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Ignacio

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2018

Mehr Liebe zum Detail geht nicht

Tante Dimity und der verlorene Schatz
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Nancy Atherton vermag es mit ihrem besonderen Schreibstil Situationen und Umgebungen detailverliebt zu beschreiben.

Ganz schnell findet sich der Leser im jeweiligen Szenario wider. So auch im im Dörfchen ...

Nancy Atherton vermag es mit ihrem besonderen Schreibstil Situationen und Umgebungen detailverliebt zu beschreiben.

Ganz schnell findet sich der Leser im jeweiligen Szenario wider. So auch im im Dörfchen Finch, in dem die aktuelle Geschichte ihren Mittelpunkt hat. Der Dorfklatsch ist ständig auf der Suche nach neuen Material. Da stellt der Einzug neuer Nachbarn geradezu ein gefundenes Fressen dar. Besonders als diese auch noch mysteriöse Kisten mit der Aufschrift "Museum" ins Haus tragen. Soll möglicherweise ein Museum eröffnet werden und die behagliche Ruhe des Dorfes in Bedrängnis bringen?

Als die Hauptdarstellerin Lori bei einer Aufräumaktion auf dem Dachboden auch noch einen alten Armreif findet, befindet sich spätestens dann der Leser gefangen in der Suche nach möglichen Antworten für all das Fragwürdige was zu Tage tritt.

Gemeinsam mit Lori begibt er sich auf eine Zeitreise, zurück zur Jugendliebe einer sehr alten Freundin, zurück zu verborgenen Familiengeschichten, zurück in die Zeit des verheerenden Zweiten Weltkriegs und eines zerbombten Londons.

Stets wird die Geschichte getragen von einem besonders liebenswerten Blick auf die einzelnen Akteure dieser Geschichte, welche die Autorin besonders auszeichnet. Ein gelungenes Buch für die ganze Familie.

Veröffentlicht am 16.08.2018

Schmerzlich (schön) berührend

Drei sind ein Dorf
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Es macht einfach zusätzlich Freude, wenn die äußere Verpackung mit den "inneren Werten" übereinstimmt! Dass ist immer meine Erfahrung mit den Büchern vom Mareverlag, denn sie sind durchweg schön gestaltet. ...

Es macht einfach zusätzlich Freude, wenn die äußere Verpackung mit den "inneren Werten" übereinstimmt! Dass ist immer meine Erfahrung mit den Büchern vom Mareverlag, denn sie sind durchweg schön gestaltet. Zumindest trifft das für alle Bücher zu, die ich bisher von diesem Verlag gelesen habe.

So auch beim vorliegenden Buch "Drei sind ein Dorf" von Dina Nayeri. Das entsprechende Cover, die lebendigen Farben, haben mich sofort angesprochen. Es "fühlt" sich besser an, wenn soviel Liebe und Ehrgeiz in die Verarbeitung eines Buches investiert wurde.

Nun aber genug zu den Äußerlichkeiten, letztendlich lesen wir doch die Bücher wegen ihrer "inneren Werte"! Und derer habe ich in diesem Buch vieler gefunden. Es ist eine sehr emotionale Geschichte, welche uns die junge Autorin erzählt. Eine Geschichte einer ständigen Reise auf der Suche nach dem Angekommensein, nach den eigenen Wurzeln, nach Heimat. Nayeri erzählt diese Geschichte anhand einer Biografie realistisch und dadurch zutiefst berührend. Ein Stück weit ist es Nayeri Geschichte selbst, emigrierte sie doch als 10-jährige aus dem Iran in die USA.

Nayeri greift ein Thema auf, welches heute sehr viele und zukünftig immer mehr Menschen betrifft. Millionen von Menschen sind auf der Flucht, Millionen von Menschen leben fernab ihrer Herkunft, Millionen von Menschen haben einen Migrationshintergrund. Ein Jeder stellt sich im Laufe seines Lebens die Frage nach der eigenen Herkunft, nach der Heimat. Diese Frage, bzw. daraus resultierende Gedanken und Handlungen, sind maßgeblich von Bedeutung für die Bildung einer eigenen Identität, für die Bildung der Persönlichkeit. Es ist durchaus eine anerkennenswerte Leistung, wenn Menschen mehrere Einflüsse, usw. in ihre Persönlichkeit positiv integriert haben. Ich erkenne darin einen Gewinn für das Individuum und die Gesellschaft.

Dieser Prozess geht aber nicht so einfach "von der Hand". Er ist oft mühsam und von Rückschlägen gekennzeichnet. Immer wieder muss sich dieser Mensch hinterfragen, oft nehmen Zweifel die Oberhand. Auch diese Momente beschreibt die Autorin eindrucksvoll, wenn es, z. B. um bestimmte Zwänge geht, um Erwartungen von Anderen die zu erfüllen sind.

