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Josia-Jourdan

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2019

Ganz nett, mehr leider auch nicht

Schund und Sühne
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Also die Story hat eine spezielle Ausgangssituation. Die Protagonistin Kat ist Groschenromanautorin und kriegt ein Stipendium um auf einem Schloss zu schreiben. Nicht irgendeinem Schloss sondern dem der ...

Also die Story hat eine spezielle Ausgangssituation. Die Protagonistin Kat ist Groschenromanautorin und kriegt ein Stipendium um auf einem Schloss zu schreiben. Nicht irgendeinem Schloss sondern dem der Familie Schell. Während sie auf diesem Schloss ist lernt sie die Familie besser kennen und wir als Leser ebenfalls. Und ja, was soll ich sagen. Eine ganz schön spezielle Truppe. Prinzessin Seph ist die Tochter und ihr Leben dreht sich darum über ihren Exfreund hinwegzukommen, zu jagen, auf Hochzeiten Brautsträusse zu fangen und…. Nun ja ihr Leben ist langweilig. Genauso wie das ihrer ganzen Familie. Zumindest scheint es so. Wir begleiten die Charaktere über einige Wochen, wir kriegen Liebeleien, persönliche Dramen und Schlossleben mit. Jeder einzelner Charakter versucht Glücklich zu werden.

Anna Basener behält ihren Humor bei, auch wenn er bisschen anders ist. Denn sie spielt zwar wieder viel mit Klischees jedoch ganz anderen. Für mich hat es trotzdem gepasst, ich hab nicht ganz so viel gelacht, was meiner Meinung nach aber viel mehr an der der Handlung lag. Denn ja die Handlung, die war irgendwie schwach. Denn es gab keine. Es war mehr ein «Ausschnitt aus dem seltsamen Leben mehrerer Personen auf einem Adelsschloss, einer Adelsfamilie, die keine mehr ist». Kein wirklicher roter Faden, bisschen Lovestory, Sex, Blut und Drama. Das war für mich schon bisschen enttäuschend. Die Charaktere dagegen gefielen mir wieder ziemlich gut. So verrückte, aussergewöhnliche, teilweise auch unsympathische, unnaubare Personen, welche alle eigentlich nur ihr Glück suchen. Das gefiel mir gut.

Fazit

Von Anna Baseners zweitem Roman habe ich mir viel erwartet. Es fehlt eine wirkliche Geschichte und das ist für mich auch der einzige Grund, weshalb ich nicht ganz warm geworden bin mit dem Buch. Denn ich habe es zwar gerne gelesen, Anna Basener schreibt toll, die Charaktere sind speziell, gefielen mir aber gut. Die Thematik mit den Adligen, dem eigenen Glück, Arbeit und Privatleben ist eigentlich ganz schön. Ich hab das Buch gerne gelesen, gross darüber reden würde ich jedoch nicht und nochmals lesen auch eher nicht. So vergebe ich 3 von 5 Sterne.

Ich bedanke mich beim Eichborn-Verlag für mein Exemplar!

Veröffentlicht am 10.12.2018

Magischer Band 1

Die Duftapotheke (1).
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Luzie zieht mit ihrer Familie um & die wunderschöne alte Villa scheint ein Geheimnis zu verbergen. Warum riecht es so intensiv? Warum werden Briefe an einen Mann versendet, der eigentlich schon lange nicht ...

Luzie zieht mit ihrer Familie um & die wunderschöne alte Villa scheint ein Geheimnis zu verbergen. Warum riecht es so intensiv? Warum werden Briefe an einen Mann versendet, der eigentlich schon lange nicht mehr lebt? Luzie, ihr kleiner Bruder Benno und der Nachbarsjunge Mats durchsuchen das Haus und stossen dabei auf einen geheimen Raum. Die Duftapotheke. Hunderte Flakons mit unterschiedlichsten Düften und seltsamen Beschriftungen. Vollkommen fasziniert von ihrer Entdeckung öffnen sie mehrere Fläschchen und ahnen nicht, was sie damit auslösen.

