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Veröffentlicht am 19.06.2024

Der Schlüssel zu Geld, Macht und Unsterblichkeit

Der Zerberus-Schlüssel
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"Der Zerberus-Schlüssel" ist der vierte Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Als eine junge Architekturstudentin in Berlin ein halb verfallenes Haus begutachtet, macht sie die grausame Entdeckung ...

"Der Zerberus-Schlüssel" ist der vierte Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Als eine junge Architekturstudentin in Berlin ein halb verfallenes Haus begutachtet, macht sie die grausame Entdeckung einer mumifizierten Leiche, die bereits jahrelang an einem Balken hängt. Davor am Boden auf einem Zettel fixiert drei chinesische Schriftzeichen. Bevor sie die Polizei informiert, nimmt sie diese an sich. Zur gleichen Zeit werden in Berlin mehrere Männer exekutiert, alle auf identische Weise. Kommissar Callis wird auf den Fall angesetzt, tappt aber im Dunkeln bis sich ein sogenannter "Cleaner" dazu bekennt. Gleichzeitig wird in Großbritannien Major Llewellyn eine Namensliste von ehemaligen Ostagenten zugespielt, die alle auf mysteriöse Weise starben. Als auch noch die chinesischen Triaden an allem interessiert sind, wird das ganze zu einem undurchsichtigen Fall, der seine Verbindung anscheinend im dritten Reich hatte als 1940 ein Schiff von den Deutschen im Pazifik aufgebracht wurde. Gerd Schilddorfer springt in diesem Thriller durch einige verschiedene Zeitebenen mit unterschiedlichen Protagonisten. Als Leser muss man sich dabei erst mal zurechtfinden. Ebenso umfasst die Story in Summe gut 800 Seiten, wobei in diesem Band John Finch sehr lange fast nur eine Nebenrolle spielt, bevor auch er vermehrt ins Geschehen eingreift. Dies empfand ich selbst ein wenig schade, denn genau diese Hauptfigur mochte ich doch besonders aus den Vorgängerbänden. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, etliche der Figuren sind einem aus den anderen Bänden bereits bekannt und es ist schön sie auch in diesem Band wieder zu erleben. Obwohl dieser Thriller wieder spannend erzählt ist, hat er aber streckenweise diesmal ein paar Längen. Hier hätten vielleicht ein wenig Straffung gut getan. In Summe ist "Der Zerberus-Schlüssel" wieder ein gelungener Thriller, kommt aber für mich nicht ganz an die Vorgängerbände heran.

Veröffentlicht am 04.06.2024

Wenn Wasserstoff zur explosiven Mischung wird ...

Wasserstoff
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"Wasserstoff" ist ein Wissenschafts-Thriller von Dieter Aurass. Innerhalb kürzester Zeit geschehen in München drei Todesfälle, bei denen schnell klar wird dass diese etwas miteinander zu tun haben. Was ...

"Wasserstoff" ist ein Wissenschafts-Thriller von Dieter Aurass. Innerhalb kürzester Zeit geschehen in München drei Todesfälle, bei denen schnell klar wird dass diese etwas miteinander zu tun haben. Was anfangs wie ein Unglück, ein Unfall und ein Suizid aussieht fügt sich schnell zu drei Verbrechen zusammen. Denn alle drei Opfer haben die Verbindung über wasserstoffbetriebene Autos. Hauptkommissar Wurmleitner vom LKA fängt als Sonderermittler an die Spuren zu deuten und Hintergründe zu erforschen. Denn anscheinend geht es nicht nur um drei Morde, sondern um sehr viel Geld wenn die Forschungsergebnisse in die falschen Hände kommen. Und nicht nur er sucht die verschwundenen Projektunterlagen, sondern auch Mitarbeiter der Opfer und nicht zuletzt der Killer. Dieter Aurass setzt diesen Thriller in München rund um den Automobilkonzern mit den drei Buchstaben an. Für mich als Leser ein Heimspiel, dementsprechend neugierig war ich. Wasserstoffantriebe sind ja nicht neu, schon Anfang 1990 fuhren auf Münchner Straßen dazu Testfahrzeuge herum. Letztendlich konnte sich aber dieser Antrieb bis heute aus wirtschaftlichen und auch politischen Interessen nicht durchsetzen. Ob dies richtig ist, sei dahingestellt. Der Autor nimmt aber diesen Hintergrund her um einen spannenden Plot zu erzeugen. Über weite Strecken gelingt ihm das auch sehr gut. Die kurzen Kapitel, auch diese aus Sicht des Täters, sind flüssig zu lesen und nehmen einen mit auf die Lesereise. Was aber die Realität und Fiktion unterscheidet, ist dass ein Ermittler wie Wurmleitner im realen Polizeidienst nicht weit kommen würde. Ebenso die Gruppe um die Studentin Clarissa wäre einem wahren Auftragskiller hilflos ausgeliefert. Da dieser Thriller aber Fiktion ist darf er auch hier ein wenig übertreiben. In Summe finde ich "Wasserstoff" eine gelungene Lektüre und einen kurzweiligen Thriller mit einem Thema das darin gut eingebettet ist.

