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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2017

Die Geschichte einer Frau inmitten der Meister des Schwertes

Die Tochter des Fechtmeisters
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"Die Tochter des Fechtmeisters" ist ein neuer Roman aus der Feder von Sabine Weiß. Diesmal entführt sie den Leser in die Zeit Anfang des 17. Jahrhunderts. Clarissa, die Tochter des Rostocker Fechtmeister ...

"Die Tochter des Fechtmeisters" ist ein neuer Roman aus der Feder von Sabine Weiß. Diesmal entführt sie den Leser in die Zeit Anfang des 17. Jahrhunderts. Clarissa, die Tochter des Rostocker Fechtmeister Fritjoff, begleitet ihren Vater nach Frankfurt, wo die "Meister des Schwertes" gekürt werden. Dabei wird der Leser in verschiedene Handlungsstränge entführt, die sich erst nach und nach zusammenfügen. Auch vermittelt die Autorin viel Fachwissen und Zeitgenössisches, das sie in die Geschichte einfließen lässt. Aber teilweise entstehen auch Längen, die es zu überwinden galt. Letztendlich war ich mir auch nicht sicher, ob nicht ein paar weniger Handlungsstränge oder Nebenschauplätze gut gewesen wären, um mehr bei der Kernstory rund um Clarissa zu bleiben. Im Die Spannung in der Geschichte baut sich langsam auf, erreicht aber im letzten Drittel seinen Höhepunkt. Überrascht war ich aber, dass das Hauptgeschehen eigentlich knapp 100 Seiten vor der letzten Seite beendet war und das Geschehen danach irgendwie für mich nicht mehr nötig war. Hier hatte ich den Eindruck dass der Leser nur noch über die weiteren geschichtlichen Hintergründe informiert wird. In Summe ist "Die Tochter des Fechtmeisters" ein sehr gut recherchierter Roman, der für mich nicht ganz an die Geschichte der "Hansetochter" von Sabine Weiß heranreicht. Wer aber über die Fechtkunst und die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg lesen möchte, bekommt hier einen guten historischen Roman geboten.

Veröffentlicht am 16.08.2017

Schein oder Sein - Was steckt hinter der Fassade?

Harte Landung
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"Harte Landung" ist der erste Fall der Ermittlerin Patsy Logan von Ellen Dunne. Ein Startup Unternehmen steht kurz vor dem Börsengang und eröffnet seine Münchner Niederlassung. Doch dann überschattet ein ...

"Harte Landung" ist der erste Fall der Ermittlerin Patsy Logan von Ellen Dunne. Ein Startup Unternehmen steht kurz vor dem Börsengang und eröffnet seine Münchner Niederlassung. Doch dann überschattet ein tödlicher Fenstersturz einer führenden Managerin das Ganze. Patsy Logan, eine irisch stämmige Münchner Kommissarin, wird mit ihrer neuen Kollegin Kris auf den Fall angesetzt. Schnell soll sie zu Ermittlungsergebnissen kommen über den tragischen Unfall, aber sie erkennt das hier mehr dahintersteckt, ein geschickt getarnter Mord. Und ihre Ermittlungen reichen sogar bis Dublin, wo sie mit ihrem irischen Kollegen in den Tiefen der Firmenzentrale forschen muss, um neue Erkenntnisse und Hintergründe zu erfahren. Ellen Dunne zeichnet mit Patsy Logan eine sympathische Ermittlerin, die neben ihrem Dasein als Kommissarin auch mit einigem Privaten aufwartet. So erfährt der Leser von ihren irischen Wurzeln, ihrer Vergangenheit und auch ihrer Ehekrise. Denn ihr Mann wünscht sich sehnlichst Nachwuchs, aber wie so oft im Leben klappt halt nicht alles so wie gewünscht. Aber auch die Story rund um den Fall ist gut aufgebaut. Ohne großes Blutvergießen oder Brutalität stellt Ellen Dunne einen kriminalfall in den Raum, der so täglich passieren könnte. Ein Online-Unternehmen mit vorgefertigten Wertevorstellungen für die Mitarbeiter, eine Welt in der sich angeblich alle "lieb" haben, aber hinter der Fassade geht es knallhart zur Sache. Karriere, Macht und Geld, die tatsächlichen Antriebsfaktoren, an denen so mancher scheitert. "Harte Landung" ist für mich ein stimmiger, guter Krimi und Patsy Logan eine sympathische Ermittlerin. Man darf gespannt sein, wie es mit ihr und neuen Fällen weitergeht.

Veröffentlicht am 10.08.2017

Die Inszenierung der Todesmärchen ...

Todesmärchen
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"Todesmärchen" ist der dritte Band aus der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Reihe von Andreas Gruber. Hatte Sabine Nemez in den vorausgegangenen Bänden infolge ihrer Ausbildung zur Profilerin nur mit ...

