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Veröffentlicht am 25.09.2025

Schlittenfahrt in den Tod

Knäckeblut
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Mit seinem cozy-crime Roman "Knäcke Blut" sorgt Björn Berenz für spannende, unterhaltsame und kurzweilige Lesestunden. Die Idylle eines Schwedenhäuschens auf dem Buchcover trügt, denn bald wird es mörderisch, ...

Mit seinem cozy-crime Roman "Knäcke Blut" sorgt Björn Berenz für spannende, unterhaltsame und kurzweilige Lesestunden. Die Idylle eines Schwedenhäuschens auf dem Buchcover trügt, denn bald wird es mörderisch, wie auch im Zitat auf der Buchrückseite "In Schweden fährt selbst der Tod gern Schlitten" zu erkennen ist.

Dass dieser Roman hoch im Norden spielt, ist an vielen Stellen unverkennbar. Es geht um eine missglückte Fahrt zu den Nordlichtern, um den für Schweden typischen Moltebeerschnaps, um kalte Tage und eisige Nächte. Ein besonderes Stilmittel, welches der Autor eingebaut hat, sind die schwedischen Zitate, Sprüche und Lebensweisheiten, welche mit ihrer Übersetzung und Anwendung am Ende einiger Kapitel zu finden sind. Dies sorgt ebenso wie die typische nordische Hyggeligkeit für viel Authentizität.

Sei es die Beschreibung des Wintermarktes auf dem Tingsmålahof, auf welchem an kleinen Ständen selbsthergestellte Produkte offeriert werden, die Möglichkeit auf dem kleinen See Schlittschuhlaufen anzubieten und jeder Menge Lichterketten, die sich um den See spannen, wobei ein hygge-Gefühl entsteht, welches sich im gesamten Buch wiederfindet. Die Beschreibung der Speisen, wie Zimtschnecken, Rentiergulasch und frisch gebackene Waffeln oder der Getränke, wie z.B. des Glöggs, der das schwedische Pendant zum Winterpunsch ist, jedoch sehr viel kräftiger und mit einer deutlichen Note von Kardamom und Nelken gereicht wird, sprechen alle Sinne an.

In solchen Momenten fühlt sich das Leben von Ina, einer Deutschen, die seit einem halben Jahr fest in Schweden lebt, perfekt an.

Getrennt von ihrem Ex-Mann hat sie hier ihren neuen Partner Svante gefunden, der manchmal wie ein Brummbär erscheint, aber im Grunde seines Herzens ein guter, zuverlässiger und liebevoller Partner für die 65-jährige ist, die mit ihrer blühenden Fantasie, ihrer Hartnäckigkeit und Gerissenheit sowie mit großer Überzeugungskraft den Inspektor des Ortes an den Rand der Verzweiflung bringt, wenn sie eine ihrer Theorien verfolgt. Im Grunde verstehen der junge Lars sowie die ältere Dame sich jedoch gut, auch, wenn es in ihren Ermittlungen immer mal wieder zu Abstimmungsschwierigkeiten kommt, was dieses Mal beinahe tödlich geendet wäre. Gemeinsam mit einigen Freunden, Verwandten und Bekannten lösen sie auch diesen Fall, der mit so manchen Verwicklungen, Missverständnissen und falschen Beschuldigungen, zunächst so gar nicht zusammenpassen zu scheint. Genau das ist es, was die Leserschaft erwartet, wenn sie sich auf das Abendteuer Schweden einlässt und bereit ist, einen fesselnden Kriminalfall mitzulösen.

Mein Fazit: Nach der Lektüre dieses Buches, welches ein wahrer Pageturner ist, möchte ich am liebsten gleich die beiden Vorgängerromane „Knäcke Tod“ und „Knäcke Grab“ lesen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Inselleuchten auf Sylt
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Mit ihrem Liebesroman "Inselleuchten auf Sylt" hat Julia K. Rodeit wieder genau ins Schwarze getroffen und bereitet ihrer Leserschaft romantische, emotionale sowie glückliche Stunden auf Sylt. Dieser Roman ...

Mit ihrem Liebesroman "Inselleuchten auf Sylt" hat Julia K. Rodeit wieder genau ins Schwarze getroffen und bereitet ihrer Leserschaft romantische, emotionale sowie glückliche Stunden auf Sylt. Dieser Roman ist bereits der 6. ihrer Sylt-Reihe.