Veröffentlicht am 30.05.2024

Für Thor und Odin

Millennium Kingdom: Das Blut des Königs
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"Das Blut des Königs" ist der zweite Band der Millennium Kingdom Reihe von Tonny Gulløv. Ulf Palnatoki zieht im Auftrag seines Königs Gorm Richtung Wessex und Irland. Gemeinsam mit dessen Söhnen Harald ...

"Das Blut des Königs" ist der zweite Band der Millennium Kingdom Reihe von Tonny Gulløv. Ulf Palnatoki zieht im Auftrag seines Königs Gorm Richtung Wessex und Irland. Gemeinsam mit dessen Söhnen Harald und Knut sollen sie plündern und Kämpfer rekrutieren, die der König für unvermeidliche Schlachten zur Vereinigung dänischer Reiche benötigt. Doch die Raubzüge laufen nicht so wie ursprünglich geplant. Gorms älterer Sohn Knut Danaast fällt 947 bei einen dieser Raubzüge in Irland und Harald Blauzahn verbleibt als einziger Sohn. Nach der Rückkehr nach Jelling kommt König Gorm über den Verlust von Knut nicht hinweg und stirbt letztendlich als alter verbitterter König. Harald Blauzahn wird sein Nachfolger und rückt 958 auf dem Königsthron nach. Ulf Palnatoki hatte immer ein schwieriges Verhältnis zu Harald und dies beschreibt der Autor auch gut. Trotzdem kämpfen sie vereint weiter um das große Ziel der Vereinigung Dänemarks. In diesem zweiten Band beschreibt der Autor weitere rund 15 Jahre der dänischen Geschichte in seiner fiktiven Form. Das raue Leben der Wikinger und die verschiedenen Anhänger von Glauben wie die, die an den angenagelten Gott glauben, sowie die die den Fäden der Nornen und Thor anhängen. Die Zeit dazwischen möchte man glauben verbringen die Wikinger mit Beutezügen, Schlachten und Bier trinken. Letzteres übertreibt Tonny Gulløv aber erheblich. Wenn Ulf Palnatoki gefühlt jede zweite Seite sich betrinkt, dann passt dies nicht mit einem großen Schwertkämpfer zusammen. Dann wäre er eigentlich nur ein Säufer. Hier wäre es schön wenn dies in einem nächsten Band weniger Raum einnehmen würde. Denn trotz einiger Längen ist die Geschichte der Entwicklung von Dänemark durchaus interessant erzählt. Die Schlachten sind wie auch schon im ersten Band blutig, aber auch sehr spannend erzählt. Hier fiebert man als Leser schon eindeutig im Schildwall mit. Es macht einen daher durchaus neugierig wie in einem nächsten Band die Erzählung weitergeht. Sehr gut und hilfreich ist das Glossar am Ende des Romans, da man sonst schon einige Probleme mit den alten Namen von Städten und Begrifflichkeiten bekäme.