Dabei könnte so vieles so viel einfacher sein. Würden wir tatsächlich in einen Austausch der Kulturen treten, so würden wir sehr viele Gemeinsamkeiten kennenlernen. Es gibt nämlich durchaus mehr was uns verbindet, als was uns voneinander trennt. Wir könnten beobachten, wie andere Menschen mit ähnlichen Herausforderungen und Problemen umgehen und voneinander lernen. Ein anderer Mensch ist keine Konkurrenz zu mir, ein anderer Mensch ist eine Ergänzung in meinem Leben.

"Drei sind ein Dorf" hat mich, mal wieder, zum Nachdenken über die Themen Heimat, Herkunft, Familie gebracht. "Mal wieder", weil ich diese Themen nie als vollkommen abgeschlossen erlebe. Diese Fragen haben mich in meiner Jugend durchaus noch stärker bewegt als heute, viele Fragen habe ich für mich persönlich beantwortet. Und, dennoch, immer wieder treten Gedanken in dieser Richtung bei mir auf. Mag sein, dass diese häufig von außen angestoßen werden, durch elendige und sich immer wieder wiederholende politische Diskussionen. Was auch immer der genaue Grund sein mag, sie bleiben ein Begleiter im Leben. Literatur, wie dieses Buch, verdeutlichen mir, dass ich mit diesen Fragen nicht alleine stehe. So wird aus einem Buch ein Wegbegleiter, ein freundschaftlicher Ratgeber.

Veröffentlicht am 14.08.2018

Ob die Liebe gewinnt?

Das Weingut. In stürmischen Zeiten
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Zunächst möchte ich einige Aspekte der Buchgestaltung, des "Drumherums" benennen, da sie mich sehr angesprochen haben. In den ersten Seiten finden sich Karten und ein Personenregister. Die Karten helfen ...

Zunächst möchte ich einige Aspekte der Buchgestaltung, des "Drumherums" benennen, da sie mich sehr angesprochen haben. In den ersten Seiten finden sich Karten und ein Personenregister. Die Karten helfen der örtlichen Orientierung in der Region um den Elsass zur Zeit des Ende des 19. Jahrhunderts. Sehr hilfreich. Aber auch das Personenregister kam mir sehr entgegen. Besonders in den ersten Seiten komme ich häufiger mit den Namen durcheinander, gerade wenn es viele unterschiedliche Protagonisten sind. Hier ist also ein kurzer Blick ins Personenregister sehr dienlich.

Ebenso nennenswert finde ich das Glossar am Ende des Buches und ein historisch hervorragend erarbeiteter Anhang mit weiteren Details und Informationen.

All das werten diesen eh schon sehr lesenswerten Roman weiter auf. Anfangs setze ich mich als Leser mit den Rollenverteilungen und dem Rollenverständnis zu dieser Zeit auseinander. Deutlich zeigen sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den sozialen Schichten. Die Autorin gewährt uns Einblick in die Lebenswelten sowohl der Dienerschaft wie auch der Partiarchen. Die herrschende Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit wird sehr deutlich.

In dieser klar hierarchisch strukturierten Gesellschaft kommt es zu einer Liebe die nicht sein darf. Sehr schnell habe ich Sympathien zu dem jungen Paar entwickelt. Es ist bewegend zu erfassen, zu welchen Leistungen die Liebe fähig ist.

Die Autorin Marie Lacrosse, vielen Lesern historischer Romane auch als Marita Spangenberg bekannt, verschont uns nicht mit den Grausamkeiten des Krieges, welcher 1870 zwischen Deutschland und Frankreich ausbricht und unzählige Opfer hinterlässt. Obwohl im Anhang die Autorin verrät, dass sie besonders drastische Beschreibungen den Lesers ersparen wollte, wird einem das Elend trotzdem sehr bewusst. Es sind nicht nur die Toten, die Eltern die verzweifelt auf ihre Söhne warten, die Kinder und Ehefrauen die auf ihre Väter und Ehemänner warten. Es sind auch die vielen Kriegsverletzte, die für ihr Leben körperlich und seelisch gekennzeichnet bleiben. Immer wieder baut die Autorin Momente von Menschlichkeit ein, Situationen in denen das Freund-Feind-Bild für einen Augenblick aufbricht. Diese Passagen haben mich besonders berührt.

"Das Weingut - In stürmischen Zeiten" hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Nun bin ich gespannt auf die Fortführung der Geschichte, denn das vorliegende Buch ist der erste Teil einer Reihe. In "Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben" geht es mit dem Dienstmädchen Irene und dem reichen Erben Franz weiter. Ich freue mich drauf!

Veröffentlicht am 26.07.2018

Wovor hast Du Angst?

Angstspiel
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Bei diesem Psychothriller könnte die Beurteilung kurz ausfallen: Mega! 5 von 5 Sternen! Unbedingt lesen!

Doch es ist zu besonders, um nicht einige ausführlichere Zeilen gewidmet zu bekommen. Jonathan ...

Bei diesem Psychothriller könnte die Beurteilung kurz ausfallen: Mega! 5 von 5 Sternen! Unbedingt lesen!

