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Veröffentlicht am 28.05.2023

Der Traum von Freiheit

Mit dem Mut zur Liebe
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"Mit dem Mut zur Liebe" ist ein weiterer Roman von Hera Lind, der auf den wahren Erlebnissen "normaler" Menschen beruht, die an die Schriftstellerin herangetragen wurden.

Diesmal stehen Dieto und seine ...

"Mit dem Mut zur Liebe" ist ein weiterer Roman von Hera Lind, der auf den wahren Erlebnissen "normaler" Menschen beruht, die an die Schriftstellerin herangetragen wurden.

Diesmal stehen Dieto und seine Erlebnisse in den letzten Kriegs- und Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkrieges und seine Liebe zu der Artistentochter Johanna ab dem Jahr 1957 im Mittelpunkt. Sie und ihre Familien lebten damals im sowjetischen Sektor und auch Dieto machte eine Karriere als Artist in der DDR, hatte aber immer mehr den Drang, gemeinsam mit seiner großen Liebe Johanna zu fliehen.

Zunächst einmal finde ich den Klappentext recht ungünstig formuliert, da er einerseits schon recht viel verrät, andererseits suggeriert, dass die Flucht aus der DDR absolut im Mittelpunkt der Handlung steht, die Geschichte aber in Wirklichkeit schon viel früher beginnt und ausführlich auch die Vorgeschichte bis zum Kennenlernen von Johanna und Dieto erzählt wird. Insgesamt ist Dietos Lebensgeschichte aber sehr abenteuerlich, ereignisreich und beeindruckend und auch die Liebe zwischen ihm und Johanna scheint sehr groß gewesen zu sein, wie es im Buch wirkt. Manchmal drückt sich die Autorin aber auch etwas zu schwülstig für meinen Geschmack aus, wenn immer wieder der reine Charakter der "lieben" Johanna hervorgehoben wird. Das mag aber auch an Dietos Art, von seiner Frau zu erzählen, die Hera Lind berücksichtigen wollte, gelegen haben.

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Veröffentlicht am 27.05.2023

Neubeginn auf Rügen

Wo du mich findest
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Ich kenne wahrscheinlich so ziemlich alle Bücher von Anne Barns und so hat auch dieses direkt meine Neugier geweckt, zumal Cover und Ort der Handlung mich angesprochen haben. Allerdings unterscheidet ihr ...

Ich kenne wahrscheinlich so ziemlich alle Bücher von Anne Barns und so hat auch dieses direkt meine Neugier geweckt, zumal Cover und Ort der Handlung mich angesprochen haben. Allerdings unterscheidet ihr neuestes Werk sich doch ziemlich von den anderen Romanen der Autorin und geht meiner Meinung nach mehr in die, aktuell recht verbreitete, Selbstfindungs-Thematik.

Protagonistin Sophie kann den Fremden nicht vergessen, der an der Ostsee über ihre Hundeleine gestolpert ist und sich deshalb sein Hemd mit Kaffee beschmutzt hat. Näher kennengelernt hat sie ihn dabei nicht, dennoch taucht er immer wieder in ihren Träumen auf und hält sie nachts wach. Da sie mit dem Tod ihres Vaters und kurz darauf ihrer besten Freundin und einer kriselnden Beziehung einige Schicksalsschläge zu verkraften hat, wünscht sie sich, die Erlebnisse mit dem Fremden in ihren Träumen wären stattdessen die Realität und macht schließlich wirklich Nägel mit Köpfen, trennt sich von ihrem Mann und begibt sich auf Rügen auf die Suche nach dem Fremden, den sie dort bald auch findet.

Grundsätzlich ist diese Geschichte mal etwas Anderes als andere Liebesgeschichten. Für meinen Geschmack blieb der Fremde aber etwas blass und wenig greifbar, die anderen Bekanntschaften, die Sophie auf Rügen macht, empfand ich irgendwie als gewinnbringender. Die Atmosphäre auf der Insel wird recht gut eingefangen und der Schreibstil wirkt durch die ungewöhnliche Erzählperspektive sehr persönlich. Zudem ist die Geschichte weitgehend im Präteritum verfasst, was relativ elegant klingt. Insgesamt eine lesenswerte Geschichte, die vielleicht auch Mut macht, selbst noch einmal alles zu überdenken und einen Neustart zu wagen, aber anders als das, was ich bisher von Anne Barns gewohnt war.

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Veröffentlicht am 27.05.2023

Ein schweres Päckchen zu tragen

First & Forever, Band 1 - Be My First
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Das junge Basketballtalent Connor wechselt kurz vor dem Abschluss die Highschool, weil die neue Schule ihm in sportlicher Hinsicht eine aussichtsreichere Zukunft verspricht, was wichtig für ihn und seinen ...

Das junge Basketballtalent Connor wechselt kurz vor dem Abschluss die Highschool, weil die neue Schule ihm in sportlicher Hinsicht eine aussichtsreichere Zukunft verspricht, was wichtig für ihn und seinen alleinerziehenden Vater ist. Dieser hat ihn allein groß gezogen, nachdem Connors Mutter verschwunden ist, aber das Geld in ihrem Männerhaushalt ist knapp, weshalb Connor ein Stipendium braucht, um studieren zu können. In der neuen Nachbarschaft von Connor und seinem Vater lebt Ava mit ihrer traumatisierten und kriegsversehrten Mutter und ihrem Stiefbruder. Sie opfert sich sehr für ihre Mutter auf, worunter ihr Privatleben und die Highschool leiden. Connor gelingt es aber, ihre Schutzmauern zu überwinden und ihr trotz allem näher zu kommen.

