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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2026

literarischer Nachbarsklatsch

Die Straße
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Nachdem ich „Der Trafikant“ von Robert Seethaler so gerne gelesen habe, habe ich mich sehr auf „Die Straße“ gefreut – und wurde nicht enttäuscht. Der Roman liest sich im Grunde wie Klatsch und Tratsch ...

Nachdem ich „Der Trafikant“ von Robert Seethaler so gerne gelesen habe, habe ich mich sehr auf „Die Straße“ gefreut – und wurde nicht enttäuscht. Der Roman liest sich im Grunde wie Klatsch und Tratsch unter Nachbarn, nur eben auf literarisch höchstem Niveau und in Seethalers unverwechselbar ruhigem, präzisem Schreibstil. So etwas habe ich bisher noch nicht gelesen, und genau das hat mir unglaublich gut gefallen.

Die Straße selbst liegt irgendwo zwischen Zentrum und Stadtrand, unscheinbar und leicht zu übersehen. Doch hinter den Türen ihrer Bewohner verbergen sich Sehnsucht, Einsamkeit, Wut, Liebe und kleine wie große Dramen. Seethaler erzählt von Menschen, deren Wege sich täglich kreuzen, die aber trotzdem oft erstaunlich wenig voneinander wissen. Aus vielen einzelnen Schicksalen entsteht nach und nach ein stimmiges Gesamtbild – fast wie ein Mosaik aus alltäglichen Momenten.

Besonders beeindruckt hat mich, wie feinfühlig und unaufgeregt Seethaler seine Figuren zeichnet. Selbst die kleinsten Beobachtungen wirken bedeutungsvoll. Man hat beim Lesen das Gefühl, selbst durch diese Straße zu gehen und heimlich den Geschichten ihrer Bewohner zuzuhören.

Warum dann „nur“ vier Sterne? An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe oder Verbindung zwischen den einzelnen Episoden gewünscht. Trotzdem bleibt „Die Straße“ ein außergewöhnlicher Roman, der lange nachhallt – leise, menschlich und sehr besonders.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

toller Abschluss

A Girl Named Josie (Breaking Waves 5)
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Was für ein schöner und emotionaler Abschluss dieser Reihe! Ich habe die vorherigen Bände wirklich geliebt und hatte mich deshalb sehr auf Josies Geschichte gefreut. Und ich muss sagen: Genau diesen Abschluss ...

Was für ein schöner und emotionaler Abschluss dieser Reihe! Ich habe die vorherigen Bände wirklich geliebt und hatte mich deshalb sehr auf Josies Geschichte gefreut. Und ich muss sagen: Genau diesen Abschluss hat die Reihe gebraucht. Die Atmosphäre, die Rückblicke auf die vergangenen Sommer und dieses Thema von zweiten Chancen haben mich sofort wieder abgeholt. Ich wollte immer wissen, was mit Josie eigentlich passiert ist.

Besonders gelungen fand ich, wie die Geschichte zeigt, dass manche Wunden auch nach Jahren noch nachwirken und dass Vergebung nicht immer einfach ist. Die emotionale Spannung zwischen Josie und Andrea ist intensiv und genau nach der Art Drama, die perfekt zu der Reihe passt.

Trotzdem muss ich ehrlich sagen, dass Josie für mich immer die unsympathischste der Freundinnen war. Im Vergleich zu den anderen Mädels konnte ich mich einfach nie ganz mit ihr identifizieren, und auch hier hatte ich zwischendurch Schwierigkeiten, ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Dadurch hat mich ihre Geschichte emotional nicht ganz so tief erreicht wie die der anderen Protagonistinnen.

Dennoch rundet das Buch die Reihe wunderbar ab und schenkt den Figuren einen Abschluss, der sich verdient anfühlt. Für Fans der Reihe auf jeden Fall ein Muss!

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Veröffentlicht am 09.05.2026

besser als gedacht

Brombeerblaue Tage
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„Brombeerblaue Tage“ hat mir letztlich deutlich besser gefallen, als ich anfangs erwartet hatte. Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt etwas schwer, weil die Geschichte recht ruhig beginnt und ich erst ...

„Brombeerblaue Tage“ hat mir letztlich deutlich besser gefallen, als ich anfangs erwartet hatte. Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt etwas schwer, weil die Geschichte recht ruhig beginnt und ich erst Zeit gebraucht habe, um wirklich hineinzufinden. Auch das Ende kam mir persönlich etwas zu plötzlich. Trotzdem habe ich das Buch am Ende sehr gern gelesen.

Besonders schön fand ich die Vater-Tochter-Beziehung im Mittelpunkt der Geschichte. Elisa reist widerwillig auf das heruntergekommene Gutshaus ihres Vaters auf Rügen, während dieser im Krankenhaus ist, und muss sich dort nicht nur mit einem völlig verwilderten Garten, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Gerade diese langsame Annäherung zwischen Vater und Tochter wurde sehr glaubwürdig und warmherzig erzählt. Das Buch zeigt auf schöne Weise, dass nicht jede Eltern-Kind-Beziehung perfekt ist, dass Verletzungen bleiben können – aber eben auch, dass Versöhnung und ein Neuanfang möglich sind.

