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Veröffentlicht am 06.04.2026

- emotionslos-nüchterner Actionthriller für die breite Masse -

The Mailman
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Andrew Welsh-Huggins - The Mailman
(Hoffmann und Campe)

- emotionslos-nüchterner Actionthriller für die breite Masse -

Als die Anwältin Rachel Stanfield und ihr Ehemann Glenn Vaughn in ihrem Haus, ...

Andrew Welsh-Huggins - The Mailman
(Hoffmann und Campe)

- emotionslos-nüchterner Actionthriller für die breite Masse -

Als die Anwältin Rachel Stanfield und ihr Ehemann Glenn Vaughn in ihrem Haus, in einem ruhigen Vorort von Indianapolis, von vier Männern überfallen werden, droht man ihnen ernsthafte Gewalt an. Rachel kennt einen der Männer. Er nennt sich Finn. Er will die Herausgabe einer eidesstattlichen Erklärung einer ihrer Mandantinnen und den Aufenthaltsort selbiger mit roher Gewalt erzwingen. Nachdem es jedoch an der Tür klingelt und der freiberufliche Paketzusteller Mercury "Merc" Carter vor der Tür steht, gerät die Angelegenheit für Finn und seine Leute gelinde gesagt etwas aus den Fugen. Der Mailman ist nämlich nicht nur der Mailman, sondern zusätzlich ein gut ausgebildeter ex-Inspektor des US Postal Inspection Service. Und der will sein Paket zustellen. Persönlich!

"The Mailman", der erste Teil der "The Mailman Series", welcher im amerikanischen Original 2025 erschien, kommt etwas steif und trocken daher. Andrew Welsh-Huggins nutzt eine emotionslos-nüchterne Mainstream-Schreibe, wie sie austauschbarer kaum sein könnte. Zu glatt, zu konstruiert, zu unglaubwürdig. Die 400 Seiten umfassende Story, des US-amerikanischen Schriftsteller, Journalisten und Publizisten, der seit langem in Columbus, Ohio lebt, hebt sich kaum von anderen 08/15-Werken des Thriller-Genres ab. Tiefgründigkeit sucht man in diesem rein auf Action, Verwirrung und Effekthascherei ausgelegten Thriller vergebens. Solch oberflächliche Plots, die kaum einen eigenen Sound, geschweige denn einen individuellen Sog entwickeln, berühren mich in der Regel nicht. Die einzelnen Punkte mit viel Staffage aufgefüllt und konservativ abgehakt, Charaktere und Lokalkolorit so farbenfroh, wie das nächtliche Fernsehen in den 1970ern, hat man als Leser so einige Dinge zu schlucken, die nicht oder nur unzureichend aufgeklärt werden.

Als Rachel kurzerhand von den Kriminellen aus ihrem eigenen Haus entführt wird, machen sich der Mailman Merc und ihre Ehemann Glenn auf die Jagd nach den Kidnappern. Eine schier endlose und fade Jagd schließt sich an, die die beiden gefühlt durch die Hälfte der USA führt. Eine langwierige Rettungsaktion, bei der mehr spekuliert wird, als an der Frankfurter Börse. Ich musste mich schon arg zusammenreißen, um hier am Ball zu bleiben. Den Hype um die Mailman-Serie kann ich daher beim besten Willen nicht nachvollziehen. Umso komplexer sich die Story zum Schluss hin auch entwickelt, umso wirrer wird sie auch, denn plötzlich konzentriert sich alles auf einen völlig neuen Personenkreis. "The Mailman" hat durchaus ein paar gute Ideen und Szenen, bleibt aber so zäh und uninteressant wie ein Artikel im Feuilleton der FAZ. Im letzten Drittel kommt zwar so etwas wie Spannung auf, doch in seiner Gesamtbetrachtung ist der Roman nicht viel mehr, als Fastfood für die breite Masse. Wer auf Tiefgründigkeit verzichten kann, wird vielleicht sogar mit diesem Thriller zufrieden sein. Dem anspruchsvollen Bücherwurm hingegen wird die Nahrungsaufnahme nicht immer ganz leicht gemacht. Ich bin in die, hinten raus viel zu aufgebauscht Erzählung, bei der letztlich nichts beim Leser hängen bleibt und der es doch arg an Aura und Flair mangelt, beim besten Willen nicht reingekommen. Es steckt bestimmt viel Herzblut in "The Mailman", aber mein Ding ist das wirre und nervtötende Hin und Her nicht. Die Story wäre mit 100 Seiten weniger sicherlich auch ausgekommen, hätte der Autor die Eckpunkte besser verteilt. Zum Schluss hat Andrew Welsh-Huggins alles in seine Story gepackt, was noch geht, doch das kommt reichlich spät. Und das soll sich alles innerhalb von 24 Stunden abgespielt haben? Das ist schon reichlich albern! Für mich wird es daher keinen zweiten Teil der Serie geben.

