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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2020

spannende Geschichte die das Blut in Wallung bringt

Das Spiel der Wächter
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"„Wir sind nicht dumm. Es ist außergewöhnlich, dass alle Wächter aktiviert und zu den Waffen gerufen wurden. Du weißt doch mehr. Ich möchte wissen, was los ist.“…"
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Amys ...

"„Wir sind nicht dumm. Es ist außergewöhnlich, dass alle Wächter aktiviert und zu den Waffen gerufen wurden. Du weißt doch mehr. Ich möchte wissen, was los ist.“…"
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Amys Eltern kamen im Krieg zwischen den Menschen und den Vampiren um. George, ein sogenannter Wächter, nahm sie und ihre Brüder bei den Wächtern auf, dort wurden sie zum Kampf gegen die Vampire ausgebildet. Menschen und Vampire leben in der Regel ohne größere Probleme miteinander. Dies könnte sich durch den neuen Anführer der Vampire jedoch ändern.

Feigheit und Egoismus gibt es überall, auch unter den Wächtern. Dies muss Amy schmerzlich erfahren. Wie sie damit umgeht ist einerseits töricht, anderseits auch bewundernswert. Was ist richtig, was ist falsch? Entscheidungen, die in einem Moment richtig erscheinen, können in der nächsten Sekunde schon falsch sein.

Das Cover und vor allem auch den Titel finde ich sehr gut gewählt, man findet ihn auch im Spiel wieder, die Idee dahinter gefällt mir sehr gut.

Das ganze Buch über ist eine unterschwellige Spannung zu spüren. Einmal die Entwicklung der Schwierigkeiten, wie weit würden die Menschen oder die Vampire noch gehen? Zum anderen gibt es noch die zwischenmenschliche Ebene, die für das Fortbestehen der beiden Gruppierungen ausschlaggebend sein könnten. Zum Ende hin nimmt die Spannung rapide zu, es geht Schlag auf Schlag.

Sabine Buxbaum besticht auch hier wieder durch eine klare Ausdrucksweise, sie verzichtet weitgehend auf lange Schachtelsätze. Die Charaktere beschreibt sie einfühlsam ohne sich in unwichtigen Details zu verlieren. Vereinzelt haben sich ein paar Rechtschreibfehler eingeschlichen, hat mich in meinem Lesefluss jedoch nicht gestört. Ich mag Vampir-Geschichten und kenne schon andere Bücher der Autorin, darum war ich gespannt wie sie dieses Genre meistert. Mir hat das Buch sehr gefallen, ich konnte mich in die Geschichte fallen lassen und habe mich gut unterhalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2020

interessanter Plot, gut und vor allem spannend umgesetzt

Seelen unter dem Eis
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"Mein Name ist also Mozart. Mein Zuhause ist eine 2,70 Meter lange und 2,90 Meter breite Zelle mit einem Tisch, einem Stuhl und glatt verputzten Wänden, aus denen eine schmucke Toilette und ein Waschbecken ...

"Mein Name ist also Mozart. Mein Zuhause ist eine 2,70 Meter lange und 2,90 Meter breite Zelle mit einem Tisch, einem Stuhl und glatt verputzten Wänden, aus denen eine schmucke Toilette und ein Waschbecken aus Stahl ragen…."
(AUSZUG AUS DEM BUCH)
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In Astrid Kortens Buch erzählt Tom Döbbe seine Geschichte. Er sitzt in der Todeszelle, wartet auf seine Hinrichtung. Die Schilderungen des Alltags im Todestrakt, die Hoffnugslosigkeit, die Leere, all das ist so eindrucksvoll und gefühlvoll von der Autorin beschrieben, dass die Beklemmung beim lesen auf mich übersprang. Kurze Kapitel und eine klare und ausdrucksstarke Sprache machen aus diesem Buch eine unglaubliche Leseerfahrung.

Der Wechsel zwischen der Gegenwart im Todestrakt und dem Rückblick, wie es dazu kam, ist der Autorin hervorragend gelungen. Nach und nach erfährt man mehr über Tom, sein Leben, seine Frau und seine Affäre. Diese Rückblicke zeigen, wie schnell das Leben aus der Spur kommen kann. Eine vermeintliche heile Welt, die durch eine Träne zum einstürzen gebracht wird.

