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Veröffentlicht am 20.10.2019

Kochen mal anders

Filmreif kochen
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Die Autorin Eva Dotterweich hat mit ihrem neuesten Werk „Filmreif kochen“ ein Kochbuch der etwas anderen Art auf den Markt gebracht. Wer TV-Serien liebt, der kann seine Vorliebe zukünftig auch kulinarisch ...

Die Autorin Eva Dotterweich hat mit ihrem neuesten Werk „Filmreif kochen“ ein Kochbuch der etwas anderen Art auf den Markt gebracht. Wer TV-Serien liebt, der kann seine Vorliebe zukünftig auch kulinarisch umsetzen.

Auf 160 bebilderten Seiten finden sich jede Menge interessante und ausgefallene Rezepte, die in 4 Kategorien mit jeweils 3 Unterkategorien aufgeteilt sind.

Filmreife Originale
Orange is the New Snack
Jurassic Pork
Baking Bread

Cookbuster
Immer wieder sonntags (Tatort)
Mett Men
Teufelsbraten

Genuss in Serie
Better Call Salt
House of Tartes
Der Tatortreiniger

Meine Liste
Game of Scones
Küchenhelfer
Trockenzeit

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde bei Lesejury.de erhalten und in einem Zeitrahmen von 3 Wochen haben die Teilnehmer einige Rezepte aus diesem Buch gekocht/gebacken und uns über die erzielten Ergebnisse ausgetauscht.

Schon beim Stöbern in der Leseprobe, ist mir in der Unterrubrik „Orange ist the new Snack“ die „Kürbis-Tomaten-Suppe mit Hähnchenspießen“ ins Auge gefallen – das war dann auch das 1. Rezept, welches ich gekocht habe.

Das Rezept war einfach zu verstehen und leicht umzusetzen; heraus kam eine leckere Suppe. Die Zutaten sind für 4 Personen angegeben, die Mengenangabe ist auf jeden Fall sehr großzügig ausgelegt.

Dann habe ich die „Mango-Blutorangen-Schnitten“ gebacken. Auch hier war die Schritt-für-Schritt-Anweisung einfach zu befolgen und technisch ist das Ergebnis wirklich gut gelungen. Dafür, dass meinem Mann und mir die Schnitte geschmacklich nicht
entgegen kam, kann die Autorin nichts.
Als nächstes habe ich das Grundrezept des Brotes aus der Rubrik „Breaking Bread“ gebacken.

Im Rezept ist die Menge Salz mit 1,5 ESSlöffel angegeben, ich hatte mich verlesen und habe die gleiche Menge TEElöffel in den Teig getan und das war genau richtig. Mit 1,5 EL könnte das Brot tatsächlich etwas versalzen sein (so wurde es in der Leserunde auch erwähnt).

Mein Brot hatte nicht wirklich eine schöne Kruste, geschmacklich war es Brot jedoch einwandfrei und tatsächlich war es auch am 3. Tag noch schön saftig und frisch. Da mein Mann keine Oliven, Knoblauch oder Tomaten im Brot haben möchte, habe ich hier nur die Grundvariante gebacken. Für mich werde ich jedoch die Variante „Sizilianischer Mafioso“ noch ausprobieren.

Aus der Rubrik „House of Tartes“ habe ich mich dann an die „Washington-Hero-Taschen“ gewagt. Grundsätzlich war sowohl die Füllung als auch die gefüllten Blätterteigtaschen leicht herzustellen. Obwohl ich mich genau ans Rezept gehalten habe, sind die Taschen während des Backvorganges ausgelaufen. Da die Füllung reichlich bemessen war und ich nicht alles in den Taschen untergebracht hatte, konnte ich die restliche Füllung noch zu den Taschen servieren. Aufgrund der Schinkenwürfel und des Blauschimmelkäses, beides Komponenten, die sehr salzig sein können, habe ich kein zusätzliches Salz (wie im Rezept angegeben) zugefügt. Ich habe die Taschen mit einem grünen Salat serviert und aus den Rezepten, die ich für die Leserunde gekocht/gebacken habe, sind diese Taschen mein Highlight gewesen.

Die Rezepte in der Unterkategorie „Teufelsbraten“ habe ich mit tropfendem Zahn betrachtet, jedoch nichts davon gekocht, da die Mengenangaben durchweg für 6 Personen sind und wir nur zu 2 sind.

Aus der Unterkategorie „Game of Scones“ habe ich dann noch die „Lauch-Cheddar-Scones“ zubereitet. Auf dem Bild im Kochbuch sind sehr schön die einzelnen Komponenten, wie die Walnusskerne oder die Lauchzwiebeln zu erkennen. Ich hatte die Füllung im Thermomix leider 2 Sekunden zu lange geschreddert, so dass meine Scones optisch eher aussehen wie ein Kuchen. Scones-Teig ist nicht ganz so leicht herzustellen und so war ich stolz, dass das Ergebnis tatsächlich zufriedenstellend war.