(Janko)

https://www.andrewwelshhuggins.com
https://www.facebook.com/awhcolumbus
https://www.instagram.com/awhcolumbus/

Brutalität/Gewalt: 58/100
Spannung: 49/100
Action: 59/100
Unterhaltung: 64/100
Anspruch: 26/100
Atmosphäre: 44/100
Emotion: 22/100
Humor: 05/100
Sex/Obszönität: 05/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 64/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund der Gewaltszenen)

Andrew Welsh-Huggins - The Mailman
Hoffmann und Campe
Buchreihe: The Mailman Series - Teil 1
Thriller
ISBN: 978-3-455-02105-9
400 Seiten
Klappenbroschur
Originaltitel: The Mailman (2025)
Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence
Erscheinungstermin: 04.03.2026
EUR 18,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-455-02120-2
Erscheinungstermin: 04.03.2026
EUR 15,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"The Mailman" beim Hoffmann und Campe: https://hoffmann-und-campe.de/products/83131-the-mailman

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2026

- mysteriöser, rasanter und mitreißender Psychothriller -

Giftiger Grund
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Sieben Jahre nach einem Überfall auf eine Tankstelle in der ländlichen Provinz, folgt die Bloggerin Charu einem neuen Eintrag auf der Urbex Guild Map. Die junge Frau möchte die erste sein, die eine Zeitraffer-Nachtaufnahme ...

Sieben Jahre nach einem Überfall auf eine Tankstelle in der ländlichen Provinz, folgt die Bloggerin Charu einem neuen Eintrag auf der Urbex Guild Map. Die junge Frau möchte die erste sein, die eine Zeitraffer-Nachtaufnahme dieser, mittlerweile zum Lost Place verkommenen Tankstelle postet. Dass Charu jedoch nicht die erste vor Ort ist, muss sie sich schnell eingestehen. Vandalismus, Partys und Obdachlose haben ihren Tribut gefordert. Als sich während der unbeaufsichtigten Videoaufnahme der Influencerin ein Mädchen in Schlafanzug und Gummistiefeln auf der nächtlichen Aufnahme verewigt, legt sich Charu in der darauffolgenden Nacht auf die Lauer. Das junge Mädchen kehrt tatsächlich wieder, doch als die Kleine Charu bemerkt, flüchtet sie in das nahe Waldstück. Die Bloggerin verfolgt das Mädchen und rennt dabei in den etwas konfus wirkenden Joran. Was hat die Kleine hier nachts zu suchen? Warum liegt sie nicht im Bett, wie alle anderen Kinder ihres Alters auch? Warum ist sie überhaupt nachts alleine unterwegs? Und was macht der junge Mann hier? Gehört er zu dem Mädchen oder hat er es verfolgt? Fragen über Fragen, die beginnen Charus Gedanken zu martern.

Aus der Ich-Perspektive der jeweiligen Akteure und im Präsens verfasst, birgt Thomas Knüwers 336 Seiten starker Psychothriller "Giftiger Grund" einen stakkatoartig pointierten, mitreißenden und endgültigen Erzählstil. Das ist zwar nicht neu, aber höchst effektiv. Die modern aufgepimpte, prägnante und eindringliche Gen-Z-Sprache, des 1983 im Münsterland geborenen und heute mit seiner Frau und drei Kindern in Hamburg ansässigen Schriftstellers, ist düster, brutal, mysteriös und spannend. Eingebettet in eine pessimistisch resignierte Grundstimmung ist Knüwers eigensinniger Schreibstil in eine, vor Sarkasmus triefende Metaphorik getaucht, die schon mal mit obszönen Untertönen belegt ist. Der Leiter einer Hamburger Digitalagentur neigt jedoch, im Gegensatz zu vielen seiner Genrekollegen, selten zu Übertreibungen, zur Dramaturgie oder zur Effekthascherei, was sich positiv auf die Glaubwürdigkeit seiner, teils regelrecht ekligen Szenarien auswirkt. Und so lässt er seine potenzielle Leserschaft an seinen Seiten kleben, wie ein Neugeborenes an den Brüsten seiner Mutter.