Mit ihrer überaus angenehmen Schreibweise und ihrem Ideenreichtum hat sie es geschafft, dieses Buch zu einem wahren Pageturner zu machen. Sie schreibt in positiver, emotionaler und spannender Weise ihre Geschichte über eine große Hochzeit von zwei Menschen, die bereits reich an Lebenserfahrung sind und nach einer langen Zeit des Alleinseins, das große Glück gefunden haben. Dabei hat sie ein gutes Auge für Details, welche die Atmosphäre auf Sylt mit seinen langen Sandstränden, dem rhythmischen Meeresrauschen und dem Zwitschern der Vögel erlebbar machen. Auch die Kleinigkeiten bei der Vorbereitung der Hochzeitsfeier, welche an Deko verwendet werden, sind in passender Wortwahl und sehr anschaubar dargestellt, so als wäre man selbst vor Ort und würde die jeweiligen Situationen direkt miterleben.

Die Geschichte ist sehr gut recherchiert und zu jeder Zeit stimmig, was auch daran liegt, dass sie realitätsnah erzählt wird und die jeweiligen Gefühle der Protagonisten mit einbezieht. Erzählt wird die Story aus Sicht von Hanna, der Tochter der glücklichen Braut, die selbst einige Baustellen in ihrem Leben hat, die es zu beseitigen gibt. Sie selbst leidet immer noch unter einem Vorfall, der schon viele Jahre zurückliegt und mit dessen Auswirkungen sie noch nicht abgeschlossen hat und doch so bald konfrontiert wird. Schafft Hanna es, ihrer Mutter zuliebe ihre persönlichen Animositäten außen vor zu lassen?

Die Gefühlspalette ist so breit gefächert und die Autorin hat dabei richtig aus dem Vollen geschöpft. Es geht um den Umgang mit einer Enttäuschung, um die Nachteile der Selbständigkeit, um das Vermissen des Zuhauses und den Menschen, die dort leben sowie um die große und einzigartige Liebe. Und letzten Endes geht es auch darum, aus einer Komfortzone auszubrechen, sich der Vergangenheit zu stellen und um das Abschiednehmen von einem Lebensabschnitt.

Dabei hat sie Tjark, den Sohn des frisch gebackenen Ehemanns an ihrer Seite, denn gemeinsam gilt es, die Hochzeit zu planen. Ihre besten Freundinnen aus der Schulzeit, die mittlerweile ihre Lebenspartner getroffen haben, stehen ihr nach wie vor zur Seite und neue Bekanntschaften entwickeln sich.

Es ist Julia K. Rodeit in eindrucksvoller Weise gelungen, die Charaktere zu beschreiben, so dass ein Gefühl entsteht, die Protagonisten gut zu kennen und zu erahnen, wie die nächsten Handlungsschritte aussehen mögen. Trotzdem erlebt die Leserschaft einige Missverständnisse, Verirrungen und Überraschungen, die so nicht zu erwarten waren und bis zum Schluss bleibt eine entscheidende Frage übrig: Wird es Hanna gelingen, beruflich erfolgreich zu sein, ihren Wünschen und Träumen folgen zu können, auch, da sie vor vielen Jahren in der Hinsicht einen entscheidenden Fehler gemacht hat, für dessen Ausbügeln so lange Zeit keine Hoffnung in Sicht ist. Und wird sie mit ihrer großen Liebe zusammen sein können?

Fazit: Ein Wohlfühlroman auf der schönen Nordseeinsel Sylt, welcher eine Einladung zum Träumen von Sonne, Strand und Meer ist und meine absolute Leseempfehlung hat!

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Gesellschaftskritisch durch die Vorweihnachtszeit

Zuhause ist vorübergehend geschlossen
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Der Roman „Zuhause ist vorübergehend geschlossen“ von Antje Huhs ist das Gegenteil von dem, was wir als gemeinhin als Weihnachtsroman bezeichnen. Jeder, der aufgrund des Covers mit einem älteren Herrn ...

Der Roman „Zuhause ist vorübergehend geschlossen“ von Antje Huhs ist das Gegenteil von dem, was wir als gemeinhin als Weihnachtsroman bezeichnen. Jeder, der aufgrund des Covers mit einem älteren Herrn in roter Jacke und Stehlampe sowie dunklem Hintergrund und dem schneebedeckten Boden vermutet, eine atmosphärische, weihnachtliche Geschichte im passenden Ambiente mit gut dargestellter Szenerie zu bekommen, wird enttäuscht. Es geht nicht um das Weihnachtsfest, auch wenn die letzten ca. 30 Seiten am Heiligabend spielen. Liebe, Glück und Seligkeit sind nicht der Hauptbestandteil dieses Romans.

