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Veröffentlicht am 29.03.2026

spannende Dinnerparty

Die Dinner Party
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„Die Dinner Party“ ist ein Roman, der mich von Anfang an gepackt hat – vor allem durch seine dichte, beklemmende Atmosphäre und die vielen unerwarteten Wendungen. Die Geschichte beginnt scheinbar harmlos: ...

„Die Dinner Party“ ist ein Roman, der mich von Anfang an gepackt hat – vor allem durch seine dichte, beklemmende Atmosphäre und die vielen unerwarteten Wendungen. Die Geschichte beginnt scheinbar harmlos: Franca zieht für ihren Partner Andrew von Utrecht nach England, doch das neue Leben entpuppt sich schnell als brüchige Fassade. Als sie für ihn eine Dinnerparty für seine Kollegen organisiert, gerät alles aus dem Ruder – nicht nur wegen der drückenden Hitze, eines kaputten Kühlschranks und reichlich Alkohol, sondern vor allem, weil sich lange unterdrückte Gefühle und Konflikte Bahn brechen. Was als gewöhnlicher Abend beginnt, entwickelt sich zu einer Eskalation mit drastischen Konsequenzen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie eindringlich Francas Gefühlswelt beschrieben wird. Man ist unglaublich nah an ihr dran, spürt ihre Unsicherheit, ihre Wut und ihre Verzweiflung auf jeder Seite. Gleichzeitig ist es nicht immer leicht, sie zu begleiten, weil sie wirklich einiges durchmachen muss. Genau das macht das Buch aber auch so intensiv und regt zum Nachdenken an.

Die düstere und stellenweise fast klaustrophobische Stimmung zieht sich konsequent durch den gesamten Roman und verstärkt die Spannung zusätzlich. Auch die Charaktere sind vielschichtig und interessant gezeichnet – niemand ist eindeutig gut oder böse, was die Geschichte umso realistischer wirken lässt.

Die Wendungen haben mich mehrfach überrascht, besonders die Erkenntnis am Ende hat mich kalt erwischt.

Achtung Spoiler:
Ich hätte wirklich nie damit gerechnet, dass Harry gar kein Mann ist – das war ein Twist, der die ganze Geschichte noch einmal in ein völlig anderes Licht gerückt hat.

Ein kleiner Kritikpunkt sind für mich die Szenen mit dem Kater. Wer das Buch gelesen hat, weiß wieso...

Insgesamt aber ein sehr fesselnder und tiefgründiger Roman, über den ich sicher noch ein Weilchen nachdenken werde...

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Museumsromanze

Zwei in einem Bild
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Zwei in einem Bild von Morgan Pager war für mich eine rundum bezaubernde Lektüre, die mich wunderbar unterhalten hat. Die Idee allein hat mich schon begeistert: Jean lebt – oder vielmehr existiert – innerhalb ...

Zwei in einem Bild von Morgan Pager war für mich eine rundum bezaubernde Lektüre, die mich wunderbar unterhalten hat. Die Idee allein hat mich schon begeistert: Jean lebt – oder vielmehr existiert – innerhalb eines Gemäldes, das sein berühmter Vater, Henri Matisse, einst gemalt hat. Von seinem Platz an der Museumswand aus beobachtet er Tag für Tag die Besucherinnen und Besucher. Bis ihm eines Tages Claire auffällt, die neu im Museum arbeitet – und plötzlich beginnt die Grenze zwischen Kunstwerk und Realität zu verschwimmen.

Das Setting im Museum hat mir unglaublich gut gefallen. Diese besondere Atmosphäre zwischen stillen Ausstellungssälen, neugierigen Gästen und verborgenen Geschichten hinter den Bildern ist spürbar und lebendig beschrieben. Besonders schön fand ich die Vorstellung, dass Jean nur aus seinem Bild heraus mit Claire interagieren kann. Dieses eingeschränkte, beinahe zarte Annähern verleiht ihrer Beziehung etwas Magisches und gleichzeitig Zerbrechliches.

