sehr gutes Hörbuch, schlechter Inhalt
Gelbe MonsterGelbe Monster – Clara Leinemann, gesprochen von Lisa Hrdina
Qualitativ gutes Hörbuch, die Sprecherin hat einen wunderbaren Job gemacht. Gerade die emotionalen Parts wurden für mich dadurch nahbarer.
Spoiler ...
Gelbe Monster – Clara Leinemann, gesprochen von Lisa Hrdina
Qualitativ gutes Hörbuch, die Sprecherin hat einen wunderbaren Job gemacht. Gerade die emotionalen Parts wurden für mich dadurch nahbarer.
Spoiler in der Rezension, weil Rage
Allerdings konnte dies der Inhalt nicht. Mit Gelbe Monster zeigte uns die Autorin eine Frauenfigur, welche ihrem Partner gegenüber Gewalt ausübte, physisch und psychisch. Lange wussten wir Lesenden nicht, was der Auslöser hierfür war, da sich die Hauptfigur selbst sehr häufig als Opfer darstellte. Mein größter Knackpunkt hierbei war, dass sie sich in dieser Opferrolle quasi suhlte, keinerlei Reflektion stattfand, kein Bedauern oder Scham über das geschehene. Sondern die Schuld komplett bei dem Gegenüber blieb. Auch die Auflösung war nichts für mich. Man ist so, weil man eben so ist und noch so viel Wille wird daran nichts ändern. Meh. Da hätte ich mir auch das ganze buch sparen können, denn dies ist keine „Moral der Geschichte“ welche ich so akzeptieren kann, oder gar nachvollziehen will. Wenn man zur Gewalt neigt, egal welches Geschlecht, dann ist das eben so und ändert sich auch nicht. Das ist nicht die Realität und darf auch nicht als Erklärung / Entschuldigung hergenommen werden. Nur weil etwas immer schon so war, muss es so nicht immer weiter gehen. Der Mensch ist in der Lage seine Verhaltensmuster kritisch zu reflektieren und diese auch bewusst zu ändern. Unser Hauptfigur allerdings suhlt sich lieber in ihrem Elend und stellt sich als ein Opfer dar, was sie nicht ist. Das ist nachvollziehbar, denn das sieht man tatsächlich täglich. Ich musste meine Partnerperson schlagen / beleidigen, weil… Nope, keine Entschuldigung. Du hast das nur getan, weil du dich und deine Emotionen nicht unter Kontrolle hast, nicht reflektieren kannst. Nicht dein Gegenüber ist für deinen emotionalen Ausgleich verantwortlich, sondern du allein. Du möchtest mehr körperliche Nähe, dein Gegenüber aber nicht? Dann mach diesen nicht für dein Ungleichgewicht verantwortlich, sondern geh ins Selbstgespräch. Kontrolliere dich, zügel dich, rede offen darüber. Aber verbiete nicht, oder grenze deinen Gegenüber ein. Boar, hat mich dieses Buch sauer gemacht und mit einem richtig schlechten Gefühl zurück gelassen. Ich konnte nachempfinden, wie es sich anfühlt unsichtbar zu sein. Keiner bemerkt deinen inneren Schmerz oder hilft dir wortlos. Unsere Hauptfigur wollte allerdings nur bemerkt und bemitleidet werden, was ihr Schlimmes durch ihren Expartner angetan wurde, sie selbst trug an nichts die Schuld, alles wurde auf den Ex abgewälzt. Und hier ist mir die Hutschnur geplatzt. Es ist nun einmal nicht so klar abgrenzbar. Am Scheitern einer Beziehung sind immer mindestens zwei Personen schuld und niemals einer allein. Und sich dann in eine Opferrolle stürzen, erzeugt bei mir leider Übelkeit. Wenn dies dann auch noch unsere Ich-Erzählerin ist, bin ich leider raus. Aber so komplett.