Wir lernen die unterschiedlichen Charaktere im Laufe der Geschichte kennen, den einen tiefgründiger, den anderen eher oberflächlich. Insgesamt geht es um hauptsächlich vier Familien, bei denen das Weihnachtsfest bedroht scheint. Es gibt einen Erlass der Regierung, der aufgrund des Streiks der Pflegekräfte besagt, dass Privathaushalte unter gewissen Voraussetzungen einen älteren Menschen, der im Heim lebt, aufnehmen und versorgen müssen. Hierbei bietet sich der Zusammenhang zur Weihnachtsgeschichte an, denn damals war es der Stall, in welchem Jesus zur Welt gekommen ist, da Maria und Josef keine andere Unterkunft gefunden haben. In dieser Geschichte sind es die älteren Menschen, die aufgrund eines Streiks eine vorübergehende Unterkunft bei Bürgern der Gesellschaft finden sollen.
In gewisser Weise kommt die Geschichte lustig daher, sie ist spannend und mit guter Wortwahl verfasst, wobei wir über so einige witzige Sprüche lachen und auch schmunzeln können, aber gleichzeitig wird hier ein großes Maß an Sozialkritik an unserer Gesellschaft ausgeübt. Es wird deutlich aufgezeigt, wie wenig christlich die Menschen sich in der Vorweihnachtszeit verhalten, wenn es darum geht, bedürftigen Mitmenschen zu helfen. Dabei lassen sich einige diverse Tricks und Kniffe einfallen, damit nur sie selbst sich nicht um ältere Menschen kümmern müssen. Andere wiederum, die zuvor als heile Familie funktioniert haben, zeigen sich der Ehefrau gegenüber sehr egoistisch, indem sie diese die gesamten Aufgaben allein erfüllen lassen. So ist es die brave Hausfrau, die sich nicht wohl mit dieser Aufgabe fühlt und trotzdem alles in ihrem Ermessen macht, um dem älteren Herrn, der in ihrer Familie untergebracht ist, einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Dabei stößt sie regelmäßig auf Widerstände.

Fluchttendenzen, der Egoismus in unserer Gesellschaft und das Wegsehen der Menschheit vor den Bedürfnissen anderer, ist in diesem Buch zum Markenzeichen geworden. Daraus folgende Bedürfnisse so wie Verhaltensänderungen sind wünschenswert, und genau das wird hier aufgezeigt. Es ist eine Mahnung, denn wenn wir als Gesellschaft weiterkommen wollen, muss sich eine Änderung vollziehen.

Die Geschichte ist lesenswert, weil immer wieder der Gedanke kommt, dass wir als Gesellschaft an einem Punkt angekommen sind, an dem es schlimmer nicht werden kann - und doch besteht die Hoffnung und das Warten auf eine Wendung. Ein junger Pflegehelfer, der sich um die älteren Menschen sorgt, sich keinen anderen Beruf vorstellen kann und die Missstände anklagt, sieht sich ironisch als hochgenommener Influencer, der wegen Gefährdung der nationalen Sicherheitslage in Untersuchungshaft landen wird. Auch das ist ein Fakt, dass Menschen durch eine Stimmung und gesellschaftliche Strömung kämpfen müssen, was ebenso einen Bezug zur Realität hat, bezogen auf das Thema social media. In dem Zusammenhang müssen wir uns erlauben, die Frage zu beantworten, ob social media Fluch oder Segen ist.

Die Arbeit der Polizei und mancher Verwaltungskraft wird ironisch und überspitzt dargestellt. Hierbei geht es um das Thema Bürokratie sowie vorschriftsgemäßes Handeln, welches an manchen Stellen nicht nachzuvollziehen ist. Das Thema gleichgeschlechtliche Liebe sowie Atomkraft wird angerissen, so dass insgesamt einige Themen Beachtung finden, welche die Menschheit in dieser Zeit beschäftigt.

Fazit: Das Buch ist unterhaltsam und wertvoll in Hinsicht des Blicks auf unsere Gesellschaft und stellt die Frage in den Raum, ob wir wirklich so verkorkst sind. Anhand der Intension dies in einem weihnachtlichen Roman zu verpacken und Assoziationen zur Weihnachtsgeschichte hervorzurufen, ist eine Möglichkeit, wobei ein gewisser Metamorphismus angebracht ist.
Es ist ein zeitgemäßes Werk, welches aufzeigt, wie überlastet Pflegekräfte und -heime derzeit sind. Hat man damals während der Coronakrise noch geklatscht und die Menschen bewundert und als systemrelevant bezeichnet, welche dieser Aufgabe nachkommen, so ist es heute eher das Wegschauen, ein alleingelassen Werden, das Stiefkind der Politik zu sein, welches sich in unserer Gesellschaft abzeichnet.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein Kuss wie ein Erdbeben

Zwölf Dates bis Weihnachten
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„Zwölf Dates bis Weihnachten“ von Rachael Lippincott und Alyson Derrick ist einer der ersten Weihnachts-Romane dieser Saison und wartet mit allem auf, was Genrefans zur schönsten Zeit des Jahres erwarten.
Bereits ...