Ich hatte vor meine Bewerbung zur Leserunde darauf geachtet, ob man für die einzelnen Rezepte exotische und/oder ausgefallene Zutaten benötigt. Dem ist nicht der Fall. Ich mag es nämlich nicht, wenn man für ein Rezept etwas kaufen muss, von dem man dann nur 1 Tropfen benötigt und der Rest dann jahrelang im Schrank vor sich hin gammelt, da man es in keinem anderen Rezept verwenden kann. Alle Zutaten konnten problemlos im örtlichen Supermarkt eingekauft werden und liegen preislich in einem zumutbaren Rahmen.
Worauf ich jedoch nicht geachtet hatte, war die Angabe der Hilfsmittel. So benötigt man für die „Mango-Blutorangen-Schnitten“ eine rechteckige Springform 24 x 36 cm. Da ich diese nicht habe, habe ich mir mit einem Backrahmen geholfen. Problematisch wurde es jedoch dann, als die ganze Sache zur Kühlung in den Kühlschrank musste. Da der Backrahmen keinen Boden hat, musste das ganze Backblech in den Kühlschrank.

Ebenso benötigt man für das Brot eine 30 cm lange Brotbackform mit 1,7 Litern Inhalt. Auch diese findet sich nicht in meinem Schrank, meine Brotbackform ist entweder größer oder kleiner. Also habe ich auch hier einen Tortenring als Hilfsmittel genutzt.

Im Rahmen der Leserunde hatte ich nun diese Rezepte ausgesucht, ich habe jedoch noch einige Rezepte markiert, die ich in naher Zukunft ausprobieren werde. So steht das „Ofenhuhn mit Salzzitronen“ ganz oben auf der Liste. Da ich in keinem hier ansässigen Supermarkt Salzzitronen bekommen habe, ich aber im Rahmen der zeitlichen Begrenzung der Leserunde keine Zeit hatte, diese selbst einzulegen, werde ich das außerhalb der Leserunde auf jeden Fall nachholen.

Für mich gehört zu einem Rezept ein Bild – ich möchte gerne sehen, wie das Endergebnis meiner Herstellung im besten Falle aussehen soll und hier hat die Autorin nicht gespart (Bilder in einem Kochbuch sind eine Kostenfrage). Jedes Rezept ist mit einem optisch ansprechenden Foto ausgestattet und diese Bilder machen Lust aufs Kochen. Vor jeder Rubrik gibt es eine kleine Einführung „für Fans der Serie“ und eine kurze Erklärung der Serie „für Nichtkenner“.

Alles in allem hat die Autorin hier eine schöne und ausgefallene Rezeptsammlung zusammengestellt, mit der man durchaus seinen Fernsehabend aufwerten kann. Die Mengenangaben sind oft großzügig bemessen und bei manchen Rezepten kann man eventuell etwas Zucker und/oder Salz reduzieren.
Ich werde das Buch sicherlich noch öfter zur Hand nehmen um daraus zu kochen oder die Snacks herzustellen.

Vielen Dank an Eva Dotterweich, den Bastei-Lübbe-Verlag und Lesejury.de für die Überlassung des Buches und die Teilnahme an der Kochbuch-Leserunde.

Auf meinem Blog gibt es die Rezension mit Bildern: https://buechersindfliegendeteppiche.wordpress.com/?p=5669

Veröffentlicht am 15.10.2019

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Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.
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Im Zeitalter der permanenten Erreichbarkeit, haben sich 8 Personen zusammengefunden, um sich für einige wenige Tage eine digitale Auszeit zu gönnen. Kein Internet, keine Smartphones …. offline ...

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Im Zeitalter der permanenten Erreichbarkeit, haben sich 8 Personen zusammengefunden, um sich für einige wenige Tage eine digitale Auszeit zu gönnen. Kein Internet, keine Smartphones …. offline eben.

Durchgeführt und begleitet wird diese „Digital Detox“-Reise von der Agentur „Tripple-O-Journey“ - wobei die 3 O für „Out of Ordinary“ stehen, also für „außerhalb des Gewöhnlichen“. Und genau das wird diese Reise für die Teilnehmer. Sie wird außergewöhnlich, aber in diesem Fall ganz sicher nicht im positiven Sinne.

Die Teilnehmer der Tour sind: Jennifer König und ihre ArbeitskollegInnen Thomas Strasser, Anna Simonis und Florian Trappen. Sie arbeiten bei „Fuchs Telecom“, haben also beruflich den ganzen Tag mit Smartphones zu tun und mit der Programmierung von Apps. Sie stellen eigentlich die beste Zielgruppe für diesen Urlaub dar. Ebenso gönnen sich das Ehepaar Annika und Matthias Baustert, Sandra Weber und David Weiss eine digitale Auszeit . Die 8 Teilnehmer werden begleitet von Johannes Petermann, in seiner Eigenschaft als Teamleiter/Tourguide, Ellen Weitner, die noch recht neu bei Tripple-O ist und Nico Schwerte, der ein hervorragender Bergführer ist und die Gruppe sicher zum Hotel und auch wieder zurück begleiten wird.

