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Veröffentlicht am 04.01.2018

Schöne Idee, Umsetzung aber sehr ausschweifend.

Barney Kettles bewegte Bilder
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Barney Kettle, 14 Jahre alter Filmregisseur, mit Schaffenskrise. Das ist der Protagonist in diesem optisch unglaublich schicken Königskind. Barney hat in seinem doch recht zarten Alter bereits viele Filme ...

Barney Kettle, 14 Jahre alter Filmregisseur, mit Schaffenskrise. Das ist der Protagonist in diesem optisch unglaublich schicken Königskind. Barney hat in seinem doch recht zarten Alter bereits viele Filme produziert, doch nach seinem letzten Erfolg, einer Neuinszenierung des Krippenspiels, da hat er plötzlich eine Flaute. Die zündende Idee für ein neues Projekt fehlt. Doch dann bringt ihn ein Nachmittag mit seiner engagierten Schwester Ren, seine rechte Hand in Schaffensfragen, auf eine Idee. Ein Dokumentarfilm soll es sein, über seine Heimat, über die High Street und deren Geschichte, über die Läden und ihre Besitzer.

Das Cover ist molto großartig und auch die Idee die in diesem Buch steckt. Kate de Goldi lässt uns durch Barneys Augen einen Blick auf viele kleine Geschichten werfen, die alle irgendwie und irgendwo miteinander verbunden sind, was sich beim Lesen allerdings erst nach und nach offenbart. Ich fühlte mich von Anfang an in ein ähnlich harmonisches Szenario versetzt, wie bei meinen geliebten Gilmore Girls. Wer die Serie kennt und das Buch liest, dem wird es vielleicht ähnlich ergehen, denn die High Street ist für mich vergleichbar mit Stars Hollow und all seinen verrückten und liebenswerten Charakteren.

Ich mochte die Geschichte um Barney und Ren und ihren Dokumentarfilm furchtbar gerne, muss aber auch gestehen, das mir Kate de Goldis Detailverliebtheit manchmal ein wenig zu ausufernd war. Sie hält sich mit vielen Nichtigkeiten auf und das sorgte manchmal dafür, das ich mehr genervt als gefesselt war. Sehr schade eigentlich, denn das Buch strotzt nur so vor genial gezeichneten und liebenswerten Charakteren und einer guten Grundidee.

Erst in der zweiten Hälfte hat mich das Buch dann doch noch gepackt, weil sich hier ein zweiter Handlungsstrang eröffnet, der sich mit dem ersten harmonisch verflicht und die Geschichte doch noch spannend macht.

Alles in allem hat Kate de Goldi hier ein wunderbares Sammelsurium aus kleinen Geschichten geschaffen, die mir einerseits wirklich ans Herz gingen, mich aufgrund ihres ausufernden Schreibstils aber auch manches Mal ein wenig gelangweilt haben. Auch Barney war mir manchmal in seiner Art und seinen Handlungen ein wenig zu diktatorisch. Ich bin also leider nicht ganz so glücklich mit diesem Königskind wie ich mir das gewünscht hätte, bleibe aber trotzdem mal wieder ganz zufrieden verrückt und vergebe guten Gewissens 4 von 5 Cupackes.

Veröffentlicht am 02.01.2018

Die beste New Adult Reihe in 2017 !!! Ich bin verliebt !

True North - Du bist alles für immer
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Sarina Bowen's Vermont-Reihe war in diesem Jahr, die mit Abstand beste New Adult Serie für mich. Das nur schon mal so vorweg. In der Regel ist es ja bei Reihen der Fall, das ein Band gegen seine Geschwister ...

Sarina Bowen's Vermont-Reihe war in diesem Jahr, die mit Abstand beste New Adult Serie für mich. Das nur schon mal so vorweg. In der Regel ist es ja bei Reihen der Fall, das ein Band gegen seine Geschwister immer ein wenig abstinkt, bei True North war das nicht mal im Ansatz der Fall. Alle drei Bände begegnen sich auf absoluter Augenhöhe und das obwohl sie alle komplett verschieden sind.

Trotzdem lag der dritte und finale Band bei mir jetzt relativ lange auf dem SuB. Warum nur ? Weil ich schon im Vorfeld wusste, das es alles andere als einfach werden würde, den verrückten Shipley-Haufen wieder zu verlassen, jetzt wo ich sie alle so gut kennen- und lieben gelernt habe. Und tatsächlich: Es tut ein bisschen weh, sie jetzt verlassen zu müssen :(
Aber, die Geschichte war so toll hach.