Doch es ist zu besonders, um nicht einige ausführlichere Zeilen gewidmet zu bekommen. Jonathan Nasaw vermag es, wie nur wenige Autoren es können, mit der Angst des Lesers auf beeindruckende Art und Weise zu spielen. Nervenkitzel und Gänsehaut sind von der ersten bis zur letzten Seite garantiert!

Etwa 11 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Angststörung oder einer spezifischen Phobie. Die häufigste Form ist die Angst vor Erkrankung oder Tod, gefolgt von der Phobie vor einem bestimmten Tier. Oft tritt eine Angststörung begleitet von Panikattacken auf. Betroffene glauben im Moment einer Panikattacke zu sterben, ihr Herz rast, sie Hyperventilation und verlieren die Kontrolle über den eigenen Körper. Unvorstellbar, welche Qualen dieser Mensch in einer solchen Situation durchleben muss. Deshalb leiden viele Betroffene zusätzlich an der Angst vor der Angst, denn wer einmal eine Panikattacke erlebt hat, der fürchtet sich nachvollziehbar vor dem nächsten Anfall.

Nun steht man sich vor, dass man als Erkrankter in die Fängen eines Serientäters gerät, der seine Befriedigung erfährt im Erzeugen von existentieller Angst bei seinem Opfer. Es reizt den Täter, die Panik im den Augen des Gequälten zu sehen. Umso größer die Angst des Opfers, umso größer die Genugtuung beim Täter. Was liegt dann näher, als sich als Opfer Phobiker auszusuchen. So kann das Angstspiel exzessiv betrieben werden, bis das Opfer vor lauter Panik seinen Qualen schmerzvoll erliegt. Aus Tätersicht geradezu genial.

Jonathan Nasaw treibt den Leser bis an den Rand des Ertragbaren, bis an die Grenze der eigenen psychischen Belastbarkeit. Immer wieder musste ich beim Lesen kurz innehalten und "durchatmen", um dann doch möglichst schnell, fasziniert vom Entsetzen, weiterzulesen. Es kommt zwar immer wieder vor, dennoch gelingt es nicht so oft, dass ein Psychothriller mich dermaßen in seinen Bann zieht.

Thrillerfreunde werden ihre große Freude mit diesem Buch haben. So kann ich zum Schluss zusammenfassend mich lediglich wiederholen: Mega! 5 von 5 Sternen! Unbedingt lesen!

JonathanNasaw

Angstspiel

Psychothriller

Rezension

Phobie

Angststörung

Veröffentlicht am 20.07.2018

Ein intelligenter Thriller

Im Dunkel deiner Seele
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Wenn du mit "Im Dunkel deiner Seele" einen klassischen Thriller erwartest, mit der üblichen Täter- oder Opferperspektive, oder dem Schwerpunkt auf den Ermittlungen couragierter Kriminalisten, dann liegst ...

Wenn du mit "Im Dunkel deiner Seele" einen klassischen Thriller erwartest, mit der üblichen Täter- oder Opferperspektive, oder dem Schwerpunkt auf den Ermittlungen couragierter Kriminalisten, dann liegst du mit diesem Buch komplett falsch.

Sehr philosophisch geht es bei diesem Thriller zu. Denn der Hauptprotagonist dieser Geschichte, und gleichzeitig Hauptverdächtige in einem Entführungsfall, ist ein Philosophieprofessor. An seine Gedankengänge muss man sich erst einmal gewöhnen. Nichts ist einfach dahergesagt, jede Feststellung kann in Frage gestellt werden. Was unser Menschenverstand möglicherweise als "logisch" definiert, entspricht nicht unbedingt der Logik des Professors. Wittgenstein, Sokrates, Kant, usw., sind nur einige der in diesem Buch genannten Philosophen.

Trotz der durchaus in Teilen etwas anspruchsvolleren Lektüre, liest sich das Buch sehr flüssig. Selbst wenn man dem einen oder anderen Gedanken noch einen Moment nachhängt, tut es der Handlung keinen Abbruch.

Die Spannung bei diesem Thriller ist nicht einer blutrünstigen Tat oder den kranken Verhaltensweisen eines Täters geschuldet. Es liegt allein an der Auseinandersetzung mit dem Professor als möglichen Täter. Einige Indizien sprechen für ihn als Täter, gleichzeitig mutet man ihm, dem stets korrekten und unbeschadeten Philosophen, eine solche Tat einfach nicht zu.

Sehr gut beschrieben wird ebenso der Umgang der Ehefrau und der Kinder mit dem Vater als möglichen Täter. Auch sie fühlen sich hin- und hergerissen, stellen den Professor in Frage. Bis zum Schluss hätte ich persönlich mich nicht festlegen können. Ist er nur der Täter oder ist er es nicht? Umso überraschter hinterließ mich das Ende.

Mir hat diese Art der Betrachtung, dieser etwas "andere Thriller", durchaus gut gefallen. Diesen intellekt-fordernden Thriller ziehe ich jedem brutal-plumpen Buch vor.

Übrigens: "Im Dunkel deiner Seele" wird derzeit fürs Kino verfilmt, die Hauptrollen spielen Greg Kinnear, Nikolaj Coster-Waldau und Emma Roberts.