Die Geschichte beginnt relativ unspektakulär. Wir entdecken gemeinsam mit Luzie ihren neuen Wohnort, begegnen Nachbarn und lernen ihre Familie kennen. Man merkt bald, dass Luzie nicht auf den Mund gefallen ist und teilweise ganz schön frech sein kann. Sowas ist mir persönlich eher unsympathisch und auch wenn sie noch ein Kind ist, habe ich da Schwierigkeiten mit der Protagonistin gehabt. Benno ihr kleiner Bruder dagegen ist total lieb. Genauso Mats der Nachbarsjunge ist auch sehr sympathisch. Nach und nach nimmt die Geschichte dann auch Fahrt auf und gemeinsam mit den dreien entdecken wir die Duftapotheke. Ein magischer Moment in den ich mich sehr gut hineinversetzen konnte. Die Idee, dass Gerüche Magie bewirken und diese ganz unterschiedliche Wirkungen haben, ist genial. Der Plot an sich gefiel mir auch ganz gut, auch wenn es natürlich ein Abenteuer rund um Kinder ist und dadurch vielleicht das ein oder andere Detail nicht sehr beachtet worden ist. Ich habe ja ehrlich gesagt lange nicht gedacht, dass mich das Buch überraschen wird, doch das hat es getan. Zwei Plottwists sind meiner Meinung nach sehr gelungen und die Auflösung am Ende ebenfalls.

Hörbuchstimme

Ich wollte schon lange Mal ein Hörbuch von Uta Dänekamp hören, da ich das Gefühl hatte, dass mir ihre Stimme gut gefallen würde. Ich hatte nicht unrecht. Auch wenn ich zu Beginn überrascht war, wie kindlich ihre Stimme klingen kann, ist es sehr angenehm ihr zuzuhören. Jede einzelne Person hat ihre Stimme gekriegt und sie mischte Spannung und Witz auf eine gute Weise. Besonders gut gefiel mir, dass sie sehr natürlich klingt. Bestimmt nicht mein letztes Hörbuch, welches ich mir mit ihrer Stimme anhören werde. Habe da den zweiten Band von diesem hier und «White Maze» im Kopf.

Fazit

Anna Ruhe hat eine magische Geschichte geschrieben, welche mit ihren vielen Wendungen viel Spass macht. Die Atmosphäre ist richtig gelungen, zumal diese Villa Evie ja echt ein wunderschönes Haus sein muss. Mit den Charakteren bin ich nicht ganz warm geworden. Das mag daran liegen, dass es Kinder sind oder daran, dass sie ziemlich frech sind. Die Geschichte hat Spass gemacht & ich bin gespannt, wie es weitergeht. Die Vertonung ist gelungen und ich vergebe 4 von 5 Sterne für dieses tolle (Hör-)Buch. Kleine Abzugspunkte bei den Charakteren, ansonsten eine witzige & unterhaltsame Story, welche ich ab 10+ empfehlen würde.

Ist «Die Duftapotheke: ein Geheimnis liegt in der Luft» von Anna Ruhe empfehlenswert? Es ist ein wunderbar magisches Buch mit einigen kleinen Schwächen. Insgesamt aber trotzdem empfehlenswert.

Veröffentlicht am 10.12.2018

Emotional & spannend

Träume, die ich uns stehle
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Lara weiss nicht wer sie ist. Als sie an einem kalten Wintertag umherirrend gefunden wird, weiss niemand, wer die junge Frau ist. Klar ist, sie kann sich an nichts mehr erinnern. Sie hört nicht auf zu ...

Lara weiss nicht wer sie ist. Als sie an einem kalten Wintertag umherirrend gefunden wird, weiss niemand, wer die junge Frau ist. Klar ist, sie kann sich an nichts mehr erinnern. Sie hört nicht auf zu sprechen und wird in eine Psychiatrie gebracht. Dort soll sie lernen sich zu kontrollieren und versuchen ihr Gedächtnis wieder zurückzuerlangen.

Im Krankenhaus trifft sie dann auf Thomas. Er liegt im Koma. Er wird selten besucht und als Lara mit ihm spricht reagiert er auf sie. Nur ein leichtes Zucken mit der Hand. Lara ist sich sicher, dass sie ihn kennt. Woher weiss sie nicht. Aber sie beginnt zu reden. Erzählt ihm eine Geschichte. Eine Geschichte darüber, wie sie sich kennengelernt hatten. Vor Monaten an einem Lagerfeuer. Wird Thomas jemals wieder aufwachen? Wer ist Lara wirklich? Und ist ihre Geschichte bloss erfunden oder doch real?

Mich hat Laras Geschichte emotional sehr berührt. Als Leser weiss man jeweils so viel wie sie. Man hat die gleichen Infos und auch wenn man sich vielleicht andere Gedanken macht als sie, hilft es sehr, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Es ist schrecklich zu sehen, wie Lara leidet und versucht ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen. Die Autorin verharmlost überhaupt nichts und man merkt, wie viel Zeit in Recherche gesteckt worden ist.
Es gibt auch immer wieder kurze Kapitel aus Thomas Sicht. Beziehungsweise seine Gedanken während des Komas. Kurze Sequenzen, welche das Buch trauriger machen.