Gebannt hing in an den Zeilen, wollte verstehen wie es dazu kommen konnte. Ich habe mit Tom gelitten und gehadert, hätte ihn manchmal am liebsten geschüttelt. Und vergaß vor lauter Anspannung sogar, mir Notizen zu machen….. Ich war erbost über Toms Feigheit im Laufe der Affäre, vor allem zum Ende hin. Zu einem Ende, dass mich fassungslos zurück ließ und noch lange nachhallen wird.

Ich war begeistert, wie Astrid Korten es wieder schaffte, so viele unterschiedliche Emotionen in das Buch herein zu bringen und kann jedem nur empfehlen, diesen erstklassigen Psychothriller zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2020

Ein erfrischender Regionalkrimi, der mich gut unterhalten hat.

Klingeltod und Kaiserschmarrn
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"Medina roch den Angstschweiß, der aus jeder ihrer Poren nach außen drang. Sie konnte ihre Lippen kaum mehr bewegen. Immer wieder versuchte sie es. Sie wollte schreien. So kräftig. Gedanklich schrie und ...

"Medina roch den Angstschweiß, der aus jeder ihrer Poren nach außen drang. Sie konnte ihre Lippen kaum mehr bewegen. Immer wieder versuchte sie es. Sie wollte schreien. So kräftig. Gedanklich schrie und kreischte sie um ihr Leben…"
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Ich habe bereits „Todesfall und Topfenstrudel“ von Kate Delore gelesen und mich dabei köstlich amüsiert. Darum war ich auf ihr neuestes Buch „Klingeltod und Kaiserschmarrn“ sehr gespannt. Auch wenn das Buch hier als Alpenkrimi deklariert ist, hat es durchaus humoristische Züge.

Die Protagonistin Emma, früher ein Partygirl in Berlin, lebt nun zurückgezogen auf einem Bauernhof. Schon auf den ersten Seiten ist ersichtlich, welchen Ballast sie mit sich herum schleppt. Sie benötigt nun etwas Ruhe, um mit ihren Ängsten fertig zu werden, es soll ein räumlicher und seelischer Neuanfang werden. Emmas seelische Anspannung war zum Teil fast greifbar, dennoch konnte ich mich nicht richtig mir ihr anfreunden. Ihr Bruder Valentin ist bei der örtlichen Polizei, wird dort vom wurstsemmelliebenden Kollegen liebevoll Burli genannt. Besonders gefallen hat mir der Bauer Toni, ich konnte ihn mir direkt vorstellen, wie er da auf seinem Traktor sitzt und reihenweise Mädels abschleppt 😉

Der lockere und erfrischende Schreibstil führt den Leser zügig durch das Geschehen, die Besonderheiten der bayerischen Dorfbewohner sind klasse dargestellt, kurze und klare Sätze runden das Ganze ab. Der Schürzenjäger, die Klatschbase, der unsympathische reiche Nachbar und der schusselige Dorfpolizist, jedes Klischee wird erfüllt. Die Autorin schildert die Umgebung ebenso detailverliebt wie auch die einzelnen Persönlichkeiten der Charaktere.

Lange tappte ich im Dunkel, eine Verbindung der einzelnen Vorkommnisse konnte ich nicht miteinander in Verbindung bringen. Eine Aufregung jagt die nächste, Emma kommt kaum zur Ruhe. Der Spannungsbogen baut sich erst nach und nach auf, um dann zum Ende hin nochmals Fahrt aufzunehmen. Fazit: Ein erfrischender Regionalkrimi, der mich gut unterhalten hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2020

unterhaltsame und spannende Fortsetzung

Madeiraschweigen
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"Fassungslos starrte er auf den Gegenstand, den er eben heraus geholt hatte: eine Hand mit abgeplatztem Nagellack. An der Stelle, an der einmal ein weiblicher Arm gewesen war, war nur noch ein ausgefranster ...