„Zwölf Dates bis Weihnachten“ von Rachael Lippincott und Alyson Derrick ist einer der ersten Weihnachts-Romane dieser Saison und wartet mit allem auf, was Genrefans zur schönsten Zeit des Jahres erwarten.
Bereits auf dem Cover sitzen zwei junge Frauen, winterlich und warm eingepackt auf einer Bank vor einem Tannenbaum. Während es schneit, halten sie sich gegenseitig an der Hand, werfen sich zarte Blicke zu und jede hat ein Heißgetränk neben sich. Diese romantische Atmosphäre täuscht ein wenig, denn einfach ist es für die beiden Jugendfreundinnen Carolin und Arden nicht. Sie waren unzertrennlich, als Arden die kleine Gemeinde Barnwich, eine Hochburg des Feiertagstourismus mit all den Lichterketten, roten Schleifen und grünen Kränzen an all den Laternenmasten, verlässt, um in Hollywood Karriere zu machen. Die Autorinnen schaffen es in beeindruckender Weise, die Gefühle der beiden in lockerer Weise zu beschreiben, so dass beim Lesen das Knistern und die Spannung greifbar scheint. Jede versucht, die Wahrheit geheim zu halten und doch sagen Blicke und Gesten so viel mehr.
Es gibt einige Protagonisten, die immer wieder auftauchen, wie z.B. die besten Freunde von Caroline, der allseits bekannte Weihnachtsmann, der in einer weihnachtlichen Geschichte nicht fehlen darf und die jeweiligen Familienangehörigen. Alle Charaktere wurden sehr gut herausgearbeitet und glaubhaft sowie realistisch dargestellt. Es gibt immer einen Bruder, den man ganz besonders mag, eine jüngere Schwester oder auch eine Oma, deren Rat immer herzlich willkommen ist. Gemeinsam zu feiern und die Stimmung zu genießen, kommt in dieser weihnachtlichen Geschichte auf keinen Fall zu kurz.
Während Caroline eine Familie mit beiden Elternteilen, zwei größeren Brüdern und einer jüngeren Schwester sowie Oma, Opa, Onkel, Tanten und Cousinen hat, sieht es bei Arden ganz anders aus. Sie hat ihre Oma Edie, die stets für sie da war und auf einmal wird ihr bewusst, dass das, was sie sich wünscht, so nahe liegt. Denn sich ohne Halt und entwurzelt zu fühlen, kann besonders in sehr jungen Jahren sehr weh tun. Die Familie von Caroline hingegen ist besorgt und bemüht und das Gefühl, als Teenager geborgen zu sein, wird auch hier sehr gut vermittelt. Es geht nicht darum, dass Caroline alles erlaubt sei und auch nicht darum, dass ihr Handeln keine Konsequenzen hat. Das Wichtigste ist, dass die 18-jährige stets weiß, dass sie geliebt wird und wo sie hingehört. Mit Humor und gleichzeitig viel Achtsamkeit wird sich hier dem Thema der Liebe und Nähe in einem gewohnten Umfeld, so wie die Aus- und Nebenwirkungen des Erfolgs als jugendlicher Hollywoodstar genähert. Die Leser können selbst entscheiden, ob es wirklich ein Traum ist, berühmt und von Fans belagert zu werden oder ob es andere Dinge im Leben gibt, die wirklich zählen.
Während Caroline und Arden zwölf Tage bis zum Weihnachtsfest gemeinsam verbringen, gibt es Höhen und Tiefen, Gefühlswirrwarr und echte Freundschaft. Auch auf das durchschnittliche Leben von jungen Menschen in dem Alter wird hingewiesen und verdeutlicht, dass trotz mancher alltäglichen Stressoren das Leben in einer kleinen Gemeinde etwas beinhaltet, dass niemand mit Geld kaufen kann.
Dabei wird aktueller Bezug auf die gleichgeschlechtliche Liebe genommen und mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Empathie aufgezeigt, dass es wichtig ist, zu sich selbst zu stehen und einfach sein zu können, wie jeder sein möchte. Aber auch in dieser Geschichte dauert es eine Zeit, bis wirklich jeder es erkannt hat. Wie soll man sein, wenn man niemand sein muss? Eine Frage, die Arden zunächst nicht beantworten kann. Es wird anhand vieler Beispiele deutlich, dass wir täglich unsere Entscheidungen treffen und dass eine Entscheidung nicht für immer in Stein gemeißelt sein muss und es manchmal nur ein wenig Mut braucht, um Dinge im Leben ändern zu können. Es geht dabei um Gefühle, die jeder aushalten muss, wie Angst, Verzweiflung, Unsicherheit aber auch Mut.
Die Liebe als das stärkste Motiv steht hier im Mittelpunkt und nicht nur zur Weihnachtszeit, gehört die Liebe zu den wichtigen Dingen im Leben. Wenn Englein singen und das Flattern der Schmetterlinge im Bauch spürbar ist, dann läuft gerade etwas sehr gut und richtig. Auch geht es um die Akzeptanz unterschiedlicher Religionen, wie z.B. auf der einen Seite das Weihnachtsfest und auf der anderen Chanukka in Barnwich. Dabei wird aufgezeigt, dass beide nebeneinander nicht nur Co-existieren können, sondern dass es manchmal nur ein wenig Ideenreichtum und Erfindergeist bedarf, um etwas Neues als festen Bestandteil in einer Gemeinschaft so zu integrieren, dass deutlich wird, wie viele Menschen sich an beidem erfreuen können und das niemand mit seinem Glauben und seiner Liebe allein ist.
Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut, denn zum Schluss kommt es zur entscheidenden Begegnung und einer Entscheidung, die Einfluss auf das weitere Leben hat.
Fazit: Die Weihnachtszeit ist die Zeit, in welcher wir Menschen zur Ruhe und Besinnung kommen sollten. Eine schöne und runde Weihnachtsgeschichte mit romantisch, winterlichen Inspirationen in romantisch wirbelnder Schneekulisse, weihnachtlichen Traditionen und einem großen Wunsch ist dabei sehr hilfreich. Ich empfehle dieses Buch für die langen Winterabende mit einer Tasse Tee vor dem Kamin zu lesen und die Weihnachtsstimmung aufzunehmen.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Gefühlvolle Geschichte am Nordseestrand