Bevor sie sich zu ihrem Urlaubsdomizil aufmachen, geben alle Teilnehmer ihre Smartphones & Tablets bei Johannes ab. Die Anreise zum Hotel erfolgt mit Schneeschuhen, in einem stundenlangen Fußmarsch, überwiegend bergauf.

Ihr Domizil für die nächsten Tage ist das „Mountain Paradise“-Hotel in den Berchtesgadener Alpen, welches zu einem Luxusresort abseits von Stress und Trubel aus-/umgebaut werden soll. Die Gruppe bewohnt die Zimmer im schon renovierten Flügel des Hotels und außer den Hausmeistern Timo und Horst befindet sich aktuell keine Menschenseele in diesem Haus. Noch nicht einmal Angestellte. Zimmerservice gibt es keinen, das Essen wird von den Gruppenmitgliedern selbst zubereitet.

Beim 1. gemeinsamen Frühstück fehlt einer der Teilnehmer: Thomas Strasser. Nachdem geraume Zeit verstrichen ist und Tom auch in seinem Zimmer nicht aufzufinden ist, macht sich die Gruppe auf, um ihn zu suchen. Die Suche verläuft erfolgreich, doch das was sie finden ist verstörend und schockierend, denn Tom ist auf grausamste Art verstümmelt, aber er lebt noch, wenn auch nur für kurze Zeit.

Sofort stellt sich für alle die Frage: Wer ist zu solch einer Grausamkeit fähig? Ist es jemand aus der Gruppe? Eine der beiden Hausmeister? Oder befindet sich – entgegen aller Aussagen – doch noch jemand anderer im Hotel?

Am nächsten Tag fehlt Anna ………

Mit „Offline“ habe ich meinen ersten Phychothriller des Autors Arno Strobel gelesen. Ich muss gestehen, ich bin ein wenig enttäuscht, denn ich hatte mir hier deutlich mehr versprochen. Ok, als Autor kann man nicht mit jedem Buch das Rad neu erfinden, deswegen gibt es diese Konstellation – mehrere Personen auf engstem Raum, keine Kontaktmöglichkeit zur Außenwelt, Mord und Totschlag – schon öfter mal. Wenn ich das richtig gelesen habe, hat der Autor selbst diese Thematik schon in dem ein oder anderen Buch untergebracht.

Aber der Reihe nach:
Das Buch beginnt mit einem wirklich spannenden Prolog – nachdem Katrins‘ Smart Speaker „Ella“ zuerst einmal den Dienst verweigert, führt er (sie?) mitten in der Nacht dann ein ziemlich gespenstiges Eigenleben. Diese Szene hat mich richtig angefixt und neugierig auf die Geschichte werden lassen.

Von nun an folgt aber leider Klischee auf Klischee. In der Reisegruppe treffen wir sowohl auf „den Dicken“, als auch auf „den Coolen“ und „den Psychotischen“ und ebenso auf „die Geheimnisvolle“.

Als die Reisegruppe das Hotel, erreicht hat, fängt es natürlich extrem an zu schneien und es hört auch so schnell nicht mehr auf – Flucht aus dem Hotel bzw. Rettung von Außen sind ausgeschlossen und natürlich wird das einzige Funkgerät, das sich im Haus befindet, vom Täter zerstört………

Übrigens hätte niemand sein Smartphone/Tablet vor Beginn der Reise abgeben müssen, das Hotel liegt so weit abgelegen, dass es dort sowieso keinen Empfang gibt.

Wie erwartet, verdächtigen sich die Personen alle untereinander und die Stimmung und der Umgang miteinander wird sehr schnell sehr rau. Immer wieder gibt es neue Indizien, die gegen jemanden sprechen und immer wieder gibt es dann eine neue Information oder ein neues Ereignis, was den Fokus dann wieder auf eine andere Person lenkt.

Irgendwie handeln die Protagonisten in meinen Augen nicht sonderlich clever. Statt, dass sie sich alle zusammen im gleichen Raum aufhalten, damit man sich gegenseitig überwachen kann, zieht sich abends jeder auf sein Zimmer zurück. Dass das nicht schützt, hat man bei Thomas und auch bei Anna gesehen.
A pro pos Anna: Ich habe keine Ahnung ob das, was man von und über Anna erfährt, tatsächlich realistisch ist. Der Täter hat sie nicht umgebracht, aber extrem verstümmelt. Kann man in ihrem Zustand noch klar denken? Ich weiß es nicht, aber ich habe darüber tatsächlich eine ganze Zeit lang nachgedacht.

Die Auflösung der Geschichte war teilweise überraschend, obwohl ich schon vorher eine leichte Ahnung hatte. Aber auch hier frage ich mich, warum Person A Person B nicht einfach ein tötet und sich dann vom Acker macht? Warum dieser Umweg über Thomas und Anna? Klar, es wäre kein Thriller sondern eher ein Krimi, gäbe es im Verlauf der Geschichte nur 1 Leiche…….

