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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2024

Gute Geschichte, völlig übertriebener spice Anteil

Forever Never
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Brick ist eigentlich ein loyaler Typ, aber als Remy mit einem gebrochenen Arm und einer Reihe von Lügen nach Hause kommt, kann er nicht anders, als der Sache auf den Grund zu gehen und alles, woran er ...

Brick ist eigentlich ein loyaler Typ, aber als Remy mit einem gebrochenen Arm und einer Reihe von Lügen nach Hause kommt, kann er nicht anders, als der Sache auf den Grund zu gehen und alles, woran er je geglaubt hat, infrage zu stellen.

Dies war mein erstes Buch von Lucy Score, und der flüssige Schreibstil hat mich sofort in ein liebevoll beschriebenes Kleinstadt-Setting im Winter entführt. Die Stadt, die Menschen, der Zusammenhalt – alles war so charakterstark beschrieben und absolut perfekt. Schnee, ein dunkles Geheimnis, eine eingeschworene Gemeinde, die füreinander kämpft, und ein sexy Bad-Boy-Polizist. Hört sich super an, oder?

Im Grunde war es das auch wirklich. Aber für mich, als bekennende „Spice-Überblätterin“, war es leider nichts. Die Geschichte an sich war spannend, und die Bedrohung hing die ganze Zeit in der Luft, sodass man auf den großen Knall wartete. Doch die Beziehung zwischen Remy und Brick war von ihrer Vergangenheit und völlig unsinnigen Hindernissen geprägt, die sich über eine unglaublich lange Zeit dramatisierten und schließlich im Bett, auf dem Tisch, in der Gasse und sonst wo endeten.

Für mich war das völlig übertrieben, und daher konnte ich auch keine Sympathie für das Paar aufbauen. Die Geschichte ging, im Gegensatz zu der Erotik im Verlauf ein wenig verloren und so war ich am Ende doch froh, die Geschichte beenden zu können.

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Veröffentlicht am 20.07.2024

Die Wal-Lady und der Fotograf

Lauter als das Meeresrauschen
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„…Du hattest Angst und hast sie überwunden. Genau das ist doch Mut: Sich seinen eigenen Schatten zu stellen.“

Um dem Trauma ihrer Vergangenheit zu entfliehen, reist Emmi nach Neuseeland zu Freunden der ...

„…Du hattest Angst und hast sie überwunden. Genau das ist doch Mut: Sich seinen eigenen Schatten zu stellen.“

Um dem Trauma ihrer Vergangenheit zu entfliehen, reist Emmi nach Neuseeland zu Freunden der Familie, den Walen. Inmitten all des Neuen und Unbekannten tritt Valentin in ihr Leben und reißt ihre Mauern ein.

Dieses Buch war für mich der Inbegriff von Sommer. Der leicht verständliche und bildhafte Schreibstil von Nina Voss zog mich sofort in eine Welt am Meer und an den Strand. Mit bildgewaltigen Beschreibungen wurden Neuseeland, das Meer und die Wale dem Leser nahegebracht und führten Schritt für Schritt in eine zarte Romanze.

Emmi und Valentin sind nahbare, sympathische Protagonisten, die mit ihren Gedanken und Gefühlen schnell Sympathie wecken konnten. Trotz ihrer PTBS ist Emmi stark und witzig und versucht, sich mit kleinen Schritten und großer Unterstützung zurück in den Alltag zu kämpfen. Auch die Nebencharaktere, wie Freunde und ihre Schwestern, sind liebevoll und unterstützend dargestellt und zeigen, dass jeder Probleme hat und alle mit ihren eigenen Herausforderungen kämpfen, auch wenn der Schein anders wirkt.

Die Geschichte hatte für mich ein paar Längen, aber im Großen und Ganzen habe ich sie sehr genossen.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

Nutz du deine Zeit sinnvoll?!

House of Eternity (Luxusausgabe einer aufwühlenden RomantasySaga in dystopischem Setting)
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„Mit Bedauern fesselt man sich nur an die Vergangenheit…“

Nachdem Atticus Averie verraten und ohne ein Wort des Abschieds gebrochen zurückgelassen hat, kämpft sie sich zurück in ihr Leben und um einen ...

„Mit Bedauern fesselt man sich nur an die Vergangenheit…“

Nachdem Atticus Averie verraten und ohne ein Wort des Abschieds gebrochen zurückgelassen hat, kämpft sie sich zurück in ihr Leben und um einen Platz bei den Sturmjägern – nur um dort in ihren Grundfesten erschüttert zu werden.

Ohne große Einführungen startet das neue Werk von Marah Woolf mitten in der Geschichte. Das Worldbuilding ist grandios und hat mich von den ersten Augenblicken an begeistert. Klare Strukturen, ernsthafte Themen und eine Menge Kritik regen zum Nachdenken und Hinterfragen des eigenen Lebens an.