Beide Protagonist:innen in der Geschichte eint, dass ihre Kindheit und Jugend von Armut und einschneidenden Erlebnissen geprägt war, weshalb sie sich vielleicht auch so gut verstehen. Grundsätzlich sind sie mir, durch die Art, wie sie mit ihrem Schicksal umgehen, auch sympathisch. Stellenweise steigern sie sich aber auch etwas zu sehr in etwas hinein oder sehen Hindernisse, wo eigentlich gar keine sind. Auch waren mir der Anteil an Szenen, in denen sexuelle Handlungen eine Rolle spielten, etwas hoch, hier wäre weniger mehr gewesen. Das Finale dieses ersten Teils hat mich ebenfalls nicht vollkommen zufrieden gestellt. Der Schreibstil war jedoch gut und flüssig lesbar. Die Covergestaltung empfand ich als relativ nichtssagend. Insgesamt würde ich das Buch aufgrund des jungen Alters der Hauptpersonen und ihren damit verbundenen Verhaltensweisen und Erfahrungen eher jugendlichen als erwachsenen Leser:innen empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.05.2023

Zeitreise zu den Anfängen der Semperoper

Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie
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Der neue historische Roman von Anne Stern spielt in Dresden im Jahr 1841, wo gerade das königliche Hoftheater, der Vorgänger der heutige Semperoper eröffnet wurde. Dieses Theater spielt dann auch eine ...

Der neue historische Roman von Anne Stern spielt in Dresden im Jahr 1841, wo gerade das königliche Hoftheater, der Vorgänger der heutige Semperoper eröffnet wurde. Dieses Theater spielt dann auch eine bedeutende Rolle in der Geschichte.

Die etwa 20-jährige Elise Spielmann steht im Mittelpunkt der Handlung. Sie stammt aus einer sehr musikalischen Familie und entdeckte selbst auch schon sehr früh ihre Leidenschaft für's Geige Spielen. Beruflich darf sie dieser, wenn es nach ihren Eltern und den damaligen gesellschaftlichen Konventionen geht, aber nicht nachgehen, sondern sie soll möglichst bald einen wesentlich älteren Mann heiraten, den sie kaum kennt. Während einer Vorstellung im neu eröffneten königlichen Hoftheater lernt sie dann aber den talentierten Bühnenmaler Christian Hildebrand kennen, der als Waisenkind und aus einer ganz anderen Schicht, aber niemals von ihren Eltern akzeptiert werden würde.

Mir hat diese Zeitreise in die Anfangszeit der Semperoper sehr gut gefallen. Es geht um Musik und die Arbeit am Theater, aber nicht nur, auch gesellschaftliche Zwänge spielen eine große Rolle und auch die langsam aufkommende Frauen- und Arbeiterbewegung. Das alles fand ich sehr spannend und der Schreibstil der Autorin war zudem, wie von ihren anderen Büchern gewohnt, gut verständlich und anschaulich. Elise war mir als Protagonistin sehr sympathisch. Ich bin auf jeden Fall schon sehr auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Nicht so ganz mein Fall

The Love Test – Versuch’s noch mal mit Liebe
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Allison hat eine Promotionsstelle im Bereich mittelalterliche Literatur an der Uni ergattert, was genau ihr Ding ist und auch die Professorin, die sie dort betreut, ist ihr sehr sympathisch. Nur leider ...

Allison hat eine Promotionsstelle im Bereich mittelalterliche Literatur an der Uni ergattert, was genau ihr Ding ist und auch die Professorin, die sie dort betreut, ist ihr sehr sympathisch. Nur leider ist der zweite neue Mitarbeiter dort ihr Exfreund Colin, der sich vor einigen Jahren auf unschöne Weise von ihr getrennt hat und mit dem sie nun (wieder) in einen Wettbewerb treten muss, weil nicht beide dauerhaft von der Professorin betreut werden können.

An sich klang diese Geschichte recht nett und auch das Cover hat mich angesprochen. Allerdings wurde ich dann mit den Protagonist:innen nicht so recht warm, sie wirkten oft recht unreif und doch sehr auf ihr berufliches Vorankommen fixiert und dadurch verbissen. Außerdem fand ich den Body Positivity Aspekt rund um Allisons Figur nicht besonders gut umgesetzt, dafür werden mir ihre Rundungen viel zu oft (auf negative Art und Weise) thematisiert. Positiv ist, dass mit der Geschichte rund um Allisons Vater und wie er sie geprägt hat, schon etwas Tiefgang vorhanden ist, auch wenn ich auch in diesem Zusammenhang nicht alle Handlungen nachvollziehen konnte. Auch die Bezüge zur mittelalterlichen Literatur fand ich interessant und der Schreibstil war gut lesbar. Für meinen Geschmack hätten die erotischen Szenen aber etwas weniger explizit ausfallen dürfen und so Platz für Phantasie lassen.

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