In diesem dritten Band geht es um Zach, den wir bereits in den ersten beiden Bänden schon ziemlich gut kennenlernen durften. Aufgewachsen in einer Sekte, unter strengen Regeln und isoliert von anderen Menschen außerhalb seiner Gemeinschaft, ist Zach ein sehr unsicherer und unerfahrener Charakter.

Als er vor vier Jahren aus seinem alten Leben ausbrach und auf der Farm der Shipleys landete, da begann für ihn ein völlig fremdes, neues, aber auch sehr erfülltes und zufriedenes Leben.

Als Lark, May Shipleys beste Freundin, zur Apfelernte auf die Farm kommt, da beginnt sein sicheres Leben plötzlich ein wenig aus der Bahn zu rutschen, denn Lark ist in Zachs Augen, das schönste Wesen das er je gesehen hat und doch weiß er, das sie absolut tabu ist. Nicht nur weil sie Mays Freundin ist, sondern besonders deshalb, weil ihr bei ihrem letzten Job in Guatemala etwas Schreckliches passiert sein muss.
Dennoch freunden sich die beiden schnell an, verbringen sie doch jede Menge Zeit, auf den umliegenden Märkten Griff Shipleys ausgezeichneten Cider und seine Äpfel zu verkaufen.

Als Lark immer wieder von Alpträumen geplagt wird, stürzt Zach in ihr Zimmer, beruhigt sie und wird ziemlich schnell zu ihrem Fels, wenn die Erinnerungen sie in einen Abgrund zu reißen drohen.

Durch seine Anwesenheit, die immer häufiger vonnöten ist und durch die damit verbundene Nähe, schleichen sich bei beiden schon bald tiefergehende Gefühle ein. Doch eine Zukunft ist unmöglich, solange Lark ihre Dämonen nicht überwindet.

Im Gegensatz zu den letzten beiden Romanen, war dies hier eine Liebesgeschichte, die schleichend kommt. Na klar ist bereits zu Beginn absehbar das Zach und Lark füreinander bestimmt sind, aber trotzdem kommt diese Liebe auf leisen Sohlen und sorgt so für viele schöne Herz- und Bauchkribbelmomente.

Ich mochte beide Protagonisten unglaublich gerne, weil sie auf mich von ihrem Gefühlsleben und ihren Geschichten, von ihrer ganzen Art her, sehr authentisch wirkten. Larks Familie ist zwar steinreich und Lark müsste keinen Handschlag tun, aber das lässt sie zu keinem Zeitpunkt raushängen. In Guatemala wollte sie helfen und dann sind ihr schreckliche Dinge widerfahren. Statt sich vom Geld ihrer Eltern danach die besten Therapeuten zu leisten, zieht sie es vor, den Shipleys bei der Apfelernte zu helfen und scheut vor der harten, anstrengenden Arbeit nicht im Geringsten zurück.

Naja und die Shipleys sind wie immer großartig. Die Familie ist innerhalb von drei Bänden um einige Mitglieder gewachsen und es geht immer noch sehr turbulent aber herzlich zu.

Es hat mir sehr gefallen, das Sarina Bowen keinen Charakter aus den Augen verloren hat und wir im Lauf der drei Bände immer wieder Wandlungen und Fortschritte sehen konnten. Hinzu kommt, das ihr Schreibstil einfach durchweg wunderbar leicht und flüssig zu lesen war. Einmal angefangen, war ein Weglegen immer kaum mehr möglich und bei ihren Beschreibungen der Farm und der Gegend darum herum, da möchte man auch nach Band 3 am liebsten immer noch die Koffer packen und sich auf direktem Weg nach Vermont machen.

Wie oben schon gesagt: Für mich die beste New Adult Reihe diesen Jahres !

Veröffentlicht am 30.12.2017

Ein sehr lässiger Coming-of-Age-Roman !

Winger
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Winger war immer so ein Königskind, bei dem ich nicht wusste, ob ich es jetzt unbedingt lesen will oder ob es noch ein bisschen warten kann. Das lag wohl hauptsächlich daran, das mich Internatsgeschichten ...

Winger war immer so ein Königskind, bei dem ich nicht wusste, ob ich es jetzt unbedingt lesen will oder ob es noch ein bisschen warten kann. Das lag wohl hauptsächlich daran, das mich Internatsgeschichten in letzter Zeit ein wenig abschrecken.