Die Charaktere in der Geschichte sind eine bunt gemischte Truppe, und man lernt jeden ein Stück weit kennen und rätselt, welche Rolle sie in der Geschichte einnehmen werden. Averie allerdings, als Hauptcharakter, hat mir leider gar nicht gefallen. Sie folgte blind den Regeln, war unsicher, jammerte und wenn man dachte, dass sie nun reflektiert und sich eine eigene Meinung bildet, ließ sie sich doch wieder blind lenken und opferte dafür alles.

Der geschichtliche Hintergrund, die Pegasi, die Freundschaften, die Gegner, die Spannung – all das fand ich sehr gelungen. Der Cliffhanger war unerwartet und wirklich schockierend, auch wenn man manche Teile schon voraussehen konnte. Trotzdem muss ich sagen, dass Averie als Hauptprotagonistin einfach zu viel Raum einnimmt, sodass ich die Reihe nicht weiter verfolgen werde.

3,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Drachen und Blutdurst

When The Moon Hatched
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„Reue ist die schwerste Last, die man tragen kann.“

Nach einem schweren Verlust, getrieben von Rache, landet Raeve im Gefängnis und sieht sich plötzlich einem ihrer Erzfeinde gegenüber. Doch möglicherweise ...

„Reue ist die schwerste Last, die man tragen kann.“

Nach einem schweren Verlust, getrieben von Rache, landet Raeve im Gefängnis und sieht sich plötzlich einem ihrer Erzfeinde gegenüber. Doch möglicherweise kann am Ende nicht nur ihr Drache sie retten.

Blutig, bildgewaltig und atemberaubend startet man mit Raeve als dominante Erzählperspektive in ein Abenteuer. Man wird in ihre Geschichte gezogen und bekommt Stück für Stück die Welt und ihre Drachen nähergebracht. Der Schreibstil ist größtenteils flüssig und mitreißend. Auch wenn es zwischendurch die eine oder andere Länge gab, konnte ich gut miträtseln, was die Charaktere noch erwartet und was hinter Raeve als Person steckt.

Kaan und Raeve sind starke, durchsetzungsfähige und mutige Charaktere, die sich aufopfern und kämpfen. Ich mochte beide sehr und habe vom ersten Augenblick an mitgefiebert. Ich muss jedoch dazu sagen, dass ich mir etwas mehr von der Perspektive von Kaan gewünscht hätte und bei Raeve etwas mehr Selbstreflexion und weniger Blutdurst.

Die verschiedenen Perspektiven, die immer wieder aufblitzen und sich zu einem großen Handlungsstrang verbanden, waren komplex, bildgewaltig und gaben der Storyline eine ungeahnte Tiefe, die ich sehr mochte.

Das Ende war für mich ohne jeglichen Cliffhanger komplett offen und fühlte sich irgendwie falsch an. Trotzdem bin ich sehr gespannt, den weiteren Verlauf zu verfolgen, und werde bestimmt noch eine Weile darüber nachdenken.

4 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 06.07.2024

Liebe am Abgrund

Darling Venom – Ihre Liebe ist sein Lieblingsgift
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𝕯𝖆𝖗𝖑𝖎𝖓𝖌 𝖁𝖊𝖓𝖔𝖒

„Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass ›es geht mir gut‹ die einzige Phrase in unserer Sprache ist mit unbegrenzten Bedeutungen. Nichts ist okay. Alles ist okay. Ich bin traurig. ...

𝕯𝖆𝖗𝖑𝖎𝖓𝖌 𝖁𝖊𝖓𝖔𝖒

„Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass ›es geht mir gut‹ die einzige Phrase in unserer Sprache ist mit unbegrenzten Bedeutungen. Nichts ist okay. Alles ist okay. Ich bin traurig. Ich bin glücklich. Ich kann so nicht weitermachen. Es wird mir wieder gut gehen. Ich habe mich verloren. Ich brauche Hilfe.“

Aus der dualen Perspektive wird man schnell in einem flüssigen, aber melancholischen Schreibstil in die Geschichte von Charlotte und Tate gezogen. Mitreißend erfährt man in kleinen Details die Geschichte und die Gefühle von zwei Menschen, die sich zurück ins Leben kämpfen bzw. darum kämpfen zu überleben.

Ich habe selten eine Geschichte gelesen, die so schwer war, dass sie im Herzen weh tat und einen noch nachhaltig beschäftigt hat. Die Liebe zwischen zwei Menschen, die sich in einer Abwärtsspirale befinden und dennoch füreinander kämpfen.

Tate und Charlotte haben so viel gesprochen und sich dennoch so wenig gesagt, gelitten, getrauert, sich im Weg gestanden und doch haben sie sich immer geliebt. Eine dramatische Liebesgeschichte, gegründet auf dem Boden des Lebens.

»Chancen währen immer nur einen Moment.
Reue währt ein Leben lang.«

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