Profilbild von Jashrin

Jashrin

Lesejury Profi
offline

Jashrin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jashrin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2021

Spannende Romantasy

Sohn des Blutes - OCIA
0

Nachdem mich „Sohn der Monde“ und „Kinder der Wälder“ begeistert haben, waren meine Erwartungen an den dritten Teil von Patricia Riegers OCIA-Reihe entsprechend hoch, zumal die Autorin auf den Social-Media-Kanälen ...

Nachdem mich „Sohn der Monde“ und „Kinder der Wälder“ begeistert haben, waren meine Erwartungen an den dritten Teil von Patricia Riegers OCIA-Reihe entsprechend hoch, zumal die Autorin auf den Social-Media-Kanälen immer wieder Textschnipsel gepostet hat. Daher konnte ich es kaum erwarten, dass Buch in den Händen zu halten und habe mir tatsächlich Zeit beim Lesen gelassen, damit es nicht allzu schnell vorbei ist.

In jedem Buch der Reihe stehen andere Protagonisten im Vordergrund. Dieses Mal sind es Charly und Veirack, die wir bereits als Nebencharaktere aus den vorrangegangenen Büchern kennen. Auch wenn Charly bei dem großen Einsatz auf Hernidion nicht dabei war, leidet sie seither unter schrecklichen Alpträumen. Jede Nacht suchen sie sie heim und lassen sie seit Monaten nicht genügend Schlaf finden. Immer wieder findet sie sich in einer schrecklichen Welt mit einer erbarmungslosen Sonne wieder, die ihr die Haut von den Knochen brennt.

Als unerwartet Veirack wieder auf dem Geländer der OCIA auftaucht, muss Charly alles in ihrer Macht stehende tun, um ihm wieder auf die Beine zu helfen, denn die Nachrichten, die Veirack überbringt sind mehr als düster und es scheint, dass es ohne ihn keine Chance auf einen erfolgreichen Einsatz gibt, um die drohende Gefahr abzuwenden.

Mit Verirack und Charly bringt uns Patricia Rieger zwei völlig gegensätzliche Charaktere. Während Charly sehr emotional ist, ist Veirack logisch, wo sie offen und ein Teamplayer ist, ist er der absolute Einzelgänger. Dennoch schaffen es die beiden überraschend gut, miteinander zu arbeiten, auch wenn beide regelmäßig am anderen verzweifeln. Patricia Rieger schafft es ganz wunderbar die Chemie zwischen den beiden einzufangen und ihre unterschiedlichen Charakterzüge darzustellen. Dass wir die Geschichte abwechselnd mal auch Charlys, mal aus Veiracks Sicht erleben, hilft dabei zusätzlich. Doch auch die anderen Charaktere kommen nicht zu kurz und ich habe mich sehr gefreut, dass es viele alte Bekannte in die Geschichte geschafft haben.

Zwar lassen sich die Bände alle unabhängig voneinander lesen, aber abgesehen davon, dass ich die Teile einfach alle liebe, denke ich, dass es durchaus Sinn macht, mit dem ersten Teil zu beginnen, da man so die Charaktere besser kennenlernt. Der Schreibstil ist wie gewohnt detailreich und mitreißend und auch wenn seit dem Erscheinen des zweiten Teils schon viel Zeit vergangen ist, so hat es keine fünf Seiten gebraucht, bis ich wieder vollständig gefangen war von der OCIA und all den phantastischen Wesen.