Als Claire schließlich einen Weg findet, selbst Teil von Jeans Gemälde zu werden, öffnet sich eine schillernde Welt voller Licht, Farben und Fantasie. Gemeinsam reisen sie durch verschiedene Kunstwerke, feiern auf rauschenden Festen, fiebern bei Pferderennen mit und spazieren über sturmumtoste Klippen. Diese Szenen sind bildgewaltig und verspielt – man merkt, wie viel Freude in dieser Idee steckt. Gerade diese kreative Reise durch unterschiedliche Kunstwelten hat mich beim Lesen immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Trotz all der Fantasie und des Charmes hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefgang gewünscht. Einige emotionale Entwicklungen bleiben eher an der Oberfläche, und manche Konflikte hätten noch intensiver ausgearbeitet sein können. Das schmälert jedoch nicht den Unterhaltungswert, sondern sorgt lediglich dafür, dass das Buch für mich knapp an fünf Sternen vorbeischrammt.

Insgesamt ist „Zwei in einem Bild“ eine originelle, romantische und kunstvolle Geschichte mit einem außergewöhnlichen Setting. Wer sich gern in fantasievolle Welten entführen lässt und Freude an einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte hat, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Für mich waren es sehr gute vier Sterne.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Rätsel mit Setting in Japan

Die Rätsel meines Großvaters
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Nachdem mir der erste Band der Reihe schon unglaublich gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf „Die Rätsel meines Großvaters“ gefreut – und ich wurde zum Glück nicht enttäuscht.

Wieder begleiten wir ...

Nachdem mir der erste Band der Reihe schon unglaublich gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf „Die Rätsel meines Großvaters“ gefreut – und ich wurde zum Glück nicht enttäuscht.

Wieder begleiten wir die junge Lehrerin Kaede und ihren demenzkranken Großvater, die gemeinsam auf ganz besondere Weise Rätsel lösen. Mithilfe ihrer Liebe zu Kriminalliteratur und viel Fantasie gehen sie unterschiedlichsten Geheimnissen auf den Grund: vom Verschwinden eines Weihnachtsmanns bis hin zu einer beunruhigenden Reihe mysteriöser Suizide. Doch diesmal geraten die beiden auch selbst immer stärker in einen größeren Fall, während gleichzeitig in ihrem persönlichen Umfeld seltsame Ereignisse passieren und ein alter Gegenspieler erneut auftaucht.

Was ich an diesem Buch besonders liebe, ist die ruhige, fast schon sanfte Atmosphäre. Der Autor schreibt unglaublich feinfühlig, sodass man sich beim Lesen fühlt, als wäre man mitten in der Geschichte. Die Beziehung zwischen Kaede und ihrem Großvater ist einfach wunderschön dargestellt – er ist wirklich ein großartiger Charakter, den man sofort ins Herz schließt.

Auch das japanische Setting trägt viel zur Stimmung bei und macht die Geschichten noch besonderer.

Für mich war auch dieser Band wieder ein echtes Wohlfühlbuch mit spannenden Momenten. Einen kleinen Tick stärker fand ich Band 1, deshalb gibt es 4 Sterne, aber ich habe beide Teile wirklich geliebt und hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

großartig

The Night We Met
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Ich habe inzwischen mehrere Romane von Abby Jimenez gelesen und auch The Night We Met hat mich wieder komplett begeistert. Für mich schafft sie es wie kaum eine andere Autorin, Humor, Emotionen und ernste ...

Ich habe inzwischen mehrere Romane von Abby Jimenez gelesen und auch The Night We Met hat mich wieder komplett begeistert. Für mich schafft sie es wie kaum eine andere Autorin, Humor, Emotionen und ernste Themen so zu verbinden, dass man gleichzeitig lachen, mitfiebern und manchmal auch schlucken muss.