Ich liebe den Schreibstil von Lily Oliver. Sie schafft es Gefühle zu transportieren, bildhaft zu beschreiben und gleichzeitig Spannung aufzubauen. Ganz grosses Kino!

Handlungsmässig hat mich das Buch geschockt. Ich bin so oft überrascht worden und teilweise ist es mir emotional sehr nahe gegangen. Gleichzeitig finde ich es wichtig, welche Themen in diesem Buch angesprochen werden. Ohne zu Spoilern: in Zeiten in denen so oft ungesunde Beziehungen in Büchern romantisch dargestellt werden, braucht es Bücher, welche das nicht verharmlosen, sondern uns darauf sensibilisieren.

Fazit

Lily Oliver hat einen grossartigen Roman über psychische Krankheiten, Liebe und Vergebung geschrieben. Zwei Protagonisten, welche bei weitem nicht alles richtig gemacht haben in ihrem bisherigen Leben. Zwei Menschen, welche nichts mehr haben. Eine Geschichte, welche beide rettet. Ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass mich dieser Roman emotional so mitnehmen würde. Die «Auflösung» hat mich geschockt und gleichzeitig begeistert, denn der Plot beweist sich als genial. Ein Roman, welcher mit denen von John Green mithalten kann. Ich vergebe verdiente 5 von 5 Sterne!

Ist «Träume, die ich uns stehle» von Lily OIiver empfehlenswert? Auf jeden Fall. Hier stimmt alles. Eine komplexe Geschichte, welche einen emotional berührt.

Weiter unten findet ihr das Gewinnspiel:

Ich bedanke mich beim Knaur Verlag für mein Exemplar!

Veröffentlicht am 10.12.2018

Schönes Bilderbuch

Das Weihnachtswunder
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«Das Weihnachtswunder» von Katherine Rundell ist ein wunderschönes Bilderbuch. Es erzählt uns die Geschichte von Theo, welcher an Heiligabend ohne seine Elterern zuhause ist, da seine Eltern arbeiten müssen. ...

«Das Weihnachtswunder» von Katherine Rundell ist ein wunderschönes Bilderbuch. Es erzählt uns die Geschichte von Theo, welcher an Heiligabend ohne seine Elterern zuhause ist, da seine Eltern arbeiten müssen. Der Weihnachtsbaumschmuck ist kaputt, er fühlt sich ziemlich alleine & dann sieht er da diese Sternschnuppe. Er wünscht sich nicht mehr alleine zu sein. Plötzlich erwacht der Weihnachtsbaumschmuck zum Leben. Ein Schaukelpferd, ein Engel, ein Rotkehlchen und ein Zinnsoldat wollen Theo Gesellschaft leisten und gemeinsam erleben sie ein kleines weihnachtliches Abenteuer.

Nach dieser sehr kurzen Inhaltsbeschreibung möchte ich mit Schwärmen beginnen. Denn ich finde das Buch grossartig. Allein schon das Cover finde ich wunderschön. Es funkelt wunderschön, hat eine tolle geprägte Schrift und ist mit den vielen kleinen Details richtig gelungen. Aber auch ohne Umschlag ist das Buch ein richtiger Hingucker. Denn darunter verstecken sich wunderschöne weiss-goldene Muster. Ich liebe es & kann mich nicht entscheiden, ob ich es mit oder ohne Umschlag schöner finde.

Aber eigentlich kommt es auf den Inhalt drauf an & den finde ich mindestens genauso toll. Die Story ist zauberhaft. Sie beinhaltet eine schöne Message, denn alle helfen ich gegenseitig glücklich zu sein. Egal ob gemeinsam neue Flügel für den Engel suchen oder für den Zinnsoldaten die perfekte Partnerin, Theo hilft allen und sie helfen ihm. Die Stimmung ist magisch und es gibt viele witzige Szenen. Das Lesen macht Spass und ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich auch zum Vorlesen anbietet. Zudem gibt es einige schöne Zitate, welche mir gut gefallen und ich deshalb gerne eines mit euch teilen.

«Man kann doch niemanden lieben nur weil man sein Kleid mag. Oder die Haare. Oder das Gesicht.»



Nebst einer süssen Geschichte, tollen Zitaten und einer wunderschönen Aufmachung, gefielen mir auch die Illustrationen im Buch richtig gut. Sie transportieren eine richtig weihnachtlich-winterliche Stimmung und die Liebe zum Detail ist sofort zu erkennen. Emily Sutton hat einen wunderschönen Zeichenstil und alleine die Illustrationen machen dieses Buch zu einem Highlight in jedem Buchregal. Man entdeckt immer wieder neue Sachen und ich habe es geliebt dieses Buch zu lesen. Die Zeichnungen erinnern mich an die Bilderbücher, welche ich bei meiner Grossmutter immer angesehen habe. Während ich diesen Beitrag hier schreibe, blättere ich wieder durch das Buch & ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es bis Weihnachten noch einige Male anschauen werde. Vielleicht lese ich es auch mit meiner kleinen Schwester?