Doch wie immer im Königskinder-Universum sind und waren Bedenken völlig unbegründet, ich glaube es gibt einfach kein Königskind, das mich nicht auf die eine oder andere Art berührt, auch wenn natürlich nicht alle gleich gut für mich sind.


Winger, der eigentlich Ryan Dean West heißt, ist 14 Jahre alt, seinen Mitschülern im Internat um zwei Jahre voraus. Er liebt den schwulen Joey auf völlig unschwule Art, hat mit seinen Hormonen und den großen, schweren Jungs zu kämpfen.

Für mich war er in seiner Art so ein typischer Teenager, wie ich ihn gerade selbst zuhause habe, weshalb ich mich ziemlich gut auf ihn einlassen konnte. Durch Andrew Smith' sehr lässigen und unkomplizierten Schreibstil und der gewählten Ich-Erzähler-Form kann man außerdem ganz gut in seine Gedanken eintauchen.

Ich finde, das Andrew Smith die Charakterzeichnung hier sehr gut gelungen ist, denn Winger hat immer wieder innere Konflikte auszufechten, muss mutig und überlegt handeln, neigt aber auch immer wieder zu Handlungen bei denen ich mit dem Kopf schütteln musste oder ich ihn hätte anschreien wollen. Typischer Teenager eben.

Das Buch liest sich wirklich unglaublich gut weg, auch wenn mir das bis ins Unermüdliche verwendete F-Wort ziemlich auf den Zeiger ging. Cool fand ich, das im Buch immer wieder Zeichnungen im Comic-Stil auftauchen, die die Geschichte abrundeten und auflockerten. Auch die Themen, mit denen sich Andrew Smith hier auseinandersetzt fand ich sehr zeitgemäß, wichtig und passend gewählt. Es geht nicht nur darum, seinen Platz im Leben zu finden und die Pubertät mit all ihren Tücken zu überstehen, sondern es geht auch um ernste Themen wie Mobbing und Homosexualität, was hier beides komplett zusammenhängt.

Was mich gestört hat, war, das am Ende einige Dinge, die absolut schockierend sind, zu schnell und für meinen Geschmack zu leicht und oberflächlich abgehandelt wurden, was ich schade fand.

Alles in allem ist Winger jedoch mal wieder ein empfehlenswertes Königskind, auch wenns für mich dieses Mal kein komplett perfektes Leseerlebnis war.

Veröffentlicht am 29.12.2017

Enttäuschend ! Platt, vulgär, nervig.

Paper Passion
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Entgegen vieler negativer Stimmen, war ich vom ersten Band an ein riesengroßer Fan der Paper-Reihe, die ich bis auf Band 1 ausschließlich auf englisch gelesen habe, weil ich damals nicht warten konnte, ...

Entgegen vieler negativer Stimmen, war ich vom ersten Band an ein riesengroßer Fan der Paper-Reihe, die ich bis auf Band 1 ausschließlich auf englisch gelesen habe, weil ich damals nicht warten konnte, bis die deutsche Übersetzung erschien.

Genau deshalb freute ich mich nun auf den ersten Band der sich mit dem Drittältesten der Royals, Easton, beschäftigt. Ich war nie wirklich einverstanden mit seiner Art, aber trotzdem mochte ich ihn immer recht gerne und freute mich also nun auf die Fortsetzung und alles was da noch so kommt.

Die Enttäuschung folgte hier allerdings auf dem Fuße. Easton ist und bleibt in seiner Art einfach ätzend. Frauen sind für ihn nur Mittel zum Zweck, ein Spielzeug, das sich ihm beim kleinsten Fingerschnipsen an den Hals wirft. Seine Art ist rotzig und spiegelt sich leider auch im Schreibstil wider, der mir zu platt, zu einfach, zu vulgär war.

Alleine die Tatsache, das das Buch quasi mit einem Blowjob beginnt, den ihm seine Lehrerin ( ! ) verpasst, hat mir schon die ganze Stimmung verhagelt. "Seht her ich bin ein Royal und kann mir einfach alles erlauben", das ist Eastons Devise und es hat mich rasend gemacht.