"Todesmärchen" ist der dritte Band aus der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Reihe von Andreas Gruber. Hatte Sabine Nemez in den vorausgegangenen Bänden infolge ihrer Ausbildung zur Profilerin nur mit Maarten S. Sneijder zusammengearbeitet, so wurden beide jetzt von ihrem Vorgesetzten als Team vereint. Wollte sie ursprünglich noch ein paar Urlaubstage in München verbringen, so fand sie sich plötzlich mit Sneijder quer durch Europa reisend auf der Jagd nach einem Serienkiller wieder. Die Geschichte wird anfangs in zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen die Ermittlungen des BKA-Teams, zum anderen die Geschehnisse in einer Hochsicherheitsanstalt für abnorme Straftäter, in der der Serienmörder Piet van Loon untergebracht ist. Dies wird ergänzt durch Rückblicke vor fünf Jahren, als Sneijder Pit van Loon hinter Gitter bringen konnte. Schon bald führen diese Handlungsstränge immer mehr zusammen und sowohl der Leser, als auch die Protagonistin Nemez erfahren immer mehr über Sneijder's und van Loon's Vergangenheit. Und das ist ein wesentlicher Punkt. Andreas Gruber überrascht den Leser mit Zusammenhängen, die man im Vorfeld nicht erwartet hätte. Mit rasanter Spannung schickt der Autor einen auf die Lesereise. So flog ich nur so über die Seiten, immer neugierig was mich wohl auf der nächsten erwartet. Auch diesmal war ich absolut gefangen in der Story und am Ende nahm das Ganze eine Wendung, mit der ich absolut nicht gerechnet hatte. Da bin ich nur noch gespannt, wie sich das im vierten Band "Todesreigen", der in Kürze erscheint, weiter entwickelt. Andreas Gruber hat mit diesem Buch wieder bewiesen, das er absolut zurecht zu meinen Lieblingsautoren zählt und ich freue mich auf neuen Lesestoff von ihm.

Veröffentlicht am 03.08.2017

Dionysos und die Amnesie der Staatsanwältin ...

Die sieben Farben des Blutes
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"Die sieben Farben des Blutes" ist ein Thriller von Uwe Wilhelm, der ansonsten bereits mehr als 120 Drehbücher geschrieben hat. Mit großen Erwartungen ging ich daher an das Buch heran, denn der Klappentext ...

"Die sieben Farben des Blutes" ist ein Thriller von Uwe Wilhelm, der ansonsten bereits mehr als 120 Drehbücher geschrieben hat. Mit großen Erwartungen ging ich daher an das Buch heran, denn der Klappentext klang nach reichhaltig Spannung. Der Anfang war auch vielversprechend, aber dann verlor mich der Autor immer mehr. Nicht nur dass ich manche Szenen total übertrieben fand, auch die teilweise sehr derbe Ausdrucksweise fand ich nicht passend. Auch immer wieder konnte ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Uwe Wilhelm viele, viele Ideen hatte und diese alle auf einmal in ein Buch packen musste (von zum Beispiel Macho-Professor, über Nazis zu Amnesie). Hier wäre für mich weniger eindeutig mehr gewesen. Speziell der Amnesie der Staatsanwältin Helena Faber wurde zu viel Raum eingeräumt. Dies empfand ich irgendwann nur noch störend und nervig. Dagegen wusste ich als Leser sehr früh bzgl. der Täter Bescheid und musste die Protagonisten noch einige Zeit auf ihrer Suche nach Täter und Speicherchip begleiten. In Summe für mich ein Thriller mit guten Ansätzen, aber damit hatte es sich dann auch. Die Umsetzung als Ganzes konnte mich nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 26.07.2017

Der Alptraum einer Mutter ...

Schattenfreundin
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"Schattenfreundin" ist der erste Band aus der Charlotte Schneidmann und Peter Käfer Reihe von Christine Drews. Der Krimi der beiden Kommissare aus Münster ist auch für mich das erste gelesene Buch der ...

"Schattenfreundin" ist der erste Band aus der Charlotte Schneidmann und Peter Käfer Reihe von Christine Drews. Der Krimi der beiden Kommissare aus Münster ist auch für mich das erste gelesene Buch der Autorin. Es geht in diesem Fall um das Schlimmste was einer Familie passieren kann: Kindsentführung. Dabei ist ein interessanter Aspekt , dass die scheinbar neue Freundin der Mutter die Täterin ist. Der Leser weiß dies ebenfalls und trotzdem gelingt der Autorin die Geschichte ständig spannend zu halten. Man leidet mit den Eltern, spürt selbst die Ungewissheit und nimmt teil an den Verfehlungen und Hintergründen, die zu der Tat führten. Die Protagonisten wirken dabei alle nicht gekünstelt und Dank des flüssigen Schreibstils fliegt man als Leser nur so von Seite zu Seite. Christine Drews hat für mich einen guten Debütkrimi geschrieben, der sehr gut nachvollziehbar und schlüssig ist. Daher werde ich sicherlich noch zu weiteren erschienenen Fällen dieses Ermittlerteams greifen.