Je länger ich darüber nachdenke und an dieser Rezension sitze, desto mehr merke ich, dass die Geschichte mich nicht wirklich gepackt hat. Schade, dass mein 1. Kontakt mit einem Strobel-Buch nicht besser ausgefallen ist. Ich hatte hier tatsächlich Spannung erwartet, die mir das Blut in den Adern gefrieren oder mich nachts nicht schlafen lässt. Zumal ich das Thema „Digital Detox“ wirklich gut finde.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm und gut zu lesen, weswegen ich sicherlich noch ein weiteres Buch von ihm lesen werde, das schon seit einiger Zeit in meinem Regal schlummert. Vielleicht kann er mich mit einer anderen Thematik ja doch noch überzeugen.
Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so. Vielleicht gefällt das Buch ja Dir, auch wenn es mich nicht wirklich mitnehmen konnte.

Veröffentlicht am 22.09.2019

„Aurora“ – die Göttin der Morgenröte

Das #Zukunftsspiel
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ACHTUNG - Enthält Spoiler !!

Veronika hat gerade den Super-Gau einer jeden Beziehung hinter sich. Ihr Mann Helmut hat sie wegen einer Anderen verlassen und sie ist dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. ...

ACHTUNG - Enthält Spoiler !!

Veronika hat gerade den Super-Gau einer jeden Beziehung hinter sich. Ihr Mann Helmut hat sie wegen einer Anderen verlassen und sie ist dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Ein neues Leben in einer günstigen Wohnung, mit einem pubertierenden Sohn , finanziellen Engpässen und jeder Menge Zukunftsängsten. So ist es nicht verwunderlich, dass sie für einen Abend all das einmal vergessen und mit ihrer Freundin Lisa einen schönen Abend verbringen möchte. Sie machen sich auf in den Club „Kollosso“, nicht ohne auf dem Weg dorthin die neuesten Vorschläge der „Lovelife-App“ zu checken, mit deren Hilfe Veronika einen neuen Partner sucht. Das Profil von „Matt39“ ist verheißungsvoll und wie der Zufall es will, findet man sich dann perfekterweise auch noch im „Kollosso“.

Veronika und „Matt39“ alias Mathias Schindler verbringen eine aufregende Nacht miteinander und landen letztendlich in der Wohnung von Matt. Neben den Aktivitäten, über die ich hier aus Gründen der Privatsphäre einen Mantel des Schweigens breite, kommen Veronika und Mathias natürlich ins Gespräch. Veronika erzählt Mathias, dass sie oft genervt ist von der Werbung, die ihr permanent per Push-Nachricht auf ihr Handy geschickt wird. Werbung, von Dingen, die sie eigentlich nicht braucht, die aber doch irgendwie immer zur Situation und/oder Umgebung passen. So, wie z. B. einen Gutschein für ein Freigetränk im „Kollosso“, während sie sich gerade an diesem Ort aufhält. Im Laufe dieses Gespräches stellt sich heraus, dass Mathias Direktionspartner der Better Life Company (BLC) ist, der Firma, die unter anderem die „Lovelife-App“ auf den Markt gebracht hat. Was nun folgt ist irgendwie eine Art „Rekrutierungsgespräch“, denn Matt schwärmt so sehr von seiner Company und der neuesten App, die zu diesem Augenblick eigentlich auch noch top secret sein soll, dass Veronika mit der brandneuen und vor allen Dingen kostenlosen „All Device – One Human App“ – Rufname „Aurora“ auf ihrem Handy nach Hause geht. Mit „Aurora“ ist zukünftig alles möglich.

Da Veronika ihrem Smartphone auch vor „Aurora“ schon sehr zugetan war (sie nennt ihr Smartphone „Mein zweites Gehirn“), wird „Aurora“ nun zur ständigen digitalen Begleiterin für sie. „Aurora“ versorgt ihre Nutzerin permanent mit Informationen aus aller Welt und der Community und durch das Wegwischen oder Anklicken der entsprechenden News lernt der Algorythmus, welche Informationen für Veronika zukünftig interessant sind oder eher nicht. Nach kurzer Zeit lädt „Aurora“ zum „Fit for Life Game“ ein.

Das „Fit for Life Game“ ist simpel, es wirkt und es hilft seinen Nutzern gezielt weiter. Nach einem ausführlichen Mental Body Check bekommen alle Teilnehmer einen persönlichen Entwicklungsplan in Form von Aufgaben und persönlichen Übungen, welche täglich zu absolvieren und zu bestehen sind. (Zitat Seite 59)

Die im „Fit for Life Game“ erreichten Punkte werden dem „Personal Score Plan“ (PSP) zugeordnet und diese Punkte sind außerordentlich wichtig. Sie bestimmen, an welchen Vorzugsprogrammen ein Lifepartner teilnehmen kann, oder eben nicht. Das Spiel funktioniert nach dem Multi-Level-Marketing-Prinzip. Jeder Spieler muss andere Spieler werben, an dessen Fortschritt man dann entsprechend Punkte verdient und an jedem von diesem Spieler geworbenen Spieler verdient man noch einmal mit. Das Leckerli an der Spiel-Geschichte: Die gewonnenen Punkte kann man selbstverständlich in die hauseigene Kryptowährung „Better Life Coin“ umwandeln, die man wiederum selbstverständlich über die dem Programm angeschlossenen Dienstleister eintauschen kann und man kann sie sich, im Falle eines Falles, sogar auszahlen lassen (was aber gar nicht das gewünschte Ziel dieser App ist).