Ich hätte mir gewünscht das sich die Lage ein bisschen bessert, als Hartley auf den Plan tritt. Ein neues, unscheinbares Mädchen, welches Easton scheinbar nicht einfach so herumkriegt. Das spornt natürlich seinen Ehrgeiz erst recht an, ging mir persönlich aber auf die Nerven und genau deshalb habe ich die Geschichte dann irgendwann abgebrochen und habe auch für mich beschlossen, das ich sie nicht weiterlesen werde.

Veröffentlicht am 27.12.2017

Charmant, tiefgründig, wunderbar !

Nicht nur ein Liebesroman
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Zugegeben: Nicht nur ein Liebesroman war für mich nicht das Königskind, das aus dem neuesten Programm an erster Stelle stand. Nein, ehrlich gesagt stand es sogar auf meiner Liste ziemlich weit unten. Warum ...

Zugegeben: Nicht nur ein Liebesroman war für mich nicht das Königskind, das aus dem neuesten Programm an erster Stelle stand. Nein, ehrlich gesagt stand es sogar auf meiner Liste ziemlich weit unten. Warum ? Ich weiß es nicht. Emma Mills konnte mich ja mit JANE & MISS TENNYSSON total begeistern, aber der Klappentext hier, der sprach mich nicht so an, wie ich es mir gewünscht hätte. Deshalb war Nicht nur ein Liebesroman dann auch tatsächlich das Buch, das ich als Vorletztes aus diesem Herbstprogramms gelesen habe und ehrlich ? Es hat mich total umgehauen !!! Und ja, ich habe mich gefragt, warum ich nur so skeptisch war.

Tatsächlich hat es mich sogar so sehr begeistert, das ich mir gerade vor wenigen Tagen Emma Mills neuen, englischsprachigen Roman gekauft habe. Denn Emma Mills hat es einfach drauf mich mit ihren Worten und ihren Figuren komplett zu fesseln und das obwohl sich ihre Geschichte sehr unaufgeregt und authentisch entwickelt. Es ist einfach die Harmonie aus Charme und Tiefe die diesen Roman so besonders machen.

Sloane ist eine wunderbare Protagonistin, die das Herz auf der Zunge trägt. Und genau das ist auch der Grund warum sie auf einer Party die Zwillinge Vera und Gabe kennenlernt. Sie sagt was sie denkt und rettet Gabe somit aus einer sehr unangenehmen Situation und schlittert so irgendwie in die Clique um die Zwillinge, in der sie erst zögerlich und schließlich bereitwillig und gern aufgenommen wird. Vera, Gabe, Aubrey, Remy und Frank. Sie alle könnten nicht unterschiedlicher sein und doch sind sie eine Einheit. Zumindest auf den ersten Blick. Je weiter man jedoch voranschreitet, desto mehr entfalten sich die einzelnen Charaktere mit all ihren Problemen und all ihrer Einzigartigkeit und Schönheit. Ich hatte immer irgendwie den Breakfast Club im Gedächtnis.

Sloane will die Zwillinge, vor allem aber Gabe glücklich machen und begibt sich deshalb auf die Suche nach einem bestimmten Bild. Da sich die Suche schwieriger erweist als gedacht, holt sie Remy in Boot, der recht skeptisch ist, sich aber auf das Abenteuer einlässt, weil Gabe schließlich sein bester Freund ist und Sloane ihm im Gegenzug für seine Hilfe verspricht, das sie versucht herauszufinden, warum Aubrey mit ihm Schluß gemacht hat.

Für mich rutschte Sloanes Suche nach dem Bild recht schnell in den Hintergrund und wurde zu einer netten Nebensache, während die Freundschaft dieser sechs unterschiedlichen Schüler und ihre alltäglichen Probleme und Bedenken, ihre Gefühle und Ängste, in den Fokus rückten, was mir sehr gut gefallen hat.

Ich habe die Charaktere, die alle so gut harmonieren und zusammenpassen, im Lauf der Geschichte so liebgewonnen, das sie auch meine Freunde wurden und ich mich am Ende des Buches, als ich sie verlassen musste, für ein paar Tage ganz leer fühlte. Ich konnte und wollte mich auf gar kein anderes Buch konzentrieren und muss sagen, das sich "Nicht nur ein Liebesroman" ganz leise aber bestimmt in mein Herz geschlichen hat und obwohl es mich erst nicht ansprach, plötzlich zu einem meiner liebsten Königskinder wurde.

Mehr will ich Euch zu dem Buch gar nicht sagen, aber ich würde mir sehr wünschen, das ihr es lest :)