Familie Spielmann wird spannend weitererzählt.

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