Veröffentlicht am 19.05.2024

Die dunkle Seite der Alpen

Tod im Chiemgau
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"Tod im Chiemgau" ist ein Kriminalroman von Mathias Lehmann. Toni Hauser war zehn Jahre nicht mehr in seinem Heimatort und nun liegt sein Vater im Sterben. Nur mit einem Wanderrucksack als Gepäck kommt ...

"Tod im Chiemgau" ist ein Kriminalroman von Mathias Lehmann. Toni Hauser war zehn Jahre nicht mehr in seinem Heimatort und nun liegt sein Vater im Sterben. Nur mit einem Wanderrucksack als Gepäck kommt er zurück nach Reit im Winkl und muss erfahren, dass er zu spät ist. Er beschließ nur bis zur Beerdigung zu bleiben, dann aber den Ort, wo zehn Jahre zuvor sein bester Freund Hans tödlich verunglückte, sofort wieder zu verlassen. Denn der örtliche Bürgermeister und Vater von Hans hat ihm nie verziehen. Er sieht in Toni den Schuldigen für den damaligen Tod seines Sohnes. Doch dann geschehen im nächsten Umfeld von Toni weitere Todesfälle und schnell steht für ihn und die ermittelnde Kommissarin Roxana Mayrhofer fest, dass man anscheinend Toni nach dem Leben trachtet. Mathias Lehmann erzählt diesen Krimi im im oberbayerischen Reit im Winkl, nahe der österreichischen Grenze. Dabei geht uns um alte Freundschaften und Beziehungen, aber auch lange währende Familienfeindschaften. Dazwischen der verlorene Sohn als Heimkehrer, aber auch die dörfliche Gemeinschaft mit ihren Abhängigkeiten. Die Kapitel sind kurz gehalten, der Schreibstil flüssig. Und obwohl ich früh den richtigen Verdacht bzgl. der Täterschaft hatte liest sich dieser Krimi sehr angenehm. "Tod im Chiemgau" ist ein gelungener Regionalkrimi eingebettet in die schöne Bergwelt der Chiemgauer Alpen.

Veröffentlicht am 15.05.2024

Freundschaft und Neuanfang am Gnadenhof für Tiere

Das Licht in den Birken
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"Das Licht in den Birken" ist ein Roman der Autorin Romy Fölck. Das Buch handelt über Freundschaft und Neuanfang dreier Menschen, die sich vorher nicht kannten und ihre Wege sich kreuzen. Thea war mit ...

"Das Licht in den Birken" ist ein Roman der Autorin Romy Fölck. Das Buch handelt über Freundschaft und Neuanfang dreier Menschen, die sich vorher nicht kannten und ihre Wege sich kreuzen. Thea war mit Anfang dreißig nach einer gescheiterten Beziehung nach Portugal ausgewandert und kehrt nun nach über zwanzig Jahren in ihre Heimat in der Lüneburger Heide zurück. Benno betreibt einen Gnadenhof für Tiere auf dem vormals elterlichen Hof und ist über beide Ohren verschuldet. Juli ist ein junges Mädchen dass sich auf Wanderschaft nach Amsterdam begeben hat, nachdem ihr geliebter Opa gestorben ist und sie mit ihrer Mutter im ständigen Streit lebt. Thea zieht in Bennos Hof zur Untermiete ein und Juli strandet mit verletztem Knöchel ebenfalls dort. Das Buch erzählt die Geschichte dreier Menschen, die sehr unterschiedlich sind, aber auch sich immer mehr annähern. Dabei öffnen sie sich gegenseitig immer mehr, werden sich vertrauter und es entsteht ein Miteinander. Eine Freundschaft zwischen den dreien. Romy Fölck beschreibt dies in einer empathischen Form, die den Leser in dem Setting gefangen nimmt. In die Story einzutauchen war für mich ein Genuss, teils mit den Protagonisten mitzufühlen ein besonderes Leseerlebnis. Eine Geschichte, die ans Herz geht, ohne in kitschige Klischees abzudriften. Im Gegenteil - Romy Fölck konnte mich mit "Das Licht in den Birken" vollends für diesen Roman gewinnen und mir hat er sehr gut gefallen. Für mich eine wunderschöne Geschichte und eine klare Leseempfehlung.