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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2026

Sympathische Dämonin mit Identitätskrise

Daimonion 1
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In "Daimonion: Essenz" gerät Secia, eine junge Dämonin, in ein Experiment, dass beweisen soll, dass Dämonen nicht von Grund auf böse sind. Sie muss sich alleine und ohne ihre Kräfte in der Menschenwelt ...

In "Daimonion: Essenz" gerät Secia, eine junge Dämonin, in ein Experiment, dass beweisen soll, dass Dämonen nicht von Grund auf böse sind. Sie muss sich alleine und ohne ihre Kräfte in der Menschenwelt zurecht finden. Dabei gerät ihr Weltbild zunehmend ins Wanken.

Insgesamt ein gutes Hörbuch mit einer spannenden Grundidee. Besonders interessant ist, wie die Geschichte das klassische Gut-und-Böse-Konzept hinterfragt und stellenweise auch verschiebt. Dämonen sind nicht zwangsläufig "böse", Engel nicht grundsätzlich "gut".

Die Sprecherin hat ein sehr angenehmes Lesetempo und schafft es, Emotionen sowie unterschiedliche Charaktere gut zu transportieren. Dadurch lässt sich der Geschichte sehr entspannt folgen.

Secia ist eine sympathische Protagonistin, die auch mal Zähne zeigen kann. Ihr innerer Zwiespalt zwischen den strengen Lehren ihrer dämonischen Erziehung und ihren eigenen Erfahrungen wirkt nachvollziehbar und glaubwürdig. Auch die Beziehungen zwischen den Figuren entwickeln sich organisch. Insgesamt liegt der Fokus stärker auf der Charakterentwicklung als auf permanenter Action.

Positiv ist auch, dass der erste Band seine zentrale Handlung sauber abschließt. Obwohl es mit einem zweiten Teil weitergeht, fühlt sich das Ende nicht wie ein Cliffhanger an – erst der Epilog sorgt dafür, dass man neugierig auf Band zwei wird.



Kleine Kritikpunkte:

Einige Konflikte lösen sich etwas zu reibungslos, wodurch die Spannung gelegentlich ein wenig leidet. Außerdem wirken die Dämonen für meinen Geschmack stellenweise etwas… undämonisch: zu nett, hilfsbereit und regelbewusst.

(Großer Kritikpunkt: Der Kater kam zu kurz 😉)

Fazit:

Ein unterhaltsames Hörbuch mit sympathischen Figuren und interessanter moralischer Perspektive. Trotz kleiner Schwächen hat mich die Geschichte gut abgeholt – und ich bin gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Shiny Happy People

Happy Head
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In Happy Head werden Jugendliche in ein geheimnisvolles Programm aufgenommen, das angeblich nur ein Ziel hat: sie glücklicher zu machen. In einer abgeschotteten Umgebung müssen sie verschiedene Aufgaben ...

In Happy Head werden Jugendliche in ein geheimnisvolles Programm aufgenommen, das angeblich nur ein Ziel hat: sie glücklicher zu machen. In einer abgeschotteten Umgebung müssen sie verschiedene Aufgaben erfüllen und Tests bestehen, die ihr Verhalten, ihre Gefühle und ihre Entscheidungen beeinflussen sollen. Doch während Sebastian versucht, sich anzupassen und alles richtig zu machen, wird immer klarer, dass hinter dem Projekt mehr steckt, als zunächst behauptet wird. Was als Programm zum „Glücklichsein“ beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einem undurchsichtigen Machtspiel.

Die Grundidee – Menschen zusammen einzusperren und sie Aufgaben erfüllen zu lassen – ist an sich nicht neu. Trotzdem ist sie hier wirklich gut umgesetzt.

Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil. Er macht es sehr leicht, Sebastians innere Zerrissenheit nachzuvollziehen. Man spürt förmlich, wie er ständig zwischen zwei Gedanken schwankt: Einerseits will er alles richtig machen und dazugehören, andererseits merkt er immer stärker, dass hier irgendetwas ganz gewaltig nicht stimmt. Das ist überzeugend geschrieben – auch wenn ich ihn zwischendurch am liebsten einmal kräftig geschüttelt und gefragt hätte, ob er eigentlich komplett blind ist. 🙃

Sehr gelungen fand ich auch, dass ein anderer Charakter, Finn, von Anfang an erkennt, dass etwas nicht stimmt. Diese Perspektive bringt eine spannende Dynamik in die Geschichte. Schade ist nur, dass die Handlung nie aus seiner Sicht erzählt wird – das hätte ich wirklich interessant gefunden.

Dafür hat mir die Entwicklung der Beziehung zwischen Seb und Finn sehr gefallen. Besonders schön ist zu sehen, wie Sebastian langsam beginnt, Finn zu vertrauen. Diese Entwicklung wirkt glaubwürdig und gibt der Geschichte zusätzlich emotionale Tiefe.

Zusätzlich verursacht das Buch beim Lesen regelmäßig Ohrwürmer 😂👍🏻

Ein paar kleine Kritikpunkte gibt es trotzdem: Zum einen hätte ich mir – wie erwähnt – gelegentliche Perspektivwechsel gewünscht. Das hätte der Geschichte noch mehr Spannung gegeben.

Zum anderen gibt es stellenweise ein leicht zähes Gefühl, weil sich ein bestimmtes Muster relativ häufig wiederholt: Sebastian zweifelt, vertraut wieder, zweifelt erneut, vertraut wieder… und so weiter.

Und dann wäre da noch das Ende. Es endet mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger. Einerseits sorgt das natürlich für Spannung – andererseits wusste ich vorher nicht, dass es sich um eine Dilogie handelt. Und ja, ich gebe es zu: Diese Art von Ende nervt mich ein bisschen. 😅

Ich persönlich bevorzuge einfach vernünftige, halbwegs abgeschlossene Enden. Wenn mir ein Buch wirklich gefallen hat, lese ich den nächsten Band sowieso – auch ohne dramatischen Cliffhanger.

Trotzdem bleibt Happy Head ein spannender Auftakt mit interessanten Figuren, einem sehr angenehmen Schreibstil und einer Atmosphäre, die einen immer wieder misstrauisch macht. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es weitergeht

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Spannende Idee mit Potential

Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight Spy
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Die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Das Nachtreich und seine Bewohner sind spannend gestaltet, und durch die anschaulichen Beschreibungen kann man sich diese Welt gut vorstellen. Der ...

Die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Das Nachtreich und seine Bewohner sind spannend gestaltet, und durch die anschaulichen Beschreibungen kann man sich diese Welt gut vorstellen. Der Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, sodass man schnell in die Geschichte hineinkommt – atmosphärisch funktioniert das Ganze also definitiv.

Der Einstieg in die Geschichte ist spannend und das Ende mit der neuen Ausgangssituation macht neugierig auf die Fortsetzung.

Jedoch hatte ich Schwierigkeiten mit der Zeitlogik zwischen den verschiedenen Welten. Da die Zeit in Annwn deutlich schneller vergeht als in der realen Welt, entstehen rechnerisch sehr große Unterschiede - vor allem das Alter der Charaktere betreffend. Noch schwieriger wird es dadurch, dass die Figuren häufiger zwischen den Welten wechseln und die Zeitverschiebung immer wieder thematisiert wird, obwohl sie für die Handlung eigentlich kaum relevant ist. Dadurch fiel es mir schwer, diesen Aspekt beim Lesen einfach auszublenden.

Auch Letty selbst hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Sie wird als stark beschrieben und soll in vielen Kampftechniken geübt sein, wirkt aber oft unselbständig und manchmal sogar naiv. Im ganzen Buch bestreitet sie keinen einzigen Kampf wirklich selbst, stattdessen ist immer Will zur Stelle, um sie zu retten. Gerade mit der durch die Zeitverschiebung angesammelten „Zeit-Lebenserfahrung“ müsste sie eigentlich deutlich erwachsener wirken.