Außerdem mochte ich die Atmosphäre auf Rügen und die vielen Naturbeschreibungen sehr. Wie Elisa nach und nach ihre Liebe zu Pflanzen und Gärten wiederentdeckt, hatte etwas Beruhigendes und Hoffnungsvolles. Insgesamt ein gefühlvoller Roman mit viel Herz, kleinen Schwächen und einer sehr gelungenen emotionalen Entwicklung.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Eine tolle Hilfe

Schule ohne Burnout
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Schule ohne Burnout von Ann-Marie Backmann ist ein hilfreiches und angenehm praxisnah geschriebenes Buch für Lehrkräfte, die im Schulalltag ständig zwischen Unterricht, Organisation, Erwartungen von außen ...

Schule ohne Burnout von Ann-Marie Backmann ist ein hilfreiches und angenehm praxisnah geschriebenes Buch für Lehrkräfte, die im Schulalltag ständig zwischen Unterricht, Organisation, Erwartungen von außen und Privatleben jonglieren. Besonders gelungen fand ich den Fokus darauf, Mental Load zu reduzieren, Verantwortung im Kollegium zu teilen und wieder mehr Energie für die eigentliche Beziehungsarbeit mit Schüler*innen zu haben.

Viele der vorgestellten Strategien wirkten durchdacht und alltagstauglich. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen öfter das Gefühl, einiges davon bereits selbst über die Jahre für mich entwickelt zu haben. Wer sich schon intensiv mit Selbstorganisation, Grenzen setzen oder Work-Life-Balance beschäftigt hat, wird daher vermutlich nicht völlig neue Erkenntnisse finden.

Außerdem lassen sich manche Tipps nicht für jede Lebensrealität gleich gut umsetzen. Das Buch richtet sich meiner Meinung nach vor allem an Lehrerinnen mit Familie, Kindern und unterstützendem Partner im Hintergrund. Nicht jede Lehrkraft hat diese Voraussetzungen oder ein stabiles Umfeld, um Aufgaben einfach abzugeben oder Belastungen besser aufzuteilen.

Trotzdem bietet das Buch viele gute Denkanstöße, reflektiert typische Probleme im Schulalltag sehr treffend und vermittelt auf motivierende Weise, dass man nicht dauerhaft als perfekter Einzelkämpfer funktionieren muss. Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre – besonders für Lehrkräfte, die Gefahr laufen, sich zwischen Schule und Privatleben aufzureiben.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

eine tolle Zeitreise

You and Me - Die zweite erste Liebe
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„You and Me – Die zweite erste Liebe“ von Emlyn Rees und Josie Lloyd hat mich komplett überrascht – und absolut begeistert! Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen, weil ich es einfach nicht aus ...

„You and Me – Die zweite erste Liebe“ von Emlyn Rees und Josie Lloyd hat mich komplett überrascht – und absolut begeistert! Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Zeitreise-Romanen, aber dieser hier hat mich total abgeholt. Die Idee, dass Adam und Jules mithilfe alter Mixtapes in ihre gemeinsame Vergangenheit reisen können, ist nicht nur originell, sondern auch unglaublich emotional umgesetzt. Man begleitet ein Paar, das sich einst leidenschaftlich geliebt hat, dessen Beziehung aber nach Jahrzehnten im Alltag etwas verloren gegangen ist – und plötzlich bekommen beide die Chance, genau diese besonderen Momente noch einmal zu erleben.

Besonders spannend fand ich, wie sich nach jeder Reise in die Vergangenheit die Gegenwart verändert hat. Ich war jedes Mal neugierig, welche kleinen oder großen Auswirkungen ihre Entscheidungen haben würden. Das hat dem Buch eine richtig tolle Dynamik gegeben und dafür gesorgt, dass ich ständig weiterlesen wollte.

Auch die emotionale Ebene hat mich sehr berührt. Es geht nicht nur um Nostalgie, sondern auch um die Frage, was eine Beziehung wirklich ausmacht – und ob man die Liebe wiederfinden kann, wenn sie im Alltag unterzugehen droht.

Ein echtes Highlight war für mich außerdem die Playlist auf Spotify. Die Songs, die Adam und Jules miteinander verbinden, haben die Geschichte noch lebendiger gemacht und perfekt die Stimmung der jeweiligen Momente eingefangen.

Für mich ein rundum gelungener Liebesroman: herzerwärmend, klug, unterhaltsam und mit einer wunderschönen Idee umgesetzt. Absolute Empfehlung – selbst (oder gerade!) für alle, die sonst keine Zeitreisegeschichten lesen.

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