Ein weiterer Erzählstrang befasst sich mit dem bereits erwähnten Joran Horvat. Nach sechs Jahren und acht Monaten frisch aus dem Knast entlassen, kommt der 26-Jährige zunächst in einem schäbigen Hotel unter. Er will sein Leben auf die Kette kriegen, was sich als gar nicht mal so einfach herausstellt. Als Joran erfährt, dass die Tankstelle, die er damals mit Marvin und Aras überfallen hat, mittlerweile leer steht, macht er sich noch in derselben Nacht auf den Weg, in der Hoffnung, dass sich das gestohlene Geld noch immer in dem einstigen Versteck befindet. Doch was Joran in dem alten Schacht nahe der ehemaligen Tanke findet ist nicht das Geld, sondern eine verrottende und brutal stinkende Leiche. Nachdem er seine DNA, in Form seines halbverdauten Mageninhaltes, großzügig um den männlichen Leichnam verteilt, ist es auch mit seiner Anonymität zum Teufel. Da Joran befürchtet, dass man ihn mit dem Toten in Verbindung bringt und er wieder einfährt, will er sich aus dem Staub machen. Dabei rennt ein kleines Mädchen an ihm vorbei, das von einer jungen Frau verfolgt wird, die Joran beinahe über den Haufen rennt. Als tags darauf auch noch sein damaliger, gewaltbereiter Kumpel und Mittäter Marvin vor dem Hotel steht, um ihm einen Job anzubieten, ist dies der Beginn eines perfiden und infamen Albtraums für Joran.

Knüwers vielschichtiger, rätselhafter und spannungsvoller Plot baut auf den vielen verpassten Chancen seiner Charaktere auf, die sich immer tiefer in ihrer eigenen Scheiße vergraben. Teilweise selbstverschuldet, oft auch unverschuldet, zumeist aber einfach nur ungerechtfertigt! Fairness ist nun mal nicht die Priorität des Lebens. Und so werden Joran immer wieder Steine in den Weg gelegt. Er sucht Arbeit, findet aber keine. Und anstatt Marvin die kalte Schulter zu zeigen oder sich gegen selbigen zur Wehr zu setzen, benimmt sich Joran wie ein Hosenscheißer. "Giftiger Grund" ist eine emotional breitgefächerte, unkonventionelle und rätselhafte Geschichte über Opferrollen, (Macht-)Missbrauch, Elend, Hilflosigkeit, Mord, Vertuschung und die Frage nach Schuld, mit einem Ende wie ein Faustschlag ins Gesicht! Den Gemütlichkeit bevorzugenden Lesern sei an dieser Stelle eine Warnung anheimgestellt: "Giftiger Grund" ist alles andere als ein cozy crime!

(Janko)

https://thomasknuewer.com
https://www.instagram.com/thomas_knuewer

Brutalität/Gewalt: 48/100
Spannung: 81/100
Action: 72/100
Unterhaltung: 86/100
Anspruch: 58/100
Atmosphäre: 76/100
Emotion: 66/100
Humor: 17/100
Sex/Obszönität: 32/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 85/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund der allgemeinen Thematik, der Obszönitäten und der Gewaltdarstellungen)

Thomas Knüwer - Giftiger Grund
Droemer Knaur
Kriminalroman / Psychothriller
ISBN: 978-3-426-56846-0
336 Seiten
Paperback
Erscheinungstermin: 02.03.2026
EUR 18,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-426-56657-2
Erscheinungstermin: 03.03.2026
EUR 12,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

ISBN Download - Streaming (Ungekürzt): 978-3-7324-8718-9
Erscheinungstermin: 02.03.2026
EUR 20,95 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Giftiger Grund" bei Droemer Knaur: https://www.droemer-knaur.de/buch/thomas-knuewer-giftiger-grund-9783426568460

Leseprobe: https://www.book2look.com/book/9783426568460

Hörprobe: https://www.argon-verlag.de/hoerbuch/thomas-knuewer-giftiger-grund-9783732487189

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

- kompromisslos brutaler, im Straßenjargon gehaltener Southern Noir, mit enormem Bodycount -

Blacktop Wasteland
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S. A. Cosby - Blacktop Wasteland
(ars vivendi Verlag)

- kompromisslos brutaler, im Straßenjargon gehaltener Southern Noir, mit enormem Bodycount -

Shepherd’s Corner, Virginia, 2012. Ex-Knacki, Automechaniker ...