Einzig zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass alle paar Seiten eine Variation desselben Satzes stand, der uns erklärt, dass das Auftauchen der ein oder anderen Spezies aus einer anderen Welt, der Ursprung der Mythen über Werwölfe/ Vampire/ Sphinxe etc. war. Aber abgesehen von diesem winzigen Kritikpunkt, kann ich nur sagen, dass mich auch „Sohn des Blutes“ begeistert hat und daher der letzte Satz in dem Buch quasi der schönste für mich ist: „Die OCIA-Reihe wird fortgesetzt…“ Ich freue mich sehr über die Aussicht wieder in die Welt der OCIA reisen zu können und dann viele alte aber sicher auch ein paar neue Charaktere zu treffen. Ich bin schon sehr gespannt, in welche Welt Patricia Rieder uns als nächstes führen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.11.2021

Spannend

Die Schatten von Edinburgh
0

1888: Jack the Ripper treibt in London sein Unwesen. Ausgerechnet jetzt wird der Ermittler Ian Frey nach Schottland zwangsversetzt. Doch damit nicht genug, er wird auch noch ausgerechnet der Sonderabteilung ...

1888: Jack the Ripper treibt in London sein Unwesen. Ausgerechnet jetzt wird der Ermittler Ian Frey nach Schottland zwangsversetzt. Doch damit nicht genug, er wird auch noch ausgerechnet der Sonderabteilung von Inspector McGray zugeteilt. McGray leitet eine Abteilung, die vorzugsweise in scheinbar paranormalen Angelegenheiten ermittelt - etwas, woran Ian Frey mit keiner Faser seines Körpers glaubt. Und so prallen bei den beiden nicht nur ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander – Frey: kultiviert, arrogant, aristokratisch, McGray: derb, abergläubisch – sondern auch noch völlig gegenläufige Ansichten.

Doch der Mörder, den sie gemeinsam fassen wollen, lässt beide lange Zeit im Dunkeln tappen, ganz gleich, von welcher Seite aus sie die Geschehnisse betrachten.

Anders als andere viktorianische Krimis lässt der Autor Oscar de Muriel seine Ermittler nicht in London auf Täterjagd gehen, sondern verlegt das Setting nach Schottland. Fernab der Kreise in denen sich Ian Frey sonst bewegt hat er einige Eingewöhnungsschwierigkeiten in Edinburgh und dass sein neuer Vorgesetzter ihn ständig „Mädel“, wahlweise auch „Londoner Mädel“ nennt, hilft auch nicht gerade. Doch die beiden müssen gezwungenermaßen zusammenarbeiten, denn auf den ersten toten Geigenspieler folgt bald ein zweiter und der Druck von oben wächst.

Oscar de Muriel erzählt einen spannenden Krimi, der trotz einiger reichlich unappetitlicher Details, wunderbar unterhalten kann. Dazu tragen neben dem ungleichen Ermittlerpaar vor allem auch Ian Freys Haushälterin und McGrays Bediensteter bei. Die beiden benehmen sich wie Hund und Katz, Streiten und Zetern bei jeder Gelegenheit. Auch der Fall konnte mich überzeugen. Alle Wendungen waren letztlich schlüssig und vor allem habe ich fast bis zum Ende gerätselt, ob nun wirklich etwas Übernatürliches, vielleicht sogar der Teufel selbst, seine Hände im Spiel hat, oder ob es eine durch und durch normale Erklärung für alles gibt.

Einzig zwei Punkte haben mir nicht ganz so gut gefallen. McGrays raue Art ist in meinen Augen etwas übertrieben und büßt so Authentizität ein, zudem ist die Sprache nicht durchgehend an die gewählte Zeit angepasst.

Ich habe den ersten Fall für Frey und McGray als Hörbuch erlebt und kann nur zum wiederholten Male schreiben, dass mir Günter Merlaus Interpretation wieder einmal sehr gefallen hat. Ich mag es, wie er den unterschiedlichen Charakteren Leben einhaucht und eine Stimme gibt. Wenn ihr euch noch nichts von ihm habt vorlesen lassen, dann holt das auf jeden Fall nach – vielleicht ja sogar mit den Schatten von Edinburgh 😉

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.11.2021

Lustiges und spannendes Abenteuer

Finsterbrook - Vier Freunde und ein Höllenhund
0

Eigentlich wollte Adrians Vater das Erbe der unbekannten Urgroßtante Käthe ausschlagen, doch dann erscheint es doch nicht so schlecht, möglichst weit weg zu ziehen. Da kommt die Insel Finsterbrook und ...

Eigentlich wollte Adrians Vater das Erbe der unbekannten Urgroßtante Käthe ausschlagen, doch dann erscheint es doch nicht so schlecht, möglichst weit weg zu ziehen. Da kommt die Insel Finsterbrook und mit ihr die ererbte Villa Seelenfrieden gerade recht. Gut, das ehemalige Hotel hat schon lange keine Gäste mehr beherbergt und könnte in besserem Zustand sein, aber Adrian und sein Vater ziehen dort ein und schmieden Pläne für die Zukunft.

Während in der neuen Schule für Adrian alles in normalen Bahnen läuft, bietet die Villa umso mehr mysteriöse Dinge. Die alte Jukebox scheint ein Eigenleben zu haben und spielt immer wieder eigenmächtig alte Schlager, eines Nachts sitzt auf einmal ein Beagle in der Villa und zu guter Letzt steht Adrian plötzlich vor Zimmer Nummer 13 – ein Zimmer, das Adrian bislang noch nie gesehen hat und dessen Tür 4 ungewöhnliche Schlösser zieren.

Adrian beschließt gemeinsam mit seinen neuen Freunden nicht nur dem Rätsel von Zimmer 13 auf den Grund zu gehen, sondern auch nach dem Schatz zu forschen, der angeblich auf Finsterbrook – womöglich in der Villa Seelenfrieden? – versteckt ist. Ehe Adrian sich versieht, steckt er mitten in einem aufregenden Abenteuer.

Peter Schwindt erzählt eine humorvolle und spannende Geschichte mit allerlei unvorhersehbaren Wendungen und wunderbaren Einfällen. Auch wenn mich eine eigenmächtige Jukebox vermutlich gleichermaßen erschrecken wie nerven würde, im Buch hat sie mir sehr gefallen. Den Schienenbus würde ich ebenfalls nur zu gerne einmal nutzen. Kein Wunder, dass Adrian schnell begeistert ist von seiner neuen Umgebung.

Durch Peter Schwindts detaillierte Beschreibungen hatte ich sowohl die Charaktere als auch die Insel mit der Villa Seelenfrieden wunderbar vor Augen.

Ergänzt wird die Geschichte durch zahlreiche Illustrationen von Alexander von Knorre, die einfach perfekt zu den einzelnen Abschnitten passen.

Insgesamt ein rundum gelungenes Abenteuer für junge Leser, welches durch seine großartigen Einfälle und den humorvollen Stil auch Ältere begeistern kann. Hoffentlich können wir bald zu einem neuen Abenteuer in der Villa Seelenfrieden einkehren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.11.2021

Wer ist Marie?

Was kümmert mich Marie?
0

Irma hat immer wieder den gleichen Traum, in dem sie sich in dem Krankenzimmer einer ihr unbekannten Komapatientin wiederfindet. Die Träume irritieren sie und als sie eines Tages das Krankenhaus zu erkennen ...

Irma hat immer wieder den gleichen Traum, in dem sie sich in dem Krankenzimmer einer ihr unbekannten Komapatientin wiederfindet. Die Träume irritieren sie und als sie eines Tages das Krankenhaus zu erkennen glaubt, nimmt sie ihren Mut zusammen und schleicht sich auf die Intensivstation. Tatsächlich findet sie dort Marie, die Frau aus ihrem Traum. Und sie trifft auf Pierre, den Freund der Bewusstlosen. Er bittet sie, ihm zu helfen, damit Maries Seele wieder in ihren Körper zurückfindet. Irma willigt ein, ist sich aber schnell nicht mehr sicher, ob das eine gute Idee war, zumal sie sich in Pierre verliebt, was die Dinge nicht gerade vereinfacht.

Der Anfang von Anna Terris Kurzroman beginnt spannend und ich habe mit Irma mitgerätselt. Wer ist die unbekannte Patientin? Warum träumt Irma von ihr? Gibt es eine Verbindung zwischen ihnen? Auch wenn ich mich an Irmas Stelle wohl nicht getraut hätte, mich auf die Intensivstation zu schleichen, kann ich verstehen, dass sie ihren beunruhigenden Träumen auf den Grund gehen will.

Die Begegnung mit Pierre habe ich zwar als merkwürdig empfunden, mich aber immer noch gefragt, was wohl dahintersteckt und sein Verhalten auf noch unbekannte Fakten geschoben. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Treffen zwischen Pierre und Irma nicht allzu sehr mochte. Mir wurde es dann doch zu esoterisch und spirituell und ich habe sehr gehofft, dass das nicht das restliche Buch über so bleibt. Das Ende allerdings hat mir dann wieder richtig gut gefallen. Eine schöne Idee, die das ganze Buch rund macht.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und der Hauptgrund, weshalb ich trotz der Passagen, die mir nicht so lagen, weitergelesen habe. Einzig die auf dem Klappentext erwähnten Kommentare von Irmas Unterbewusstsein waren jetzt nicht ganz mein Fall. Eine witzige Idee, aber ich hätte sie nicht gebraucht.

Insgesamt eine Geschichte, die ziemlich anders war als erwartet, aber bei mir trotz der genannten Kritik vor allem durch die kreative Idee und den Stil punkten konnte. 3,5 Sterne von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.11.2021

Absolutes Wohlfühlbuch

Friesenwinterzauber
0

Isabel ist voller Vorfreude: in wenigen Tagen wird sie gemeinsam mit ihrem Freund dem winterlichen München entfliehen und nach Hawaii fliegen. Doch alles kommt anders und statt Hawaii hat Isabel plötzlich ...

Isabel ist voller Vorfreude: in wenigen Tagen wird sie gemeinsam mit ihrem Freund dem winterlichen München entfliehen und nach Hawaii fliegen. Doch alles kommt anders und statt Hawaii hat Isabel plötzlich den Nordseestrand von St. Peter-Ording in unmittelbarer Nähe. Obwohl sie noch nie so weit oben im Norden war, spürt sie sogleich eine innere Verbundenheit zur Landschaft, aber auch zu den Menschen. Daher bereut sie es nicht, der Bitte ihrer Münchener Nachbarin Helma Osterfeld nachgekommen zu sein, sie nach St. Peter-Ording zu begleiten. Die betagte Dame traute sich die weite Reise in ihre alte Heimat allein nicht zu – ein Glück für Isabel…

Tanja Janz erzeugt in „Friesenwinterzauber“ von Beginn an eine ganz wunderbare Atmosphäre, selbst als es in München für Isabel nicht optimal läuft, um es mal so auszudrücken Spätestens aber mit ihrer Ankunft in St. Peter-Ording entwickelt sich das Buch zu einem absoluten Wohlfühlbuch. Während Helma sich langsam wieder mit ihrer Schwester aussöhnt, schließt Isabel neue Bekanntschaften, während sie gemeinsam mit ihrem Hund Mari per Rad die winterliche Umgebung erkundet.

Die heimelige Atmosphäre bleibt die ganze Zeit über bestehen, selbst wenn es zwischendurch zu den ein oder anderen kleineren Turbulenzen kommt. Durch die sehr detailreiche und bildhafte Sprache, hatte ich stets das Gefühl mit dabei zu sein und konnte mir die Umgebung wunderbar vorstellen. Nur zu gerne würde ich auch einmal über den kleinen Weihnachtsmarkt streifen, den Leuchtturm sehen und das Gesicht in den Wind halten.

Die Charaktere sind beinahe alle sympathisch und herzlich, ohne jedoch dabei unglaubwürdig oder überzogen zu wirken.

Insgesamt einfach ein wunderbares Buch, um mal ein paar Stunden die Seele baumeln zu lassen – am besten eingekuschelt in eine warme Decke mit einer heißen Tasse Tee in Griffweite.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere