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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2025

Atmosphärisch und kraftvoll erzählt

Unbeugsam wie die See
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Ich habe Emilia Harts erstes Buch Die Unbändigen geliebt, darum war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Auch hier gelingt es ihr, historische Dramatik mit Geheimnissen und Familiengeschichten zu verbinden. ...

Ich habe Emilia Harts erstes Buch Die Unbändigen geliebt, darum war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Auch hier gelingt es ihr, historische Dramatik mit Geheimnissen und Familiengeschichten zu verbinden. Besonders die beiden Zeitebenen haben mich sofort gepackt. Ob auf dem rauen Meer des 19. Jahrhunderts oder an der australischen Küste der Gegenwart, ich fühlte mich in beide Welten hineingezogen und konnte keine bevorzugen.

Die Schwestern im Zentrum der Handlung sind geprägt von Verlust und schweren Erfahrungen, doch ihre Verbindung gibt ihnen Halt. Hart zeigt das mit viel Feingefühl. Die Beschreibungen der Küste und die unheimliche Stimmung rund um das Meer sind eindringlich und verstärken die Wirkung der Geschichte.

Mir gefiel, wie sich die Geheimnisse Stück für Stück enthüllen und die Vergangenheit Einfluss auf die Gegenwart nimmt. Dass beide Handlungsstränge gleich stark wirken, ist für mich ein Pluspunkt, da ich oft mit geteilten Geschichten hadere.

Das Buch ist intensiv, manchmal bedrückend, aber immer fesselnd. Ich habe es gern gelesen und werde noch länger daran denken. Ein kleiner Kritikpunkt: Einige Abschnitte waren sehr düster und belastend, dass mir das Lesen stellenweise etwas schwer fiel.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Nervenkitzel auf unsicherem Boden

Station 22. Wo bist du sicher?
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Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen beendet. Die Geschichte um Ida zieht sofort in ihren Bann, weil sie als Hauptfigur schwer einzuschätzen ist. Man weiß nie, wem man trauen kann. Das sorgt für eine ...

Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen beendet. Die Geschichte um Ida zieht sofort in ihren Bann, weil sie als Hauptfigur schwer einzuschätzen ist. Man weiß nie, wem man trauen kann. Das sorgt für eine konstante Spannung und hält die Nerven auf Trab.

Die Atmosphäre ist dicht und manchmal beklemmend, besonders in den Momenten, die Ida an ihre eigene Vergangenheit erinnern. Die Autorin schafft es, die Unsicherheit und Angst der Figuren spürbar zu machen. Einige Szenen sind heftig, aber sie werden ohne unnötige Details erzählt. Gegen Ende wirkte die Handlung jedoch für mich etwas chaotisch. Einige Entwicklungen ließen mich zurückfragen, was wirklich passiert ist. Das hat den Lesefluss etwas gebremst, auch wenn die psychologische Tiefe interessant bleibt.

Insgesamt ein fesselnder Thriller mit starken Charakteren, der mich gut unterhalten hat, auch wenn er nicht perfekt ist. Ich werde sicher weitere Bücher von Anne Elvedal lesen, weil ihr Stil intensiv und unverwechselbar bleibt.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Gute Idee, schwache Umsetzung

Schwindende Welt
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Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Schwindende Welt hat eine starke Ausgangsidee. Eine Gesellschaft, in der Sex überflüssig geworden ist, bietet viele Möglichkeiten für Diskussionen über Normen, ...

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Schwindende Welt hat eine starke Ausgangsidee. Eine Gesellschaft, in der Sex überflüssig geworden ist, bietet viele Möglichkeiten für Diskussionen über Normen, Familie und Identität.

Beim Lesen hatte ich aber oft das Gefühl, dass die Geschichte auf der Stelle tritt. Viele Gedanken und Szenen wiederholen sich. Amane bleibt blass und handelt selten nachvollziehbar. Statt Entwicklung gab es für mich viel inneres Grübeln ohne echte Bewegung.

Einige Aspekte des Weltenbaus sind zwar interessant, zum Beispiel die künstliche Fortpflanzung und die kollektive Kindererziehung, doch sie bleiben an der Oberfläche. Die Dialoge wirken oft hölzern. Auch das Ende hat mich nicht überzeugt, es sollte schockieren, fühlte sich aber aufgesetzt an.

Das Buch ist kurz und leicht zu lesen. Es regt zum Nachdenken an, aber es fehlt an Tiefe und Figuren, die einem nahegehen.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Gemütlicher Krimi an der Nordsee

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Das Buch hat mich durch das Cover und das Thema sofort angesprochen. Ein Strickclub in einem kleinen Ort an der Nordseeküste, dazu ein Verbrechen, das klang nach einer guten Mischung für entspannte Lesestunden.

Der ...

Das Buch hat mich durch das Cover und das Thema sofort angesprochen. Ein Strickclub in einem kleinen Ort an der Nordseeküste, dazu ein Verbrechen, das klang nach einer guten Mischung für entspannte Lesestunden.

Der Einstieg fiel mir leicht. Die Figuren wirken lebendig und sympathisch. Mette mit ihrem Strickladen, die Pfarrerin Anne, Brunhilde und Gustavsen bilden ein interessantes und sympathisches Quartett. Man erfährt viel über ihr Leben und ihre Freundschaften. Diese ruhigen Einblicke nehmen viel Raum ein. Der Kriminalfall entwickelt sich eher langsam und kommt erst im letzten Teil in Fahrt. Für Leser, die viel Spannung erwarten, könnte das zu wenig sein.

Mir hat die Atmosphäre in Lüttjekoog gefallen. Die Beschreibungen des Ortes und des Strickladens sind anschaulich. Die Nebenhandlungen wie kleine Liebesansätze und Dorfalltag machen das Buch warmherzig und cosy. Die Ermittlungen selbst sind überschaubar und schnell gelöst, aber für ein Cozy Crime reicht mir das.

Für Strick-Fans gibt es ein nettes Extra sind die Strickanleitungen am Ende.

Insgesamt ein angenehmes Buch für ruhige Stunden. Wer eine komplexe Krimihandlung sucht, ist hier wahrlich falsch. Wer aber eine gemütliche Geschichte mit liebenswerten Figuren mag, wird sich wohlfühlen.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Verwirrte Herzen in Seattle - eine lesenswerte Geschichte mit kleinen Schwächen

Storybook Ending - Bis ans Ende aller Seiten
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Moira Macdonald erzählt hier von April, Laura und Westley, drei Menschen mit sehr unterschiedlichen Leben, die durch ein Missverständnis miteinander verbunden werden. Die Handlung spielt in Seattle und ...

Moira Macdonald erzählt hier von April, Laura und Westley, drei Menschen mit sehr unterschiedlichen Leben, die durch ein Missverständnis miteinander verbunden werden. Die Handlung spielt in Seattle und dreht sich um Einsamkeit, Sehnsucht nach Nähe und die Suche nach Verbindung. Die Figuren stehen im Mittelpunkt und sind gut ausgearbeitet. Besonders Laura wirkt mit ihren Sorgen und Hoffnungen sehr echt. Auch Westley ist anders als typische Romanhelden, was angenehm auffällt. Nebenfiguren wie Lauras Tochter bringen Wärme in die Geschichte.

Die ruhige, entspannte Erzählweise passt zu den Themen, kann aber streckenweise doch etwas langatmig wirken. Einige Informationen wiederholen sich, was den Lesefluss bremst. Das zentrale Missverständnis ist nicht besonders glaubwürdig. Man muss akzeptieren, dass die Figuren hier nicht logisch handeln. Wer aber darüber hinwegsehen kann, bekommt ein sensibles Porträt urbaner Einsamkeit und kleiner menschlicher Begegnungen. Die Atmosphäre des Buchladens und die Schilderung von Seattle sind sehr gelungen.

Das Buch wirkt vom Cover her wie eine Romcom, ist es aber nicht. Wer eine Liebeskomödie erwartet, wird enttäuscht sein. Als zeitgenössischer Roman über Beziehungen und innere Konflikte funktioniert es deutlich besser.

Insgesamt ein solides Debüt, das vor allem durch seine Charaktere überzeugt. Ich vergebe vier Sterne, weil mich die Figuren berührt haben, auch wenn die Handlung nicht immer schlüssig ist.

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