Fazit:
Eine interessante Fantasywelt mit viel Potential und sympathischen Figuren. Trotz einiger Logikfragen und kleiner Längen im Mittelteil hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Unterhaltsamer Märchenmix mit viel Spannung

Deadly Ever After – Blut und Schnee
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"Deadly Ever After – Blut und Schnee" von T. S. Orgel hat eine wirklich interessante Grundidee: Es zeigt, was mit Märchenfiguren passiert, nachdem das klassische „Happy End“ vorbei ist. In dieser Welt ...

"Deadly Ever After – Blut und Schnee" von T. S. Orgel hat eine wirklich interessante Grundidee: Es zeigt, was mit Märchenfiguren passiert, nachdem das klassische „Happy End“ vorbei ist. In dieser Welt existieren viele bekannte Märchenfiguren gleichzeitig – und natürlich läuft nicht alles so idyllisch weiter.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Trotz der insgesamt recht düsteren Story schaffen es die Autoren immer wieder, kleine humorvolle Momente einzubauen, die einem zwischendurch ein Schmunzeln entlocken.

Der Plot ist spannend aufgebaut. Besonders gefallen hat mir, dass hier keine klassischen Helden unterwegs sind, sondern eher „normale“ Personen, die manchmal mehr schlecht als recht durch das Abenteuer stolpern.

Der Protagonist Tristan wirkt zu Beginn noch ziemlich naiv und teilweise auch etwas nutzlos. Zum Glück bekommt er Unterstützung von einer ziemlich toughen Begleiterin und einer Wölfin. Im Laufe der Geschichte findet er nicht nur weitere, bunt zusammengewürfelte Gefährten, sondern entwickelt sich auch deutlich weiter und wird zunehmend selbstständiger.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich:

Es tauchen sehr viele unterschiedliche Märchenbezüge auf. Die Idee dahinter ist zwar spannend, aber irgendwann habe ich ehrlich gesagt etwas den Überblick verloren. Dabei wurde mir auch klar, dass mein eigenes Märchenwissen offenbar etwas eingerostet ist.

Trotzdem ist es insgesamt ein sehr unterhaltsames Buch mit einer originellen Idee und spannender Handlung. Das Lesen hat mir Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

160 Seiten, die sich wie ein großer Roman anfühlen

The Empress of Salt and Fortune: (Die Chroniken von Chih)
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In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ...

In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ehemalige Dienerin der Kaiserin. Über mehrere Tage erzählt Kaninchen Stück für Stück die Geschichte ihrer Herrin.

Die Geschichte der Kaiserin wird nicht klassisch erzählt. Jedes Kapitel orientiert sich an Gegenständen, die Chih im Exilpalast findet. Diese bilden den Ausgangspunkt für Kaninchens Erzählungen. Anfangs fiel mir diese ungewöhnliche Erzählweise etwas schwer – doch schon nach wenigen Kapiteln war ich vollkommen gefesselt.

Mir ist besonders aufgefallen, wie wichtig Kaninchen als Erzählerin ist: Sie entscheidet, was und wie viel wir erfahren. Einiges wirkt dabei auf den ersten Blick banal und erst nach und nach merkt man, wie alles zusammenhängt.

Trotz der Kürze wachsen einem die Figuren schnell ans Herz, und man fiebert mit ihnen mit. Die Autorin schafft es, auf weniger als 160 Seiten eine Geschichte zu erzählen, die sich viel größer anfühlt.

Gerade deshalb ist das Buch allerdings nichts für „mal eben zwischendurch“. Vieles wird nicht ausführlich erklärt oder offen ausgesprochen. Stattdessen muss man aufmerksam lesen und zwischen den Zeilen verstehen, was wirklich passiert.

Fazit

Eine kurze, aber erstaunlich dichte Fantasy-Novelle, die sich langsam wie ein Puzzle zusammensetzt. Wer sich auf das subtile Storytelling einlässt und gerne zwischen den Zeilen liest, wird von Kaninchen und ihren Erinnerungen an die Kaiserin begeistert sein

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