S. A. Cosby - Blacktop Wasteland
(ars vivendi Verlag)

- kompromisslos brutaler, im Straßenjargon gehaltener Southern Noir, mit enormem Bodycount -

Shepherd’s Corner, Virginia, 2012. Ex-Knacki, Automechaniker und liebender Familienvater Beauregard "Bug" Montage ist sowas von Pleite. Mit Pferdestärken und Autorennen kennt er sich jedoch aus. Daher liefert sich Bug Straßenrennen um Kohle, mit jedermann der die Eier hat, es mit ihm und seinem Plymouth Duster aufzunehmen. Als er jedoch von Warren Crocker und seinen Leuten abgezogen wird, greift Bug hart und brutal durch, um sich wenigstens einen Teil seiner Kohle zurückzuholen. Da er finanziell nach wie vor mit dem Rücken zur Wand steht, kontaktiert Bug, sehr zum Leidwesen seiner Frau Kia, seinen Onkel Boonie. Einen kriminellen Schrottplatzbetreiber, der ihm früher bereits den einen oder anderen Job vermittelt hatte. Ein letzter lukrativer Coup soll alles richten. Nur, dass es dieses Mal mit Ronnie Sessions, diesem abgedrehten, drogenverseuchten Redneck aus Queen County und seinem schießwütigen Kumpanen Quan, nicht ganz so glimpflich abläuft. Kurze Zeit später kleben Bug nämlich sämtliche Schwerverbrecher des Countys am Arsch. Denn was die drei nicht wissen konnten: Sie haben eindeutig den Falschen beklaut!

"Blacktop wasteland – eine Asphaltwüste, heimgesucht von den Geistern der Vergangenheit." Zitat S. 13

Fünf Jahre nach der gebundenen Erstauflage schiebt der ars vivendi Verlag die Neuauflage, des 2021 erstmals in Deutschland erschienenen Roman "Blacktop Wasteland", in der Klappenbroschur nach. Mit unverändertem Namen und gleicher Optik ging S. A. Cosbys zweiter Southern Noir Ende Februar 2026 hierzulande erneut an den Start. In dem 320 Seiten umfassenden Roman, der 2020 unter gleichnamigen Titel im amerikanischen Original erschien, hört man regelrecht die PS-starken Muscle-Cars, riecht das Motoröl, das Benzin, den heißen Asphalt, die Drogen, den Alkohol, das Nitrozellulosepulver, das Blut und den Tod. In diesem trostlosen, vermüllten, von Armut und Gewalt gezeichneten Landstrich, wird Bug mit nur allzu menschlichen Problemen konfrontiert. Eingebettet in eine kalte, hoffnungslose Stimmung, liegt die ganze Zeit über etwas Bedrohliches in der Luft. In "Blacktop Wasteland" hat gefühlt jeder im Knast gesessen, ist gewaltbereit, drogenabhängig, bewaffnet und durch die Bank weg verantwortungslos. Auch Bug kennt nur die Sprache der Gewalt. Er ist also alles andere als der geborene Sympathieträger. Sympathie hat aber auch nicht gerade oberste Priorität bei einem Southern Noir. Dennoch scheint Bug, der sehr unter seinem Vaterkomplex leidet, der einzige unter all den Kriminellen zu sein, der, wenn auch äußerst selten, schon mal besonnen denkt und handelt. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen stapelt sich die Scheiße um ihn herum meterhoch.

Zumeist in vulgärem Redneck-Straßenjargon gehalten, behandelt der US-amerikanische Schriftsteller und leidenschaftliche Schachspieler S. A. Cosby unterschwellig Themen rund um das Vermächtnis des amerikanischen Südens wie Rassismus, soziale Ungerechtigkeiten, Gewalt, Korruption und der Macht des Geldes. Dabei geht der 1973 in Newport News, Virginia geborene und heute am York River in Gloucester, Virginia lebende Autor nicht gerade zimperlich vor. Straight und ohne Kompromisse einzugehen, beschönigt S. A. Cosby in seinem Virginia Noir "Blacktop Wasteland" nichts und wird schon mal recht explizit, wenn es um skrupellose Grausamkeiten geht. Der böse, infame und gewaltbereite Plot ist schon arg testosterongesteuert, manchmal widersprüchlich und eindeutig cineastisch aufgebläht. Der Humor ist hierbei zwar artgerecht, andererseits aber auch schon wieder derart abgedroschen, dass er einen Angriff aus der Mottenkiste kaum überleben dürfte. Dennoch gefiel mir die pessimistisch resignierte Emotionslosigkeit, die eine mörderische Jagd nach sich zieht, bei der wesentlich mehr Leute in Mitleidenschaft gezogen werden, als ursprünglich erwartet. Im letzten Drittel tritt Cosby das Gaspedal bis ans Bodenblech und jagt mit durchdrehenden Reifen zum action- und spannungsgeladenen Finale. Der dabei erzielte Bodycount ist sicherlich nichts für Weichflöten. Geschehnisse und Wirren ungeahnten Ausmaßes bahnen sich ihren Weg durch das County, in dem man niemandem, nicht einmal sich selbst, trauen kann und verschlingen jeden, der sich ihnen in den Weg stellt.

(Janko)

https://www.facebook.com/blacklionking73
https://www.instagram.com/leoking8473/

Brutalität/Gewalt: 86/100
Spannung: 78/100
Action: 81/100
Unterhaltung: 84/100
Anspruch: 32/100
Atmosphäre: 76/100
Emotion: 55/100
Humor: 13/100
Sex/Obszönität: 21/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 82/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der vulgärem Ausdrucksweise und der expliziten Gewalttaten)

S. A. Cosby - Blacktop Wasteland
ars vivendi Verlag
Kriminalroman / Southern Noir
ISBN: 978-3-7472-0764-2
320 Seiten
Klappenbroschur
Originaltitel: Blacktop Wasteland (2020)
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Bürger
Erscheinungstermin: 18.02.2026
EUR 16,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN gebundene Ausgabe: 978-3-747-20220-3
Erscheinungstermin: 26.03.2021
EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

ISBN eBook (epub): 978-3-747-20221-0
Erscheinungstermin: 31.03.2021
EUR 15,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Blacktop Wasteland" beim ars vivendi Verlag: https://arsvivendi.com/Buch/FromList/9783747207642-Blacktop-Wasteland

Leseprobe: https://arsvivendi.com/Files/PDF/9783747202203_Blacktop-Wasteland.pdf

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Veröffentlicht am 14.03.2026

- melancholischer, gleichwohl beschwingter Neo-Noir -

What about the bodies
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Ken Jaworowski - What about the bodies
(Pendragon Verlag)

- melancholischer, gleichwohl beschwingter Neo-Noir -

Melancholisch, aber beschwingt, präsentiert uns der US-amerikanische Schriftsteller und ...

Ken Jaworowski - What about the bodies
(Pendragon Verlag)

- melancholischer, gleichwohl beschwingter Neo-Noir -

Melancholisch, aber beschwingt, präsentiert uns der US-amerikanische Schriftsteller und Redakteur bei der New York Times, Ken Jaworowski, seinen zweiten Neo-Noir "What about the bodies". Der ehemalige, in Philadelphia aufgewachsene Amateurboxer, der heute mit seiner Familie in New Jersey lebt, hat sein gegenwärtiges Setting abermals in die fiktive Kleinstadt Locksburg, Pennsylvania gelegt. Drei Personen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, stehen am Abgrund der Hoffnung. Drei Schicksale, wie sie das Leben schreibt, führen sie zusammen. Carla, Reed und Liz tangieren sich dabei, ohne großartige Abnutzungserscheinungen aneinander zu hinterlassen und driften einfach wieder auseinander.

Zum einen ist da die 45-jährige, zukünftige Restaurantbetreiberin Carla, die eine alte Scheune renoviert, um in vier Monaten ihren Betrieb zu starten. Die handwerkliche Unterstützung ihres Sohnes Billy kommt ihr da gerade recht. Doch was er ihr eines Tages offenbart, zieht ihr glatt den Boden unter ihren Füßen weg. Wenn herauskäme, was sich Billy zuschulden kommen lassen hat, würden sie beide alles verlieren. Dann ist da der autistische junge Mann Reed Grove, der Schuld am kürzlichen Tod seiner Mutter trägt. In seiner tiefen, emotionalen Bindung will der neurodivergente Heranwachsende den letzten Wunsch seiner Mom erfüllen. Doch dieses Unterfangen scheint nicht so einfach zu sein und führt ihn auf einen seltsamen (Um-)Weg. Die Dritte im Bunde ist Liz. Eine mäßig erfolgreiche Musikerin, die versucht ihre Schulden bei einem brutalen Biker und ex-Knacki zu begleichen. Kurz vor ihrem vermeintlichen Durchbruch im Musikbusiness, steht ihr fahrbarer Untersatz, in den sie in den letzten Monaten so unfassbar viel Kohle investiert hat, lichterloh in Flammen. Samt ihrer heißgeliebten Gitarre. Doch ihr Freund Luke hat die vermeintliche Lösung für all ihre Probleme. Das sieht die Locksburger Polizei allerdings ganz anders.

In Ken Jaworowskis Rural-Noir "What about the bodies", welcher 2025 im amerikanischen Original erschien, erzählen Carla, Reed und Liz ihre Lebensgeschichte im steten Wechsel. Jeweils aus ihrer eigenen Perspektive. Sie sind vom Pech gebeutelt, finanziell ausgelaugt und geraten immer wieder in heikle, gar ausweglose Situationen. Dabei blicken die drei Akteure in ihre ganz persönliche Hölle oder gar daraus hervor und machen die jeweiligen Schadensbegrenzungen, die sie betreiben, nur noch schlimmer. Und wie so oft bei solchen Geschichten fragt man sich als Leser unweigerlich: „Eieiei, was treiben die da eigentlich?!?“ Ein Plan ist eben nur so lange gut, bis er auf die Wirklichkeit trifft. Und so sind es die infamen, himmelschreienden Ungerechtigkeiten die dieses fiese 328-Seiten-Kopfkino mit seinem zackigen, schwarzen Humor in Gang halten! Dazu packt Ken Jaworowski knallhart pointierte Cliffhanger an die Enden seiner Kapitel, füllt das Lokalkolorit mit Leben und fängt die jeweiligen Stimmungen nahezu perfekt ein. Es sind leichte, ungekünstelte, im Kleinstadtjargon gehaltene Konversationen. Spannend und wie im Laufschritt erzählt. Jede einzelne Geschichte für sich genommen ist schon richtig gut und authentisch, stilistisch aber sicherlich noch ausbaufähig.

(Janko)

https://kenjaworowski.com
https://www.facebook.com/ken.jaworowski
https://www.instagram.com/kenjaworowski

Brutalität/Gewalt: 46/100
Spannung: 72/100
Action: 60/100
Unterhaltung: 84/100
Anspruch: 58/100
Atmosphäre: 69/100
Emotion: 67/100
Humor: 20/100
Sex/Obszönität: 17/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 83/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund teils brutaler Szenen)

Ken Jaworowski - What about the bodies
Pendragon Verlag
Gesellschaftsdrama / Thriller
ISBN: 978-3-86532-926-4
320 Seiten
Klappenbroschur
Originaltitel: What About the Bodies (2025)
Aus dem Amerikanischen von Lea Dunkel
Erscheinungstermin: 18.02.2026
EUR 24,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub 3): 978-3-865-32960-8
Erscheinungstermin: 18.02.2026
EUR 21,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"What about the bodies" beim Pendragon Verlag: https://www.pendragon.de/autor/ken-jaworowski/what-about-the-bodies

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Veröffentlicht am 07.03.2026

- verkopftes, authentisches und gewalttätiges Psychogramm eines Barriobajero -

7 Arten, eine Katze zu töten
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Matías Néspolo - 7 Arten, eine Katze zu töten
(Polar Verlag)

- verkopftes, authentisches und gewalttätiges Psychogramm eines Barriobajero -

Zavaleta, Buenos Aires, Argentinien. Der Chueco und der Gringo ...

Matías Néspolo - 7 Arten, eine Katze zu töten
(Polar Verlag)

- verkopftes, authentisches und gewalttätiges Psychogramm eines Barriobajero -

Zavaleta, Buenos Aires, Argentinien. Der Chueco und der Gringo sind Freunde. Mehr als Maisbrei, Pflaumen und ab und an eine herumstreunende Katze steht bei den, in ärmlichen Verhältnissen lebenden Heranwachsenden, nicht auf dem Speisezettel. Zwischen Trostlosigkeit, Langeweile und Perspektivlosigkeit schlagen sie die sinnlos verstreichende Zeit tot und ballern mit ner .38er auf Dosen. Wenn sie zu Geld kommen, verschleudern sie es umgehend. Der Ich-Erzähler Gringo ist versiert im Umgang mit der Waffe. Seine Eintrittskarte in die Gang des Jetitas. Er wirkt sympathisch, sein Kumpel, der Chueco hingegen nicht. Der fährt schon mal leicht aus der Haut. Hat eine kurze Zündschnur. Eigentlich wollen sich die beiden für eine alte Geschichte an dem Jetita rächen. Doch der dreht den Spieß einfach zum. Gringo verpasst somit die Chance sich zu verpissen und woanders noch mal ganz neu anzufangen. Im Dunstkreis von Jetitas Gang gibt es keine Freunde, keine Freuden, nur Gewalt, Drogen, Tot und Verderben. Die Gangmitglieder nutzen das Elend anderer schamlos aus. Das müssen der Chueco und der Gringo alsbald in ihrem engeren Umfeld feststellen. Gar am eigenen Leib erfahren. Und für einen Ausstieg aus der Gang ist es da bereits zu spät. Der Chueco und der Gringo sind längst in Jetitas Eigentum übergegangen. Und der geht nicht besonders pfleglich damit um.

Der Debütroman "7 Arten, eine Katze zu töten", des 1975 in Buenos Aires geborenen Schriftstellers und Journalisten Matías Néspolo, spielt in der argentinischen Hauptstadt zu Zeiten der Argentinien-Krise. Also zwischen 1998 und 2002. Es geht um zwei Jugendliche inmitten von Gangrivalitäten, um Drogen und Prostitution, sowie deren Ohnmacht, sich dem Mahlstrom der Bandenkriminalität und somit der Spirale der Gewalt zu entziehen. Im locker-flockigen Lunfardo (charakteristischer Slang der Villa Miserias) gehalten, spiegelt die 2009 im Original unter dem Titel "Siete maneras de matar a un gato" erschienene Novelle, den harten und brutalen Kampf ums Überleben wider. Sie ist leicht verständlich, schon mal metaphorisch, aber auch sehr kopflastig. Ein authentisches, 208 Seiten umfassendes Psychogramm, das der Leserschaft in stakkatohaften und prägnanten Sätzen wie ein nasses Handtuch ins Gesicht klatscht. Gespickt mit verbalen Attacken, resignierend vulgärem Galgenhumor, empathischer Tiefe und ein bisschen Sex. "7 Arten, eine Katze zu töten" ist aber auch eine schrecklich abstoßende Gewaltorgie, die in einem chaotischen Massaker mündet, bei dem es nur Verlierer geben kann. Der Chueco und der Gringo ziehen nämlich die Vorhut von Charlys Gang ab. Ein großer Fehler, wie sich nicht viel später herausstellen wird. Lebendig, schmutzig und ausgefranst, wie das Leben in den Marginalsiedlungen Argentiniens, entfaltet der heute mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Montgat, in der Provinz Barcelona lebende Verfasser, eine astreine Interaktion mit dem urbanen Milieu. Néspolo schaut genau da hin, wo das Leben auf der Straße des Barrios stattfindet. Seine rasanten Sequenzen machen die Gewaltorgie der gehetzten Kleinkriminellen beinahe erlebbar. Als wäre man live dabei. Und oftmals ist das Nichtgesagte in "7 Arten, eine Katze zu töten" sogar noch lauter, als das Gesagte.

(Janko)

https://www.facebook.com/matias.nespolo
https://www.instagram.com/matiasnespolo

Brutalität/Gewalt: 67/100
Spannung: 71/100
Action: 75/100
Unterhaltung: 82/100
Anspruch: 35/100
Atmosphäre: 73/100
Emotion: 58/100
Humor: 19/100
Sex/Obszönität: 44/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 80/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der Gewaltexzesse)

Matías Néspolo - 7 Arten, eine Katze zu töten
Polar Verlag
Kriminalroman
ISBN: 978-3-910918-42-9
208 Seiten
Taschenbuch
Originaltitel: Siete maneras de matar a un gato (2009)
Aus dem Spanischen von Inka Marter
Erscheinungstermin: 16.02.2026
EUR 17,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-910-91843-6
Erscheinungstermin: 16.02.2026
EUR 11,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"7 Arten, eine Katze zu töten" beim Polar Verlag: https://polar-verlag.de/my-product/matias-nespolo-7-arten-eine-katze-zu-toeten/

Leseprobe: https://polar-verlag.de/my-product/leseprobe-74

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