Bevor wir zum Gewinnspiel kommen, möchte ich nochmals eine grosse Empfehlung für dieses Buch aussprechen. Eine träumerische, märchenhafte, verzauberte Geschichte für jedes Alter, welches optisch und inhaltlich überzeugt. Eine super Idee als (Vor-)Weihnachtsgeschenk.

Ich danke dem ArsEdition ganz herzlich für mein Exemplar!

Veröffentlicht am 10.12.2018

Eine gute Fortsetzung

Bluthaus
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Frida Paulsen versucht ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen, doch dann gerät ihre Freundin Jo in einen Mordfall. Eine Frau wurde mit mehreren Messerstichen umgebracht, Jo haut ab & hinterlässt Spuren ...

Frida Paulsen versucht ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen, doch dann gerät ihre Freundin Jo in einen Mordfall. Eine Frau wurde mit mehreren Messerstichen umgebracht, Jo haut ab & hinterlässt Spuren zu einem Haus auf der Insel Holnis. Wer hat die Frau umgebracht? Was hat es mit dem Haus auf sich?

Bjarne Haverkorn hat währenddessen seine ganz eigenen Probleme. Er erfährt, dass er eine Tochter hat, diese sterben wird, wenn nicht bald eine Spenderniere gefunden wird & gleichzeitig soll er noch in einem Mordfall ermitteln.

Der zweite Band startet mit einem Prolog, welcher 1997 spielt. Es erzählt wie eine Familie umgebracht wird und nur die Teenager-Tochter überlebt. Zu Beginn weiss man noch nicht, wer das ist, aber da immer wieder solche Rückblick-Kapitel eingeschoben sind, bin ich relativ bald draufgekommen. Doch wer denn hinter dem Mord an der Familie steckt, blieb für mich lange ein Geheimnis.

Man fiebert auf so viele verschiedene Momente in diesem Buch hin, dass man es kaum mehr weglegen mag. So habe ich die ganze Zeit gehofft, dass Jo noch lebt… Oder dass der Mörder der Frau gefunden wird. Letzten Endes hängt alles irgendwie zusammen und ich bin wieder einmal fasziniert, wie Romy Fölck all diese Fäden so elegant zusammenführen konnte. Für mich hat die Story trotzdem wenig Überraschungen bereit gehalten, da ich vieles schon erraten konnte. Es handelt sich auf jeden Fall wieder um einen Coldcase, so viel sollte klar sein. Faszinierend, was schlussendlich hinter der ganzen Story steckt. Aber ich möchte hier niemanden Spoilern…

Der Kulissenwechsel gefiel mir ganz gut, auch wenn ich gerne noch bisschen mehr über die Elbmarsch erfahren hätte. Aber die Insel Holnis wirkte dermassen düster, dass ich genauso begeistert von der Atmosphäre gewesen bin.

Fazit

Ein angemessener zweiter Teil, welcher zwar nicht ganz so gut ist wie sein Vorgänger, aber trotzdem einiges an Spannung zu bieten hat. Die beiden ungleichen Protagonisten sind mir noch mehr ans Herz gewachsen, mir persönlich hat die Story rund um Haverkorn & seine Tochter gut gefallen. Allerdings fehlte mir in diesem Buch eine Story zu Frida. Man hat wenig Neues über sie erfahren. Schade… Das Buch hat mich aber wieder sehr atmosphärisch in seinen Bann gezogen & auch wenn ich praktisch alle Plottwists vorraus gesehen habe und den Fall vor Frida lösen konnte, hat mich das keineswegs gestört. Das wieder ein Cold Case mit einem aktuellen Fall verbunden worden ist, gefiel mir ebenfalls gut. Besonders da es dieses Mal sehr viel komplexer war. Ich vergebe knappe 4 von 5 Sterne für einen soliden zweiten Band, welcher Lust macht weiterzulesen, jedoch nicht ganz an Band 1 heranzureichen vermag. Bin schon gespannt auf Band 3, auch wenn der leider erst im nächsten Herbst erscheinen wird.

Ist «Bluthaus» von Romy Fölck empfehlenswert? Ja, für alle die Band 1 mochten, wird Band 2 keine Enttäuschung sein.

Ich danke Bastei Lübbe für mein Exemplar!