Die Geschichte beginnt mit einer scheinbar kleinen Entscheidung: Larissa muss sich nach einem Abend entscheiden, von welchem der beiden besten Freunde sie nach Hause gefahren wird. Sie wählt Mike – ohne zu ahnen, dass sie damit vielleicht den falschen Mann auswählt. Denn obwohl sie und Mike kurze Zeit später ein Paar werden, ist er oft nicht da, wenn sie ihn braucht. Stattdessen ist es immer wieder Chris, Mikes bester Freund, der für sie da ist. Je mehr Zeit Larissa und Chris miteinander verbringen, desto deutlicher wird, dass zwischen ihnen eine Verbindung besteht, die sie nicht ignorieren können – auch wenn sie Mike niemals absichtlich verletzen wollen.

Normalerweise bin ich kein großer Fan von Love Triangles, aber Abby Jimenez schafft es tatsächlich, selbst dieses Trope so zu schreiben, dass es sich authentisch und emotional richtig anfühlt. Man versteht jede Figur und jede Entscheidung, und genau das macht die Geschichte so fesselnd.

Was ich außerdem an ihren Büchern liebe: In fast jedem Roman taucht ein Hund auf – und auch hier wieder! Diese kleinen tierischen Momente geben der Geschichte einfach noch mehr Herz. Besonders gefreut habe ich mich auch über das Wiedersehen mit bekannten Figuren aus der Reihe. Man muss die anderen Bücher definitiv nicht gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen, aber Fans werden sich freuen, wenn vertraute Charaktere auftauchen – wie zum Beispiel Xavier, der Tierarzt aus dem letzten Band, bei dem Larissa mit ihrem Hund vorbeischaut.

Für mich war The Night We Met wieder genau das, was ich von Abby Jimenez erwarte: warmherzig, emotional, humorvoll und absolut süchtig machend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe jede Seite genossen. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.02.2026

tolles Familienkochbuch

Cooking for Family
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„Cooking for Family“ von Julia Lanzke ist für mich genau das Kochbuch, das im turbulenten Familienalltag gefehlt hat. Wer hier Sterneküche oder ausgefallene Gourmet-Techniken erwartet, wird sie nicht finden ...

„Cooking for Family“ von Julia Lanzke ist für mich genau das Kochbuch, das im turbulenten Familienalltag gefehlt hat. Wer hier Sterneküche oder ausgefallene Gourmet-Techniken erwartet, wird sie nicht finden – und genau das ist die große Stärke dieses Buches.

Statt komplizierter Rezepte liefert Julia Lanzke über 100 alltagstaugliche Gerichte und clevere Küchen-Hacks, die schnell gelingen und wirklich der ganzen Familie schmecken. Besonders hilfreich finde ich die Wochenpläne, die endlich die tägliche Frage „Was koche ich heute?“ beantworten. Dazu kommen praktische Ideen zur Resteverwertung, sodass weniger Lebensmittel im Müll landen, sowie ein durchdachter Vorrats-Guide, der nicht nur Zeit, sondern auch Geld spart.

Man merkt auf jeder Seite, dass hier jemand schreibt, der den Familienalltag kennt. Die Rezepte sind unkompliziert, gut erklärt und ohne unnötigen Schnickschnack – genau das, was man nach einem langen Tag braucht. Dieses Buch nimmt Druck raus und macht das Kochen wieder angenehm und machbar.

Ich schaue auch sehr gerne die YouTube-Videos von Julia („mamiblock“) und finde es toll, viele ihrer Ideen nun gesammelt in Buchform zu haben. Ihre sympathische, pragmatische Art spiegelt sich auch im Kochbuch wider. Es fühlt sich an, als würde eine gute Freundin ihre besten Tipps teilen.

„Cooking for Family“ ist kein Buch für hohe Kochkunst – sondern für echtes, ehrliches Familienessen. Wer stressfrei kochen, Zeit sparen und alle am Tisch glücklich machen möchte, wird dieses Buch lieben. Für mich eine klare 5-Sterne-Empfehlung!

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