"Fassungslos starrte er auf den Gegenstand, den er eben heraus geholt hatte: eine Hand mit abgeplatztem Nagellack. An der Stelle, an der einmal ein weiblicher Arm gewesen war, war nur noch ein ausgefranster Stummel….."
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Dies ist der dritte Teil um Comissário Avila, den sympathischen Ermittler auf Madeira. Allerdings ist dieser Band auch für Neu-Einsteiger geeignet, am Anfang findet man nämlich eine Auflistung der Personen und ihrer Funktion.

Avilas Frau Leticia und ihre Freundin Ines, die auch noch die Frau von Avilas Chef ist, haben eine kleine Auszeit nötig und möchten sich auf einer Schönheitsfarm entspannen und verwöhnen lassen. Avila derweil kümmert sich um das gemeinsame Kind, den Hund und den Haushalt. Zu all dem wird auch noch eine abgetrennte Frauenhand gefunden, um die sich Avila kümmern muss.

Die bildhafte Sprache der Autorin sorgt für vergnügliche Lesestunden. Oft ertappte ich mich beim leisen Lachen, einfach herrlich wie sie Avilas Probleme in Alltagssituationen schildert. Die Gegend konnte ich mir wieder sehr gut vorstellen, Urlaubsfeeling machte sich breit. Trotz aller Leichtigkeit handelt es sich dennoch um einen Krimi. Die Ermittlungsarbeit ist manchmal etwas unkonventionell, aber schlussendlich zielführend.

Sehr schön fand ich die kurzen Passagen über den Besuch von Kaiserin Elisabeth von Österreich. Die Kaiserin war gerne auf Madeira, und die Anekdote zu diesem Besuch Ende des 19. Jahrhunderts gefiel mir sehr gut, auch wenn diese Begebenheit historisch nicht korrekt ist.

Ein unterhaltsamer und spannender Krimi mit einem liebenswerten Kommissar und seinem sympathischen Team, die außer knifflige Fälle lösen auch noch ihr Privatleben entwirren müssen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.09.2020

spannender Schwabenkrimi

Schoofseggl
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"Wenn du dich nicht bald meldest, geht es dir wie der blöden Russenschlampe,,,"
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Franz Walzer, ein ehemaliger Rechtsanwalt, Kneller, ein Puffbesitzer, ...

"Wenn du dich nicht bald meldest, geht es dir wie der blöden Russenschlampe,,,"
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Franz Walzer, ein ehemaliger Rechtsanwalt, Kneller, ein Puffbesitzer, alle haben ihr Vermögen auf einer Bank vermeintlich sicher untergebracht. Blöd nur, das das Finanzamt eine sogenannte Steuer-CD hat. Und diese bringt die feinen Herren in arge Bedrängnis…

Ich habe mich beim lesen köstlich amüsiert. Nicht weil der Krimi eine Komödie ist, sondern weil der Autor mit Wortwitz und viel schwäbischem Humor schreibt. Diesen Humor muss man mögen, ich liebe ihn da ich in der Gegend wohne, in dem der Krimi spielt. Der Schwabe und seine Eigenheiten sind so toll getroffen, einfach herrlich.

Jeder kennt hier irgendwie jeden, doppelte Geschäfte sind keine Seltenheit. Interessant, dass bei allen kriminellen Aktivitäten die feinen Herren sich keiner Schuld bewusst sind. Die anderen sind Verbrecher, sie nicht. Ist ja schließlich ihr sauer verdientes Geld, Schwarzgeld, dass sie heimlich über die Grenzen schmuggeln. Geld, für das so mancher über Leichen geht. Hier zeigt sich ganz deutlich, nicht jeder der feine Kleidung trägt, ist ein feiner Kerl. Eher so „außen hui, innen pfui“.

Trotz dem vermeintlich eher trockenen Thema liest sich das Buch flüssig, der direkte Schreibstil sorgt für kurzweiliges Lesevergnügen. Spannend zu lesen, wie jeder versucht, seine Schäfchen ins trockene zu bringen, da wird zu außergewöhnlichen Methoden gegriffen, zu Drohnen und Darth Vader-Masken. Ich habe mich beömmelt bei der Szene. Das ganze noch gekrönt mit einem Ende ganz nach meinen Geschmack. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere