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Veröffentlicht am 05.07.2025

Ken Follett: Das Fundament der Ewigkeit

Das Fundament der Ewigkeit
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Okay, sagen wir’s, wie’s ist: Wenn Ken Follett ein Buch schreibt, ist es selten ein kleines Häppchen für zwischendurch – eher ein literarisches Drei-Gänge-Menü mit Nachschlag. Und „Das Fundament der Ewigkeit“ ...

Okay, sagen wir’s, wie’s ist: Wenn Ken Follett ein Buch schreibt, ist es selten ein kleines Häppchen für zwischendurch – eher ein literarisches Drei-Gänge-Menü mit Nachschlag. Und „Das Fundament der Ewigkeit“ ist da keine Ausnahme. Über 1.000 Seiten dick, episch, dramatisch und natürlich mit jeder Menge Intrigen, Machtkämpfen und Herzen, die brechen (oder einfach sehr lange auf jemanden warten müssen).

Die Geschichte spielt zur Zeit von Elizabeth I. – wir reden also von Reformation, Religionskrieg und jeder Menge Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten. Kingsbridge ist wieder mit von der Partie, auch wenn die berühmte Kathedrale eher eine Nebenrolle spielt. Statt Bauwerken stehen diesmal politische Spione, verbotene Lieben und historische Massaker im Rampenlicht. Und mittendrin: Ned Willard. Unser Lieblings-Spion mit großem Herzen und der Ausdauer eines Marathonläufers, wenn es darum geht, der Liebe seines Lebens (hallo, Margery!) durch ein halbes Jahrhundert hinterherzuseufzen.

Ned ist eigentlich so eine Art historischer James Bond – nur mit weniger Martini und mehr Bibelzitaten. Als er Elizabeth Tudor in den Sattel hilft, wird er Teil ihres inneren Kreises und hilft beim Aufbau eines geheimen Nachrichtendienstes. Klingt fancy? Ist es auch. Und es funktioniert erstaunlich gut als roter Faden durch einen sehr politischen, teils düsteren Roman.

Die Nebenfiguren? Mal wieder ein bunter Mix aus „Oh wow, spannend!“ bis „Sorry, wer war das nochmal?“. Manche Charaktere schimmern richtig schön komplex, andere wirken wie aus dem Baukasten: Held. Bösewicht. Love Interest. Die üblichen Verdächtigen eben. Und ja, manch einer redet ein bisschen zu modern für 1558 – aber hey, das hilft zumindest beim Durchlesen.

Follett schafft es mal wieder, große Weltgeschichte in kleine menschliche Schicksale zu packen. Und obwohl sich Kingsbridge ein bisschen mehr wie Deko als wie Schauplatz anfühlt, funktioniert die Story ziemlich gut. Gerade die Verknüpfung realer historischer Ereignisse – wie die Bartholomäusnacht oder der Untergang der Spanischen Armada – mit dem Leben von Ned & Co. sorgt für ordentlich Tempo.

Was nicht so ganz zündet: die Romantik. Ned und Margerys „Wir lieben uns über Jahrzehnte hinweg, obwohl wir nie zusammen sind“-Beziehung ist nicht unbedingt der emotionalste Anker der Geschichte. Eher ein laues Flämmchen im Sturm der Reformation. Aber dafür gibt’s genug andere Spannungsmomente – politisch, religiös, menschlich.

Fazit: „Das Fundament der Ewigkeit“ ist kein typischer Kingsbridge-Roman, eher ein Reformations-Epos mit Spionage-Twist. Nicht jeder Charakter glänzt, nicht jede Wendung ist überraschend, aber Ken Follett weiß einfach, wie man Geschichte unterhaltsam verpackt. Wenn du Lust auf einen historischen Pageturner mit Macht, Glaube und einer Prise Herzschmerz hast – los geht’s. Und keine Sorge: Bei Follett ist auch das letzte Kapitel immer noch ein kleiner Knaller.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Sazou G.: This craving desire

This Craving Desire
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Okay, sagen wir’s mal so: Wenn du auf düstere Typen mit Geheimnissen stehst, bei „Enemies to lovers“ innerlich klatschst wie ein Fangirl auf Koffein und bei jeder Zeile „he falls first“-Energy brauchst ...

Okay, sagen wir’s mal so: Wenn du auf düstere Typen mit Geheimnissen stehst, bei „Enemies to lovers“ innerlich klatschst wie ein Fangirl auf Koffein und bei jeder Zeile „he falls first“-Energy brauchst – dann bist du bei „This Craving Desire“ genau richtig.

Suna hat ihre ganz persönliche Hölle durchlebt – kein Drama, sondern echt harter Tobak. Sie hat sich geschworen, nie wieder jemanden so nah an sich ranzulassen. Und dann läuft ihr in New York ausgerechnet Jaden King über den Weg. Klingt wie der Anfang einer RomCom? Nope. Jaden hat selbst ein Päckchen Dunkelheit mitgebracht, und das ist nicht gerade Handgepäckgröße. Trotzdem knistert es zwischen den beiden sofort wie frisch gezündetes Feuerwerk – mit ordentlich Spice obendrauf. 🔥

Die Story lebt vor allem von der Spannung zwischen den Figuren. Suna ist taff, verletzt und auf ihre Art stark – man gönnt ihr jede kleine Sekunde der Kontrolle zurück. Jaden dagegen ist dieser typische Bad Boy mit Schutzinstinkt und innerem Abgrund deluxe. Die Kombination? Hochexplosiv. Aber halt auch: emotional. Und das nicht nur auf der „steamy“ Ebene, sondern auch in den ruhigeren, verletzlichen Momenten. Es wird viel geflüstert, geschwiegen, gestritten, gespürt – you know the vibe.

Was ich mochte? Die Rückblicke in Sunas Vergangenheit, die einem zeigen, warum sie ist, wie sie ist – das gibt der Geschichte Tiefe. Auch die Dual POV macht vieles nachvollziehbarer (wenn man nicht gerade mitten im Kapitel wieder rausgerissen wird, aber hey – Kapitelwechsel gibt’s hier so viele wie Geheimnisse).

Was man bekommt: eine packende Mafia-Romance mit Ecken und Kanten, jede Menge Spannung, ein paar richtig fiese Twists und Charaktere, die nicht perfekt sind – aber echt wirken. Okay, fast alle. Manche sind einfach zum Hassen da, und das macht’s irgendwie noch besser.

Fazit: „This Craving Desire“ ist ein düsterer, emotionaler und überraschend intensiver Liebesroman mit Spice, Tiefgang und ordentlich Drama – perfekt für alle, die auf Bad Boys, gebrochene Herzen und zweite Chancen stehen. Und auf Protagonistinnen, die mehr Feuer haben als ein ganzer Kaminofen.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Lisa Gray: To die for

To Die For
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Was würdest du für eine Million Dollar tun? Lisa Gray lässt in „To Die For“ genau diese Frage in der funkelnden Welt der Luxusimmobilien in Malibu explodieren – und zwar mit Mord. Willkommen also bei einem ...

Was würdest du für eine Million Dollar tun? Lisa Gray lässt in „To Die For“ genau diese Frage in der funkelnden Welt der Luxusimmobilien in Malibu explodieren – und zwar mit Mord. Willkommen also bei einem Thriller, der ein bisschen nach „Selling Sunset meets Knives Out“ klingt. Und ja, das macht richtig Spaß.

Im Mittelpunkt steht Maklerin Andi Hart, die nicht nur versucht, ein 50-Millionen-Dollar-Strandhaus zu verkaufen, sondern auch ihr eigenes Leben in den Griff zu kriegen. Die Provision? Eine schlappe Million. Der Haken? Sie ist nicht allein im Rennen. Vier Kollegen, fünf Geheimnisse, ein offenes Haus – und plötzlich eine Leiche im Pool. Ab da wird aus Immobilien-Glitzer knallharter Konkurrenzkampf mit tödlichem Ausgang.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Vor und nach dem Mord – mit ständig wechselnden Perspektiven der Makler und einem wunderbar bissigen Ermittlerduo, das dem Ganzen noch eine Prise trockenen Humor verpasst. Anfangs dachte ich: „Oh Gott, wer war nochmal wer?“ Aber je tiefer man eintaucht, desto besser lernt man die einzelnen Charaktere kennen – samt ihrer Abgründe. Und ja, sie haben alle Dreck am Stecken. Jeder. Einzelne. Von. Ihnen.

Was To Die For so lesenswert macht, ist der Mix aus unterhaltsamer Spannung, bissiger Gesellschaftskritik und Soap-Vibes. Es wird gelogen, intrigiert, manipuliert – fast wie ein mörderisches Reality-TV-Format mit Hochglanzfinish. Dabei schreibt Lisa Gray angenehm schnörkellos, mit kurzen Kapiteln und Cliffhangern, die einen durch die Seiten treiben.

Ist alles super realistisch? Nö. Ist das wichtig? Auch nö. Man bekommt, was der Klappentext verspricht: ein Thriller mit Glamour, Gier und einem ordentlichen Schuss Drama. Das Ende? Überraschend, aber stimmig – mit einem kleinen Twist, der nochmal schön Salz in die Wunde streut.

Fazit: „To Die For“ ist perfekte Strand- (oder Sofa-)Lektüre für alle, die Spaß an Intrigen, Luxus und Leichen haben – und beim Lesen gerne mal denken: „Ich trau hier wirklich niemandem.“

Veröffentlicht am 05.07.2025

Dan Schreiber: Waschbären, die im Dunkeln leuchten

Waschbären, die im Dunkeln leuchten
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Was für ein wildes, wunderbar absurdes Buch! Schon der Titel schreit förmlich „Ich bin anders!“ – und genau das ist „Waschbären, die im Dunklen leuchten“ auch: anders, schräg, lustig, zum Teil völlig irre, ...

Was für ein wildes, wunderbar absurdes Buch! Schon der Titel schreit förmlich „Ich bin anders!“ – und genau das ist „Waschbären, die im Dunklen leuchten“ auch: anders, schräg, lustig, zum Teil völlig irre, aber auf eine richtig charmante Art.

Dan Schreiber nimmt uns mit in eine Welt voller kurioser Ideen, exzentrischer Wissenschaftler und Theorien, bei denen man nie so ganz weiß: „Ist das jetzt Satire? Oder ist das wirklich so passiert?“ (Spoiler: Es ist oft wirklich so passiert – zumindest angeblich.)

Man begegnet Nobelpreisträgern, die Geister sehen, Pflanzen, die angeblich lügen können, und Forschern, die fest davon überzeugt sind, dass der Papst die Mondlandung inszeniert hat – oder so ähnlich. Der Stil? Locker, kurzweilig, manchmal ein bisschen britisch-schräg, aber genau das macht den Charme aus. Und wer sich je gefragt hat, wie Telepathie im Weltall funktioniert oder was genau es mit dem „Pauli-Effekt“ auf sich hat, wird hier fündig.

Aber: Wer wissenschaftlich fundierte Fakten oder tiefgehende Analysen sucht, ist hier eindeutig falsch. Das Buch ist eher ein Kuriositätenkabinett als ein Sachbuch. Es geht nicht darum, zu beweisen – sondern zu zeigen, wie bunt, seltsam und auch unterhaltsam die Welt der „Fakten“ sein kann.

Was mir besonders gefallen hat: Zwischen all dem Wahnsinn steckt doch ein bisschen Wahrheit. Die Erkenntnis, dass selbst die verrücktesten Ideen manchmal einen Funken Inspiration enthalten. Oder zumindest eine gute Story.

Also: Wer sich für abseitige Gedankengänge, skurrile Anekdoten und das bunte Treiben am Rande der Wissenschaft begeistern kann – und dabei auch mal herzlich über einen leuchtenden Waschbären lachen möchte – sollte dieses Buch unbedingt in die Hand nehmen. Es ist wie ein Abend mit einem sehr witzigen, leicht verrückten Freund, der einem die Welt erklärt … nur eben auf seine ganz eigene Art.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Dan Schreiber: Waschbären, die im Dunkeln leuchten

Waschbären, die im Dunkeln leuchten
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Was für ein wildes, wunderbar absurdes Buch! Schon der Titel schreit förmlich „Ich bin anders!“ – und genau das ist „Waschbären, die im Dunklen leuchten“ auch: anders, schräg, lustig, zum Teil völlig irre, ...

Was für ein wildes, wunderbar absurdes Buch! Schon der Titel schreit förmlich „Ich bin anders!“ – und genau das ist „Waschbären, die im Dunklen leuchten“ auch: anders, schräg, lustig, zum Teil völlig irre, aber auf eine richtig charmante Art.

Dan Schreiber nimmt uns mit in eine Welt voller kurioser Ideen, exzentrischer Wissenschaftler und Theorien, bei denen man nie so ganz weiß: „Ist das jetzt Satire? Oder ist das wirklich so passiert?“ (Spoiler: Es ist oft wirklich so passiert – zumindest angeblich.)

Man begegnet Nobelpreisträgern, die Geister sehen, Pflanzen, die angeblich lügen können, und Forschern, die fest davon überzeugt sind, dass der Papst die Mondlandung inszeniert hat – oder so ähnlich. Der Stil? Locker, kurzweilig, manchmal ein bisschen britisch-schräg, aber genau das macht den Charme aus. Und wer sich je gefragt hat, wie Telepathie im Weltall funktioniert oder was genau es mit dem „Pauli-Effekt“ auf sich hat, wird hier fündig.

Aber: Wer wissenschaftlich fundierte Fakten oder tiefgehende Analysen sucht, ist hier eindeutig falsch. Das Buch ist eher ein Kuriositätenkabinett als ein Sachbuch. Es geht nicht darum, zu beweisen – sondern zu zeigen, wie bunt, seltsam und auch unterhaltsam die Welt der „Fakten“ sein kann.

Was mir besonders gefallen hat: Zwischen all dem Wahnsinn steckt doch ein bisschen Wahrheit. Die Erkenntnis, dass selbst die verrücktesten Ideen manchmal einen Funken Inspiration enthalten. Oder zumindest eine gute Story.

Also: Wer sich für abseitige Gedankengänge, skurrile Anekdoten und das bunte Treiben am Rande der Wissenschaft begeistern kann – und dabei auch mal herzlich über einen leuchtenden Waschbären lachen möchte – sollte dieses Buch unbedingt in die Hand nehmen. Es ist wie ein Abend mit einem sehr witzigen, leicht verrückten Freund, der einem die Welt erklärt … nur eben auf seine ganz eigene Art.