Viktoria hat gerade einen finanziellen Engpass - man kann sich also vorstellen, wie viel Zeit sie darauf verwendet, entsprechende Mitspieler zu rekrutieren.Und immer wenn „Aurora“ durch ein „Ping“ auf dem Handy auf sich aufmerksam macht (das macht sie seeeeehr oft), schenkt Veronika ihr die geforderte Aufmerksamkeit. Im Verlauf ihrer Spielpartner-Rekrutierung lernt Veronika dann auch noch John kennen.

Dann gibt es noch das „Tell me – help me“-Tool, in welchem man der „Aurora“-Community eine Frage stellen kann und die Community sagt einem dann, was man tun soll, falls man alleine nicht in der Lage ist, eine Entscheidung zu treffen. Man fragt die „Schwarmintelligenz“ sozusagen.

Veronika ist in kurzer Zeit dermaßen abhängig von „Aurora“, dass sie weitestgehend alles um sich herum vergisst, was ihre Freundin Lisa ihr dann auch ungeschönt vorwirft.

„Sie halten Dir die Karotte aus Schönheits- und Status-Idealen vor die Nase, die du niemals erreichen wirst. Du bist so damit beschäftigt es zu erreichen, dass das wahre Leben komplett an dir vorüberzieht…… Vielleicht hast du Deinen Besitz vermehrt, deine Werte aber hast Du ordentlich reduziert. Vielleicht weißt du jetzt, wie man viel Geld für den Lebensunterhalt verdient, aber du weißt nicht mehr, wie man das Leben lebt, wenn du es überhaupt je wusstest“. (Zitat Seite 162)

Tja, und dann passiert es ….. „Aurora“ geht unverhofft vom Netz.

Die Frage ist nicht, was machst Du mit deinem Handy? Sondern, was macht Dein Handy mit Dir?

Mit diesem Slogan bewirbt der Autor Martin Matheo sein neuestes Buch „Das #Zukunftsspiel“, welches am 18. August 2019 über die dip3 Bildungsservice GmbH veröffentlicht wurde.

Auf 324 Seiten führt er den Leser mit einer fiktiven aber keinesfalls utopischen Geschichte in die Welt der Smartphone-Nutzung und welche Auswirkungen das auf unser Leben hat/haben kann. Nein, so ganz korrekt ist das nicht, es geht um die Nutzung einer App bzw. eines App-Verbundes des gleichen Herstellers und nicht um das Smartphone im allgemeinen.

Den Schreibstil des Autors empfinde am Anfang gewöhnungsbedürftig. Ich weiß nicht was genau mich stört, aber ich brauche eine Weile, bis ich mich eingelesen habe. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich überwiegend Romane aus Frauenhand lese. Die Geschichte selbst wird aus der Sicht einer 3. Person erzählt, Dialoge und direkte wörtliche Rede werden eingerückt dargestellt.

Der Gedanke hinter der Story ist richtig gut. Er hat mich dazu gebracht darüber nachzudenken was passieren würde, wenn das Internet nur noch eingeschränkt verfügbar wäre, wie in anderen Ländern zensiert und/oder nicht permanent vorhanden: aktuell z. B. im Zusammenhang mit der in Deutschland geforderten Bargeldabschaffung. Ja, auch ich zahle gerne bargeldlos mit dem Smartphone, eine Funktion, die ich tatsächlich rege nutze (obwohl ich ansonsten auch gut und gerne ohne Smartphone leben kann). Aber was würde passieren, wenn niemand mehr Bargeld hat und die Regierung beschließt, das Internet zu zensieren? Niemand hat Geld um sich die Dinge des täglichen (Über-)Lebens kaufen zu können. „Von oben“ würden wir gesteuert werden, wann wir etwas kaufen dürfen und wann nicht, wahrscheinlich auch was wir kaufen und bei wem.

In der Geschichte selbst kann Mathias alle elektronisch gesteuerten Dinge in seiner Wohnung über die „Smarthome App“ seines Arbeitgebers Better Life Company verwalten. Er kann von überall auf der Welt die Raumtemperatur steuern, die Beleuchtung heller oder dunkler machen, das Fake-Kaminfeuer zum knistern bringen, Musik ein- bzw. ausschalten, die Badewanne füllen. Wenn „Aurora“ ausfällt, hat er ein Problem. Verlässt er seine Wohnung oder ist er zum Zeitpunkt der Abschaltung der App draußen, kommt er nicht mehr rein – er hat keinen Haustürschlüssel, es gibt keinen, er hat nur seine App.

Das ist etwas, über das man tatsächlich nachdenken sollte – wie abhängig bin ich von den auf meinem Smartphone genutzten Apps?

An Protagonisten haben wir Viktoria, Hartmut (ihr Ex), Peter (ihr Sohn), Lisa (ihre Freundin), Mathias und John (beide Mitarbeiter bei BLC), Johanna (Johns‘ Tochter) ...und ein paar Nebenfiguren. Leider war mir niemand so richtig sympathisch, sorry. Es war mir auch an einigen Stellen einfach zu viel und zu konstruiert, was sich um Viktoria herum so abgespielt hat. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Alles was ich jetzt noch schreiben würde, wäre nur noch mehr gespoilert, deswegen belasse ich es an dieser Stelle bei dem Hinweis: Wer die Geschichte von Veronika kennenlernen möchte, der sollte sich das Buch kaufen.

Der Plot ist gut – die Geschichte selbst konnte mich jedoch nicht ganz erreichen.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Kann man Schuld vergeben?

Der Schatten eines Sommertags
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Die 18jährige Tonya und ihr Freund verbringen am Bodensee einen schönen Tag im Kreise der Familie. Als die Geschwister aufbrechen um nach Hause zu fahren, beschließen Tonya und Dennis, noch eine Weile ...

Die 18jährige Tonya und ihr Freund verbringen am Bodensee einen schönen Tag im Kreise der Familie. Als die Geschwister aufbrechen um nach Hause zu fahren, beschließen Tonya und Dennis, noch eine Weile an diesem schönen Ort zu bleiben, um die Zweisamkeit zu genießen. Kurz nachdem die Beiden alleine sind wird ihre Idylle jedoch jäh zerstört – ein Motorradfahrer bedroht sie und verlangt die Herausgabe ihrer Wertsachen. Um Tonya zu schützen und ihr die Möglichkeit zur Flucht zu geben, stellt Dennis sich dem Angreifer entgegen. Tonya kann tatsächlich fliehen, aber Dennis bezahlt seinen Einsatz mit dem Leben. Was Tonya bleibt ist „der Schatten eines Sommertags“.

7 Jahre später arbeitet Tonya als IT-Spezialistin beim BKA. Diese Berufswahl hat teilweise etwas damit zu tun, dass sie sich seit 7 Jahren schuldig fühlt – schuldig am Tod ihres Freundes. Sie hofft, bei ihrer Jagd auf Verbrecher, Hinweise auf den damaligen Täter zu finden. Denn obwohl ihre Erfolgsquote generell sehr hoch ist, gibt es da immer noch den einen ungelösten Fall, dessen Akte einzig die Bezeichnung „D“ trägt.

Als in Tonyas Wohnung eingebrochen wird, gehen alle zuerst von einem ganz normalen Einbruch-Diebstahl aus. Schnell stellt sich aber heraus, dass dem hier nicht so ist, denn der Einbrecher hat nichts mitgenommen sondern, im Gegenteil, etwas hinterlassen. Beim 2. Mal greift der Täter körperlich an und jetzt steht 100%ig fest, dass er gezielt hinter Tonya her und das alles kein Zufall ist.

Wer möchte Tonya Schaden zufügen? Gibt es eine Verbindung zum Motorrad-Täter von damals? Hat sie beruflich einem „bösen Buben“ zu sehr auf die Füße getreten? Ist es ein zufälliger Stalker? Ihre Kollegen, zu der auch 2 ihrer Brüder gehören, arbeiten unter Hochdruck, um herauszufinden wer Tonya nachstellt und warum.

„Der Schatten eines Sommertags“ ist das 6. Buch, das die Autorin Elisabeth Büchle unter ihrem Pseudonym Noa C. Walker veröffentlicht hat und es ist das 6. Buch, welches ich von ihr gelesen habe.

Wie bei allen vorhergehenden Büchern hat die Autorin es auch hier wieder geschafft, eine fesselnde Geschichte mit Tiefgang zu schreiben. Im großen Ganzen geht es um Schuld – wer trägt die Schuld an etwas, was passiert? Lädt man trotzdem Schuld auf sich, auch wenn man für eine Situation überhaupt nichts kann? Wie schwer wiegt Schuld und was kann man dagegen tun, sich für etwas schuldig zu fühlen, was man nicht beeinflussen konnte? Kann man anderen, vor allem aber auch sich selbst, Schuld vergeben?

Die Geschichte um Tonya beginnt im Prolog an diesem unsagbar grausamen Tag, an dem Dennis sein Leben lassen musste. Nachdem nicht nur Tonya, sonder auch der Leser Zeuge dieses Verbrechens wurde, gibt es einen Zeitsprung von 7 Jahren und von da an begleiten wir Tonya in der Gegenwart. Die Autorin schont weder ihre Protagonisten noch ihre Leser und so heule ich mit Tonya um den Verlust ihres Hundes, ich halte mit ihr den Atem an, wenn es in ihrer Umgebung mitten in der Nacht mal wieder im Gebälk knackt und ich bin aufmerksam, wenn sie sich mit jemandem trifft, der genau so gut ihr Freund wie auch ihr Feind sein könnte.

Tonya ist eine sehr sympathische junge Frau, die in einer großen Familie aufgewachsen ist. Sie hat 2 Schwestern und 6 Brüder, von denen 2 auch noch den gleichen Job machen wie sie, und von allen wird sie behütet und beschützt. Für mich war die Über-Fürsorge ihrer Geschwister manchmal ein klein wenig zu viel, andererseits wünscht man sich doch genau das – eine Familie, die bedingungslos zusammenhält und füreinander da ist. Aufgrund ihrer Erlebnisse mit Dennis möchte Tonya jedoch nicht behütet werden. Sie hat Angst, dass wieder Menschen die sie beschützen ihretwegen leiden könnten oder schlimmeres. Nach außen hin mimt sie die toughe Frau, tief in ihrem Innersten leidet sie unter Selbstzweifeln und ist extrem verletzlich und angreifbar

Neben ihren Arbeitskollegen und ihren Brüdern, bekommt sie Jake Sturm an die Seite gestellt. Jake ist ebenfalls BKA-Mitarbeiter und versteht es seinen Job zu machen ohne Tonya dabei das Gefühl zu geben, überwacht oder gar beschützt zu werden. Zwangsläufig verbringen die Beiden viel Zeit miteinander und es tut gut, über Dinge zu reden, die vor Jahren passiert sind. Durch seine unaufdringliche und charmant-witzige Art schafft Jake es nach und nach, dass Tonya sich ein klein wenig öffnet und sich nicht mehr mit Krallen und Klauen dagegen wehrt, beschützt zu werden. Irgendwann wird ihr klar, dass auch sie die Menschen beschützt, die ihr wichtig sind.

Die Suche nach dem Angreifer gestaltet sich nicht sehr leicht, weil niemand weiß in welchem Umfeld man nach ihm suchen sollte. Hat es etwas mit dem Mord an Dennis zu tun oder ist Tonya jemandem bei ihren Ermittlungen zu sehr auf die Füße gestiegen oder ist es gar der nerdige IT-Arbeitskollege? Der Täter selbst äußert sich nur in 2 Buch-Abschnitten und die Gedanken geben keinerlei Hinweis auf seine Identität oder das Geschlecht. Auch wenn es sich nicht um einen Krimi handelt, so kann man als Leser sehr schön miträtseln und wird von der Autorin einige Male auf die falsche Fährte gelockt.

Ich bin sehr schlecht im „Täter raten“, aber an irgend einem Punkt in der Geschichte hatte ich dann doch die richtige Person im Visier – auch, wenn ich bis zuletzt nicht wirklich daran glauben wollte. Genau so überraschend wie die Enthüllung des Täters ist auch das Motiv.

Auch wenn mich der ein oder andere Bruder mit seiner Fürsorge für Tonya ebenfalls erdrückt hat, so fand ich die Charaktere allesamt sehr schön beschrieben. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und doch halten sie als Familie oder als Arbeitskollegen zusammen. Durch die bildhaften Beschreibungen kann man sich jede einzelne Person vorstellen und alle handeln durchaus so, wie man im richtigen Leben wahrscheinlich auch handeln würde, wäre man in einer solchen Situation.

Wie auch schon mit ihren Büchern vorher, hat die Autorin es wieder einmal geschafft, mich einzufangen. Sie versteht es, ihre fiktiven Geschichten mit tiefgründigen Themen zu verweben, so dass man sich beim Lesen unweigerlich mit der Thematik beschäftigt. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig, voller Emotionen und wenn man einmal in die Geschichte eingetaucht ist, möchte man erst wieder auftauchen, wenn man den letzten Satz gelesen hat. Ich habe in letzter Zeit öfter mal bei einem Buch bemängelt, dass mir in diesen etwas ganz wichtiges gefehlt hat – nämlich die Tatsache, dass Charaktere so angelegt wurden, dass man sich mit ihren identifizieren kann. Das ist Noa C. Walker hier wunderbar gelungen. Jeden einzelnen der Protagonisten konnte ich „fühlen“. Das ist es, was für mich ein gutes Buch ausmacht. Es braucht schon etwas mehr, dass ein Buch mich wirklich fesselt. Dieses hier hat es getan.

Veröffentlicht am 28.08.2019

Todessprung am Hochzeitstag

Mein Herz so schwarz
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Der Hochzeitstag sollte einer der schönsten Tage im Leben eines Menschen sein. Was aber, wenn sich die Braut eben an diesem Tag von einer Klippe ins Meer stürzt? Eine Leiche wird nicht gefunden, aber es ...

Der Hochzeitstag sollte einer der schönsten Tage im Leben eines Menschen sein. Was aber, wenn sich die Braut eben an diesem Tag von einer Klippe ins Meer stürzt? Eine Leiche wird nicht gefunden, aber es gibt Zeugen, die den Vorfall mit eigenen Augen gesehen haben. Richard, der frischgebackene Ehemann, kann nicht glauben, dass seine Frau aus eigener Veranlassung gesprungen sein soll, er glaubt eher daran, dass sie gestoßen wurde.

Nach dem dubiosen Klippensprung ihrer besten Freundin Evie, kümmert Rebecca sich um Richard, der am Tag seiner Hochzeit gleichzeitig zum Witwer wurde. Zum einen gibt sie ihm diverse Tritte in den Hintern, so dass er in seiner Trauer nicht ganz versackt, zum anderen versuchen die Beiden, den Sinn hinter diesem Selbstmord zu finden. Anfangs kann man als Leser noch denken, dass man die Hinweise falsch interpretiert, doch dann wird immer offensichtlicher, dass Rebecca die Wahrheit kennt. Warum aber lässt sie Richard trotzdem immer weiter suchen? Je mehr die Beiden herausfinden, desto klarer wird, dass auch Rebecca ihre Freundin nicht wirklich gut gekannt hat.

„Mein Herz so schwarz“ ist das 4. Buch der Autorin Jenny Blackhurst; für mich war es das 1. Buch von ihr, welches ich gelesen habe. Es ist als „Psychothriller“ gelistet, enthält aber – in meinen Augen - lediglich viel Drama und weder Psycho noch Thrill. Das Buch umfasst 400 Seiten, die sich in etwas mehr als 100 Kapitel aufteilen, was darauf schließen lässt, dass die einzelnen Kapitel sehr kurz sind. Die Kapitel werden aus der Sicht von Rebecca (Gegenwart) und Evie (Vergangenheit) erzählt, zwischendurch auch mal eines aus der Sicht von Richard, aber die Kapitel, die von Rebecca erzählt werden, überwiegen.

Von Evie erfährt man nur die Vergangenheit und auch, dass diese von ihr nicht immer nur auf geraden Wegen beschritten wurde. Sie kam mir sehr oft überzogen vor und es wunderte mich, dass Evie und Rebecca tatsächlich beste Freundinnen sein sollen, aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an.

Rebecca kümmert sich rührend um Richard, um nicht zu sagen aufopferungsvoll. Tut sie das wirklich nur aus Freundschaft oder steckt da nicht doch etwas anderes dahinter? Sie schubst Richard immer wieder in die Richtung, in der er ein weiteres Puzzleteil finden wird. Welche Rolle sie wirklich in diesem Spiel spielt, wird zum Schluss offenbar.

Richard ist in dieser Geschichte für mich der blasseste Charakter. Klar, er ist in Trauer, aber er hat für mich kein Charisma. Wahrscheinlich würde er die nächsten Wochen im Bett bleiben und versacken, wenn Rebecca ihn nicht immer wieder aus seiner Lethargie holen würde. Er ist ganz froh, dass es da jemanden gibt, der ihm täglich die Marschrichtung vorgibt.

Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen. Durch die kurzen Kapitel könnte sich der Spannungsbogen durchaus bis zum Schluss halten, was Jenny Blackhurst jedoch nicht gelungen ist. Sie baut mehrfach Spannung auf, lässt diese jedoch aufgrund der überaus kurzen Kapitel immer wieder in sich zusammenfallen. Ganz oft hatte ich ein „Hä??“ im Kopf, weil ich es nicht verstanden habe, warum der Spannungsbogen nicht weiter gehalten wurde und tatsächlich tötet das die Leselust enorm. Ab einer Stelle X fand ich es dann sehr nervig und ich habe tatsächlich nur weiter gelesen, weil ich wissen wollte, wie genau Rebecca in diesen „Selbstmord“ involviert ist und welche Wahrheit am Ende die Richtige ist.

Andere Charaktere erscheinen auf der Bildfläche und verlassen sie wieder, außer dem Polizisten ist da niemand, der bleibenden Eindruck hinterlässt. Für mich haben die handelnden Personen zu wenig Tiefe, was sehr schade ist. Das Ende ist vorhersehbar, überrascht dann aber doch noch mit einer Wendung ganz zum Schluss, mit der ich nicht gerechnet hätte. Das rettet in meinen Augen aber das Buch leider nicht.

Wie schon erwähnt ist von Phychothriller nichts zu finden, zumindest nicht für meine Begriffe, es war viel eher ein Beziehungs-Drama.

In anderen Rezensionen ist zu lesen, dass die Autorin es definitiv besser kann, weswegen ich mir in Zukunft eines ihrer anderen Thriller anschauen werde, um hier einen Vergleich zu haben. „Mein Herz so schwarz“ konnte mich jedoch nicht wirklich überzeugen.

Vielleicht gefällt es ja Dir ?