Pfotenglück und Sommerwellen
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Das Buch "Pfotenglück und Sommerwellen" von Petra Schier ist eine romantische und moderner Geschichte, die in dem fiktiven Ort Lichterhaven spielt. Isalie ist von Berufswegen Unternehmensberaterin und ...

Das Buch "Pfotenglück und Sommerwellen" von Petra Schier ist eine romantische und moderner Geschichte, die in dem fiktiven Ort Lichterhaven spielt. Isalie ist von Berufswegen Unternehmensberaterin und zudem Influencerin. Sie nimmt sich des Hofes von Max Paulsen an und lernt nicht nur die Familie Paulsen mit dem zwei Söhnen, zwei Enkelkindern und dem neuen tierischen Star Samson sondern den ganzen Ort Lichterhaven mit seinen Bewohnern sowie die Gegend an der Nordsee kennen und lieben. Besondere Plätze in Lichterhaven, zwei Feste, die während Isalies Zeit in dem Ort stattfinden, sind ebenso passend wie auch romantisch beschrieben, dass beim Lesen des Buches der Wunsch entsteht, dabei zu sein. Dabei unterhält Petra Schier ihre Leser nicht nur in emotionaler, feinfühliger Weise, es gelingt ihr in spannender und unterhaltsamer Erzählweise die Personen und Orte zu beschreiben, so dass ich als Leserin von Anfang an das Gefühl habe, in dem Ort angekommen zu sein und die Illustion entsteht, die Personen und den Neufundländer Samson, dem ein schweres Schicksal ereilt hat, zu kennen und zu schätzen. Besonders angenehm ist, dass die Autorin es schafft, die Gedankenwelt von Samson mit in die einzelnen Passagen aufzunehmen, so dass es der Leserschaft auf die bestmögliche Art und Weise gelingt, ein Gefühl für Samson und seine Lebenswirklichkeit zu bekommen. Ich konnte mit den Personen sowie ihrem tierischen Liebling mitleiden, mitfiebern und mich gemeinsam mit ihnen freuen. So funktioniert gute Unterhaltung, die gleichzeitig den Wunsch weckt, zu erfahren, wie es mit Isalie, Max, der Familie Paulsen und Samson auf dem Hof weitergeht und auf viele schöne weitere Lesestunden hoffen lässt.

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